Simsen - Entwicklung, besondere Anwendungsgebiete und typische Abkürzungen

Junge Frau zeigt anderer Frau ihr Handy, Handyfoto, Unterhaltung, vor weißem Hintergrund

Das Simsen bietet die Möglichkeit, Kurznachrichten zu verschicken; beim SMS schreiben verwendet man häufig typische Abkürzungen

Eine SMS bietet dem Nutzer nur 160 Stellen, um sich möglichst genau auszudrücken und mitzuteilen. Da es sich hierbei doch um einen nur sehr begrenzten Platz handelt, kam es in den letzten zehn Jahren zur Erfindung einer Vielzahl von Abkürzungen, welche Zeichen sparen sollten.

Die Entwicklung des Simsens

Heutzutage stellt das Simsen für viele Menschen eine nicht mehr wegzudenkende Möglichkeit dar, sich Freunden und Bekannten mitzuteilen und Informationen auszutauschen. Bemerkenswert ist dieser Umstand vor allem in Hinblick auf die Tatsache, dass es die SMS noch vor zwei Jahrzehnten praktisch nicht gab. Doch wie verlief die Entwicklung des Simsens, welche im heutigen Hype um diese Kommunikationsform gipfelte?

"Merry Christmas"

Seinen Anfang hatte das Simsen im Jahre 1992. Hier wurde die erste SMS an ein Mobilfunkgerät gesendet, welche noch die einfache Nachricht "Merry Christmas" enthielt.

In den folgenden Jahren stagnierte die Entwicklung des Simsen jedoch weitestgehend. So war das Handy immer noch kein Gerät der Massen und begann sich nur langsam zu verbreiten. Zudem zogen es damalige Nutzer in der Regel vor, sich per Anruf und nicht per Kurznachricht auszutauschen. Selbst zur Jahrtausendwende hielt dieser Trend noch an, was sich leicht an der Gesamtzahl der versendeten SMS in den USA ablesen lässt.

Diese beträgt dabei im Jahre 2001 nicht einmal eine Milliarde und selbst 2004 werden nur etwa drei Milliarden verschickte SMS erreicht. Seitdem kann von einer regelrechten Explosion der SMS-Nutzung gesprochen werden. Die Entwicklung des Simsens ist somit einerseits eine Geschichte der Verbreitung und eine Geschichte des Erfolgs, welcher bis heute ungebrochen anhält.

Weitere Entwicklungsschritte

Darüber hinaus war das Simsen jedoch auch noch weiteren Entwicklungen unterworfen. Diese betreffen vor allem die SMS-Inhalte und damit die Art, wie sich Nutzer von Handys per SMS verständigen.

Anfangs fiel es vielen Nutzern noch schwer, sich mit Hilfe so weniger Zeichen adäquat auszudrücken. Zudem fehlte es an festen Konventionen, welche Floskeln enthalten sein müssen und was als passend und unangebracht gilt.

Diese Unklarheiten verschwanden mit der Zeit, da die tägliche Nutzung dieses Mediums durch breite Schichten der Bevölkerung praktikable Lösungen für diese Probleme fand. So kam es beispielsweise zur Kreation einer Vielzahl von Abkürzungen, welche es dem Nutzer ermöglichten, Emotionen und komplexe Aussagen in nur eine SMS zu packen. Insgesamt war das Simsen in den letzten zehn Jahren einer großen Entwicklung unterworfen, welche die SMS zu einer der wichtigsten Kommunikationsmittel der Neuzeit machte.

SMS überholt und überteuert

Trotz zahlreicher Alternativen nutzen Verbraucher noch immer die überteuerte SMS

Hände eines Mannes, der ein Smartphone bedient
man hands touching smartphone bright background, closeup © anyaberkut - www.fotolia.de

Jede Minute werden in Deutschland etwa 80.000 SMS verschickt. Insgesamt wurden im letzten Jahr 41,3 Milliarden Kurznachrichten verschickt, 2009 waren es noch 34 Milliarden. Und der Versand der auf 160 Zeichen begrenzten Mitteilungen steigt noch immer – trotz schnellerer, praktischer und kostenloser Kommunikationswege.

