Bewertungskriterien für eine Geldanlage - Worauf kommt es an?

Um Geld anzulegen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ebenso groß ist die Anzahl von Bewertungskriterien für eine Geldanlage. Doch worauf kommt es dabei an? Um für sich die passende Form zu finden, gilt es, sich schon ein wenig mit diesem Thema zu befassen und bestenfalls von einem Fachmann beraten zu lassen; ein Anlageberater hilft bei der Auswahl, sodass keine falschen Entscheidungen getroffen werden. Informieren Sie sich über Bewertungskriterien für eine Geldanlage.

Tipps zur Wahl der passenden Geldanlage

Vorteile langfristiger Geldanlagen

Es gibt kurzfristige sowie langfristige Geldanlagen. Beide Varianten können Gewinn bringen. Gegenüber der kurzfristigen Geldanlage bringt die langfristige Form jedoch einige Vorteile; dazu zählen Zinseszins, Dividendeneinnahme, weniger Zeitaufwand für die Aktienbeobachtung, mögliche eigene Korrekturen sowie weniger Einflüsse durch Inflation.

Eine langfristige Geldanlage kann in ihrem Wert durch die Auszahlung von Dividenden erhöht werden. Ebenso ist die Wertsteigerung durch Aktienrückkauf möglich.

Auf diese Weise gibt es weniger Inhaber, mit denen man die zukünftigen Gewinne teilen muss. Die Dividenden, Auszahlungen des Gewinns durch das Unternehmen, fallen jedes Jahr unterschiedlich aus.

Geringerer Inflationseinfluss

Bei kurzfristigen Kursbewegungen gibt es einen geringeren Einfluss auf den Geldanlagenwert. Aus kurzfristiger Sicht sind unrationale Bewegungen möglich. Auf lange Sic hat haben kurzfristige Einflüsse kaum einen Einfluss; es ist sogar möglich, kurzfristige Kursrückschläge zum langfristigen Vorteil umzukehren.

Weniger Zeitaufwand durch Aktienbeobachtung

Es gibt Menschen, die jeden Tag viel Zeit für die Verfolgung von Aktienkursen aufwenden. Bei Anlage in die richtigen Unternehmen kann man sich viel Zeit und Ärger ersparen. Der Zeitaufwand durch Beobachtung der Aktien ist deutlich geringer.

Es wird vermutlich sowohl Phasen mit guter Entwicklung sowie solche mit Geldverlust geben. Hat man die richtigen Aktien gewählt, werden die positiven Phasen langfristig überwiegen.

Doch woran erkennt man lohnenswerte Geldanlagen? Im Folgenden gehen wir näher darauf ein.

Bewertungskriterien für eine Geldanlage

Die Bewertungskriterien für eine Geldanlage können im Laufe des Lebens durchaus auch wechseln. Die Kapitalvermehrung als Zweck bleibt unverändert bestehen. Die Risikobereitschaft in jungen Jahren wechselt erfahrungsgemäß spätestens dann hin zu einem ausgeprägten Sicherheitsbedürfnis, wenn sich der Geldanleger für eine mehrköpfige Familie verantwortlich sieht.

Jetzt wird die Möglichkeit diskutiert, mit mehreren Generationen zukünftig in eigenen vier Wänden leben zu wollen. Und die sichere Altersvorsorge darf auch nicht vernachlässigt werden.

Dazu gehört in der heutigen Zeit die private Ergänzung der gesetzlichen Rente sowie der gesetzlichen Pflege. Beide Leistungen von Staat beziehungsweise von der Pflegekasse sind unzureichend.

Beratung und Wissen kombinieren

Der Geldanleger sollte sich zwar fachlich beraten lassen, gleichzeitig jedoch kontinuierlich eigenes Wissen erwerben. Die Beratung kann im Einzelfall noch so gut und richtig sein - letztendlich muss er selbst entscheiden, wie er sein Geld anlegt. Der Anlageberater spricht von der Anlagestrategie, der Geldanleger selbst hat jedoch ergänzend dazu auch eine mittel- und langfristige Lebensstrategie.

Die Anlage- muss der Lebensstrategie angepasst werden, nicht umgekehrt. Vor diesem Hintergrund sollte der Geldanleger mit seinem Knowhow und seiner Erfahrung die Geldanlage in den einzelnen Lebensabschnitten der jeweiligen Situation anpassen. Bis hin zu der Redensart: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

Die verschiedenen Anlagemöglichkeiten sollten mit den richtigen Bewertungskriterien bewertet werden
Die verschiedenen Anlagemöglichkeiten sollten mit den richtigen Bewertungskriterien bewertet werden

Im Folgenden gehen wir auf unterschiedliche Bewertungskriterien ein...

Das magische Dreieck in der Geldanlage

Als magisches Dreieck wird in der Geld- und Vermögensanlage das Spannungsfeld zwischen den drei Bereichen Liquidität, Rentabilität und Sicherheit bezeichnet. Für den Geldanleger besteht die Kunst darin, jedem der drei Ziele möglichst nahe zu kommen.

Bei jeder Geldanlage ergeben sich die folgenden konträren Situationen:

  • Steigende Sicherheit hat sinkende, also niedrige Rendite zur Folge
  • Höchstmaß an Sicherheit macht illiquide, sozusagen statisch
  • Optimale Liquidität drückt, wirkt sich also nachteilig auf die Rendite aus

Sicherheit

Geldanlagensicherheit bedeutet, dass der Vermögenswert dauerhaft erhalten bleibt und gesichert ist. Das betrifft auch den Vermögenszuwachs durch die Geldanlage.

