Politische Maßnahmen gegen das Rauchen und deren Wirkung

Nahaufnahme rechte Männerhand drückt Zigarette im Aschenbecher aus

Warnhinweise, Schockbilder, Tabaksteuer - im politischen Bereich werden einige Maßnahmen ergriffen, um gegen Nikotinkonsum vorzugehen

Das Rauchen verschafft dem Staat aufgrund der Tabaksteuer nur scheinbar effektive Einnahmen in Form der Tabaksteuer. Eine nähere Betrachtung zeigt, dass diese Einnahmen durch all jene Ausgaben und Finanzverluste überschattet werden, welche durch die gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums in der Bevölkerung entstehen. Doch welche politischen Maßnahmen wurden gegen das Rauchen ergriffen, um den Tabakkonsum innerhalb der Gesellschaft zu reduzieren?

Warnhinweise und Schockbilder auf den Verpackungen

Eine politische Maßnahme, welche es hierzulande erst seit dem Jahre 2003 gibt, sind die Warnhinweise auf den Zigarettenpackungen. Bei diesen handelt es sich um Aussagen über mögliche Folgen des Rauchens, welche wissenschaftlich belegt werden konnten. Als Beispiel kann in diesem Zusammenhang der Warnhinweis "Rauchen kann tödlich sein" dienen.

Im Mai 2016 wurden die Zigarettenpackungen zusätzlich mit schockierenden Bildern versehen:

  • schwarze Lungen
  • verfaulte Zähne
  • verfaulte Zehen
  • weinende Babys

- mittlerweile gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Fotos, die die möglichen Folgen des Rauchens auf abstoßende Art und Weise anzeigen. Auch wenn die Anzahl Statistiken zufolge im vergangenen Jahr zurückgegangen ist, so bezweifelt die Krebsprävention des Deutschen Krebsforschungszentrums, dass dies auf die besagten Schockbilder zurück zu führen sei; vielmehr ist ein genereller Absatz zu vermerken - und dies schon über mehrere Jahre lang.

Genaue Daten, was die Auswirkung der Bilder angeht, gäbe es nicht. Des Weiteren haben sich viele Raucher mit bilderlosen Schachteln eingedeckt, bevor die neuen Packungen auf den Markt gekommen sind; so konnten eine zeitlang die alten Varianten gelagert werden.

Vermehrte Anrufe bei der Entwöhnungs-Hotline

Was jedoch sicher ist, ist die Tatsache, dass die Menge an Anrufen bei der Entwöhnungshotline der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in letzten Jahr um das Vierfache angestiegen ist; ebenso werden Online-Entwöhnungsprogramme vermehrt wahrgenommen.

Neben den Bildern wird nun auch die entsprechende Entwöhnungs-Hotline sowie die Internetadresse auf jeder Packung aufgedruckt. Diese doppelte Kombination scheint somit Wirkung zu zeigen.

Schockbilder und Botschaften auf Zigarettenschachteln sollen zum Nachdenken anregen
Schockbilder und Botschaften auf Zigarettenschachteln sollen zum Nachdenken anregen

Verbotszonen

Ein weiteres politisches Instrument, welches das Rauchen eindämmen soll, ist die Schaffung von Verbotszonen, welche zudem durch Verbotsschilder kenntlich gemacht werden. So darf nun beispielsweise nur noch bedingt in Gaststätten, öffentlichen Gebäuden und Flughäfen geraucht werden.

Dies hat zur Folge, dass der Komfort für den Raucher sinkt, welcher sich teils erst in spezielle Bereiche begeben muss, um rauchen zu können. In der Folge wird der Tabakkonsum gelegentlich eingestellt, da das Rauchen in der Öffentlichkeit als zu aufwendig und nicht mehr entspannend empfunden wird.

Weltnichtrauchertag: Rauchfreie Großevents

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzt sich intensiv für das Nichtrauchen ein und hat den 31. Mai zum offiziellen Welt-Nichtrauchertag erklärt. An diesem Tag werden vermehrt Aufklärungsprojekte veranstaltet; die Deutsche Krebshilfe veröffentlich zudem Poster, wie etwa mit dem Spruch "Wer raucht, verliert!". Diese kann man dort kostenlos anfordern.

Der Weltnichtrauchertag steht jedes Jahr unter einem bestimmten Motto. Die der letzten Jahre lauteten:

  • Gesundheit auf der Kippe – Tabaksteuern rauf, Zigarettenkonsum runter! (2014)
  • E-Zigaretten und E-Shishas: Chemie für die Lunge! (2015)
  • Kein Platz für giftige Botschaften: Stoppt Tabakwerbung jetzt! (2016)
  • Rauchen kostet. Nichtrauchen kostet nichts! (2017)

Die WHO möchte damit beispielsweise klar machen, dass nicht nur Zigaretten, sondern auch andere Formen des Rauchens wie zum Beispiel die Wasserpfeife ernsthafte gesundheitliche Folgen haben können. Auch Großevents wie die Fußball-Weltmeisterschaften werden zum Anlass genommen, um das Organisationskomitee dazu aufzurufen, eine rauchfreie WM zu veranstalten.

Der WHO und der Deutschen Krebshilfe geht es bei dem geforderten Nichtraucherschutz in Fußballstadien vor allem auch um die Passivraucher. Viele Menschen unterschätzen die Folgen des Passivrauchens, doch Experten zufolge sterben jedes Jahr etwa 3.300 Menschen an den Folgen. In anderen Ländern werden rauchfreie Weltmeisterschaften schon seit vielen Jahren ausgetragen und somit wird auch die WM im Jahr 2018 rauchfrei sein.

Tabaksteuer

Des Weiteren kann die Tabaksteuer noch als eine Maßnahme gesehen werden, welche sich gegen die Verbreitung des Rauchens richtet. Schließlich steigen hierdurch die Packungspreise, was den Kauf einer Zigarettenschachtel weniger attraktiv erscheinen lässt.

Nichtsdestotrotz steht diese Maßnahme in der Kritik. So darf angezweifelt werden, ob die Tabaksteuer wirklich aus diesem Grund erhoben wird. Stattdessen kann davon ausgegangen werden, dass es dem Staat eher um die erhöhten Staatseinnahmen als um die Gesundheit der Bevölkerung geht.

Tatsache ist: die höheren Preise sind die effektiveste Maßnahme, um gegen das Rauchen vorzugehen. Europaweit liegt Deutschland mit der Tabaksteuerhöhe jedoch lediglich im Mittelfeld: Noch teurer als hierzulande sind die Zigaretten in der Schweiz, Großbritannien, Frankreich und Irland. Für einen effektiven Rückgang des Konsums müsste die Steuer angehoben werden.

Werbeverbot

Letztlich kann noch das Werbeverbot als eine solche politische Maßnahme gegen das Rauchen gewertet werden. So darf seit 2003 in der EG in vielerlei Medien nicht mehr für Tabakprodukte geworben werden, was die Absatzzahlen der Tabakindustrie erheblich senken konnte. Allerdings muss hier noch betont werden, dass diese Richtlinie in Deutschland erst 2006 umgesetzt wurde.

Das Werbeverbot bezieht sich deutschlandweit auf verschiedene Medien. Ein komplettes Verbot gilt für die Werbung in Radio- und Fernsehspots sowie im Internet. Printmedien sind dann von dem Verbot ausgenommen, wenn es sich um entsprechende Fachzeitschriften handelt.

Abschreckende Maßnahmen

Warnhinweise schrecken Raucher nicht ab

Frau zerknüllt eine rote Zigarettenschachtel in ihrer Hand
Junge Frau zerknüllt Zigarettenschachtel (weisser Hintergrund) © Knut Wiarda - www.fotolia.de

Die eingeführten Warnhinweise auf den Zigarettenpackungen zeigen bei den Rauchern offensichtlich nicht viel Wirkung.

Laut einer NFO-Infratest-Umfrage sind 79 Prozent der Befragten gar nicht verunsichert durch die Warnhinweise auf den Zigarettenpackungen. Nur ca. 4 Prozent fühlten sich sehr verunsichert.

