Wie Kinder soziales Verhalten lernen

Großeltern mit ihrem kleinen Enkelkind

Über die Entwicklung des Sozialverhaltens und Möglichkeiten, Kinder in ihrem sozialen Verhalten zu stärken - der Lernprozess ist sehr langwierig

Das Sozialverhalten des Menschen ist die Grundvoraussetzung für unser heutiges Zusammenleben in Gesellschaften. Dieser Begriff umfasst dabei alle Verhaltensweisen, welche sich an andere Mitglieder der Gruppe richten und als Aktionen oder Reaktionen gewertet werden können. Doch wie lernen überhaupt Kinder soziales Verhalten, was als Grundvoraussetzung für deren spätere Handlungsfähigkeit in der Gesellschaft angesehen werden kann?

Wer bereits als Kind lernt, was soziales Verhalten bedeutet, wird es auch im späteren Leben leichter haben. Beziehungen zu anderen Menschen werden schneller aufgebaut und im Allgemeinen ist man erfolgreicher und zufriedener.

Das Erlernen des Sozialverhaltens ist ein langwieriger Prozess. Dabei ist es einerseits interessant zu wissen, auf welchen Prinzipien dieser beruht. Darüber hinaus unterlaufen Kinder während des Wachstums verschiedene Phasen, auf welche später eingegangen werden soll.

Verschiedene Theorien über die Entwicklung des Sozialverhaltens

Heutzutage existieren unzählige Theorien, welche die Entwicklung des sozialen Verhaltens zu erklären versuchen. Viele beruhen dabei auf den Arbeiten von Freud und Claessens. Diese beiden Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich das Sozialverhalten bereits in frühester Kindheit entwickelt bzw. dass hier die Grundlagen für die weitere Entwicklung gelegt werden.

In diesem Zusammenhang spielt die Bindungstheorie eine zentrale Rolle. Diese geht davon aus, dass die Grundfähigkeit des Kindes, später soziales Verhalten an den Tag legen zu können, von der "Nestwärme" während der ersten Lebensmonate abhängt. Unter "Nestwärme" versteht man wiederum die Nähe zu Bezugspersonen und die Gesamtheit an liebevoller Zuwendung, welche ein Kleinkind erfährt.

Hierdurch lässt sich wiederum ein Urvertrauen aufbauen, welches später soziales Verhalten begünstigt. Im Laufe des Aufwachsens erweitern sich dann die Bindungsmöglichkeiten laut der Bindungstheorie immens und es kommt zunehmend zum sozialen Verhaltens eines Erwachsenen.

Die einzelnen Wachstumsphasen

  • Im ersten Monat kann ein Baby lediglich das Verhalten der Bezugspersonen imitieren. Wird beispielsweise die Zunge herausgestreckt, dann ist dies vielmehr eine Reaktion als ein autonomes Verhalten.
  • Diese Kommunikationsmöglichkeiten erweitern sich in den folgenden Monaten jedoch rapide. So können nun beispielsweise den eigenen Emotionen Ausdruck verliehen und mit Bezugspersonen stärkere Bindungen eingegangen werden.
  • Ein weiterer zentraler Schritt bei der Entwicklung des Sozialverhaltens vollzieht sich zwischen dem 2. und dem 3. Lebensjahr. Nun beginnt das Kind damit, aktiv zu kooperieren, wobei Spielkameraden gesucht werden und die eigenen Interessen erstmals in den Hintergrund treten können.
  • Dieser letzte Aspekt verstärkt sich in den folgenden zwei Lebensjahren, in welchen das Sozialverhalten unter anderem auch durch Rollenspiele weiter entwickelt wird.
  • Ab dem 6. Lebensjahr ist das Sozialverhalten des Kindes schließlich so weit abgeschlossen, dass Spiele in der Gruppe organisiert werden können und sich weitestgehend von den früheren Bezugspersonen gelöst werden kann.

Kleinkinder haben ein häufig unterschätztes Moralempfinden

Schon mit drei Jahren zeigt sich bei Kindern ein Gespür für moralische Handlungen

Mutter mit zwei Kleinkindern, alle schauen nach unten
kleine familie © Grischa Georgiew - www.fotolia.de

Eine Studie aus Leipzig wirft ein neues Bild auf die menschliche Moral und wie sie in jedem Menschen entsteht. Man fand heraus, dass schon die Kleinsten ein unglaublich hohes Maß an Moral haben und sich diese nicht wie bislang geglaubt erst im Laufe der Jugend und Teenagerzeit wirklich ausbildet.

Die deutschen Forscher luden 300 Eltern mit Kindern ein, die im Durchschnitt drei Jahre alt waren. Sie spielten den Kleinkindern wie auf einer Theaterbühne verschiedene Szenen vor, in denen Erwachsene eine Zeichnung kaputt machten.

Nur diejenigen, die das Bild ohne Absicht zerstört hatten, bekamen Hilfe

In einigen Szenen geschah das ohne Absicht des Erwachsenen, in anderen war es eine mutwillige Zerstörung. Dann setzten sich die Erwachsenen zu den Kindern und baten sie, mit ihnen gemeinsam etwas Neues zu zeichnen. Die Kinder reagierten dabei sehr moralisch. Sie halfen nur den Erwachsenen, die offenbar ohne Absicht das Bild zuvor kaputt gemacht hatten.

Wer mutwillig zerstört hatte, dem wollten die Kinder auf keinem Fall helfen. Das zeigt, dass bereits Kleinkinder ein deutliches Gespür für moralische und amoralische Handlungen haben und diejenigen nicht unterstützten, die gegen ihren Moralbegriff handeln. Die Kinder können Verhalten nicht nur wahrnehmen, sondern bereits in eine Moralvorstellung einordnen.

Dreijährige können "Spielzeug-Beute" gerecht verteilen

Zwei Mädchen, blond, in Natur in Garten in T-Shirts, machen Grimassen und Fratzen, spielen miteinander
Two sisters playing outdoors and smiling © Monkey Business - www.fotolia.de

Katharina Haman arbeitet am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig. In der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature" berichtet sie von ihren Beobachtungen dreijähriger Kinder. Diese würden bereits Gerechtigkeitsempfinden zeigen. Sie teilen ihr Spielzeug mit jemandem, der ihnen geholfen hat, dieses Spielzeug zu ergattern. Wer ihnen dabei nicht geholfen hat, bekommt es auch nur sehr selten freiwillig angeboten.

Das ist ein großer Unterschied im Vergleich zu Schimpansen. Diese sind nicht in der Lage, Beute "gerecht" aufzuteilen. Bei Schimpansen entscheidet die Kraft und die Aggression des einzelnen. Haman sagt, dass sich beim Menschen ab dem Alter von 3 Jahren dieses Gerechtigkeitsempfinden immer weiterentwickelt.

Bereits im Kleinkindalter können wir Handlungen beurteilen

Forschern zufolge können wir bereits im Kleinkindalter schlechtes und gutes Verhalten voneinander unterscheiden und abwägen, ob und wann auch mal ein schlechtes Benehmen angemessen sein kann.

In einer Studie spielte das Team um Kiley Hamlin von der University of British Columbia mithilfe von Stofftieren kleinen Kindern zwischen fünf und acht Monaten bestimmte Situationen vor. In einer probierte eine Handpuppe eine Kiste zu öffnen. Entweder es kam eine andere und half ihr dabei oder ein Stofftier setzte sich auf die Kiste, sodass man sie nicht mehr öffnen konnte.

In einer anderen darauf folgenden Situation ließen die Wissenschaftler das soziale und unsoziale Stofftier mit einem Ball spielen und ließen diesen von anderen Charakteren wegnehmen bzw. den Handpuppen zurückgeben, wenn der Ball hinuntergefallen war.

Es fiel auf, dass die Kleinkinder die Puppe bevorzugten, die der freundlichen Puppe den Ball zurückgaben und der unfreundlichen den Ball wegnahmen. In dieser Situation konnten sie also abwägen, dass eine eigentlich schlechte Handlung angemessen ist, da der Charakter zuvor ein schlechtes Benehmen gezeigt hatte.

Im Gegensatz zu Schimpansen helfen sich kleine Kinder gegenseitig

Forscher stellten fest, dass sich kleine Kinder im Gegensatz zu Schimpansen gegenseitig unterstützen um eine gemeinsame Aufgabe zu lösen. So haben britische Forscher von der Universität in Durham eine spezielle Box entwickelt, die sich in drei aufeinander folgenden Schritten öffnen ließ.

Aber dafür mussten immer zwei Aktionen parallel durchgeführt werden. Bei einem Test sollten dann drei bis vier Jahre alte Kinder gemeinsam diese Aufgaben bewältigen. Als Vergleichsgruppe wurden Schimpansen und Kapuzineräffchen benutzt. Als Ergebnis stellte man fest, dass einige Kinder gemeinsam die Aufgaben bis zur höchsten Stufe innerhalb von zweieinhalb Stunden lösen konnten, dagegen konnte nur ein einziger Schimpanse alleine nach etwa 30 Stunden die höchste Aufgabenstufe lösen.

Die Kinder hatten sich gegenseitig durch Anregungen und Anweisungen bei der Lösung der Aufgaben unterstützt.

Schon mit anderthalb Jahren können Kinder Wahrheit von Lüge unterscheiden

Den Ergebnissen einer kanadischen Studie zufolge können Kinder bereits mit anderthalb Jahren erkennen, wenn ihre Eltern lügen. Auch bemerken sie "falsche" Gesichtsausdrücke - zum Beispiel wenn man ihnen ein Geschenk macht, dabei jedoch traurig guckt. Nach Angaben der Forscher sei es demnach nicht unbedingt möglich, seinen Kindern ein gutes Gefühl zu geben, lediglich indem man versucht, entsprechende Emotionen hervorzurufen.

Während der Studie zeigte sich, dass 18 Monate kleine Kinder denjenigen, der ihnen zum Beispiel ein Spielzeug schenkte, genau anschauten und sehr unsicher waren, wenn der Gesichtsausdruck nicht zu der Situation passte; drei Monate jüngere Kinder hingegen zeigten keinerlei Unsicherheit in deren Reaktion.

