27. Dezember 2011
Das so genannte Lesetagebuch ist ein persönliches Tagebuch zum Buch. Es wird parallel zu der Lektüre geführt.
Das Lesetagebuch hilft, die individuellen Eindrücke beim Lesen zu verarbeiten. Es kann frei angelegt werden und unterstützt den Leseprozess. Im Lesetagebuch wird dokumentiert, was dem Leser wichtig erscheint. Eigene Kommentare zur Handlung oder zu den Figuren können abgegeben werden. Das Führen des Lesetagebuchs erlaubt einen intensiven Umgang mit der Lektüre und hilft auch dabei über das Gelesene zu reflektieren, außerdem steigert es die Merkfähigkeit. Das intensive Auseinandersetzen mit dem Lesestoff ermöglicht ganz neue Perspektiven und schult auch die Aufnahmebereitschaft.
In Schulen wird das Lesetagebuch oft als Methode zur Erarbeitung einer Lektüre verwendet. So wird ein persönlicher Zugang zu dem Lesestoff ermöglicht. Kinder und Jugendliche können sich intensiv mit dem Gelesenen beschäftigen und auseinandersetzen. Wichtige Textstellen werden eingetragen und auch kommentiert. So wird auch das Interesse an Literatur geweckt. Aber auch Zusammenfassungen und persönliche Eindrücke verhelfen zu einem besseren Verständnis. Oft wird das Lesetagebuch auch durch Aufgaben gesteuert, welche der Lehrer gestellt hat. Es ist Platz für Fragen und Antworten. Der Schüler kann das Gelesene bewerten und aufschreiben, wie er das Gelesene aufgenommen hat. Manchmal beinhaltet die Aufgabenstellung auch alternative Handlungsausgänge aufzuzeigen. Außerdem schafft das Lesetagebuch einen engeren Bezug zu der Lektüre und kann den Lesespaß steigern. Schon in Grundschulen kann mit Lesetagebüchern gearbeitet werden. Ein Lesetagebuch kann ganz individuell gestaltet und beispielsweise auch mit Zeichnungen versehen werden.
Bei dem Arbeiten mit dem Lesetagebuch wird der Lernprozess dokumentiert, aber auch intensiviert. Gerade für leseschwache Menschen kann der Umgang mit einem Lesetagebuch sinnvoll sein. Er kann die Begeisterung für das Lesen wecken und motivieren in eine Geschichte einzutauchen. Auch eigene Gedanken und Empfindungen können in einem Lesetagebuch aufgeführt werden. Dadurch geht der persönliche Bezug zu der Lektüre weit über das reine Lesen hinaus. Für lesestarke Menschen kann ein Lesetagebuch aber auch behindernd sein und sie im Lesefluss unterbrechen. Dann kann sich so ein Lesetagebuch auch negativ auf die Motivation auswirken, weil lieber weitergelesen werden will, anstatt sich mit einem Lesetagebuch zu beschäftigen. So kann das Eintauchen in die Lektüre erschwert werden und sie verliert dadurch an Faszination.
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