Merkmale und Aufbau verschiedener Zigarettenarten

Weiße Schachtel mit Zigaretten, die Filter nach rechts zeigend

Eigenarten und Gesundheitswert unterschiedlicher Zigarettenmodelle

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  • von Paradisi-Redaktion

Die Zigarette zählt nach wie vor zu den beliebtesten Genussmitteln der Menschen. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Zigarettenarten; so gibt es die Filterzigarette, die selbst gestopfte Zigarette, die selbst gedrehte Zigarette oder die aromatisierte Variante. Zudem stehen dem Raucher unterschiedliche Geschmacksbezeichnungen zur Auswahl. Lesen Sie über die Merkmale sowie den Aufbau verschiedener Zigarettenarten.

Obwohl die gesundheitsschädigenden Wirkungen der Zigarette hinreichend bekannt sind, ist ihre Beliebtheit noch immer ungebrochen. So greifen Tag für Tag unzählige Menschen danach, um den so genannten blauen Dunst zu inhalieren.

Zusammengesetzt wird eine Zigarette aus fermentierten Blättern der Tabakpflanze, die die Hersteller trocknen und fein zuschneiden. Anschließend rollt oder stopft man den Tabak in Papier.

Geschichte der Zigarette

Das Einrollen und Rauchen von Tabak in Maispapier kannten schon die alten mittelamerikanischen Indianerstämme. Als die Spanier den Tabak im Laufe des 16. Jahrhunderts für sich entdeckten, gelangte er schließlich auch nach Europa.

In England feierte das Tabakrauchen im Jahr 1586 seine Premiere. Via Holland trat der blaue Dunst dann seinen Siegeszug über das restliche Europa an. Ansonsten war es zunächst üblich, den Tabak zu schnupfen.

Industrielle Herstellung

Ab 1850 begann die industrielle Herstellung der Zigarette in speziellen Zigarrenfabriken. In den französischen und spanischen Werken sammelten die Arbeiter zunächst die Reste des Tabaks, um ihn selbst zu rauchen.

Da die Zigarette deutlich kostengünstiger war als die Zigarre, erfreute sie sich rasch zunehmender Beliebtheit.

Die Zigarette in Deutschland

Nach Deutschland gelangten die Zigaretten im Jahr 1861 durch den Zigarrenfabrikanten Joseph Huppmann (1814-1897), der in Dresden eine Filiale seiner St. Petersburger Zigarrenfabrik betrieb. Die Eröffnung der ersten österreichischen Zigarettenfabrik erfolgte 1865. Weltweite Verbreitung fand die Zigarette endgültig nach dem 1. Weltkrieg durch die Entstehung von global agierenden Tabakkonzernen, die noch heute die Fäden der Zigarettenproduktion in ihren Händen halten.

Unterschiedliche Zigarettenarten

Im Laufe der Jahre entwickelten sich verschiedene Arten von Zigaretten. So gibt es:

  • die Filterzigarette
  • die selbst gestopfte Zigarette
  • die selbst gedrehte Zigarette
  • aromatisierte Zigaretten
  • die elektrische Zigarette

Des Weiteren wird zwischen mehreren Stärkebezeichnungen unterschieden. Dazu gehören zum Beispiel Red, Silver und Blue. Im Folgenden gehen wir auf die unterschiedlichen Zigarettenarten ein.

Bei der E-Zigarette inhaliert man Dampf anstatt Rauch
Bei der E-Zigarette inhaliert man Dampf anstatt Rauch

Die Filterzigarette

Unter einer Filterzigarette versteht man eine Zigarette mit Filter. Die meisten der heutzutage angebotenen Zigaretten enthalten einen Filter. Dieser setzt sich aus Celluloseacetat zusammen. Dabei handelt es sich um einen Stoff, der eine faserige Struktur aufweist.

Funktion eines Filters

Mithilfe eines Zigarettenfilters können Stoffe im Zigarettenrauch, die die Gesundheit des Rauchers beeinträchtigen, reduziert werden. Dazu gehören zum Beispiel Gase und Kondensat.

Des Weiteren mildert der Filter den Rauch der Zigarette etwas ab. Einige Raucher verzichten aber lieber auf einen Filter oder entfernen ihn, um auf diese Weise einen intensiveren Geschmack zu erreichen.

Mithilfe des Filters können die inhalierten schädlichen Stoffe reduziert werden
Mithilfe des Filters können die inhalierten schädlichen Stoffe reduziert werden

Aufbau

Bei einer klassischen Filterzigarette umgibt ein korkfarbenes Mundstück den Filter, damit dessen braune Verfärbung nicht sichtbar wird. An weibliche Raucher gerichtet sind Filterzigaretten mit weißen Mundstücken.

Die meisten Zigaretten, die in Fabriken produziert werden, verfügen über einen Filter. Wer seine Zigaretten selbst dreht, hat die Möglichkeit, im Tabakhandel einen Filter zu erwerben.

Produktion

Als Grundstoff für einen Zigarettenfilter dient Cellulose, die die Hersteller aus Holz gewinnen. In einem chemischen Prozess erfolgt die Umwandlung der Cellulose in Celluloseacetat.

Zur Herstellung löst man die Celluloseacetat-Flocken in Aceton und spinnt sie mithilfe einer Spinnlösung zu langen Fäden. Der Faserdurchmesser erreicht ca. 30 bis 50 µm. Bei einer Vielzahl an Fäden wird deren Zusammenführung zu einem Endlos-Band vorgenommen.

Um die Gasdurchlässigkeit zu gewährleisten, findet eine punktuelle Verklebung mit Triacetin statt. Von dem Zigarettenfilter können Partikel, die einen Durchmesser von rund 0,2 µm erreichen, abgeblockt werden.