Wenn das Christkind und der Nikolaus kommen: Reise in die kindliche Fantasiewelt

Zwei Mädchen mit Nikolausmütze vor einem geschmückten Weihnachtsbaum
xmas engerl © Hannes Eichinger - www.fotolia.de

Wenn Kinder am heutigen Nikolaustag Schokolade in ihren Stiefeln finden, sind sie fest überzeugt, dass der Nikolaus sie in der Nacht gebracht hat. Genau wie das Christkind am Heiligen Abend Geschenke unter den Weihnachtsbaum legt und der Osterhase bunte Eier bringt. Doch so manche modernen Eltern sehen die jahrhundertealten Bräuche skeptisch und fragen sich, ob es überhaupt in Ordnung ist, die eigenen Kinder dergestalt anzulügen.

Anregung der magischen Fantasiewelt

Ist es, versichern Psychologen. Der Glaube an den Nikolaus oder das Christkind sollte nicht als Lüge betrachtet werden, sondern als Teil der magischen Fantasiewelt, in der viele Kinder leben. In dieser Welt gibt es nicht nur Geschenke bringende Weihnachtsmänner, fliegende Engel und Osterhasen, sondern auch die Zahnfee und viele andere mystische Wesen. Eltern sollen den Nachwuchs ruhig ab und zu in diese eigene Welt begleiten.

Meist begreifen die Kinder ab dem Grundschulalter ohnehin, dass es diese Figuren nicht gibt und dass sich hinter dem weißen Bart und dem voluminösen Mantel Opa versteckt. Bis dahin sollten die Kleinen jedoch träumen und ihre kindlichen Fantasien ausleben dürfen. Schließlich kommt die harte Realität des Erwachsenwerdens noch früh genug.

Schüchternheit ist keine Schande - Schüchterne Kinder richtig fördern

Kind mit Schulranzen steht vor einer Tafel
Einschulung © Barbara Schniebel - www.fotolia.de

In bestimmten Situationen verhalten sich die meisten Kinder eher zurückhaltend und verstecken sich beispielsweise hinter den Eltern, wenn fremde Personen sie ansprechen. Übersteigt die Schüchternheit eines Kindes aber das normale Maß und verhält es sich beispielsweise auch im Zusammensein mit Altersgenossen auffällig ruhig und ist lieber für sich alleine, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine introvertierte Persönlichkeit.

Schüchternheit in Asien eine Tugend

Schüchternheit ist generell gesehen keine schlechte Eigenschaft, auch wenn sie in der westlichen Gesellschaft gerne als solche betrachtet wird. In asiatischen Ländern beispielsweise gilt Schüchternheit und Zurückhaltung sogar als Tugend. Hierzulande müssen schüchterne Menschen jedoch zunächst erst einmal lernen selbst mit ihrer Zurückhaltung umzugehen. Nicht selten fühlen sie sich von der Gesellschaft ausgeschlossen, wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen und werden dadurch nur noch zurückhaltender, worunter auch ihr Selbstwertgefühl dauerhaft leidet.

Persönliche Stärken schüchterner Kinder sollten gefördert werden

Schüchterne Kinder sollten daher so angenommen werden, wie sie sind, um sie nicht noch mehr einzuschüchtern. Sie benötigen ein sensibles Umfeld, in dem ihre positiven Eigenschaften und Stärken geschätzt und gefördert werden und das fängt nicht nur im Elternhaus an. Auch im Kindergarten und in der Schule ist es wichtig, dass das schüchterne Kind das Gefühl hat Teil der Gemeinschaft zu sein.

Ein überfüllter Kindergarten mit großen Gruppen, in denen sich jedes Kind gegenüber den Anderen behaupten muss, um sich überhaupt Gehör verschaffen zu können, wäre daher eher ungeeignet für die Entwicklung eines schüchternen Kindes. In Waldorf-Kindergärten und -Schulen sind schüchterne Kinder beispielsweise sehr gut aufgehoben, weil dort auf jedes Kind individuell eingegangen und die jeweiligen Stärken gefördert werden.

Bereits mit fünf Jahren können Kinder wohltätig handeln

Kleines Mädchen sitzt vor ihrem Bett und hält Teddy fest im Arm
mein freund © soschoenbistdu - www.fotolia.de

Kinder ab einem Alter von fünf Jahren entwickeln die Fähigkeit, wohltätig zu handeln. Das ergab eine kleine Studie des Entwicklungspsychologen Markus Paulus von der Ludwig-Maximilians-Universität in München, an der Kinder im Alter von drei und fünf Jahren teilnahmen. Die Forscher stellten den Kindern zwei Teddybären hin. Ein Teddybär hatte ein volles Stickerheft und der andere nur eines mit wenigen Stickern darin. Nun sollten die Kinder in unterschiedlichen Anläufen Sticker an die Bären verteilen.

Durften die Kinder frei entscheiden, so gaben die fünf-Jährigen in der Regel dem „armen“ Teddy mehr Sticker. Sie handelten demnach bewusst wohltätig. Bei den jüngeren Kinder konnte das Verhalten noch nicht beobachtet werden. Sie gaben gern auch dem „reichen“ Teddy ihre Sticker.

In einem Alter von fünf Jahren sind Kinder in der Regel darauf bedacht, dass alles zu gleichen Teilen aufgeteilt wird. Stellt sich allerdings heraus, dass jemand in der Gruppe deutlich benachteiligt ist, ändert sich diese Sichtweise und es wird wohltätig gehandelt.

Unverblümte Worte – wenn Kinder peinliche Dinge ausplaudern

Weil Kinder ein Einfühlungsvermögen und soziale Regeln erst lernen müssen, benehmen sie sich manchmal etwas unangebracht

Kleines lachendes Mädchen mit Strumpfhose
Kind © Michael Kempf - www.fotolia.de

Kinder können sehr charmant sein – aber auch erschreckend direkt. Was tun, wenn der Nachwuchs im Kindergarten ausplaudert, dass Mama und Papa die Erzieherin für ein stressiges Huhn halten?

Vorbeugen kann man solchen peinlichen Situationen nicht. Wer versteht, warum Kinder manchmal so entwaffnend ehrlich sind, kann aber besser reagieren.

Soziale Regeln sind ein Lernprozess

"Ich habe gepupst!" Auf dem eigenen Sofa mag es lustig sein, wenn eine Vierjährige ihre duftende Botschaft an die Welt kommentiert, im vollbesetzten Bus ist es einfach nur peinlich. Auch Plaudereien aus dem Privatleben der Familie ("Mama hat ein ekliges Ekzem") können zu unangenehmen Situationen führen.

Kleine Kinder begreifen noch nicht, dass man über bestimmte Dinge nicht mit jedem spricht. Was gesellschaftlich akzeptiert ist und was nicht – das müssen sie erst lernen.

Ein Gefühl von Selbstscham entwickeln Kinder etwa erst ab vier Jahren. Dann verstehen sie allmählich auch die komplizierten Regeln, nach denen etwas vor bestimmten Personen okay ist, vor anderen aber nicht: über den dicken Po der Nachbarin tauscht man sich nur zu Hause aus, nicht in deren Beisein am Gartenzaun.

Mangelnde Empathiefähigkeit

Neben der sozialen Kompetenz müssen Kinder noch etwas anderes lernen: Einfühlungsvermögen. Empathie ist keine angeborene Fähigkeit, sie entwickelt sich erst im Umgang mit anderen Menschen. Kleinere Kinder können sich noch nicht in die Gefühle ihres Gegenübers hineinversetzen, darum wissen sie nicht, welche Bemerkungen verletzen können.

Eltern können diesen Lernprozess unterstützen, indem sie dem Kind ihre eigenen Gefühle offen zeigen und die kindlichen Gefühle rückspiegeln. Mit der Zeit kann das Kind dann immer besser die Gefühle seines Gegenübers erkennen und sich kompetent darauf einstellen.

Kein Redeverbot - nicht schimpfen!

Die kindliche Offenheit ist eine wichtige Eigenschaft, um zu einem sozial und emotional kompetenten Menschen heranzuwachsen. Auch wenn die Plauderphase unangenehm sein kann, sollten Eltern deswegen nicht mit ihrem Nachwuchs schimpfen oder gar ein Redeverbot erteilen. Kinder müssen über alles sprechen dürfen – nur nicht immer und überall.

Souverän reagieren

Die meisten peinlichen Situationen lassen sich mit Humor meistern. Aber was tun, wenn die Erzieherin vor einem steht und gerade hören musste, wie die Eltern sie beurteilen?

Leugnen hilft nicht, das "stressige Huhn" fordert eine Entschuldigung – am besten kombiniert mit einer Begründung, warum man sich zu einer so dummen Bemerkung hat hinreißen lassen. Etwa: "Ich bin zur Zeit im Job so überlastet, dass ich leicht überreagiere."

Studien belegen, dass selbst schlechte Begründungen die Aggression aus dem Gepräch nehmen können. Um sich selbst und das Kind vor unangenehmen Situationen zu schützen, sollten Eltern bestimmte Inhalte außerdem nicht in Hörweite ihres Sprösslings erörtern.

diese Themen können kleine Kinder noch nicht verstehen.

Studie der Psychologie beweist: Bereits 2-Jährige können selbstlos und dabei glücklich sein

Anderen zu helfen, kann schon Kinder im Alter von zwei Jahren glücklich machen

Kleines lächelndes Mädchen mit Schleife im Haar
7002 © St Clair Photography - www.fotolia.de

Als ein soziales Lebewesen ist der Mensch stark auf das Miteinander seiner Gruppe angewiesen. Das war bereits so, als man gemeinsam in der Höhle lebte und hat sich im 21. Jahrhundert in seinem Grundsatz nicht verändert. Es gibt heute viele soziale Gruppen und bereits die Jüngsten lernen, sich einen Platz darin zu suchen.