Günstige Alternativen noch immer nicht so etabliert

Besonders in Zeiten von Smartphones, die sich zunehmend verbreiten, ist die Kommunikation über die kostenpflichtigen Kurzmitteilungen völlig überholt: Dank Apps und mobilem Internet gibt es unzählige alternative Möglichkeiten, Freunde und Bekannte auf schnellem Wege zu kontaktieren.

Dabei käme der Nutzer sogar noch viel günstiger weg: Datenflatrates für Handys gibt es derzeit schon ab 4,99 Euro pro Monat. Sie ermöglichen unbegrenzte Kommunikation – schreiben, surfen und telefonieren so viel man möchte, alles über Internetdienste wie Instant Messaging.

Die Vorteile der SMS für Mobilfunkanbieter

Dennoch verdienen die Mobilfunkanbieter Unmengen an Geld durch SMS. Das liegt neben den hohen Nutzungsraten vor allem auch an den für die heutigen technologischen Gegebenheiten überhöhten Preise: Eine SMS kostet oft genauso viel wie eine Gesprächsminuten – obwohl sich in einer SMS weniger mitteilen lässt als in einem einminütigen Gespräch.

Zugleich sind zum SMS-Versand erheblich weniger Daten zu übertragen als bei einem Telefongespräch. Die Kosten für die Kurznachrichten scheinen daher beliebig und nicht rechtens.

SMS als absurde Abzocke?

Ebenso skurril scheint die Tatsache, dass SMS im Rahmen eines Vertrages genauso viel oder sogar noch mehr kosten als im Rahmen eines Prepaid-Angebots. Sogar SMS aus dem Ausland sind mit den von der EU festgelegten 13 Cent billiger als die 19 Cent teuren Nachrichten innerhalb Deutschlands.

Absurde Abzocke? Das mag sein, aber wer in Zeiten von kostenloser, unbegrenzter Kommunikation seine Mitteilungen noch immer auf einen kostenpflichtigen, stark beschränkten Nachrichtendienst zurückgreift, ist selber schuld.

Wer jedoch nicht über ein Smartphone verfügt oder auf die klassischen Kurzmitteilungen nicht verzichten möchte, sollte eine günstige SMS-Flatrate buchen. Diese lohnt sich allerdings nur bei einem Verbrauch von monatlich mindestens 132 SMS, bei Prepaid-Angeboten sogar erst ab 160 Mitteilungen.

Smartphones auf dem Vormarsch - SMS ist 2013 erstmals nicht mehr beliebtestes Kommunikationsmittel

Moderne Mobilfunktgeräte - Smartphones, Tablet und Notebook
Modern mobile devices © Oleksiy Mark - www.fotolia.de

In den 90er Jahren trat die SMS ihren Siegeszug um die Welt an und in den Nuller Jahren eroberte sie sie endgültig. Die Deutschen waren dabei immer ganz vorne mit dabei. Im Jahr 2003 versendeten sie weltweit die meisten Kurznachrichten, nämlich rund 25,5 Milliarden Stück. 2010 waren es dann schon 41,3 Milliarden SMS.

Doch mit der Erfindung und Verbreitung des internetfähigen Smartphones bekommt diese Vorherrschaft einen mächtigen Dämpfer. Besonders junge Nutzer kommunizieren nun eher online über bestimmte Instant Messanger wie etwa "Whatsapp".

Die "Financial Times" hat nun die Ergebnisse einer Studie des Informa-Instituts veröffentlicht. Den Ergebnissen dieser Untersuchung zufolge ist die SMS im Jahr 2013 erstmals nicht mehr führendes Kommunikationselement. Durchschnittlich werden weltweit voraussichtlich 41 Milliarden Nachrichten per Instant Messanger ausgetauscht - die SMS kommt nur noch auf etwa die Hälfte.

