Krankenversicherungen - Funktion, Möglichkeiten und Unterschiede

Zwei Pflaster überkreuzt auf Versichertenkarte

Unterschiede zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenkasse und Wissenswertes zu Beiträgen zur Krankenversicherung als Rentner

Zu den wichtigsten Versicherungen gehört die Krankenversicherung. Zwischen gesetzlichen und privaten Krankenkassen gibt es jedoch zahlreiche Unterschiede.

Mit dem Abschluss einer Krankenversicherung sichert man sich im Falle einer Erkrankung gegen mögliche Folgerisiken wie Pflege, Leistungsausfall und Heilbehandlung ab. Oft werden auch nach Unfällen bestimmte Kosten übernommen; in den meisten Fällen handelt es sich um Behandlungskosten.

Die Funktion einer Krankenversicherung ist es somit, dem Versicherten anstehende Ausgaben im Rahmen einer medizinischen Behandlung teils oder gänzlich zu erstatten. Deutschlandweit gehört die Krankenversicherung zur Sozialversicherung und läuft über die Krankenkassen.

Generell unterscheidet man in die private Krankenversicherung - im Detail hier vorgestellt - sowie die gesetzliche Krankenversicherung, über die wir hier informieren. In Deutschland unterliegt man der gesetzlichen Pflicht, sich im Krankheitsfall über eine entsprechende Versicherung abzusichern.

Ein Großteil ist dabei bei einem Träger der gesetzlichen Versicherung versichert; die Beiträge sind einkommensabhängig. Der Rest gilt bezogen auf die Sozialversicherung als versicherungsfrei, muss sich aber dennoch krankenversichern, was durch eine private Krankenversicherung oder auf freiwilliger gesetzlicher Basis möglich ist.

Krankenversicherung für Hunde und Katzen - Stiftung Warentest ist skeptisch

Haustiere versichern? Am wichtigsten ist Experten zufolge eine Haftpflichtversicherung

Liegender Hund neben sitzender Katze, schauen sich an, weißer Hintergrund
Dog and cat on white background © Michael Pettigrew - www.fotolia.de

Ein Haustier zu halten ist kostenintensiv. Neben der Pflege, dem Futter und vor allem auch den Abgaben an den Staat, schlägt besonders zu Buche, wenn der fellige Freund einmal krank wird.

Je höher die Lebenserwartung eines Tieres ist, desto wahrscheinlicher ist natürlich auch, dass dieser Fall irgendwann eintritt. Deswegen gibt es auch für Tiere Krankenversicherungen, und auch hier gibt es unterschiedliche Modelle und Tarife.

Vollversicherungen lohnen nicht

Die Stiftung Warentest hat jetzt für die Zeitschrift Finanztest 12 solcher Angebote verglichen. Dabei wurden sowohl Vollversicherungen, als auch sogenannte OP-Kostensicherungen überprüft. Den Test-Experten zufolge sind Vollversicherungen dabei deutlich weniger lohnend. Sie schließen nämlich beispielsweise nicht solche Kostenfresser-Posten wie Impfungen ein.

OP-Kostensicherungen sind deutlich günstiger, und lohnen sich besonders bei schwierigen und langfristigen Erkrankungen der Tiere. Dennoch sei es auch hier im Normalfall ausreichend, selbst etwas für eine eventuelle OP anzusparen.

Eine Haftpflichtversicherung ist am wichtigsten

Wichtiger finden die Experten eine Haftpflichtversucherung. Dass ein Hund teuren Schaden irgendwo anrichtet, sei statistisch einfach wahrscheinlicher, als dass immens hohe Kosten durch Krankheiten entstehen.

Die richtige Krankenversicherung wählen

Wer heutzutage auf der Suche nach einer für sich passenden Krankenversicherung ist, wird schnell feststellen, dass es unzählige Anbieter mit dementsprechend vielen Tarifen zur Auswahl gibt. Um hier keine Fehlentscheidung zu treffen, sollte man sich grundsätzlich ausreichend Zeit nehmen und sich mit den Leistungen und Bedingungen in Ruhe auseinandersetzen.

Ist man nicht gesetzlich pflichtversichert, steht man zunächst vor der Entscheidung gesetzliche oder private Krankenkasse. Dies betrifft:

Als Beamter muss man sich privat versichern. Entscheidet man sich für eine private Krankenversicherung, sollte man bei der Auswahl besonders auf das Kleingedruckte der Tarife achten; diese gilt in der Regel als komplizierter, zudem spielt hierbei auch das Alter eine entscheidende Rolle - die Beiträge sind im Alter häufig höher als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Entscheidet man sich hingegen für die gesetzliche Versicherung, wird man vor eine besonders große Auswahl von über 120 Anbietern gestellt. Auch wenn sich deren Mindestleistungen gleichen, gibt es bezüglich Zusatzleistungen - sofern vorhanden - hier und da große Unterschiede.

Bei der Wahl kommt es auch immer auf die eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen an. Während mancheiner eine möglichst günstige Krankenversicherung sucht, möchte ein anderer bestimmte Leistungen nutzen können. Diese Wünsche sollten vorab notiert werden - auf diese Weise kann man bereits einige Versicherungen ausschließen.

Generell helfen Fragen wie:

  • Wünscht man eine Filiale in der Nähe?
  • Wünscht man eine kostenlose Telefon-Hotline?
  • Wünscht man eine 24h-Stunden-Erreichbarkeit via Mail?
  • Wünscht man Prämien für Gesundheitspflege/-vorsorge?
  • Möchte man ein spezielles Angebot nutzen, z.B. für Kinder, Renter, Schwangere?
  • Möchte man auch im Ausland versichert sein?
  • Wünscht man eine freie Arztwahl?
  • Möchte man alternative Heilmethoden in Anspruch nehmen?
  • Wünscht man besondere Zusatzversicherungen, z.B. Zahnersatz?

Krankenversicherung in Deutschland: Ist sie Pflicht? Was passiert ohne?

Wir klären über die Mythen der Versicherungspflicht in Deutschland auf

Aufgedeckte Puzzleteile, die Aufschrift Private Krankenversicherung und ein Stethoskop
PKV © N-Media-Images - www.fotolia.de

Teenager, die langsam dem Elternhaus entwachsen, Migranten und Geringverdiener stellen sich oft die Frage, ob sie wirklich eine eigene Krankenversicherung benötigen. Macht man sich strafbar, wenn man sich in Deutschland nicht bei einem Versicherer meldet? Was passiert im Krankheitsfall?

An erster Stelle muss mit einem Mythos abgeschlossen werden: Zwar besteht in Deutschland tatsächlich vom Gesetzgeber aus eine Pflicht (seit 2009), Mitglied bei einer Krankenversicherung zu sein, doch Strafen im eigentlichen Sinne gibt es nicht.

Hohe Nachzahlungen

Wer sich jedoch als Versicherungsloser irgendwann doch entscheidet, eine Mitgliedschaft abzuschließen, muss eine hohe Nachzahlung in Kauf nehmen. Die Höhe dieses Beitrages orientiert sich am Gesamtzeitraum, den man nicht krankenversichert war.

Es gibt allerdings eine Obergrenze von fünf Jahren. Wer mehr als fünf Jahre ohne Versicherung war, muss maximal für die letzten 14 Monate nachzahlen. Diese Grenze soll zwar die Hürde für alle ohne Versicherung senken, doch für viele sind auch 14 Monatsbeiträge einfach zu viel. Sie treten nicht in die gesetzliche Krankenversicherung ein.

Laut Bundesregierung geht man davon aus, dass allein 2014 rund 80.000 Deutsche keine Versicherung hatten. Vermutlich liegt die Dunkelziffer noch deutlich darüber, da sowohl illegale Einwanderer als auch Obdachlose noch nicht in dieser Statistik berücksichtigt sind.

Behandlungspflicht der Ärzte

Doch was passiert, wenn man nach einem Unfall oder bei Ausbruch einer schweren Krankheit nun doch auf ärztliche Hilfe angewiesen ist? In Deutschland gilt, dass Ärzte dazu verpflichtet sind, den Verletzten und Kranken zu helfen. Niemand wird demnach im Krankenhaus abgelehnt, wenn er keine Versichertenkarte vorlegen kann. Allerdings stellt der Arzt am Ende der Behandlung dann eine Rechnung aus, die der Patient selbst bezahlen muss. Das kann den finanziellen Ruin bedeuten.

Schwerkranke müssen laut Bundesverfassungsgericht eine noch unsichere Therapie erstattet bekommen

Ein unheilbar Kranker hat das Recht, auch eine Behandlung erstattet zu bekommen, für deren Wirksamkeit es keinen Beleg gibt. Das hat, laut einem Bericht der Apotheken Umschau das Bundesverfassungsgericht kürzlich entschieden.

Geklagt hatte ein Mann, der an einer unheilbaren Form von Muskelschwund leidet. Seine Krankenkasse lehnte eine immunbiologische Behandlung ab. Das Bundesverfassungsgericht gab ihm aber recht: Es reiche, wenn die Behandlung eine „auf Indizien gestützte, nicht ganz fern liegende Aussicht auf Heilung oder wenigstens auf eine spürbar positive Entwicklung des Krankheitsverlaufs“ verspreche. Diese Entscheidung ermöglicht Ärzten, großzügiger den sogenannten „Off-Label-Use“ von Medikamenten anzuwenden.

Er erlaubt, Arzneimittel über den Rahmen der offiziellen Zulassung hinaus bei anderen Krankheiten einzusetzen. Dazu benötigen Patienten auch nicht die vorherige Zustimmung der Krankenkasse. „Ärzte haben die Therapiefreiheit – und wenn es gute Gründe gibt, können sie auch Off-Label-Präparate verordnen“, kommentiert Johannes Bruns vom Verband der Angestelltenkrankenkassen.

Für den Einfluss auf die Gesundheit ist die Art der Krankenversicherung weniger wichtig

Die „Zweiklassenmedizin“ beeinflusst den Gesundheitszustand eines Menschen längst nicht so stark, wie oft angenommen wird.

Ob jemand privat oder gesetzlich krankenversichert ist, spielt eine weniger wichtige Rolle, sagt Professor Olaf von dem Knesebeck vom Institut für Medizinsoziologie des Universitätsklinikums Eppendorf, Hamburg, in der Apotheken Umschau. „Viel folgenreicher sind die Lebensverhältnisse und persönliche Verhaltensweisen.“ Wohnung, Arbeitsplatz, Bewegungs- und Ernährungsverhalten seien wesentlichere Faktoren.

„Weil die sozial schwachen Schichten zum Beispiel Wohnungen und Arbeitsplätze haben, die der Gesundheit eher nicht förderlich sind, ist ihre statische Lebenserwartung bis zu neun Jahre kürzer als die privilegierter Schichten“, sagt der Medizinsoziologe. Er räumt auch auf mit der Vorstellung, der gestresste Manager lebe besonders ungesund.

Herzinfarkte etwa seien ein Problem der unteren Berufsgruppen, „in denen Stress zerstörerischer erlebt wird, wo viel geraucht, zu fett gegessen und zu wenig Sport getrieben wird“.

Zahnzusatz-Versicherungen decken nie alle Kosten ab

Untersuchung - Zahnarzt untersucht die Zähne einer jungen Frau mit Spiegel und Kratzer
at the dentist - close up © endostock - www.fotolia.de

Eine vollständige Absicherung gegen hohe Zahnbehandlungskosten gibt es nicht. Versicherer, die Zusatzpolicen für Zahnersatz anbieten, beteiligen in der Regel den Patienten mit durchschnittlich 10 bis 15 Prozent der Gesamtrechnung, berichtet die Apotheken Umschau.

