Die Ausübung einer Religion wird nach moderner menschenrechtlicher Auffassung als ein Grundrecht eines jeden Bürgers gesehen. Eben dieses Grundrecht soll durch die sogenannte Religionsfreiheit geschützt werden. Doch durch was zeichnet sich das Recht der Religionsfreiheit eigentlich genau aus und welche Aspekte sind in diesem Zusammenhang besonders prekär?
Prinzipiell kann man die Rechte, welche sich aus dem Bestehen der Religionsfreiheit ergeben, in positive und negative Auswirkungen unterteilen.
So gibt es einerseits die positive Religionsfreiheit. Laut dieser steht es einem Menschen frei, seine persönliche Religion wählen zu können und auch im Alltag nach dieser Überzeugung zu handeln. So können dank der positiven Religionsfreiheit nicht nur entsprechende spirituelle Handlungen vorgenommen und Feierlichkeiten begangen werden, sondern ebenso für die eigene Überzeugung geworben und eingetreten werden. Dieses Recht endet aber natürlich an jenem Punkt, an welchem die Rechte anderer Menschen eingeschränkt oder verletzt würden.
Daneben umfasst dieses Menschenrecht noch den Aspekt der negativen Religionsfreiheit. Dieser Ausdruck beschreibt schlicht die Tatsache, dass Menschen nicht gegen ihren Willen zur Ausübung oder Annahme einer Religion gezwungen werden können. Es darf deshalb zu keinerlei gesellschaftlichem oder rechtlichem Druck auf das Individuum kommen, wonach dieses bestimmte religiöse Überzeugungen teilen oder praktizieren müsste.
Heutzutage ist die Religionsfreiheit ein absolutes Grundrecht, welches dementsprechend auch in Verfassungen der UNO oder EMRK festgehalten ist. Trotzdem gibt es auch hierzulande einige Streitpunkte, welche die Ausübung der Religionsfreiheit betreffen. So löste beispielsweise das Tragen von Kopftüchern in diversen öffentlichen Kontexten eine große Debatte aus. Unser Nachbarstaat Frankreich ging bei einer vergleichbaren Debatte sogar soweit, Kopftücher und vergleichbare religiöse Zeichen in Schulen zu verbieten. Darüber hinaus kollidiert auch das zeremonielle Schächten von Tieren mit den Tierschutzgesetzen zahlreicher Nationen, weshalb es beispielsweise in Deutschland verboten ist, Tiere nach alter jüdischer Tradition zu schlachten. Letztlich sorgt auch noch der Bildungssektor weltweit häufig für Debatten, da oftmals nicht klar definiert werden kann, inwiefern der Glaube in der Schule gelehrt werden soll. Aus diesem Grund gibt es Staaten, welche das Fach Religion ganz aus dem Stundenplan verbannen, um eine strikte Trennung zwischen Staat und Religion vorzunehmen.
Insgesamt ist die Religionsfreiheit ein fundamentales Recht, welches aufgrund seiner Bedeutung häufig zu öffentlichen Auseinandersetzungen und Streitfällen führt.
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