Für die Telekommunikationsunternehmen bricht damit ein gewaltiger Markt weg, denn mit SMS war gutes Geld zu machen. Dafür machen Smartphone-Hersteller den großen Reibach. Im vergangenen Geschäftsquartal überrundeten die Verkäufe von Smartphones erstmals die von normalen Handys. 216,2 Millionen Geräte wurden verkauft.

SMS per Spracheingabe für Autofahrer ähnlich gefährlich wie SMS-Schreiben

Ablenkung am Steuer - Frau beim Autofahren sieht auf ihr Smartphone
Using smartphone while driving © Martinan - www.fotolia.de

Eine Untersuchung von Wissenschaftlern der University of Utah hat jetzt ergeben, dass SMS-Schreiben per Hand für Autofahrer nicht viel gefährlicher ist als die SMS per Spracheingabe.

Hierfür wurden zahlreiche Elektroden an den Köpfen von 32 Autofahrern angebracht, die anschließend sowohl in echten Autos als auch in Fahrsimulatoren zahlreiche Tests absolvierten. Demnach ist die Ablenkung beim Senden von SMS per Spracheingabe wesentlich größer als beim Plausch mit dem Beifahrer oder dem Radiohören.

Laut den Forschern haben die inzwischen in Neuwagen verbauten sprachgesteuerten Systeme somit "ungewollte Folgen für die Verkehrssicherheit". In zahlreichen US-Bundesstaaten ist die Nutzung von Mobiltelefonen hinter dem Steuer verboten, dennoch schätzt der nationale Verkehrssicherheitsrat, dass 24 Prozent der Unfälle in den USA mit dem Gebrauch von Handys zusammenhängen.

Neues Patent: Apple will SMS während der Fahrt ausbremsen

Hände eines Geschäftsmanns am Lenkrad beim Autofahren
Quck Turn / Driving a Car / Steering Wheel © Thomas Bedenk - www.fotolia.de

Es ist verboten und gefährlich, aber viele tun es dennoch: Während der Fahrt auf dem Smartphone schnell mal eine SMS schreiben. Dem will Apple jetzt offenbar einen Riegel vorschieben, nicht ganz uneigennützig.

Laut dem US-Patentamt hat das Unternehmen ein Patent für eine Technik beantragt, welche es dem Fahrer unterwegs generell unmöglich macht, sein Smartphone zum SMS-Schreiben zu nutzen. Dies wäre dann nur noch möglich in Verbindung mit "Apple Carplay", das Mercedes, Volvo und Ferrari bald anbieten. Dieses erlaubt dem Fahrer, die Funktionen wie Sprachsteuerung als Bestandteil des Bordsystems zu nutzen.

Wie funktioniert die sicherheitsorientierte Technik?

Die jetzt angemeldete Technik funktioniert über GPS-Daten und überwacht unter anderem die Geschwindigkeit des Autos. Technisch möglich wäre es auch über die Vernetzung von Smartphone und Bordsystem. Via Kamera ließe sich dann analysieren, ob der Fahrer gerade hinter dem Steuer sitzt oder Pause macht und damit das Smartphone bedienen dürfte.

Abgesehen von der deutlich erhöhten Unfallgefahr steigt nach der Punktereform auch die Gefahr, durch Hantieren mit dem Smartphone den Führerschein zu verlieren. Wer während der Fahrt telefoniert oder SMS tippt, muss 60 Euro bezahlen und kassiert einen Punkt. Und schon bei acht Punkten ist die Fahrerlaubnis weg.