Rüdiger Butz, Vizepräsident der Zahnärztekammer Nordrhein, rät Versicherungswilligen, die Policen genau zu lesen. Einige Anbieter erstatten einen Anteil an den Gesamtkosten, andere kommen nur für einen Teil der verbleibenden Kosten nach Abzug des Festzuschusses der gesetzlichen Versicherung auf. Viele Zusatzversicherer bezuschussen darüber hinaus nur die „Regelleistungen“ – zum Beispiel Metallgusskronen. „Spezialwünsche wie etwa in den Zahn eingeklebte Porzellan-Inlays werden auch von vielen Zusatzversicherungen nicht abgedeckt“, sagt Butz. „Das ist der Fallstrick, auf den man den Vertrag auf jeden Fall abklopfen sollte.“

Generell gilt, dass in jungen Jahren abgeschlossene Zusatzversicherungen viel preisgünstiger sind als bei einem Einstieg im höheren Lebensalter. Einige Versicherer lehnen schon 61-jährige Neukunden von vornherein ab.

Wann Krankenkassen bei Kindern eine Begleitperson in der Klinik bezahlen

Kleiner Junge in gelbem Poloshirt sitzt mit seinem blauen Kuscheltier im Krankenhausbett
Little boy in hospital room © famveldman - www.fotolia.de

Kinder dürfen bei einem Krankenhausaufenthalt auf Kosten der Kasse von einer Vertrauensperson, meistens Mutter oder Vater, begleitet werden, wenn eine "medizinische Notwendigkeit" vorliegt.

Diese ist immer gegeben, wenn das Kind jünger als neun Jahre alt ist, berichtet die "Apotheken Umschau" unter Berufung auf die "Initiative GKinD". Bei Notaufnahmen, lebensgefährlichen Erkrankungen und in bestimmten anderen Fällen können auch ältere Kinder begleitet werden.

Zur Sicherheit sollte vorher eine Zustimmung der Krankenkasse eingeholt werden.

Keine Kostenübernahme bei rezeptfreien Medikamenten durch die Krankenkassen

Wie das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel entschied, brauchen die Krankenkassen rezeptfreie Medikamente nicht zu bezahlen, was auch nicht gegen das Grundgesetz oder auch gegen das Europarecht verstößt.

Anlass war die Klage eines 74-Jährigen, der jahrelang vom seinem Arzt gegen seine chronische Bronchitis ein schleimlösendes Medikament verordnet bekam, aber nach des Gesetzesänderung wollte die Krankenkasse die Kosten ab 2004 nicht mehr übernehmen. Der Arzt hatte zwar das Medikament für notwendig befunden und die monatlichen Kosten von knapp 24 Euro wollte der Mann aber nicht selbst bezahlen. Die Richter aber entschieden, dass es für die Versicherten zumutbar sei, rezeptfreie und preiswerte Medikamente selber zu bezahlen.

Ausgenommen von dieser Regelung sind Medikamente für Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen, sowie bestimmte Arzneien bei der Behandlung von schweren Erkrankungen, aber nicht das schleimlösende Mittel.

Bundessozialgericht entscheidet bei Fahrtkostenerstattung zugunsten chronisch kranker Patienten

Ärzte können chronisch kranken Patienten wieder häufiger Krankenfahrten verordnen, berichtet das Apothekenmagazin „Diabetiker Ratgeber“. Das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel hat in einem Grundsatzurteil (Az.: B 1 KR 27/07) einer Patientin recht gegeben, die einmal wöchentlich zu einer speziellen Behandlung anreisen musste.

Ihre Kasse ging davon aus, nur zahlen zu müssen, wenn mindestens zwei Therapien pro Woche nötig seien. Dagegen entschied das BSG, dass für die Kostenübernahme vor allem entscheidend sei, wie lange die Behandlung insgesamt fortgesetzt werden müsse.

Elektronische Gesundheitskarte hat viele Vorteile

Krankenversichertenkarte wird in Kartenlesegerät gesteckt
Hausarzt mit Kartenlesegerät beim Hausbesuch © Jürgen Fälchle - www.fotolia.de

Die neue elektronische Gesundheitskarte, die auch alle Akten über die Gesundheit enthalten kann, hat etliche Vorteile gegenüber der bisherigen Versichertenkarte.

Neben den auch bisherigen Daten, die für die Abrechnung der ärztlichen Leistungen und auch die Ausgabe eines Rezeptes nötig sind, werden dann auch mit Einverständnis des Patienten alle Daten über seine Gesundheit gespeichert. Dies hat den großen Vorteil, dass der behandelnde Arzt, beispielsweise im Urlaub, über die Krankengeschichte besser informiert ist.

Auch werden in der Gesundheitsakte die einzelnen Untersuchungsergebnisse und Laborwerte festgehalten. Vor allem für Diabetiker ist dies von Vorteil, weil sie auch selber über ihr Messgerät die täglichen Blutzuckerwerte dort eintragen können.

Reisetrend 2009: Für den Urlaub 150 Euro als Krankenkassen - Zuschuss

Für Vorsorge durch Fitness- oder Entspannungskurse im Urlaub Zuschuss von der Krankenkasse bekommen

Brünette Frau in weißer Kleidung macht draussen Yoga
Yoga Outside © EastWest Imaging - www.fotolia.de

Vorbeugen ist besser als behandeln. Eine alte Weisheit, die heute aktueller denn je ist und auch von den Krankenkassen bezuschusst wird. Bis zu 150€ können die Krankenversicherten von ihrer Krankenkasse als Zuschuss für Entspannungs- und Fitnesskurse im Urlaub erhalten.

Ein Zuschuss von dem allerdings viele Kassenmitglieder nicht das Geringste wissen. Gesundheit ist bei zahlreichen Familien ein tägliches Thema, das auch gerne im Urlaub ausgelebt wird. Doch nicht jeder verfügt über ein hohes Urlaubsbudget, sodass oft erst durch diesen Zuschuss erholsame Ferien ermöglicht werden können.

Der Großteil der Kosten muss dennoch selber getragen werden

Damit dieses Geld gewährt wird, müssen die jeweiligen Kurse und auch die Qualifikationen der Trainer den strengen Richtlinien nach § 20 SGB V entsprechen. Ebenfalls eine Voraussetzung ist, dass die Versicherten 80% der Kursgebühren selber übernehmen und nach ihrer Rückkehr die Belege der Krankenkasse vorlegen.

Präventionsreisen kann man beispielsweise innerhalb Deutschlands oder auch im Ausland, wie etwa den Mittelmeerinseln, buchen und somit gleich mehrere Faktoren zur Erholung nutzen.

Wann übernimmt die Krankenkasse Heilbehandlungen?

Heilbehandlungen können für einen Patienten ziemlich teuer werden. So geschehen bei einem Mann der sich in einer psychosomatischen Klinik befand und auf Anraten eines dort tätigen Arztes unter anderem an Waldläufen und einer Ergotherapie teilnahm.

Die Krankenkasse verweigerte die Kostenübernahme in Höhe von 7000 Euro und begründete diese Entscheidung damit, dass sie nur Kosten übernehmen würden, wenn ein Arzt eine Behandlung entweder selber ausführen oder zumindest beaufsichtige. Eine Klage des Patienten lehnte das Oberlandesgericht in Köln ab, denn auch laut Ansicht der Richter müsse eine Krankenkasse nur die tatsächlich notwendigen Kosten bezahlen, die sich eben durch die direkte Leistung eines Arztes ergeben würden.

Zahnzusatzversicherung: Versicherungsschutz und die Definition fehlender Zähne

Zahnarztinstrumente mit dem Kopf nach links liegend
dental tools © Mihai Simonia - www.fotolia.de

Zahnersatz ist teuer. Ein Umstand, der dazu führt, dass immer mehr Menschen eine Zahnzusatzversicherung abschließen. Diese allerdings möchte zur Risikoverminderung erst einmal den aktuellen Zustand der Zähne erfahren und kann unter Umständen aufgrund fehlender Zähne den Versicherungsabschluss ablehnen. Doch wie definieren nun die Versicherer fehlende Zähne?

Sind überkronte Zähne oder Brücken vorhanden, sehen das sich Versicherung nicht als fehlenden, sondern bereits behandelnden Zahn bzw. Zähne an. Weisheitszähne unterliegen zudem nicht der Fragestellung vor dem Abschluss der Zahnzusatzversicherung. Anders sieht es aus, wenn Zahnlücken bestehen, die durch einen Zahnersatz aufgefüllt werden könnten.

Hier werden dann zumeist weitere Gesundheitsfragen nötig, die sich auch auf die Zahnnummern konzentrieren. Hier kann der Zahnarzt bei der Beantwortung und den Zahnstatus belegen. Auch ein Versicherungsmakler kann aufgrund dieses Status die geeignete Zahnzusatzversicherung herausfiltern. Vergleichen und auflisten des Zahnzustandes lohnt sich also gleich doppelt.

Nicht alle Behandlungsmethoden müssen die Krankenkassen bezahlen

Das Bundessozialgericht in Kassel entschied, dass die Krankenkassen berechtigt sind, Kosten für bestimmte Behandlungsmethoden nicht zu bezahlen, wenn sie nicht durch Studien als wirksam erkannt werden. Der Leistungskatalog wird gemeinsam von Ärzten, Krankenhäusern und den Krankenkassen beschlossen.

Im Jahr 2004 hatte dieser Ausschuss entschieden, dass eine Protonentherapie, eine neuartige Behandlungsmethode gegen Brustkrebs, von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden muss, weil die Wirksamkeit nicht ausreichend durch Studien belegt wurde. Dagegen hatte das Bundesgesundheitsministerium Einspruch erhoben, weil im Ausschuss die neue Methode hätte genauer geprüft werden müssen.

Aber der Ausschuss sah darin eine Einmischung des Bundesgesundheitsministeriums und ging vor Gericht und hat Recht bekommen.

Bevor man mit dem Taxi zum Arzt fährt, muss die Krankenkasse zustimmen

Patient mit Bandscheibenvorfall bekommt Taxikosten nicht erstattet - Gericht sagt: zu Recht!

Holzstempel mit Schriftzug "Krankenkasse"
Stempel Krankenkasse © bilderbox - www.fotolia.de

Wenn jemand mit dem Taxi zum Arzt fahren muss, so muss für die Übernahme der Fahrtkosten die zuständige Krankenkasse vorher ihre Zustimmung geben, wie die Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) in Berlin hinweist. Ausgenommen sind dabei natürlich Notfälle.

Bei einem Fall musste ein 77-jähriger Patient, der an einem Bandscheibenvorfall litt, regelmäßig zur Behandlung zu seinem Orthopäden fahren. Dieser hatte dem Patienten dies auch bescheinigt, aber der Patient hatte seine Krankenkasse vorher nicht informiert. Als er anschließend die Kosten erstattet haben wollte, es handelte sich um einen Betrag von 2.000 Euro, lehnte die Kasse dies ab und dies zu Recht, wie das Urteil des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg in Potsdam ergab.

Auch den Einwand des Patienten, dass die Krankenkasse eine teure Operation spare und nur die spezielle Behandlung beim Orthopäden zahle, ließen die Richter nicht gelten, denn der Patient hatte sich die Leistung selber beschafft, ohne auch die Kasse zu informieren. Weiterhin fehlte auch die richtige ärztliche Verordnung für den Krankentransport, denn dafür gibt es spezielle Vordrucke.

