Das eigene Pferd - Tipps zur Pferdehaltung: Kommunikation, Pflege und Hinweise zur Reitbeteiligung

Die Haltung eines eigenen Pferdes ist der Traum vieler Tierfreunde. Allerdings ist die Haltung eines Pferdes nicht nur relativ teuer, sondern auch aufwendig und zeitlich intensiv. Was sollte alles bei der Pferde-Haltung beachtet werden, damit das Pferd artgerecht leben kann und sich gesund entwickelt? Welche Aspekte müssen zudem vor der Anschaffung des Tieres bedacht werden? Informieren Sie sich hier.

Bei der Haltung eines Pferdes stellt sich zunächst die Frage, ob man es lediglich als Reitbeteiligung pflegen möchte - zudem besonders wichtig: die Sprache der Pferde verstehen

Was vor der Anschaffung zu bedenken ist

Bevor sich überhaupt ein Pferd angeschafft wird, sollte man sich zunächst einmal Gedanken darüber machen, ob man den unzähligen Verpflichtungen, welche aus einer Anschaffung resultieren, denn gerecht werden kann.

So gibt es prinzipiell drei Fragefelder, welche im Vorfeld abgeklärt werden müssen.

  • So muss der Pferdehalter einerseits bereit sein, all jene Arbeiten auf sich zu nehmen, welche zu einer artgerechten Haltung beitragen.
  • Damit einher geht auch der zweite Aspekt - die benötigte Zeit. Um nämlich überhaupt all diesen Verpflichtungen nachkommen zu können, muss man täglich mindestens zwei bis drei Stunden einplanen.
  • Daneben ist es noch wichtig zu klären, ob langfristig die finanziellen Reserven bestehen, alle anfallenden Kosten rund um die Pferdehaltung decken zu können.

Können all diese Fragen mit einem klaren "ja" beantwortet werden, kann die Anschaffung des eigenen Pferdes in Betracht gezogen werden. Doch dabei sollte man sich weiterhin folgende Frage stellen: macht der Pferdekauf überhaupt Sinn - oder könnte eine Reitbeteiligung doch die bessere Wahl sein? Wir zeigen, welche Vor- und Nachteile beide Lösungen jeweils bereithalten.

Kauf oder Reitbeteiligung?

Manchmal genügt schon ein kleiner Realitätscheck, um die eigenen Träume und Vorstellungen auf ihren Bestand hin zu prüfen. Hierbei helfen verschiedene Szenarien, die man gedanklich durchspielen kann: Angenommen, das eigene Traumpferd steht jetzt in einem Stall oder auf einer Wiese, wo es gut versorgt ist.

Blondes Mädchen in Jeansjacke sitzt auf braunem Pferd, den Kopf auf dessen Rücken gelegt
Blondes Mädchen in Jeansjacke sitzt auf braunem Pferd, den Kopf auf dessen Rücken gelegt

Was passiert, wenn man selbst beispielsweise durch einen Reitunfall mehrere Wochen mit gebrochenem Bein im Bett liegen muss? Ist eine Versorgung des Pferdes auch dann gewährleistet?

Und wie verhält man sich eigentlich bei plötzlichem Jobverlust oder einer sonstigen finanziellen Belastung, die stark zu Buche schlägt - gibt es einen "Notgroschen", mit dem das eigene Pferd in jedem Fall weiterhin versorgt werden kann? Wenn die Ferienzeit vor der Tür steht: Kommt das Pferd mit in einen tierfreundlichen Urlaub, oder muss es zu Hause bleiben?

All diese Fragen mögen für echte Pferdefreunde zwar keine Überraschung darstellen. Trotzdem können sie entscheidend dazu beitragen, die Entscheidung für oder gegen ein eigenes Reitpferd noch einmal genau zu überdenken.

Denn wer auch nur bei zwei oder drei Fragen ein mulmiges Gefühl bekommt, weil er an den Ernstfall lieber nicht denken möchte, der dürfte mit einer Reitbeteiligung erst einmal besser aufgehoben sein. Deshalb ist diese Variante ideal für alle, die noch nicht so viel Verantwortung übernehmen können oder möchten - ebenso wie für junge Reiter und Anfänger, die sich erst einmal sicher im Sattel fühlen müssen, bevor sie ans "Projekt: eigenes Pferd" denken.

Eine gesicherte finanzielle Grundlage und ausreichend Zeit sind also obligatorisch für jeden, der ein eigenes Pferd haben möchte. Eine Versorgung im Notfall, beispielsweise durch Freunde und Familie oder durch den jeweiligen Reitstall, sollte ebenfalls gegeben sein.

