Die (Körper)Sprache der Katzen verstehen - Typische Laute, Gesten und Verhaltensweisen

Liegender Hund neben sitzender Katze, schauen sich an, weißer Hintergrund

Katzen machen sich durch verschiedene Laute und bestimmte Verhaltensweisen bemerkbar - nicht immer ist Katzenhaltern klar, was die Haustiere ihnen sagen möchten

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  • von Paradisi-Redaktion

Die Katze ist eines der beliebtesten Haustiere des Menschen, das bereits im alten Ägypten domestiziert wurde. Wer seinen Stubentiger verstehen und ihm ein gutes Zuhause bieten will, sollte sich mit der (Körper)Sprache der Katzen vertraut machen. Die Tiere machen durch unterschiedliche Verhaltensweisen und Laute auf sich aufmerksam. Lesen Sie über typische Laute, Gesten und Verhaltensweisen von Katzen, um diese besser verstehen zu können.

Eine Katze zu verstehen, heißt zunächst, sich mit ihren Bedürfnissen vertraut zu machen. Ihr größtes Bedürfnis ist ein Zuhause.

Fachleute sprechen von einem Heim erster Ordnung. Dieses Zuhause muss nicht allzu groß sein, dafür aber mehrere Ruheplätze bieten, auf denen sich die Katze sicher fühlt.

Katzen wollen ab und an ihre Ruhe haben. Sie suchen weder den ständigen Kontakt zu Artgenossen, noch mögen sie die andauernde Anwesenheit des Menschen. Wer dieses Bedürfnis nicht akzeptiert, muss damit rechnen, dass die Katze ihren Unmut zeigt.

Um ihr Unbehagen zu äußern, benutzen Katzen nicht nur ihre Krallen. Auch ihre Zähne können unter Umständen schwere Verletzungen hervorrufen. Damit es gar nicht erst zu Angriffen solcher Art kommt, ist es sinnvoll, die von der Katze zuvor geäußerten Signale ernst zu nehmen.

Forscher erklärt Bedeutung einiger Verhaltensweisen von Katzen

Rote Katze liegt auf dem Rücken auf einem weißen Fell, die Augen geschlossen
Red kitten © Alena Ozerova - www.fotolia.de

Wer eine Katze als Haustier hat, sieht sich selbst in seiner Rolle häufig als Art Elternteil - man füttert und streichelt sie und sorgt sich um den Stubentiger. Die Katze allerdings sieht dies ein wenig anders, denn ihrer Ansicht nach ist der Mensch einfach ein etwas größerer Artgenosse und dementsprechend lässt sich auch ihr Verhalten deuten.

Der Wissenschaftler John Bradshaw aus England beschäftigt sich nun schon seit 30 Jahren mit dem Verhalten von Katzen und räumt in diesem Bereich mit einpaar Fehlinterpretationen auf. Ein aufrechter Schwanz bedeutet stets eine freundliche Begrüßung, ein "Kneten" von weichen Oberflächen - oder auch vom Bauch des Besitzers - liegt dem Instinkt zugrunde, den Milchfluss an den Zitzen des Mutterbauchs zum Fließen anzuregen und auch das Reiben des Köpfchens, zum Beispiel am Bein des Herrchens, ist ein Verhalten, welches Katzen untereinander ausüben.

Wichtiges Kommunikationsmittel: die Körpersprache

Die Körpersprache einer Katze ist äußerst komplex; sie kommuniziert auf unterschiedliche Art und Weise.

Die Schwanzstellung

Wie bei Hunden, kann die Beobachtung der Stellung und Bewegung des Katzenschwanzes dazu beitragen, eine Katze zu verstehen. Ist dieser beispielsweise gerade nach oben gerichtet und am Ende gebogen, kann man davon ausgehen, dass die Katze zufrieden ist.