Gesundheitlicher Nutzen von Filterzigaretten

Der gesundheitliche Nutzen von Filterzigaretten ist umstritten. So gelangen beim Inhalieren feine Fasern bis in die Lunge. Diese bewirken eine Steigerung der Substanzen, die der Raucher inhaliert.

Da der Widerstand einer Filterzigarette größer ist, fällt auch der Saugvorgang länger aus. Dies hat wiederum ein tieferes Inhalieren zur Folge als bei einer Zigarette ohne Filter. Gesundheitsexperten bezweifeln daher, dass Filterzigaretten weniger gesundheitsschädlich sind, als Exemplare ohne Filter.

Der Saugvorgang ist mit Filter länger
Der Saugvorgang ist mit Filter länger

Die selbst gestopfte Zigarette (mithilfe eines Zigarettenstopfers)

Die meisten Zigaretten werden bereits im fertigen Zustand angeboten und geraucht. Es ist aber auch möglich, sich eine Zigarette selbst zu stopfen. Dabei wird eine leere Filterhülse mit Tabak aufgefüllt. Genauer gesagt, stopft der Raucher Tabak in die Zigarettenhülse hinein.

Zigarettenstopfer

Das Stopfen einer Zigarette erfolgt mithilfe eines speziellen Zigarettenstopfers. Dabei handelt es sich um ein kleines Instrument, welches dazu dient, den Tabak in die Filterhülse zu pressen. Im Gegensatz zu einer Zigarettendrehmaschine kommen bei dieser Prozedur vorgefertigte Zigarettenhülsen zum Einsatz.

Das Arbeitsprinzip ist bei den meisten Zigarettenstopfern gleich. So füllt der Raucher das Gerät gleichmäßig mit Tabak. Dann verschließt er den Deckel des Stopfers, wodurch ein Schiebemechanismus bewirkt, dass der Zigarettentabak in die Hülse gepresst wird, die sich eingeklemmt an der Vorderseite befindet.

Neben den üblichen Zigarettenstopfermodellen gibt es auch noch Tischmodelle. Diese Varianten verfügen über einen Tabakschacht sowie einen großen Hebel. Der Raucher füllt zunächst den Schacht und drückt den Tabak zusammen. Dieser schiebt sich dann in die Hülse hinein.

Filterhülse

Grundlage des Zigarettenstopfens bildet die Filterhülse, auch Zigarettenhülse genannt. Dabei handelt es sich um eine leere Zigarette, in der sich noch kein Tabak befindet. Die Filterhülse setzt sich aus einem Papierstück zusammen. An dessen Ende ist ein Filter vorhanden.

Der Zigarettenstopfer sorgt dann dafür, dass die leere Hülse mit Tabak gefüllt wird. In Deutschland gilt es, zwischen zwei Arten von Filterhülsen zu unterscheiden. Dies sind:

  1. die Xtra Filterhülsen, die ein Volumen von 60 Millimetern Tabak haben
  2. die preisgünstigeren King Size Filterhülsen mit einem Tabakvolumen von 67 bis 69 Millimeter

Die Größe der beiden Filterhülsen fällt ungefähr gleich aus. Die Xtra-Size hat allerdings einen umfangreicheren Filter. Außerdem ist das Fassungsvermögen um 10 Prozent geringer. Auf diese Weise wird auch entsprechend weniger Tabak für die Zigarette benötigt.

Vorteile von selbst gestopften Zigaretten

Der große Vorteil der selbst gestopften Zigaretten liegt darin, dass sie kostengünstiger als Zigaretten sind, die industriell angefertigt werden. So kann der Raucher bis zu 50 Prozent sparen, was allerdings auch von der jeweiligen Tabaksorte abhängt.

Die Preise für die verschiedenen Tabaksorten fallen nämlich recht unterschiedlich aus. Aber auch bei teurerem Tabak kann sich das Selbststopfen der Zigaretten durchaus lohnen.

Gegenüber selbst gedrehten Zigaretten haben selbst gestopfte Zigaretten den Vorteil, dass sie sich besser anfertigen lassen. Zu Zigaretten, die industriell hergestellt werden, gibt es kaum Unterschiede.

Zigaretten selbst zu stopfen kann sich finanziell lohnen
Zigaretten selbst zu stopfen kann sich finanziell lohnen

Die selbst gedrehte Zigarette (mithilfe einer Zigarettendrehmaschine)

Ähnlich wie beim Stopfen der Zigarette erfolgt auch beim Zigarettendrehen das Herstellen der Tabakware durch den Raucher selbst. Dieser greift bei dieser Gelegenheit auf eine spezielle Zigarettendrehmaschine zurück.

Durchführung

Vom Drehen einer Zigarette ist die Rede, wenn der Raucher Drehtabak mitsamt einem Filter in etwas Papier einwickelt. Da das Selbstdrehen jedoch nicht immer ganz einfach ist, verwendet er dazu eine spezielle Zigarettendrehmaschine.

Angeboten werden verschiedene Varianten, die sowohl Filterzigaretten als auch filterlose Exemplare herstellen können. Als Klassiker unter den Zigarettendrehmaschinen gilt die ACIMA von Efka.

Zigaretten mit der Drehmaschine selbst zu drehen garantiert ein gleichmässiges Ergebnis
Zigaretten mit der Drehmaschine selbst zu drehen garantiert ein gleichmässiges Ergebnis

Die meisten Modelle funktionieren auf ähnliche Weise. So befindet sich in der kleinen Zigarettendrehmaschine eine Rolle mit einem Band aus Textilien oder Kunststoff.

