30. Juni 2010
Ritterturniere waren im Mittelalter besonders populär. Sie dienten als Möglichkeit des Kräftemessens und der Vorbereitung auf den Krieg. Das Volk erfreute sich an der Abwechslung, die solche Ritterspiele boten, die Grausamkeit wurde dabei leicht vergessen.
Zu Beginn jeder Veranstaltung standen die Einladungen. Dabei wurde nicht jeder Ritter wirklich eingeladen, sondern er konnte auch eine Herausforderung erhalten, derer er sich stellen musste. Die Ritter erhielten freies Geleit zum Turnier oder teilweise sogar königlichen Schutz. Für die Kämpfe selbst galt das freilich nicht. Zu Beginn der Ritterspiele waren die Turnierplätze so groß, dass sie teilweise mehrere Dörfer umfassten - für die Zuschauer ein Mobilitätsproblem. Später erst wurde der Platz abgegrenzt und abgesperrt. Nur so konnte auch gewährleistet werden, dass die Regeln eingehalten wurden.
Die Ritter zogen dann zum Turnierplatz und wurden in Mannschaften eingeteilt. Die beiden Gruppen wurden durch eine Schnur getrennt, die dann weggezogen wurden. Mit Lanzen und Schwertern gingen alle aufeinander los. Es konnten dabei sogar Gefangene gemacht werden, die gegen Zahlung eines Lösegelds wieder freikommen konnten.
Der Kampf war natürlich nicht wohl geordnet. Es ging relativ wild durcheinander, es kam zu scharfen Wendungen mit den Pferden und dem Herunterholen des Gegners vom Pferd.
Abgeschlossen wurde der Turniertag häufig durch einen Ball oder ein Bankett. Durch die einzelnen Aufpralle ergab sich ein buntes Knäuel aus Rittern und gestürzten Pferden.
Der Buhurt: Er war vergleichbar mit den Manövern, die auf einem Feldzug geritten wurden. Aus ihm gingen später die Reiterspiele hervor.
Die Tjost: Dabei handelte es sich um einen Einzelkampf zu Pferd. Die Tjost ist eine Weiterentwicklung des Buhurts. Die Ritter traten in voller Rüstung gegeneinander an.
Bei den Ritterspielen ging es darum, dass Werte dargestellt wurden sowie ritterliche Tugenden und das Können der Ritter. Im Endergebnis wurden diese für Jedermann ersichtlich. Als Sieger wurde der Beste ermittelt. Allerdings hatte das Ergebnis im Turnier keinen Einfluss auf den sozialen Stand. Wenn ein Vasall sehr gut abschnitt, auch bei mehreren Turnieren, änderte das nichts an seinem Rang als Vasall. Selbst, wenn er gegen höherrangige Adlige siegte, blieb er ein Vasall. Sieger wurde der, der den Gegner mit seinen Waffen bezwang und der die Gunst der anwesenden adligen Damen besaß.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
09.04.12 | |
![]() | BURGEN |
09.02.11 | |
![]() | BURGEN |
12.11.10 | |
![]() | BURGEN |
15.05.10 | |
![]() | BURGEN |
01.10.09 | |
![]() | BURGEN |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Burgen Forum