Ähnliche Umfrageergebisse liegen auch aus den Niederlanden und Kanada vor. Dort ist es auch Pflicht auf Zigarettenpackungen Warnhinweise zu drucken.

Durch die Tabaksteuer weniger Raucher

Vier Buchstabenwürfel bilden das Wort "STOP" auf einem Haufen Tabak und zwei Zigaretten
Rauchstopp © L.Klauser - www.fotolia.de

Die neue Erhöhung der Tabaksteuer vom 1. März bewirkt Wunder.

Nach einer Umfrage der Zeitschrift "Bildwoche" wollen 24 Prozent der Raucher ganz auf die Zigaretten verzichten, sechs Prozent sind bereits Nichtraucher und 30 Prozent wollen in der Zukunft weniger rauchen.

Knapp 38 Prozent wollen mit dem Rauchen nicht aufhören.

Nikotinkonsum in der Öffentlichkeit verboten

Mann in Jeanshemd sitzt am Tisch in einer Kneipe, trinkt Bier und raucht Zigarette
man drinking beer and smoking cigarette at bar © Syda Productions - www.fotolia.de

Norwegen ist jetzt, neben Irland, das zweite Land der Welt in dem landesweit der Nikotinkonsum auf öffentlichen Plätzen verboten ist.

Die norwegische Regierung möchte damit die Beschäftigten der Gastronomie schützen. Rund 26 Prozent der volljährigen Einwohner in Norwegen konsumieren regelmäßig Nikotin. Verstöße gegen die Auflagen sollen empfindlich geahndet werden.

50 Prozent der Raucher hören nach Antiraucher-Spots auf

Salzburger Apotheken stellten nach einer Untersuchung über Anti-Raucher-Spots fest, dass danach die Hälfte der Teilnehmer mit dem Rauchen aufhörten.

3.000 Menschen haben sich, laut dem Salzburger Internisten Harald Kritz, an der Studie beteiligt. Zur Auswertung sollten sie sich in einer örtlichen Apotheke melden. Das Fazit: Hauptsächlich weibliche Jugendliche hörten nach der Fernseh-Kampagne auf zu rauchen. Menschen älter als 40 Jahre wollen dagegen das Rauchen nicht aufgeben.

Jeder Vierte ist laut einer Umfrage für öffentliches Rauchverbot

Zwei Mädchen mit Mundschutz vor Rauch und Qualm ärgern sich über rauchenden Mann mit Zigarette im Mund im Vordergrund
Nichtraucherschutz © Digitalpress - www.fotolia.de

Die große Mehrheit der Deutschen ist laut einer repräsentativen Umfrage der GfK Marktforschung Nürnberg im Auftrag der "Apotheken Umschau" für weit reichende Rauchverbotsregelungen, wie sie der Bundestag jetzt verabschiedet hat.

So wollen 85,5% der Deutschen ab 16 Jahren das Rauchen in öffentlichen Verkehrsmitteln verboten wissen. Acht von zehn Befragten (78,0%) möchten in öffentlichen Gebäuden keinen Qualm mehr riechen.

Jeweils zwei von drei (68,3%) Bundesbürgern sprechen sich entschieden gegen das Rauchen am Arbeitsplatz aus und mehr als jeder Zweite (55,0%) will den Rauchern wegen der damit verbundenen Ablenkung auch im Auto ihre Leidenschaft untersagen. Fast jeder vierte Befragte (22,9%) ist sogar für Rauchverbote auf öffentlichen Plätzen und Straßen.

Drastische Beispiele sollen Kinder vor dem Rauchen warnen

Projekt am Weltnichtrauchertag soll Kinder über die Gefahren des Rauchens aufklären

Brennende Zigarette im Aschenbecher
cigarette © Leonid Nyshko - www.fotolia.de

Am kommenden Sonntag, den 31. Mai ist wieder der Weltnichtrauchertag und in Norddeutschland wird durch ein Projekt versucht, Kinder vom Rauchen abzuhalten. Hierbei wird den Kindern auf eine ungewöhnliche Weise klar gemacht, wie das Rauchen die Gesundheit schaden kann.

Erfahrungsberichte von Betroffenen

So erzählt ein 41-jähriger Mann, der an Lungenkrebs erkrankt ist, den Kindern von seinem Leben, wie er die erste Zigarette geraucht hat und über seine Krankheit. An anderen Beispielen wird den Kindern die Folgen des Rauchen aufgezeigt, so auch Röntgenaufnahmen von der Lunge. Das Projekt nennt sich "Nichtrauchen ist cool" und mittlerweile haben die Ärzte mehr als 32.000 Kinder und Jugendliche in Norddeutschland vor den Folgen des Rauchen gewarnt.

Bildliche Darstellung

Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schon seit einiger Zeit fordert, sollte auf den Zigarettenpackungen nicht nur schriftlich, sondern auch in Bild vor den Folgen gewarnt werden. In Deutschland sind schätzungsweise 33 Prozent der Erwachsenen Raucher. Jährlich sterben 140.000 an den Folgen, so beispielsweise an Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Kontrollen sind wirksam im Kampf gegen das Rauchen von Jugendlichen

In den USA ist der Anteil der Jugendlichen, die rauchen, durch strengere Gesetze und Kontrollen um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Testkäufer zur Kontrolle des Zigaretten-Verkaufsverbotes an Minderjährige, hohe Zigarettenpreise und Rauchverbote in öffentlichen Räumen machten Wissenschaftler für den Rückgang verantwortlich, berichtet das „HausArzt-PatientenMagazin“.

Für Deutschland stellten Statistiker einen ähnliche Tendenz fest: Zwischen 2001 und 2008 sank die Quote hierzulande von 28 auf 15,4 Prozent.

Mehr Aufklärung und Beratung, sowie vorbeugende Maßnahmen für rauchende Frauen nötig

Junge Frau zieht an Zigarette
Smoking woman © Stas Perov - www.fotolia.de

In den letzten Jahren haben immer mehr Männer in Deutschland Abschied von der Zigarette genommen, so hat sich die Raucherqoute von 32 auf 27 Prozent verringert. Dagegen ist der Anteil der rauchenden Frauen ziemlich konstant bei gut 20 Prozent geblieben.

Doch gerade Frauen sind, wenn sie rauchen, durch Schwangerschaft oder eine hormonelle Verhütung mehr von Risiken und Krankheiten betroffen. Deshalb müsse in Deutschland mehr für die Prävention und Beratung getan werden, wie auch Ulrich John, der Direktor des Instituts für Epidemiologie und Sozialmedizin in Greifswald berichtet. Auch ist bei den Raucherinnen ein höheres Risiko der Osteoporose gegeben und Rauchen während einer Schwangerschaft schadet dem Kind.

In Europa ist besonders Schweden ein Vorbild, was die vorbeugenden Maßnahmen, sowie Aufklärung und Beratung angeht, so schreiben dort über dieses Thema sehr viele Frauenzeitschriften.

Zigaretten sollen ab 2012 nur in einer neutralen Verpackung verkauft werden

Weiße Schachtel mit Zigaretten, die Filter nach rechts zeigend
cigarettes © Djordje Korovljevic - www.fotolia.de

Das Europäische Parlament hatte im Jahr 2001 die Tabakproduktrichtlinie beschlossen, die auch im Jahr 2003 in Deutschland in Kraft trat, und seit einigen Monaten wird diese wieder neu überarbeitet. So soll ab dem Jahr 2012 auf jegliche Aufmachung bei den Packungen verzichtet, das heißt außer der Marke und den Hinweisen zur Gefährdung der Gesundheit wird nichts mehr auf den dann neutralen weißen Verpackungen stehen.

Schon in diesem Jahr wurde auch vom Deutschen Bundestag ein Gesetz gegen Tabak-Sponsoring im Netz verabschiedet, so dass jetzt das im Jahr verabschiedete Werbeverbot für Tabakwaren in Zeitschriften und Zeitungen erweitert wurde.