Umgekehrt verspricht ein eigenes Pferd etliche Vorzüge, die eine Reitbeteiligung nicht bieten kann: Die Möglichkeit, jederzeit und ungefragt aufsatteln und ausreiten zu können, ist einfach unersetzlich. Wem diese Möglichkeit so viel bedeutet, dass er auch etwaige Nachteile wie zeitliche Eingebundenheit und finanzielle Mehrkosten in Kauf nimmt, der könnte mit einem eigenen Pferd gut beraten sein.

Junge Frau in weißem Oberteil mit einem grauen Pferd
Junge Frau in weißem Oberteil mit einem grauen Pferd

Bestandteile der Pferdepflege

Der wohl wichtigste Aspekt ist die Vorgabe, dass Pferde stets Zugang zu ausreichend frischem Wasser haben sollten. Dies betrifft sowohl die Stallhaltung als auch die Weide, auf welcher die Pferde in den warmen Monaten grasen.

Des Weiteren sollten die Pferde die Möglichkeit haben, den eigenen großen Bewegungsdrang täglich ausleben zu können. Dabei müssen die Pferde nicht zwangsweise täglich ausgeritten werden. Stattdessen reicht es in diesem Zusammenhang auch, wen die Pferde eine genügend große Weide zur Verfügung haben.

Daneben ist bei der Pferde-Haltung noch zu beachten, dass Pferde Gesellschaftstiere sind. Nach Möglichkeit sollte man deshalb mehrere Tiere halten. Alternativ kann man noch dafür sorgen, dass das eigene Pferd mit den Tieren anderer Besitzer in Kontakt kommt, indem man beispielsweise zusammen mit diesen ausreitet oder diese auf einer gemeinsamen Koppel hält.

Natürlich ist es noch wichtig, die Pferde angemessen zu füttern. Dabei ist vor allem die Qualität der Nahrung entscheidend.

Die genaue Nahrungsart spielt hingegen nicht immer eine Rolle. So kann Pferden bei der Raufutterversorgung beispielsweise bedenkenlos sowohl Heu als auch Silage verfüttert werden, solange es sich um qualitativ hochwertige Nahrung handelt.

Das Putzen von Pferden zählt ebenso zu den Basics der Pferdepflege. Hierzu zählen auch das Striegeln sowie das Auskratzen der Hufen. Die Bindung zwischen Mensch und Tier kann durch das Putzen gestärkt werden; zudem stellt es für das Tier eine angenehme Massage dar, bei der es sich entspannen kann.

Gleichzeitig hat das Striegeln aber auch für den Menschen einen beruhigenden Effekt. Zudem hat er so die Möglichkeit, mögliche Fell- bzw. Hautveränderungen des Tieres zu erkennen.

Wie intensiv das Putzen ausfällt, hängt von den Haltungsbedingungen ab - wird das Tier robust gehalten, entfällt ein zu starkes Putzen; anderenfalls würde man die Fettschicht auf dem Fell, die wasserabweisend ist, entfernen. Zur Basispflege jedes Pferdes gehört das oberflächliche Striegeln; besonders die Sattellage sollte von Dreck und Staub befreit werden.

Aus Schweif und Mähne sollten zumindest Stroh- und Heuhalme sowie grober Dreck entfernt werden. Die Hufen werden ausgekratzt und von Steinen befreit.

Beim Striegeln sollte man zunächst ausprobieren, ob das Tier diese Prozedur als angenehm empfindet - in der Regel ist dies der Fall; es gibt jedoch auch Ausnahmen. Merkt man, dass sich das Tier unwohl fühlt, sollte man keinesfalls länger putzen, als nötig. Auch gilt es, das richtige Putzzeug zu finden - hier hat man die Wahl zwischen Putzhandschuhen, Bürsten sowie weichen oder harten Striegeln.

Vor und nach jedem Ritt muss man die Hufen des Pferdes auskratzen. Macht man dies zum ersten Mal, sollte jemand dabei sein, der Erfahrung damit hat. Wichtig ist, den Huf sicher in der Hand zu halten und so zu stehen, dass man - auch wenn es selten vorkommt - keinen Tritt abbekommt.

Zunächst stellt man sich neben das entsprechende Pferdebein, sodass man den Blick Richtung Hinterteil des Tieres hält. Jetzt streicht man mit der Hand, die dem Tier zugewandt ist, das Bein bis zum Huf hinab. In der Regel heben die Pferde dadurch den Huf.

