Touchscreen als Herd für Keime: berührungsloses Display soll die Gefahr bannen

Bei einer neuen Touchscreen-Technik soll die Annäherung des Fingers auf wenige Millimeter zur Bedienung ausreichen

  • ,
  • von Paradisi-Redaktion
Frauenhände bedienen ein Smartphone

Kaum jemand würde mit der Hand über einen Toilettensitz gehen und sich danach nicht die Hände waschen. Immerhin befinden sich eine Vielzahl von Keimen darauf.

Doch wer denkt schon daran, sich nach jeder Benutzung des eigenen Smartphones die Hände zu waschen? Dabei haben Studien bereits gezeigt, dass die Keimbelastung hier so hoch ist wie in öffentlichen Toiletten. Als besondere Keimherde gelten zudem alle Touchscreens in der Öffentlichkeit; also

  • Fahrkartenautomaten,
  • Bankterminals und
  • digitale Informationstafeln.

Um die Infektionsgefahr zu verringern, müsste man die Druck- und Gestensteuerung abschaffen, da jeder Mensch Keime an seinen Händen trägt. Doch ein Display ohne Touchscreen? Das ist im 21. Jahrhundert nicht wirklich denkbar. Forscher haben daher eine geniale Lösung entwickelt, die eine Touchscreen-Steuerung ohne physische Berührung möglich macht.

Eine Annäherung des Fingers reicht bei "Touchless" aus

Am Max-Planck-Institut entwickelten Wissenschaftler das System "Touchless". Dieses Display funktioniert zwar weiterhin über Druck- und Gestensteuerung, doch eine Annäherung des Fingers auf wenige Millimeter reicht.

Man muss den Bildschirm nicht wirklich berühren und damit wird auch die Keimübertragung verhindert. Wie dieser touchless Touchscreen funktioniert, verrät ein Blick ins Innere des Bildschirms.

"Touchless" arbeitet mit einer Nanostruktur mit Antimon-Phosphorsäure

Das Display besteht aus einer Nanostruktur, die sensibel auf Feuchtigkeit reagiert. Verbaut wird dabei die Antimon-Phosphorsäure, da sie bei normaler Zimmertemperatur (um die 20 Grad Celsius) ein kristalliner Stoff ist. Kommt sie mit Wassermolekülen in Berührung, quillt sie auf.

Da der menschliche Körper über seine Poren beständig Feuchtigkeit über die Haut abgibt, ist auch der Finger in eine Hülle aus Wassermolekülen gehüllt. Genau darauf spricht das Display an, sobald die Hand sich bis auf wenige Millimeter nähert. Das Display reagiert dann im Milisekundenbereich auf Befehle; also genau wie normale Touchscreens derzeit auf eine physische Berührung reagieren.

Weitere Forschung ist noch notwendig

Bis das neue Display für den breiten Markt zugänglich ist, müssen jedoch noch einige Studien durchgeführt werden. Bislang mangelt es beispielsweise an einer Möglichkeit, die Nanooberfläche vor den Verschleißerscheinungen des Alltags zu schützen. Ein Smartphone in der Hosentasche würde daher nicht lange bedienbar sein.

Passend zum Thema

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: woman uses a smartphone © slasnyi - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - News vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere News zum Thema

Museen

Technik-Museum erhält Concorde

Die im Juni auf dem Baden-Airport gelandete Concorde wird ins Technik-Museum Sinsheim transportiert. Ab Ostern 2004 soll das Flugzeug für die ...