Hochwasser im Garten nach starken Regenfällen - Tipps zum Abpumpen bei einer Überschwemmung

Kleiner Junge steht am Fenster und schaut dem Regen zu

Mithilfe einer Tauchpumpe kann man das Hochwasser im Regen absaugen; auch Entwässerungsgräben haben sich als sinnvoll erwiesen

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  • von Paradisi-Redaktion

Neben dem Starkregen gehören unter anderem Sturm, Hagel, Überschwemmung sowe Eis und Schnee zu den elementaren Naturgewalten. Die dadurch verursachten Schäden sind Elementarschäden, die bei Immobilien versicherbar sind. In seinem Garten muss sich der Geschädigte nach starken Regenfällen selbst helfen.

Nach tagelangen Regenfällen oder nach einem mehrstündigen Starkregen ist der Gartenliebhaber in derselben misslichen Situation wie der Landwirt: Die Fläche ist komplett überschwemmt, sie steht mehrere bis hin zu viele Zentimeter unter Wasser. Der Garten wirkt wie eine einzige Seenlandschaft.

Kleinwüchsige Zier- und Nutzpflanzen sind unsichtbar, praktisch wie nicht vorhanden. Obwohl der Hobbygärtner seinen Garten genau kennt, kann er nicht feststellen, wo die Beete sowie die Lauf- und Freiflächen sind. Der Garten ist ein einziger nichtbegehbarer See.

Trotzdem muss in dieser Situation etwas unternommen werden, und zwar möglichst schnell. Je länger Pflanzen und Sträucher unter Wasser stehen, desto größer ist die Gefahr, dass die Wurzeln und somit die Gewächse insgesamt verfaulen.

Das Wasser muss schnell ablaufen, damit das Erdreich die Gelegenheit zum Trocknen erhält. Dazu bieten sich zwei Möglichkeiten an - zum einen der Einsatz einer Tauchpumpe, zum anderen das Anlegen von Entwässerungsgräben.

Tauchpumpe

Die Tauchpumpe für den heimischen Garten ist ein mobiles, also transportables und handliches Arbeitsgerät. Sie wird in die zu abzupumpende Flüssigkeit eingetaucht und pumpt über einen oder mehrere angeschlossene Schläuche das Wasser ab. Der Einsatz einer Tauchpumpe lohnt sich vor allem oder erst dann, wenn das Wasser buchstäblich knietief im Garten steht und überhaupt nicht abfließen kann.

Flachsaugende Tauchpumpe

Am besten geeignet ist die flachsaugende Tauchpumpe. Wie das Wort sagt, geht die Pumpwirkung in eine anschließende Saugwirkung über.

Dadurch wird gewährleistet, dass das Wasser bis auf einige wenige Millimeter aus dem Garten abgepumpt und abgesaugt wird. Die Hersteller von flachsaugenden Tauchpumpen werben bei ihren Marken und Modellen mit einer hohen Saugfähigkeit, je nach Typ bis zu einem Millimeter.

Manuelles Abschöpfen

Eine ganz einfache Möglichkeit als erste Hilfe und ohne die technische Unterstützung der Tauchpumpe ist das manuelle Abschöpfen des Regenwassers mit Schüsseln und Eimern. Das ist mühsam und für eine größere Gartenfläche gar nicht machbar.

Auf einem abgegrenzten Rasenstück beziehungsweise auf der Fläche, wo es vermutet wird, kann dadurch jedoch eine wasserfreie Fläche geschaffen werden, die dann der Ausgangspunkt für weitere Arbeiten ist. Der Gartenliebhaber kann sich jetzt zumindest ansatzweise in seinem Garten orientieren.

Entwässerungsgräben buddeln

Ergänzend zum Abpumpen sollte auch eine Möglichkeit geschaffen werden, damit das Wasser von sich aus abfließen kann. Dazu eignen sich kleine Entwässerungsgräben, die in dieser Situation gelegt, sprich gegraben werden.

An der tiefsten Stelle des Gartens wird eine Grube ausgehoben, in die das abfließende Wasser hineinfließen kann. Mit der Tauchpumpe kann das hier gesammelte Wasser anschließend vom Grundstück aufgesaugt und in die öffentliche Entwässerungsanlage abgeleitet werden.

In der Regel hat der Hobbygärtner nicht mehrere, sondern nur eine flachsaugende Tauchpumpe. Er muss sich beim Hochwasser im Garten also genau überlegen, wo er die Technik einsetzt, und wo er selbst Hand anlegt.

Dafür verbleibt nicht allzu viel Zeit. Die Wurzeln der Pflanzen waren auch schon vor der Überschwemmung gut bewässert, also nicht ausgetrocknet. Ihre Speicherkapazität ist begrenzt, mehr als speichern können sie nicht.