Werden der Maschinendeckel oder die Rolle verschlossen, kommt es zu einer Anspannung des Bandes um den Tabak. Ausgelöst durch eine drehende Bewegung des Bandes, kann sich der Tabak in die gewünschte Zylinderwulst verformen.

Durch einen Spalt, der zwischen zwei Rollen sitzt, ist es möglich, zuvor angefeuchtetes Zeitungspapier in die Maschine einzubringen. Das Papier wird durch die drehenden Bewegungen in die Zigarettenmaschine hineingezogen, wodurch es zur Umhüllung des wulstigen Tabaks kommt.

Zigaretten drehen ohne Drehmaschine

Soll eine Zigarette ohne eine Zigarettendrehmaschine angefertigt werden, benötigt der Raucher:

  1. spezielles Papier wie zum Beispiel von OCB
  2. einen Filter, der sich einsetzen lässt (optional)
  3. Tabak, der sich zum Drehen eignet

Letzterer wird auch von den klassischen Zigarettenproduzenten angeboten.

Als erstes legt der Anwender das Papier mit Zeigefinger, Mittelfinger und Daumen in die linke Hand. Dann wird das Papier in eine leichte Rinnenform verbogen. Die rechte Hand zieht dann ein wenig Tabak aus dem Tabakbeutel und bringt ihn längs in das Papier ein.

Der Tabak wird dann mit beiden Händen gleichmäßig verteilt. Allerdings muss an einem Ende noch etwas Platz übrig bleiben, um den Filter einsetzen zu können.

Anschließend wird der Daumen mit dem Tabak gegen Zeigefinger und Mittelfinger bewegt. Auf diese Weise lässt sich der Tabak im Papier befestigen. Hat das Drehen funktioniert, entsteht ein wulstförmiges Garn.

Zigaretten selber drehen ohne Maschine bedarf etwas Übung
Zigaretten selber drehen ohne Maschine bedarf etwas Übung

Nächster Schritt ist das Anlecken des Papiers am Klebestreifen. Mit einer Aktion klebt der Raucher das Papier in einer runden Form zu. Dieses Vorgehen ist jedoch am schwierigsten.

So sehen die Zigaretten nicht selten nach dieser Prozedur etwas lädiert aus.Im Laufe der Zeit bekommt der Anwender jedoch meist den richtigen Dreh heraus.

Selbstgedrehte Zigaretten gefährlicher als Fertigzigaretten

Frau leckt an Zigarettenfilter
Cigarette roulée © richard villalon - www.fotolia.de

Das Rauchen von selbstgedrehten Zigaretten ist erheblich schädigender, als das Rauchen von Fertigzigaretten. Dies haben norwegische Forscher festgestellt. In einer Studie untersuchten sie 450 Patienten mit vor kurzem erkanntem Bronchialkarzinom.

Rund elf Prozent von ihnen rauchten Fertigzigaretten, 83 Prozent hingegen Selbstgedrehte. Zwar rauchen die Filterzigarettenraucher täglich fünf Zigaretten mehr, allerdings fangen sie später mit dem Rauchen an. Es wurde festgestellt, dass selbstgedrehte Zigaretten zehnmal so viel Nikotin enthalten wie fertiggedrehte Filterzigaretten.

Aromatisierte Zigaretten

Bei aromatisierten Zigaretten verfeinert der Hersteller den Geschmack der Tabakwaren. Zu diesem Zweck verwendet man entweder aromatisierten Pfeifentabak oder tunkt den Tabak in eine flüssige Sauce. Diese verfügt über ein spezielles Aroma, welches sich auf die Zigarette übertragen lässt.

Vor allem Pfeifenraucher wissen aromatisierte Zigaretten zu schätzen, weil sie dem süßlichen oder herben Geschmack ihrer Pfeifen ähneln. Zu den Aromazigaretten gehören u.a. Kreteks und Mentholzigaretten.

Kreteks

Kreteks stammen aus Indonesien und sind auch als Nelkenzigaretten bekannt. Neben dem Tabak befinden sich in ihnen auch geschrotete Gewürznelken.

Um den Geschmack zu verfeinern, versieht man den Tabak zusätzlich mit Frucht- oder Kräuterextrakten. Die Produktion der Kreteks findet in erster Linie in Indonesien statt.

Während sich die Kreteks in Indonesien großer Beliebtheit erfreuen, sind sie in den USA höchst umstritten. So herrscht dort seit 2009 ein prinzipielles Verkaufsverbot für Nelkenzigaretten.

Begründet wird dieses damit, dass Jugendliche von den Kreteks leichter zum Rauchen animiert werden. Aus Kanada importierte Nelkenzigaretten lassen sich jedoch weiterhin käuflich erwerben und konsumieren. Zu den bekanntesten Kretekmarken zählen:

  • Sampoerna
  • Gudang Garam
  • Djarum

Kreteks weisen einen ziemlich hohen Gehalt an Teer und Nikotin auf. In Europa erreichen sie die höchsten legalen Werte von einem Milligramm Nikotin sowie 10 Milligramm Teer. So sind Nelkenzigaretten als ebenso gesundheitsschädlich einzustufen wie konventionelle Zigaretten.

Mentholzigaretten

Ebenfalls zu den aromatisierten Tabakwaren gehören Mentholzigaretten. Dabei wird die Zigarette mit dem Aroma von Menthol versehen. Mentholzigaretten stehen in ähnlicher Kritik wie Nelkenzigaretten.

So werfen Kritiker ihnen vor, den Einstieg in das Rauchen zu erleichtern. Außerdem gelten sie aufgrund verschiedener wissenschaftlicher Studien als gesundheitsgefährdender als andere Tabakwaren.