Das Ende der SMS in Sicht

Junger Mann zeigt sein weißes Smartphone mit kaputter Glasoberfläche
Sad man showing crashed mobile phone © innervisionpro - www.fotolia.de

Nicht nur für die Kanzlerin war die SMS ein beliebter Kommunikationsweg. Auch Kiddies liebten den Kurznachrichtendienst. Selbst Banken nutzten die Short-Message, um ihre Kunden mit TANs zu versorgen. Doch nun scheinen die Tage für SMS gezählt. Durch Applikationen, wie Whatsapp oder Threema verzeichnen die Mobilfunkbetreiber Gewinneinbußen in Millionenhöhe.

Allein im letzten Jahr nahmen die Gewinne beim SMS-Versand um 700 Millionen Euro ab. Vergleicht man diesen stand mit den Zeiten, in denen die SMS ihre Blüte hatte, wie im Jahr 2008, so liegen die Einnahmen demnächst nur noch bei 50 Prozent der damaligen Erträge. Die Mobilfunkanbieter machen derzeit einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro mit den Kurznachrichten.

Die Tendenz zeigt weiter nach unten. Für dieses Jahr wird mit 1,6 Milliarden gerechnet. Der Grund liegt sicher im Preis pro Nachricht. Je nach Anbieter liegt er bei sechs bis 19 Cent. Auch wenn viele Nutzer SMS als Paket oder Flatrate kaufen, sind die Apps weitaus attraktiver. Sie sind kostenlos und ebenso schnell, wie SMS.

Eine Modifikation zu den SMS sollte es laut Mobilfunkanbieter O2 ab der Jahresmitte geben. Unter dem Namen „Joyn“ bleibt sie bisher nur den Nutzern von Vodafone und der Telekom vorbehalten.

Mittlerweile ist das Simsen fester Bestandteil von Flatrate-Tarifen geworden...

SMS-Flatrates von Mobilfunkanbietern fast schon Standard

SMS kosten ebenso wie das Telefonieren Geld. Heutzutage hat der Kunde allerdings immer öfter die Möglichkeit, die SMS nicht einzeln zu bezahlen, sondern in Form einer Flatrate lediglich einen Fixbetrag zu zahlen, wonach beliebig viele SMS verschickt werden können. Doch können solche SMS-Flatrates von Mobilfunkanbietern inzwischen als Standard bezeichnet werden oder überwiegen nicht doch noch klassische Tarife, bei welchen jede SMS einzeln abgerechnet wird?

Heutzutage ist es tatsächlich so, dass die meisten Mobilfunktarife eine SMS-Flatrate beinhalten. Diese Form der Bezahlung kann demnach als Standard angesehen werden.

Volumentarife

Daneben erfreut sich aber auch noch ein weiteres Modell einer großen Beliebtheit. Namentlich handelt es sich hierbei um so genannte Volumentarife.

Bei diesen wird dem Kunden ein bestimmter Freibetrag gewährt. So können beispielsweise monatlich 100 SMS im Rahmen des Mobilfunkvertrages abgeschickt werden, ohne dass weitere Kosten anfallen.

Sollte dieser Betrag allerdings überschritten werden, dann fallen Mehrkosten an. Derartige Verträge eignen sich vor allem für Durchschnittsnutzer, welche nicht von den unbegrenzten Freiheiten einer Flatrate profitieren, da der SMS-Dienst ohnehin nur mit Einschränkungen genutzt wird.

Prepaid-Tarife

Die letzte Alternative, die Abrechnung für jede SMS, stellt hingegen zunehmend die Ausnahme dar. Auf diese Vertragsform kann dabei vor allem noch im Rahmen von Prepaid-Tarifen gestoßen werden. Moderne Verträge beinhalten hingegen zumindest einen Volumen Tarif, wenn nicht sogar Flatrate Tarif.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass SMS-Flatrates von Mobilfunkanbietern tatsächlich fast schon Standard sind. Allerdings sollte man sich vor dem Abschluss eines solchen Vertrags dennoch die Frage stellen, ob eine solche Flatrate denn wirklich benötigt wird. Schließlich fallen die Kosten für Volumentarife in der Regel deutlich günstiger aus, weshalb diese eine interessante Alternative für Gelegenheitsnutzer darstellen.

