Es gibt viele Tücken im Alltag, die dazu führen können, dass man sich leichter als man denkt von seinem eigenen Mittelpunkt entfernt. Umso wichtiger ist es, erste Anzeichen zu bemerken und zu beginnen, entsprechend weniger Belastung anzunehmen und sich Zeitinseln zu bauen, sodass ein Bei-sich-Ankommen in absehbarer Zeit wieder möglich ist.

Lassen Sie es im besten Fall nicht erst so weit kommen, dass Ihnen ein Familienmitglied oder ein Freund sagen muss, dass Sie schlecht aussehen oder nicht mehr so wirken, als hätten Sie Spaß an dem, was Sie machen. Menschen um Sie herum spüren oft schneller als man selbst, wenn man sich von sich wegbewegt und nur noch am Funktionieren ist.
Für einen kurzen Zeitraum ist an dieser Art der Alltagsbewältigung auch nichts zu kritisieren. Es ist nur wichtig, dass Sie sich, je länger dieser Zeitraum anhält, nicht immer mehr mit Ihren Bedürfnissen in den Hintergrund stellen oder drücken lassen. Sobald Sie aufmerksam gemacht wurden oder von selbst aufmerksam geworden sind, planen Sie in absehbarer Zeit ein, sich wieder mehr um sich zu kümmern.
Menschen, die nur noch funktionieren, können schnell in die Rückgratlosigkeit fallen und in stressigen Situationen überzogen oder gefühllos reagieren. Weit entfernt vom Agieren sind diese Menschen dann ohnehin.
Fragen Sie sich in erster Linie, was der Grund dafür ist, dass Sie sich momentan so sehr zurückstellen. Tragen Sie zu viele Verantwortungen? Dann suchen Sie sich entsprechende Unterstützung und geben Sie Aufgaben ab. Keiner hat etwas davon, wenn Sie die Ihnen aufgetragenen Aufgaben stoisch ausführen. Vor allem Ihr Partner, Ihre Familie und Ihre Freunde werden Sie als Persönlichkeit vermissen. Verlieren Sie sich nicht selbst, sondern lernen Sie frühzeitige Warnsignale wahrzunehmen.
Fertigen Sie sich zum Beispiel einen Wochenplan an und notieren Sie sich, was alles in Ihr Verantwortungsressort fällt. Sind Sie mit dem Plan fertig, genügt ein erneuter Blick auf den Plan, um festzustellen, ob Sie momentan einfach überlastet sind und die ganzen Aufgaben gar nicht mit Zeit für sich meistern können.
Ein anderer Grund seine Mitte zu verlieren, liegt daran, dass es in der letzten Zeit zu viele Situationen gab, in denen Sie sich so entschieden haben, dass Sie immer mehr von Ihrer eigentlichen Inneren Meinung abgewichen sind. Daraus hat sich ein Umfeld um Sie gebildet, das Ihnen nun nicht mehr das Ausleben Ihrer Persönlichkeit geben kann. Sie sind vielmehr mit den Konsequenzen Ihrer Entscheidungen konfrontiert und stellen fest, dass diese doch nicht so gut für Sie waren.
Nehmen Sie Ihren Mut zusammen und überlegen Sie an Veränderungsmöglichkeiten. Auch wenn Sie ein bereits entschiedenes Thema wieder aufnehmen müssen oder jemanden mit Ihren neuen Gedanken und Entscheidungen enttäuschen müssen, fassen Sie sich ein Herz und gehen Sie diesen Schritt.
Jeder kann sich auch wieder anders entscheiden und letztlich hat niemand etwas davon, wenn Sie nur funktionieren und nicht Sie selbst sind und unglücklich sind. Setzen Sie sich für sich ein und nehmen Sie sich nicht Ihre eigene Stimme und die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln.
Sollte es Ihnen von Seiten Ihrer Arbeit und Ihrer Familie her möglich sein, nehmen Sie sich die Zeit für eine Reise. Hierbei genügt es bereits ein bis zwei Tage raus aus dem Alltag zu kommen und sich der letzten Zeit, Ihrem eigenen Zutun, Ihrem aktuellen Zustand und Ihren Wünschen klar zu werden. Ruhe ermöglicht auszuatmen und seine aktuelle Position zu erkennen. Nutzen Sie mehr Zeit für sich.
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24.01.13 | |
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