Ab 2020 soll in der EU ein Verbot der Mentholzigaretten erfolgen. Darüber hinaus dürften keine anderen Aromen in den Zigaretten mehr verwendet werden.

Zigaretten ohne Zusatzstoffe – ist "natürlicher" Rauch wirklich gesünder?

Weiße Schachtel mit Zigaretten, die Filter nach rechts zeigend
cigarettes © Djordje Korovljevic - www.fotolia.de

Der Umsatz mit Tabakwaren sinkt. Während herkömmliche Zigaretten hierzulande immer weniger gefragt sind, konnte sich jedoch ein neues Produkt zum Renner am Kiosk entwickeln: die Zigarette ohne Zusatzstoffe. Mit Werbeversprechen wie "natürlich" und "bio" sollen Konsumenten glauben, ein gesundes Produkt zu rauchen. Stimmt das?

Mediziner und Krebsforscher sagen eindeutig: nein. Rauchen schadet immer dem Organismus, ob mit oder ohne Zusatzstoffe. In einigen Punkten unterscheiden sich die Natur-Zigaretten jedoch von typischen Glimmstängeln. Reine Augenwischerei ist es also nicht, wenn Verbraucher aus dem Wunsch weniger Gift zu inhalieren, nach zusatzfreien Zigaretten greifen.

Keine künstlichen Aromen

Insgesamt fügen die Hersteller ihren Tabakwaren mehr als 600 verschiedene Stoffe zu. Einige der wichtigsten Zusätze sind süßliche Aromen, die das Rauchen schmackhafter machen sollen. Ähnlich wie süße Alcopops, die Jugendliche zu Alkoholexzessen verleiten, bringen Vanille, Honig, Schoko und Lakritz sie auf den Geschmack des Rauchens.

Menthol kühlt zusätzlich die Atemwege und lindert so den Schmerz vom beißenden Rauch in den Lungen. Folge: die Raucher inhalieren tiefer und nehmen dadurch mehr Nikotin auf. Außerdem entwickeln auch harmlose Substanzen wie Vanillin oder Honig beim Verbrennen chemische Verbindungen, die Krebs auslösen können.

Weniger Suchtpotential

Klassische Zigaretten enthalten Ammoniumverbindungen wie Soda, Ammoniak oder Harnstoff. Diese verstärken die Aufnahme von Nikotin im Körper und führen rascher zur Sucht. Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, kann mit zusatzfreien Produkten möglicherweise leichter aus dem Teufelskreis der Sucht aussteigen. Allerdings: auch wenn der Tabak in vielen Zigaretten von Zusatzstoffen befreit ist, enthalten Papier und Filter weiterhin Additive.

Sind Mentholzigaretten gefährlicher?

Mentholzigaretten als beliebter Rauchereinstieg bald verboten

Junge Frau mit langen blonden Haaren und pinken Nägeln zieht an einer Zigarette
Young woman smoking © Edyta Pawlowska - www.fotolia.de

Dass Rauchen ungesund ist, weiß inzwischen jedes Kind. Als noch gefährlicher gelten aber Zigaretten mit frischem Aroma - Menthol, eine Variante, die auch Altbundeskanzler Helmut Schmidt bevorzugt.

Doch die Tage des Genussmittels sind gezählt: Die amerikanische Zulassungsbehörde, die Food and Drug Admission, diskutiert ein Verbot und auch in der EU müssen Raucher ab 2020 auf ihre Mentholzigarette verzichten. Die frisch schmeckenden Glimmstängel gelten als typischer Einstieg, weil er bei Nichtrauchern den anfangs oft als unangenehm empfundenen Tabakgeschmack überdeckt.

Starke Schädigung durch angenehme Inhalation

Nun legt eine Studie nahe, dass die Kombination aus Menthol und Nikotin noch in anderer Hinsicht bedenklich ist: Pharmakologe Kenneth Kellar, vom Georgetown University Medical Center, und sein Team untersuchten die Auswirkungen von Mentholzigaretten auf die Rezeptoren der Atemwege. Diese erkennen Tabakrauch im Normalfall als schädlich, wodurch die Inhalation erschwert wird.

Den Effekt kennen Nichtraucher, die bei einmaligem Zigarettenkonsum oftmals husten müssen, zumindest aber schwerer inhalieren können. Die Studie zeigte jedoch, dass Menthol diesen Mechanismus offenbar lahmlegt - die Rezeptoren werden außer Kraft gesetzt. Hierdurch inhalieren Mentholraucher tiefer, was zu noch stärkeren Schädigungen durch den inhalierten Tabakrauch führen könnte.

Geringeres Krebsrisko beim Rauchen von Mentholzigaretten

Zigarette rauchende Frau blickt zu einer Dunstwolke in Totenkopfform
Young woman smoking dangerous cigarette with toxic skull smoke © ra2 studio - www.fotolia.de

Raucher haben grundsätzlich ein höheres Risiko an Lungenkrebs zu erkranken als Nichtraucher. So liegt das Risiko um das 21-fache höher als im Vergleich zu einem Nichtraucher.

Nun haben Wissenschaftler einmal untersucht wie hoch das Risiko ist, wenn man Zigaretten mit Menthol raucht, denn bisher glaubte man, dass dies besonders hoch sei, weil die Raucher den Rauch tiefer inhalierten als gewöhnlich. Doch das Ergebnis überraschte, denn das Risiko liegt bei Zigaretten mit Menthol "nur" um das 12-fach höher als zu den Nichtrauchern.

An der Studie nahmen 440 Personen teil und die Raucher konsumierten täglich mehr als 20 Zigaretten.

