Die Vögel unterstützen - Hinweise zu artgerechten Vogel-Nisthilfen und der Vogelfütterung im Winter

Vogelhäuschen im verschneiten Wald im Winter

Man kann Vögel dadurch helfen, dass man ihnen Bruthilfen zur Verfügung stellt sowie Futter, welches in der kalten Jahreszeit schonmal knapp werden kann

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  • von Paradisi-Redaktion

Die natürlichen Nistmöglichkeiten von frei lebenden Vögeln werden bedarfsweise durch die Nisthilfe als eine künstliche Einrichtung ergänzt. Das ist vor allem in Gebieten hilfreich bis hin zu notwendig, in denen der Lebensraum von einheimischen Vögeln durch die Bebauung mehr und mehr eingeschränkt wird. Mit einer artgerechten Gestaltung von Vogel-Nisthilfen sowie der Vogelfütterung im Winter kann hier ein Ausgleich geschaffen werden. Dabei gilt es, einige Punkte zu beachten. Informieren Sie sich über die Unterstützung von Vögeln durch Nisthilfen und die Vogelfütterung im Winter.

Nisthilfen: Funktion und generelle Tipps

Nistkästen und Nisthilfen ganz allgemein sind Bestandteil eines aktiven Naturschutzes. Künstliche Nisthilfen ersetzen fehlende Naturhöhlen sowie anderweitige Nistmöglichkeiten, zu denen morsche Bäume oder Brutnischen an Gebäuden gehören.

Das Bauen und die artgerechte Gestaltung von Vogel-Nisthilfen ist darüber hinaus eine gute Möglichkeit, um Mädchen und Jungen schon im kleinen Alter mit der Vogelwelt und deren Lebensweise vertraut zu machen. Das klappt dann besonders gut, wenn die Vögel in dem Garten, also in unmittelbarer Nähe zu ihrer Nisthilfe, ausreichend Nahrung finden.

Je naturbelassener und naturnaher der Garten gestaltet ist, umso mehr wird er von den Vögeln aufgesucht. Der Nistkasten ist ein künstlich geschaffener Hohlraum, in dem die Vögel brüten, ihre Jungtiere aufziehen und auch täglich übernachten. Vereinfacht gesagt ist er eine Heimat für die unterschiedlichen Vogelarten wie Höhlen- und Nischenbrüter, für Röhren- und Tunnelbrüter, oder für Freibrüter.

In unserem separaten Artikel haben wir noch weitere Informationen für Sie zum Thema Nistplatz und Vogelhaus zusammengestellt.

Bauen einer Vogel-Nisthilfe

Jede Tierart bevorzugt ihre eigene, man könnte auch sagen individuelle Nisthilfe. Die gängigen Vogel-Nisthilfen werden für Höhlen- und Nischenbrüter angeboten beziehungsweise selbst gefertigt. Zu ihnen gehören so bekannte heimische Singvögel wie

  • die Bachstelze
  • das Rotkehlchen
  • die Wasseramsel und natürlich
  • der Sperling, kurz "Spatz" genannt.

Wer eine Nisthilfe bauen möchte, sollte auf einige Punkte achten.

  • Für den artgerechten Bau einer Vogel-Nisthilfe darf ausschließlich unbehandeltes Holz verwendet werden. Ausgasungen von behandeltem Holz sind für Vögel ebenso schädlich wie für Menschen. Innerhalb der Vogel-Nisthilfe können solche Ausdünstungen sowohl für die Brut als auch die Aufzucht der Jungtiere lebensgefährdend sein.

  • Erfahrungsgemäß sind Ytongplatten gut geeignet. Ytong ist ein Markenname der in Duisburg ansässigen Firma Xella. Ytongplatten sind Wandbausteine aus Porenbeton.

  • Zu den besonders haltbaren und für Vogelkästen geeigneten Holzarten gehören das Eichen-, das Lerchen- sowie das Robinienholz. Für die Vogel-Nisthilfe sollten etwa zwei Zentimeter dicke Holzbretter verwendet werden.

  • Der Vogelkasten sollte geschraubt, also weder genagelt noch geleimt werden. Leim ist mit Ausdünstungen verbunden, und das Verschrauben ist dauerhaft haltbarer als ein Nageln.

  • Um eine ausreichende Belüftung sowie Entfeuchtung zu gewährleisten, müssen in den Unterboden des Vogelkastens mehrere etwa fünf Millimeter breite Löcher gebohrt werden.

