8. September 2011
Bettler und Schnorrer haben kein leichtes Leben. So führen sie oftmals ein Dasein unterhalb der Armutsgrenze und ohne eigene Wohnung. Dies lässt natürlich die Frage aufkommen, wie sich Schnorrer und Bettler denn überhaupt durchs Leben schlagen?
Das Leben eines Bettlers ist ein Leben für den Moment. So geht es jeden Tag nur darum, die nächsten Stunden und Tage möglichst gut zu überstehen.
Morgens geht es dabei zunächst darum, eine möglichst gute Stelle zum Betteln zu finden oder einen bereits bekannten Bettelort aufzusuchen, welcher sich bereits bewährt hat. Dort angekommen wird sich an der Bettelstelle eingerichtet. Dies kann ebenso das einfache Auslegen eines Bettelbechers als auch das aufwendige Aufstellen von Musikgeräten und Sitzgelegenheiten sein. Daraufhin wird natürlich mit dem Betteln begonnen. Die Dauer dieser "Arbeitszeit" hängt primär vom erzielten Einkommen ab. So setzen sich viele Bettler einen Zielwert. Sobald dann beispielsweise zehn Euro Einnahmen erzielt wurden, kann das Betteln beendet werden.
Nun geht es darum, sich etwas Essbares zu besorgen und sich Gedanken darüber zu machen, wo heute übernachtet werden soll. Schnorrer in Großstädten haben den Vorteil, sich häufig an Armenküchen wenden zu können. Hier erhalten sie zumindest eine warme Mahlzeit am Tag, welche kostenlos oder zumindest sehr günstig ist. Nun besteht häufig noch Zeit, sich mit Freunden zu treffen und den Tag ausklingen zu lassen. Letztlich muss sich nur noch um eine Bleibe gekümmert werden. In den warmen Monaten stellt dieser Aspekt kein allzu großes Problem dar. Schließlich kann zu dieser Zeit notfalls auch einfach im Freien übernachtet werden. In den Wintermonaten muss sich dagegen nach einem warmen Schlafplatz umgesehen werden. Hier verlassen sich Bettler häufig auf soziale Einrichtungen, Bekannte oder öffentliche Einrichtungen, in welchen die Nacht mehr oder weniger heimlich verbracht wird.
Neben dem Tagesablauf ist zudem noch die Mentalität und Lebensweise der Bettler erwähnenswert. Das gesamte Hab und Gut wird zumeist am Körper getragen bzw. direkt mit sich geführt. Darüber hinaus sind Bettler in vielen Fällen äußerst flexibel und bereit, gegebenenfalls auch die Stadt zu wechseln. Nichtsdestotrotz lassen sich selbst bei obdachlosen Schnorrern Bestrebungen feststellen, sich etwas wie Heimat zu erhalten. Dies kann ein bestimmter Ort oder ein bestimmter Stadteil sein, welcher als der eigene Lebensraum wahrgenommen wird.
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