
von Daniel Bröckerhoff
Wer Anfang der 1990er Jahre mit einem Mobiltelefon am Ohr in der Öffentlichkeit auftauchte, konnte sich unterschiedlicher Reaktionen sicher sein. Neugier, Belustigung, Bewunderung und Spott bis hin zur offenen Anfeindung wurden dem öffentlich Kommunizierenden entgegengebracht. Sicher war: Er blieb nicht unbemerkt. Das Phänomen Mobilfunk - anfangs eine nur Randerscheinung - schickte sich im Laufe des Jahrzehnts an, die Kommunikationskultur in Deutschland grundlegend zu verändern. Die Verhandlung über die Bedeutung der mobilen Telefonie, ihren Risiken und besonders auch den Umgang mit ihr wurde in weiten Teilen in den deutschen Printmedien ausgetragen. Gegner und Befürworter fochten den Kulturkampf über die Deutungshoheit in den unterschiedlichsten Publikationen aus, teilweise mit drastischen Mitteln. Die vorliegende Arbeit untersucht mit Mitteln der Foucaultschen Diskursanalye diese Verhandlung und fragt insbesondere nach den tiefer liegenden Beweggründen der Sprechenden und ihrer diskursiven Verortung. Dabei werden zwei gegensätzlich argumentierende Diskurse offenbar, die den technischen Fortschritt grundlegend anders deuten.
30.04.12 | |
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