Besonderer Geruchssinn - Merkmale des Mantrailings und weitere Einsatzgebiete als Gebrauchshund

Um eine Spur zu verfolgen, wird eine gute Nase, ein insgesamt guter Geruchs- und Spürsinn gebraucht. Den haben bestimmte Hunderassen. Sie werden zum Mantrailing, zur professionellen Personensuche, eingesetzt. Als Gebrauchshunde bezeichnet man Hunde, die man für bestimmte Tätigkeiten einsetzt. Dabei leisten sie dem Menschen wertvolle Dienste. Informieren Sie sich über die Merkmale des Mantrailings sowie weitere Einsatzgebiete von Gebrauchshunden.

Bestimmte Rassen können als Gebrauchshunde eingesetzt werden, wie z.B. beim Mantrailing; hierfür ist ein besonders guter Geruchssinn erforderlich

Gebrauchshunde - vom Blindenhund bis zum Herdenschutzhund

Gebrauchshunde werden auch Arbeitshunde genannt. Sie helfen dem Menschen bei bestimmten Tätigkeiten, wie zum Beispiel dem Aufspüren von in Not geratenen Personen.

So sind Hunde dank ihrer sensiblen Nase in der Lage nach einer Katastrophe Menschen unter Trümmern oder einer Schneelawine aufzufinden. Auch im Polizeidienst oder beim Zoll finden sie Verwendung. Es gibt verschiedene Arten von Gebrauchshunden.

Blindenhunde

Zu den bekanntesten Gebrauchshunden gehören Blindenhunde bzw. Blindenführhunde. Diese speziell ausgebildeten Vierbeiner haben die wichtige Aufgabe, blinden oder stark sehbehinderten Menschen bei der Orientierung zu helfen. Rechtlich werden Blindenhunde als Hilfsmittel eingestuft.

Sie helfen dabei, Blinden eine gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Erkennen lassen sich die Assistenzhunde an ihrem weißen Führgeschirr.

In Deutschland nutzen rund ein bis zwei Prozent aller blinden Menschen einen Blindenführhund. Neben Blindenhunden gibt es auch Gehörlosenhunde, die gehörlose oder schwerhörige Menschen auf wichtige Geräusche aufmerksam machen.

Therapiehunde

Unter Therapiehunden versteht man Hunde, die gezielt bei einer speziellen medizinischen Behandlung wie einer

eingesetzt werden. Zu den typischen Therapiehunden gehören vor allem Schäferhunde oder Jagdhunde, da sie sehr kommunikationsfreudig sind.

Rettungshunde

Als Rettungshunde bezeichnet man Hunde, die bei Notfällen zur Rettung von Personen eingesetzt werden. Diese Tiere erhalten eine spezielle Ausbildung und müssen eine Rettungshundeprüfung absolvieren. Zusammen mit den menschlichen Rettungshundeführern arbeiten die Rettungshunde in einem Rettungsteam.

Zu den Einsatzschwerpunkten der Gebrauchshunde gehört vor allem das Aufspüren von vermissten Menschen, die zum Beispiel unter Trümmern oder Lawinen begraben liegen. Manche Hunde eignen sich auch zur Rettung von Menschen aus dem Wasser.

Diensthunde

Ein Diensthund wird von staatlichen Organisationen wie Polizei, Militär oder Zoll eingesetzt. Es gibt bestimmte Hunderassen, die sich besonders gut als Diensthunde eignen. Dazu gehören vor allem

  • der Deutsche Schäferhund
  • der Dobermann
  • der Deutsche Boxer oder
  • der Rottweiler.

Eingesetzt werden die Diensthunde als Schutzhunde, Spürhunde sowie zum Auffinden von Leichen, Drogen oder Sprengstoff.

Spürhunde

Weniger rettende, aber dennoch sinnvolle Funktionen erfüllen, können dagegen spezielle abgerichtete Hunde, die zum Beispiel ein Wasserleck orten können oder gar Raubkopien im Gepäck erschnüffeln können. Aber das soll nur erwähnt werden, um das Potenzial dieser Superspürnasen zu verdeutlichen.

Unterschieden wird dabei zwischen der Duftspur und der so genannten mechanischen Spur, die man vor allem bei Sporthunden trainiert. Unter der mechanischen Spur versteht man den Geruch von Beeinträchtigungen des Erdbodens. Dazu gehören zum Beispiel geknickte Pflanzen.

Polizeihunde trainiert man dagegen auf die Duftspur. Dabei verstärkt man die natürlichen Eigenschaften des Hundes. Gut ausgebildete Spürhunde sind auch nach Tagen noch in der Lage, Spuren aufzunehmen und ihnen zu folgen.