Wichtig ist für die Gruppendynamik, dass die Mitglieder einander helfen und daher löst Helfen bei den meisten Menschen auch ein Gefühl der Zufriedenheit mit sich selbst aus. Eine aktuelle Studie hat nun gezeigt, dass tatsächlich bereits 2-Jährige in der Lage sind, diese Zufriedenheit zu spüren.

Prosoziales Verhalten weckt inneres Belohnungssystem

Die Forscher luden 100 Eltern mit deren 2-Jährigen zur Studie. Im Schnitt waren die Jungen und Mädchen 30 Monate alt und wurden in ein Spielzimmer gesetzt. Dort standen Geräte, um kleine Murmeln entlang eines Rohrs rollen zu lassen.

Jedes Kind befand sich mit einem ihm fremden Forscher im Raum, der Wäsche auf eine Leine hing, während das Kind spielte. Das Spielzeug war so gestaltet, dass dem Kind nach einiger Zeit neue Murmeln fürs Weiterspielen fehlten.

Der Erwachsene im Raum ging dann zu einer Schachtel und versuchte, sie gemeinsam mit einem Kollegen zu öffnen. Man tat so, als schaffe man es nicht und bat das anwesende Kind um Hilfe.

In der Schachtel war entweder eine Murmel, eine Wäscheklammer oder ein nutzloses Plastikstück. Die Reaktion des Kindes wurde über Kameras aufgenommen, um Körperhaltung und Mimik später zu analysieren.

Es zeigte sich, dass die immer Kinder Zufriedenheit über das erfolgreiche Helfen (das Öffnen der Schachtel) zeigten, unabhängig vom Inhalt. Sie lächelten, streckten die Brust heraus und hoben das Kinn. Diese Haltung nehmen auch Erwachsene ein, wenn sie stolz auf sich sind.

Für das gute Gefühl, geholfen zu haben, spielte es offenbar in den Augen der Kinder keine Rolle, ob der Inhalt nutzlos, für das Kind gut (Murmel) oder für den Forscher (Wäscheklammer) von Vorteil war. Sich pro-sozial zu verhalten, weckt bereits in Kleinkindalter das innere Belohnungssystem.

Das Sozialverhalten des Kindes fördern

Damit Kinder in ihrem sozialen Verhalten gefördert werden können, sollten Eltern bei der Erziehung einige Punkte beachten. Erziehungswissenschaftlern zufolge kann man sich dabei auf bestimmte Empfehlungen stüzten.

So ist es zum einen wichtig, viel Zeit mit seinen Kindern zu verbringen. Dabei geht es um Momente, in denen man seinem Nachwuchs die volle Aufmerksamkeit schenkt, ohne durch Handy, Haushalt und Co. abgelenkt zu werden.

Hilfreich sind in diesem Zusammenhang bestimmte Rituale, wie etwa

  • gemeinsame Spiele
  • Ausflüge oder
  • die Vorlesestunde am Abend.

Dem Nachwuchs wird auf diese Weise Respekt entgegengebracht und er lernt, dass er seinen Eltern wichtig ist. Ebenfalls gilt es, tiefergehende Gespräche miteinander zu führen. Es ist wichtig, sein Kind nach seinem Befinden sowie nach seinen Sorgen und Ängsten zu fragen.

Ein starkes soziales Vorbild zu sein ist ein weiterer bedeutender Ratschlag. Man sollte sich immer wieder selbst daran erinnern, dass man der- bzw. diejenige ist, an dem sich das eigene Kind am meisten orientiert und dazu zählt auch, wie man sich anderen Menschen gegenüber verhält.

Und ebenso gehört dazu, zu seinen eigenen Fehlern zu stehen. Respekt und Ehrlichkeit sind wichtige Faktoren im Bereich des Sozialverhaltens; sich entschuldigen zu können, ist ein Teil davon.

Und schließlich sollten Eltern ihren Kindern auch mal Verantwortung übertragen. Verantwortung für jemanden oder etwas zu übernehmen, muss gelernt werden; im Kindesalter kann dies beispielsweise in Form von kleinen Aufgaben im Haushalt sein, ebenso kann man seinen Familienmitgliedern bei bestimmten Dingen helfen. Sich regelmäßig mit der Familie zusammen zu setzen trägt dazu bei, zu lernen, über bestehende Probleme zu sprechen, einander zuzuhören und gemeinsam Lösungen zu finden - alles wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung eines gesunden Sozialverhaltens.

Kinder lernen von Kindern

Zwei kleine Jungs beim Spielen mit Holzautos im Kindergarten
children in kindergarten © Pavel Losevsky - www.fotolia.de

Die Regeln des sozialen Verhaltens lernen Kleinkinder vor allem im Spiel mit anderen Kindern. Erwachsene – auch die Eltern – beeinflussen die Kleinen weniger, berichtet das Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau.

Ein Forschungsteam vom Marie-Meierhofer-Institut in Zürich hat drei Jahre lang 17 Mädchen und 12 Jungen im Alter von 8 bis 24 Monaten in der Kinderkrippe und zuhause beobachtet. Bei den Erwachsenen suchten die Kinder vor allem Trost und Zuneigung. Unter den Gleichaltrigen ging es hingegen stärker um Kontakte, Tausch von Spielsachen und um Konflikte.

Rat der Forscher an die Eltern: Bei Streitereien zwischen Kindern ist Zurückhaltung zunächst das beste. Die Kinder sollten eigene Lösungen erproben und aus Erfahrungen lernen.

Kinder von Gläubigen haben besseres Sozialverhalten

An der Mississippi State University wurde vor kurzem eine Studie bezüglich des Einflusses gläubiger bzw. nichtgläubiger Eltern auf die soziale Entwicklung ihrer Kinder durchgeführt. Dafür wurden sowohl Eltern als auch Lehrer von mehr als 16.000 Kindern befragt.

Es kam heraus, dass Kinder von gläubigen Eltern ein besser ausgeprägtes Sozialverhalten aufweisen. Darüber hinaus haben sie eine höhere Selbstkontrolle und kommen im Umgang mit Gleichaltrigen besser klar. Daher vermutet der Soziologe John Bartkowski, Leiter dieser Studie, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Ausleben des Glaubens der Eltern und der sozialen Entwicklung der Kinder gegeben ist.

Soziale Kompetenzen werden durch Videospiele gefördert

Zwei Jungen liegen auf dem Boden und spielen Videospiel mit Konsole
zwei jungen spielen videospiel © contrastwerkstatt - www.fotolia.de

Unter dem Titel "Grand Theft Childhood: The Surprising Truth About Violent Video Games and What Parents Can Do" haben die beiden US-amerikanischen Forscher Lawrence und Cheryl Kutner ein Buch herausgebracht, das sich näher mit Videospielen und deren Auswirkungen auf Jugendliche beschäftigt.

Die zentrale These des Buches und damit auch ihrer Forschungen, die sie seit 2004 betrieben hatten, ist, dass Videospiele die soziale Kompetenz der jungen Spieler fördern, da sie häufig zu zweit gespielt werden. Die Verknüpfung von Gewaltspielen und Amokläufern sehen die Kutners nicht. Die meisten Forschungen würden nicht objektiv geführt, da sie von Institutionen finanziert werden, die ohnehin nur bestimmte Ergebnisse im Sinn hätten, so die beiden Wissenschaftler.

Mädchen gehen mit Konflikten anders um als Jungen

Kleinkinder telefonieren durch Telefon aus Dosen, weißer Hintergrund
boy and girl talking on a tin phone isolated on white © Noam - www.fotolia.de

Ein Versuch von Wissenschaftlern aus den USA hat ergeben, dass Mädchen und Jungen unterschiedlich mit Konflikten umgehen.

In dem Test, welcher in der Fachzeitung Animal Behaviour veröffentlicht wurde, ging es darum, Konflikte von Kindern in Dreiergruppen zu beobachten. Während sich die Jungen ihre Sache eher mit Gewalt holten, versuchten sich die Mädchen zu zweit zu verbünden und das dritte Mädchen auszugrenzen.

Bei Mädchen kommt es auch eher zu Eifersüchteleien, während Jungen die Sachen grober klären, aber dann auch abhaken, Mädchen sind nachtragender.

Die Gene beeinflussen das soziale Verhalten

3-D-Grafik einer Zellteilung, zwei aneinander liegende blaue Zellen mit rot leuchtenden Zellkernen
Zellteilung © psdesign1 - www.fotolia.de

Forscher der University of California in San Diego (USA) haben herausgefunden, dass die Gene bestimmen, wie viele und welche Art von Menschen sich in einem sozialen Umfeld einer Person befinden.

Nachdem die Wissenschaftler eine Studie mit 1100 Zwillingen durchgeführt haben, entwickelten sie anhand der Resultate ein neues Simulations-Modell, das bisherigen Methoden um Längen voraus sein soll.

Es zeigte sich, dass es einerseits Menschen gibt, die sich in einem Freundes- und Bekanntenkreis befinden, in dem jeder jeden kennt. Andererseits gibt es auch diejenigen, die Freunde aus mehreren verschiedenen sozialen Kreisen haben.

Laut der Forscher ist es zu etwa 47 Prozent genetisch bedingt, ob ein Mensch eher einer eng zusamenhängenden Clique angehört oder sich in voneinander unabhängigen Gruppen bewegt.

Kontaktfreude ist weitgehend angeboren

Wie viele soziale Kontakte ein Mensch pflegt und welche Rolle er in Gesellschaften spielt, hängt in hohem Maße von seinen Genen ab, berichtet die „Apotheken Umschau“.

Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in San Diego (USA) verglichen dazu das Sozialverhalten eineiiger Zwillinge, deren Gene identisch sind, mit denen zweieiiger Zwillinge, deren Erbgut im Durchschnitt nur etwa zur Hälfte übereinstimmt. Wie die Forscher errechneten, bestimmen die Gene fast zu 50 Prozent, wie groß der Freundeskreis einer Person ist.