Durch Menthol-Zigaretten wird das Risiko für Schlaganfall noch erhöht

Grundsätzlich besteht für Raucher ein höheres Risiko einen Schlaganfall zu erleiden, doch kann dieses Risiko durch den Konsum von Menthol-Zigaretten noch gesteigert werden, wie eine kanadische Studie zeigte.

Die Forscher hatten die Auswirkungen von Menthol-Zigaretten im Vergleich zu den normalen Tabakprodukten bezüglich auf das Risiko für Lungenkrankheiten sowie auch für Gefäß- und Herzkrankheiten untersucht. So sollte man auf jeden Fall, wenn man seinen Tabakkonsum einschränken will, nicht auf die Menthol-Zigaretten umsteigen, denn das Risiko für einen Schlaganfall steigt um das Doppelte, so dass im Fazit das Risiko gegenüber einem Nichtraucher das Vierfache beträgt.

Warum sich das Menthol so stark auf das Risiko auswirkt ist noch nicht geklärt, doch könnte es mit dem Inhalieren zusammenhängen.

Aromen machen Tabak noch gefährlicher

Ausgedrückte Zigarette mit Asche auf weißem Hintergrund
lung © Andrey Kiselev - www.fotolia.de

Dass Rauchen schädlich ist, braucht man wirklich niemandem mehr zu erzählen. Wenn man aber schon rauchen muss, dann bitte keinen Tabak mit Aromastoffen.

Wie das Deutsche Krebsforschungszentrum auf seiner Webseite erklärt, erleichtern solche Zusatzstoffe durch ihren angenehmeren Geruch und Geschmack nämlich nicht nur den Einstieg und erschweren dem Raucher den Rauchstopp, sie bilden beim Verbrennen auch teilweise krebserregende Substanzen und machen das Rauchen so nur noch schädlicher als es ohnehin schon ist.

Urteil: Verkauf von Zigaretten mit Aromakapsel in Deutschland nicht erlaubt

Der Verkauf von Zigaretten mit einer Menthol-Aromakapsel ist in Deutschland verboten. Dagegen hat ein Tabakunternehmen Klage vor dem Verwaltungsgericht Braunschweig eingereicht. Da das Produkt in Frankreich und verschiedenen anderen EU-Staaten zugelassen sei, gebe es keinen Grund, es in Deutschland nicht auch zu erlauben, so der Zigarettenhersteller.

Das für das Verbot zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wandte ein, dass dem Verkauf zwingende Gründe des Gesundheitsschutzes entgegenstünden. Dieser Argumentation folgten die Richter. So verstoße die Aroma-Zigarette gegen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Eindämmung des Tabakgebrauchs. Demnach dürfe die Attraktivität von Tabakprodukten nicht durch neuartige Produkte gesteigert werden, erklärten die Richter. Genau das passiere jedoch mit der Einführung von Zigaretten mit einer Aromakapsel.

Der Mentholgeschmack erhöhe für Gelegenheitsraucher den Anreiz, zur Zigarette zu greifen. Der beißende und unangenehme Geschmack verschwinde, so das Gericht. Dieser Effekt sei für Raucher attraktiv und begründe damit die Gefahr, dass Abhängigkeiten zumindest aufrechterhalten bleiben. (Az: 5 A 206/11)

Schokoladenzigaretten sollen weiter im Handel bleiben

Ende vergangener Woche hat ein Sprecher der EU-Kommission zuvor gestreute Presseberichte zurückgewiesen, wonach der Verkauf von Schokoladenzigaretten eingestellt werden solle. Demnach enthält der Vorschlag aus Straßburg zur Verschärfung der Tabak-Vorschriften keinerlei Absichten für ein Verbot von Süßwaren, die Tabakprodukten ähneln.

Mitte September wird das Europaparlament und die EU-Staaten in Straßburg über die neue Tabak-Richtlinie abstimmen, nachdem sich die EU-Gesundheitsminister letzte Woche bei einem Treffen in Luxemburg einig wurden. In Zukunft sollen dann 65 Prozent der Fläche einer Zigarettenschachtel mit Schockbildern sowie Warnhinweisen bedruckt und der Verkauf von Mentholzigaretten eingestellt werden.

Die elektrische Zigarette

Die elektrische Zigarette ist auch als elektronische Zigarette oder E-Zigarette bekannt. Es handelt sich bei ihr aber nicht um eine klassische Zigarette, sondern eine Wendel, deren Beheizung elektrisch erfolgt.

Dabei wird die Flüssigkeit namens Liquid zum Verdampfen gebracht, was zum Entstehen eines Aerosols führt, das der Konsument mithilfe eines Mundstücks inhaliert. Eine Verbrennung bleibt im Unterschied zur normalen Zigarette aus. In Deutschland sieht man die elektrische Zigarette nicht als Tabakprodukt an und stuft sie daher als eigenständiges Genussmittel ein.

Die E-Zigarette benötigt einiges an Zubehör wie Verdampfer, Akku und Liquid
Die E-Zigarette benötigt einiges an Zubehör wie Verdampfer, Akku und Liquid

Entstehung der elektrischen Zigarette

Das erste Patent für eine elektrische Zigarette erwarb Herbert A. Gilbert im Jahr 1963. Eine Produktion der tabak- und rauchfreien Zigarette fand allerdings noch nicht statt.

Für die moderne E-Zigarette ist der Chinese Hon Lik verantwortlich, der sie 2003 erfand. Nur ein Jahr später wurde sie in China zum Verkauf angeboten. Ab 2005 erfolgte auch der Export in andere Länder, sodass sich die E-Zigarette inzwischen auf der ganzen Welt konsumieren lässt.

