Die Klasse der Vögel

Orang-Utan Baby auf grüner Wiese

Zu den kennzeichnenden Merkmalen eines Vogels zählen u.a. sein Federkleid, der Schnabel sowie die Flügel

Die Vögel stellen eine eigenständige Klasse innerhalb der Wirbeltiere da; sie sind aber genau genommen die einzige überlebende Gruppe der Dinosaurier. Demzufolge müssten sie also zu den Reptilien zählen. Die Übereinstimmung diverser typischer Merkmale gestattet es aber, dass die Vögel der benannten Klassifizierung beigeordnet werden.

Grundlegende Merkmale

Vögel sind Wirbeltiere. Sie besitzen viele für ihre Klasse typische Merkmale, die sie von anderen Klassen unterscheiden. Insbesondere fallen anatomische Besonderheiten auf: So besitzen Vögel zwei Paar Extremitäten, wobei die vorderen als Flügel bezeichnet werden.

Außerdem ist der Vogelkörper mit Federn bedeckt. Diese sind je nach Art unterschiedlich dicht und lang ausgeprägt; auch innerhalb des Federkleides gibt es unterschiedliche Federn. Alle haben eine besondere Bedeutung.

Die Federn eines Vogels

Das Federkleid stellt einen mechanischen Schutz vor Verletzungen sowie einen thermischen Schutz dar. Es isoliert gegen Wärmeverluste, wobei Vögel die Besonderheit besitzen, zwischen den Federn Luftpolster zu bilden, die zusätzlich isolierend wirken.

Nicht nur die Form des Vogelkörpers sowie der Flügel, sondern auch die einzelne Feder ist so geformt, dass sie eine gewisse Aerodynamik aufweist. Die Federn des Schwanzes und der Schwingen sind im Allgemeinen die längsten der Vogelfedern.

Geschlechtsspezifische Unterschiede

Bei vielen Vogelarten erscheint das Federkleid des männlichen Vogels farbenprächtiger als das des weiblichen. Aufgrund dieser Eigenschaft kann beispielsweise der Hahn die Henne besser auf sich aufmerksam machen. Dies ist besonders in der Paarungszeit wichtig.

Federn von Wasservögeln

Wasservögel besitzen Federn, welche wasserabweisende Eigenschaften besitzen. Dadurch entsteht ein gewisser Auftrieb. Um die Imprägnierung zu verstärken, kann der Vogel das Gefieder einfetten.

Mauser

Die meisten Vögel wechseln ihr Federkleid zweimal im Jahr, nämlich vor dem Sommer und vor dem Winter. Einige Vogelarten hingegen mausern das ganze Jahr leicht. Ein entsprechendes Verhalten lässt sich auch bei den als Haustiere gehaltenen Vogelarten beobachten.

Während Kanarienvögel eine halbjährliche Stockmauser durchmachen, verliert der Wellensittich das ganze Jahr über einige Federn. Während der Mauser reagiert das Immunsystem des Vogels empfindlicher.

Schnabel

Ein weiteres typisches Merkmal für den Vogel ist sein Schnabel, der zahnlos ist. Er besteht aus einer Knochenmasse, die je nach Art mit einer harten oder weichen Haut überzogen ist. Die Beine der Vögel sind von Hautschuppen bedeckt.

Die Körpertemperatur eines gesunden Vogels beträgt etwa 42 Grad Celsius. Ist der Körper überhitzt, spreizt der Vogel die Flügel ab und ventiliert sich Luft zu.

Skelett und Herzschlag

Das Skelett des Vogels besteht aus leichten Knochen, von denen viele Röhrenknochen sind. Somit spart er Gewicht.

Vergleichsweise stark ist das Brustbein ausgeprägt. An ihm befindet sich der Flügelansatz.

Der Herzschlag von Vögeln kann in der Minute bis zu über 1.000 Schläge betragen. Die Vogelart mit dem höchsten Herzschlag ist der Kolibri. Die Lungen der Vögel sind besonders stark ausgeprägt. Sie besitzen besondere Luftsäcke.