  • Die Maße der Bodenfläche für die Vogel-Nisthilfe sollten quadratisch etwa fünfzehn bis zwanzig Zentimeter betragen. Die Höhe des Vogelkastens ist variabel, beispielsweise bis zu etwa vierzig Zentimetern. Die Unterkante für das Einflugloch muss rund zwanzig Zentimeter oberhalb des Kastenbodens sein, um zu verhindern, dass Katzen oder Marder mit ihrer Pfote hineingreifen und die Brut erreichen können.

  • Ein ausreichend großer Dachüberstand ist ebenso wichtig. Je größer er ist, umso geringer ist die Gefahr, dass Vogelfeinde wie Katzenfreigänger und Marder von oben in das Einflugloch hineingreifen können.

  • Spatzen brüten nicht nur allein, sondern auch gern in Gemeinschaft. Sie halten sich bevorzugt in einer mehrteiligen Vogel-Nisthilfe auf. Bei einem entsprechend größeren Vogelkasten lassen sich durchaus drei "Abteilungen" einrichten, in denen die Vögel nebeneinander brüten und leben können.

  • Eine gute Höhe, die so genannte Vollhöhe, zum Aufhängen der Vogelnisthilfe ist die ab drei Metern über dem Erdboden. Das Einflugloch sollte nach Osten oder Südosten ausgerichtet sein. Die Westseite ist wegen der Witterungseinflüsse wie Regen ungünstig - bei einer Südausrichtung ist die dauerhafte Sonneneinstrahlung für die Vogel-Nisthilfe selbst sowie für seine Bewohner äußerst unangenehm.

  • Der Vogelkasten muss einige Grad nach vorne geneigt, also abschüssig hängen. Dadurch wird das Eindringen von Regen verhindert - es staut sich kein Wasser im Vogelkasteninnern, sondern es fließt direkt ab.

  • Vogel-Nisthilfen sollten in den Herbstwochen angebracht, und zum Ende der Brutsaison gereinigt werden - wahlweise im Spätsommer oder spätestens im Februar des nächsten Jahres. Dabei wird das alte Nest entfernt und der Kasten selbst ausgebürstet. Auf Spray oder chemische Reinigungsmittel muss verzichtet werden.

Vögel brauchen Abstand zum Menschen

Um die Vögel bei ihrer Brut und bei der Aufzucht ihrer Jungtiere nicht zu stören oder zu irritieren, sollte die Vogel-Nisthilfe nicht näher kontrolliert werden. In diesen Wochen und Monaten müssen sich die jungen Vogelkundler damit begnügen, ihre Vögel dabei zu beobachten, wie sie ihre Jungtiere aufziehen.

Nisthilfen können - richtig aufgestellt - den Vögeln eine grosse Hilfe sein
Nisthilfen können - richtig aufgestellt - den Vögeln eine grosse Hilfe sein

Eine weitere Möglichkeit, die Vögel zu unterstützen, bietet die Vogelfütterung im Winter...

Vögel füttern im Winter - sinnvoll oder schlecht?

Schon im Herbst werden in vielen Geschäften Vogelfutter und Meisenknödel angeboten. Vogelhäuschen sieht man vielerorts stehen, aber ist es wirklich sinnvoll und artgerecht, die Vögel im Winter zu füttern?

Das Füttern von Vögeln über den Winter hat eine lange Tradition. Ob Wildvögel im Winter gefüttert werden sollen, ist aber umstritten.

Die Befürworter bezeichnen das Füttern im Winter als Artenschutz, Gegner sprechen von einem ungerechtfertigten Eingriff in die Natur. Tatsächlich ist es so, dass die Winterfütterung mit Naturschutz wenig zu tun hat. Die Vogelarten, die von der Winterfütterung profitieren, haben sowieso eine stabile, beziehungsweise wachsende Population und sind nicht gefährdet.

Argumente gegen die Fütterung

Fütterungsgegner befürworten eine darwinistische Auslese über die kalte Jahreszeit. Die Vogelarten, die geschützt werden müssen, können durch die Fütterung rund um das Haus meistens nicht erreicht werden.

Außerdem argumentieren Gegner, dass es gegen die Natur ist, die Nahrung ohne Anstrengung zu servieren. Wenn dadurch kranke und schwache Vögel den Winter leichter überleben, schaden sie der Gesunderhaltung der ganzen Art. Die Winterfütterung kam immer mehr in Verruf unnötig und sogar bedenklich zu sein.