Am Anfang steht der Kapitalstock als erstmalige Geldanlage. Dabei sollte es sich bestenfalls um einen niedrigen fünfstelligen Eurobetrag handeln können.

Mit einem solchen Anfangskapital kann der Investor strategisch denken und anlegen. Das im Laufe der Jahre hinzukommende Vermögen muss zusätzlich erhalten bleiben und erneut vermehrt werden, vergleichbar mit den Zinseszinsen.

Liquidität

Die Liquidität einer Geldanlage kann im Verlaufe von Jahren oder Jahrzehnten temporär eine bedeutende Rolle spielen. Liquide ist gleichbedeutend mit flüssig sein - damit wird ausgedrückt, bedarfsgerecht anfallende Zahlungen leisten zu können. Das notwendige Geld muss buchstäblich von der einen auf die andere Minute verfügbar sein.

Mit der Geldanlage ist das angelegte Geld gebunden, also für die Dauer des Anlagezeitraumes nicht verfügbar. Das schränkt die Liquidität ein. Je langfristiger die Geldanlage ist, umso weniger kann ein Liquiditätsbedarf abgeschätzt werden - dennoch ergibt er sich.

Vorzeitige Inanspruchnahme

Der Anleger muss bei einer vorzeitigen Inanspruchnahme der Geldanlage die so genannten Strafzinsen zahlen. Der Anlageempfänger hat seinerseits das Geld angelegt und ist, auf diesen konkreten Fall bezogen, in derselben Liquiditätsnot wie der Anleger selbst.

Eine andere Möglichkeit ist die Liquiditätsbeschaffung als Kredit oder Darlehen mit den dazugehörigen Zinsen als Ausgabe. Hier wie da entstehen dem Geldanleger Kosten.

Der Mittelweg zur Vermeidung dieser Situation ist eine Geldanlage mit zeitnaher Kündigungsmöglichkeit. Der Anlageempfänger kann seinerseits ebenfalls nur kurzfristig planen. Er erhält auf dem Kapitalmarkt dementsprechend geringere Zinserträge, die in dieser verminderten Form an den Geldanleger weitergegeben werden.

Rentabilität

Die Rentabilität ist, einfach ausgedrückt, das Geschäft an der Geldanlage. Sie ist ein Oberbegriff für verschiedenartige Formen wie

  • Zinsen
  • Dividenden
  • Kurssteigerungen bei Aktien und Wertpapieren, sowie
  • Wertsteigerungen durch Kursveränderungen oder beim Wert einer Immobilie.

All das, was zusätzlich zur Erstinvestition on top kommt, ist die Rendite. Die Geld-/Vermögensanlage war rentabel, sie hat sich gelohnt.

Möglichkeiten des magischen Dreiecks

Schön wäre es, wenn jedes dieser drei Ziele zu hundert Prozent erreicht werden könnte. Das ist vielleicht theoretisch, keinesfalls jedoch praktisch möglich.

Das magische Dreieck verdeutlicht dem Geldanleger, dass maximal zwei der drei Ziele erreichbar sind. Zwei von ihnen können direkt miteinander korrespondieren, nicht jedoch alle drei.

Der Geldanleger selbst kann das Spannungsfeld des magischen Dreiecks nicht direkt beeinflussen. Bestimmend sind Einflüsse und Faktoren an den, wie es genannt wird, weltweiten Finanzmärkten und Börsen. Der einzelne Geldanleger vor Ort muss bei der Wahl seiner Geldanlage ganz zwangsläufig Schwerpunkte setzen.

An der Spitze steht eine der drei Möglichkeiten als Hauptziel, das seinerseits mit einem zweiten, dem untergeordneten Ziel, zusammenpasst. Bei Aktien als Geldanlage hat der Anleger darüber hinaus keinen Einfluss auf den Verlauf des Aktienkurses.

Er wird sein Aktiendepot diversifizieren, also die Aktien auf mehrere Unternehmen verteilen. Dadurch wird das Gesamtrisiko der Geldanlage Aktien zwar gemindert, das Kursverlustrisiko der einzelnen Aktie jedoch nicht vermieden.

Erfahrungsgemäß ist eine gute Ausgewogenheit innerhalb des magischen Dreiecks der Garant für eine unterm Strich rentable Geldanlage. Die darf nicht ausschließlich pekuniär bewertet werden.

Der Geldanleger muss sein Ziel klar definieren, was er mit seiner Geldanlage bezweckt. Wenn diese Entscheidung einmal steht, dann ergeben sich die nachfolgenden Entscheidungen anhand des magischen Dreiecks automatisch und zwangsläufig.

Das magische Fünfeck in der Geldanlage

Mit der Steigerung der Erwartungen an eine Geldanlage und die damit verbundenen Ziele erhöht sich auch die Möglichkeit beziehungsweise Notwendigkeit, diese miteinander zu verbinden. Aus dem magischen Dreieck wird jetzt das magische Fünfeck.

Hinzugekommen sind die beiden Ziele Ethik und Steuerersparnis. Das magische Spannungsfeld hat sich nochmals deutlich erweitert.