Krankenkassen bieten häufig noch keinen Hausarzttarif an

Trotz gesetzlicher Vorschrift bieten Krankenkassen keinen Hausarzttarif an

Zwei Pflaster überkreuzt, Versichertenkarte, 10-Euroschein, Praxisgebühren
Heftpflaster © Birgit Reitz-Hofmann - www.fotolia.de

Für Versicherte, die mehrmals im Jahr einen Hausarzt aufsuchen, kann sich ein Hausarzttarif lohnen. Mit diesem können unter anderem die Praxisgebühren eingespart werden. Jedoch bieten längst nicht alle Kassen einen solchen Tarif auch an, wie die Verbraucherzentralen Sachsen in Leipzig und Baden-Württemberg in Stuttgart jetzt herausgefunden haben. Dabei ist ein solches Angebot seit Juli 2009 gesetzlich vorgeschrieben.

Wegfall der Praxisgebührt durch Hausarzttarife

Die Verbraucherschützer befragten 141 Krankenkassen, von denen sich 102 bereit erklärten, die Fragebögen auszufüllen. 62 Kassen gaben an, einen solchen Tarif zu führen. Die Übrigen befänden sich laut eigenen Aussagen noch immer in Verhandlungen. Wer in den Hausarzttarif wechselt, bekommt die Praxisgebühr ganz oder teilweise entlassen, wenn er bei Beschwerden immer zunächst einen festen Hausarzt aufsucht. Dieser kann dann entsprechend zu anderen Fachärzten überweisen.

Unter Experten gilt der Tarif als vorteilhaft, sofern man bereit ist, sich an einen Arzt längerfristig fest zu binden. Im Gegenzug bieten Kassen häufig zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen, Beschränkungen der Wartezeiten, sowie Abend- und Sondersprechstunden an.

Zusatzversicherung für Demenzkranke

Pflege, Patient, Therapie: Männerhand schreibt mit Kreide Begriffe auf Tafel
Pflege © N-Media-Images - www.fotolia.de

Demenzkranke bekommen bei dem Versicherer KarstadtQuelle fortan einen Zusatztarif, der sich auf bis zu 600 Euro im Monat belaufen kann. Als erste Versicherung zahlt KarstadtQuelle Versicherungen "Demenz-Geld", um Demenzkranken zu helfen, die Krankheit richtig in den Griff zu bekommen.

Bislang war die Erkrankung durch die gesetzliche Pflegeversicherung nur unzureichend abgedeckt. Um den Zusatzbetrag zu erhalten, müssen sich Demenzkranke vom Neurologen oder Psychiater eine mittelschwere Demenz bestätigen lassen.

Belohnungs-System der Krankenkassen: Gesundbleiben zahlt sich aus

Ein Sternchen für vorbildliches Verhalten oder fünf Euro für eine gute Note in der Klassenarbeit. Belohnungs-Systeme haben sich bewährt. Sie funktionieren bei Menschen aller Altersstufen und beeinflussen ihr Handeln.

Dieses Verhaltensmuster machten sich auch die Krankenkassen mit ihren Bonusprogrammen zu Nutze und sind vom positiven Feedback selbst überrascht.

Denn wer zur Krebsfrüherkennung geht, Ernährungs- und Sportkurse besucht und auch noch freiwillig zur Impfung geht, bekommt ein handfest Leckerli.

Krankenkassen belohnen ihre Versicherten mit diversen Utensilien: Fahrradhelme, Sportgeräte und sogar Beitragsermäßigungen können für gutes Verhalten herausspringen. Da Vorsorge aus Überzeugung im wirklichen Leben leider nur von wenigen Menschen betrieben wird, sind die Motivations-Wege die Krankenkassen unergründlich.

Doch es spielt keine Rolle, denn letztlich gewinnen beide Seiten; die Bonusprogrammen führen zu mehr Gesundheit und zu weniger Behandlungskosten für die Kassen.

Krank in Urlaub fahren, nur mit Zustimmung der Krankenkasse

Wer längere Zeit krank ist und auch Krankengeld von der Krankenkasse bekommt, der muss, wenn er seinen Urlaub außerhalb von Deutschland verbringen möchte, die Zustimmung von seiner Krankenkasse einholen, denn so sieht es das Sozialgesetzbuch vor.

Hierbei muss der zuständigen Krankenkasse eine ärztliche Bescheinigung mit der Einverständniserklärung des Arztes vorgelegt werden, denn sonst entfällt der Anspruch auf weitere Krankengeldzahlung, wie auch die Landesvertretung Hessen von der Techniker Krankenkasse hinweist.

Aber selbst bei einem Urlaub in Deutschland sollte man dies bekanntgeben, denn wenn per Zufall der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) vor der Wohnungstür steht und der Versicherte nicht erreichbar ist, kann es Probleme bei der Zahlung des Krankengeldes geben, beziehungsweise dann auch hier eingestellt werden.

Risikozuschlag bei Krankenzusatzversicherungen wegen Übergewicht

Auch bei bestimmten Erkrankungen muss bei Krankenzusatzversicherung mit Zuschlag gerechnet werden

Holzstempel mit Schriftzug "Krankenversicherung" wird benutzt
Krankenversicherung Stempel © bilderbox - www.fotolia.de

Wie das unabhängige Verbraucher- und Finanzportal FinanceScout feststellte, nehmen Anbieter von privaten Krankenzusatzversicherungen häufig von ihren Kunden, wenn sie Übergewicht haben, einen Risikoaufschlag oder manche lehnen eine Versicherung sogar ab.

Die gesetzlichen Krankenkassen erbringen immer weniger Leistung und so schließen viele Menschen, wenn sie sich dies finanziell leisten können, noch eine private Zusatzversicherung ab, beispielsweise für einen Krankenhausaufenthalt mit Einzelzimmer und Chefarztbehandlung und sehr häufig für Zahnersatz.

Mögliche Zuschläge bei Erkrankungen und Übergewicht

Doch muss der Verbraucher damit rechnen, dass zu dem normalen Tarif noch Zuschläge möglich sind, so einmal abhängig vom Alter, wenn bestimmte Vorerkrankungen da sind und auch bei Übergewicht, wobei hier nicht immer der BMI herangezogen wird, sondern der gesamte Gesundheitszustand.

In manchen Fällen lehnen die Versicherer sogar die Aufnahme der neuen Kunden ab, wenn man zum Beispiel über 110 Kilogramm auf die Waage bringt, Bluthochdruck hat, vielleicht auch schon einen Bandscheibenvorfall und fast 50 Jahre alt ist, so kann man bestimmt mit einer Ablehnung rechnen.

Aber wer eine Zusatzversicherung nur für die Übernahme bei Zahnersatz anschließen möchte, dürfte im Normalfall auch bei Übergewicht wenig Probleme bekommen. FinanceScout hatte verschiedene private Versicherer analysiert, so die "Central", "Barmenia", "Axa", die "INTER" Versicherungsgruppe und die Süddeutsche Krankenversicherung (SDK), sowie die "ARAG" und "R+V" Versicherung.

Die besten Anbieter für Zusatzversicherungen

Der Abschluss einer Zusatzversicherung lohnt sich bei gelegentlichen Zusatzleistungen nicht

Blonde Frau liegt auf dem Rücken und wird im Gesicht akupunktiert
Acupuncture therapy - alternative medicine © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Eine normale Krankenversicherung trägt oft gerade mal die Kosten für die nötigsten Behandlungen. Schon wenn es um Zahnersatz oder Behandlungen beim Heilpraktiker geht, muss der größte Teil der Kosten vom Versicherten getragen werden, wenn er keine Zusatzversicherung abgeschlossen hat. Diese Zusatzversicherungen hat Stiftung Warentest nun bei insgesamt 143 Anbietern getestet.

Wer nur gelegentlich Zusatzleistungen wie Akupunktur oder Behandlungen beim Heilpraktiker in Anspruch nimmt, für den lohnt sich der Abschluss einer Zusatzversicherung nicht. Hier ist es sinnvoller die Behandlungen aus eigener Tasche zu zahlen.

Verschiedene Anbieter im Vergleich

Die SDK und die Gothaer bieten eine spezielle Krankenversicherung nur für Behandlungen beim Heilpraktiker an. Bei allen anderen getesteten Anbietern gehört die Heilpraktikerbehandlung zu einer Zusatzversicherung, die im Normalfall auch Leistungen wie Brillen, Zahnersatz und ähnliches beinhaltet.

Mit Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis konnte die Schweizer Versicherung CSS punkten, aber auch die Gothaer, MediNatura und die SDK bieten ihre Zusatzpolicen zu günstigen Tarifen an.

Hinweise zum Abschluss einer Zusatzversicherung

Eine Zusatzversicherung wird entweder direkt bei der Krankenkasse oder bei einem Privatanbieter abgeschlossen. Wer regelmäßig bei einem Heilpraktiker in Behandlung ist, sollte seine Vorerkrankungen bei Abschluss einer Zusatzversicherung unbedingt angeben und das möglichst genau. Denn wer hier mogelt, muss damit rechnen, dass er die Behandlungen trotzdem selbst zahlen oder bereits empfangene Leistungen zurückzahlen muss.

EU-Parlament macht Weg frei für freie Arzt- und Krankenhauswahl

Freie Behandlung im Ausland - für manche Länder bringt neue Regelung Vorteile mit sich

Ärztin sitzt mit einer Patientin in der Sprechstunde
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Das Europäische Parlament hat grünes Licht gegeben für freie Arzt- und Kassenwahl in ganz Europa. Nachdem das Votum zuvor mit dem Ministerrat abgestimmt war, müssen die Mitgliedsländer dies bis Ende 2013 in nationales Recht umgewandelt haben.

Somit können sich EU-Bürger ohne vorherige Genehmigung ihrer Krankenkasse ambulant in einem anderen Land behandeln lassen. Ausnahme bilden längere Klinikaufenthalte oder spezielle Behandlungen, jedoch ist eine Verweigerung auch dann die Ausnahme.

Eventuelle Mehrkosten muss der Patient selbst tragen

Allerdings muss der Patient die Mehrkosten im Vergleich zu einer Behandlung in seinem Heimatland selbst berappen. Mit der Regelung ändert sich für deutsche Patienten nur wenig, es gibt lediglich eine neu zu schaffende Stelle, die über Behandlungen im Ausland informiert. Zudem soll sie Patienten unterstützen bei Problemen mit der eigenen Krankenkasse.

Doch bestimmte EU-Länder ziehen positiven Nutzen daraus, wie zum Beispiel Großbritannien. Denn englische Patienten, die für die Behandlung einiger Krankheiten auf eine sehr lange Warteliste gesetzt werden, können sich nun schneller von deutschen Ärzten behandeln lassen.

Vermittler von Krankenversicherungen erhalten immer höhere Provisionen

Bund der Versicherten kritisiert den Provisionsanstieg bei Krankenversicherungen

Holzstempel mit Schriftzug "Krankenversicherung" wird benutzt
Krankenversicherung Stempel © bilderbox - www.fotolia.de

Gesetzliche sowie auch private Krankenkassen werben um neue Kunden und dabei ist jedes Mittel recht. So erhalten die Vermittler immer höhere Provisionen und oftmals steht nicht der Kunde im Vordergrund, sondern mehr der persönliche Gewinn, was auch viele Verbraucherschützer anprangern.

Die Folgen des Provisionanstiegs

Wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mitteilt sind die Provisionen in den letzten drei Jahren stark gestiegen, so werden zum Teil bis zu elf Monatsbeiträge den Vermittlern bezahlt, das heißt bei einer Lebensversicherung mit monatlichen Beiträgen von 400 Euro, erhält der Vermittler 4.400 Euro. Aus diesem Grund sind natürlich die Vermittler besonders an solchen lukrativen Versicherungen interessiert, egal ob der Kunde diese braucht oder nicht und so wird vielleicht die wichtige private Haftpflichtversicherung vergessen.