Kinder praktizieren demokratische Prinzipien ganz spontan im Spiel

Ansicht von unten: fünf Kinder stehen im Kreis und lächeln in Kamera
happy children © Marzanna Syncerz - www.fotolia.de

Wenn Kinder spielen, entwickeln sie eigene Regeln – und halten sich auch daran, berichtet das Apothekenmagazin "BABY und Familie" unter Berufung auf eine Studie der schwedischen Forscherin Rauni Karlsson von der Universität Göteborg.

Sie beobachtete 3- bis 6-Jährige über einen Zeitraum von 36 Wochen bei ihren Aktivitäten im Kindergarten und zeichnete ihre Unterhaltungen auf. Das Ergebnis: Kinder respektieren sich und kümmern sich umeinander. Sie handeln schon nach demokratischen Prinzipien – ohne viel darüber zu reden.

Schottische Forscher: Prosoziales Verhalten womöglich genetisch bedingt

Sozialverhalten zu großen Teilen von Genen bestimmt?

Zwei Freundinnen sitzen lachend nebeneinander
erzähl mir was © soschoenbistdu - www.fotolia.de

Wissenschafteler der schottischen Universität Edinburgh haben im Fachmagazin "Biological Letters" eine Studie vorgestellt, die beweisen soll, dass Nettigkeit genetisch bedingt ist.

Sie testeten knapp 1000 US-amerikanische Zwillingspaare. Bei eineiigen Zwillingen stimmen die Gene zu 100 Prozent überein, bei zweieiigen zu 50 Prozent. Die Zwillingspaare sollten sich in einer Befragung selbst einschätzen.

Eine Frage lautete: Wie sehr fühlen Sie sich dazu verpflichtet mehr zu bezahlen, damit alle Bevölkerungsschichten die gleiche medizinische Versorgung erhalten?

Frauen netter als Männer

Am "nettesten" schnitten bei dieser Frage weibliche eineiige Zwillinge ab. Daraus ziehen die Studienleiter Gary Lewis und Timothy Bates den Schluss, dass Nettigkeit angeboren ist, weisen aber gleichzeitig darauf hin, dass auch Erziehung eine große Rolle spielt.

Der Evolutionspsychologe Steven Pinker von der US-Universität in Harvard warnt davor, die Studie zu hoch zu bewerten, denn auch wenn es stimmt, dass Gene bei Nettigkeit eine Rolle spielen, so weiß man noch immer nicht, um welche Gene genau es sich handelt. Es könnten Hunderte sein.

Studie - Faires Verhalten beginnt früh bei Kindern

"Meins" ist einer der ersten Begriffe, den kleine Kinder lernen. Gerade in der Kita oder dem Kindergarten bildet sich bei den Heranwachsenden ein Bewusstsein für Besitz. Doch die Kleinen sind genauso in der Lage zu teilen und andere fair zu behandeln. Diese Erkenntnis erlangte ein internationales Forscherteam, das über seine Forschungsergebnisse im Fachmagazin "Psychological Science" berichtete.

In einem Test bildeten die Forscher Gruppen mit Dreijährigen, die Geschicklichkeitsaufgaben lösen sollten. Das Ziel konnte aber nur in Gemeinschaftsarbeit erreicht werden. Als Belohnung gab es unter anderem Gummibärchen, die jedoch so platziert wurden, dass sich nur eines der Kinder die Süßigkeit greifen konnte. In fast allen Fällen gab dieses Kind den anderen von der Belohnung etwas ab. Schließlich hatten sie die Aufgabe gemeinsam gemeistert. Daraus schlossen die Experten, dass sich schon früh so etwas wie ein Gerechtigkeitssinn bei Kindern entwickelt.

Umfrage - Soziales Engagement sollte schon in der Schule beigebracht werden

Ob sich ein Kind in seinem späteren Leben sozial engagiert oder nicht ist hauptsächlich eine Sache der Erziehung. Daher sollten Kinder nach Meinung von drei Vierteln der Deutschen möglichst schon in der Schule soziales Engagement beigebracht bekommen, wie eine Umfrage der "Apotheken Umschau" unter 1.913 Personen zeigt.

34,3 Prozent finden sogar, es müsse ein Gesetz eingeführt werden, welches Jugendlichen vorschreibt nach ihrer Ausbildung ein soziales Jahr zu absolvieren. Immerhin 38,1 Prozent der Umfragenteilnehmer erkennen aber schon jetzt den guten Willen der Jugend und glauben, dass gerade junge Leute häufiger dazu bereit sind sich auch ohne Bezahlung sozial zu engagieren.

Britische Studie besagt, die Dauer des Blickkontakts ist genetisch bedingt

Autisten meiden längere Blickkontakte - Ursache ist eine verringerte Genaktivität des Gens CRN1

Mikroskop, Tastatur und zwei Bildschirme
microscope © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Aus Post-Mortem-Studien weiß man, dass bei Autisten das Gen CRN1 weniger aktiv ist. Und man weiß, dass Autisten längere Blickkontakte meiden. Daher hat nun der britische Forscher Bhismadev Chakrabarti an der University of Reading die Blickbewegungen von 30 Testpersonen beobachtet und gleichzeitig die Ausprägung ihres Gens CRN1 überprüft. Von diesem Gen gibt es vier verschiedene Varianten.

Tatsächlich betrachteten Personen mit zwei von diesen vier Varianten ein fröhliches Gesicht auf einem Computerbildschirm länger, als die mit den anderen CRN1-Varianten. Den Probanden wurde auch ein Gesicht gezeigt, das Abscheu signalisierte. Auf die Blickdauer in Bezug auf dieses Gesicht hatten die Genavarianten keinen Einfluss.

Funktion des Gens CRN1

Über den Versuch berichtet die Fachzeitschrift "Molecular Autism" in ihrer nächsten Ausgabe. Das Gen CRN1 steuert die Produktion eines Cannabinoid-Rezeptors, der für die Signalverarbeitung im Gehirn wichtig ist. Längere Blickkontakte sind ein wichtiger Bestandteil des Sozialverhaltens.

Chakrabarti hat in dieser Studie nachgewiesen, dass die Blickdauer auch genetisch bedingt ist. Er hofft, aus diesen Erkenntnissen in Zukunft den Autismus besser behandeln zu können.

Nachahmung der Körpersprache eines anderen Menschen kann sich negativ auswirken

Wissenschaftler von der kalifornischen Universität in San Diego stellten fest, dass sich die Nachahmung der Körpersprache eines anderen Menschen, beispielsweise der gegenüber sitzenden Gesprächspartner, auch negativ auswirken kann. Normalerweise empfehlen Experten die Imitation des Gesprächspartners, was zu einem stärkeren gegenseitigen Vertrauen führt. Aber bei den jetzigen Untersuchungen kamen die Wissenschaftler zu einem neuen Ergebnis.

So wurden Bewerbungsgespräche von verschiedenen Testpersonen aufgezeichnet und anschließend analysiert. Bei diesen Gesprächen war der Leiter einmal ein sehr höflicher und freundlicher Partner und beim nächsten Mal handelte es sich um einen mehr mürrischen und unhöflichen Gesprächspartner. So färbte sich automatisch das Verhalten auch auf den Bewerber ab, wenn dieser die Körpersprache kopierte, und somit auch die negative Ausstrahlung beim zweiten Fall. So sollte man sich, bevor man die Körpersprache seines Gegenüber übernimmt, über die Auswirkungen im Klaren sein.

Sympathisch oder unfreundlich? Die Gene entscheiden

3-D-Grafik von X-Chromosomen vor abstraktem Hintergrund
X chromosome on abstract background © frenta - www.fotolia.de

Ob guter Dr. Jekyll oder böser Mr. Hyde - "Schuld" daran sind die Gene, weniger die Erziehung. Dies ist das Ergebnis einer Studie US-amerikanischer Wissenschaftler. Genauer gesagt sind es die Hormone Oxytocin und Vasopressin. Sympathische, großzügige Menschen verfügen über Rezeptoren für diese beiden Hormone. Dies entdeckten die Forscher bei einer DNA-Analyse von Testpersonen.

Personen mit den Hormonrezeptoren waren eher in der Lage, Angstgefühle zu überwinden und auf andere Menschen zuzugehen. Auch zeigten sie sich eher hilfsbereit und freundlich. Die Wissenschaftler wiesen aber auch darauf hin, dass die Gene allein nicht entscheidend seien. Auch die Erziehung spiele für das Sozialverhalten eine wichtige Rolle, aber das Erbgut hätte, so die Fachleute, einen maßgeblichen Anteil.

Auch Vorschulkinder sind nur großzügig wenn es jeder sehen kann

Warum geben kleine Kinder nicht gerne ab? Generationen von Eltern haben sich schon den Kopf darüber zerbrochen. US-Wissenschaftler wollten es genauer wissen. Kirstin Leimgruber von der Yale-Universität in New Haven im amerikanischen Conneticut widmete sich dieser Fragestellung gemeinsam mit ihren Mitarbeitern

Sie ließen 64 Kinder Zweiergruppen bilden und gaben an alle Gruppen Aufkleber. Sie erzählten den Kindern, sie sollten Aufkleber sammeln und dafür am Schluss einen Preis erhalten. Einer der beiden in der Zweiergruppe bekam vier Aufkleber durfte diese dann verteilen. Sah der Spielleiter der Verteilungsaktion zu, gaben sich die Kinder großzügig. Wurde der Spielleiter durch eine Abdeckung verdeckt und war so nicht im Blickfeld der Handelnden, gab der Verteilende sich selbst die meisten Aufkleber.

Eine andere Aufgabe bestand darin, die Aufkleber direkt aus einer Box zu holen, deren Inhalt nur der Spielleiter kannte. Auch dann verhielten sich die Kinder nicht gerechter.

Die Forscher rätseln noch über den Grund dieses Verhaltens, in dem sich die Kinder nicht von den Erwachsenen unterscheiden. Einen etwaigen Grund vermuten die Wissenschaftler, weil sie den Kindern das Verteilen der Aufkleber als Spiel schmackhaft gemacht hatten und sie deshalb zum Wettbewerb angestachelt worden wären.