In der heutigen Gesellschaft wird vom einzelnen Bürger mehr denn je ein erhöhtes Maß an Eigenverantwortung und Eigeninitiative erwartet. Dazu rufen unter anderem der Bundespräsident sowie die Bundeskanzlerin in ihren Ansprachen, Reden und Vorträgen auf.

Ethische Gedanlage

Die bundespolitische Landschaft hat sich in den letzen Jahrzehnten deutlich verändert. Der Bürger ist buchstäblich mündiger geworden.

Er möchte auch gerne mitsprechen und sich aktiv beteiligen. Gelegenheit dazu erhält er bei seiner Geldanlage dadurch, dass er besonderen Wert auf Ethik legt.

Jedes Unternehmen, das etwas auf sich hält, hat heutzutage ein Leitbild. Das ist die Vorgabe der Firmen- oder Geschäftsleitung, wie sich das Unternehmen präsentiert, und wie der Umgang mit den Mitarbeitern gestaltet wird.

Ethische Geldanlage bedeutet, dass die ethischen Wertevorstellungen des Anlegers angemessen berücksichtigt werden. Das gilt sowohl für den Anlageempfänger selbst als auch für diejenigen Unternehmen, bei denen das angelegte Geld investiert wird.

Zu den bekannten ethischen Geldanlagen gehören die Investments in:

So genannte geächtete, also unethische Geldanlagen sind diejenigen zur Produktion von Waffen und jeglichem militärischem Material, Geldanlagen in Unternehmen oder Länder, in denen Kinderarbeit gefördert beziehungsweise geduldet wird, oder in Ländern, in denen die Todesstrafe noch gilt.

Der Anleger möchte und kann mit seiner Vermögensanlage durchaus aktiv mitsprechen. Das engt sicherlich die Anlagemöglichkeiten ein und wirkt sich renditebremsend aus. Um diese negative Wirkung weitestgehend abzufangen, wird das magische Dreieck um das weitere Ziel Ethik erweitert.

Steuerpflicht

Jeder Bürger und jedes Unternehmen ist steuerpflichtig. Wie es heißt, ist die Steuerpflicht eine der ersten Bürgerpflichten. Der Bürger seinerseits ist bestrebt, die Höhe der zu zahlenden Steuern möglichst gering zu halten. Steuern mindern das Nettoeinkommen und somit die finanzielle Freiheit.

Kapitalerträge sind eine der sieben steuerpflichtigen Einkunftsarten nach dem Einkommensteuergesetz, dem EStG. Sie sind der Gewinn aus der Geldanlage, der versteuert werden muss. Es ist naheliegend, dass der Geldanleger an einer möglichst niedrigen Steuerlast interessiert ist.

Steuervergünstigungen

Der Gesetzgeber bietet unterm Strich eine Vielzahl und Vielfalt an Steuervergünstigungen. Die lassen sich, abhängig von der Geldanlage, ganz unterschiedlich nutzen. Sie reichen vom der staatlichen Förderung als Zuschuss, bis hin zu einer marginalen oder kaum spürbaren Steuerersparnis.

Im Ergebnis ist bei jeder Geldanlage die Steuerersparnis ein essentielles Ziel. Eingesparte Steuern wirken sich wie bereits versteuerte Mehreinnahmen aus.

Bessere und ausgewogenere Entscheidungsmöglichkeiten

Das magische Dreieck mit Liquidität, Rendite und Sicherheit hat sich also um die Ethik sowie um die Steuerersparnis zu einem magischen Fünfeck erweitert. Das macht die Situation zwar nicht leichter, aber umfassender. Bei gleicher Wertigkeit aller fünf Prioritäten kann besser und ausgewogener entschieden werden, als wenn ein oder zwei von ihnen gar nicht, oder nicht mit der ausreichenden Wichtigkeit bewertet werden.

Geldanleger, denen weniger an der Ethik gelegen ist, bleiben dennoch bei dem magischen Fünfeck. Für sie tritt an die Stelle der Ethik die Inflation. Bei jeder Wahl der Geldanlage muss ein Augenmerk auch der Inflation und dem damit verbundenen Inflationsausgleich gelten.

Ein um Steuern reduzierter Gewinn kann durchaus so niedrig sein, dass die zwischenzeitliche Inflation gerade eben so ausgeglichen wird. Im Ergebnis hat der Geldanleger buchstäblich null Rendite.

Auch, oder gerade beim magischen Fünfeck müssen bei allen Prioritäten Kompromisse gemacht werden. Einerseits ist es deutlich schwieriger als beim magischen Dreieck, die richtige Ausgewogenheit zu finden. Andererseits hat der Geldanleger die beruhigende Gewissheit, durch die Erweiterung um zwei weitere Prioritäten sein Geld noch bewusster und gezielter, man könnte auch sagen professioneller, anlegen zu können.

Die Sicherheit der Geldanlage prüfen

Einmal angespartes Geld und Vermögen sollte tunlichst vermehrt werden, sich aber keinesfalls verringern, ohne verbraucht worden zu sein. Daher steht die Sicherheit der Geldanlage an oberster Stelle. Eine geringe Rendite ist allemal besser als ein Wert- und der damit verbundene Geldverlust.

Definitionsversuch: "Sicherheit"

Zunächst muss der Begriff "Sicherheit" definiert werden. Die einen verstehen darunter die Wertsteigerung - sie ordnen die anderen zwei beziehungsweise vier Prioritäten des magischen Drei- oder Fünfecks diesem Sicherheitsaspekt ohne Wenn und Aber unter.

