Straßenzeitungen Artikel

Verkauf der Straßenzeitung ein Weg aus der Schnorrerei?

Die Versuche von Obdachlosen, sich ein kleines Einkommen zu verschaffen, werden von den Passanten meist kritisch beäugt. So werden selbst Verkäufer von Straßenzeitungen häufig nur als Betrüger oder Menschen gesehen, welche ihre Zeit achtlos vergeuden. Doch kann der Verkauf der Straßenzeitung durch einen Obdachlosen nicht tatsächlich als ein vielversprechender Weg aus der Schnorrerei gewertet werden?

Es gibt einige Gründe, warum die Mitarbeit bei einer Straßenzeitung tatsächlich ein Schritt in die richtige Richtung ist. Sollte man demnach Obdachlose in einer Fußgängerzone unterstützen wollen, dann kann es sinnvoller sein, eine Straßenzeitung zu kaufen, als einem Bettler Geld in eine Dose zu werfen. Letztere handeln nämlich in vielen Fällen nicht eigenmächtig, sondern sind Teil organisierter Banden, welche die einzelnen bettelnden Obdachlosen schlicht ausnutzen und erpressen.

Bei einer Straßenzeitung kann man sich hingegen sicher sein, dass dem Obdachlosen so aus einem Leben der täglichen Bettelei verholfen wird. Zum einen fließen bei einer Straßenzeitung mindestens die Hälfte der Verkaufserlöse an den Verkäufer selbst. Die Verkäufer einer Straßenzeitung erregen demnach nicht nur Mitleid, um die Auflage eines Blattes zu erhöhen, ohne selbst davon zu profitieren. Stattdessen erhalten sie einen Lohn, welcher es ihnen ermöglicht, das Schnorren sein zu lassen. Des Weiteren geben Straßenzeitungen den Obdachlosen auch eine neue Perspektive und einen festen Tagesablauf. Dieser eigentlich banale Effekt führt dazu, dass sich Menschen wieder an das Arbeiten gewöhnen und vielleicht sogar Gefallen daran finden, täglich ein Ziel zu verfolgen und eine Sache zu betreiben. Vielen Obdachlosen ist es deshalb über die Straßenzeitung gelungen, das eigene Leben wieder in den Griff zu bekommen und durch das Finden von Arbeit in das bürgerliche Leben einzutreten. Zuletzt können noch einige Auflagen der Straßenzeitungen den Obdachlosen dazu bewegen, den Weg aus der Schnorrerei zu bewältigen. So ist es dem Verkäufer einer solchen Zeitung untersagt, neben dem Verkauf der Zeitschrift zu betteln. Darüber hinaus darf die Mitarbeit bei der Straßenzeitung niemals im Rauschzustand erfolgen. Hierdurch schafft die Mitarbeit gute Grundvoraussetzungen, dass sich lediglich auf das Einkommen aus der Straßenzeitung, nicht aber auf dubiose Nebeneinkünfte gestützt wird.

Insgesamt kann eine Straßenzeitung den Mitarbeitern tatsächlich den Weg aus der Bettelei zeigen, weshalb man den Kauf einer solchen Zeitung auch als eine Form der sinnvollen Spende sehen kann.

Grundinformationen und Hinweise zu Straßenzeitungen

  • 1 Bewertung
  • 302 Lesungen

LESERMEINUNGEN (1)

Noch stärker ins Selbstbewusstsein

Vor vielen Jahren habe ich den Beginn der Straßenzeitungen miterlebt.
Dieter Hildebrand hat sie in dieser Zeit, durch seine interessant...

  • Lesermeinung von Petra Helbig (Gesundheitsber.)
  • 19.03.12 17:25

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