VHS-Kurs für Senioren zum Schreiben von SMS

Nahaufnahme von Testatur eines Handys mit Daumen einer Männerhand, silbernes Mobiltelefon mit schwarzen Tasten
téléphoner © Patrick PAZZANO - www.fotolia.de

Die Volkshochschule in Altenburg (Thüringen) bietet den Senioren derzeit die Möglichkeit einen Handy-Kurs zu absolvieren. Ältere Menschen sollen in diesem Kurs die Bedienung eines Handys erlernen.

Unter der Anleitung einer Pädagogin lernen sie an mehreren Nachmittagen unter anderem das Menü des Handys kennen, sowie wie sie die Sommerzeit einstellen oder wie sie auf eine SMS antworten können.

Beim Simsen werden wie bereits erwähnt, gerne Abkürzungen verwendet - diese stellen wir im Folgenden vor...

Typische Abkürzungen

Besonders Stimmungen und Gefühle können beim SMS-Schreiben abgekürzt werden. Häufig nutzt man dabei Begriffe aus der englischen Sprache.

Lachen und Grinsen

Der Klassiker schlechthin, welcher in vielen Kontexten häufig Verwendung findet, ist der Ausdruck LOL. Diese Buchstabenkombination steht für den Ausdruck "laughing out loud" und wird entsprechend verwendet, sobald etwas als lustig empfunden wird.

Gesteigert werden kann das Ganze durch die Buchstabenkombination ROFL, welche für "rolling on the floor laughing" steht. Letzteres sollte allerdings nur für ausdrückliche Witze eingesetzt werden.

Ähnliches gilt für die Ausdrücke *g* und *bg*, welche für "grinning" und "big grinning" stehen, was wiederum "Grinsen" bedeutet. Im Unterschied zu LOL und ROFL wird diese Abkürzung aber eher gebraucht, um unterschwellige Witze oder Anspielungen zu markieren.

Verabschieden

Des Weiteren gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich mittels einer solchen Abkürzung zu verabschieden. Die wohl geläufigste Form ist dabei CU, welches schlicht für "see you" steht. Daneben kommen noch beispielsweise die Abkürzungen BB für "bye bye", LG für "Liebe Grüße", TTYS für "talk to you soon" und bd für "bis dann" in Frage.

Gefühle ausdrücken

Darüber hinaus dürfen bei den SMS-Abkürzungen natürlich auch nicht Möglichkeiten fehlen auszudrücken, was man vom anderen hält. HDL für "hab dich lieb" und MAD für "mag dich" sind dabei Alternativen, seine Zuneigung auszudrücken. Durch BF für "Blödfrau" und Dn für "du nervst" lässt sich wiederum Ablehnung und Missfallen ausdrücken.

Weitere Abkürzungen

Letztlich gibt es noch Abkürzungen, welche in diversen Kontexten eingesetzt werden können und die jeder kennen sollte. Dazu gehören

  • L8R für "später"
  • WE für "Wochenende"
  • THX für "danke" und
  • afk für "bin mal kurz nicht erreichbar".

Insgesamt waren das natürlich noch bei Weitem nicht alle Abkürzungen, welche beim Simsen zum Einsatz kommen. Allerdings dürfte diese kurze Übersicht dabei helfen, die geläufigsten Abkürzungen zu verstehen und anwenden zu können. So lässt sich schließlich nicht nur Platz innerhalb der SMS, sondern auch Zeit sparen, da weniger Zeichen getippt werden müssen.

Hdl und Bidunowa - Nur Bahnhof oder SMS-Abkürzungskenner? Duden hilft mit SMS-Version

Mann benutzt Handy oder Smartphone
Close up of a man using mobile smart phone © Maksim Kostenko - www.fotolia.de

Mit der Einführung des Handys kam auch die SMS-Versenderei, die sich mittlerweile als ein beliebtes Kommunikationsmittel entwickelt hat. Eine normale SMS beinhaltet etwa 160 Zeichen, nicht viel, wenn man einem anderen Menschen möglichst reichhaltige Infos zusenden will. Durch diesen Umstand hat sich eine gänzlich neue Sprache entwickelt, die sich auf unzählige Abkürzungen konzentriert.

