19. April 2010
Auf der Suche nach antiquarischen Büchern - ob im Antiquitätenhandel, im Internet oder auf dem Flohmarkt - stößt man immer wieder auf Begriffe, die etwas über die Auflage, den Wert, das Alter oder auch den Zustand des Buches aussagen. Dabei sind uns einige Fachbegriffe nicht fremd, andere müssen wir erst nachschlagen.
Im Bereich der klassischen antiquarischen Bücher findet man Fachbegriffe wie "Sammlerstücke", "Erstausgaben" oder "Autographen". Doch zu Beginn sollte erst einmal der Begriff "klassisches Antiquariat" definiert werden. Mit diesem werden alle Bücher umschrieben, die im Handel vergriffen sind. Hierzu zählen auch ältere Auflagen, die nicht mehr gedruckt werden, wenn neue Auflagen erscheinen. Ob ein Buch antiquarisch ist, hängt also nicht unbedingt von seinem Alter ab.
"Sammlerstücke" haben meist einen hohen Seltenheitswert und sind daher stark begehrt. Wie viel ein Sammler bereit ist, für ein solches Exemplar auszugeben, hängt zum einen von der Höhe der Auflage ab. Je weniger Exemplare gedruckt wurden, desto größer ist in der Regel der Wert. Zum anderen spielen aber auch das Alter des Buches, der Zustand und Signaturen eine Rolle. Besonders wertvoll sind sogenannte "Autographen". Hierbei handelt es sich um eigenhändige Niederschriften des Verfassers, die - wenn überhaupt - je Buch nur einmal existieren. Aber auch "Erstausgaben" üben einen gewissen Reiz auf Sammler aus. Die erste gedruckte Ausgabe eines Buches hat einen hohen literarischen und historischen Wert und darf nicht mit der "Erstauflage" verwechselt werden, mit der die jeweils erste Druckauflage bei einem bestimmten Verlag bezeichnet wird.
Im Bereich des "modernen Antiquariats", der alle Bücher umfasst, die keiner Preisbindung mehr unterliegen, sind vor allem die Fachbegriffe "Remittenden" und "Mängelexemplare" sowie "Ramsch" und "Sonderausgaben" weit verbreitet. Im Gegensatz zu anderen antiquarischen Büchern sind diese Exemplare noch im Handel erhältlich.
Bei "Remittenden" handelt es sich um Bücher, die aufgrund von Fehlern und Beschädigungen im Handel aussortiert und an den Verlag zurückgeschickt werden oder als "Mängelexemplare" verbilligt verkauft werden. Oft weisen solche Bücher einfache Mängel am Bucheinband oder Lagerspuren auf, die den Kunden beim Lesen aber nicht stören. Restauflagen werden oft als "Ramsch" verkauft, um Lager zu leeren und Platz für Neuauflagen zu schaffen. "Sonderausgaben" dagegen sind neue Auflagen vergriffener, oft sehr erfolgreicher Bücher, die günstiger als ihre Vorgänger angeboten werden.
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