Ein peitschender Schwanz signalisiert Aufregung, zum Beispiel auch bei Spiellaune, aber auch Angst. Aufgeregt ist das Tier auch, wenn das Fell am Schwanz buschig und gesträubt ist - in diesem Fall liegt oftmals eine Bedrohung, zum Beispiel durch eine andere Katze, vor.

Ein vibrierender Schwanz deutet darauf hin, dass die Katze erfreut und aufgeregt ist. Hält der Vierbeiner den Schwanz niedrig und steckt ihn unter den Hinterleib, hat er große Angst.

Die Augen

Auch ein Blick in die Augen der Katzen kann hilfreich sein. Hierbei sollte man jedoch davon absehen, das Tier gezielt anzustarren; dies könnte die Katze als aggressives Verhalten deuten.

Erweiterte Pupillen können auf Verspieltheit, Aufregung, Verängstigung oder Aggression hinweisen. Schaut die Katze dem Menschen direkt in die Augen, vertraut sie ihm und fühlt sich wohl. Dies trifft auch dann zu, wenn das Tier langsam mit den Augen blinzelt und diese dabei nach und nach schließt.

Gestik mit Augen, Ohren und Schwanz als wichtiges Kommunikationsmittel
Gestik mit Augen, Ohren und Schwanz als wichtiges Kommunikationsmittel

Weitere Signale

Es gibt viele weitere Signale, mit denen die Katze kommuniziert.

  • Wenn sie ihre Ohren anlegt, hat sie Angst oder ist in Spiellaune; riecht sie dabei an etwas, kann man dies als Neugier deuten.
  • Guckt sie einen an und hebt dabei die Nase, während sie den Kopf etwas zurücklegt, möchte sie damit sagen, dass sie einen erkennt.
  • Besorgte oder verängstigte Katzen strecken oftmals ihre Zunge raus und lecken sich über die Unterlippe.
  • Reibt sich die Katze an einem, markiert sie damit ihr Eigentum; berührt sie einen mit dem Koopf, dem Schwanz oder der Flanke, gilt dies als Begrüßungszeichen.
  • Ein feuchter Nasenkuss sowie eine leichte Kopfnuss lassen sich als Zuneigung deuten.
  • Tapst sie abwechselnd mit ihren Pfoten hin und her, meist auf einem weichen Untergrund, ist sie äußerst zufrieden und fühlt sich wohl.
  • Leckt sie ihren Besitzer ab, gilt dies ebenfalls als Zuneigung; sie sieht ihn als Familienmitglied an und möchte ihn dadurch auch putzen.
  • Ein leichtes Schnappen oder sanftes Beißen sollte als Warnsignal gedeutet werden: diese Katze möchte ihre Ruhe haben.

Wie Katzen den Menschen manipulieren

Junge Frau mit Katze auf dem Bauch liegt auf weißem Sofa mit grünem und braunen Kissen
couch business 13 © Patrizia Tilly - www.fotolia.de

Wenn eine Katze schnurrt, so glauben wir, dass sie sich wohlfühlt, aber manche Katzen schnurren auch bein Fressen oder bei der Suche nach Futter. Besonders wenn Katzen hungrig sind, dann machen sie uns Menschen durch ein kräftiges "Miau" darauf aufmerksam und wir sprinten sofort los um das Frühstück bereitzustellen.

Wissenschaftler stellten bei ihren Untersuchungen fest, dass ein kräftiges "Miau" mit 300 bis 600 Hertz fast in der gleichen Tonlage liegt, als wenn ein hungriges Baby schreit, so dass besonders allein stehende Frauen sensibel darauf reagieren. Wenn mehrere Personen in einem Haushalt leben, so sind die Katzen nicht mehr die Nummer "eins" und stellen sich auch darauf ein.

Schlaue Haustiere - Katzen nutzen beim Trinken die Wasserdynamik

Wer bisher dachte Katzen wären dumm, der liegt falsch, denn diese Behauptung wird spätestens dann widerlegt, wenn man die kleinen Tiger mal beim Trinken beobachtet. Denn genau wie ihre großen Verwandten machen sie sich dabei die Wasserdynamik zunutze.