Jedes überflüssige Wasser fördert und beschleunigt den Fäulnisprozess. Die Wurzeln faulen im nassen Erdreich, und an der Erdoberfläche sterben die Pflanzen ab.

Die Tauchpumpe muss bei der Überschwemmung im Garten von Beginn an dort eingesetzt werden, wo sie als technisches Gerät den Menschen am wirksamsten ersetzen kann. In dieser Situation geht es darum, mit Menschenhand und Technik gemeinsam den Garten zu retten. Manuell und maschinell müssen die Kräfte sinnvoll eingesetzt werden.

Das Wasser sucht sich seinen Weg, sobald es abfließen kann. Hilfreich bis hin zu unentbehrlich sind daher die Entwässerungsgräben.

Damit das Wasser gezielt abfließen kann, muss die Wassergrube ausgehoben werden. Dort arbeitet die Tauchpumpe am wirksamsten, weil das gesammelte Wasser direkt wieder abgepumpt wird. Es wird in die Abwasseranlage abgeleitet und hat die Gartenfläche verlassen.

Anschließend kann mit der "Feinarbeit" begonnen werden. Die flachsaugende Tauchpumpe wird jetzt innerhalb der Gartenfläche eingesetzt und saugt dort bis auf ein, zwei Millimeter das noch stehende Wasser auf, das seinen Weg nicht in die manuell geschaffenen Entwässerungsgräben gefunden hat.

Unterstützung durch Freunde

Gerade dann, wenn Not am Mann ist, wird jeder gebraucht. Eine solche Ausnahmesituation kann unmöglich von einer einzigen Person bewältigt werden.

Jetzt werden mehrere Hände gleichzeitig an verschiedenen Stellen im Garten benötigt. Nur dann besteht die Aussicht, die Gartenfläche in einem kurzen, überschaubaren Zeitraum zu entwässern.

Das Wasser muss so schnell wie möglich die Gartenoberfläche verlassen haben. Das Erdreich ist ungeachtet dessen noch überdurchschnittlich nass.

Das Wasser im Garten muss möglichst schnell ablaufen können um ein Verfaulen der Pflanzen zu verhind
Das Wasser im Garten muss möglichst schnell ablaufen können um ein Verfaulen der Pflanzen zu verhindern

Die anschließende Arbeit und mögliche Vorbeugemaßnahmen

Wenn die Gartenoberfläche entwässert, also frei von stehendem Wasser ist, dann haben Sonne und Wind die ungehinderte Möglichkeit, das Erdreich auszutrocknen. Hier hilft sich die Natur dann weitgehend selbst. Man kann sie aber durch ein paar Maßnahmen unterstützen.

Es empfiehlt sich, übermäßigen Schlamm von Pflanzen zu entfernen. Dies sollte geschehen, bevor der Dreck fest wird. Angeschwemmte Steine, Holzteile oder Müll müssen beseitigt werden.

Rasen, der unter Wasser gestanden hat, muss an der Grasnarbe belüftet werden - dies gelingt mithilfe einer Mistgabel, mit der man Löcher hineinsticht; zumindest bei kleineren Grasflächen ist dies eine mögliche Lösung. Blumen- und Gemüsebeete sollten zwei bis drei mal aufgelockert werden; dazwischen ist es wichtig, die Erde trocknen zu lassen. Auf diese Weise lassen sich die Pflanzenwurzeln belüften.

Wurden Hecken durch das Hochwasser Richtung Erde geneigt, sollten sie wieder aufgerichtet werden, solange die Erde noch weich ist. Wer einen Gartenteich hat, wird diesen möglicherweise mit einer Menge Schlamm vorfinden - eine Schmutzwasserpumpe kann helfen, diesen zu besetigen. Auf den Einsatz einer Wasserpumpe sollte man aufgrund der Verstopfungsgefahr verzichten.

Mit ein paar Maßnahmen lassen sich Schäden durch künftige Hochwasserperioden vermeiden. Blumen- und Gemüsebeete sollten höher angelegt werden. Auf diese Weise kann sich das Wasser hier nicht stauen. Unter den Beeten können Drainagerohre, welche das Wasser wegleiten, verlegt werden - Ziel sollte eine Grube, die man zuvor ausgehoben hat, sein.

Für ein künftig leichteres Abführen des Wassers ist es hilfreich, den Boden mit Humus oder Sand aufzufüllen. Zur Abgrenzung der Beete empfiehlt sich das Anpflanzen von Sträuchern, die eine Menge Wasser abziehen, wie etwa

Dieselbe Funktion wird Stauden, die man zwischen Gemüsepflanzen setzen kann, zugeschrieben. Zu diesen zählen

  • Sumpfvergissmeinnicht
  • Gauklerblume und
  • Iris.

Grundinformationen und Hinweise zum Garten

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Quellenangaben

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  • Bildnachweis: Tropfen auf Blatt © Stefan Körber - www.fotolia.de

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