Andere verbinden mit Sicherheit den Werterhalt. Sie sind dann schon zufrieden, wenn der ursprüngliche Wert der Geldanlage erhalten bleibt, also nicht geschmälert wird.

Risiken

Für Geld- und Vermögensanlagen gibt es verschiedenartige Risiken, die umgekehrt bestmöglich abgesichert werden sollten. Zu ihnen gehören:

  • Bonitätsrisiko
  • Ertragsrisiko
  • Inflationsrisiko
  • Kursrisiko
  • Steuerrisiko
  • Währungsrisiko

Als Faustregel gilt, dass eine hohe Rendite mit einem hohen Risiko verbunden ist. Die Sicherheit der Geldanlage ist nicht in besonders hohem Maße gewährleistet.

Hier wird zwar nicht gezockt oder gegambelt, wohl aber ein bewusstes Risiko eingegangen. Die Sicherheit wird absichtlich vernachlässigt in der Hoffnung auf das Glück einer extrem hohen Rendite.

Mögliche Risiken der Anlage müssen analysiert werden
Mögliche Risiken der Anlage müssen analysiert werden

Einlagensicherungsfond

Die Sicherheit von Geldanlagen ist bei Banken und Sparkassen durch den Einlagensicherungsfond gewährleistet. Der gliedert sich in die gesetzliche sowie in die freiwillige Einlagensicherung. Zu diesen gesicherten Geldanlagen gehören

  • Festgelder
  • Tagesgelder
  • Sparbücher sowie
  • Sparbriefe.

Diese Einlagen sind bis zur Höhe von hunderttausend Euro gesetzlich gesichert. Egal was geschieht, der Anleger hat die Gewähr, seine Geldanlage bis zu dieser Höhe ersetzt zu bekommen.

Bundeswertpapiere

Ebenso sicher, wenn auch nicht rechtlich abgesichert, sind Geldanlagen in Form von Bundeswertpapieren. Lediglich bei einem Staatsbankrott, also bei einer staatlichen Insolvenz, wäre diese Geldanlage verloren. Da dieses Szenario weder denkbar noch vorstellbar ist, kann sie als ebenfalls absolut sicher gesehen werden.

Bausparverträge

Und vergleichbar sicher ist die Geldanlage in Bausparverträge. Auch hier gilt die gesetzliche Einlagensicherung im Falle einer finanziellen oder existenziellen Schieflage des Kreditinstitutes.

Wertpapiere und Investmentfonds

Ganz anders ist die Situation bei Wertpapieren sowie bei Investmentfonds. Der Wertpapierdepotinhalt unterliegt nicht dem Einlagensicherungsfond. Das Depot wird vom Kreditinstitut treuhänderisch verwaltet, jedoch vom Depotinhaber verantwortlich geführt.

Der Inhalt ist kein Bankvermögen. Das schützt vor möglichen Gläubigern der Bank, überlässt andererseits aber auch alle Risiken dem Anleger. Das kann das Kurs-, das Inflations- oder das Währungsrisiko sein, und im Anschluss daran das Steuer- sowie das Ertragsrisiko. Hier ist der Geldanleger sein eigener Herr, mit allen Chancen und Risiken.

Risiko und Sicherheit

Im allgemeinen Sprachgebrauch von Geldanlagen wird Sicherheit meistens im Zusammenhang mit der Vermeidung eines Gewinneinbruchs genannt. Der Anleger erwartet anhand seiner gut verteilten Geldanlage unterm Strich eine Mindestrendite. Diese Erwartungshaltung ist weitgehend subjektiv, sie basiert auf seinem Knowhow über Geldanlagen sowie auf seiner bisherigen Erfahrung.

Ganz unbewusst wird diese Erwartung zu einem Tatbestand, der als Minimum erfüllt werden muss. Um das zu erreichen, geht der Anleger, wie es heißt, auf Nummer sicher. Naturgemäß sind nahezu alle Geldanlagen dahingehend sicher, dass sie als solche nicht verloren sind. Der Anleger kann sich schützen, indem er die einzelnen Finanzprodukte seiner Geldanlage kennt und inhaltlich versteht.

Mit den heutigen Informationen der vielfältigen Medien ist es ausgeschlossen, bei einer Geldanlage die gewünschte Sicherheit zu vernachlässigen. Auch Anlage- und Vermögensberater informieren ihre Kunden umfassend und weitgehend objektiv.

Wer die Sicherheit vernachlässigt, dem ist das mehr oder weniger deutlich bewusst. Und wer noch nicht allzu firm ist, der sollte zunächst mit einfachen, überschaubaren sowie risikolosen Geldanlagen beginnen. Die Rendite ist dann möglicherweise nicht allzu hoch, die Geldanlage selbst aber umso sicherer.

Mögliche Währungsrisiken bei einer Geldanlage

Der Anleger geht in dem Moment ein Währungsrisiko ein, in dem er sein Geld in einer ausländischen, also nicht in der heimischen Währung anlegt. Wenn er die Anlage wieder zu Geld machen, also verkaufen möchte, dann kann sich das Währungsrisiko sowohl positiv als auch negativ auswirken.