Weitere Merkmale

Zu den weiteren besonderen Merkmalen der Vögel zählen:

  • eine konstante, relativ hohe Körpertemperatur von etwa 42 °C; Vögel zählen zu den endothermen Tieren - einige Vogelarten senken ihre Körpertemperatur bei Nachtruhe um ca. 10 °C
  • Flugfähigkeiten: die meisten, jedoch nicht alle Vögel können fliegen; zu den flugunfähigen Arten zählen z.B. Pinguine, Kiwis sowie Laufvögel
  • ein hoch entwickeltes Zentralnervensystem: besonders die Sehfähigkeit ist sehr gut
  • der Stimmkopf (unterer Kehlkopf): Vögel haben keine Stimmbänder; die Stimmbildung erfolgt über den Stimmkopf, ein gesondertes ORgan
  • ein komplizierter Aufbau der Lunge - komplizierter als der bei allen anderen Wirbeltieren
  • eine Kloake: eine einheitliche Körperöffnung für Urin, Kot und Eier
  • eine besondere Elektrolytausscheidung: erfolgt bei vielen Arten auch über die Nasendrüse (wie bei Reptilien)
  • ein geringerer Wasserbedarf als etwa Säugetiere: über den Urin werden Stickstoffverbindungen als Harnsäure und Guanin ausgeschieden - letzteres braucht kaum Wasser, was auch dazu führt, dass die Vögel kein Wasser im Körper mitführen müssen, was wiederum eine Unterstützung der Flugfähigkeit darstellt
  • eine fehlende Harnblase (wie bei Reptilien)
  • einen beweglichen Ober- und Unterkiefer

Lebensraum

Vögel sind beinahe überall auf der Welt beheimatet, wobei sich jede Vogelart an bestimmte Lebensräume angepasst hat. Einige Vögel wie der Haussperling und die Drossel überwintern in unseren Breiten.

Andere Arten, beispielsweise der Weißstorch und die Graugans, ziehen im Herbst in wärmere Gefilde, um dort zu überwintern und im Frühjahr zurückzukehren. Man spricht von Zugvögeln.

Fortpflanzung und Nestlinge

Vögel legen Eier; lebendgebärene Arten gibt es nicht. Vogelweibchen haben nur einen - den linken - entwickelten Eierstock; bei Männchen sind zwei Geschlechtsdrüsen vorhanden. Um ein idealerweise möglichst geringes Körpergewicht zu erzielen, werden die Sexualorgane bei Vögeln zurückgebildet, abgesehen von der Paarungszeit.

Zur Begattung besteigt das Männchen das Weibchen, sodass die Vögel ihre Kloaken aufeinanderdrücken können. Dieser Akt, bei dem die Samenflüssigkeit des Männchens in die weibliche Kloake fließt, dauert in der Regel nur wenige Sekunden.

Viele Vogelarten können nur ein Ei erbrüten, während Hühner die größten Gelege aufweisen; hier können bis zu 22 Eier erbrütet werden. Unter den Nestlingen werden Nesthocker, Nestflüchter sowie Platzhocker unterschieden.

Bei Nesthockern sind die Jungtiere in der Regel blind und nackt. Sie müssen von außen gewärmt und von den Altvögeln gefüttert werden. Erst kurz bevor sie die Flugfähigkeit erreichen, verlassen viele Nesthocker erst das Nest.

Von nun an wird der frühere Nestling als Ästling bezeichnet. Bis er selbstständig ist, wird er von den Altvögeln gefüttert. Zu den Nesthockern zählen beispielswiese

  • alle Singvögel
  • Tauben
  • Spechte
  • Störche
  • Segler und
  • Greifvögel.

Nestflüchter verfügen schon beim Schlüpfen über Daunengefieder. Augen und Ohren sind bereits voll entwickelt.

Die meisten Arten können bereits jetzt schwimmen, laufen und tauchen sowie Nahrung aufnehmen. Unter der Führung der Altvögel kann das Nest bereits am zweiten, manchmal auch schon am ersten, Lebenstag verlasesn werden; die Jungtiere kehren nie dorthin zurück.

Altvögel und Jungtiere verbringen die Zeit zusammen, bis der Nachwuchs selbstständig ist. Zu den Nestflüchtern gehören zum Beispiel Kraniche und Entenvögel.

Sowohl Ohren und Augen als auch die Federn sind beim Platzhocker beim Schlüpfen vollständig entwickelt. Bis diese Tiere die Flugfähigkeit erreicht haben, was sehr spät der Fall ist, halten sie sich im oder zumindest in der Nähe vom Nest auf.

Von den Altvögeln müssen sie lange gewärmt - gehudert - werden, da sie erst später in der Lage sind, die Körpertemperatur selbst zu regeln. Pinguine sowie beinahe alle Möwenarten zählen beispielsweise zu den Platzhockern.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: cute baby orangutan © Eric Gevaert - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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