Die Grundlagen: Schadensbegriff und Schadensersatzanspruch

Verkehrsunfall mit Unfallwagen, kurz nach Crash, silberner Ford und Renault, auf Straße
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  • von Paradisi-Redaktion

Schäden treten wohl in jedem Augenblick eines menschlichen Lebens auf. Hier fällt eine Tasse zu Boden, dort stürzt jemand die Treppe hinab. Doch wo ein sachliches Gut oder ein persönliches Recht in Mitleidenschaft gezogen wird, entsteht immer auch die Frage des finanziellen Ausgleichs dafür.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Der Schadensersatz

So komplex das Rechtswesen des Schadensersatzes auf dem ersten Blick auch erscheinen mag, so begegnet es dem Menschen doch beinahe täglich. Vielleicht wird er in einen Autounfall verwickelt, bei dem es zu einem Sachschaden kommt. Oder die Post ramponiert das Paket, die Ware wird beschädigt zugestellt.

Eventuell ist der Betroffene aber auch beim Betrachten der Schaufenster ausgerutscht und hat sich ein Bein gebrochen. Diese und andere Fälle werden in jenem juristischen Teilgebiet behandelt.

Natürlich stellt sich stets die Frage: Wer hat den Schaden verursacht und muss ihn daher begleichen? Grundsätzlich werden dabei diverse Herangehensweisen an den Sachverhalt zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Denn trotz aller rechtlichen Vorgaben muss jeder Fall für sich genommen geprüft werden.

Was ist ein Schaden?

Wer einen Schadensersatz gelten machen möchte, muss zunächst einmal den Schaden selbst nachweisen können. Allgemein wird darin eine unfreiwillige Vermögenseinbuße verstanden, die an einem rechtlich geschützten Gut entstanden ist.

Erforderlich ist es also, dass dieses einen Vermögenswert besitzt und sich die Beeinträchtigung in Geld messen lässt. Oftmals kommt es dabei aber zu Problemen hinsichtlich der Bemessung.

Mag es bei einem kaputten Auto noch statthaft sein, den demolierten Kotflügel einer wirtschaftlichen Bewertung zu unterziehen, so gelingt das bei dem gebrochenen Bein eines Menschen nur unzureichend.

Wie sind bei ihm zudem die Ehre und die Würde oder die Freude eines anstehenden Urlaubstages finanziell zu bewerten?

Materieller und immaterieller Schäden

Das Bürgerliche Gesetzbuch unterteilt zwei grundlegende Sachverhalte. Einerseits steht der materielle Schaden: Gegenstände und Sachen erleiden eine Einbuße. Die Hose, das eigene Ersparte oder das Fahrzeug – jedes Gut ist unter diesem Vermögensschaden zusammengefasst und kann mit geldwerten Maßstäben berechnet werden.

Demgegenüber steht der immaterielle Schaden. Dieser bezieht sich nicht auf die vorgenannten Güter, sondern stellt auf die Persönlichkeit des Menschen ab: Er tritt immer dann auf, wenn die Würde, die Ehre, die gesundheitliche Integrität oder das Leben einer Person beschädigt wird.

Jener sogenannte Nichtvermögensschaden lässt sich nur schwerlich in Geld ausdrücken, muss daher stets individuell auf die Umstände des Sachverhalts umgelegt und interpretiert werden.

Mittelbare und unmittelbare Schäden

Nicht immer zeigen sich die Konsequenzen eines beschädigten Rechts oder Guts im selben Moment. Es wird daher zwischen dem mittelbaren und dem unmittelbaren Schaden unterteilt. Erstgenannter tritt in dem Augenblick der Beeinträchtigung auf.

Beispielhaft sei das im Unfall verformte Auto genannt, das eine teure Reparatur erfordert. Davon getrennt werden die mittelbaren Schäden. Sie werden erst kausal in der Folge des negativen Ereignisses erkennbar.

So kann der Fahrer des Unfallwagens wegen einer Verletzung vielleicht nicht am sportlichen Wettkampf teilnehmen – etwaige Prämien und Gewinne bleiben aus. Oder er ist für längere Zeit nicht in der Lage, seinem Beruf nachzukommen und möchte sich die finanziellen Einbußen später durch den Verursacher zurückzahlen lassen.

Positives und negatives Interesse

Ein Schaden kann aber immer auch aus einem Vertrag herrühren – oder einen solchen bereits im Vorfeld zunichtemachen. Von dem positiven Interesse des Betroffenen ist immer dann die Rede, wenn er eine Leistung aus einer solchen rechtlichen Übereinkunft wünscht. Etwa eine Lieferung der bestellten Waren, die Reparatur der Heizung oder die gekauften Güter an der Ladenkasse.

Zu unterscheiden ist davon das negative Interesse. Dieses rückt in den Mittelpunkt, wenn der angebahnte Kontrakt nicht oder nur unzureichend zustande kam. Alle Aufwendungen, die bereits vorab zur angedachten Schließung des Vertrages unternommen wurden, müssen nun beglichen werden.

Gerade bei den Vertragsverhältnissen ist es daher elementar, ob der Vertrag überhaupt entstanden ist.

Der Anspruch im Schadensfalle

Für die Grundlage des Schadensersatzes ist es somit unabdingbar, das beeinträchtigende Ereignis einer der vorgenannten Kategorien zuzuordnen und sodann die dafür vorgesehenen rechtlichen Ansprüche zu prüfen.

Das wiederum stellt sich selten einmal als besonders einfach heraus – jeder Fall wird individuell betrachtet und kann einige Tücken aufweisen. Ob der finanzielle Ausgleich zu zahlen ist, hängt dabei nicht selten an einigen Details wie besonderen Verhaltensweisen, Absprachen oder Ähnlichem.

Aber auch dann stellt sich die Frage, ob ein reiner Wertersatz erfolgt oder sogar eine Naturalrestitution möglich ist. Letztgenannte könnte insbesondere die Wiedergutmachung des Schadens durch den Schädiger bedeuten, ohne dass dabei Geld zwischen beiden Parteien fließt.

Die Bemessung des Schadens

Wie hoch ist der Wert einer Beeinträchtigung aber anzusetzen? Selbst dafür kennt die juristische Lehre diverse Möglichkeiten, um das kaputte Auto, das gebrochene Bein oder die angekratzte Ehre im Einzelfall einer wirtschaftlichen Bewertung zu unterziehen.

Sie bildet den Ausgangspunkt für den weiteren Verlauf und somit für die Frage, welche Summe der Verursacher zu entrichten hat oder in welchem Rahmen er zur Wiedergutmachung verpflichtet werden kann.

Der gesamte Schadensersatz erweist sich daher eingedenk aller Ausführungen als sehr komplexes Rechtswesen. Kommt es einmal zu einer Situation, in der Güter oder Rechte verletzt werden, eröffnen sich zumeist unterschiedliche Wege, um den Fall zu regulieren.

Grundinformationen und Hinweise zum Recht

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  • Bildnachweis: PKW Unfall © Daniel Bujack - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom

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