27. August 2009
Von Viola Reinhardt
Irgendwie ist ja wie verhext. Da verdient man eigentlich genug und doch scheinen sich die Münzen und Scheine immer schneller in Luft aufzulösen als man es vermuten würde. Nun ja, der Gedanke "im nächsten Monat bleibt mehr Geld als Tage übrig" macht es dann wieder leichter, nur dumm, dass auch der kommende Monat das gleiche Spiel bereithält. Da beginnt oft das Grübeln woran es nur liegen mag, aber nur selten stellt man dann tatsächlich fest wo der berühmte Haken in dieser dauerhaften Geschichte hängt. Geldfallen sind hier ein absolut Top-Stichwort und denen geht's nun an den Kragen.
In der Frühstückspause wird rasch ein Butterbrezel geholt und weil das bekanntlich salzig ist und schwer rutscht noch einen Coffee-to-Go dazu. Derart gestärkt hält man dann bis mittags durch, dreht rasch eine Runde durch den nahen Stadtpark, um dann mit viel Sauerstoff im Blut und Elan an der nächsten Imbissbude Halt zu machen. Nun ist das Gehirn wieder richtig fit für die letzte Tagesrunde in Sachen Arbeit und der Feierabend kommt dann schneller als man gedacht hat. Siedend heiß fällt einem ein, dass der Kühlschrank Nachschub braucht und so eilt man in den nächsten Supermarkt. Was war es noch? Ach ja, Butter, Milch, Toast, etwas Wurst und Käse. Kaum daheim angekommen, wundert man sich dann, warum eigentlich zwei Tüten darauf warten ausgepackt zu werden. Süßigkeiten, Zeitschriften fürs Wochenende (sind ja nur noch vier Tage) und so allerlei anderes brauch- und unbrauchbares wird zutage befördert. Puh, endlich geschafft. Und dann? Kassensturz. Oh je, also irgendwie scheint der Geldbeutel auch heute wieder ein Loch gehabt zu haben, denn erschreckend stellt man danach fest, dass mal so auf die Schnelle rund 50 Euro flöten gegangen sind. Die Frage wohin lässt sich rasch klären, was in der Folge auch rasch aufzeigt, warum das Geld in Fallen verschwindet.
Rechnet man sich einmal nur solch einen Tag aus und diesen dann auch noch hoch, wird klar was da geschieht. Bei einer fünf Tage dauernden Arbeitswoche und einem ähnlichen Konsumryhthmus sieht die Bilanz am Ende des Monats (oder des Geldes) durchschnittlich so aus: 5-mal Brezel und Kaffee à ca. 2,80 x 4 Wochen =56€. 5x der Gang zur Imbissbude zu rund 5€ x 4 Wochen = 100€. Unnötige Einkäufe machen im Schnitt 10€ aus und sind in der Monatsrechnung dann ebenfalls schon 200€. Allein nur von diesen Ausgaben zeigt sich ein monatliches Minus von 356€. Die weiteren sich einschleichenden Geldfallen noch gar nicht einberechnet.
Hierzu zählt das Paar Schuhe zum Schnäppchenpreis ebenso, wie auch der dritte Latte Macchiato mit der besten Freundin beim wöchentlichen Treffen. Sich alles zu verwehren, ist zwar nicht Sinn und Zweck, doch wer ständig in der Geldklemme steckt, sollte einmal etwas näher auf seinen Finanzplan und die versteckten Geldfallen achten. Dies lässt sich ganz gut mit einem Haushaltsbuch erreichen und dem Abgucken bei den Großen, sprich den Unternehmen. Auch da werden keine ständigen unnötigen Ausgaben verbucht und die Einnahmen den Ausgaben gegenübergestellt. Bei den Fixausgaben wie Miete, Telefon oder Strom und Versicherungen wissen die meisten Menschen noch recht gut bescheid. Im Haushaltsbuch unter Ausgaben (fix) aufgelistet, bietet schon einmal einen recht guten Überblick dem anschließend die Einnahmen gegengestellt werden. Folgend notiert man täglich die einzelnen Ausgaben, wobei es sich bewährt den Kassensturz täglich zu machen damit man auch das unterwegs gekaufte süße Kaffeestückchen nicht vergisst. Am Ende des Monats wird dann alles addiert und gegengerechnet. Rasch lassen sich hier die Fallen entdecken, denn es macht einen Unterschied, ob ich nur mal so rasch drei, vier Euro für einen Döner ausgebe oder ob ich dann am Monats schwarz auf weiß sehe, dass es sage und schreibe rund zwanzig oder dreißig Euro allein dafür waren. Schon nach wenigen Monaten Haushaltsbuch führen, wird man seine Finanzen in der Regel besser im Griff haben und der Monat plötzlich mehr Geld wie Tage aufzeigen.
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