Eurowährung im Euroraum

Die Eurowährung gilt nicht nur in Deutschland, sondern in der Mehrzahl der EU-Mitgliedsländer. Das ist einer der großen Unterschiede zur früheren Deutschen Mark, der DM als einer damals nationalen Währung. Innerhalb der Europäischen Union gehören die folgenden Länder zum so genannten Euroraum, in dem anstelle der nationalen die Eurowährung gilt:

Einige weitere europäische Länder, die nicht der EU angehören, haben ebenfalls die Eurowährung eingeführt. Zu ihnen zählen:

  • Andorra
  • Kosovo
  • Monaco
  • Montenegro
  • San Marino
  • Vatikanstadt

Der Investor hat die Möglichkeit, sein Geld ohne Währungsrisiko in diesen Ländern anzulegen, beispielsweise Aktien oder Wertpapiere von Unternehmen und Institutionen aus diesen Ländern zu erwerben.

Geldanlage in Fremdwährung

Anders ist die Situation bei einem Investment im Nachbarland Schweiz mit seiner eigenen, der nationalen Währung Schweizer Franken. Die Schweiz ist auch kein EU-Mitglied.

Vergleichbar ist es im angrenzenden Polen. Das Land gehört zwar seit dem Jahre 2004 der Europäischen Union an, hat jedoch seine Landeswährung Zloty beibehalten.

Bei Geldanlagen in diesen beiden Ländern besteht automatisch dadurch ein Währungsrisiko, dass von der Euro- in die Landeswährung ein-, und anschließend wieder von der Landes- in die Eurowährung zurückgetauscht wird. Dem Anleger sollte bewusst sein, dass zu einer guten Anlagestrategie eine möglichst weitgehende Vermeidung von Währungsrisiken gehört. Das kann er direkt beeinflussen, weil er letztendlich selbst entscheidet, wie und in welcher Währung das Geld angelegt wird.

Die Geldanlage kann aber auch ganz bewusst in einer Fremdwährung erfolgen - beispielsweise bei einer guten bis sehr guten Rendite, ohne den Aspekt der Sicherheit zu vernachlässigen. In diesem Falle muss der Geldanleger mit dem Kurs- und dem Währungsrisiko zeitgleich zwei Risiken im Auge behalten und gegeneinander abwägen. Geldanlagen in Fremdwährung können insofern mit doppelter Wirkung zu einem Renditeverlust führen, wenn Kurs und Währung gleichzeitig sinken.

Die Geldanlage in Fremdwährungen
Die Geldanlage in Fremdwährungen

Aktien- oder Rentenfonds

Bei Aktien- oder Rentenfonds ist es sekundär, in welcher Währung der Fonds selbst notiert ist. Entscheidend ist vielmehr, in welche Währung der Fonds selbst investiert. Das Währungsrisiko besteht an dieser Stelle, weil das Fondskapital in Produkte der anderen Fremdwährung investiert wird.

Der Anleger in Fremdwährung muss sich also nicht nur mit seiner eigenen Geldanlage, sondern auch noch näher mit dem Anlageprodukt selbst befassen. Darauf wiederum hat er keinen direkten Einfluss. Der Anleger investiert sein Geld in diesem Fall in zwei unterschiedliche Richtungen - zum einen in die Anlage selbst mit Rohstoffen oder Wertpapieren, zum anderen in die Entwicklung des Wechselkurses zwischen der Heimat- und der Fremdwährung.

Derivate

Eine Möglichkeit zur Absicherung des Währungsrisikos bieten die Derivate. Das sind eigene Wertpapierverträge, mit denen sich ein mögliches Währungsrisiko, das sich als solches nicht vermeiden lässt, durch eine Wertsteigerung des Derivates, beispielsweise als Optionsschein, kompensieren lässt.

Derivate sind eine buchstäblich Jahrtausende alte Möglichkeit, um Finanz- und Handelsrisiken abzusichern. Sie selbst sind jedoch ebenfalls nicht risikolos, weil sie denselben Risiken unterliegen wie die Geldanlage selbst.

Fazit

Sofern der Anleger ein nachhaltiges Ziel mit seiner Geldanlage verfolgt, sollte er das Währungsrisiko aus der Palette der Anlagerisiken ausklammern. Es ist eines der wenigen Risiken, die er direkt beeinflussen kann.

Das ist dadurch möglich, dass er bei seiner eigenen, seiner Heimwährung bleibt. Damit nimmt er zwar keinen direkten Einfluss darauf, wie und in welcher Fremdwährung sein Investment genutzt wird. Er hat jedoch das Anlagerisiko auf das machbare Minimum reduziert.

Die Rendite

Der Anleger sieht die Rendite seiner Geldanlage ganz einfach - sie ist das, was unterm Strich als Mehr gegenüber dem Kapitalstock übriggeblieben ist. Das lässt sich sowohl in Prozentzahlen als auch in Euro und Cent ausdrücken. Die Rendite wird jedoch für die einzelnen Anlagearten unterschiedlich definiert und ermittelt.

Bei der Geld- oder einer Kapitalanlage zeigt die Rendite das Verhältnis zwischen den Ein- und Auszahlungen. Als Renditezeitraum gilt ein Kalenderjahr oder der unterjährige Zeitraum mit 12 Monaten beziehungsweise 360 Tagen.

Zu den bekannten Renditekennzahlen zählt der Zinssatz. Der Anleger erhält einen bestimmten Zinssatz garantiert oder unverbindlich in Aussicht gestellt.