Durch den neusten Beschluss werden auch bald ehemalige Bilder für bestimmte Tabaksorten aus dem Gedächtnis so langsam verschwinden. So erinnern sich besonders noch die älteren Deutschen gerne an das berühmte HB-Männchen, oder denken wir an die Cowboys der Marlboro oder an die ausgelatschten Schuhe bei der Werbung für die Camel-Zigarette.

Zigarettenverpackungen sollen unattraktiver werden

Um Menschen vom Rauchen abzubringen, will das Krebsforschungszentrum Neuerungen einführen

Feuerzeug und zwei Zigaretten auf weißem Hintergrund
Feuerzeug und Zigaretten © Stauke - www.fotolia.de

Immer mehr Menschen beginnen schon in jungen Jahren mit dem Rauchen. Experten sehen das Hauptproblem vor allem in den Zigarettenschachteln, die in leuchtenden Farben erstrahlen und so besonders jüngere Leute ansprechen. Das Deutsche Krebsforschungszentrum fordert daher, die Zigarettenschachteln unattraktiver zu gestalten und mit Warnhinweisen sowie abschreckenden Bildern zu versehen.

Die Idee, Zigarettenschachteln durch abschreckende Bilder wie Raucherlungen oder -beine für Raucher unattraktiver zu machen existiert schon lange, nur bislang wurde sie nicht realisiert.

Da aber die Verpackungen generell immer schöner gestaltet werden und mittlerweile sogar schon die Aufmerksamkeit von Kindern auf sich ziehen, sollen die Schachteln in Zukunft in einem einheitlichen Grau hergestellt werden, sodass deren Attraktivität Jugendliche nicht mehr zum Einstieg verleiten kann.

Auch Erwachsene sollen die Lust am Rauchen verlieren

Warnhinweise und Bilder sollen zudem dafür sorgen, dass auch Raucher mit den gesundheitlichen Folgen beim Kauf jeder Schachtel konfrontiert werden und dadurch eventuell sogar die Lust am Rauchen verlieren.

Auch fordert das Krebsforschungszentrum jegliche Verwendung von Zusatzstoffen, die das Rauchen schmackhafter machen, wie beispielsweise Aromen oder Stoffe, die das Halskratzen beim Inhalieren minimieren, zu verbieten.

Rauchen im Film - Qualmen animiert zum Tabakkonsum

Menschen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, sollten auf Filme mit hohem Tabakkonsum verzichten

Mann mit nacktem Oberkörper an Wand gelehnt raucht, Macho
Shirtless macho man smoking cigarette against white background © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

US-amerikanische Forscher wiesen nach, dass der Anblick rauchender Schauspieler anregt, ebenfalls zur Zigarette zu greifen. Dylan Wagner und Todd Heatherton vom Dartmouth College in New Hampshire bewiesen dies anhand einer Studie mit 34 Probanden, darunter jeweils 17 Raucher und Nichtraucher, so das "Journal of Neuroscience".

Die beiden Wissenschaftler untersuchten die Studienteilnehmer mithilfe eines Magnetresonanztomographen (MRT). Sie präsentierten ihnen drei zehminütige Ausschnitte aus dem Film "Matchstick Men" (dt. "Tricks") mit Nicolas Cage, der sich durch zahlreiche Rauchszenen auszeichnet.

Erhöhte Gehirnaktivität bei Rauchszenen

Immer wenn sich im Film ein Darsteller eine Zigarette anzündete, reagierten die Raucher unter den Testpersonen. Und zwar wurde der Bereich des Gehirns tätig, der sonst aktiv wird, wenn der Proband selbst vorhat, sich eine Zigarette zu genehmigen. Der Grund für diese Gehirnaktivität liegt in den immergleichen Handbewegungen von Rauchern beim Anzünden einer Zigarette.

Wagner und Heatherton finden die Resultate früherer Studien bestätigt, die den Griff zum Glimmstängel wahrscheinlicher werden ließ, wenn Raucher dies auch auf der Kinoleinwand betrachten konnten. Die beiden Wissenschaftler empfehlen daher Leuten, die sich das Rauchen abgewöhnen wollen, auf Filme mit extensivem Tabakkonsum zu verzichten.

Gegen die neuen Anti-Raucher-Gesetze in New York regt sich ziviler Ungehorsam

In New York geht nun eine Bürgerrechtsgruppe gegen das Raucherverbot an

Zigarettenstummel, der ausgedrückt wurde, schwarze Krümel darum
cigarette © NatUlrich - www.fotolia.de

Die US-Metropole New York versucht schon seit längerem zum Gesundheitsparadies zu werden. Die Schachtel Zigaretten kostet dort zwischen 12 und 15 Dollar, also zwischen 8,60 und 10,70 Euro. Jetzt will Bürgermeister Michael Bloomberg - vermutlich Nichtraucher- das Rauchen auch noch am Strand, in Stadtparks und an allen öffentlichen Plätzen verbieten.

C.L.A.S.H.

Doch das geht einigen New Yorkern jetzt zu weit. Es hat sich eine Widerstandsgruppe gebildet, die sich C.L.A.S.H. nennt. Das heißt: Citizens Lobbying Against Smoker Harrassment. Auf Deutsch frei übersetzt: Bürgerrechtsbewegung gegen Raucherverfolgung.

Anführerin ist Audrey Silk. Sie ist 46 und vergleicht Bloombergs Anti-Raucher-Politik mit einem totalitären System. Silk wohnt in Brooklyn und hat im Garten 100 Töpfe mit Tabaksetzlingen. Sie züchtet sich ihren Tabak also selbst.

Das schmecke zwar nicht so gut, spare ihr aber pro Jahr 8000 Dollar, sagt sie. Und ab Mai will sie mit ihrer Bewegung offen gegen das Rauchverbot in Stadtparks verstoßen und das Bußgeld von 50 Dollar dafür in Kauf nehmen. Da sind die 8000 Dollar dann schnell wieder weg.

Aus für Zigarettenautomaten in England

Um das Rauchen von Minderjährigen zu unterbinden greift England durch

Nahaufnahme ausgedrückte Zigaretten in Aschenbecher
Stubs in an ashtray © mashe - www.fotolia.de

In England wird sich künftig das Straßenbild gewaltig ändern. Der Grund dafür ist, dass alle Zigarettenautomaten seit diesem Oktober verboten sind und abgebaut werden.

Sanktionen bei Nichtbeachtung

Geschieht dies nicht und wird weiter über diesen Verkaufsweg Tabakware angeboten, drohen Strafen in Höhe von bis zu 2500 Pfund (rund 2910 Euro). Dem Gesetz ging auf der Insel eine monatelange und sehr emotionale Diskussion voraus.

In den anderen Ländern Großbritanniens wie

wird dagegen alles beim Alten bleiben.

Rauchen von Minderjährigen

Erstes Ziel des Gesetzes ist den Verkauf von Zigaretten an Minderjährige zu blocken, da laut dem Gesundheitsministerium fast jeder Raucher schon vor seinem 18. Geburtstag raucht.

Schätzungen gehen von bis zu 35 Millionen Zigaretten aus, die jährlich über Zigarettenautomaten an unter 18jährige verkauft wurden. Die Gesundheitsorganisationen sind von dem neuen Gesetz naturgemäß begeistert, Gaststätteninhaber dagegen einen wiederholten Eingriff in ihr Geschäftsmodell. Sie befürchten Umsatzeinbußen.

Neutrale Verpackungen geplant

Für die Zigarettenindustrie kommt es aber noch dicker, es drohen bald nur noch neutrale Verpackungen ohne Werbemöglichkeiten. Dann sollen nur noch Gesundheitshinweise auf die Schachteln gedruckt werden.

