24. März 2011
Svenja Hofert ist Karriereberaterin. Sie sagt, dass es nicht gut sei, wenn man in Deutschland so wenig über Neid spreche, denn das Gefühl kennen viele, es sich selbst zugestehen oder gar darüber offen sprechen, sei allerdings kaum üblich. Dabei habe es doch etwas charmantes, wenn man offen zugibt, dass man einen Kollegen beneidet. Das sei wie ein Kompliment, schließlich müsse man sich Neid erst verdienen, während man Mitleid geschenkt bekomme.
Hofert plädiert für ein sportliches Herangehen, wenn man Neid empfindet. Man solle sich wie ein Sportler fragen, wo der andere besser ist und was man an sich selbst verbessern könnte. Die Psychologin Madeleine Leitner warnt davor, sich gleich aufgebracht an den Chef zu wenden und ihn gar zu beleidigen, wenn man die Beförderung des Kollegen zu sehr beneidet. Leitner sagt, Übersprunghandlungen kämen ganz schlecht an. Damit stelle man sich zuverlässig ins Abseits. Sie plädiert für einen kühlen Kopf, für ein konstruktives Gespräch mit dem Vorgesetzten, das man vorher ordentlich vorbereiten sollte.
Der Coach Theo Bergauer dagegen sagt, dass Neid ein postitves Gefühl sei, das den Ehrgeiz anstacheln könne. Auch wenn man sich eingesteht, dass man nie so gut sein kann wie der Kollege, brächte das einen persönlich voran, weil man dann eine realistischere Selbsteinschätzung bekäme.
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