6. November 2007
Von Maria Hochbaum
Handys und Laptops sind gewöhnliche Entertainer für Jugendliche und junge Erwachsene geworden. Da fällt es nicht leicht, den Überblick über Realität und Scheinwelt zu behalten.

Das englische Wort (to) chat bedeutet übersetzt plaudern, unterhalten. Es bezeichnet die elektronische Kommunikation zwischen Personen in Echtzeit, die meist im Internet stattfindet.
Die ursprüngliche Form des Internetchats ist der reine Textchat, bei dem nur Zeichen ausgetauscht werden. Mittlerweile ist es auch möglich, Ton-und Videospuren zu versenden.
Das Statistische Bundesamt erfasste im ersten Quartal 2006 fast 40% der Zehnjährigen, die Chats oder Internetforen als Kommunikationsmittel benutzten. Studenten und Schüler nutzten mit 72% diese Form besonders häufig.
Es gilt zu unterscheiden zwischen Chatrooms, in denen mehr als 2 Personen miteinander kommunizieren und deren Vielfalt an Themen und Interessensgebieten unendlich ist und den privaten Chatprogrammen, in denen man seine eigene Kontaktliste verwaltet und für gewöhnlich zu zweit miteinander kommuniziert.
Doch der Spaß am Chatten kann zur Sucht werden. Eine Suchtgefahr stellt sich an dem Punkt ein, wenn der Betroffene seine sozialen Kontakte im realen Leben vernachlässigt und der Tagesablauf nach den Chatboomzeiten, also den Zeiten, in denen viele Benutzer aktiv sind, ausgerichtet wird. Alltägliche Verpflichtungen wie Einkaufen, Termine wahrnehmen oder das Säubern der Wohnung werden in den Hintergrund gestellt.
Gefährdet sind vor allem Personen, die ein gestörtes soziales Umfeld haben und sich eine Persönlichkeit im Internet aufbauen, der sie in der Wirklichkeit nicht entsprechen. Dies kann zu einem Realitätsverlust führen, wenn sich die Person auch außerhalb des Chats, für die im Chat erstellte Person hält. Außerdem bleibt die Kommunikation im realen Leben auf der Strecke.
Auch die vielfältigen Abkürzungen, wie sie in Chats der Schnelligkeit halber oft gebraucht werden, tragen nicht zur positiven Sprachentwicklung bei. Grammatik und Ausdruck verlieren an Bedeutung und das spiegelt sich in der mündlichen Kommunikation wieder.
Ein gesunder Umgang mit dem Chatten ist jedoch unbedenklich und bleibt dann ein schnelles Kommunikationsmittel, dass vor allem über große Entfernungen eine preiswerte und einfache Variante ist, um Kontakt zu halten.
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