Wachhunde

Des Weiteren gibt es noch Wachhunde. Die ebenso ein Menschenleben retten können, auch wenn es nicht Ihre Alltagsaufgabe ist, sondern es eher unwahrscheinlich und nur bei einem direkten Angriff der Fall sein wird, sollten sie nicht minder wichtig beurteilt werden, denn das Leben Ihres Besitzers werden sie auf jeden Fall verteidigen.

Herdenschutzhunde

Bei Herdenschutzhunden handelt es sich um kräftige, große Hunde, die eine Tierherde, wie zum Beispiel Schafe, gegen feindselige Tiere oder Menschen verteidigen. Eine andere Art von Gebrauchshunden in diesem Bereich sind Hütehunde. Diese haben die Aufgabe, die Tierherde zusammenzuhalten.

Die Nase des Hundes spielt bei seinem Einsatz als Gebrauchshund eine besondere Rolle...

Über den besonderen Geruchssinn des Hundes

Hunde gelten als die besten Freunde des Menschen und gehören zu beliebtesten Haustieren. Die Vierbeiner besitzen verschiedene besondere Eigenschaften. So werden sie zu den Makrosmatikern (Nasentieren) gezählt, da sie über einen ausgeprägten Geruchssinn verfügen.

Riechvermögen verschiedener Hunderassen

Im Unterschied zum Menschen ist die Nase des Hundes weitaus empfindlicher. An der Anzahl der Riechzellen lässt sich der besondere Geruchssinn des Tieres erkennen.

Allerdings gibt es zwischen den zahlreichen Hunderassen deutliche Unterschiede. So ist das Riechvermögen eines Hundes umso ausgeprägter, je länger seine Schnauze ist.

Während ein Mensch mit etwa fünf Millionen Riechzellen ausgestattet ist, verfügt ein Dackel über 125 Millionen dieser Zellen. Bei Schäferhunden sind es sogar ca. 220 Millionen Riechzellen. Eine Hunderasse, die für ihr besonders gutes Riechvermögen bekannt ist, ist der Bloodhound.

Besondere Merkmale

Hunde weisen im Vergleich zum Menschen einen rund eine Million Mal stärkeren Geruchssinn auf. Da der Hund in der Lage ist, bis zu dreihundert Mal in der Minute zu atmen, werden seine Riechzellen immer wieder aufs Neue mit Geruchspartikeln versorgt.

Von großer Bedeutung für den Geruchssinn des Hundes ist sein Gehirn. Dort finden sowohl die Auswertung als auch die Verarbeitung der ankommenden Daten statt.

Hunde können gewissermaßen Stereo riechen, da ihre Nase in der Lage ist, zwischen rechts und links zu unterscheiden. Durch diese besondere Riechfähigkeit erkennen Hunde die Richtungen von Spuren.

Sogar alten Spuren können sie auf diese Weise nachgehen. Besonders umfangreich ist das Riechhirn des Hundes, das immerhin zehn Prozent seines Gehirns umfasst.

Auf eine besondere Art von Gebrauchshund, den Mantrailer, gehen wir im Folgenden genauer ein...

Das Mantrailing

Das englische Wort "Mantrailing" setzt sich aus "man", zu Deutsch "Mann", und "to trail", wahlweise "nachlaufen", "verfolgen" oder "eine Fährte verfolgen" zusammen. Das Substantiv heißt Mantrailing. Es ist das Suchen oder Verfolgen von Personen, im Alltag die Personensuche mithilfe eines Spürhundes.

Im Gegensatz zum Haushund, der den Halter durch sein Wesen und durch seine Anwesenheit erfreut, erfüllen die Gebrauchshunde einen ganz konkreten Zweck. Sie gliedern sich, je nach ihrem Einsatz, in die Jagdhunde, in Wach- und Schutzhunde, in Hüte- und Treibhunde wie die der Schäfer- und in die Servicehunde.

Zu denen gehören neben den Blindenführ-, den Gehörlosen- oder den Rettungshunden auch die Mantrailer als Personenspürhunde. Sie werden dazu eingesetzt, um den Duft einer Person aufzunehmen, also zu erspüren, und die damit verbundene Spur zu verfolgen.

Mantrailer

Der Mantrailer arbeitet als Gebrauchshund differenzierter und in dieser Hinsicht genauer als ein Suchhund. Der wird als ein Fährtensuchhund dazu ausgebildet und abgerichtet, um die auf dem Erdboden hinterlassenen Spuren, also die Fußabdrücke eines Lebewesens inklusive der anhaftenden Duftstoffe und Duftmoleküle, zu riechen, zu erspüren und zu verfolgen.

