17. Juni 2010
Weltweit gilt Deutschland als Land der Dichter und Denker. Viele bekannte Schriftsteller der Weltliteratur wurden hier geboren und trugen dazu bei, dass Wolfgang Menzel im Jahr 1836 die Deutschen als Volk beschrieb, das es liebt, zu denken und zu dichten. Mit diesen Worten bezog er sich auf große Künstler wie Goethe, Schiller oder Lessing.
Mit dem Briefroman "Die Leiden des jungen Werther" erzielte Johann Wolfgang von Goethe im Jahr 1774 einen Bestseller, der ihn in ganz Europa bekannt machte. In Briefen erzählt Werther seinem Freund Wilhelm von seiner großen Liebe Lotte, die mit einem anderen Mann verlobt und daher für ihn unerreichbar ist. Werther verlässt die Stadt, um Lotte vergessen zu können. Durch Zufall trifft er seine mittlerweile verheiratete Liebe Jahre später wieder und kommt ihr näher - was zu Problemen führt.
Auch die Tragödie "Faust" wurde zu einem Klassiker der Weltliteratur. In zwei Teilen erzählt Goethe die Geschichte des Doktor Faustus, der sowohl als Wissenschaftler als auch als Mensch unzufrieden ist. Um sich aus seiner miserablen Lage zu befreien, geht er mit dem Teufel ein Bündnis ein. Er bekommt die Möglichkeit, als junger Mann noch einmal von vorne anzufangen und sein Leben anders zu gestalten.
Neben Goethe zählt auch Friedrich Schiller zu den großen deutschen Schriftstellern. Mit "Die Räuber" und "Wilhelm Tell" verfasste er gleich zwei Dramen, die Weltruhm erlangten. Das Stück "Die Räuber" machte Schiller weltweit bekannt. Es handelt von zwei ungleichen Brüdern, die um die Gunst ihres Vaters und die Liebe einer Frau kämpfen. "Wilhelm Tell" erzählt die Geschichte des berühmten schweizerischen Freiheitskämpfers, der die Schweiz aus der Tyrannei befreien möchte.
Als bürgerliches Trauerspiel hat "Emilia Galotti" von Gotthold Ephraim Lessing im Jahr 1772 Bekanntheit erlangt. Inhaltlich handelt das Stück von dem Prinz von Guastalla, der sich das bürgerliche Mädchen Emilia Galotti zur Frau nehmen möchte. Dafür lässt er den Verlobten des Mädchens töten und bringt dieses auf sein Schloss. Ab hier geht es um Intrigen, um Rache und um Gottes Gericht.
Mit "Nathan der Weise" schuf Lessing ein weiteres Werk, das heute zu den wichtigsten der deutschen Literatur zählt. Zur Zeit des dritten Kreuzzuges kehrt der Jude Nathan von einer Reise nach Jerusalem zurück und erfährt, dass seine Pflegetochter von einem Christen vor dem Feuertod gerettet wurde. Der Lebensretter möchte aber zunächst nicht von dem Dank Nathans wissen.
Zu den wichtigsten Werken der deutschen Literatur zählen noch zahlreiche weitere Schriftstücke. So können hier u.a. auch "Der Zauberberg" und "Buddenbrooks" von Thomas Mann sowie "Der Schimmelreiter" von Theodor Storm, "Effi Briest" von Theodor Fontane oder "Die Blechtrommel" von Günter Gras eingereiht werden.
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