Argumente für die Fütterung

Experten vertreten aber mittlerweile eine gegenteilige Meinung. Der Lebensraum der Vögel und damit auch ihre Nahrungsgrundlage sind immer mehr gefährdet. Dadurch trägt das Füttern der Vögel zum Tierschutz bei und gewährleistet eine Erhaltung der Artenvielfalt. Auch beim Zufüttern ist eine natürliche Auslese nicht gefährdet.

Außerdem ist die Winterfütterung ein Naturerlebnis; wenn die verschiedenen Vogelarten zum Futterhäuschen kommen, kann man sie gut beobachten. Das ist gerade für Kinder ein besonderes Ereignis und für die Tiere ist es eine Hilfe.

Wichtige Hinweise zum Füttern von Vögeln

Entscheidet man sich für das Füttern, sollte man dies erst bei Frost und Schnee tun. Vorher finden die Vögel in der Regel noch genügend Nahrung.

Erst bei Eis und Schnee wird das Futter knapp. Dann sollte man aber auch wirklich regelmäßig füttern, weil sich die Vögel darauf einstellen.

Die Vögel brauchen viel Energie, um ihre Körpertemperatur aufrecht zu erhalten. Diese ist höher als bei den meisten Säugetieren. Durch die eisige Kälte verlieren die Vögel an Körpergewicht. Es ist auch ein sinnvoller Umweltschutz den Garten vogelfreundlich zu gestalten, beispielsweise durch das Anpflanzen von Naschhecken; da finden die Vögel nicht nur Brutplätze, sondern auch Nahrung.

Bio-Essen ist was für Menschen, aber nicht für Vögel

Zwei Blaumeisen am Meisenknödel, der an einem Ast hängt
2 Blue Tits at the fat ball © Ingo Bartussek - www.fotolia.de

Wenn die kalten Wintermonate ins Haus stehen, gibt es viele Tierliebhaber, die für die Wildvögel kleine Futterhäuschen in den Garten, oder auf den Balkon hängen. Durch diese Vogelhäuschen überleben viele Tiere den Winter. Es stellt sich die Frage, welche Körner man den kleinen Wildvögeln geben soll. In vielen Supermärkten wird auch Biofutter für die Tiere angepriesen. Was gut für den Menschen ist, ist auch für die Vögel von Vorteil, denkt man und packt das Futter mit dem Biostempel ein. Weit gefehlt.

Forscher aus England haben einen Versuch mit normalen Körnern und Biokörnern gemacht. Sie stellten zwei Futterhäuschen auf und beobachteten, welchen die Tiere bevorzugt aufsuchten. Ergebnis: die Tiere bevorzugten die konventionelle Kost. Warum aber verschmähen Amseln und Meisen Bio? Die normalen Körner enthalten mehr Protein und durch diese kommen die Tiere besser durch die kalte Jahreszeit.

Vögel artgerecht im Winter füttern

Meise in Vogelhäuschen
aviary in tit © Zoltán Futó - www.fotolia.de

Tierfreunde haben in den kalten Wintermonaten das Bedürfnis, den kleinen gefiederten Freunden Futter bereit zu stellen. Empfehlenswert sind für die Fütterung Behältnisse wie Silos und Futtersäulen.

Sie haben den Vorteil, dass bei ihnen das Futter nicht feucht werden kann. Reste aus der Küche sind gefährlich, da schon kleinste Mengen Salz für die Tiere den Tod bedeuten.

Körnermischungen und Sonnenblumenkerne sind ideal für die Gattung der Körnerfresser. Bevorzugt vom Boden wird das Weichfutter aufgenommen. Haferflocken, Rosinen und Obst gelten für die Weichfutterfresser als artgerecht.

Wer füttern will, der muss sich auch kümmern

Werden Vogelhäuser zum Einsatz gebracht, ist eine wöchentliche Reinigung mit möglichst heißem Wasser erforderlich. Wichtig ist der Standort eines Futterspenders, da die Vögel Schutz vor lauernden Katzen benötigen.

Schlechte Witterungsverhältnisse dürfen ebenso keinen Einfluss auf das Vogelfutter nehmen können. In den Sommermonaten sollte durch die bestehende Infektionsgefahr mit Trichomonaden nicht gefüttert werden.