Provisionen auf Tarife

Manche Krankenkassen wollen ihren Kunden auch bestimmte Tarife verkaufen, wobei dann der Vermittler eine noch höhere Provision kassieren kann, was auch Hartmuth Wrocklage, vom Vorstand des Bundes der Versicherten (BdV), kritisiert. So sollte nach seiner Meinung die Provision bei Krankenversicherungen grundsätzlich auf sechs Monatsraten begrenzt werden. Auch wechseln viele junge Menschen nach einem oder zwei Jahren ihre Versicherung und davon profitiert nur der Vermittler.

So sollte eine Stornierung eigentlich erst nach fünf Jahren möglich sein, wie der BdV vom Gesetzgeber fordert. Bislang muss ein Werber seine Provision nur dann zurückzahlen, wenn der Kunde innerhalb des ersten Jahres die Police kündigt.

Ab Oktober 2011 gibt es die neuen elektronischen Gesundheitskarten

Einführung der elektronischen Gesundheitskarte soll Behandlung erleichtern

Großes Paragraphenzeichen vor gelb-grüner Krankenversicherungskarte
Gesetzliche Krankenversicherung © M. Schuppich - www.fotolia.de

Nachdem Ende letzten Jahres auch die Regierung ihr "okay" gegeben hat, werden nun ab Ende des dritten Quartals 2011 die neuen elektronischen Gesundheitskarten, nach fast sechs Jahren Verspätung, den Versicherten zur Verfügung gestellt. Aber auch die alten Chip-Karten bleiben weiterhin noch gültig.

Ziel der neuen Karte ist es, dass neben den persönlichen Daten auch Gesundheitsdaten gespeichert werden, so dass eventuelle Doppeluntersuchungen aber auch Arzneimittel-Unverträglichkeiten vermieden werden. Das ganze soll auch die Verwaltung entlasten und somit die Kosten senken.

Ärzte bekommen Zuschüsse für Installation des neuen Systems

In den Arztpraxen werden dann die neuen Lesegeräte installiert werden, wobei die Kassen einen Zuschuss leisten, einmal in Höhe von 215 Euro für die Installation, sowie 280 oder 355 für die Lesegeräte, entweder als Mobilteil oder feste Station.

Wenn alle Praxen die neuen Geräte besitzen, will man im Jahr 2013 nur noch die neuen Karten an die Versicherten ausgeben. Aber die Versicherten haben schon jetzt die Möglichkeit, bestimmte Daten für Notfälle auf der Karte speichern zu lassen, doch später sollen die Ärzte sich über das Verbundnetzwerk die Daten der Patienten austauschen können.

Die Folgen des Zusatzbeitrags der Krankenkassen

Krankenkassen können nun Zusatzbeiträge fordern, was mit vielen Komplikationen verbunden ist

Holzstempel mit Schriftzug "Krankenkasse"
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Seit Anfang dieses Jahres können die Krankenkassen von ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag in unbegrenzter Höhe erheben, so dass manche Kassen von ihren Mitgliedern bis zu 15 Euro monatlich verlangen. Für die gesetzliche Krankenkasse bezahlt ein Arbeitnehmer 15,5 Prozent seines Bruttoeinkommens, wobei 7,3 Prozent der Arbeitgeber übernimmt.

Krankenkassen haben Hemmungen durch Befürchtung von Mitgliederverlusten

Da die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze für den Krankenkassenbeitrag zurzeit bei 3.712,50 Euro liegt, bedeutet dies, dass der Arbeitnehmer, monatlich 304,43 Euro an seine Krankenkasse bezahlen muss. Zusätzlich können nun also noch die Zusatzbeiträge kommen, die aber nicht alle Kassen verlangen.

Zum Teil befürchten sie nämlich, dass dann ihre Mitglieder die Kasse wechseln, was ja möglich ist. Diese Erfahrung musste jetzt auch die BKK Hoesch machen, die ab Februar von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag von 15 Euro verlangt, was auch die City BKK machte.

So haben viele Versicherte bei der BKK Hoesch die Konsequenzen gezogen und den Anbieter gewechselt, was bis zum 25. März noch möglich war. Viele Kassen, so beispielsweise die AOK, die Ersatzkassen Barmer GEK und auch die Techniker Krankenkasse, wollen für das Jahr 2011 auf Zusatzbeiträge verzichten.

Im Prinzip hat jeder Versicherte das Recht auf Kündigung seiner Versicherung, wenn er mindestens 18 Monate dort versichert war, auch gibt es ein Sonderkündigungsrecht, wenn die Kasse versprochene Prämien streicht oder reduziert.

Zusatzbeitrag erfordert Eigeninitiative

Übrigens wird der Zusatzbeitrag nicht vom Gehalt einbehalten, so muss man diesen selber an die Kasse überweisen, was dadurch den Kassen zum Teil Probleme bereitet, wenn der Versicherte nicht pünktlich bezahlt. Außerdem gibt es Für verschiedene Personengruppen Sonderregelungen:

  • Der Sonderbeitrag gilt einmal für den Arbeitnehmer, aber nicht für seine eventuell mitversicherten Familienmitgliedern.
  • Studenten müssen bezahlen, wenn sie nicht über die Eltern versichert sind.
  • Sozialhilfeempfänger sind von der Zahlung befreit, hier übernehmen die Ämter den Beitrag.
  • Bei Hartz-IV-Empfängern prüfen die Kassen, ob sie den Zusatzbeitrag erheben.
  • Versicherte mit einem höheren Einkommen können diese Zusatzkosten auch bei der Einkommensteuer angeben.

Vor Urlaub im Ausland besser eine zusätzliche Krankenversicherung abschließen

Auslandskrankenversicherung - warum diese bei Reisen ins Ausland sinnvoll ist

Mini-Sonnenliege auf Sand, daneben Gelscheine - Urlaubsgeld
Urlaubsgeld © Andre Bonn - www.fotolia.de

Wer im Urlaub ins Ausland reist, der sollte vorher besser eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abschließen, wie auch das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) in Kiel rät.

Warum eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll ist

Denn über die normale Krankenversicherungskarte, die zwar auch Behandlungen in Notfällen im Ausland abdeckt, wie beispielsweise ein Unfall oder plötzliche Erkrankung, fallen oftmals im Ausland Kosten an, die die deutschen Krankenkassen nicht begleichen. So zu Beispiel bei einem Ski-Unfall, wenn der verunglückte Skifahrer vielleicht mit einem Hubschrauber geborgen werden muss. Hier fallen oft gleich Tausende von Euro für die Rettung an, die aber die Krankenkassen, wenn überhaupt, nur zum Teil erstatten.

Auch ist es im Ausland oft üblich, dass man die Behandlungskosten erst einmal privat bezahlen muss und anschließend bekommt man diese von seiner Kasse erstattet, aber nur in der Höhe wie sie bei einer Behandlung in Deutschland anfallen würden.

Bei Medikamenten sind zum Beispiel in Schweden Eigenkosten von bis zu 200 Euro möglich. So werden also Urlauber im Ausland immer nur nach den dort geltenden Rechtsvorschriften behandelt.

Kosten einer Auslandskrankenversicherung

Eine Auslandskrankenversicherung ist auch gar nicht so teuer, so liegt sie bei der Familienversicherung für ADAC-Mitglieder unter 20 Euro. Aber auch die vielen privaten Krankenkassen bieten diesen Schutz an. Auch bei bestimmten Kreditkarten, wie MasterCard-Gold, ist zum Teil der Auslandskrankenschutz im Jahresbeitrag enthalten.

Zuzahlungen führen zu Ungleichheiten im Gesundheitssystem

Auch wenn das deutsche Gesundheitssystem eigentlich sehr gut ausgebaut ist, entstehen zunehmend Ungleichheiten bezüglich der Inanspruchnahme von Leistungen durch die Versicherten.

Wie Soziologe Professor Claus Wendt von der Universität in Siegen der "Apotheken Umschau" erklärt, ist diese Ungleichheit auf die Zuzahlungen zurückzuführen, die von immer mehr Krankenkassen gefordert werden. Aus Angst, zu hohe Zuzahlungen leisten zu müssen, meidet rund jeder achte Versicherte den Gang zum Arzt, selbst wenn er ernsthaft krank ist.

Im Vergleich zu anderen Ländern Europas ist das eindeutig zuviel. Zudem werden die Regelungen im Gesundheitssystem immer unüberschaubarer für die Versicherten, weshalb sich viele übergangen und ausgeschlossen fühlen, so der Soziologe.

Arbeitsunfähigkeit - lückenloser Nachweis notwendig

Herbst ist Erkältungs- und Grippezeit. Wer mit Fieber das Bett hüten muss und nicht zur Arbeit gehen kann, muss sich bei seinem Arbeitgeber krank melden. Manche Krankheiten erfordern jedoch mehr als nur ein paar Tage Bettruhe. Damit die Krankenkasse in solchen Fällen ohne Unterbrechung Krankengeld zahlt, ist es notwendig, die Krankheitsgeschichte lückenlos nachweisen zu können.

Ist eine Krankschreibung beispielsweise bis zu einem Mittwoch gültig, so muss der Patient bereits an diesem Tag seinen Arzt aufsuchen, wenn er das Gefühl hat, noch nicht wieder arbeitsfähig zu sein. Würde er erst am Donnerstag zum Arzt gehen und arbeitsunfähig geschrieben werden, so würde er erst ab dem folgenden Freitag Anspruch auf Krankengeld haben.

Dies gelte auch, wenn ein Arbeitnehmer aus dem Krankenhaus oder einer Reha-Maßnahme entlassen wird, so die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD). In diesen Fällen muss der Arzt die Bescheinigung über eine Arbeitsunfähigkeit bereits am Entlassungstag ausstellen.

Für die meisten Deutschen sind Leistungen und Kosten ausschlaggebend bei der Wahl der Krankenkasse

Wie eine Umfrage der "Apotheken Umschau" unter 2.096 Personen zeigt, würden sich 26,2% der Befragten zu einem Krankenkassenwechsel hinreißen lassen, wenn die Krankenkasse der Wahl mehr Leistungen für den gleichen Beitragssatz anbieten würde. Für 23,3% wären gar keine oder nur geringe Zusatzbeiträge ein Grund für einen Kassenwechsel.

Weniger wichtig für die Wahl der Krankenkasse ist dagegen eine gute wirtschaftliche Situation der Kasse (8,9%), ein geringerer Aufwand bei der Bearbeitung von Abrechnungen und Anfragen (8,7%), ein größeres Angebot an Zusatzleistungen (8,4%), eine bessere Beratung und besserer Service (8,1%) sowie ein Ansprechpartner im Wohnort (7,5%).

Was man bei einem längeren Auslandsaufenthalt bei der Krankenversicherung beachten muss

Damit die Krankenkasse auch für den Notfall im Ausland zahlt, sollten folgende Tipps beachtet werden

Mann mit Gipsbein am Meer, Beinbruch im Urlaub, Auslands-Krankenversicherung
gipsbein im urlaub © contrastwerkstatt - www.fotolia.de

Viele Deutsche, besonders Rentner, verbringen die Wintermonate lieber im wärmeren Süden von Europa, beispielsweise in Spanien oder auf den Kanarischen Inseln. Aber hierbei sollte man einiges beachten, besonders bei der Krankenversicherung, so dass man vorher mit seiner Kasse sprechen sollte, damit man weiterhin auch richtig versichert ist.