TV Konsum beeinflusst Kinder und deren Sozialverhalten nachhaltig

Zeichentrick-Grafik eines kunterbunten exotischen Waldes mit zahllosen Bäumen und Pflanzen
Illustration © NextMars - www.fotolia.de

Experten raten immer öfter zu einer sogenannten „Mediendiät“. Ein überhöhter Medienkonsum beeinflusst das Sozialverhalten von Kindern bis weit in das Erwachsenenalter hinein. Zu diesem Schluss kamen nun gleich zwei neue Studien, die den Zusammenhang zwischen sozialen Verhalten und TV Konsum bei Kindern untersuchten.

Die eine Studie konzentrierte sich hauptsächlich auf die Inhalte der Programme, die von den Kindern geschaut wurden. Hierbei erhielten einige Eltern Vorgaben, was die Kinder schauen dürfen und was nicht und den anderen Eltern ließ man freie Hand. Die Kinder, die vorzugsweise pädagogisch wertvolle Sendungen sahen, waren weniger aggressiv und auffällig in ihrem sozialen Verhalten, als Kinder denen man keine Vorgaben machte, was sie sehen dürfen und was nicht.

Eine weitere Studie befasste sich mit der Dauer des Medienkonsums. Schauen Kinder mehr als drei Stunden fern am Tag, so beeinflusse das ihr Verhalten bereits negativ. In Neuseeland wurden dafür 1.037 Menschen von ihrer Geburt an bis zu ihrem 26. Lebensjahr begleitet und Kinder, die im Alter zwischen 5 und 15 Jahren mehr als drei Stunden vor dem TV Gerät saßen, neigten im Erwachsenen Alter zu einem unsozialen Verhalten. Jede weitere Stunde erhöht das Risiko um bis zu 30 Prozent.

Alarmierend und doch stoßen Experten immer wieder eher auf taube Ohren als auf hellhöriges Verständnis, wenn es um das leidige Thema TV Konsum und Kinder geht. Eltern sollten dennoch versuchen, Kindern nicht alles im TV zugänglich zu machen und feste Fernsehzeiten einführen. Keine Kindheit sollte sich schließlich nur vor dem Flimmerkasten abspielen.

Kinder, die gern teilen, sind auch im Erwachsenenalter großzügiger

Keinem Kind fällt es wirklich leicht, seine neuen Spielsachen mit anderen zu teilen. Auch in der Kita oder bei der Tagesmutter fällt es doch den meisten recht schwer, das Spielzeug zu teilen. Forscher aus den USA haben nun anhand einer Studie feststellen können, dass Kinder, die gern teilen, im Erwachsenenalter großzügiger sind. Das gilt allerdings nur, wenn Kinder von sich aus teilen und nicht, weil man es ihnen vorgibt.

Eigene Entscheidung fördert Großzügigkeit

Bei einem Experiment mit drei- und vierjährigen Kindern wurden drei Gruppen gebildet. Allen Teilnehmern wurde ein traurige Handpuppe namens „Doggie“ vorgestellt. Nun bekamen alle Gruppen einen wertvollen Aufkleber. Die erste Gruppe stand vor der Wahl, entweder den Sticker zu behalten oder ihn „Doggie“ zu schenken. Die zweite Gruppe konnten den Aufkleber entweder „Doggie“ geben oder ihn nur zur Seite legen. Die letzte Gruppe hatte gar keine Wahl mehr. Sie musste den Aufkleber der Puppe geben.

Im zweiten Teil des Experiments wurde „Doggie“ durch Puppe „Ellie“ ersetzt. Alle Kinder erhielten nun drei Sticker. Jene, die zuvor die Wahl hatten, den Aufkleber selber zu behalten oder ihn zu teilen, gaben der neuen Puppe mehr Sticker als alle anderen Kinder. Wie wichtig es ist, dass Kinder allein entscheiden müssen, ob sie teilen wollen oder nicht, haben diese Forscher damit unter Beweis stellen können.

Babys duften zum "Anknabbern" lecker - Forscherteam zeigt, woran das liegt

Mutter spielt mit ihrem Baby auf dem Schoß
having fun with baby #7 © Adam Borkowski - www.fotolia.de

Babys haben einen ganz bestimmten Duft, der bei Müttern von Neugeborenen das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert, welches sonst beim Genuss von Lebensmitteln oder auch beim Drogenkonsum mobilisiert wird. Nicht selten hat man von frisch gebackenen Mamas den Ausspruch gehört, dass sie ihr Baby zum „Fressen“ gern haben. Ein Forscherteam um Johannes Frasnelli von der Universität von Montreal hat nun gezeigt, was neurologisch dahinter steckt.

Tatsächlich "Zum Fressen Gern"

Hierzu wurden Freuen in zwei Gruppen zu je 15 Personen eingeteilt. Ihnen wurden Babystrampler zum Riechen gegeben, die zwei Tage von den Säuglingen getragen wurden. Dabei wurde die Hirnaktivität per MRT gemessen. Die eine Gruppe bestand aus Frauen, die vor sechs bis acht Wochen entbunden hatten und die andere Gruppe aus Frauen, die keine Kinder hatten.

Das Team stellte bei den jungen Mamas fest, dass der Duft von einem Baby die Gehirnregion anspricht, die als Belohnungssystem agiert und sonst eigentlich beim Genuss von Lebensmitteln oder auch Drogen aktiviert wird. Diese Funktion trägt dazu bei, dass bestimmte Handlungen wiederholt werden, weil angenehme Gefühle damit verbunden sind.

Im Fall der Mutter-Kind-Bindung sorgt diese Reaktion dafür, dass sich die Mutter eben fürsorglich im den Nachwuchs kümmert. Somit sei erwiesen, dass es nicht nur das berühmte Kindchen-Schema ist, welches dazu führt, dass sich die Mutter um das Baby kümmert, sondern das Baby selber trägt zusätzlich über seinen Duft dazu bei, dass es gestillt und umsorgt wird. In wie weit diese Erkenntnisse auf den biologischen Vater übertragbar sind, muss noch erforscht werden.

Warum und in welchen Bereichen wir unseren Eltern immer ähnlicher werden

Stapel mit schwarz-weißen alten Familienfotos
Stack of old photos © Hank Frentz - www.fotolia.de

Es gibt viele Situationen, in denen wir uns denken: „Ich werde niemals wie meine Eltern!“. Vor allem im Teenageralter, wenn es mal wieder Stress gibt, kommen uns diese Gedanken. Doch tatsächlich bauen wir mit der Zeit eine gewisse Ähnlichkeit zu unseren Eltern auf – und das in vielen Bereichen.

Dies fängt beim Aussehen an. Je älter wir werden, desto mehr ähnliche Züge erkennen wir in unserem Gesicht. Doch auch der Charakter und das Verhalten können Ähnlichkeiten aufweisen. Psychologen sehen die frühkindliche Prägung als Ursache dafür.

Die Eltern als Vorbild

In unserer Kindheit sind es die Eltern, mit denen wir im Normalfall die meiste Zeit verbringen. Kein Wunder also, dass sie es sind, von denen wir lernen. Wir sehen zu, verinnerlichen unbewusst und wenden im Laufe der Jahre an. Psychologen zufolge fällt die Ähnlichkeit besonders in Streitsituationen auf. Dann reagieren wir häufig genauso, wie Mutter oder Vater, wenn sie sich mal wieder gezankt haben. Schuld ist in diesen Fällen das schnelle, unüberlegte Handeln und Reden. Man denkt nicht nach, bevor man etwas sagt oder tut und dann kommen die unbewusst gespeicherten Verhaltensweisen der Eltern zutage.

Auch kleine Ticks werdne von den Eltern "geerbt"

Doch nicht nur bei Konflikten fallen die Ähnlichkeiten auf, auch in alltäglichen Dingen können sie auftreten. So „erbt“ man beispielsweise kleine Ticks, den nicht vorhandenen Orientierungssinn oder das morgendliche Zeitungslesen beim Frühstück.

Auch Einstellungen und Werte können wir von unseren Eltern übernehmen. Egal wie viel wir auch von ihnen haben, ein eigenes Individuum werden wir trotzdem immer bleiben.

Gruppenzwang unter Mädchen: Anpassung als höchste Tugend?

Mädchen mit Brille, Stift und orangem Pullover grübelt über einer Aufgabe
kind beim lernen © Ramona Heim - www.fotolia.de

Mädchen gelten seit Jahren als neues starkes Geschlecht in der Schule: Während die Jungen darunter leiden, dass sie nicht mehr "wild" sein dürfen, profitieren die Mädchen davon, dass weibliche Tugenden wie Fleiß, Angepasstheit und Kooperationsbereitschaft heute viel stärker gefragt sind.

Starker Druck von allen Seiten

Doch hinter der Fassade der fleißigen, erfolgreichen, hübschen Mädchen brodelt es: Viele stehen unter extremem Druck "perfekt" sein zu müssen und drohen daran zu zerbrechen.

So haben Essstörungen bei Mädchen in den letzten Jahren immer weiter zugenommen, weil sie dem "schönen schlanken" Idealbild der Medien entsprechen wollen und sich dabei auch im Freundeskreis gegenseitig unter Druck setzen.

Dazu kommt der neue Druck, dass auch Mädchen "cool" zu sein haben und zugleich gute Noten nach Hause bringen zu müssen.

Auch Mädchen brauchen Durchsetzungsvermögen

Die den Mädchen meist anerzogene Anpassungsbereitschaft wird von Experten kritisch gesehen: So werden sie zwar in der Schule dafür honoriert, dass sie meist "braver" sind als die Jungen, seltener für Ärger sorgen und saubere Hefte mit Schönschrift füllen, doch wenn sie nach dem Schulabschluss ins Berufsleben treten, haben sie nicht gelernt, auch einmal den Mund aufzumachen und für ihre Bedürfnisse einzutreten.

Die jungen Männer ziehen dann in der Karriere nach wie vor an ihnen vorbei.