Fütterungszeitraum ist der November bis ca. Ende Februar. Für winterliche Leckereien kann der Vogelfreund durch Laub sorgen. Unter ihm halten sich Insekten auf, die als gesunder Eiweißlieferant dienen.

Winterfütterung von Wildvögeln – so füttert man richtig

Vogelhaus aus Holz mit Tannenzweig und Körnerball
vogelhaus © Horst Weinberg - www.fotolia.de

In der kalten Jahreszeit steht den Wildvögeln nur ein eingeschränktes Nahrungsangebot zur Verfügung. Da die Vögel im Winter nicht ausreichend Futter finden, sind sie auf menschliche Hilfe angewiesen. Naturschützer empfehlen daher die Winterfütterung im eigenen Garten.

Damit die Fütterung den Tieren auch wirklich nutzt, sollte man nicht wahllos füttern, sondern sich mit dem Bedarf der Vögel auseinandersetzen und auch entsprechende Hygienemaßnahmen treffen.

Fütterung von November bis Februar

Mit dem Einzug des Winters beginnt auch die Zeit der Winterfütterung. Je nach Wetterlage kann man bereits im November die ersten Futterspender aufstellen und diese bis Ende Februar mit Futter befüllen. Für Weichfutterfresser, wie etwa Rotkehlchen, Amseln oder den Zaunkönig, eignen sich Haferflocken, Rosinen und Kleie.

Körnerfresser, wie Meisen, Sperlinge und Finken, fressen mit Vorliebe Körnermischungen mit Nüssen, Getreide und verschiedenen Samen. Im Handel findet man entsprechendes Winterfutter, das den natürlichen Bedürfnissen der Vögel entspricht. Brot, Kartoffeln oder salzige Speisen sollten auf keinen Fall gefüttert werden.

Futterspender hygienischer als Vogelhäuschen

Gerade bei Schnee und Frost werden sich die kleinen Besucher regelmäßig an der Futterstelle tummeln. Um die Ausbreitung von Krankheiten zu vermeiden, sollte man vom typischen Vogelhäuschen absehen und stattdessen zu den im Handel erhältlichen Futterspendern greifen. Hier ist das Futter vor Verschmutzungen und Feuchtigkeit geschützt und Krankheitserreger können sich nicht verbreiten.

Auch diese Schutzmaßnahmen beachten

Zum Schutz der Wildvögel sollte man die Futterspender erhöht aufhängen, damit Katzen und andere Raubtiere keinen Zugang haben. Auch Glasscheiben von Terrassentüren oder Wintergärten stellen eine Gefahr für die Vögel dar und sollten mit gut sichtbaren Aufklebern versehen werden. Ideal sind Plätze, die durch Büsche oder Bäume geschützt sind und Deckung von oben geben.

Füttern der Tauben wird zum Streitthema

Richter Hammer mit Sockel aus Holz auf weißem Hintergrund
gavel on white background © webdata - www.fotolia.de

Besonders ältere Menschen sind dafür bekannt, dass sie hier und da gerne einmal die Tauben füttern. Doch Tauben sind Schmutzfinken – auf jeden Fall in den Augen der Stadtoberhäupter von Stuttgart. Und deshalb haben sie das Füttern der kleinen Tiere verboten. Leider hält sich nicht jeder an das Verbot. Unter anderem die Tierschützerin Therese D., die sich seit langem der Anordnung widersetzt und die ist sogar vor das Verwaltungsgericht von Stuttgart gezogen.

In Stuttgart gibt es momentan rund 30.000 Tauben, die etwa 360 Tonnen Kot produzieren. Dieser Kot kann Krankheiten übertragen, welche die Stadt dazu veranlasst haben, die Fütterung der „Schmutzfinken“ zu verbieten. Doch Therese D. Sieht dies anders.

Sie findet, dass die Stadt den Tieren Unrecht tut und möchte ihre Leidenschaft – das Füttern der Tauben – nicht aufgeben. Für sie gehört dies zum Tierschutz, der selbst mit einem Bußgeld nicht aus ihrem Herzen zu vertreiben ist. Deshalb hat sie nun die Stadt Stuttgart verklagt.

Gericht gab Antrag, das Fütterungsverbot aufzuheben, nicht statt

Den Ausführungen der Amtstierärztin vor Gericht hat die Tierschützerin nur wenig entgegenzubringen. Zwar meint sie, dass Tauben, die sich gesund ernähren, auch keinen gefährlichen Kot produzieren. Wie die Ernährung der Tiere kontrolliert werden soll, kann aber auch sie nicht sagen.