Australische Zigarettenpackungen ab sofort langweilig

Ab Ende 2012 dürfen Zigarettenverpackungen in Australien nur noch olivgrün sein

Weiße Schachtel mit Zigaretten, die Filter nach rechts zeigend
cigarettes © Djordje Korovljevic - www.fotolia.de

In Australien macht eine Neuregelung das Äußere von Zigarettenpackungen langweilig und nackig. Ab Ende des Jahres 2012 dürfen auf diesem Kontinent die Packungen von Zigaretten nur noch in der Farbe Olivgrün angeboten werden.

Der Markenname darf nur noch in kleiner Schrift aufgedruckt werden, wohingegen Äußerungen über die Gefährlichkeit des Rauchens den größten Platz eingeräumt bekommen. Damit wurden die bereits jetzt schon eingeschränkten Möglichkeiten für die Tabakwerbung noch weiter eingeengt.

Zigarettenhersteller planen rechtliche Schritte

Doch die Zigarettenhersteller wollen rechtliche Schritte gegen diese Maßnahme einleiten, da sie sowohl internationale Markenrechte als auch Regeln über den Umgang mit geistigem Eigentum verletze. Die Regierung Australiens sieht diesem Rechtsstreit gelassen entgegen.

Bereits seit einigen Jahren nimmt Australien eine Vorreiterrolle ein, wenn es darum geht, das Rauchen zu bekämpfen. Grund dafür: jedes Jahr sterben dort ungefähr 15.000 Menschen an den Folgen des Zigarettenkonsums.

Regierungsmaßnahmen gegen das Rauchen zeigen ihre Wirkung

Durch die Verhängung von hohen Steuern und starken Einschränkungen in Bezug auf Werbung und Verkauf weist Australien über den geringsten Raucheranteil weltweit auf. Nur 14 Prozent der weiblichen Mitbürger und 16 Prozent der männlichen Bevölkerung greifen regelmäßig zum Glimmstängel, wohingegen noch in den 80-ern mehr als 30 Prozent der Australierinnen und 40 Prozent der Australier rauchten. Die Maßnahmen der Regierung haben also gefruchtet.

Rauchverbote zeigen Wirkung

Frau mit dunkel lackierten Fingernägeln hält eine zerbrochene Zigarette in die Kamera
Young woman refuses to smoke and breaks cigarette. © nenetus - www.fotolia.de

Laut einer Studie der Krankenkasse DAK ist hierzulande die Anzahl der Herzinfarkte aufgrund der Rauchverbote in Gaststätten stark zurückgegangen. Die Krankenhaus-Behandlungen sanken nach der Einführung des Verbotes im Jahr 2007 um ganze acht Prozent. Daneben wurden 13 Prozent weniger Patienten mit Angina pectoris behandelt, wo es sich um eine Vorstufe des Herzinfarktes handelt.

Für die Studie wurden über einen Zeitraum von fünf Jahren die Klinikdaten von über drei Millionen Versicherungsnehmern genau unter die Lupe genommen. Somit ist es die größte Untersuchung weltweit, welche die Auswirkungen von Rauchverboten aufzeigt.

Bei der DAK-Gesundheit konnten schon ein Jahr nach dem Rauchverbot rund 7,7 Millionen Euro gespart und 1.880 Behandlungen verhindert werden. Allerdings drängen viele Experten auf ein komplettes Rauchverbot, da selbst Herzpatienten ihre Finger nicht vom Glimmstängel lassen können. Die bisher durchgesetzten Rauchverbote sind laut der DAK absolut notwendig gewesen und erweisen sich als sinnvoll.

Diverse Studien bestätigen, dass die schädliche Wirkung neben den Aktivrauchern auch die passiven Raucher trifft. Unter anderem verkrampfen die Gefäße aufgrund der Aufnahme von schädlichen Stoffen durch den Rauch einer Zigarette.

Hinzu kommt, dass sich die Fließeigenschaften des Blutes sowie die allgemeine Durchblutung verschlechtern, womit die haut schlechter versorgt und der Körper weniger gut durchblutet wird. Sobald es bei einem Herzkranzgefäß zu Ablagerungen oder Gefäßverschlüssen durch die Verklumpung von Blut kommt, ist der Herzinfarkt nur noch eine Frage der Zeit.

Ex-Rauchern helfen die Warnhinweise

Faust schlägt auf Zigarettenpackung
Hand crushing cigarettes © Oleksandra Voinova - www.fotolia.de

Inzwischen gehören Warnhinweise auf den Verpackungen der Zigaretten dazu. Doch lange stand die Frage im Raum: nützt das überhaupt irgendetwas? Eine Studie hat sich mit der Nützlichkeit dieser abschreckenden Hinweise beschäftigt und kommt zu dem Schluss, dass zumindest Ex-Raucher davon profitieren. Sie nehmen bei einem potentiellen Rückfall die Texte oder Bilder deutlich wahr und können daher davon abgehalten werden, erneut eine Packung zu kaufen oder eine angebotene Zigarette anzunehmen.

Die Studie umfasste Ex-Raucher aus den USA und Kanada, sowie Australien und Großbritannien. Insgesamt nahmen 2.000 Menschen an der Studie teil. Sie alle hatten maximal drei Monate vor Studienbeginn mit dem Nikotinkonsum aufgehört und waren damit noch stark gefährdet, einen Rückfall zu erleiden. Man befragte sie, wie sehr sie sich für die Warnhinweise interessieren und betreute sie dann für ein Jahr. Am Ende wurde ermittelt, wer wirklich rauchfrei blieb.

Von all jenen, die den Warnhinweisen gleichgültig gegenüberstanden, hatten 50 Prozent wieder angefangen zu rauchen. Wer dagegen viel davon hielt, war eher stark geblieben. Hier hatten nur 41 Prozent wieder zur Zigarette gegriffen. Dabei schienen die Bilder eher zu wirken, als die Texte. In der EU sind Warnhinweise zwar Pflicht, aber den Ländern ist freigestellt, ob man nur mit Texten, oder auch mit Bildern arbeiten will. In Deutschland wird derzeit darüber diskutiert, ob man von der Möglichkeit der Bilder Gebrauch machen will. Bisher gibt es bei uns nur die Texte.

Institut fordert: E-Zigaretten in Raucherzonen verbannen

Frau beim Befüllen einer E-Zigarette mit gelbem Liquid
junge blonde Frau befüllt mit Liquid ihre elektrische Zigarette © Miriam Dörr - www.fotolia.de

Die E-Zigarette bleibt umstritten. So geht das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) von einer Gefährdung der elektrischen Zigaretten auch für Passivraucher aus. Daher sollten die E-Zigaretten, so das BfR, in Nichtraucherzonen verboten werden.

Grund für diese Maßnahme sind die Flüssigkeiten, die in einer E-Zigarette enthalten sind. Es gebe so viele Inhaltsstoffe, dass gar nicht klar sei, was ein Raucher wirklich ein- und ausatme, erklärte ein Vertreter des Instituts. Außer Nikotin können dies auch das Verneblungsmittel Propylenglycol, Chemikalienzusätze sowie verschiedene Duft- und Aromastoffe sein. Bestimmte Produkte können vermutlich sogar krebserzeugende Aldehyde freisetzen.

Gefahren für Dritte seien nach derzeitigem Wissensstand nicht ausgeschlossen, teilte das BfR mit. Gerade Kinder, Kranke oder Schwangere sollte man nicht dem Dampf aussetzen. E-Zigaretten, so die Forderung, sollten wie gewöhnliche Zigaretten behandelt werden.

Rauchverbot auch in Autos?

Nahaufnahme glimmende Zigarette über Aschenbecher
smoke © Davide Rigatti - www.fotolia.de

Britische Mediziner vom Royal College of Physicians Tobacco Advisory Group fordern ein Rauchverbot auch im Auto. Wie Forscher bei einer Studie feststellten, wird durch das Rauchen im Auto die Feinstaubbelastung drastisch erhöht und liegt weit über den Grenzwerten, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorschreibt. Aber auch, wenn die Autofahrer die Fenster bei der Fahrt geöffnet halten, hilft dies nicht viel.

