15. April 2010
In der Geschichte Deutschlands gibt es einige dunkle Kapitel, die nur allzu gerne verdrängt werden. Die Generation von heute möchte sich nicht wirklich mit den damaligen Vorkommnissen beschäftigen, schließlich trägt sie keine direkte Schuld an dem, was passierte. Tatsache ist jedoch, dass diese Last immer auf der deutschen Nation liegen wird, egal wie viel Zeit auch verstreichen mag. Um die Menschen daran zu erinnern, wurden auf dem Bundesgebiet zahlreiche Gedenkstätten errichtet.
Es ist nicht verwunderlich, dass die meisten Gedenkstätten in Deutschland den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet sind. Nie zuvor hatte das Land eine dermaßen schwarze Zeit gesehen. Bevor man sich jedoch mit den Auswirkungen der Schreckensherrschaft durch das NS-Regime befasst, muss man sich mit seinen Wurzeln vertraut machen.
Daher wurde am Obersalzberg, wo sich seinerzeit Hitlers Feriendomizil befand, ebenfalls eine Gedenkstätte errichtet. Ab 1933 nutze er die Anlage auch als Regierungssitz. Der Obersalzberg ist daher in einem Atemzug mit dem Führerbunker in Berlin zu nennen.
In der Regel beschäftigen sich NS-Gedenkstätten lediglich mit den regionalen Begebenheiten. Das Dokumentationszentrum am Obersalzberg schlägt jedoch die Brücke zwischen den Geschehnissen im Regierungssitz und den schrecklichen Auswirkungen auf die gesamte Menschheit.
Die Gedenkstätte bietet allerhand Informations- und Aufklärungsmaterial. Es werden regelmäßig verschiedene Ausstellungen geboten, außerdem stehen natürlich Führungen und Vorträge auf dem Programm.
Glücklicherweise konnte Hitler nie alle Deutschen für sich und seine grausamen Machenschaften vereinnahmen. Im Untergrund blühte der Widerstand immer wieder auf, obwohl die NS-Anhänger ihn stets mit härtesten Mitteln niederschlugen.
Die beiden größten und berühmtesten Widerstandskämpfer dürften wohl Hans und Sophie Scholl gewesen sein. Im Februar 1943 verteilten sie im Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität in München Flugblätter, die sich gegen den NS-Terror aussprachen.
Trotz oder gerade wegen ihrer ehrenhaften Absichten wurden die Geschwister verhaftet und kurz darauf hingerichtet.
In Zusammenarbeit mit der Universität wurde einer Dauerausstellung im Lichthof eingerichtet. Hier kann man unter anderem Bronzereliefs aller Mitglieder der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" sehen.
Auch zu Zeiten der DDR wurden Schandtaten an unschuldigen Menschen verübt. Im Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau kann man heute eine Ausstellung besuchen, die sich mit den bis heute nicht völlig aufgeklärten Machenschaften beschäftigt, die sich hinter den Mauern dieser Kindertagesstätte zugetragen haben.
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