Das Gericht konnte dem Antrag von Therese D., das Fütterungsverbot aufzuheben, nicht stattgeben. Diese will nun in die nächste Instanz gehen und dort ihr Glück versuchen.

Jeder siebte Vogel im Winter in Deutschland ist eine Kohlmeise

Vogelzählaktion des Naturschutzbundes Deutschland (NABU): bisher über 33.000 Teilnehmer

Blaumeise sitzt auf dem Rand eines Vogelhäuschens
The Blue Tit on a bird table. © Kletr - www.fotolia.de

In Deutschland wurde jetzt bundesweit eine Vogelzählaktion durchgeführt. Mehrere tausend Vogelfreunde nahmen an dieser Aktion des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) teil. Das Ergebnis zeigte, dass die Kohlmeise der häufigste Wintervogel in Deutschland ist.

Jeder siebte Vogel ist eine Kohlmeise. Es sind sogar weniger Amseln als Kohlmeisen anzutreffen. Die Amsel gehört zu den bekanntesten Arten von Vögeln in Deutschland.

Zu den am häufigsten auftretenden, einheimischen Vogelarten im winterlichen Deutschland gehören diese fünf: Kohlmeise, Amsel, Haussperling, Blaumeise und Feldsperling. Aber es gibt auch "auswärtige" Wintergäste, die aus nördlichen Regionen stammen, und zur Zeit hier anzutreffen sind: der Bergfink, der Seidenschwanz und der Erlenzeisig.

Die Markenzeichen der Kohlmeise sind ein kohlschwarzer Kopf, deshalb der Name, und ein gelber Bauch.

Organisatoren freuen sich über großes Interesse an der Vogelwelt

An dieser Vogelzählaktion wollten so viele Deutsche teilnehmen, dass auf der Anmeldeseite im Internet durch die vielen Meldeformulare oft der Server zusammenbrach. Bisher gingen von 33.000 Vogelfreunden in Deutschland Meldungen von über eine Million Vögeln ein. Das rege Interesse freut natürlich die Organisatoren.

Mit dieser Aktion soll ein umfassendes Bild von der Vogelwelt in den Städten und Dörfern Deutschlands gewonnen werden. Nicht die genauen Bestände aller Vogelarten sind wichtig, sondern zu wissen, wie häufig und welche Arten wo auftreten. Die Übermittlung der Vogelmeldungen im Internet ist noch bis 17. Januar 2011 einschließlich möglich.

Israelische Bauern leiden unter einer Kranich-Plage

Kraniche überwintern in Israel - Bauern leiden unter der riesigen Anzahl

Nahaufnahme frische Maiskolben
Yellow corns background © Olga Chernetskaya - www.fotolia.de

Kraniche plappern ununterbrochen von vier Uhr morgens bis zwei Stunden nach Sonnenuntergang. Außerdem sind die Vögel ausgesprochene Vielfresser. Wenn diese Tiere in geballter Zahl auftreten, werden sie zur Plage. Das müssen derzeit die Bauern in Israel erleben.

30.000 Kraniche überwintern im Hula-Tal im Norden Israels auf ihrem Weg nach Afrika. Anfang März hoffen die Landwirte von den Plagegeistern erlöst zu sein. Dann fliegen sie weiter.

Überwintern der Kraniche kostet Bauern ein Vermögen

Bis es so weit ist, versuchen die Bauern das Essverhalten der Vögel zu kontrollieren. Jeden Tag karren sie fünf bis sechs Tonnen Mais auf ein brachliegendes Feld, um die Tiere anzulocken, damit sie nicht andere Felder abfressen.

Haben erst einmal einige Kraniche das Feld betreten, folgen binnen kürzester Zeit Tausend weitere. Dieses Spektakel zieht viele Touristen an, die mit Fotoapparaten bewaffnet, über das Feld gefahren werden. Das Vergnügen kostet 60 Cent pro Person.

Von diesem Geld können die Bauern das Futter für die Tiere kaufen. Denn jährliches kostet das Kranich-Projekt 340.000 Euro. Die Kosten teilen sich die Bauern mit der Nationalparkbehörde und dem Landwirtschafts-Ministerium.