Dieser wird sicher mit der Hand umfasst; zusätzlich lässt er sich mit dem Knie oder dem Oberschenkel abstützen bzw. fixieren. Der Strahl wird nun mithilfe eines Hufauskratzers von Dreck, Steinen und Stallmist befreit. Losen Dreck bürstet man mit eine kleinen Bürste heraus.

Reiterin mit geflochtenen Haaren kniet in der Hocke und füttert ihr Pferd
Reiterin mit geflochtenen Haaren kniet in der Hocke und füttert ihr Pferd

Lernt man sein Pferd mit der Zeit besser kennen, wird man auf verschiedene Aspekte der Pferdesprache aufmerksam werden - im Folgenden geben wir einen Überblick...

Die Sprache der Pferde verstehen

Pferde gelten als sehr sensible und emotionale Tiere, welche ihren Gefühlen in vielerlei Weise Ausdruck verleihen. Dabei muss man kein Pferdeflüsterer sein, um zumindest die wichtigsten Signale dieser Sprache der Pferde zu verstehen. Doch um welche Signale handelt es sich hierbei und wie können diese interpretiert werden?

Prinzipiell lässt sich die Pferdesprache in fünf Körperregionen unterteilen, in welchen sich das Pferd auszudrücken vermag. Hierbei handelt es sich um die Augen, den Schweif, die Zähne, die Nüstern und die Ohren.

Signale der Augen

Bei den Augen kann es gelegentlich vorkommen, dass diese auffallend weit augerissen sind. Dies kann auf eine allgemeine Anspannung des Pferdes hindeuten. Das Tier fühlt sich demnach unter Druck gesetzt oder dauerhaft gereizt.

Werden die Augen dabei noch weiter aufgerissen, so dass das Weiße im Pferdeauge sichtbar wird, ist dies als noch drastischeres Signal zu werten. In diesem Fall hat das Pferd große Angst und es könnte jederzeit zu einer Panikattacke kommen, welche von aggressiven Verhaltensweisen begleitet sein kann.

Signale des Schweifs

Beim Schweif ist es als positives Zeichen zu werten, sobald dieser locker nach unten hängt. Besonders gut sichtbar wird diese Entspannung beim Reiten, wo der Schweif dann gleichmäßig und locker pendelt. In diesem Fall fühlt sich das Pferd zufrieden und entspannt.

Im Gegensatz dazu kann es jedoch auch sein, dass der Schweif verspannt nach oben, zur Seite gehoben oder zwischen die Beine genommen wird. Dies kann entweder darauf hindeuten, dass sich das Pferd gerade unwohl fühlt. Daneben bringt das Tier so aber auch eine gespannte Grundhaltung zum Ausdruck, welche sagen soll, dass es nun gerne reiten und sich bewegen würde.

Frau sitzt auf grauem Pferd, hat Oberkörper auf Pferdehals gelegt
Frau sitzt auf grauem Pferd, hat Oberkörper auf Pferdehals gelegt

Signale der Zähne

Mit den Zähnen zeigen Pferde keineswegs nur aggressives Verhalten an. Werden die Zähne etwa entblößt, ohne dass die Schneidezähne sichtbar werden, wünscht sich das Pferd eine Fellpflege. Aus diesem Grund wird ein solches Zeigen der Zähne auch als Putzgesicht bezeichnet.

Daneben kann es noch sein, dass das Pferd lediglich noch besser riechen will und deshalb die Oberlippe nach oben zieht. In diesem Fall riecht das Pferd etwas Unbekanntes oder einen potentiellen Sexualpartner.

Signale der Nüstern

Die Nüstern dienen dagegen wiederum hauptsächlich als Drohgebärde. So sollte man von einem Pferd Abstand nehmen, welches die Nüstern nach hinten zieht und hierdurch teilweise auch die Zähne offenbart.

Signale der Ohren

Bei den Ohren gilt letztlich noch, dass die Stimmung des Pferdes umso besser ist, je weiter diese nach vorne zeigen. Sind die Ohren zur Seite gerichtet, kann es sein, dass sich das Pferd langweilt oder döst.

Bei steil aufgerichteten, gespitzten Ohren signalisiert das Tier Interesse und volle Konzentration. Sind sie hingegen eng angelegt, kann das Pferd durchaus schlecht gelaunt sein.

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Quellenangaben
  • Reiten © Christoph Hähnel - www.fotolia.de
  • freunde © soschoenbistdu - www.fotolia.de
  • Reitendes Kind © Harald07 - www.fotolia.de
  • Reiterin mit Pferd © dbunn - www.fotolia.de
  • frau und pferd © soschoenbistdu - www.fotolia.de

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