Bei der Studie wurden in den Autos Messgeräte in der Höhe des Kopfes eines Kindes, das sich normalerweise auf dem Rücksitz befindet, installiert. Von den 17 Teilnehmern der Studie waren 14 Raucher. Bei einer täglichen Autofahrt zwischen fünf bis 70 Minuten stieg die Feinstaubkonzentration innerhalb des Autos bei den Rauchern im Durchschnitt auf 85 µg/m3 an. Bei den Nichtrauchern lag sie bei nur 7,4 µg/m3. Von der WHO wurde ein Grenzwert von 25 µg/m3 für Innenräume festgelegt.

Aber die gemessenen Werte sind auch von der Anzahl der Zigaretten abhängig, so wurden bei einem sehr starken Raucher Spitzenwerte von bis zu 880 µg/m3 ermittelt. Doch auch ein geöffnetes Fenster während der Fahrt schafft keine Abhilfe, so dass die Grenzwerte der WHO nicht eingehalten werden konnten.

Bei kleinen Kindern kann das sogenannte "Passivrauchen" gesundheitliche Schädigungen verursachen, beispielsweise Asthma sowie auch Mittelohrentzündungen.

Raucher werden wieder einmal zur Kasse gebeten

Nahaufnahme männliche Hand drückt Zigarette in vollem Aschenbecher aus, daneben weitere Zigaretten
tabac © Tjall - www.fotolia.de

Raucher in Deutschland werden ab Januar 2013 wieder einmal tiefer in das Portemonnaie greifen müssen, denn die Preise für eine Zigarettenpackung werden um bis zu 10 Cent steigen. Die Hersteller werden die höhere Tabaksteuer an die Raucher weiterreichen, die bei vier bis acht Cent je Packung betragen wird. Außerdem sind die Preise für den Rohtabak gestiegen.

Die Regierung hatte im Jahr 2010 die Erhöhung der Tabaksteuer beschlossen, die in mehreren Schritten erfolgt. So kam es im Mai 2011 zur ersten Erhöhung, danach Anfang Januar dieses Jahres zur zweiten Erhöhung. Mittlerweile liegt der Steueranteil pro Packung bei 73 Prozent, das macht bei einem Preis von 5 Euro 3,65 Euro aus. Aber auch in den Jahren 2014 und 2015 werden jeweils zum Jahresbeginn die Preise steigen.

Doch in Frankreich werden die Raucher noch stärker zur Kasse gebeten, denn dort werden die Preise pro Packung ab Juli 2013 um 30 Cent steigen, wobei jetzt erst die Preise ab dem 1. Oktober um sechs Prozent gestiegen waren. Eine Packung Zigaretten kostet in Frankreich zurzeit zwischen 6,10 und 6,60 Euro.

EU-Kommission will Tabak-Richtlinien verschärfen

Zwei Zigaretten ohne Filter liegen auf einem Haufen Tabak
smoking issues, tobacco and nicotine addiction , health theme © bellakadife - www.fotolia.de

Schon vor Monaten wollte die EU-Kommission im Kampf gegen das Rauchen verschärfte Richtlinien für Tabak vorlegen. Doch der Beschluss wurde immer wieder verschoben, nicht zuletzt wegen der Bestechungsvorwürfe gegen den ehemaligen Gesundheitskommissar John Dalli.

Kommende Woche will Dallis Nachfolger Tonio Borg die neuen Richtlinien nun endlich durchsetzen. Diese sehen vor, dass Zigaretten in Zukunft nicht mehr als zehn Milligramm Teer und ein Milligramm Nikotin enthalten dürfen. Die Zugabe von Geschmacks- und Farbstoffen, sowie von Koffein, Vitaminen und Taurin soll dann ebenfalls verboten werden, wovon mit großer Wahrscheinlichkeit auch die beliebten Menthol-Zigaretten betroffen sein werden.

Die Warntexte und -bilder sollen in Zukunft ganze 75% der Zigarettenpackung einnehmen. Weitere 5% der Packung sind für die Steuerbanderole vorgesehen. Für den Markennamen würden somit lediglich noch 20% der Packungsgröße übrig bleiben. Bei losem Tabak sollen die Warnungen 50% des Deckels einnehmen.

Auch der Durchmesser von Zigaretten soll vereinheitlicht werden. Der neuen Richtlinie zufolge darf der Durchmesser der Glimmstengel dann nicht mehr kleiner als 7,5 Millimeter sein. Die bei Frauen sehr beliebten Slim-Zigaretten würden damit ebenfalls verboten werden.

Smoking Kids - Belgische Fotografin setzt rauchende Kinder in Szene

Mit den surreal wirkenden Bildern will Janssens die Widersprüchlichkeit des Rauchens aufzeigen

Ausgedrückte Zigarette mit Asche auf weißem Hintergrund
lung © Andrey Kiselev - www.fotolia.de

Als Provokation empfinden viele die neueste Bilderserie der belgischen Fotografin Frieke Janssens: Sie hat Kinder kunstvoll zurechtgestylt beim Rauchen fotografiert. Allerdings halten die zwischen vier und neun Jahre alten Kinder keine echten Zigaretten in den Fingern, sondern Kreidestücke oder Käse, während Räucherstäbchen für authentischen Qualm sorgten.

Surreale Kombination eckt an

Sie wolle die Widersprüchlichkeit des Rauchens aufzeigen, so die Fotografin in einer Erklärung. Erwachsene, die um die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens wissen, sind zunächst geschockt, wenn sie Kinder mit Zigaretten sehen. Zugleich geht vom Rauchen jedoch noch immer eine Aura der lässigen Coolness aus, die sich auch auf die erwachsen gestylten Kinder überträgt. Die surreale Kombination soll den Betrachter zum Nachdenken über das Rauchen an sich anregen.

Rauchern die Lust am Glimmstängel nehmen

Auch in Belgien gilt seit einigen Jahren ein strenges Rauchverbot, dass Zigarettenfreunde in öffentlichen Lokalen zum Rauchen auf die Straße schickt, während die EU schockierende Bilder schwarzer Raucherlungen und verfallender Zähne auf Schachteln drucken lassen will, um den Menschen die Lust am Glimmstängel auszutreiben.

Eine WHO-Studie empfiehlt höhere Tabaksteuern und öffentliches Rauchverbot

Nahaufnahme Zigarette liegt auf Feuerzeug
Zigarette & Feuerzeug © PhotographyByMK - www.fotolia.de

Jedes Jahr sterben rund sechs Millionen Menschen weltweit an den Folgen des Tabakkonsums. Um diese Zahlen zu senken, empfiehlt eine neue Studie der WHO, die Steuern auf Rauchwaren weiter zu erhöhen. Denn ein Vergleich der internationalen Daten zeigt: wo das Rauchen teuer ist, sterben auch weniger Menschen.

Der Griff zum Glimmstängel soll aber nicht nur finanziell unattraktiv sein. Letzten Monat haben die Gesundheitsminister der EU entschieden, dass künftig schockierende Bilder auf den Zigarettenschachteln vom Kauf abschrecken sollen.

In der nächsten Woche berät der Brüsseler Gesundheitsausschuss über weitere Änderungen für Tabakprodukte. Verbraucherschützer fordern etwa eine detaillierte Deklaration aller Inhaltstoffe. Dann kann jeder Raucher genau ablesen, was er inhaliert.

Die WHO rechnet zudem vor, wie viele Todesfälle sich durch politische Maßnahmen vermeiden ließen: Mit einer Erhöhung der Tabaksteuer würden rund 3,5 Millionen Raucher vor dem frühzeitigen Ableben bewahrt, ein Rauchverbot in der Öffentlichkeit rettet weitere 2,5 Millionen Menschenleben.

Neben den gesundheitlichen Aspekten weist die WHO-Studie auf die Vorteile für die Staatskassen hin. Steuererhöhungen bringen zusätzliches Geld, Rauchverbote reduzieren die Ausgaben.

Rauchverbot - Dürfen Mieter in der Mietwohnung noch rauchen?