Die Zahl der Kraniche ist in den vergangenen Jahren rasant angestiegen. 1999 legten 5000 Vögel eine Pause in Israel ein. Jetzt lassen sich 31.000 im Hula-Tal nieder. Die Bauern sind genervt, die Touristen freut es.

Ungeliebte Winterurlauber in Rom, die Stare

Weil sie Straßen, Autos und Denkmäler mit ihrem Kot beschmutzen, haben die Römer angefangen, die Stare zu vertreiben

Blick auf das Kolosseum in Rom, Italien
View of the Colosseum in Rome © scaliger - www.fotolia.de

Jedes Jahr im Herbst machen sich unsere Stare auf gen Süden zu ihrem Winterquartier. Auch in der italienischen Hauptstadt Rom halten sie sich dann gerne auf. So findet man am Tag ganze Schwärme in den umliegenden Dörfern, wo sie reichlich Futter finden, während sie ihr Nachtquartier dann in der um ein paar Grad wärmeren Stadt aufschlagen. Dabei werden sie zu einer wahren Plage, denn mit ihrem Kot beschmutzen sie die

Mit Megaphonen gegen die Stare

Mittlerweile haben sich die Stadtväter ein Konzept gegen die Stare ausgedacht. So zieht eine Gruppe mit Megaphonen ausgestattet durch die Straßen und ahmt den Alarmruf der Stare nach, mit denen sich die Vögel bei Gefahr gegenseitig warnen.

Aber dies muss in einem bestimmten Rhythmus und nicht immer an den gleichen Orten geschehen, so dass die Bewohner dieses nicht in eigener Regie versuchen sollten, wie die Experten mitteilen. Sonst könnte der Fall eintreten, dass die Stare sich diesen Trick merken und dann nicht mehr darauf reagieren.

Außerhalb des Zentrums dürfen die Vögel ihren Winterurlaub verbringen

Durch die Aktionen konnten die Verantwortlichen der Stadt die Stare aus dem Zentrum verbannen. An den Orten, wo sie die Römer nicht belästigen, dürfen die Stare ruhig ihren Winterurlaub verbringen, wie der für den Tierschutz verantwortliche Umweltassessor Mario Visconti betont.

Wildvögel brauchen Unterstützung bei der Futtersuche im Winter

Rotes Futterhäuschen für Vögel im Garten
Red birdhouse © Thor Jorgen Udvang - www.fotolia.de

Ist im Winter die Schneedecke geschlossen, benötigen Wildvögel dringend unsere Unterstützung bei der Futtersuche. Es eignet sich aber nicht jedes Futter.

Buchfinken, Sperlinge oder Gimpel benötigen eine Körnermischung, wohingegen Rotkehlchen, Zaunkönige und Amseln ein sehr eiweißhaltiges Futter brauchen, welches aus Insekten besteht. Dies erläutert der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF).

Diese Futterstellen werden am besten so eingerichtet, dass sie Wind und Wetter standhalten. Spätestens im Herbst sollten sie angebracht werden und täglich mit anfangs noch kleinen Futtermengen befüllt werden, damit sich die Vögel an sie gewöhnen können. Am besten ist eine Fütterung der Tiere am frühen Morgen und vor Dämmerungseinbruch, um den Energieverlust der Tiere auszugleichen.

Windströmungen werden durch Klimawandel verändert und erleichtern den Albatrossen die Futtersuche

Wissenschaftler vom Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig haben in Zusammenarbeit mit Kollegen vom französischen Nationalen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CEBC-CNRS) eine Studie erstellt, die sich mit dem Thema der Nahrungssuche der Albatrosse beschäftigte.

So stellte man fest, dass aufgrund des Klimawandels auf der südlichen Halbkugel der Erde sich die Windströmungen verändert haben, so dass es für die Wanderalbatrosse leichter ist Nahrung zu finden. Die Folge ist, dass die Albatrosse an Gewicht deutlich zugenommen hatten. Aber wenn sich irgendwann die Westwinde weiter in Richtung Südpol verschieben, so sind davon die Albatrosse auch betroffen und müssten dann wieder weiter fliegen um Nahrung zu finden.

Wegen winterlichen Verhältnissen sollten unbedingt die Vögel gefüttert werden

Zwei Enten auf Eisfläche an Wasser
Enten auf Eis © Anika Werhahn - www.fotolia.de

Dass im März noch immer winterliche Temperaturen herrschen, kommt nicht gerade häufig vor. Nicht nur den Menschen hat der verspätete Wintereinbruch Chaos beschert, auch die heimischen Vögel, die derzeit aus ihren Winterquartieren zurückkehren, sind auf derartige Temperaturen nicht vorbereitet.