Gesellige Mädchen, zurückhaltende Jungs: Mädchen finden in einer neuen Schule schneller Anschluss

Gruppe von Schülern, zwei Jungen, zwei Mädchen, Freunde, lächelnd, mit Ringbuch und Schulbüchern unter Arm
Portrait of a study group © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Nach einem Schulwechsel finden Mädchen scheinbar schneller neue Freundinnen als Jungs neue Freunde. Dies stellten Forscher der Leuphana Universität Leipzig fest, die dazu 380 Kinder zwischen 12 und 14 Jahren aus dem Bundesland Brandenburg befragten, die zu diesem Zeitpunkt auf weiterführende Schulen wechselten.

Demnach hatten die Mädchen nach drei Monaten schon zwei neue Freundinnen gefunden, die Jungen dagegen erst einen neuen Freund. Eine zwischenmenschliche Beziehung wurde nur dann als Freundschaft gewertet, wenn beide jeweils angaben, mit dem anderen befreundet zu sein.

Allerdings wurde auch deutlich, dass die Mädchen innerhalb des ersten Jahres viele Freundschaften wieder beendeten und nach dem Jahr ebenfalls nur noch eine gute Freundin hatten. Die Forscher vermuten, dass sich die Mädchen zunächst mit mehreren anderen Klassenkameradinnen anfreundeten und im Laufe der Monate zu merken, mit welcher sie wirklich gut zusammenpassen.

Ein weiterer signifikanter Aspekt: Jugendliche, die gerne lästern, hatten wesentlich mehr Freunde als andere Klassenkameraden. Das Lästern über Dritte schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl mit anderen. Wer allerdings übertreibt, steht am Ende alleine da: Das zeigte sich bei denjenigen, die am Ende des Schuljahres keine engen Freundschaften mehr aufweisen konnte.

Bestimmte Verhaltensmuster werden über das sogenannte "genetische Gedächtnis" vererbt

Amerikanischen Wissenschaftlern ist es über eine Reihe von Tierversuchen gelungen nachzuweisen, dass bestimmte Verhaltensmuster vererbt werden können. Somit können Erinnerungen in gewisser Weise über Generationen hinweg weitergegeben werden.

Um diese Fähigkeit nachweisen zu können, wurden Mäuse darauf trainiert, den Duft von Kirschblüten zu meiden. Diese Antipathie gegen den Geruch vererbten die Mäuse. So mieden die Nachkommen in zweiter, als auch in dritter Generation den Duft von Kirschblüten.

Die Untersuchung der DNA im Mäuse-Spermium ergab, dass das Gen, welches für den Geruch von Kirschblüten zuständig ist, überaktiv war. Sogar eine Veränderung in der Gehirnstruktur wurde festgestellt.

Für die Behandlung von Ängsten und Posttraumatischen Störungen kann diese Erkenntnis von großer Bedeutung sein, denn mit der Gewissheit, dass Erinnerungen in gewisser Weise vererbbar sind, lassen sich möglicher Weise neue Therapien entwickeln.

Wie genau die DNA verändert wurde, ist Wissenschaftlern noch ein Rätsel.

Neue Studie: Unaufrichtige Erwachsene, lügende Kinder

Zwei kleine Jungs beim Spielen mit Holzautos im Kindergarten
children in kindergarten © Pavel Losevsky - www.fotolia.de

Wir alle kannten die notorischen Lügner im Kindergarten und in der Schule, die einfach immer wieder die Unwahrheit sagen - von kleinen Flunkereien bis hin zu deftigen Lügen.

Manchmal hatte man gar den Eindruck, sie könnten gar nicht anders. Jetzt hat eine US-amerikanische Studie erstmals den Zusammenhang zwischen Unaufrichtigkeit bei Erwachsenen und Lügen bei Kindern untersucht.

Um die Frage, wie das unaufrichtige Verhalten überhaupt entsteht, zu beantworten, tüftelte das Forscherteam rund um Leslie Carver, Professorin für Psychologie und menschliches Verhalten, und ihre frühere Studentin Chelsea Hays genaue Szenarien aus. Darin sollten Kinder ganz gezielt dazu gebracht werden, in bestimmten Situationen zu lügen.

Kinder, die belogen werden, lügen selbst häufiger

Die Ergebnisse dieser bisher einzigartigen Untersuchung verblüffen: Kinder, die zuvor vom Versuchsleiter angelogen worden waren, schummelten in dem Experiment häufiger.

Jene, die vom Erwachsenen ehrliches Verhalten vorgelebt bekamen, logen jedoch deutlich seltener. Dieser Zusammenhang zwischen Unehrlichkeit bei Erwachsenen und lügenden Kindern ließ sich also nachweisen.

Die genauen Ursachen für dieses Verhalten müsse aber weiterhin untersucht werden, wie die Wissenschaftler betonen. So könnte es sich lediglich um eine Nachahmung des erwachsenen Vorbildes handeln. Noch wahrscheinlicher allerdings: Vor Erwachsenen, die sich bereits selbst als Lügner gezeigt haben, fühlen Kinder nicht die Verpflichtung, selbst ehrlich zu sein.

Die Studie zeigte allerdings auch deutliche Altersunterschiede: Je jünger die Kinder, desto eher die Wahrscheinlichkeit, dass sie im Versuchsaufbau schummelten. Möglicherweise könnte dies noch ein Grund mehr für Eltern sein, ihren Kids ehrliches Verhalten vorzuleben.

Kinder und der Sinn für Gerechtigkeit: Im Grundschulalter werden die Weichen gestellt

Grafik weiß, menschliches Gehirn von der Seite
gehirn von der seit © fotoflash - www.fotolia.de

Sind Menschen von Natur aus fair und gerecht und lernen erst im Laufe des Lebens zu lügen und zu manipulieren? Dieser Frage wollten Forscher der Universitäten Yale und Harvard in den USA nachgehen. Die Psychologen führten dazu Experimente mit Kindern im Alter von sechs Jahren durch um zu sehen, ob bei ihnen ein natürlicher Sinn für Gerechtigkeit bestand.

Teilen von Süßigkeiten

Die Kinder wurden in zwei Gruppen eingeteilt und mussten das Aufteilen von Süßigkeiten überwachen. Dabei stellte sich heraus, dass unfaires Aufteilen in der anderen Gruppe streng geahndet wurde, während Unfairness in der eigenen Gruppe weit weniger streng beurteilt wurde. Der gleiche Versuch wurde anschließend mit achtjährigen Kindern wiederholt: Dabei zeigte sich, dass der Sinn für Fairness hier schon weiter entwickelt war und die eigene Gruppe nicht einfach bevorzugt wurde, sondern mehr Objektivität herrschte.

Entwicklung des Sinns für Gerechtigkeit

Daraus lässt sich schließen, dass Menschen schon im Alter zwischen sechs und acht Jahren einen natürlichen Sinn für Gerechtigkeit entwickeln und als egoistische Wesen geboren werden. Dies deckt sich mit größeren Beobachtungen, wonach fast alle Lebewesen - darunter auch Homo Sapiens - zu einem solidarischen und kooperativen Verhalten neigt, wenn es darauf ankommt. Lügen und Manipulieren lernen die meisten also erst im Laufe der Sozialisation, wenn sie merken, dass es ihnen Vorteile bringt.

Hirnforschung - Liebe zu Hund und Kind hat neurobiologische Gemeinsamkeiten

Kleiner Junge mit aufgerissenem Mund liegt auf dem Bauch neben einem Hund
boy and his dog © Jaimie Duplass - www.fotolia.de

Hundehalter lieben ihr Haustier wie ein Kind – jedenfalls fast. Mittels Hirnscan konnten US-Forscher nachweisen, dass die Zuneigung zum eigenen Hund neurobiologische Gemeinsamkeiten mit der Liebe zum Kind hat. Der Anblick aktiviert die gleichen neuronalen Muster für Emotionen. Aber es gibt auch Unterschiede.

Für ihre Studie baten die Wissenschaftler Frauen ins Labor, die sowohl eigene Kinder als auch Haustiere hatten. Während der Untersuchung legten sie ihnen abwechselnd Fotos von Hunden und Kindern vor, eigene ebenso wie fremde. Ein Magnetresonanztomograf zeichnete dabei die Hirnaktivität auf.

Die ausgewerteten Hirnscans zeigen große Gemeinsamkeiten in der Reaktion auf die Fotos der eigenen Hunde und Kinder. Beide lösten Aktivitäten in jenen Hirnregionen aus, die mit Vertrautheit, Emotionen und sozialer Interaktion verknüpft sind. Sowohl die Hundebilder als auch die Aufnahmen der eigenen Kinder lösten jedoch auch spezielle Reaktionen aus.

Die unterschiedlichen Reaktionen auf Hunde und Kinder

Beim Betrachten des eigenen Nachwuchses zeigte etwa die Hirnregion auffällige Aktivität, die im Zusammenhang mit Bindungsgefühlen besteht. Hunde konnten diese Gefühle weniger auslösen. Ihr Anblick reizte verstärkt jene Hirnbereiche, in denen visuelle Reize verarbeitet werden.

Die Forscher führen dies darauf zurück, dass die Verständigung zwischen Mensch und Hund vorwiegend über die visuelle Wahrnehmung funktioniert. Da Hunde nicht sprechen können, müssen Menschen genauer hinschauen.

Sozialverhalten muss erlernt werden: Spielen ist für die Kindesentwicklung essentiell

Wenn Eltern sich beim Spielen der Kinder einmischen, können Kinder das Sozialverhalten nicht erlernen

Zwei kleine Jungen gucken böse und enttäuscht
Usual situation - two brothers in conflict. Focus on front boy © Olga Solovei - www.fotolia.de

Der Mensch ist ein soziales Wesen und lebt seit jeher in Gruppen. Aus diesem Grund ist es wichtig, ein angemessenes Sozialverhalten zu erlernen.

