24. Januar 2005
Der russische Maler Wassily Kandinsky (1866 – 1944) hat Farbtöne gesummt, bevor er sie anmischte. Das war keine Spinnerei eines weltfremden Künstlers, sagen moderne Forscher. Kandinsky war ein „Synästhetiker“. Diese Menschen, so berichtet die Gesundheitszeitschrift Apotheken Umschau, besitzen eine besondere Fähigkeit: Sie hören Farben, riechen Formen oder schmecken Töne.
Synästhesie ist aber beileibe keine Krankheit. „Es handelt sich vielmehr um eine alternative Art der Wahrnehmung, eine Spielart der Evolution“, sagt Dr. Markus Zedler, Mitglied der Arbeitsgruppe Synästhesie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Diese Eigenschaft könne für die Betroffenen durchaus von Vorteil sein: „Viele Synästhetiker sind zu enormen Gedächtnisleistungen fähig.“ Sie speichern Informationen gleichzeitig an mehreren Stellen im Gehirn.
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