Vor allem Futter findet sich momentan recht spärlich und dabei müssen Vögel täglich die Masse ihres eigenen Körpergewichts an Futter zu sich nehmen, um ihre Körpertemperatur von rund 43 Grad halten zu können.

Um den heimischen Vögeln dabei etwas unter die Flügel zu greifen, fordern Vogelexperten die Menschen zum Zufüttern auf. Besonders geegnet sind Meisenknödel, Sonnenblumenkerne in Kokosfett oder Rindertalg, Äpfel und Rosinen.

Vögel halten sich bei der Futtersuche an die Straßenverkehrsordnung

Dass Vögel wahre Anpassungskünstler sind, die sich auch auf das Zusammenleben mit dem Menschen einstellen können, zeigt sich unter anderem daran, dass Stadtvögel für gewöhnlich lauter als ihre Verwandten in dünn besiedelten Gegenden singen.

Wie Forscher der McGill University in Montreal und der Unicersité du Quebec nun an einem Praxistest in Südfrankreich herausgefunden haben wollen, reicht das Anpassungsvermögen sogar so weit, dass sich Vögel anscheinend auf Tempolimits im Straßenverkehr einstellen. Denn entgegen der naheliegenden Annahme, dass Vögel in Straßennähe oder direkt auf der Straße individuell auf die tatsächliche Geschwindigkeit der jeweils herannahenden Autos reagieren, lege der Test, in dessen Verlauf die Forscher an vier Straßenteilabschnitten mit den Tempozonen 20, 50, 90 und 110 Km/h teils langsamer oder deutlich schneller als erlaubt gefahren seien, nahe, dass das festgelegte Tempolimit ausschlaggebend für die Fluchtdistanz der Tiere sei.

Ob die Vögel aber wirklich das Tempolimit abzuschätzen vermögen oder aber Tiere, deren Fluchtdistanz schlichtweg zu kurz für die vorherrschende Verkehrsgeschwindigkeit war, gewissermaßen der natürlichen Auslese zum Opfer gefallen sind, könne ohne weiterführende Untersuchungen nicht eindeutig geklärt werden.

Allerdings sprächen die 134 absolvierten Testfahrten sowie die Tatsache, dass sich auch solche Vögel, die sich nicht nur auf einen einzigen Straßenabschnitt beschränkten, am jeweiligen Tempolimit orientiert hätten, klar für die Annahme, dass wirklich die vorgegebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen ausschlaggebend für die Fluchtdistanz der Tiere sind.

Warum Vögel im Winter erst zum Abend hin fressen

Meise in Vogelhäuschen
aviary in tit © Zoltán Futó - www.fotolia.de

Ein Vogel hat im Winter genau zwei Probleme. Zum einen muss er sich eine gewisse Fettschicht anfressen, um eisig kalte Nächte zu überleben. Auf der anderen Seite muss er jedoch auf der Hut vor Fressfeinden sein. Denn ein überfressener Vogel wird träge und somit zur leichten Beute.

Forscher haben daher einmal etwas genauer auf die Futtergewohnheiten der gefiederten Burschen geachtet und fanden dabei Erstaunliches heraus. Wie ein altes Sprichwort schon sagt, fängt der frühe Vogel den Wurm. Das trifft laut den Forschungsergebnissen allerdings nur halbwegs zu. Ein Vogel geht sehr wohl in den frühen Morgenstunden auf Futtersuche. Doch fressen tut er noch nicht.

Der Grund liegt darin, dass er sonst für den Rest des Tages zu träge sein könnte und somit zur beliebten Beute wird. Er wartet bis zu den späten Nachmittagsstunden. Dann begibt er sich zu den Stellen, an denen er bereits am Morgen reichlich Futter vorgefunden hatte. Vor der Nacht schlägt sich der Vogel also den Bauch voll.

Denn Wissenschaftler hatten bereits herausgefunden, dass ein Vogel in nur einer eisig kalten Nacht zehn Prozent seines gesamten Körpergewichts verlieren kann. Hat er sich allerdings ein gutes Fettpolster zugelegt, so überlebt er schon mal die eine oder andere kalte Nacht.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Birdbox under snow during the winter © CCat82 - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Nichoir © Hugues Delporte - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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