Aufbau

Die Zusammensetzung der elektronischen Zigarette besteht aus:

  1. einem Heizwiderstand
  2. einem Docht
  3. einem Akku

Das Liquid, das es verdampfen und einzuatmen gilt, wird durch den Kapillareffekt des Dochtes vom Tank in Richtung Heizspirale transportiert. Die Stromversorgung der Heizspirale findet durch den Akku statt. Die Hitze innerhalb der Heizspirale bewirkt das Verdampfen des Liquids.

Zum Inhalieren zieht der Konsument der E-Zigarette an einem Mundstück. Dies führt in der Heizspirale zur Entstehung eines Luftstroms, wodurch sich der Dampf mit dem Strom einatmen lässt.

Der Umfang einer E-Zigarette ist sehr unterschiedlich. So gibt es sowohl kleine Modelle für wenige Züge sowie große Exemplare, die mit einem Tanksystem ausgestattet sind.

Auswirkungen auf die Gesundheit

Obwohl propagiert wurde, dass eine elektronische Zigarette gesünder sei als eine konventionelle, ist dies Studien zufolge jedoch nicht der Fall. So kann es beim Konsum einer E-Zigarette zu erheblichen Einengungen der Atemwege, Reizungen in Mund und Rachen sowie trockenen Husten kommen.

Noch ungeklärt sind die langfristigen Folgen des Propylenglykols, das zu den Hauptbestandteilen des inhalierten Liquids zählt. Ein weiterer Bestandteil des Liquids ist Nikotin. Zwar gibt es auch E-Zigaretten ohne Nikotin, diese werden jedoch nur selten konsumiert.

Neue Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen

Die 2014 beschlossene Tabakrichtlinie der EU umfasst auch die elektronische Zigarette, sofern diese Nikotin enthält. So darf die Nikotinkonzentration im Liquid in Zukunft höchstens 20 Milligramm Nikotin je Milliliter betragen.

Außerdem ist der Anbieter verpflichtet, den Käufer über die Inhaltsstoffe des Liquids genau aufzuklären. Außerdem hat er die Gebrauchssicherheit des Gerätes nachzuweisen. Diese Richtlinien müssen allerdings noch in nationales Recht umgesetzt werden.

Weitere Informationen zur E-Zigarette erhalten Sie hier.

EU will Verkauf von E-Zigaretten stärker regulieren

Gesicht eines Mannes, er zieht an elektronischer Zigarette, E-Zigarette
Fumatrice di sigaretta elettronica con vapore © Gianluca Rasile - www.fotolia.de

Sie qualmt, stinkt aber nicht. Außerdem enthält sie meist Nikotin, jedoch kein Teer. Die E-Zigarette ist für viele Deutsche die gesündere Alternative zur herkömmlichen Tabakzigarette.

Die EU-Kommission sieht die elektronische Zigarette aber deutlich kritischer. Sie plant, den Verkauf von nikotinhaltigen E-Zigaretten in Zukunft strenger zu regulieren. Medienberichten zufolge beabsichtigt die EU-Kommission, elektronische Zigaretten genauso zu behandeln wie Nikotin-Pflaster oder Nikotinkaugummis.

So sollen Produkte ab einem bestimmten Nikotingehalt demnächst eine Zulassung als Arzneimittel benötigen. Zu ihnen zählt in den meisten Fällen auch die elektronische Zigarette, bei der eine Flüssigkeit verdampft, die häufig, aber nicht immer nikotinhaltig ist.

Der Regulierungsvorschlag der EU-Kommission beinhaltet äußerst niedrige Grenzwerte, bis zu denen die nikotinhaltigen Produkte frei verkäuflich sein dürfen. Derzeit gängige Erzeugnisse verfügen im Vergleich zu den geplanten Grenzwerten über ein Vielfaches an Nikotin.

Die Interessengemeinschaft E-Dampfen kritisiert das Vorhaben. Die EU schütze ihre Bürger zu Tode, erklärte ein Sprecher des Vereins.

Elektrische Zigaretten sind für die Gesundheit nicht bekömmlich

Nahaufnahme Frau zieht an E-Zigarette
Frau mit elektrischer Zigarette © tibanna79 - www.fotolia.de

Elektrische Zigaretten werden zwar propagiert, aber sind sie wirklich besser? Das Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ/Heidelberg) stuft Elektrische Zigaretten keinesfalls als ungefährlich ein.

Es sieht im Gegenteil darin einen "unkontrollierten Versuch am Verbraucher". Obwohl sie keine giftigen und krebserregenden Substanzen produzieren, sind sie trotzdem nicht harmlos. Denn der Hauptbestandteil ist eine atemwegsreizende Substanz, wie Nikotin, dazu kommen Produktmängel.

Viele Verbraucher greifen zur elektrischen Zigarette, weil sie sich davon ein gesundheitlich unbedenkliches Produkt versprechen. Das ist allerdings bei der elektrischen Zigarette nicht der Fall. Das betont die Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention und des WHO-Kollaborationzentrums für Tabakkontrolle am DKFZ, Frau Martina Pötschek-Langer.

Da die angegebene Nikotinmenge ungenau und meist auch noch falsch ausgezeichnet ist, weiß der Verbraucher gar nicht, was er da zu sich nimmt. Überdosierungen sind nicht auszuschließen. Allergische Reaktionen können ebenfalls auftreten. Möglicherweise lindern elektrische Zigaretten zwar die Entzugssymptome, aber es ist nicht erwiesen, ob sie auch zum völligen Verzicht beitragen können.

Elektrische Zigaretten sollten nur für Raucher zugänglich sein, die ihren Zigarettenkonsum einschränken wollen und ein Hilfsmittel für das Aufhören suchen. Dann käme das Produkt als Arzneimittel in Frage und es sollte eine Regelung dafür gefunden werden.

