2. Juli 2010
Von Viola Reinhardt
Die meisten Hundebesitzer bauen im Laufe der Zeit eine Zuneigung zum Hund auf, die auch erwidert wird. Allerdings kann es auch passieren, dass die Zuneigung des Hundes ungeahnte Ausmaße annimmt. Er wird geradezu obsessiv. Ist seine Bezugsperson auch nur für eine Minute aus seinem Blickfeld verschwunden, macht sich in ihm ein Missvergnügen breit, das sich in sofortigem suchen nach dem vermissten Subjekt, besorgtem winseln und gar ängstlichem Bellen manifestieren kann. Ist dieser Zustand erreicht, wird es höchste Zeit einzugreifen. Denn ein solch abhängiger Hund, kann einen in seiner Freiheit gewaltig einschränken. Ein Gang zum Supermarkt kann dann schon zum Stressunternehmen ausufern, da der Hund vor der Eingangstür, deutlich hörbar für alle, sein Klagelied singt.
Die Hauptsorge des Hundes ist das allein sein, da er dies nicht kennt und befürchtet, in diesem Zustand verweilen zu müssen. Also muss ihm versichert werden, dass die Bezugsperson immer zurückkommt.
Am einfachsten geht das, wenn man eine weitere Person zu Hilfe nehmen kann, die im Umgang mit Hunden nicht ungeübt ist. Eben diese wartet dann vor dem Laden mit dem Hund, während das Herrchen oder Frauchen, nachdem versichern des baldigen Wiederkehrens gegenüber dem Hund, selbigen betritt. Am Beginn sollte man mit kurzen Zeitabständen beginnen und dem Hund nicht zu viel zuzumuten, dies kann je nach Hund variieren und sollte anhand seiner Toleranz festgelegt werden. Während des Wartens sollte dem Hund beruhigend zugesprochen, ebenso gestreichelt und immer wieder beteuert werden, das sein vermisster Mensch gleich zurück ist. Der dann beim Wiederkehren auch sofort den Hund für sein Warten, das möglichst ohne winseln oder Gebell von statten ging, belohnt. Diese Prozedur ist gleich mehrmals am Tag durchzuführen. Zwei bis drei Mal, dürfte für den Anfang genügen, da der Stressfaktor dabei ziemlich hoch sein kann.
Sollte man alleine vor diesem Problem stehen, bleibt die Prozedur dieselbe, allerdings wird sie zeitintensiver, da der Vorteil der beruhigenden Person nicht vorhanden ist und somit die Wartezeit bedeutend kürzer angesetzt werden muss und damit auf den Eintritt des Erfolgs bedeutend länger zu waren ist.
Kontinuierlich, auf den Hund und dessen Erfolg angepasst, die Intervalle und Zeitabstände erhöhen und bald ist sich der Hund im Klaren darüber, dass das Herrchen oder Frauchen stets wiederkehrt und somit von seiner Obsession geheilt.
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