Status "Rentner" sollte auf der Versichertenkarte eingetragen sein

So ist es bei Rentnern wichtig, dass auf der Versichertenkarte der richtige Status "Rentner" eingetragen ist, denn manche sind dann von Zuzahlungen befreit. Für die ausländischen Versicherungen muss man dafür ein spezielles Formular ausfüllen, wie die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland (DVKA) in Bonn erklärt.

Damit der längere Auslandsaufenthalt bei ihrer Krankenkasse nicht auffällt, reichen einige Rentner einfach nicht jede Rechnung zur Erstattung ein, aber dies kann zum Bumerang werden, wenn plötzlich der Pflegefall eintritt. Wer dagegen für immer im Ausland leben will, der bleibt automatisch bei seiner Krankenkasse versichert, bekommt aber im Krankheitsfall nur die Leistungen, wie sie in dem jeweiligen Land üblich sind.

Europäische Versicherungskarte beantragen

Für einen nicht dauerhaften Auslandsaufenthalt sollte man die Europäische Versicherungskarte, die man bei seiner Kasse kostenlos erhält, beantragen. In vielen Fällen ist dies auch schon auf der Versichertenkarte vermerkt. Aber damit erhält man im Ausland nur Leistungen bei einem Vertragsarzt und nicht bei einem Privatarzt.

Besonderheit in Spanien

In Spanien gibt es noch eine Besonderheit, so meldet man sich bei der Gemeinde an und wird dann Mitglied in der gesetzlichen spanischen Krankenversicherung. Bei der Rückkehr nach Deutschland gilt automatisch dann wieder die deutsche Versicherung. Probleme gibt es aber bei einem Notfall, wenn der Versicherte nach Deutschland zurückgeflogen werden will, denn dafür zahlen die gesetzlichen Kassen nichts.

Private Versicherer zahlen nur, was sie in Deutschland gezahlt hätten

Wer nun glaubt, dass eine private Krankenkasse für alle Fälle einer Erkrankung aufkommt, wird enttäuscht sein, denn der Versicherer bezahlt für Behandlungen im Ausland nur die Summe, die diese in Deutschland gekostet hätte. So sind beispielsweise Behandlungen in der Schweiz um einiges teurer, in Osteuropa dagegen billiger als bei uns in Deutschland.

Wer sich für längere Zeit im Ausland aufhält, der sollte auf jeden Fall die dortige Sprache erlernen, damit man sich im Krankheitsfall auch mit einem einheimischen Arzt unterhalten kann und nicht auf einen deutschen Privatarzt angewiesen ist, was zusätzliche Kosten verursacht.

Langfristige Therapien bei chronischen Leiden können beantragt werden

Bei Beschwerden geht man zu seinem Hausarzt und lässt sich behandeln. Oft beinhaltet das eine Überweisung zu einem Facharzt oder direkt die Verordnung zu einer Therapie, beispielsweise beim Physiotherapeuten. In der Regel bekommt man dort sechs einzelne Sitzungen, danach sollten die Beschwerden verschwunden sein oder ein weiterer Gang zum Arzt wird notwendig.

Bei sehr schweren oder bereits nachweisbar chronischen Krankheiten kann das sehr zeitintensiv und auch nervraubend werden. Die zusätzliche Arbeit kann man sich ersparen, indem man beim Arzt um eine dauerhafte Therapie bittet. Sind alle Anforderungen erfüllt, so kann dieser eine solche bei der zuständigen Krankenkasse in Auftrag geben. Einen solchen Antrag muss die Krankenkasse übrigens innerhalb eines Monats bearbeiten, da der Patient ja offensichtlich akuten Bedarf an einer Therapie hat. Sollte die Kasse nicht in der vorgeschriebenen Zeit antworten, so gilt der Antrag des Patienten automatisch als genehmigt.

Besonders auf diesen letzten Punkt weist aktuell die UPD, die Unabhängige Patientenberatung Deutschlands, hin. Und auch Angehörige können im Namen eines Erkrankten den Antrag stellen, allerdings muss dafür eine Vollmacht des betreffenden Patienten vorliegen.

Wer zahlt für die Bettwäsche für Allergiker?

Das Bundessozialgericht Kassel hat nun entschieden, dass Krankenkassen für Spezial-Bettwäsche für Allergiker aufkommen müssen, wenn diese die Symptome lindert und auch keine andere preiswertere Lösung in Frage kommt.

Ein unter Asthma leidender Mann hatte sich zwei Encasings, die antiallergene Eigenschaften aufwiesen, im Wert von 122 Euro gekauft. Als seine Krankenkasse sich weigerte den Betrag zu zahlen, zog der Mann vor Gericht. Mit Erfolg. Denn die Richter vom Bundessozialgericht sehen die Matratzenumhüllungen als gerechtfertigtes Hilfsmittel an, deren Kosten für die Anschaffung die Kassen zu übernehmen haben.

Wie gut funktioniert der Terminservice von Krankenkassen?

Da sich die Terminvergabe bei einem Facharzt für viele Patienten oft als ein schwieriges Unterfangen herausstellt, bieten viele Krankenkassen ein Terminservice an. Die Stiftung Warentest hat den Service von 16 Krankenkassen nun genauer unter die Lupe genommen.

Während die Versicherten ohne den Terminservice im Durchschnitt 24 Tage auf einen Termin warten mussten, dauerte es mit dem Service immer noch 20 Tage. Allerdings könne dies zumindest für gesetzlich Versicherte auch noch länger dauern, da die Akut- sowie Privatpatienten üblicherweise schneller drankommen.

Daneben spielen bei der Wartezeit auch andere Faktoren wie beispielsweise die Arztdichte eine Rolle, welche gerade in ländlichen Gebieten wesentlich geringer als in der Stadt ist.

Krankenkassen müssen E-Bike als Fortbewegungsmittel nicht zahlen

Obwohl ein Orthopäde aus Oldenburg einer Patientin die Fortbewegung mit einem E-Bike empfiehlt, heißt das noch lange nicht, dass die Krankenkasse die Kosten für die Anschaffung des Geräts übernehmen muss, so das Sozialgericht Oldenburg.

Denn E-Bikes sind zum Fahren für gesunde und nicht eingeschränkte Personen gedacht. Die Fortbewegung mit einem E-Bike zählt zu den freizeitlichen Vergnügungen und kann nicht als medizinische Maßnahme betrachtet werden.

Gesetzliche Krankenkassen müssen die Anschaffung daher nicht bezahlen, selbst bei Vorlage eines ärztlichen Attests, das die Anschaffung empfiehlt.

Neben Unfall- und Berufsunfähigkeit kann man sich auch gegen schwere Krankheiten versichern

Viele Verbraucher haben eine Versicherung gegen Unfälle, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit, doch es gibt auch noch eine Versicherung gegen schwere Erkrankungen, wie beispielsweise Krebs, Schlaganfall oder Multiple Sklerose (MS).

Denn viele Betroffene sind bei einer solchen schweren Erkrankung nicht mehr in der Lage zu arbeiten und damit man finanziell gut abgesichert ist, kann man eine solche Police, die aber nicht gerade billig ist, abschließen. Diese Versicherung, die man auch als "Dread-Disease-Versicherung" bezeichnet, ist ähnlich wie eine Lebensversicherung, die dann im Falle einer Erkrankung die vereinbarten Leistungen bezahlt.

In einer solchen Versicherung sind etwa 30 bis 40 Krankheiten enthalten, wie Krebs, Schlaganfall, MS, Herzinfarkt, Erkrankungen des Gehirns sowie auch Parkinson und Alzheimer. Wie die Stiftung Warentest berichtet, liegt die Jahresprämie je nach Anbieter zwischen 1.500 und 2.500 Euro bei einer Auszahlungssumme von 300.000 Euro.

Allerdings ist eine solche Versicherung nicht mit einer Beruf- oder Erwerbsunfähigkeit-Versicherung vergleichbar, weil nur bestimmte Krankheiten versichert sind.

Neue Medikamente durch Rabattverträge

Durch so genannte Rabattverträge, die zwischen gesetzlichen Krankenkassen und Pharmaunternehmen geschlossen werden, gewähren die Hersteller von Medikamenten den Versicherungen einen Rabatt auf den Apothekenverkaufspreis. Voraussetzung ist, dass die Versicherten lediglich das Medikament dieses Herstellers verschrieben bekommen, falls es mehrere Präparate zur Auswahl gibt.

Die Verträge gelten zwei Jahre. Nach dieser Zeit kann es vorkommen, dass die Kasse den Anbieter wechselt und der Rabatt somit für ein anderes Medikament ausgehandelt wird. Dies führt dazu, dass die Patienten ein neues Präparat mit dem selben Wirkstoff erhalten.

Betroffene Medikamente und Auswirkungen für den Patienten

Bei den Mitteln, auf die es einen Rabatt gibt, handelt es sich um solche, deren Patentschutz abgelaufen ist (Generika). Durch die Verträge wird sichergestellt, dass die Patienten zwei Jahre lang mit dem selben Medikament versorgt werden können. Kommt es zum Austausch, muss man sich keine Sorgen machen, dass die Wirkung nicht die selbe ist. Doch kann es sein, dass es durch eine veränderte Arnzeiform zu Unterschieden in der Wirkstoffaufnahme kommt.

Wenn der Arzt darauf besteht, dass sein Patient das Präparat erhält, das er gewohnt ist, so streicht er das "Aut idem"-Feld auf dem Rezept aus.

IGeL-Leistungen unter der Lupe: Welche sind für Patienten wirklich sinnvoll?

IGeLn Sie auch schon? Kaum ein Arzt verzichtet noch auf die gewinnbringenden Zusatzleistungen für Kassenpatienten. Ob die angebotenen Untersuchungen oder Therapien sinnvoll sind, hängt jedoch vom Einzelfall ab. Generell übernehmen die gesetzlichen Kassen alle Kosten für medizinisch notwendige Behandlungen. Welche Leistungen erstattet werden, ist ein umkämpftes Thema.

Jährlich werden neue Listen erstellt, die dann verbindlich gelten. So musste der Zuckertest für Schwangere bis 2012 aus eigener Tasche gezahlt werden, heute gehört er zur Standardvorsorge.

Bei anderen Vorsorgeuntersuchungen, etwa für Hautkrebs oder Eierstockkrebs, zahlt die Kasse jeweils die medizinisch einfachste Variante. Wer ein familiär höheres Risiko für diese Krebsarten hat, kann gegen Aufpreis aufwendigere Untersuchungen durchführen lassen. Im Einzelfall bringt das höhere Sicherheit. Eine Orientierung liefert der Igel-Monitor vom Medizinischen Dienst im Internet. Individuelle Beratung bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschlands - kostenlos und per Telefon.

Eine uneingeschränkte Empfehlung geben die Berater etwa für die professionelle Zahnreinigung oder die Messung des Augendrucks bei Personen über 50 Jahre. Viele Untersuchungen in der Schwangerschaft gelten jedoch als überflüssig. In jedem Fall sollte der Patient darauf bestehen, dass der Arzt die Vorteile der kostenpflichtigen Methode genau erläutert und auch über die Kosten aufklärt. Um rechtlich abgesichert zu sein, gehört ein Vertrag dazu.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Kunden müssen nicht alle medizinischen Daten preisgeben

Versicherungen dürfen nicht alle verfügbaren medizinischen Daten von ihren Kunden sammeln. Das Bundesverfassungsgericht gab damit einer Frau Recht, die Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung beantragt hatte und sich weigerte, pauschal alle Ärzte, Behörden, Kliniken und Krankenkassen von der Schweigepflicht zu entbinden.

Die Versicherungsnehmerin war an einer Depression erkrankt und wollte ihren Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente geltend machen. Als der Versicherer von ihr Zugang zu sämtlichen persönlichen Daten verlangte, verweigerte sie jedoch die Unterschrift. Es entbrannte ein Rechtsstreit, den nun in letzter Instanz das Verfassungsgericht klärte.

