9. April 2010
Weltweit wird auf die verschiedensten Arten Karneval gefeiert. Der Höhepunkt dieses Volksfestes stellt immer der Straßenkarneval dar. In diesen Tagen wird gefeiert und getanzt, es finden Umzüge statt und die Feiernden verkleiden sich. In Deutschland findet der Straßenkarneval traditionell von Weiberfastnacht bis zum Fastnachtdienstag statt. Vor allem in die rheinischen Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz strömen die Menschen in diesen Tagen in Massen.
Die Karnevalszeit beginnt in allen drei rheinischen Hochburgen jährlich am 11. November. Ab Neujahr kommt der erste Schwung in das Volksfest: Prunksitzungen werden veranstaltet, Büttenreden finden statt und Karnevalsvereine veranstalten Kostümbälle. Die eigentliche Party steigt aber erst in den Tagen zwischen Weiberfastnacht und Fastnachtdienstag. Hunderttausende versammeln sich in den Städten und nehmen an den großen Umzügen und Märschen teil.
Besonders populär ist der Kölner Karneval. Die Feierlichkeiten beginnen an Weiberfastnacht mit einer Hauptveranstaltung auf dem Alten Markt, an dem der Oberbürgermeister und das Kölner Dreigestirn, die Repräsentanten des Kölner Karnevals, teilnehmen. Im Laufe des Tages wird vor allem in der Alt- und Südstadt ausgelassen gefeiert. Traditionell schneiden an Weiberfastnacht die Frauen den Männern die Krawatten ab. Freitags findet beim Kölner Karneval der Sternmarsch der Kölner Veedelsvereine statt, Samstags ist vor allem das Funkenbiwak beliebt, bei dem Biergläser verkauft werden, die immer wieder kostenlos aufgefüllt werden. Nach dem Geisterzug in der Nacht von Samstag auf Sonntag ziehen am Sonntag die Kölner "Schull- un Veedelszöch" durch die Straßen. Abends wird die letzte Sitzung der Karnevalssession abgehalten, die "Große Sonntagssitzung". Der Höhepunkt findet allerdings am Rosenmontag statt. Der beliebte Rosenmontagszug erfreut regelmäßig über eine Million Besucher. Am Veilchendienstag endet die Session mit der "Nubbelverbrennung", bei der die Sünden der Karnevalstage verbrannt werden.
Der Düsseldorfer Karneval beginnt am 11. November mit einer Rede des Hoppeditz und dem Auftritt des Bürgermeisters auf dem Marktplatz vor dem Rathaus. Aber auch hier beginnen die eigentlichen Feierlichkeiten an Weiberfastnacht. Die Frauen stürmen das Rathaus und gehen auf Krawattenjagd. Der Höhepunkt am Samstag ist der "Tuntenlauf auf der Kö", am Sonntag finden kleinere Umzüge statt. Der Rosenmontagszug am darauffolgenden Tag gehört mit über 60 Festwägen zu den größten in Deutschland.
Der Mainzer Karneval wird traditionell als Mainzer Fastnacht bezeichnet und hat neben den typischen Umzügen und Büttenvorträgen auch Anderes zu bieten. So werden u.a. das Militär auf die Schippe genommen und die Bühne des Staatstheaters für Laien geöffnet. Insgesamt ist die Mainzer Fastnacht politisch-literarischer geprägt als der Karneval in Köln oder Düsseldorf.
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