Bis zum zweiten Lebensjahr ist es aber normal, dass Kinder auch im selben Raum eher nebeneinander als miteinander spielen. Die Selbstwahrnehmung wird noch ausgebildet und daher zählt nicht, wem ein Bauklotz gehört, sondern was er überhaupt kann.

Das Verhalten in Gruppen muss erlernt werden

Jedes Individuum kommt auf die ein oder andere Weise mit diversen Gruppen in Berührung und muss seinen Platz darin finden. Die Fähigkeit dafür ist nicht angeboren, sondern muss erlernt werden.

Genau an dieser Stelle wird das Spielen ab zwei Jahren entscheidend. Auf den ersten Blick scheint das Miteinander unter Altersgenossen zwar einfach eine Freizeitbeschäftigung zu sein, doch in Wahrheit ist es vielmehr. Beim Spielen erlernen Kinder ihr Sozialverhalten und werden ganz entscheidend für das weitere Leben geprägt. Dabei bildet sich auch die eigene Persönlichkeit aus, denn es zeigt sich, wer Führungsrollen in der Gruppe übernimmt; wer bei Streitereien

Die Eltern sollten sich nicht zu oft einmischen

Zwar können diese "Kämpfe" für Eltern sehr nervenaufreibend werden, doch sie sind wichtig und sollten ihren Lauf nehmen dürfen. Als Erwachsener mischt man sich idealerweise nur dann ein, wenn die Diskussion unter den Kleinen in Gewalt zu eskalieren droht. Natürlich sollte man die Kinder trennen und mit ihnen reden, wenn sie zu schlagen und zu treten beginnen. In allen anderen Fällen aber sollten Eltern nicht zu schnell eine Schiedsrichterposition einnehmen.

Kinder sollten genügend Zeit zum spielen haben

Die Wichtigkeit des Spielens zeigt auch, dass der Tagesplan der Jüngsten nicht zu überladen sein sollte. Frühförderung ist zwar wichtig, doch es sollte genügend Freiraum für das ungezwungene Spielen übrigbleiben.

Eine Schätzung zeigt, dass ein Kind dann bis zur Einschulung circa 150.000 Stunden mit Spielen verbracht hat und das ist alles andere als verschwendete Zeit. Die Kleinen schulen die Fremd- und Selbstwahrnehmung, lernen das Teilen, Streiten und Schließen von Kompromissen.

Was wir von Kindern lernen können – 5 Dinge, die geistig jung halten

Wer sein inneres Kind bewahren möchte, kann sich von den Kleinen einiges abschauen

Bunte, bemalte Hände von Kindern mit Smileys auf den Handflächen
viele bemalte bunte Kinderhände © BeTa-Artworks - www.fotolia.de

Kinder ist das Leben neu, sie betrachten ihre Umwelt ganz unbefangen und neugierig. Statt sich von Terminen hetzen zu lassen, leben sie unbeschwert im Jetzt und nehmen Details wahr, die dem erwachsenen Blick entgehen. Außerdem haben Kleine mehr Spaß als die Großen. Wer zumindest innerlich jung bleiben möchte, kann sich von Kindern also einiges abschauen.

1. Unbefangenheit und Neugierde

Kinder nehmen nichts für selbstverständlich. Wer die Welt aus der Perspektive eines Kindes betrachtet, kann deshalb täglich kleine Wunder entdecken. Ganz banale Dinge, die bei unvoreingenommener Betrachtung plötzlichen faszinieren.

2. Kreativität

Kinder erschaffen die Welt für sich neu. Sie erfinden eigene Wörter, malen Bilder aus mehreren Perspektiven gleichzeitig, denken sich Geschichten aus und verwandeln Gegenstände in belebte Figuren. Diese Schöpferkraft können auch Erwachsene in sich wieder entdecken.

3. Spielen

Kinder lernen nicht aus Büchern oder Vorträgen – sie spielen. Egal wo, egal womit. Dabei schlüpfen sie mühelos in verschiedene Rollen und trainieren so ihr Einfühlungsvermögen und kommunikative Kompetenzen. Auch mit Smartphone und iPad finden sie sich spielerisch leicht zurecht.

4. Zuhören

Manchmal plappern Kinder ohne Pause. Sie können aber auch sehr gut zuhören. Ob beim abendlichen Vorlesen oder im Gespräch – es ist erstaunlich, wie viele Details noch Monate später parat sind.

5. Lachen

Wer ernst ist, steckt in der Falle. Mit Humor kann man sich dagegen aus unangenehmen Situationen und der typisch erwachsenen "Problemtrance" befreien. Kindern liegt das noch in der Natur, sie lachen 400 Mal am Tag. Erwachsene nur 15 bis 20 Mal.

Probleme im Sozialverhalten von Kindern

Viele Kinder mit gestörtem Sozialverhalten

Kleines Mädchen zeigt verärgert rote Karte in Kamera
ein kleines mädchen zeigt die rote karte © Ramona Heim - www.fotolia.de

Laut Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts ist jedes fünfte deutsche Kind psychisch auffällig. Bei rund zehn Prozent der Kinder kann man sogar von einer psychischen Erkrankung sprechen. Besonders auffällig war das gestörte Sozialverhalten.

Viele Kinder fallen bereits im Kindergarten durch aggressives Verhalten gegenüber Spielkameraden und Geschwistern auf. Hinzu kommen immer öfter schlechte Familienverhältnisse, die dieses Verhalten noch verstärken können. Daher fordern viele Forscher nun eine intensive Betreuung der Kinder innerhalb der Familien für zwei Jahre.

Unangepasstes Verhalten lässt Kinder zum Außenseiter werden

Viele Eltern setzen bei ADHS bei ihren Kindern auf alternative Medikamente

Wütender Junge lehnt an Steinmauer
upset boy leaning against a wall © Mikael Damkier - www.fotolia.de

In Deutschland leben fünf bis zehn Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter mit den Symptomen einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, kurz auch als ADHS bekannt. Viele Eltern und Lehrkräfte sehen sich angesichts der kindlichen Konzentrationsstörungen, einer hohen Ungeduld und Herumzappelei oder auch einer Reizbarkeit oftmals einem starken Druck ausgesetzt.

Obwohl ein ADHS-Kind sicherlich nicht einfach ist, scheuen sich viele Eltern davor ihrem Kind Medikamente zu geben und suchen folglich in den meisten Fällen zunächst nach Alternativen.

Möglichkeiten in der alternativen Medizin

Den Erkenntnissen nach findet sich der Auslöser für eine Hyperaktivität in einem Mangel von Dopamin und/oder Noradrenalin, die sich bei im Frontalhirn aktiv zeigen und bei einem mangelhaften Vorkommen oder einer verminderten Wirkung zu vielfältigen Symptomen führen können.

Im Bereich der alternativen Medizin können bei einem kindlichen ADHS unter anderem mit Schüssler Salzen eine Unterstützung geleistet werden. Diese nebenwirkungsfreien Mineralsalze können sich auf die Stoffwechselvorgänge positiv auswirken.

Erfahrene Behandler setzten bei den genannten Symptomen eine Kombination aus Magnesium, Kalium, Kalzium und Phosphor ein, die sowohl die Stresstoleranz bei einem Kind anheben als auch die Abwehrkräfte insgesamt stärken können.

Aggressionen treten häufig bei beliebten Kindern auf

Überraschung: Die beliebten Kinder sind die aggressiveren

Lehrer vor der Tafel, 3 Reihen Schulkinder an ihren Bänken, von hinten fotografiert
en classe © Philippe Minisini - www.fotolia.de

Aggressiv gleich Außenseiter? Wer bisher dachte, dass vor allen die Kinder angriffslustig sind schlecht in eine Gruppe integriert sind, dem setzt eine Studie Neues entgegen.

Robert Faris, Sozialpsychologe an der Universität North Carolina hatte zusammen mit einem Team 3722 Schulkinder über ein Jahr lang beobachtet. Dabei stellte sich heraus, dass die beliebtesten Kinder keineswegs die freundlichsten waren.

Zusammenhang von Aggression und Beliebtheit

Im Gegenteil, sie zeigten sich besonders aggressiv, machten sich häufig lustig über ihre Mitschüler und griffen sie auch körperlich an.

Nur die absoluten Stars unter den Schülern hatten solche Attacken nicht mehr nötig. Faris hat eine plausible Erklärung für die Ergebnisse: "Die ganz unten haben nicht die soziale Macht, aggressiv zu sein", verdeutlicht der Soziologe. "Die ganz oben haben alle Macht, aber brauchen sie nicht." Nur wer im sozialen Netzwerk einigermaßen sicher verankert ist, kann es sich leisten, andere zu unterdrücken.

Damit zeigt er gleichzeitig seine Stärke und Wichtigkeit in der Gruppe. Mobbing ist demnach kein Zeichen von Schwäche sondern davon, die eigene Zugehörigkeit unter Beweis zu stellen.

Schwierige Kindheit hinterlässt gesundheitliche Spuren

Armut und eine schwierige Familiensituation behindern den sozialen Aufstieg. Dennoch gibt es immer wieder Kinder und Jugendliche, die sich auch unter problematischen Bedingungen erfolgreich entwickeln. Ihre Umwelt scheint diesen Kindern wenig anhaben zu können.

Eine aktuelle Studie aus den USA zeigt jedoch, dass auch die widerstandsfähigen und selbstbewussten Kinder einen Preis für ihre Herkunft zahlen. Von den knapp 500 jugendlichen Teilnehmern wiesen die meisten deutliche gesundheitliche Risiken auf: von erhöhtem Blutdruck und Cortisolwerten bis zu einem gesteigerten Risiko für stressbedingte Formen von Krebs oder Diabetes.

Selbst äußerlich unbelastete Jugendliche tragen also im Inneren noch Spuren ihrer Vergangenheit. Wie hoch die körperliche Belastung des Aufstiegs ist, ermittelten die Forscher in einer Langzeitstudie. Aus den Ergebnissen wollen sie nun geeignete Maßnahmen zur Vorbeugung ableiten.