Die Rendite vor Steuern kann er sich selbst ausrechnen. Sie ist das eigentliche und originäre Ziel einer jeden Geldanlage.

Um sein Kapital zu mehren, braucht der Kapitalinhaber den Kapitalmarkt. Dort muss er sein Kapital einbringen oder, wie es heißt, anlegen und investieren.

Er muss mit seinem Geld am Kapitalmarktgeschehen teilnehmen. Wenn er es zuhause aufbewahrt, dann ist es zwar mehr oder weniger sicher, aber ohne jede Chance auf eine Kapitalvermehrung.

Renditeformen

Zu den knapp ein Dutzend unterschiedlichen Renditeformen gehören die Renditen aus:

  • Anleihen
  • Dividenden
  • Geldanlagen
  • Investitionen
  • Wertpapieren

Andere Definitionen sind:

  • Bruttorendite und Nettorendite
  • Diskrete und stetige Rendite
  • Erzielte und versprochene Rendite
  • Kapitalgewichtete und zeitgewichtete Rendite

Aktienrendite

Eine Aktienrendite errechnet sich aus der Kursentwicklung der Aktie zwischen den Zeitpunkten von Ankauf und Verkauf, zuzüglich einer zwischenzeitlich gezahlten Dividende. Die erhält der Aktionär direkt und unmittelbar anlässlich der Dividendenausschüttung.

Die Rendite aus der Kursentwicklung der Aktie wird erst beim Aktienverkauf, also zum letzten Zeitpunkt, realisiert.

Dividendenrendite

Ganz anders wird die Dividendenrendite ermittelt. Sie ist das Verhältnis zwischen der zuletzt gezahlten respektive angekündigten Dividende und dem jahresdurchschnittlichen Börsenkurs, der entweder geschätzt oder aktuell berechnet wird. Und die Nettorendite ist das Ergebnis der Bruttorendite abzüglich der Steuerlast.

Die Höhe der Rendite steht in einem direkten Zusammenhang mit der Art der Geldanlage und der Anlagestrategie als solcher. Bei Zugrundelegung der Grundsätze des magischen Dreiecks oder Fünfecks reduziert sich die Rendite zugunsten der Sicherheit und einer geringeren Garantiehöhe. Der Anleger erhält zwar eine niedrigere Rendite - er hat aber die Gewissheit, dass die sozusagen garantiert ist.

Eine Rendite ist die letzte Stelle innerhalb der Geldanlage. Bis es zur Rendite kommt, müssen alle mit der Geldanlage verbundenen Risiken überwunden beziehungsweise bewältigt worden sein. Je weniger Risiken das sind, umso sicherer ist die Rendite.

Der Anleger hat darauf nur einen begrenzten Einfluss. Das Währungsrisiko kann er dadurch vermeiden, dass er nicht in Fremdwährung investiert.

Das Kursrisiko einer Aktie hingegen kann er überhaupt nicht beeinflussen. Er hat lediglich die Möglichkeit, durch eine Vielfalt an unterschiedlichen Aktien deren Kursrisiko untereinander auszugleichen, sozusagen auszupendeln. Dadurch lässt sich die Rendite im Ergebnis stabilisieren, was im Einzelfall mit einer Renditesteigerung verbunden sein kann.

Rendite als Gesamterfolg

Ganz allgemein formuliert zeigt eine Rendite den Gesamterfolg der Kapitalanlage. Der wird an der tatsächlichen Verzinsung des angelegten Kapitals gemessen und in der Geldwährung ausgedrückt. Die Rendite zeigt, wie gut sich der zuvor angelegte Geldbetrag entwickelt, sprich vermehrt hat.

Renditeschwankungen

Sofern eine Rendite nicht garantiert ist, unterliegt sie jährlichen Schwankungen. Sie sind das Verlustrisiko, mit dem auch bei einer Geldanlage, zumindest gedanklich, gerechnet werden muss. Mit steigender Rendite erhöht sich das Verlustrisiko.

Renditeschwankungen werden in den beiden Kennzahlen Erwartungswert und Standardabweichung ausgedrückt. Jede Anlage ist mit dem ihr eigenen Risiko behaftet, das Einfluss auf die Rendite hat.

Aktienanlagen beinhalten aufgrund vielfach kurzfristiger Kursschwankungen ein hohes Risiko. Das lässt sich über eine langfristige Anlagezeit hin relativieren, wirkt sich dann jedoch im Ergebnis auch auf die Rendite aus.

Kurz gesagt: Eine hohe Rendite ohne Risiko gibt es nicht. Der Investor kann riskant anlegen und viel gewinnen beziehungsweise viel verlieren - oder er relativiert seine Ansprüche und begnügt sich mit einer durchschnittlichen Marge.

Die Liquidität der Anlageform

Für den Anleger kann die Liquidität seiner Anlageform aus akutem Anlass eine ganz besondere Bedeutung bekommen. Dann ist es gut und hilfreich, wenn er seine Anlage buchstäblich über Nacht zu Geld machen kann, um liquide zu sein.

Was versteht man unter "Liquidität"?