Glas Aschenbecher mit glühender Zigarette auf schwarzem Tisch
Aschenbecher mit brennender Zigarette © Gerald Schittenhelm - www.fotolia.de

Das Rauchverbot ist allgegenwärtig. Während vor einigen Jahren in Kneipen, Restaurants und Bahnhöfen noch kräftig gequalmt wurde, ist dies dank des Nichtraucherschutzgesetzes nun verboten. Die Mehrheit hält sich auch daran und es drohen Strafen, wenn in öffentlichen Lokalen gegen das Gesetz verstoßen wird. Doch wie verhält es sich, wenn Mieter ihre Wohnung verqualmen?

Mit dieser Frage muss sich aktuell das Amtsgericht in Düsseldorf befassen. Die Vermieterin hatte einem starken Raucher wegen der Qualmerei die Wohnung gekündigt. Laut Umfragen sind die meisten Menschen der Meinung, dass das Rauchen in der Privatwohnung nicht verboten werden sollte.

Hinsichtlich des Rauchverbotes in Lokalen herrscht meistens eine Zustimmung, auch von Rauchern, dass dort nicht geraucht werden sollte. Jüngere Menschen sehen dies zu einem hohen Prozentsatz ein, Ältere meinen, dass es eine Beschneidung der individuellen Freiheit des Rauchers sei.

Es wird abzuwarten sein, wie das Gericht in Düsseldorf hinsichtlich der Wohnungskündigung entscheidet. Dieses Urteil könnte zum Präzedenzfall werden.

Neue Tabakrichtlinie in der Kritik – neue Beschlüsse und deren Wirksamkeit

Weiße Schachtel mit Zigaretten, die Filter nach rechts zeigend
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Die Tabakrichtlinie der EU wurde einigen Änderungen unterzogen. Von vielen Seiten aus hagelt es dafür Kritik. Das Gesetz würde zu sehr der Tabaklobby entgegen kommen. Ein Überblick der neuen Beschlüsse und wie diese wirken (sollen).

Mentholzigaretten und Slimzigaretten

Mentholzigaretten werden als größte Einstiegsgefahr in das Rauchen angesehen. Viele junge Menschen sind der Ansicht, sie seien nicht so stark gesundheitsschädlich wie die normalen Glimmstängel. Laut neuem Beschluss sollen solche Zusätze, darunter auch Vanille, künftig verboten werden. Allerdings dürfen sie noch acht Jahre lang verwendet werden. Studien belegen, dass Frauen häufiger zur Kippe greifen, wenn es sich um Slimzigaretten handelt. Diese sollen dennoch weiterhin erlaubt sein, nur die schmalen Verpackungen fallen künftig weg.

E-Zigaretten und Imitate

Einschränkungen bei den E-Zigaretten gibt es nur in Sachen Werbung, denn frei verkauft werden dürfen sie weiterhin. Kritik gibt es auch hier, denn diese Art von Zigaretten würde Menschen das Rauchen schmackhafter machen, da sie den Anschein haben, „gesünder“ zu sein. Tatsächlich enthalten sie ebenfalls Nikotin und zudem gäbe es keine Langzeitstudien über die Wirkung dieser Zigaretten.

Tabakimitate, darunter zum Beispiel Schokozigaretten, wurden gänzlich verboten, da sie möglichen Anfängern das Rauchen attraktiv machen könnten. Auch dieser Beschluss bekam von vielen Seiten kein Verständnis, da man Produkte, die in der Tat zum Rauchen verführen könnten, weiterhin auf dem Markt lässt.

Rauchverbote in Deutschland und der Welt im Vergleich

Nahaufnahme Hand mit angesteckter Zigarette
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Seit 2007 gibt es in Deutschland Gesetze, die das Rauchen in der Öffentlichkeit regeln. In dem Jahr wurden erstmals gesetzliche Rauchverbote für die Gastronomie ausgesprochen. Eine derartige Regelung gilt seitdem auch in allen öffentlichen Verkehrsmitteln und in allen Personenbahnhöfen mit Ausnahme von markierten Bereichen.

Vergleich mit anderen Ländern

Raucher genießen in Deutschland dennoch relativ viele Freiheiten. Dies zeigt der Vergleich mit anderen Ländern. So ist etwa in New York und Los Angeles auch in der Nähe von öffentlichen Gebäuden sowie in Parks, Fußgängerzonen, an Stränden und auf Märkten der Konsum von Rauchwaren untersagt.

Im australischen Sydney und im Bundesstaat New South Wales existieren ebenfalls strenge Vorschriften. Dort gelten sogar in Sportstadien, Schwimmbädern und auf Spielplätzen Rauchverbote. Auch Bushaltestellen, Taxistände und sonstige öffentliche Einrichtungen sind tabakfreie Zonen.

Rauchen im Auto steht unter Strafe

Manche Staaten, wie Griechenland, Zypern, Singapur und die Vereinigten Arabischen Emirate stellen das Rauchen im Auto unter Strafe, wenn Kinder mit im Fahrzeug sitzen. Auch in zahlreichen Gegenden der USA, Australiens, Kanadas und Südafrikas besitzt ein ähnliches Gesetz Gültigkeit. Liberia und Namibia verbieten zudem den Verkauf und Handel mit Zigaretten. Die Kommune Belmont im US-Bundesstaat Kalifornien fiel 2007 durch ihre konsequenten Nichtraucher-Schutzgesetze auf. Auch das Qualmen in den eigenen vier Wänden ist dort strafbar.

Ungewöhnlich ist die Regelung für Coffee-Shops in den Niederlanden. Dort dürfen zwar Joints konsumiert werden, aber nur ohne Tabak. Das Anzünden einer gewöhnlichen Zigarette ist verboten.

Rauchverbot zeigt erste Wirkungen - Weniger Frühgeburten und weniger Asthma bei Kindern

Brennende Zigarette im Aschenbecher
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Das eingeführte Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen in Europa und Nordamerika zeigt erste Erfolge. Demnach ist die Anzahl der schweren Asthmaanfälle bei Kindern, als auch die Anzahl der Frühgeburten um zehn Prozent zurückgegangen.

Rauchverbot hat Auswirkungen auf die vorgeburtliche Gesundheit

Grundlage für diese Aussage ist die Auswertung von elf Studien, welche in der Zeit zwischen 2008 und 2013 an Krankenhäusern in Europa und Nordamerika durchgeführt wurden. Binnen eines Jahres zeigt sich somit ganz deutlich, dass das Rauchverbot nicht nur gut für die Gesundheit der Erwachsenen ist, sondern vor allem einen positiven Einfluss auf die vorgeburtliche Gesundheit und die allgemeine Gesundheit bei Kindern hat.

Rauchverbote in Restaurants, öffentlichen Verkehrsmitteln und Einrichtungen haben dazu geführt, dass Kinder und Schwangere besser geschützt werden. Zunächst sei sogar befürchtet worden, dass die Anzahl der Raucherhaushalte ansteigen würde, wenn es in der Öffentlichkeit verboten wird. Doch das Gegenteil ist eingetreten. Seit es strenge Rauchverbote in der Öffentlichkeit und auch am Arbeitsplatz gibt, ist die Anzahl der Raucherhaushalte sogar gesunken.

Passivrauchen und tötlicher Tabakkonsum

Dennoch warnt die WHO weiterhin vor den fatalen Folgen des Passivrauchens bei Kindern und Schwangeren. Noch immer kommen jährlich 15 Millionen Babys deswegen zu früh auf die Welt, denn es gibt noch zu wenige Länder mit einem strikten Rauchverbot.

Auch die Zahl der Tabaktoten mit 1,5 Millionen im Jahr sei noch immer viel zu hoch.

Klare Forderung zum Weltnichtrauchertag: Tabaksteuer sollte noch höher sein

Zwei Mädchen mit Mundschutz vor Rauch und Qualm ärgern sich über rauchenden Mann mit Zigarette im Mund im Vordergrund
Nichtraucherschutz © Digitalpress - www.fotolia.de

Am 31. Mai ist es wieder soweit: Überall auf der Welt feiert man den Weltnichtrauchertag und für viele Menschen ist es zurecht ein Feiertag.

