Immer wieder gibt es Situationen, in denen ein Familienmitglied auf Pflege angewiesen ist. Nach Möglichkeit versuchen viele die Pflege zuhause durchzuführen, doch nicht immer kann man der Belastung Stand halten.
Pflege ist nicht erst im Alter ein Thema, denn in jedem Alter kann man in eine Situation kommen, in der man sich nicht mehr selbst versorgen kann. Ob durch Krankheit, Behinderung oder durch das Alter ausgelöst, die Situation auf andere Menschen angewiesen zu sein im Alltag belastet viele Menschen stark. Doch nicht nur der Pflegebedürftige leidet häufig unter der Situation, sondern auch für Pflegende ist die Pflege eines Familienmitglieds häufig eine kaum zu bewältigende Herausforderung und eine körperliche und seelische Belastung. Häufig leiden beide Seiten unter der Belastung und die Pflege wird dadurch erschwert.
Pflegebedürftige Personen verändern sich häufig mit dem Eintritt der Pflegebedürftigkeit stark, dies kann für das gesamte Umfeld zu einer starken Belastung werden. Das Gefühl von anderen Personen abhängig zu sein löst häufig auf Dauer aggressives Verhalten aus und auch depressive Verstimmungen. Pflegende müssen deshalb damit rechnen, dass pflegebedürftige Personen häufig überreagieren und unleidlich sind. Für den Pflegenden kann dies zu einer enormen psychischen Belastung werden, denn schließlich möchte man Verständnis für den Pflegebedürftigen aufbringen, doch dies kann sehr viel Kraft kosten, vor allem wenn bei der pflegebedürftigen Person Unzufriedenheit herrscht und es dadurch zu ungerechtfertigten Reaktionen kommt.
Auch körperlich kann die Pflege den Pflegenden oft sehr schnell an die körperlichen Grenzen bringen. Je nach Grad der vorliegenden Pflegebedürftigkeit muss der Pflegende auch körperlich Höchstleistungen bringen um die pflegebedürftige Person so gut wie möglich zu unterstützen. Gerade für den Rücken kann die Pflege sehr belastend sein und so leiden Pflegende häufig dauerhaft unter Rückenschmerzen und Verspannungen. Langzeitschäden sind bei einer längeren Dauer der Pflegetätigkeit nicht ausgeschlossen. Gerade deshalb wäre es wichtig, dass Pflegende Vorsorge betreiben und regelmäßig ihre Rückenmuskulatur durch Sport stärken und somit den Rücken entlasten, meist bleibt dies allerdings auf der Strecke, da die Pflege häufig ein rund um die Uhr Job ist.
Doch häufig kämpfen Pflegende mehr mit den psychischen Belastungen als mit den körperlichen, denn Pflege rund um die Uhr lässt kaum mehr Raum für die eigenen Bedürfnisse und so schwindet mit länger anhaltender Pflegetätigkeit auch häufig die Kraft und somit auch die Leistungsfähigkeit. Mit zunehmender Unzufriedenheit der pflegenden Person sind Konflikte in der Pflege vorprogrammiert. Pflegende sollten deshalb immer darauf achten nicht bis an den Rand der eigenen Kräfte zu gehen und sich frühzeitig um Unterstützung kümmern. Unterstützung kann zum Beispiel von anderen Familienmitgliedern eingefordert werden, wenn dies nicht möglich ist, gibt es die Möglichkeit Unterstützung durch mobile Pflegedienste in Anspruch zu nehmen und auch Tagespflegeplätze können eine Alternative sein und für Entlastung des Pflegenden sorgen.
Da Pflege viel Kraft kostet sollte auch der Pflegende sich Urlaub zugestehen, denn die Pflege eines Familienangehörigen kostet häufig mehr Kraft als jeder Vollzeitjob, da die Belastungen auch vielfältiger sind. Wenn es nicht möglich ist, dass ein Familienmitglied die Pflege während des Urlaubs übernimmt, können Pflegende den Pflegebedürftigen auch für den Urlaubszeitraum in ein Pflegeheim geben. Viele Heime haben sich darauf eingestellt Tagespflege- und Kurzzeitpflegeplätze anzubieten um Pflegende zu entlasten.
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