Der Mantrailer dagegen folgt dem Individualgeruch des betreffenden Menschen. An der, wie es fachlich heißt, Abgangsstelle erhält der Mantrailer einen Geruchsgegenstand des Betroffenen zum Erspüren und Beriechen vorgelegt, beispielsweise ein Wäschestück. Diesen ganz eigenen, individuellen Personengeruch nimmt er auf und verfolgt anhand dessen die Spur.

Dabei lässt er sich nicht von anderen Personen- und Sachgerüchen beeinflussen oder ablenken. Er verfolgt einzig und allein diese einmal aufgenommene, erspürte Spur.

Solche Duftspuren sind beispielsweise kleinste Hautpartikel, Hautschuppen oder minimale Rückstände von verwendeten Kosmetika. Eine geradezu ideale Spur ist der Geruch von frischem Blut. Und auch wenn Bakterien auf die Haut des Menschen einwirken, entsteht dadurch eine für den Mantrailer verwendbare Duftspur.

Geeignete Hunderassen

Als Mantrailer eignen sich nur wenige und ausgewählte Hunderassen. Zu ihnen gehören die Jagdhunde, auch Blut- oder Schweißhunde genannt. Deren natürliche Eigenschaften sind

  • der sehr gut ausgeprägte Geruchssinn
  • ein ruhiges Wesen sowie
  • der natürliche Wille, eine Spur zu verfolgen, also ihren Spürsinn einzusetzen.

Vergleichbar geeignet ist die Rasse der Retriever, die als Apportierhunde ebenfalls zu den Jagdhunden gehören. Als Mantrailer werden vorzugsweise Golden oder Labrador Retriever eingesetzt. Diese beiden Hunderassen sind in Großbritannien beziehungsweise auf der Insel Neufundland im Atlantik vor den beiden kanadischen Provinzen Labrador und Neufundland beheimatet.

Individuelle Veranlagung

Die Mantrailer unterscheiden sich in ihrer Qualität und Wertigkeit weniger nach der einzelnen Rasse als vielmehr nach dem Können des einzelnen Hundes. Entscheidend sind seine individuelle Veranlagung und die Ausbildung zum Mantrailer. Die wird von einem Hundetrainer, auch Hundeerzieher genannt, vermittelt.

Das ist kein anerkanntes Berufsbild, wenngleich Industrie- und Handelskammern dazu übergehen, in Zusammenarbeit mit dem bundesweiten Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater, kurz BHV mit Sitz in der hessischen Gemeinde Waldems-Esch, zertifizierte Aus- und Fortbildungen anzubieten.

Frühes Training sinnvoll

Für die gezielte Ausbildung als Mantrailer ist ein möglichst frühes Training schon im Welpenalter die beste Voraussetzung. Der zukünftige Mantrailer wird bereits im jungen Alter daran gewöhnt, seine Nase und den damit verbundenen Geruchssinn einzusetzen. Ganz nach dem Grundsatz: Früh übt sich, was ein Meister werden will.

Körpersprache des Hundes verstehen lernen

Der Hund hat das Bestreben, zu arbeiten, also die Spur zu verfolgen. Er muss lernen, dass er nur dann arbeiten darf, wenn er den erspürten Geruch riecht, also aufspürt.

Umgekehrt muss der Hundeführer seinen Hund genau kennen - er muss dessen Körpersprache richtig deuten, buchstäblich lesen können. Signalisiert die, dass es keine Spur zu erspüren gibt, muss das so richtig erkannt werden, um eine falsche Spurensuche zu vermeiden.

Der Mantrailer zeigt deutlich, wenn er eine Spur hat. In vielen Fällen ist der Ausbilder des Hundes später auch der Hundeführer des Mantrailers.

Herr und Hund kennen sich seit Jahren, sie verstehen sich, sie sprechen insofern dieselbe Hundesprache. Das Mantrailing ist für den Hund eine reine Nasenarbeit. Je früher er daran gewöhnt wird, umso selbstverständlicher ist sie für ihn, und desto besser wird er, sofern es sich dabei um die für das Mantrailing geeignete Hunderasse handelt.

Von Haus aus kann jeder Hund als ein Mantrailer bezeichnet werden, weil er sich in erster Linie auf seinen Geruchssinn verlässt. Der wird beim heimischen Vierbeiner nicht näher geschult, weil eine Optimierung dieser Fähigkeit nicht gefragt ist. Er ist sozusagen der Laie, der Amateur unter den Mantrailern.

Die Mantrailer der angesprochenen Rassen Jagdhund und Retriever hingegen die Profis. Sie helfen bei der Lösung von oftmals lebensentscheidenden Situationen - sei es im Fernsehfilm oder im realen Leben.

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