Wer vom Nikotin endlich weggekommen ist, verflucht das Gift und das auch völlig zurecht. Der Konsum kann tödlich sein und schadet nicht zur dem eigentlichen Konsumenten, sondern auch seiner Umwelt.

Wer passiv mitrauchen muss, trägt die Risiken auf Lungenkrebs und co. ebenfalls mit. Besonders tragisch ist dies für Kinder, die für die Unvernunft ihrer Eltern mitbezahlen.

Höhere Tabaksteuer soll potenzielle Raucher vom Zigarettenkonsum abhalten

Auf all diese Umstände macht auch der Weltnichtrauchertag 2014 aufmerksam und fordert dabei ganz klar: Die Tabaksteuer sollte noch höher werden. Dabei geht es auch nicht darum, dem Staat mehr Einnahmen zuzuspielen, sondern den "Genuß" des Rauchens noch unattraktiver zu machen. Siegt bei manchen schon nicht die Vernunft, dann doch wenigstens die Angst um das eigene Geld.

Wird Rauchen noch teurer, kann man die Motivation zum Aufhören bei vielen Rauchern schüren und die Hemmschwelle für Interessierte hochsetzen. Gerade Kinder, die aus purer Neugier einmal zur Zigarette greifen wollen, werden durch hohe Preise abgeschreckt.

Weniger Rauchende unter den Jugendlichen

Aktuell befindet man sich bereits auf einer guten Trendwelle. Gerade Jugendliche zwischen zwölf Jahren und 17 Jahren rauchen immer seltener. 2001 waren noch 28 Prozent dieser Altersgruppe vom Nikotin abhängig, 2012 lag die Zahl nur noch bei zwölf Prozent. Weiter steigende Steuern könnten mit Sicherheit die Quote in Zukunft erneut senken, davon sind Ärzte fest überzeugt.

Aktuell sind es rund 30 Prozent der Deutschen, die regelmäßig zu Zigarette, Zigarre und co. greifen. Bei Männern sind es 33 Prozent und bei Frauen 27 Prozent. Für Ärzte liegt dieser Anteil noch immer zu hoch. Immerhin sterben jedes Jahr allein hierzulande noch immer 120.000 Menschen nur aufgrund des Rauchens.

Interaktive Lernmethoden - spezielles Rauch-Präventionsprogramm für Schüler zeigt Wirkung

Zigarettenstummel, der ausgedrückt wurde, schwarze Krümel darum
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Im Rahmen eines besonderen Präventionsprogramms, welches in einer fünften und sechsten Schulklasse durchgeführt wurde, wollte man herausfinden, wie gut man Schüler davon abhalten kann, mit dem Rauchen anzufangen.

Lernspiele zeigten Erfolg

Dabei wurde auf interaktive Lernspiele gesetzt, bei denen die Fünft- und Sechsklässler beispielsweise geübt haben, eine Zigarette abzulehnen oder einen Eindruck darüber vermittel bekamen, wie sich der Nikotinkonsum auf die Lungenfunktion auswirken kann. Besonders wichtig war den Veranstaltern des Programms "Eigenständig werden 5+6" die Aufklärung und die Entwicklung einer kritischeren Einstellung gegenüber dem Rauchen.

Ein halbes Jahr nach Ablauf des Programms wurden die Schulklassen erneut besucht, um zu sehen, ob die Jugendlichen auch auf längere Sicht hin etwas daraus gelernt hatten. Und wie sich zeigte, konnte man durch "Eigenständig werden 5+6" tatsächlich Erfolge verbuchen: in denjenigen Klassen, in denen das Projekt vorgestellt wurde, hatten tatsächlich deutlich weniger Schüler mit dem Rauchen begonnen. Dies macht deutlich, dass eine frühzeitige Aufklärung im gesundheitlichen Bereich große Wirkung auf die spätere Entwicklung haben kann.

Das Raucher-Urteil und seine Folgen – was sollten Mieter und Vermieter jetzt beachten?

Winzige Personen stehen auf riesigem Mietvertrag
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Das sogenannte Raucher-Urteil sorgt für Diskussionen: nach vierzig Jahren muss ein kettenrauchender Rentner seine Wohnung verlassen, weil er nicht genug gelüftet hat. Nun warten Raucher und Nichtraucher, Mieter und Vermieter auf eine abschließende Bewertung vom Bundesgerichtshof. Was sollten sie jetzt schon wissen?

Rauchen ist erlaubt

Generell ist das Rauchen in einer Mietwohnung gestattet. Der Nikotinkonsum gehört zu den Rechten auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Dagegen steht allerdings das Recht der Nachbarn auf körperliche Unversehrtheit. Wer den Qualm seiner Zigaretten regelmäßig ins Treppenhaus oder die Schlafzimmerfenster des Nachbarn ziehen lässt, muss mit einer Abmahnung rechnen. Wenn der Vermieter mehrfach schriftlich um frischere Luft gebeten hat, droht die Kündigung.

Mietminderung wegen Geruchsbelästigung

Zigarettenrauch riecht nicht nur unangenehm, er gefährdet auch die Gesundheit. Deshalb erkennen Gerichte hier ein Recht auf Mietminderung an, wenn der Qualm des Nachbarn regelmäßig in die eigene Wohnung dringt. Um wie viel Prozent die Mieter ihre Zahlungen kürzen dürfen, hängt vom Ausmaß der Beeinträchtigung ab. Außerdem: sie müssen ihre Beschwerde vorher dem Vermieter melden.

Renovierungskosten durch Rauchen

Sieht der Mietvertrag keine Renovierungspflicht vor, muss der rauchende Mieter beim Auszug nicht einmal die vergilbte Tapete überstreichen. Anders sieht es aber bei Schäden an der "vermieteten Substanz" aus. Für ruinierte Holzdecken oder Türrahmen muss der Verursacher Schadenersatz zahlen.

Rechte von Vermietern

Wenn Mieter sich beschweren, dass ihr Nachbar unzumutbar viel raucht oder mangelhaft lüftet, kann der Vermieter den Betroffenen ermahnen. Am besten in schriftlicher Form und mit einer klaren Fristsetzung, den nur so lässt sich die Verwarnung später nachweisen. Ändert der Mieter sein Verhalten nicht, sollten eine zweite und dritte Abmahnung folgen, danach ist die Kündigung möglich.

Positive Botschaften und Schock-Bilder auf Zigarettenschachteln halten vom Rauchen ab

Zigarette rauchende Frau blickt zu einer Dunstwolke in Totenkopfform
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"Rauchen kann tödlich sein" oder "Rauchen verursacht tödlichen Lungenkrebs" - solche oder ähnliche Botschaften auf Zigarettenpackungen sollen Menschen vom Tabakkonsum abhalten. Dazu gibt es Schock-Bilder von verstümmelten Füßen oder zerfressenen Lungen.

Ab 2016 sind sie nach einem Beschluss des EU-Parlaments auf allen Packungen zu sehen.

Positive oder negative Botschaften wirksamer?

Ob sie Raucher wirklich von ihrem Tun abhalten, haben US-Forscher jetzt untersucht. Sie überprüften ebenfalls, ob positive Botschaften von einem nikotinfreien Leben nicht überzeugender sind.

Dabei fanden sie heraus, dass Raucher, die Probleme haben, von der Zigarette loszukommen, sich von negativen Mitteilungen eher angesprochen fühlen. Personen, die nach eigenen Angaben mühelos mit dem Rauchen aufhören könnten, bevorzugen dagegen positive Worte, wie "Wer verzichtet, reduziert sein Krebsrisiko".

Die Wissenschaftler fordern daher, positive und negative Botschaften auf Zigarettenpackungen miteinander zu kombinieren. Bilder mit gesundheitlichen Folgen sollten etwa neben schriftlichen Hinweisen auf zu erwartende Verbesserungen stehen.