Liquidität bedeutet in der Finanz- und Bankensprache, jederzeit ausreichend Geld auf dem Giro- oder auf dem Sparkonto zu haben, um fällige Zahlungen leisten zu können. Mit Liquidität wird ganz unbewusst ein Guthabensaldo angesprochen. ´

In der Praxis kann die Liquidität auf dem Girokonto auch durch einen Dispo-Kredit gesichert sein. Entscheidend ist die jederzeitige Verfügbarkeit über die benötigte Geldmenge.

Mit jeder Geldanlage reduziert sich die Liquidität des Anlegers. Er bindet seine liquiden Mittel dadurch, dass er das Geld in ein Finanzprodukt investiert<. Dazu gehören Bankeinlagen mit Festgeld oder Sparbuch, Aktienkäufe, Staatsanleihen oder Edelmetalle wie Gold und Silber, bis hin zum Immobilienkauf.

In allen Fällen bezahlt der Anleger mit seinem Geld für die Anlage und bindet es damit. Ab jetzt steht es ihm nicht mehr liquide, also bedarfsgerecht, zur Verfügung.

Frage der Liquiditätsbeschaffung

Diese Situation kann umso riskanter sein, je längerfristig die Geldanlage ist. Im Verlaufe mehrerer oder vieler Jahre können sich Lebenssituationen ergeben, die einen Liquiditätsbedarf erfordern. Kein Anleger kann vorhersehen, ob, wann und aus welchem Anlass das der Fall ist.

Ein Unfall mit hohem Sachschaden kann einen Geldbedarf von einer auf die andere Minute hervorrufen, während sich ein Liquiditätsbedarf für eine absehbare Reparatur am Haus planen lässt. Der Anleger steht vor der Frage der Liquiditätsbeschaffung. Jetzt zeigt sich, ob er seine Geldanlage so geschickt gewählt hat, dass er sie zumindest teilweise zu Bargeld machen kann.

Aktien als börsengehandelte Anlagen bieten eine hohe Liquidität. Sie können im Not- oder Bedarfsfalle innerhalb von 24h, also nach dem nächsten Börsenöffnungstermin, verkauft werden.

Das genaue Gegenteil sind Geldanlagen in Immobilien, in Kunstwerte wie Gemälde, oder in das Familienunternehmen. Bei Kunstwerten muss die nächste passende Gelegenheit zum Verkaufen oder Versteigern abgewartet werden, ohne darauf direkt Einfluss zu haben.

Und in den beiden anderen Fällen ist eine Liquiditätsbeschaffung in der Regel die Darlehens- oder Kreditaufnahme, die oftmals mit einer Grundbuchbesicherung verbunden ist und insgesamt Zusatzkosten verursacht. Die werden gegen die Rendite der Geldanlage aufgerechnet, und im Ergebnis zeigt sich dann, was die Liquidität kostet.

Weitere Beispiele für eine hohe bis hin zu sehr hohe Liquidität sind Anlageformen wie

  • das Sparkonto
  • das Tagesgeldkonto
  • Aktienfonds oder
  • Edelmetalle.

Der Gold- oder Silberbarren lässt sich recht schnell veräußern. Wenn der Anleger eine hohe Liquidität, also zeitnahe Verfügbarkeit seiner Geldanlage erwartet, dann muss der Anlageempfänger das ebenfalls berücksichtigen, wenn er mit der Geldanlage arbeitet, sprich seinerseits investiert.

Er kann, auf diese konkrete Geldanlage bezogen, nicht langfristig planen. Das reduziert seine Rendite, die in dieser verminderten Höhe letztendlich auch so an den Geldanleger weitergegeben wird. Der muss also wissen, dass er eine zeitnahe Liquidität seiner Geldanlage indirekt mit einem Teil der Rendite bezahlt.

In dem magischen Dreieck stehen die drei Faktoren Liquidität, Rendite und Risiko konträr zueinander. Eins klammert das andere aus, und mehr als zwei der drei Möglichkeiten lassen sich nicht miteinander verknüpfen.

Bei der Aktie sind sowohl Risiko als auch Rendite und Liquidität hoch bis sehr hoch. Der Faktor Sicherheit bleibt hier weitgehend auf der Strecke.

Bei Kunstgegenständen sind Rendite und Risiko beide gleichermaßen hoch, die Liquidität gleich Null. Und bei der Geldanlage in ein Sparkonto ist die Liquidität recht hoch, während Rendite sowie Risiko mäßig bis hin zu gering sind.

Fazit

Der geschickte Geldanleger sollte seine Anlage so aufteilen, dass er sich eine ausreichende Liquiditätsreserve lässt. Damit sind Anlageformen angesprochen, die sich schnell und problemlos zu Geld machen lassen. Eine gekonnte Ausgewogenheit sorgt dafür, dass unterm Strich die Geldanlage dennoch eine überdurchschnittliche Rendite bringt.

Die Steuerersparnis bei Geldanlagen

Steuern zu zahlen ist eine der ersten Bürgerpflichten. Das gilt für alle Einkünfte, also auch für diejenigen aus Geld- und Kapitalanlagen. Steuern verringern das Einkommen, und aus diesem Grunde ist jede Steuerersparnis mehr als willkommen.

Die Einkunftsarten nach dem EStG, dem Einkommensteuergesetz, gliedern sich in die Gewinn- sowie in die Überschusseinkünfte. Einnahmen aus Kapitalvermögen sowie aus Vermietung und Verpachtung gehören zu den Überschusseinkünften.

