8. April 2009
Um zu ermitteln, welche Rolle Religion und Glaube bei den Deutschen spielen, hat die Bertelsmann-Stiftung im Rahmen ihres "Religionsmonitors" groß angelegte Umfragen gestartet.
Als Sinnbild für die religiöse Haltung insgesamt wurde in dieser Studie vor allem nach dem Glauben an ein Leben nach dem Tod gefragt. Eines der erstaunlichsten Ergebnisse ist wohl, dass jüngere Menschen in diesem Bereich gläubiger sind als ältere. So gaben 41 Prozent der Befragten unter 30 an, fest an eine Auferstehung nach dem Tod zu glauben. Von den Menschen über 60 waren es lediglich 32 Prozent. Unter den Senioren gibt es zudem einen doppelt so großen Anteil, der den Glauben an ein Leben nach dem Tod komplett von sich weist (37 Prozent). In Sachen Auferstehen sind katholische Kirchenmitglieder eindeutig gläubiger als evangelische - noch überzeugter von einem Leben nach dem Tod sind allerdings die in Deutschland lebenden Moslems (74 Prozent).
Zudem hat sich in den Ergebnissen der Umfrage ein deutliches Gefälle zwischen Ost und West ergeben. In den östlichen Bundesländern können 60 Prozent der Menschen mit der Vorstellung eines Weiterlebens nach dem Sterben überhaupt nichts anfangen, in Westdeutschland sind dies insgesamt nur 25 Prozent. Frauen zeigten sich dabei gläubiger als Männer.
Im internationalen Vergleich ist die Vorstellung eines Lebens nach dem Tod in Deutschland ähnlich verbreitet wie in Frankreich, England und Australien. Deutlich mehr Gläubige finden sich in den USA, aber auch in Italien und Polen. Im Gesamten scheint Deutschland nach wie vor ein zum Teil religiös geprägtes Land zu sein, was sich auch daran zeigt, dass auch ein guter Anteil der Konfessionslosen an ein Leben nach dem Tod glauben.
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