Hunde, so der aktuelle Stand der Wissenschaft, befinden sich etwa auf dem kognitiven Niveau eines dreijährigen Kindes. Auch ihnen geben klare Leitlinien, was die Regeln des täglichen Zusammenlebens betrifft, Sicherheit im Verhalten.
Wer beispielsweise nicht möchte, dass der Hund bei Tisch bettelt, darf diesem auch nicht "ausnahmsweise" - weil er so lieb guckt, weil Sonntag ist etc. - etwas vom Tisch füttern. Sonst nämlich lernt der Hund nur, dass es sich lohnt, zu betteln: Irgendwann kommt schon etwas, und er wird nur noch hartnäckiger in seinem Bemühen. Insofern heißt es in diesem Falle: Den Hund ruhig, aber bestimmt auf seinen Platz schicken und ihn während des Essens ignorieren.
Das Auf-den-Platz-Schicken wird jedes, wirklich jedes einzelne Mal wiederholt, wenn der Hund Anstalten macht, sich zu erheben und erneut um den Tisch herum zu schleichen. Nur konsequentes Wiederholen des Verbots vermittelt dem Hund: Betteln lohnt sich hier nicht.
Hunde sind aber auch unglaublich ausdauernd, und so kann es sein, dass er es über Wochen, wenn nicht gar Monate immer wieder probiert. Der Mensch muss sich hier zusammenreißen, damit ihm nicht die sprichwörtliche Hutschnur platzt: Schickt er den Hund nicht wie gewohnt ruhig, aber bestimmt auf seinen Platz zurück, sondern schimpft ihn aus, deutet der Hund dies als Aufmerksamkeit. Und negative Aufmerksamkeit ist ihm immer noch lieber, als gelangweilt auf seinem Platz zu liegen. Infolge wird er umso hartnäckiger Betteln kommen.
Hilfreich kann es sein, bestimmte Rituale einzuführen, auf die sich der Hund verlassen kann: Beispielsweise, dass er, nachdem er seine Menschen hat essen lassen, mit einem schönen Spaziergang oder einer Spieleinheit belohnt wird. Oder er bekommt immer dann einen Kauknochen zur Beschäftigung, wenn seine Menschen Abendessen. Auch hier macht es die Wiederholung, und bald schon fordert der Hund seinen Knochen ein, während ihn das Betteln gar nicht mehr interessiert.
Wichtig ist bei alledem: Was einmal "nein" war, sollte immer "nein" bleiben, und was bislang erlaubt war, nicht plötzlich verboten werden. Ein Hund braucht sich wiederholende, tägliche Rituale - und der Mensch manchmal etwas Geduld.
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