Hdl=hab dich lieb oder Dbdd=du bist doch doof sind nur zwei der Beispiele wie sie täglich von Handy zu Handy übertragen werden. Die meisten Menschen verstehen hierbei nur Bahnhof und dem möchte der Duden nun abhelfen. So ist nun eine SMS-Version des Duden erhältlich, die es nicht nur verzweifelten Eltern erlaubt endlich wieder beim Lesen einer SMS durchzublicken, sondern generell für Aufklärung der Abkürzungen sorgen kann. HSdv?

Abkürzungen in SMS-Nachrichten fördern Schreibfähigkeiten

Junges lachendes Paar streckt Handy in Kamera
copule with mobiles © Tomasz Trojanowski - www.fotolia.de

Immer mehr Jugendliche verwenden in Chat-Räumen und SMS-Nachrichten regelmäßig Abkürzungen wie lol (laughing out loud), plz (please) oder thx (thank you). Doch allen negativen Andeutungen zum Trotz, bedeutet dies nicht den Niedergang der deutschen Sprache, sondern wirkt sich hingegen sehr positiv auf die Lese- und Schreibfähigkeit von Jugendlichen aus.

Dies bewiesen englische Wissenschaftler der Universität in Coventry nun in einer Studie und belegten, dass zunehmenden Probleme der Jugend mit der geschriebenen Sprache nicht auf die Verwendung von Abkürzungen zurückgeführt werden könne. Denn nur wer bereits die Fähigkeit hat, Sprachmuster zu erkennen, kann diese auch verändern. Abkürzungen in Textnachrichten fördern sogar die Fähigkeit, Sprachmuster zu erkennen. Zudem sind dafür die gleichen Fähigkeiten notwendig, wie beim Ausschreiben der Wörter selbst.

So wird bei Facebook gelacht: Emojis und "haha" ersetzen "lol"

Das langzeit-beliebte Kürzel "lol" wird zunehmend von bunten Bildchen und der Lautschrift verdrängt

Junge mit Notebook oder Laptop auf dem Schoß surft im Internet
Freundlicher Junge - Kind mit Notebook - Laptop auf dem Schoß © Markus Bormann - www.fotolia.de

Wer im Internet sein Lachen ausdrücken wollte, nutzte lange Zeit das Kürzel "lol" für "laughing out loud" ("laut loslachen"). Doch eine aktuelle Erhebung unter Facebook-Nutzern zeigt, dass viele Nutzer den Ausdruck ersetzt haben.

Emojis immer beliebter

Demnach sind Emojis heutzutage beliebter als Zeichenkürzel. Lediglich 1,9 Prozent der User tippen noch "lol", dafür nutzen bereits 33,7 Prozent ein Smiley-Icon. Noch größerer Beliebtheit erfreut sich jedoch der Begriff "haha", den 51,4 Prozent am häufigsten verwenden.

Unterschiede nach Geschlecht und Alter

Die Analyse zeigt, dass unter 20-Jährige Facebook-Mitglieder vor allem auf Emojis setzen. Personen, die noch "lol" tippen, sind meist zwischen 20 und 30 Jahre alt. Große Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt es nach Angaben von Facebook demnach nicht. Emojis erfreuen sich bei weiblichen Nutzern großer Beliebtheit, während Männer eher "haha" verwenden.

Textlänge der SMS ist vom Geschlecht abhängig

Männer schreiben kürzere SMS als Frauen. Das haben britische Forscher der Universität in Sheffield festgestellt. Männer schreiben kurz und sachlich, Frauen formulieren länger und emotionaler, berichtet das Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau.