Ein Forscherteam aus dem Zoo in Boston beobachtete mehrere Katzenarten in ihrem Trinkverhalten und filmten die Tiere bei der Wasseraufnahme. Als sie ihr Filmmaterial in Zeitlupe abspielten stellten sie fest, dass Katzen anders als Hund, die das Wasser quasi in ihr Maul "löffeln", ihre Zunge auf die Wasseroberfläche legen und zurückziehen. Dabei entsteht eine Art Säule, in die sie im richtigen Moment reinbeißen. Die Katzen wissen also genau, wie lange die Wassersäule bestehen bleibt, bevor sie wieder zusammenbricht und öffnen ihr Maul genau dann, wenn die Säule am höchsten ist.

Gesten kennen lernen und deuten können

Um die Sprache der Katze verstehen zu können, muss sich der Katzenbesitzer zunächst ein Grundwissen über die Gesten und Lautäußerungen der Katzen aneignen. Später heißt es, die Katze aufmerksam zu beobachten.

Denn nicht jede ihrer Gesten hat stets dieselbe Bedeutung. Es kommt immer auf die spezielle Situation an, wie die Katze sich verhält.

Zu einem gewissen Teil kann der Mensch die Katze erziehen, um ein ungewolltes Verhalten auszuschalten. Doch im Gegensatz zum Hund wird die Katze trotz aller Erziehungsmaßnahmen immer ein Individuum bleiben, das seine eigenen Wege geht.

Denn das oberste Bedürfnis der Katze ist nicht der Mensch an seiner Seite, sondern ein Heim erster Ordnung. Wer mit seiner Katze harmonisch zusammenleben möchte, sollte ihr dieses Heim liebevoll gestalten und sich im Umgang mit ihr auf ihr Begehren einstellen.

Auf einen Blick

Zu der Lautsprache von Katzen zählen mitunter das Miauen, Schnurren und Fauchen. Wer sich mit den Lauten und der Körpersprache der Katzen beschäftigt, wird bald merken, wann dem Haustier etwas fehlt oder wann man es besser in Ruhe lassen sollte.

Die Tabelle fasst die wichtigsten Laute einer Katze und deren möglichen Bedeutungen im Überblick zusammen. Auf den folgenden Seiten gehen wir auf diese und weitere Ausdrucksweisen der Katzen etwas genauer ein.

Katzenlaute und deren Bedeutung
LautBedeutung
MiauenBedürfnis, Wunsch nach Aufmerksamkeit oder Zärtlichkeit, Langeweile
SchnurrenWohlfühlsignal, seltener bei Angst oder großen Schmerzen
KnurrenStarke Drohung und Warnung, Angriffszeichen
FauchenDrohung, Warnsignal
SchreienKampfgeräusch, Verteidung und Angriff

Vorderbeine helfen Katzen bei der Orientierung

Kleine graue Katze im Gras
little kitten playing on the grass close up © Dušan Zidar - www.fotolia.de

Katzen erfassen ihre Umwelt durch Bewegungen ihrer Vorderbeine. Dies fanden Forscher aus Kanada heraus. Es zeigte sich, dass das Sehvermögen dabei nicht ausschlaggebend ist.

Zwar erkennen Katzen Hürden wie einen Zaun, allerdings setzt die Erinnerung bei ihnen erst dann ein, wenn sie ihn übersteigen müssen. War ein Futternapf ohne das Überwinden des Hindernisses erreichbar, war die Erinnerung an den Zaun bereits nach Sekunden weg. Sobald eine Katze nur die Vorderbeine über das Hindernis gehoben hatte, verfuhr sie auf gleiche Weise mit den Hinterbeinen. Auch nach einer Pause von bis zu zehn Minuten tat die Katze das gleiche, auch wenn der Zaun im Boden versenkt worden war.

Verhaltensweisen der Katzen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Dog and cat on white background © Michael Pettigrew - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Katze mit Futterschüssel © DoraZett - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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