Versteuert wird der erzielte Überschuss, der einem Gewinn gleichzusetzen ist. Das betrifft unter anderem auch die Geldanlage. Ihr Ziel ist es, das angelegte Geld zu vermehren, also einen Überschuss zu erzielen.

Die Höhe der Steuerersparnis kann auch ausschlaggebender Faktor für eine Entscheidung sein
Die Höhe der Steuerersparnis kann auch ausschlaggebender Faktor für eine Entscheidung sein

Steuerarten

Der Überschuss unterliegt, abhängig von der Geldanlage, der jeweiligen Steuerart. Zu denen gehören:

  • Abgeltungssteuer
  • Besteuerung von Dividenden
  • Kursgewinne
  • Fonds
  • Leibrenten
  • Versicherungen
  • Riester- und Rürup-Renten
  • Bausparverträge

Alles, was unterm Strich eine Einnahme darstellt, unterliegt der Steuerpflicht. Das schmälert die Rendite der Geld-, Kapital- beziehungsweise Vermögensanlage.

Der private Geldanleger kann in erster Linie bei denjenigen Anlageformen Steuern sparen, die vom Staat steuerbegünstigt oder gar bezuschusst werden. Die vom Staat subventionierte Rürup-Rente beispielsweise senkt die Steuerlast - die Beitragszahlungen sind, steuerlich gesehen, Sonderausgaben, die das zu versteuernde Einkommen reduzieren.

Bei Rentenbezug wird nur ein Teil der Rentenzahlung besteuert. Anlageformen im Immobilienhandel können, je nach Ausgestaltung, steuerfrei sein, weil Gewinne aus Immobilienverkäufen nicht besteuert werden.

Generell eignet sich die Alters- inklusive der Pflegevorsorge besonders gut als eine steuerbegünstigte Geldanlage. Die Rendite ist recht hoch, und bei der richtigen Wahl der Anlageform ist das Risiko gering, die Sicherheit also groß.

Hohe Rendite = hohe Steuerlast

Dem Geldanleger muss auch bewusst sein, dass Geldanlagen mit hohen Renditen neben dem damit verbundenen erhöhten Risiko auch hoch besteuert werden. Die Kapitalertragssteuer bemisst sich am Kapitalertrag, also am Gewinn.

Geldanlagen und Finanzprodukte mit dem Fokus auf der Altersvorsorge sind auf eine deutliche Steuervergünstigung ausgerichtet, im Gegensatz zu denjenigen zur reinen Vermögensbildung. Vermögen bilden heißt in diesem Sinne Vermögen mehren, was nur mit einem Gewinn als Vermögenszuwachs möglich ist.

Gegenrechnen von Gewinnen und Verlusten

Eine andere Form der Steuerersparnis ist das Gegenrechnen von Gewinnen und Verlusten aus dem Aktienhandel. Diese Möglichkeit ist seit einigen Jahren begrenzt auf das laufende Kalenderjahr. Rückübertragungen auf abgelaufene Jahre sind nicht mehr möglich, wohl aber der Vortrag auf kommende Jahre.

Verluste des Geldanlegers mit einem Aktienfond können mit Gewinnen aus Zinsen und Dividenden verrechnet werden. Hier ist die Steuerersparnis jedoch eher ein schwacher Trost für den Verlust innerhalb des Wertpapierdepots.

Ziel: Reduzierung der Steuerlast

Der Geldanleger befindet sich permanent in einer Zwickmühle. Einerseits möchte er eine möglichst hohe Rendite erzielen, andererseits möglichst wenig bis hin zu keine Steuern zahlen.

Beides geht nicht zu hundert Prozent. Das Spannungsfeld bleibt als solches immer bestehen.

Als Maximalziel kann lediglich eine weitestgehende Reduzierung der Steuerlast anvisiert werden. Darauf kann der Geldanleger mit einer geschickten und gekonnten Auswahl der Anlageformen direkt Einfluss nehmen. Bei Geldanlagen für die Altersvorsorge bieten sich bessere Möglichkeiten an als für die reine Vermögensbildung.

An der Vermögensvermehrung des Bürgers möchte der Staat beteiligt werden. Das geschieht über die Abgeltungssteuer, zuzüglich dem Solidaritätszuschlag und der Kirchensteuer.

Steuerberater aufsuchen

Der Geldanleger kommt nicht umhin, sich steuerlich beraten zu lassen. Jede Anlageform wird getrennt für sich besteuert, und jede von ihnen bietet die Möglichkeit zu Vergünstigungen.

Die werden zu einem Gesamtergebnis zusammengeführt und bewertet. Derartige Berechnungen sind nur einem ausgewiesenen Fachmann mit den dazugehörigen Softwareprogrammen möglich.

Außerdem ist dem versierten Steuerberater die geltende Gesetzgebung und Rechtsprechung geläufig. Der Anleger kann, und er braucht all das auch nicht zu wissen. Von ihm wird erwartet, dass er sich, nach fachlicher Beratung, für die richtige sowie ausgewogene Geldanlage entscheidet.

Ob magisches Drei- oder Fünfeck - die Steuerersparnis sollte dabei immer im Auge behalten werden. Die beste Rendite nützt nichts, wenn sie anschließend überdurchschnittlich hoch besteuert wird. Entscheidend ist die allerletzte Zahl in der Steuererklärung als die letztendliche Höhe des steuerpflichtigen Jahreseinkommens.

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