Dabei erwiesen sich die Männer aber als flexibel: Einer Frau schreiben sie längere Handy-Kurznachrichten als ihren Geschlechtsgenossen.

Neben der schlichten Kommunikation zwischen zwei Personen wird die Technik des Simsens auch anderweitig genutzt...

SMS-Kurznachrichten zur Gerätesteuerung

Die meisten Menschen kennen die SMS nur als eine Möglichkeit, kurze Nachrichten an andere Mobilfunknutzer zu schicken. Dabei hat die SMS noch weitere Einsatzmöglichkeiten und kann zur Steuerung von technischen Geräten dienen. Doch in welchen Bereichen kann die SMS zur Gerätesteuerung eingesetzt werden und welche Vorteile resultieren daraus?

Auch die Waschmaschine kann mittels Mobiltelefon gesteuert werden
Auch die Waschmaschine kann mittels Mobiltelefon gesteuert werden

Garagen

Zunächst einmal kann die SMS im Bereich der Sicherheit zur Gerätesteuerung eingesetzt werden. Als Beispiel kann hierbei das elektronische Garagentor dienen, welches per SMS geöffnet und geschlossen werden kann. Die Folge sind erhöhte Sicherheitsstandards, da es sogar denkbar ist, dass man per SMS im Falle bestimmter Vorkommnisse über diese unterrichtet wird.

Zigarettenautomaten

Des Weiteren werden in manchen Ländern SMS eingesetzt, um öffentliche Automaten bedienen zu können. So ist es etwa in Österreich möglich, Zigaretten am Automaten zu kaufen, indem eine SMS an den Betreiber mit der Nummer des Geräts geschickt wird.

Der Vorteil ist hierbei einerseits die automatische Alterskontrolle. Zudem wird das Geld automatisch vom Konto des Handyinhabers abgezogen, was ebenso den Komfort erhöht.

Heizungsanlagen

Darüber hinaus ist es möglich, manche Heizungsanlagen per SMS zu steuern. Dabei kann nicht nur der aktuelle Heizplan und die Temperatur eingesehen werden. Stattdessen können die Heizanlagen auch stärker auf- oder abgedreht werden.

Befindet man sich demnach gerade beispielsweise im Urlaub und ist auf der Heimreise, kann direkt dafür gesorgt werden, dass es bei der Ankunft in der eigenen Wohnung angenehm warm ist.

Öffentlicher Verkehr

Daneben kommt die Gerätesteuerung per SMS mancherorts sogar zur Navigation öffentlicher Nahverkehrsmittel zum Einsatz. Dies wäre etwa im österreichischen Vorarlberg der Fall. Hier können Linienbusse per Knopfdruck angefordert werden.

In der Folge fährt der reguläre Linienbus eine in der Regel abgelegene Haltestelle an, welche ohne die abgeschickte SMS ausgelassen worden wäre. Hierdurch sparen sich die Linienbetreiber unnötige Umwege, da abgelegene Haltestellen nur dann angefahren werden, sobald auch wirklich ein Gast einsteigen will. Daneben profitieren zudem noch die Fahrgäste von dem System, da auch Haltestellen in eher abgelegenen Orten eingerichtet werden konnten, da diese nie umsonst angefahren werden.

Mautsysteme

Letztlich kann die SMS Gerätesteuerung noch dazu dienen, Abrechnungen im Verkehr zu tätigen. Dies wäre beispielsweise beim deutschen Mautsystem der Fall, welches eine bequeme Abrechnung und Kontoführung per SMS erlaubt.

Acht von zehn Deutschen halten Geburtstagsgruß per SMS oder Mail für durchaus erlaubt

Junge Frau mit langen braunen Haaren nutzt lachend ihr schwarzes Smartphone
Woman browsing media in a mobile phone © Antonioguillem - www.fotolia.de

Die gute alte Glückwunschkarte hat vielleicht bald ausgedient – Grüße zum Geburtstag können in der heutigen Zeit zunehmend auch per SMS oder E-Mail verschickt werden.

