15. April 2010
Theater spielen ohne Publikum macht auf die Dauer nicht wirklich viel Spaß. Allerdings haben Laienschauspieler selten Ahnung davon, wie eine gute und professionelle Aufführung aussieht. Damit der erste Auftritt ein voller Erfolg wird, ist es wichtig, sich schon aktiv darauf vorzubereiten, bevor man überhaupt mit den Proben begonnen hat.
Wer eine Gruppe von Amateurschauspielern anführt, muss sich stets darüber im Klaren sein, dass man hier keine ausgebildeten Leute vor sich hat. Die anderen Teilnehmer sind genauso nervös und verunsichert wie man selbst. Der Unterschied ist jedoch, dass sich die anderen auf ihren "Boss" verlassen. Geht irgendetwas schief, so wird in der Regel derjenige dafür verantwortlich gemacht, der die ganze Sache auch ins Leben gerufen hat. Solange die Gruppe noch jung und unerfahren ist, sollte man daher nichts riskieren.
Das fängt schon bei der Auswahl des richtigen Stücks an. Natürlich möchte man mit seiner Truppe möglichst viel Ruhm und Applaus einheimsen. Deshalb begehen viele Neulinge den Fehler und wählen ein sehr anspruchsvolles und tiefgründiges Stück aus. Das erfordert von den Schauspielern fast schon eine perfekte Performance. Schließlich macht es sich in solch einem Stück nicht gut, wenn plötzlich jemand seinen Text vergisst. Außerdem müssen Ausdruck, Haltung und Stimme sich wirklich in der Welt des Stückes verlieren können. Das ist auch für professionelle Schauspieler keine einfache Angelegenheit, da man sein gesamtes eigenes Seelenleben ausblenden muss.
Laienschauspieler sollten daher zu Beginn unbedingt zu leichten Komödien greifen, die auch das Publikum gut aufnimmt. Man darf nämlich nicht vergessen, dass ein Amateurtheater nicht von leidenschaftlichen Operngängern, sondern von ganz normalen Leuten besucht wird. Und die können in der Regel auch nicht viel mit zu "schwerer Kost" anfangen. Verspricht sich während solch eines lustigen Schwanks einmal jemand, so heitert das die Stimmung noch weiter an, anstatt sie zu zerstören.
Bei der Auswahl des Stücks ist außerdem darauf zu achten, dass sich die Schauplätze nicht ständig ändern. Als Laienschauspielgruppe hat man in der Regel nur wenige Requisiten zur Verfügung, die auch nach jedem Wechsel selbst umgebaut werden müssen. Das bringt nicht nur die Schauspieler aus dem Konzept, sondern stört auch das Publikum.
Darüber hinaus sind kurze Werke endlosen Stücken vorzuziehen. Je kürzer die Aufführung, desto weniger Fehler können passieren.
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