Versicherer haben demnach nur Anspruch auf Informationen, die unmittelbar für die jeweilige Leistungspflicht relevant sind. Welche Stellen Auskunft geben sollen, müssen sie mit dem Versicherungsnehmer individuell klären.

Ab dem 1. Januar 2014 sollte jeder Krankenversicherte die neue elektronische Gesundheitskarte haben

Holzstempel mit Schriftzug "Krankenversicherung" wird benutzt
Krankenversicherung Stempel © bilderbox - www.fotolia.de

Nachdem die ehemalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) im Jahr 2003 die neue elektronische Gesundheitskarte der Krankenkassen angekündigt hatte mit dem Starttermin 2006, besitzen heute etwa 95 Prozent der Krankenversicherten die neue Karte mit dem Chip und einem persönlichen Passfoto. Doch jetzt wird es für alle anderen Versicherten höchste Zeit sich die neue Karte bei der zuständigen Krankenkasse zu besorgen.

Alte Gesundheitskarte verliert am 1. Januar 2014 ihre Gültigkeit

Wie der Spitzenverband der Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) beschlossen haben, soll ab dem 1. Januar 2014 die alte Karte ihre Gültigkeit verlieren, auch wenn auf dieser noch ein späterer Termin aufgedruckt ist. Doch die KBV erklärt dazu, dass dies nicht ganz richtig sei, denn auch wenn jemand nach dem Jahresanfang in eine Praxis kommt, wird er deswegen nicht abgewiesen. So haben die Ärzte auch bis zum 1. Oktober 2014 noch die Möglichkeit, über die alte Karte die Rechnungen bei den Kassen abzurechnen.

Aber manche Ärzte können auch auf die neue Karte bestehen, so dass dann die Patienten innerhalb von zehn Tagen die neue Karte vorlegen müssen, ansonsten müssten diese dann die Rechnung erst einmal aus eigener Tasche bezahlen.

Doch was soll eigentlich die Einführung der neuen Karte bewirken? Geplant war, dass auf dem Chip zusätzlich zu dem Namen, Geburtsdatum, Geschlecht sowie die aktuelle Anschrift auch Daten über den Gesundheitszustand gespeichert werden, beispielsweise irgendwelche Allergien. Zudem sollten auch andere Ärzte sowie die Krankenhäuser und auch die Apotheken besser informiert werden können, wenn auch der Patient der entsprechenden Speicherung zustimmt. Doch bisher stehen auf dem Chip nur die Stammdaten der Versicherung, also Name, Geschlecht, Geburtsdatum und Anschrift. Das Foto soll aber die persönliche Identifizierung sicherstellen.

Arztbesuch ab Januar nur noch mit neuer E-Gesundheitskarte

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Die meisten Versicherten haben bereits eine elektronische Gesundheitskarte mit Lichtbild. Damit sind sie gut gerüstet, wenn die alten Karten im Januar ungültig werden. Wer bisher kein Foto zur Krankenkasse geschickt hat, sollte dagegen zügig aktiv werden. Nach dem 31. Dezember können nur noch Kinder unter 15 Jahren mit der alten Karte zum Arzt gehen.

Zuspätkommer, die bis zum Jahreswechsel keine E-Karte haben, darf der Arzt zwar keine Leistungen verweigern. Wenn sie innerhalb von 10 Tagen nach der Behandlung keine gültige Gesundheitskarte vorlegen, droht jedoch eine private Rechnung. Tipp: Auch dann ist noch nicht alles verloren. Wer bis Ende des Quartals eine neue Karte hat, kann sich die Kosten von der Kasse erstatten lassen.

Verbraucherschützer monieren den mangelnden Datenschutz bei den elektrischen Gesundheitskarten. So soll auf dem Chip schrittweise auch sensible medizinische Informationen gespeichert werden, etwa zu Allergien. Die Gerichte urteilen jedoch einhellig zugunsten der neuen Karte. Ein besserer Schutz unseres Gesundheitssystems vor Missbrauch sei im allgemeinen Interesse.

Urteil des Sozialgerichts Berlin: Ersatz-Brustimplantate sind keine Kassenleistung

Wenn jemand Brustimplantate eingesetzt bekam, die minderwertig sind, wie die des Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) aus Frankreich, muss die Krankenkasse die Kosten für die Entfernung übernehmen. Wenn sich die Patientin die Implantate jedoch aus Schönheitsgründen einsetzen ließ, ist eine Kostenbeteiligung der Patientin vorgesehen.

Kostenübernahme nur bei medizinischer Notwendigkeit

Lässt sie sich neue Implantate als Ersatz einsetzen, muss sie diese Kosten alleine übernehmen. Zu dieser Rechtsprechung kam das Sozialgericht Berlin (S 182 KR 1747/12), nachdem eine Klägerin auf die Kostenübernahme ihres Implantat-Austausches geklagt hatte.

Das Gericht verwies darauf, dass es der Sache nicht dienlich sei, „wenn die Versichertengemeinschaft alle Risiken trage, die mit einer medizinisch nicht notwendigen Operation verbunden seien“.

Seit Jahresanfang gilt die neue elektronische Krankenversicherungskarte mit Lichtbild

Krankenversichertenkarte liegt auf dem Formular einer Heilmittelverordnung
Heilmittelverordnung © M. Schuppich - www.fotolia.de

Alle in Deutschland Krankenversicherten sollen die seit dem 1. Januar 2014 vorgeschriebene elektronische Gesundheitskarte besitzen. Bislang ist dies auch bei über 95 Prozent der Versicherten der Fall, doch auch die Versicherten, die noch keine neue Karte haben, brauchen sich keine Gedanken machen, denn bis Ende September akzeptieren die niedergelassenen Ärzte auch noch die alte Karte.

Bisher nur Baisdaten gespeichert - weitere Daten geplant

Bisher enthält die neue Karte, neben dem Lichtbild nur die bekannten Informationen, wie Name, Vorname, Geburtsdatum, Versicherungsnummer auch die Anschrift. Durch das Lichtbild kann in der Praxis sofort festgestellt werden, ob die Karte auch zum jeweiligen Patienten gehört.

In Zukunft sollen aber noch mehr Informationen auf dem Chip gespeichert werden, so können beispielsweise auch medizinische Daten hinterlegt werden. Bei einem Notfall könnten so wichtige Informationen, wie Blutgruppe, eventuelle Allergien und Vorerkrankungen abgerufen werden. Auch eine Einwilligung zur Organspende könnte auf der Karte hinterlegt werden. Doch für eine Speicherung aller dieser Informationen muss der Patient seine Einwilligung erteilen.

Elektronische Gesundheitskarte könnte Rezepte ersetzen

Zudem könnte zukünftig auch das altbekannte Rezept in Papierform entfallen, wenn der Arzt dies auf dem Chip für die Apotheke speichert. Auch Diagnosen, Laborberichte und Röntgenaufnahmen können gespeichert werden, so dass zum Beispiel doppelte Untersuchungen entfallen, beispielsweise bei einem Arztwechsel.

Eigentlich war die Einführung der neuen Karte schon im Jahr 2006 geplant, doch gab es immer wieder irgendwelche Bedenken seitens der Datensicherheit aber auch durch die Ärzte.

Private Vorsorge um Berufsunfähigkeit abzusichern

Liste Versicherungen, Lebensversicherung rot markiert
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Eine Erkrankung oder ein Unfall können dazu führen, dass man nicht mehr dazu in der Lage ist, seinen Beruf auszuführen. Zu den häufigsten Ursachen einer Berufsunfähigkeit gehören psychische Leiden, kaputte Gelenke, Krebserkrankungen, Arbeitsunfälle und Herz- und Kreislauferkrankungen.

Manchmal kommt so ein Vorfall ganz plötzlich und reißt einen in den finanziellen Ruin. Wer diesem vorbeugen möchte, sollte sich privat absichern.

Nach Ansicht des Bunds der Versicherten gehört die private Versicherung gegen die Berufsunfähigkeit zu den wichtigsten Versicherungen. Diese gibt es als alleinige Form und zudem als Zusatzleistung im Rahmen einer Lebensversicherung.

Lesen Sie gründlich, bevor Sie sich versichern

Kommt es zum Ernstfall, erhält der Betroffene eine monatliche Rente. Wer sich für eine solche Rentenversicherung entscheidet, sollte das Kleingedruckte gründlich lesen und unterschiedliche Tarife und Anbieter miteinander vergleichen.

Wie hoch die Beiträge sind, hängt vom Beruf ab. Wer die Versicherung dabei im jüngeren Alter abschließt, kann Kosten sparen, denn dann ist der maximale Betrag niedriger. Experten empfehlen zudem eine Nachversicherungsgarantie, die es möglich macht, die Rente bei Bedarf zu erhöhen.

Ab Anfang 2015 sollen die gesetzlichen Krankenkassen ihre Beiträge wieder selber festlegen können

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Die Krankenkassen in Deutschland sollen ab dem 1. Januar 2015 ihre Beitragsätze wieder selber festlegen dürfen. Nachdem vor einigen Jahren die Bundesregierung die Beiträge für alle gesetzlichen Krankenkassen einheitlich festgeschrieben hatte, soll nun Mitte dieses Jahres ein entsprechendes Gesetz vom Bundesgesundheitsministerium unter Hermann Gröhe (CDU) vorbereitet werden, das dann ab Anfang 2015 in Kraft treten soll.

Zudem sollen auch die pauschalen Zusatzbeträge entfallen, die manche Kassen von ihren Mitgliedern verlangt haben, so dass viele Versicherte in der Vergangenheit die Kasse gewechselt hatten. Wie die "Rheinische Post" weiter schreibt, sollen die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer jeweils 7,3 Prozent des Krankenkassenbeitrages bezahlen. Besonders der Anteil der Arbeitgeber sollte festgeschrieben werden, weil sonst die Lohnnebenkosten steigen würden.

Anstelle der entfallenden pauschalen Zusatzbeiträgen sollen Zuschläge abhängig von der Einkommenshöhe der Versicherten eventuell von den Kassen verlangt werden können. Dies hängt aber von der jeweiligen finanziellen Lage der einzelnen Kasse ab. Diese Regelung würde besonders für Arbeitnehmer mit einem geringen Einkommen sowie auch die Rentner finanziell entlasten, wie auch der SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach erklärt.

Taxifahrt zum Arzt – wann zahlt die Krankenkasse?

Nahaufnahme Schild eines Taxis, im Hintergrund lange Reihe aus Taxis am Flughafen
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Ob Notfall oder Krankheit – wer zum Arzt muss, kann nur selten mit dem eigenen Auto fahren. Meist springen Nachbarn oder Verwandte ein. Unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt die Krankenkasse auch die Kosten für ein Taxi.

Die Fahrt mit dem Rettungswagen in die Klinik ist für den Patienten generell kostenfrei. Auch Anfahrten zur vor- oder nachstationären Behandlung im Krankenhaus werden von der Kasse gezahlt, ebenso wie für Transport von einer Klinik zur anderen. Voraussetzung: die Fahrten sind medizinisch notwendig. Viele Kassen erstatten auch die Taxikosten, wenn dadurch eine stationäre Aufnahme vermieden werden kann, etwa bei kleineren chirurgischen Eingriffen.

Ganz umsonst ist Krankentransport per Taxi nie

Wer die Quittung bei der Versicherung einreichen möchte, sollte sich jedoch vorher die Kostenübernahme bestätigen lassen. Das gilt auch für die Anfahrt zur ambulanten Dialyse, Strahlen- und Chemotherapie oder das Taxi zur Reha. Ganz umsonst ist der Krankentransport per Taxi aber nie. Ebenso wie bei Medikamenten oder medizinischen Hilfsmitteln müssen Patienten mindestens 5 Euro pro Fahrt dazubezahlen.