Eine repräsentative Umfrage der GfK Marktforschung Nürnberg bei 2.020 Befragten ab 14 Jahren im Auftrag der "Apotheken Umschau" hat ergeben, dass eine große Mehrheit der Deutschen (82,7 %) an Glückwünschen, die mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel verschickt werden, nichts Ungewöhnliches mehr findet. Mehr als acht von zehn (82,7 %) sagen, das sei durchaus erlaubt.

Nur bei der älteren Generation bestehen noch in stärkerem Maße Vorbehalte: fast ein Drittel der Ab-60-Jährigen (31,1 %) empfinden Geburtstagsgrüße per SMS oder E-Mail als unhöflich.

So kommen Silvester-SMS pünktlich an

Pünktliche SMS: Das frühzeitige Versenden oder der automatische Service im Internet können helfen

Frau mit roten Fingernägeln bedient ein Smartphone
Woman using smartphone © Arman Zhenikeyev - www.fotolia.de

25% der Deutschen wollen Neujahrs-SMS versenden. Und zwar insgesamt 290 Millionen Kurzmitteilungen. Handy-Nutzern ist es bereits geläufig, dass SMS vor allem in der Silvesternacht verzögert ankommen. Dies liegt an überlasteten Netzen. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) hat deshalb einige Tipps zusammengesammelt, mit denen vielleicht doch mit einer pünktlichen Neujahrs-SMS zu rechnen ist.

1. Planen

Am effektivsten ist es, wenn noch vor 24 Uhr eine Empfängerliste mit Menschen, die eine SMS erhalten sollen, erstellt wird. Die SMS kann, wenn sie für mehrere Empfänger gedacht ist, vorgeschrieben werden, sodass beim Senden nicht noch Zeit mit Texten und Empfänger-Suche vergeudet wird.

2. Vorversenden

Soll die SMS unbedingt noch in dieser Nacht ankommen, empfiehlt es sich, sie ein paar Minuten vor Mitternacht abzuschicken. Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie innerhalb der nächsten Stunde ankommen, wesentlich höher. Jedoch kann es so auch passieren, dass die SMS noch im alten Jahr ankommt.

3. Terminversand im Internet aktivieren

Wer im Vorfeld schon weiß, dass die Party so rauschend wird, dass er oder sie nicht mehr an Neujahrs-Mitteilungen denkt, kann mit einem geschickten Akt schnell aus dem Schneider sein. Im Internet gibt es viele Möglichkeiten, SMS mit einer Zeitversetzung zu versenden. Das heißt, dass man die SMS zwar schon schreibt und abschickt, diese aber erst zum gewünschten Zeitpunkt zum Empfänger weitergeleitet wird.

Verlernen Kinder durch das Simsen, normale Gespräche zu führen?

Zwei Mädchen stehen sich gegenüber, haben einen Karton über dem Kopf und schreiben sich mit dem Smartphone
Lack of communication © stokkete - www.fotolia.de

Experten zufolge könnte das Sozialverhalten von Kindern durch das Simsen stark beeinträchtigt werden. Aktuell werden Diskussionen über die Auswirkung des vielen Textens auf die Entwicklung unserer Kinder geführt. Man ist der Meinung, dass es für sie immer schwieriger sein wird, normale Gespräche führen zu können.

In Zeiten, als wir noch nicht im Besitz von Handy und Smartphone waren, war dies natürlich noch kein Thema, doch mittlerweile verständigen sich vor allem die jüngeren Generationen lieber per SMS. Kinderpsychologin Melissa Ortega ist der Ansicht, dass Kinder oftmals nicht mehr in der Lage sind, einen Konflikt von Angesicht zu Angesicht zu lösen; zudem würden sie in sehr kurzen Zeitabständen auf ihr Handy schauen, um sicherzugehen, auch keine Kurznachricht zu verpassen.

Grundinformationen und Hinweise zum Simsen

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Quellenangaben

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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