Dampfen im Trend – Jüngere Raucher stehen auf E-Zigaretten

Frau mit rotem Lippenstift raucht eine weiße Hybrid-Zigarette
Smoker smoking hybrid smokeless cigarette device that uses real tobacco refills, a hybrid technology between analog and electronic cigarettes. © praphab144 - www.fotolia.de

Eine Umfrage in Europa hat ergeben, dass inzwischen jeder fünfte Raucher Erfahrungen mit der elektronischen Zigarette gemacht hat. Vor allem jüngere Raucher stehen auf E-Zigaretten und sind überzeugt, dass Dampfen hilfreich im Kampf gegen die Nikotinsucht ist.

Ärtze und Wissenschaftler raten dringend zu eingehenden Untersuchungen, um zu klären, welche gesundheitlichen Folgen die Nutzung von E-Zigaretten haben kann und ob die Dampfer tatsächlich gegen Nikotinabhängigkeit wirken.

Der Internetverkauf boomt – immer mehr Geschmacksrichtungen

Studien haben gezeigt, dass die jüngere Generation weitaus häufiger zum elektronischen Dampfer greift als die ältere. Raucher, die der Nikotinsucht entsagen wollen, nutzen doppelt so oft die elektrischen Dampfer als eingefleischte Tabakkonsumenten. Immer mehr neue Geschmacksrichtungen überschwemmen den Markt. Vor allem der Internet-Verkauf boomt. Die angebotenen Liquids enthalten Aromen von Red Bull über Eierlikör bis Kaugummi. Anfang 2014 hatten Onlineshops 7764 verschiedene Geschmacksrichtungen von 466 Marken im Sortiment.

Hersteller zurückhaltender bei Vermarktungsstrategien

Wissenschaftler von der University of California fanden heraus, dass die Hersteller mittlerweile andere Vermarktungsstrategien nutzen und die Ungefährlichkeit von E-Zigaretten nicht mehr in den Vordergrund stellen. Auch wird seltener Werbung dafür gemacht, dass die elektrischen Dampfer Raucher von ihrer Nikotinsucht befreien und das Dampfen überall erlaubt ist. Dadurch wurde die Kontroverse weiter angeheizt.

Einige Suchtforscher halten E-Zigaretten für ein probates Mittel gegen Nikotinabhängigkeit, andere Wissenschaftler betonen das hohe Suchtpotenzial, weil die Liquids häufig mit Nikotin versetzt sind. Die Diskussion über das Für und Wider von E-Zigaretten wird also nach eine Weile andauern.

E-Zigarette lockt Jugendliche zum Erstkonsum

Erleichtert die E-Zigarette den Einstieg zum Rauchen und Drogennehmen?

Frau beim Befüllen einer E-Zigarette mit gelbem Liquid
junge blonde Frau befüllt mit Liquid ihre elektrische Zigarette © Miriam Dörr - www.fotolia.de

Wie sinnvoll die Einführung der E-Zigarette war, wird noch immer diskutiert. Besonders unter Eltern und Lehrer hat sich der Standpunkt herausgebildet, dass die E-Zigarette einen entscheidenden Nachteil hat: sie macht das Rauchen für Jugendliche wieder attraktiver.

Wird das Rauchen wieder attraktiver?

Eine aktuelle Studie mit rund 10.000 befragten Kindern und Teenagern hat gezeigt, dass die Jugend beim Erstkonsum tatsächlich neugieriger geworden ist. Demnach sind die Jugendlichen eher bereit, eine E-Zigarette zu probieren als herkömmlichen Tabak zu rauchen. Von den Elf-Jährigen bis 16-Jährigen waren es 12,3 Prozent. Das gibt zurecht zu denken.

Eine positive Botschaft hat die Studie zum Glück aber auch: Nur wenige der E-Zigaretten-Tester werden später auch regelmäßige Nutzer. Hier lag der Prozentsatz bei gerade einmal 1,5 Prozent. Unter einem regelmäßigen Konsum verstand die Studie mindestens eine E-Zigarette pro Monat.

Einstieg zur Einstiegsdroge?

Bei der Befragung gingen die Forscher außerdem auf Cannabis ein. Die Kinder und Jugendlichen wurden gefragt, ob sie schon einmal Hanf benutzt haben und wenn ja, wie häufig zu kiffen. Es zeigte sich, dass jene Teenager, die regelmäßig zur E-Zigarette greifen, auch dem Cannabis-Konsum nicht abgeneigt sind. Die meisten kifften regelmäßig.

Interessant war dabei, dass es hier keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern gab. Mädchen und Jungen griffen gleich häufig zu Cannabis. Auch die Angehörigkeit zu verschiedenen sozialen Schichten spielte offenbar keine Rolle. Jugendliche aus eher benachteiligten Schichten nutzen E-Zigarette und Cannabis genauso wie Kinder aus besser gestellten Familien.

Zweischneidiges Fazit

Das Fazit der Studie fällt daher zwiespältig aus: Zwar scheinen E-Zigaretten nur die Bereitschaft zum Probieren und nicht zur Dauernutzung zu erhöhen, gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die E-Zigaretten zur gesellschaftlichen Norm werden und damit weiterem Drogenkonsum Tür und Tor öffnen.

Red, Blue und Silver - Bedeutung verschiedener Geschmacksbezeichnungen bei Zigaretten

Bezeichnungen wie Red, Silver oder Blue dienen dazu, die Stärke der Zigarettensorten zu benennen. Sie entstanden nach dem Verbot von Bezeichnungen wie "Light" oder "Extra light". Diese Begriffe wurden im Jahr 2003 von der EU untersagt, da sie dem Verbraucher fälschlicherweise suggerierten, weniger gesundheitsschädlich als andere Zigarettensorten zu sein.