Generell ausgeschlossen von der Kostenübernahme sind Krankentransporte aus dem Ausland. Hier verbietet das Gesetz den Kassen sogar zu zahlen. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte für den Urlaub oder internationale Geschäftsreisen deshalb eine Auslandskrankenversicherung abschließen.

Neue Regeln für die Pflegeversicherung – mehr Hilfen für Demenzkranke

Parallel zur Beitragssteigerung für die Pflegeversicherung sollen sich die Regeln für die Einstufung der Pflegebedürftigen ändern. Gesundheitsminister Gröhe hat einen Plan vorgelegt, der anstelle der bisherigen drei Pflegestufen fünf unterschiedliche Pflegegrade vorsieht. Damit sollen vor allem Demenzkranke mehr Hilfen bekommen.

Bevor das neue System bundesweit eingeführt wird, findet ein Test auf seine Praxistauglichkeit statt. So wird in Pflegeeinrichtungen geprüft, ob das Begutachtungsverfahren mit fünf Einstufungsgraden tatsächlich alle Pflegebedürftigen gleichstellt.

Kurzzeit-Policen per App – schnelle Versicherung mit dürftigem Schutz

Grüner, frischer Apfel neben Rückseite eines Handys auf weißem Hintergrund
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Ob Reisen oder Sport - wer spontane Unternehmungen mag, möchte sich auch kurzzeitig und flexibel versichern. Auf diesen Trend haben die Gesellschaften reagiert und bieten mittlerweile ein breites Spektrum an Kurzzeit-Policen per App. Das geht schnell und kostet wenig Geld. Verbraucherschützer kritisieren aber, dass auch die Leistungen gering sind.

Leistungen der Kurzzeit-Versicherungen

Es klingt genial - mit nur einem Klick können Skifahrer noch kurz vor dem Pistenvergnügen einen Unfallschutz buchen. Sonnenanbeter bekommen für zwei bis drei Euro pro Tag eine Reisekrankenversicherung. Und Surfer schließen die Police erst ab, wenn die Wellen richtig hoch steigen. Je nach Situation versprechen die Anbieter unterschiedliche Sofortverträge mit individuell festlegbarer Zeitdauer. Versteckte Fallen wie Kündigungsfristen muss niemand befürchten.

Jahrespolicen teurer, aber bessere Leistungen

Dennoch raten Verbraucherschützer zum Misstrauen. Denn die Mini-Policen bieten weniger Schutz als mancher Kunde denkt. Die Sportversicherung für 3 Euro leistet bei Vollinvalidität etwa 50.000 Euro. Auf den ersten Blick ist das viel – im Ernstfall jedoch zu wenig. Rund 500.000 Euro wären erforderlich. Ebenso beim Unfallschutz, der zwar Krankenhaustagegeld zusichert, aber kein Geld bei Invalidität zahlt.

Wer sich umfassend absichern möchte, sollte deshalb eine Jahrespolice abschließen. Die Kosten liegen zunächst höher, aber bereits bei 14 Tagen Kurzzeit-Versicherung müssen die Nutzer ähnliche Summen zahlen – für weniger Leistung.

Krankenkassen reagieren auf Anfragen ihrer Versicherten per E-Mail oft zu spät

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Die Stiftung Warentest hat jetzt bei 20 gesetzlichen Krankenkassen unter anderem die Beratung über E-Mail untersucht. Dabei kamen die Tester zum Ergebnis, dass die Versicherten oftmals zu lange auf eine Antwort ihrer Krankenkasse warten müssen und diese dann sogar noch unbefriedigend ist. Die allgemeine Information über die jeweilige Online-Plattform wurde von den Testern positiv bewertet.

Stiftung Warentest testete gesetzliche Krankenkassen

Wie die Tester bei den Anfragen per E-Mail feststellten, wurden insgesamt nur 64 Prozent auch innerhalb von 24 Stunden beantwortet und wenn man um einen persönlichen Rückruf eines Mitarbeiters oder auch um einen festen Termin für einen eigenen Anruf bat, so geschah dies nur in 40 Prozent der Fälle. Bei einigen Fällen kam eine Antwort per E-Mail erst nach einer Woche, so dass die Tester sie als nicht beantwortet werteten.

Von den 20 getesteten Krankenkassen erhielten 16 Kassen die Note "drei", zwei Kassen wurden als "ausreichend" bewertet und nur die BKK Mobil Oil wurde mit "gut" bewertet. Doch bei der telefonischen Beratung konnten die Tester in 92 Prozent der Fälle schon nach einem zweiten Telefonanruf einen zuständigen Mitarbeiter erreichen.

Test der persönlichen Beratung vor Ort

Bei einer persönlichen Beratung vor Ort gab es Unterschiede, so wurden fünf Kassen als "gut", elf Kassen als "befriedigend" bewertet und zwei erhielten die Note "ausreichend". Bei den übrigen zwei Krankenkassen war eine persönliche Beratung in einer Geschäftsstelle nicht möglich.

Bei der Beratung über spezielle Angebote, beispielsweise auch Kuren oder Impfungen, konnte die Techniker Krankenkasse (TK) mit der Note "2,4" überzeugen, die BKK Mobil Oil kam mit der Note "2,5" auf den zweiten Platz.

Die Stiftung Warentest hatte im Zeitraum zwischen Oktober 2013 und Januar 2014 die einzelnen gesetzlichen Krankenkassen mit Hilfe von Kunden getestet, die dann per E-Mail oder über Telefon und bei einem persönlichen Besuch sich bei ihrer jeweiligen Krankenkasse informieren wollten.

Raucher müssen bei der Versicherung die Wahrheit sagen

Weiße Schachtel mit Zigaretten, die Filter nach rechts zeigend
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Wer eine Versicherung abschließen möchte, bei dem seine gesundheitliche Verfassung eine Rolle spielt, sollte bei der Wahrheit bleiben. Wird er nach seinem Rauchverhalten gefragt, muss er aufrichtig antworten. Er könnte sonst seinen Versicherungsschutz aufs Spiel setzen.

Vor dem Abschluss einer Versicherung darf die Versicherungsgesellschaft verschiedene Fragen stellen, um ihr Risiko abzuklären. Der Kunde ist rechtlich verpflichtet, diese wahrheitsgemäß zu beantworten. Wird er beispielsweise danach gefragt, ob er raucht, so darf er nicht schummeln. Da der Tabakkonsum einen Einfluss auf die Gesundheit und damit die Lebenserwartung hat, ist sie durchaus von Wichtigkeit für den Versicherer.

Erkrankt der Versicherungsnehmer an einem typischen Raucherleiden und stirbt, so kann das für seine Erben unangenehme Folgen haben. Sie haben dann das Nachsehen und erhalten eventuell keine Zahlungen.

Änderungen des Rauchverhaltens im Laufe der Versicherungszeit

Wie es ist, wenn man erst im Laufe der Versicherungszeit zum Raucher wird, wird unterschiedlich gehandhabt. Am besten schaut man in den Versicherungsbedingungen nach. Es kann durchaus möglich sein, dass man verpflichtet ist, die Versicherung darüber zu informieren.

Wird man zum Nichtraucher, kann sich auch dies auf die Versicherung auswirken. Eventuell senkt das die Beiträge. Normalerweise kann man sich dann als Nichtraucher fühlen, wenn man ein Jahr lang Tabak gemieden hat.

Wenn die Krankenkasse Druck macht – Tipps für Patienten

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Wenn die Krankenkasse Druck macht, sollten sich Patienten nicht verunsichern lassen. Wie der Jahresbericht der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) zeigt, rufen Kassenmitarbeiter verstärkt bei Krankgeschriebenen an, um sie zur Rückkehr an den Arbeitsplatz zu drängen. Die Betroffenen sollten sich wehren.

Zwischen April 2013 und März 2014 führte die UPD rund 80.000 Beratungsgespräche mit Patienten. Häufige Beschwerden galten den zunehmenden Telefonanrufen und intimen Fragen seitens der Kassen. So würde Kranken gezielt Angst gemacht, damit diese vorzeitig wieder arbeiten gehen.

Recht des Patienten

Diesem psychischen Druck müssen sich Patienten aber nicht aussetzen. Die Berater von der UPD empfehlen, dass die Betroffenen sich wiederholte Anrufe verbitten. Sollten die Mitarbeiter dennoch nachhaken, kann eine schriftliche Beschwerde beim zuständigen Sachbearbeiter helfen. Dazu ist es hilfreich, ein Anrufprotokoll zu führen, in dem auch die Namen der Mitarbeiter notiert sind.

Intime Fragen müssen Versicherte am Telefon gar nicht beantworten. Und auch die Frage, warum sie bei vorhergehenden Anrufen nicht erreichbar gewesen seien, können Patienten getrost ignorieren. Krankschreibung verpflichtet nicht dazu, den ganzen Tag zu Hause zu sitzen.

Krankenkassen geben Zusatzbeiträge für 2015 bekannt

Jede Kasse hat dann das Recht, einen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern zu erheben

Holzstempel mit Schriftzug "Krankenkasse"
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Ab dem 1. Januar 2015 sinkt der Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung von 15,5 Prozent auf 14,6 Prozent.

Doch jede Kasse hat dann das Recht, einen Zusatzbeitrag von bis zu 0,9 Prozentpunkten von ihren Mitgliedern zu erheben.

Einige Versicherer haben nun mitgeteilt, wie hoch dieser liegen soll.

Manche Mitglieder können sparen

Große überregionale Krankenkassen wie etwa die Techniker Krankenkasse (TK) mit 15,4 Prozent oder die DAK mit 15,5 Prozent behalten den bisherigen Beitragssatz bei oder senken ihn nur wenig.

Sparen können dagegen Mitglieder der BKK Euregio, die von Versicherten in Hamburg und Nordrhein-Westfalen keinen Zusatzbeitrag einfordert.

Dies gilt auch für Mitglieder der Metzinger BKK in Baden-Württemberg, die ab dem 1. Januar nur noch 14,6 Prozent ihres Verdienstes an ihren Versicherer abgeben müssen. Eine Beitragserhöhung hat bislang noch keine Kasse angekündigt.

Tipps für den Kassenwechsel

Mitglieder, die wechseln möchten, müssen eine Kündigungsfrist von zwei Monaten einhalten. Wechseln darf, wer seit wenigstens 18 Monaten bei seiner Kasse versichert ist oder dessen Kasse ab 2015 einen Zusatzbeitrag erhebt.

Die alte Kasse stellt eine Kündigungsbestätigung aus, die anschließend zusammen mit dem Mitgliedsantrag bei der neuen Krankenkasse eingereicht wird. Danach geben Arbeitnehmer die Mitgliedsbescheinigung der neuen Kasse bei ihrem Arbeitgeber ab.

Zusatzbeiträge zur Krankenkasse – wer sollte jetzt wechseln?

Ob der Wechsel lohnt, hängt neben dem Beitrag auch von den Leistungen ab

Zwei Pflaster überkreuzt, Versichertenkarte, 10-Euroschein, Praxisgebühren
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Soll ich die Krankenkasse wechseln - oder besser nicht? Diese Frage stellen sich derzeit viele Versicherte, die aufgrund der neuen Zusatzbeiträge ein Sonderkündigungsrecht haben.

Rund 65 Prozent der Kassen werden etwas billiger, bei acht Anbietern steigen die Kosten. Ob der Wechsel lohnt, hängt aber nicht nur vom Beitrag ab. Auch die Leistungen entscheiden.

