8. September 2011
Schadenfreude ist ein ganz gewöhnliches menschliches Empfinden, welches als solches auch nicht verurteilenswert ist. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen Schadenfreude nicht angebracht ist. Doch wann sollte sich dieses Gefühl nicht einstellen oder zumindest unterdrückt werden?
Zunächst einmal ist Schadenfreude auf keinen Fall dann angebracht, wenn es zu einem ernsthaften oder größeren Schaden kam. Eine schwere Verletzung ist ebenso wenig lustig wie ein hoher materieller Verlust. In einem solchen Fall sollte die Empathie überwiegen und es sollten sich eher Gedanken gemacht werden, wie dieser Person vielleicht geholfen werden kann. Sich am ernsthaften Leid eines Mitmenschen zu erfreuen, wäre schließlich keine Schadenfreude mehr, sondern Sadismus.
Darüber hinaus ist Schadenfreude niemals angebracht, wenn es sich um eine akute Situation handelt, in welcher man dem Betroffenen direkt aus seiner unglücklichen Lage helfen könnte. Ist es einem jungen Mann beispielsweise nicht möglich, sein schweres umgefallenes Motorrad wieder aufzustellen, mag das bei manch einem vielleicht Schadenfreude auslösen. Diese sollte dann jedoch unterdrückt und dem jungen Mann geholfen werden. Schadenfreude ist demnach in all jenen Fällen unangebracht, in welchen man persönlich eingreifen und das Problem beseitigen könnte. Ansonsten würde man sich schlicht rücksichtslos und gemein verhalten.
Des Weiteren ist Schadenfreude unangebracht, sobald man nicht über die genauen Umstände eines Unfalls Bescheid weiß. Man denke nur an einen Mann beim Einkaufen, der über ein Regal in eine Flaschensammlung fällt. Sollte der Mann einen Anzug und Designersonnenbrille tragen, neigt man schnell zum Vorurteil, dass er sich den Schaden doch leisten könne und ohnehin nur ein arroganter Geschäftsmann sei. Der Grund für den Sturz war aber vielleicht eine angeborene Behinderung, welche den Mann schon ein Leben lang vor ernsthafte Probleme im Alltag stellt. Der optische Auftritt ist wiederum nur ein Versuch, dieses vermeintlichen Makel zu kaschieren. Bevor man also das Gefühl der Schadenfreude auslebt, sollte man zunächst einmal sicherstellen, dass man über das jeweilige Missgeschick und dessen Hintergründe ausreichend Bescheid weiß.
Insgesamt gibt es zahlreiche Fälle, wann Schadenfreude nicht angebracht ist. Bevor man sich demnach das nächste Mal über eine Person lustig macht und das Gefühl der Schadenfreude genießt, sollte man zunächst einmal kurz innehalten und sich fragen, ob diese denn überhaupt gerechtfertigt ist.
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