Bei der Stärke einer Zigarette handelt es sich jedoch nicht um deren Geschmack, sondern vielmehr um den Gehalt von gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen wie Teer oder Nikotin.

Red

Trägt eine Zigarettensorte die Zusatzbezeichnung Red, bedeutet dies, dass sie einen vollmundigen, starken Geschmack hat. Außerdem weist sie einen höheren Nikotin- und Teergehalt auf als Zigarettensorten mit anderen Farben.

Das Ziehen an einer Red-Zigarette ist intensiver zu spüren als an Silver- oder Blue-Zigaretten. In früheren Jahren bezeichnete man Red-Zigaretten auch als Full Flavor.

Silver

Zigaretten mit der Bezeichnung Silver entsprechen in etwa den früheren "Light"-Zigaretten. Das bedeutet, dass ihr Gehalt an Nikotin und Teer geringer ausfällt, als bei Sorten mit der Bezeichnung Red. Eine weitere Eigenschaft ist, dass die Züge der Silver-Zigaretten weniger auf der Lunge zu spüren sind.

Blue

Mit der Bezeichnung Blue werden leichtere Zigarettensorten gekennzeichnet. So liegt ihr Gehalt an Teer und Nikotin deutlich unter dem von Red und Silver.

Gesundheitliche Auswirkungen

Sämtliche Zigarettenbezeichnungen haben miteinander gemeinsam, dass sie allesamt die Gesundheit des Konsumenten schädigen können. Kritiker werfen den Zigarettenherstellern vor, mit Bezeichnungen wie Red, Silver und Blue die alten Stärkekategorien unkenntlich zu machen. Dadurch sei eine Identifikation der Stärke nur noch anhand von kleingedruckten Nikotinangaben möglich.

USA: Der Nikotinanteil in Zigaretten steigt

Nahaufnahme ausgedrückte Zigaretten in Aschenbecher
Stubs in an ashtray © mashe - www.fotolia.de

In den USA ist der Nikotingehalt der Zigaretten in den Jahren 1998 bis 2005 pro Jahr um durchschnittlich 1,6 Prozent gestiegen. Das hat eine Untersuchung des Massachusett Department of Public Health (MDPH) ergeben.

Dies zeige deutlich, dass die Tabakindustrie in der Lage sei, die Zusammensetzung ihrer Zigaretten zu steuern, so Gregory Connolly, einer der Mitwirkenden an der Studie. Connolly sieht daher eine dringende Notwendigkeit, die Produkte der Tabakindustrie zu kontrollieren

Jährlich sterben in den USA rund 438.000 Menschen an den Folgen der Tabakprodukte.

Forscher: "Light"-Zigaretten gefährlicher als normale Glimmstengel

Glas Aschenbecher mit glühender Zigarette auf schwarzem Tisch
Aschenbecher mit brennender Zigarette © Gerald Schittenhelm - www.fotolia.de

Die mit dem Aufdruck "Light" oder "Leicht" gekennzeichneten Zigaretten sind teilweise gefährlicher als normale Zigaretten. Dies haben Wissenschaftler aus Kalifornien mit Hilfe von Experimenten an Mäusen herausgefunden. Es zeigte sich, dass sich der blaue Dunst negativer auf die Zellen der Tiere auswirkte als der von gewöhnlichen Zigaretten.

In Untersuchungen an humanen, embryonalen Stammzellen stellte sich heraus, dass sich der "Light"-Rauch auch negativ auf die Entwicklung menschlicher Zellen auswirkt.

Raucher von "Leichtzigaretten" rauchen mehr und inhalieren stärker

Junge Frau zieht an Zigarette
Smoking woman © Stas Perov - www.fotolia.de

Die Wissenschaftler Prue Talbot und Sabrina Lin von der Universität von Kalifornien in Riverside haben nach Experimenten mit Stammzellen von Mäusen herausgefunden, dass der Rauch von leichten Zigaretten vergleichsweise mehr schädliche Inhaltsstoffe enthält als gewöhnlicher Tabakrauch.

Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die im Tabakrauch enthaltenen Zusatzstoffe Auswirkungen auf die Fortpflanzung und den damit verbundenen Entwicklungsprozess haben. Die Forscherinnen stellten fest, dass sowohl der inhalierte Rauch wie auch der blaue Dunst, der von der Zigarettenspitze emporsteigt, bei den leichter eingestuften Zigaretten für die Zellen kritischer sei. Talbot macht auf die negativen Folgen, die auch Auswirkungen auf den Menschen haben, aufmerksam und rät schwangeren Frauen, sich weder aktivem noch passivem Tabakrauch auszusetzen.

Die Untersuchungen mit menschlichen embryonalen Stammzellen zeigen ähnliche Ergebnisse wie bei den Zellen der Mäuse. Desweiteren zeigen frühere Untersuchungen, dass sich das Rauchverhalten bei Leichtzigaretten verändert, der Raucher aufgrund des verringerten Nikotingehaltes dazu verleitet wird, mehr zu rauchen und tiefer zu inhalieren.

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  • Bildnachweis: Fumatrice di sigaretta elettronica con vapore © Gianluca Rasile - www.fotolia.de
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  • Bildnachweis: smoking © Amir Kaljikovic - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: smoking issues, tobacco and nicotine addiction , health theme © bellakadife - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Male hands making cigars with tobacco © feelphotoartzm - www.fotolia.de
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  • Bildnachweis: E-Zigarette - Verdampfer - Akku - Liquid © Pixelot - www.fotolia.de

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