BGH verhandelt über das Rauchen auf dem Balkon

Dürfen Nichtraucher ihren Nachbarn Zeiten für den Tabakkonsum auf dem Balkon vorschreiben?

Mann beim Rauchen - er bläst Rauch einer Zigarette aus
Breathing smoke out © Photographee.eu - www.fotolia.de

Viele möchten die eigene Wohnung rauchfrei halten und halten sich deshalb beim Rauchen regelmäßig auf den Balkon auf. Die Rauchschwaden können jedoch auf andere Balkone oder in Nachbarwohnungen ziehen. Nichtraucher fühlen sich dadurch in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt.

Bislang mussten sich Mieter mit Rauchern auf dem Nachbarbalkon abfinden. Nun könnte sich dies jedoch ändern.

Tabakgenuss auf dem Balkon

Der Bundesgerichtshof (BGH) verhandelt darüber, ob Nichtraucher von ihren Nachbarn verlangen können, den Tabakgenuss auf dem Balkon auf bestimmte Zeiten zu beschränken. Ob auch mit einem baldigen Urteil zu rechnen ist, ist noch unklar (Az.: V ZR 110/14).

Bislang vertraten die Gerichte die Auffassung, dass ein Rauchverbot mit der vom Grundgesetz garantierten Freiheit der Lebensführung nicht vereinbar sei. Dazu gehöre auch die Entscheidung, wann und wie viele Zigaretten ein Raucher konsumieren möchte.

Der BGH muss nun klären, ob er dieser Ansicht folgt. Untere Instanzen hatten extra darauf hingewiesen, dass es sich bei den Kriterien des Nichtraucherschutzes um eine Frage von öffentlichem Interesse handele.

Rechtsstreit über Zigarettenqualm

Im vorliegenden Fall hatte ein Ehepaar aus Premnitz in Brandenburg sich vom Zigarettenqualm aus der Etage unter ihnen gestört gefühlt und waren deshalb vor Gericht gezogen - bislang ohne Erfolg. Ihre Nachbarn erklärten sich zwar bereit, nicht gemeinsam auf dem Balkon zu rauchen, waren aber nicht zu mehr Zugeständnissen zu bewegen.

Wird es wirken? Ab Mai 2016 kommen Schockfotos auf Zigarettenschachteln

Bilder und kurze Texte sollen Studien zufolge am besten wirken und Raucher vom Nikotinkonsum abhalten

Nahaufnahme Zigarette liegt auf Feuerzeug
Zigarette & Feuerzeug © PhotographyByMK - www.fotolia.de

Die Bundesregierung hat entschieden, dass ab dem Mai 2016 nicht nur Warntexte auf Zigarettenschachteln abgedruckt werden, sondern deutliche Fotos. Mit diesen sollen Raucher oder interessierte "Nikotin-Anfänger" vom Konsum abgehalten werden. Ob die Warnbilder gemeinsam mit ihren Infotexten wirklich den Umsatz senken werden, bleibt abzuwarten. Psychologen geben jedoch eine erste Prognose ab: Ihrer Meinung nach dürften die Schockbilder ihre Wirkung nicht verfehlen.

- diese Bilder sollen dem Auge deutlich zeigen, was beim Rauchen als Folge droht. Erste Beobachtungsstudien in Ländern, in denen die Bilder bereits genutzt werden, zeigen ein Rückgang der Sucht.

Studie zur Wirksamkeit

Eine aktuelle Studie hat nun im Experiment genau gezeigt, wie die Schockfotos auf Betrachter wirken. Insgesamt arbeitete man mit 293 Rauchern. Alle waren mit tägliche rund 17 Zigaretten definitiv Kettenraucher und wurden nun in drei Gruppen untergliedert.

Gruppe 1 bekam einen Monat lang normale Packungen, Gruppe 2 Päckchen mit Schockfotos. In Gruppe 3 händigte man Zigarettenpackungen aus, die sowohl Bilder als auch mehr oder weniger lange Texte beinhalteten. Am Ende konnte man die Ergebnisse bei 244 Teilnehmern auswerten.

Ergebnis

Gruppe 2 war von den Bildern deutlich mehr abgeschreckt worden als Gruppe 1 von den alleinigen Texten. Viele äußerten nun den Wunsch, einen Nikotinentzug zu beginnen. In Gruppe 3 wuchs die Abneigung gegen das Rauchen weiter, denn die Bilder unterstrichen die Warnung der Texte. Auf Nachfrage nach den Risiken des Rauchens konnte Gruppe 3 am besten Auskunft geben. Ihr Wissen um die Gefahren war gewachsen.

Interessant war, dass Bilder und kurze Texte besser wirkten, als Bilder und lange Infotexte. Offenbar wollten die Raucher durchaus informiert werden, aber nicht zu viel lesen. Zu viel Pädagogik weckte Ablehnung in ihnen. Ideal sind nach der Studie demnach eindeutige Bilder und kurze Warnhinweise.

Erfolg des Rauchverbotes: Die Gesundheit junger Menschen hat sich verbessert

Kinder und Jugendliche profitieren am meisten vom 2007 eingeführten Rauchverbot

Frau mit dunkel lackierten Fingernägeln hält eine zerbrochene Zigarette in die Kamera
Young woman refuses to smoke and breaks cigarette. © nenetus - www.fotolia.de

Inzwischen ist es zehn Jahre her, dass in öffentlichen Gebäuden und den meisten Gastronomiebetrieben ein allgemeines Rauchverbot gilt. Was 2007 für großes Aufsehen sorgte, gilt heute als selbstverständlich und löst bei allen früheren Passivrauchern Erleichterung aus. Doch hat das Rauchverbot einen messbaren Effekt auf die Gesundheit? Eine aktuelle Studie beantwortet diese Frage ganz klar mit "Ja, aber".

Die Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg hat eine Befragung unter Menschen verschiedenen Alters durchgeführt und die Ergebnisse nun veröffentlicht. Den größten Effekt auf die Gesundheit hat das Rauchverbot demnach auf alle Menschen unter 30 Jahren.

Die junge Generation hat gemessen an ihrer Lebensspanne am längsten unter dem Rauchverbot gelebt. Heutige Kinder und Jugendliche fangen seltener selbst mit dem Rauchen an, da es gesellschaftlich weniger stark vorgelebt wird. Die jungen Erwachsenen halten ebenfalls eher Abstand vom Rauchen.

Aktive Raucher profitieren nicht vom Rauchverbot

Wie erwartet zeigt sich allerdings kein gesundheitlicher Nutzen bei allen, die sich bewusst für Nikotin entscheiden. Der Vorteil gilt nur für die Passivraucher. Bei aktiven Rauchern hat das öffentliche Rauchverbot gefühlt sogar die Gesundheit weiter verschlechtert. Die Forscher gehen davon aus, dass dies stressbedingt ist. Die Raucher fühlen den gesellschaftliche Druck und müssen je nach Situation auch einmal für einige Stunden auf das Rauchen verzichten. Das dürfte zu Entzugserscheinungen führen.

Die Studie zeigte zudem, dass der Gesundheitseffekt auf Passivraucher über 50 Jahre kaum oder gar nicht vorhanden ist. Dieses Ergebnis dürfte darauf zurückzuführen sein, dass die älteren Erwachsenen durch die Jahrzehnte vor 2007 bereits durch den inhalierten Rauch diverse Gesundheitsschäden erlitten haben. Zehn Jahre mit weniger Passivrauchen fällt daher für sie nicht genügend ins Gewicht.

Frauen profitieren besonders vom Rauchverbot

Unabhängig vom Alter zeigte sich aber eine etwas größere Schutzwirkungen bei allen Frauen. Sie profitieren vom Rauchverbot stärker als Männer. Das Warum kann die reine Beobachtungsstudie nicht erklären.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Die letzte Kippe © Stefan Redel - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Young lady smoking unhealthy cigarette with no smoking sign © ra2 studio - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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