Neuer kinderpsychiatrischer Ansatz bei aggressivem Verhalten

Zwei kleine Jungen gucken böse und enttäuscht
Usual situation - two brothers in conflict. Focus on front boy © Olga Solovei - www.fotolia.de

Wenn bei Kindern oft extremes aggressives Verhalten über einen längeren Zeitraum wiederholt auftritt, so kann eine Störung des Sozialverhaltens vorliegen. Kennzeichen dieses Verhaltens können extreme Streitereien, zerstören von Dingen oder das Quälen von Tieren sein.

Tritt ein solches Verhalten im Übermaß bei Kindern auf, so kann man davon ausgehen, dass ihr Sozialverhalten gestört ist. Sie setzen sich über soziale Regeln hinweg und tun sich sehr schwer, mit anderen friedlich auszukommen. Wichtig in diesen Fällen ist, dass Störungen im Sozialverhalten früh erkannt und behandelt werden.

Der Schwerpunkt liegt dann auf einer multimodalen Therapie, die sich aus verschiedenen Elementen zusammensetzt. In einer Verhaltenstherapie lernen die betroffenen Kinder wie sie mit ihrem impulsiven und aggressiven Verhalten umgehen können. In Rollenspielen werden soziale Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt mit dem Fernziel der Sozialkompetenz.

Die Kinder lernen weiterhin, eigene Emotionen wahrzunehmen, sich aber auch in andere hineinzufühlen. Einbezogen werden in diese Form der Therapie müssen auf jeden Fall die Eltern. Unter Umständen ist auch eine ergänzende medikamentöse Behandlung notwendig und sinnvoll.

Fairness und Empathie bei sozial auffälligen Jugendlichen weniger stark entwickelt

Grafik eines Röntgenbilds des menschlichen Schädels mit hervorgehobenem Gehirn auf schwarzem Hintergrund
Skeleton X-Ray - Brain 1 © Jeffrey Collingwood - www.fotolia.de

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin sowie der Uni Leiden haben im Rahmen einer Studie herausgefunden, dass Jugendliche, die an einer antisozialen Persönlichkeitsstörung leiden, Einbußungen in der Entwicklung bestimmter Bereiche im Gehirn hinnehmen müssen. Betroffen sind die Bereiche, die für Impulskontrolle sowie soziale Informationsverarbeitung verantwortlich sind. Als Probanden wählten die Forscher eine Gruppe von Insassen einer Jugendstrafanstalt im Alter von 15 bis 21 Jahren.

Schwierigkeiten, sich in andere hineinzuversetzen

Die Jugendlichen mussten ein Spiel spielen, in dem es darum ging, faire von unfairen Angeboten zu unterscheiden und sich dafür in einen Mitspieler hinein zu versetzen. Währenddessen wurden die Hirnströme dieser und sozial unauffälliger Jugendlicher - einer Kontrollgruppe - durch eine Magnetresonanztomografie gemessen. Es zeigte sich, dass die besagten Hirnbereiche der straffälligen Jugendlichen eine geringere Aktivität aufwiesen als die der Kontrollgruppe.

Man möchte dieses Ergebnis dafür nutzen, die Verhaltensänderungen von sozial auffälligen Jugendlichen besser zu verstehen. "Die Jugend ist durch vielfältige körperliche, neurologische und soziale Veränderungen gekennzeichnet", so die Forscher. Zu der Überlegung, welche psychotherapeutischen Maßnahmen sich am besten eignen würden, könnten diese Resultate beitragen.

Antisoziales Verhalten bei Jugendlichen erforscht: Fehlende Entwicklung im Gehirn schuld

Schwarz-weiß Bild Jugendlicher in Kapuzenpulli hockt an Mauer, Hände in Handschellen
teen in handcuffs, young teen against wall, slight added grain © Sascha Burkard - www.fotolia.de

So mancher fragt sich mit einem Seufzer, was bestimmte Jugendliche umtreibt, die immer wieder durch antisoziales Verhalten auffallen oder sogar regelmäßig kriminell werden.

Forscher der Universität Leiden wollten dieser Frage nun auf den Grund gehen und führten in Zusammenarbeit mit dem Max Planck-Institut eine Studie mit 15- bis 21-jährigen Jugendlichen in den Niederlanden durch, die in Jugendstrafanstalten oder Gefängnissen einsaßen und bei denen eine antisoziale Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden war.

Die Studienteilnehmer mussten ein Rollenspiel mitmachen, bei denen eine Person ihnen Geld anbot. Ob sie das Angebot annehmen oder ablehnen sollten, mussten die Teilnehmer aufgrund von Informationen entscheiden, ob die Person noch andere fairere Angebote machen konnte oder keine Wahl hatte.

Fähigkeit zu Empathie bei betroffenen Jugendlichen weniger ausgeprägt

Dabei wurden die Gehirnaktivitäten gemessen. Die Wissenschaftler stellten dabei fest, dass Gehirnbereiche, die für die Impulskontrolle und die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, bei den Probanden weniger ausgeprägt war als bei einer sozial unauffälligen Vergleichsgruppe.

Daraus schließen die Wissenschaftler, dass diesen Jugendlichen einfach die Fähigkeit abgeht, sich in andere hineinzuversetzen und die Absichten anderer Menschen zu berücksichtigen.

Dadurch neigen sie zu antisozialem Verhalten bis hin zur Kriminalität. Sie hoffen nun, dass ihre Erkenntnisse zu verbesserten psychotherapeutischen Maßnahmen führen, die den Betroffenen sozialeres Verhalten nahebringen.

Gestern coole Kids, heute Erwachsene mit mäßigem Erfolg

Cooler Jugendlicher in Kapuzenpulli auf weißem Hintergrund
Young handsome man in a hood isolated on white background © Andrejs Pidjass - www.fotolia.de

Viele Jugendliche fühlen sich schon mit 13 im Erwachsenen-Modus. Ein Kuss-Freund muss her, auf dem Pausenhof gibt man sich mega-lässig und abends warten die wildesten Partys. Die coolen Kids gelten als die Trendsetter schlechthin und genießen bewundernde Blicke von allen Seiten.

Wer sich jetzt mit Grauen an das arrogante Gehabe seiner Mitschüler von einst erinnert, kann sich ins Fäustchen lachen. Forscher von der University of Virginia in Charlottesville kommen zu dem Schluss, dass die coolen Stars von damals als Erwachsene nur mäßigen Erfolg vorweisen können.

Studie nimmt den Coolnessfaktor unter die Lupe

Die Wissenschaftler haben in einer Studie den Coolnessfaktor unter die Lupe genommen und Tests mit 184 weiblichen und männlichen Probanden zwischen dem 13. und 22. Lebensjahr ausgewertet. Die Studienleiter befragten die jungen Leute regelmäßig zu ihrer individuellen Einstellung und zum sozialen Umfeld. Auch Verwandte und Freunde der Studienteilnehmer konnten ihre Meinung kundtun.

Die Forscher ließen unterschiedliche Parameter in die Studie einfließen. Kriterien waren zum Beispiel der Zeitpunkt der Kontaktaufnahme zum anderen Geschlecht oder Beziehungen zu Freunden und Partnern.

Mit 22 schmilzt das Ansehen

Das Ergebnis des Tests: Als Youngster standen die coolen Kids zwar im Mittelpunkt und genossen ihren Star-Status, doch mit 22 schmilzt das Ansehen rapide. Das Umfeld beurteilte das Verhalten der Supercoolen als inkompetent.

Die ehemals Bewunderten haben als Erwachsene öfter mit Alkohol- oder Drogenproblemen zu kämpfen, legen sogar kriminelle Energien an den Tag und müssen sich mit dem Scheitern von Partnerschaften auseinandersetzen.

Die US-Wissenschaftler erklären sich diese Umstände mit dem Versuch der Coolen weiter auf ihrer gewohnten Show-Bühne zu agieren. Die Anstrengungen enden allerdings häufig in einer Sackgasse.

Das Ende vom Lied: Die coolen Kids von einst nähern sich dem Nullpunkt ihrer "Karriere". Da ist es doch durchaus lohnenswert, hin und wieder ein wenig uncool zu sein.

Die Blicke von Babys können Hinweis auf spätere Verhaltensprobleme geben

Visuell beobachtbare Blickmuster sollen Aufschluss über spätere Verhaltensstörungen liefern können

Nahaufnahme Baby mit blauen Augen und blauem Schnuller
baby © Kurhan - www.fotolia.de

Ob Hyperaktivität, soziale Probleme oder Aufmerksamkeitsstörungen - immer mehr Kinder zeigen ein auffälliges Verhalten. Eine internationale Studie deutet nun auf biologische Ursachen hin. Schon in den Blicken von Babys lassen sich Unterschiede nachweisen.

Blickmuster und genetische Prägung

Für ihre Untersuchung maßen die Forscher, wie Neugeborene Gesichter auf Fotos betrachten. Von 2004 bis 2012 ließen sie insgesamt 180 Babys in den ersten Lebenstagen testen. Einige Jahre später befragten sie die Eltern von 80 kleinen Probanden, wie sich diese entwickelt hatten.

Das Ergebnis: die Blickmuster und die Aufmerksamkeitspanne der Babys stehen im Zusammenhang mit späterem Verhalten. So scheinen bestimmte Details im visuellen Verhalten mit ADHS und Lernschwierigkeiten im Zusammenhang zu stehen. Da Neugeborene noch keinen Umwelteinflüssen ausgesetzt waren, belegen die Daten eine genetische Prägung.

Früherkennung für gezielte Förderung

Die Forscher hoffen, dass ihre Beobachtungen dabei helfen können, gefährdete Kinder frühzeitig zu erkennen. Mit spezieller Förderung ließen sich dann die Aufmerksamkeitsleistung und Verhaltensstörungen bessern.

Eltern sollten die Blicke ihrer Babys aber nicht allzu kritisch bewerten: ein positives und entspanntes Verhältnis zwischen Eltern und Kind trägt mehr zur Entwicklung bei als visuelle Muster.

Grundinformationen und Hinweise zum Sozialverhalten

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: gramps, granny and me © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema