9. November 2011
Von Andreas Hadel
Liebe Eltern, es ist soweit ... erraten, was?! Ab heute machen Sie sich folgendes bewusst: SIE sind Vorbilder! Angsteinflößend, oder? Also, los geht's: Alles, was Sie tun, wird oft von Ihren Kindern reflektiert, kritisiert, ganzheitlich oder anteilig übernommen. Nutzen Sie diese Chance bewusst, um Ihren Kindern gute Gewohnheiten mit auf den Weg zu geben.

Die einfache Antwort ist, dass Sie bei sich selbst anfangen müssen. Damit Ihre Kinder aktiv und gesund sind, müssen Sie ein aktives und gesundes Leben vorleben. Wenn Sie ungesunde Lebensmittel essen, werden es Ihnen Ihre Kinder gleichtun. Wenn Sie den ganzen Abend auf der Couch vor dem Fernseher liegen, werden Ihre Kinder das ebenfalls machen. Machen Sie sich bewusst, dass Sie Ihre Kinder nicht nur erziehen und für sie als Ansprechpartner fungieren, sondern dass Ihre Aufgabe auch im Lehren Ihrer Kinder besteht. Kinder lieben es, entscheiden zu dürfen. Wenn Sie sie zu einem Bewusstsein für Gesundheit und Fitness erziehen, stellen Sie ihnen auch die Frage, was Ihre Kinder von ihrem Leben und ihrem Körper wollen.
Lesen Sie hier einige Tipps, die Sie für sich nutzen können, um Ihren Kindern einen auf Gesundheit bedachten Lebensstil beizubringen.
Unsere Schulsysteme helfen in dieser Hinsicht nur bedingt weiter. Das Mittagessen in Schulen ist noch immer weit von einer gesunden Ernährungsweise entfernt, Süßspeisen sind eher die Regel und Sportprogramme und Gesundheitserziehung werden selten als Kernthema behandelt.
Ermutigen Sie Ihre Kinder, nach draußen zu gehen, dort zu spielen und den Alltag insgesamt mehr außerhalb des Kinderzimmers zu verbringen. Zu unseren Zeiten war das Aufwachsen immer mit Abenteuer verbunden. Wir haben draußen mit den Nachbarskindern Fangen gespielt oder uns mit unseren Eltern auf lange Radtouren vorbereitet. Wir waren regelrecht verrückt nach Aktivitäten. Natürlich haben Videospiele, wie Atari, NES, Super Nintendo, Sega Genesis auch in unserer Kindheit einen nicht unwesentlichen Platz eingenommen. Aber im Gegensatz zur heutigen Jugend haben sie unser Leben nicht bestimmt. Kaufen Sie Ihrem Kind anstelle eines neuen Videospiels lieber ein neues Fahrrad, einen Roller oder ein Skateboard. Sie helfen Ihrem Kind, aktiv zu sein und sparen dabei die überteuren Videospiele und machen Ihr Kind durch Bewegung im Freien ausgeglichener und zufriedener.
Packen Sie Ihren Kindern das Essen für die Schulpausen. Damit können Sie sicher sein, dass Ihr Kind gute Lebensmittel bekommt. Natürlich können Sie nicht kontrollieren, welche Lebensmittel Ihre Kinder darüber hinaus zu sich nehmen. Aber genau hier setzt Ihre Erziehung an.
Informieren Sie Ihre Kinder über gesunde Ernährung. Wenn Sie Ihren Kindern beibringen, was gute und was schlechte Lebensmittel sind und was die Lebensmittel mit ihrem Körper tun, dann befähigen Sie Ihre Kinder, sich eigenständig für die richtigen Lebensmittel entscheiden zu können. Versuchen Sie dabei positive Worte zu verwenden und keine Panik machenden Formulierungen. Vermeiden Sie Sätze wie: "Das darfst du auf keinen Fall essen, weil sonst dein Körper fett wird."
Lassen Sie Ihre Kinder am Einkaufen der Lebensmittel teilhaben. Gestalten sie gemeinsam die Planung für das Abendessen. Bringen Sie Ihren Kindern bei, wie man Gewürze sinnvoll einsetzt.
Werfen Sie alle Süßigkeiten aus dem Haus und geben Sie Desserts den Stellenwert, den ein Nachtisch tatsächlich hat: Genuss! Indem Kuchen, Bonbons und Kekse leicht zugänglich sind, geht ihr eigentlicher Sinn verloren - dass Süßes Freude macht. Machen Sie aus dem Essen von Süßigkeiten einen Familienspaß: Bereiten Sie Speiseeis selbst zu oder backen sie ihr eigenes Dessert mit Ihrer Familie zusammen. Machen Sie daraus eine gemeinsame Aktivität. Durch das Selbermachen können Sie die Menge an Zutaten steuern. Sie verhindern zudem, daß Sie fertige Desserts zu sich nehmen, die mit allerlei Chemikalien und Konservierungsstoffen zubereitet wurden.
Ermutigen Sie Ihre Kinder, sich in einer Sportgruppe zu engagieren. Hiermit ist nicht gemeint, dass Sie Ihren Kindern unbedingt eine Sportgruppe schmackhaft machen müssen. Fragen Sie stattdessen einfach, ob Ihr Kind gerne einer Sportgruppe beitreten möchte. Lassen Sie Ihrem Kind freie Wahl und unterstützen Sie Ihr Kind, egal für welche Sportart es sich entschieden hat.
Machen Sie aus der Spielzeit am PC oder an der Video-Konsole eine Belohnung. Ihr Kind darf "x" Minuten Videospiele spielen, wenn es "x" Minuten Hausaufgaben oder eine gewisse Anzahl an Hausaufgaben gemacht hat. Versuchen Sie zu verhindern, dass der PC oder die Video-Konsole im Zimmer Ihres Kindes steht, damit Sie mitbekommen, wann Ihr Kind spielt und wann nicht. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass der Computer gerne für Hausaufgabenzwecke benutzt werden kann. Alles, was mit Spielen am PC oder an der Konsole zu tun hat, muss mit Ihnen und Ihren Regeln abgestimmt sein.
Erstellen Sie eine Liste an Aufgaben, die im Haushalt zu machen sind. Gehen Sie die Liste gemeinsam mit Ihrem Kind durch und vereinbaren sie gemeinsam, wer welche Aufgaben im Haushalt übernehmen kann. Auch hier ist wieder das Belohnungssystem anzuwenden, so dass Ihr Kind nach dem Herunterbringen des Mülls beispielsweise 5 Minuten Spielzeit am PC erhalten wird.
Leben Sie das, was Sie lehren. Nichts von dem, was Sie sagen wird von Ihren Kindern auch tatsächlich umgesetzt, wenn Sie nicht vorleben, was Sie lehren. Liefern Sie Ihren Kindern keine Gründe zu sagen: "Das ist unfair, weil du das auch nicht machst!" Sie sind das Vorbild.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
01.02.12 | |
![]() | VORBILDER |
20.01.12 | |
![]() | VORBILDER |
14.09.11 | |
![]() | VORBILDER |
29.04.11 | |
![]() | VORBILDER |
28.02.11 | |
![]() | VORBILDER |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Vorbilder Forum