Beitragsbemessungsgrenze und Zusatzbeitrag

Wie Stiftung Warentest errechnet hat, können Verbraucher durch den Kassenwechsel zu 445 Euro pro Jahr sparen. Das trifft aber nur auf Versicherte zu, deren Einkünfte über der Beitragsbemessungsgrenze von 4.125 Euro monatlich liegen.

Zusätzlich müssen sie in eine der günstigsten Kassen

  • Euregio BKK
  • Metzinger BKK

wechseln, die nur den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent verlangen. Beide Anbieter sind außerdem nur regional zugänglich – und es ist fraglich, wie lange sie noch auf den Zusatzbeitrag verzichten können.

Ersparnisse und Aufstockungen

Für Normalverdiener mit einem Bruttoeinkommen von 3000 Euro bringt der Wechsel eine maximale Ersparnis von 324 Euro im Jahr. Unter Umständen kann diese Summe jedoch aufgestockt werden.

Die Euregio BKK übernimmt etwa die Kosten für Reiseimpfungen und zahlt auch beim Osteopathen bis zu 360 Euro jährlich dazu. Wer eine Fernreise plant, kann also doppelt profitieren.

Sonderleistungen und Fristen

Auch Schwangere oder Familien mit Kindern sollten auf die Sonderleistungen der Kassen achten. Teure Anbieter sind hier oftmals weniger großzügig als die günstigen.

Wer Mitte Dezember die Nachricht über Beitragsänderungen erhalten kann, kann innerhalb eines Monats die Kündigung abschicken. Die Wechselfrist beträgt zwei Monate.

Zu viele Früherkennungsmuffel: Deutsche verschenken bares Geld beim Zahnarzt

Der aktuelle "Zahnreport" der Barmer GEK deckt mangelnde Inanspruchnahme des Bonusheftes auf

Offener Frauenmund bei Zahnarztuntersuchung
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Mehr als jeder vierte Deutsche hätte von seiner Krankenkasse höhere Zuschüsse zum Zahnersatz erhalten können - wenn er zuvor regelmäßig zur Früherkennung gegangen wäre. Dies ergab der aktuelle "Zahnreport" der Barmer GEK.

Vorteile des Bonusheftes

Den Versicherten entgingen so rund 20 Millionen Euro. Gesetzlich Krankenversicherte können in einem Bonusheft ihren jährlichen Besuch beim Zahnarzt zur Kontrolle und Früherkennung von Zahnproblemen festhalten lassen und erhalten nach frühestens fünf Jahren höhere Festzuschüsse für Kronen und andere Formen des Zahnersatzes. Der Studie zufolge nutzen jedoch 28,3 Prozent der Versicherten diese Möglichkeit gar nicht.

Regionale Unterschiede des Zahnersatzes

Der Zahnreport untersuchte außerdem wie es um die Zahnfüllungen und den Zahnersatz in Deutschland bestellt war. Demnach musste fast jeder dritte Zahn innerhalb von vier Jahren nach Erhalt einer Füllung noch einmal behandelt werden.

Da die Zahnärzte nicht angeben müssen, welches Material und welche Füllart verwendet wurde, ist unklar, warum diese Nachbehandlungen erforderlich sind. Den Statistiken zufolge hält eine Füllung durchschnittlich zwischen 8,7 und 10,5 Jahre. In den östlichen Bundesländern sind Füllungen weiter verbreitet als in den westlichen Bundesländern, wo häufiger auf Kronen gesetzt wird.

Diese Krankenkassen verloren 2015 bislang die meisten Mitglieder

Durch den beliebigen Zusatzbeitrag verändern sich die Mitgliederzahlen der Krankenkassen

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Zum 1. Januar 2015 sank der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung von 15,5 auf 14,6 Prozent. Seitdem beteiligen sich Arbeitgeber wieder zur Hälfte an den Kosten. Krankenkassen haben jedoch die Möglichkeit, nach Belieben einen Zusatzbeitrag zu erheben.

Zusatzbeitrag und Mitgliederzahlen

Die meisten Kassen haben ihn auf 0,9 Prozent festgelegt. Damit ist der Beitrag genauso hoch wie im Vorjahr. Lediglich zwei regional geöffnete Krankenkassen erheben seit dem 1. Januar 2015 keinen Zusatzbeitrag:

  1. die BKK Euregio sowie
  2. die Metzinger Betriebskrankenkasse.

Beide Versicherer verzeichnen seitdem steigende Mitgliederzahlen. Unter dem Durchschnitt des Zusatzbeitrages liegen auch die AOK Plus mit 14,9 Prozent sowie die Handelskrankenkasse HKK mit genau 15 Prozent.

Die AOK gewann im ersten Quartal 2015 36.000 neue Mitglieder hinzu, die HKK immerhin noch 22.000. Doch auch eine Kasse wie die Techniker mit einem Beitragssatz von 15,4 Prozent bekam neue Versicherte dazu: fast 88.000 in den ersten drei Monaten dieses Jahres.

Diese Kassen verzeichnen Mitgliederschwund

Zu den Verlierern gehören

  1. die IKK Südwest und
  2. die BKK Pfalz,

die mit ihrem Zusatzbeitrag von 1,2 Prozent 8700 beziehungsweise 6200 Mitglieder einbüßten. Die DAK-Gesundheit und die Barmer GEK verzeichneten trotz eines konstanten Beitragssatzes einen Mitgliederschwund von 24.000 beziehungsweise 23.000 Versicherten.

Krankenkasse muss Patienten bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler beraten

Betroffene haben ein Anrecht auf eine schriftliche Stellungnahme ihrer Kasse

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Rund 4000 ärztliche Behandlungsfehler gab es in Deutschland im Jahre 2014. Die Dunkelziffer liegt nach Angaben des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) möglicherweise noch weit höher. Insgesamt 14.663 Gutachten fertigte der MDK im vergangenen Jahr an - rund 2000 mehr als Jahr zuvor.

Informationen zu Patientenrechten

Auch bei größter Sorgfalt lassen sich Fehler im Krankenhaus, in der Arztpraxis und in der Pflege nicht verhindern. Wenn es einen Verdacht gibt, sind die gesetzlichen Kassen verpflichtet, einem Patienten zu helfen. Eine Beratung ist persönlich, telefonisch oder sogar anonym möglich. Betroffene erhalten dabei auch Informationen über ihre Rechte.

Gutachten nach ausreichendem Verdacht

Entbindet ein Versicherter seinen Arzt von der Schweigepflicht, darf die Krankenkasse Behandlungsunterlagen anfordern sowie Untersuchungsbefunde und Röntgenaufnahmen. Zudem prüft sie auch, ob es noch zusätzliche Behandlungen des Patienten, etwa in einer Spezialklinik, gab. Bei ausreichendem Verdacht erstellt anschließend der MDK ein Gutachten, das auch vor Gericht oder bei einer außergerichtlichen Einigung verwendet wird.

Unterstützung durch Fachanwalt

Betroffene haben ein Anrecht auf eine schriftliche Stellungnahme ihrer Kasse. Bei offenen Fragen rät die Verbraucherzentrale zu einem Abschlussgespräch mit dem zuständigen Mitarbeiter der Krankenkasse. Stellt die Kasse einen Behandlungsfehler fest, sollten sich Geschädigte einen Fachanwalt für Medizinrecht nehmen, der Schadenersatzansprüche durchsetzt und Verjährungsfristen beachtet.

Zusätzliche Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen im Vergleich

Änderungen bei den gesetzlichen Krankenversicherungen seit Jahresbeginn

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Seit dem 1. Januar 2015 gilt für alle gesetzlichen Krankenkassen ein Einheitsbeitrag von 14,6 Prozent. Je nach Finanzlage dürfen die Kassen einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag erheben, der beliebig hoch sein darf. Er liegt derzeit durchschnittlich bei 0,9 Prozent des Bruttoeinkommens.

Änderungen seit Jahresbeginn

Zwar dürfen die gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten seit diesem Stichtag keine Prämien mehr auszuzahlen, allerdings unterscheiden sich die Versicherer nicht nur durch den Zusatzbeitrag, sondern auch durch freiwillige Leistungen. Die Zeitschrift "Finanztest" hat nun überprüft, ob und welche Änderungen es seit Jahresbeginn bei den Kassen gegeben hat.

Techniker Krankenkasse

So hat die Techniker Krankenkasse den Zuschuss für Osteopathie von 360 auf 120 Euro pro Jahr reduziert, für die professionelle Zahnreinigung sind keine Vergünstigungen mehr möglich.

Barmer GEK

Die Barmer GEK hat ebenfalls den Zuschuss für Osteopathie und Zahnreinigung gestrichen. Zudem zahlt sie für Hebammen-Rufbereitschaft im Jahr nur noch 200 Euro statt 250 Euro.

DAK-Gesundheit

Bei der DAK-Gesundheit gibt es das 160-Euro-Budget für

nicht mehr.

BKK Technoform

Großzügig zeigt sich dagegen noch die BKK Technoform, die ihren Mitgliedern für den Besuch beim Osteopathen bis zu 480 Euro zahlt. Allerdings nimmt die Kasse lediglich in

  • Baden-Württemberg,
  • Bayern,
  • Niedersachsen und
  • Rheinland-Pfalz

Versicherte auf.

Wechsel in Betracht ziehen

Mitglieder einer Kasse, die sich durch diese Veränderungen benachteiligt fühlen, sollten einen Wechsel in Betracht ziehen. Sie sollten jedoch vorher überlegen, wie wichtig ihnen

  • Beitrag,
  • Extraleistungen oder
  • Service

sind. Da jedoch kaum eine Kasse alle Wünsche erfüllt, hilft manchmal bereits eine freundliche Anfrage, ob eine Leistung vielleicht doch gewährt wird.

Um die passende Krankenversicherung zu wählen, hilft es auch, die gesetzliche und die private Form in einem Vergleich gegenüber zu stellen...

Gesetzliche und private Krankenversicherung im Vergleich

Sowohl gesetzliche als auch private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten des Versicherten für medizinische Behandlungen oder erstatten sie teilweise. Zwischen den gesetzlichen und privaten Krankenkassen gibt es allerdings einige Unterschiede.

Zunächst einmal besteht bei beiden Versicherungsformen ein Unterschied im System.

  • So gilt bei der gesetzlichen Krankenversicherung das Prinzip der Solidarität. Das heißt, dass sämtliche Versicherten in Beitrag und Leistung gleich behandelt werden müssen.
  • Bei der privaten Krankenversicherung wird hingegen das Individualitätsprinzip angewandt. So unterscheiden sich die Leistungen und die Höhe der Beiträge der Versicherten je nach dem individuell vereinbarten Tarif und weiteren Faktoren.

Es gibt aber noch weitere Unterschiede.

Unterschiedliche Beiträge

Bei einer gesetzlichen Krankenversicherung hängt der Beitrag des Versicherungsnehmers von seinem Einkommen ab, während bei einer privaten Krankenkasse der Gesundheitszustand des Versicherten das wichtigste Kriterium ist. In einer gesetzlichen Krankenkasse sind auch Familienangehörige ohne eigenes Einkommen mitversichert, private Krankenkassen verlangen dagegen einen Extrabeitrag für jeden Mitversicherten.

Menschen, die alleinstehend sind und über ein hohes Einkommen verfügen, sind bei einer privaten Krankenkasse meist besser aufgehoben als bei einer gesetzlichen Versicherung. Privatversicherte haben zudem den Vorteil, dass sie einen besseren Service in Arztpraxen und Krankenhäusern erhalten, denn häufig sind die Ärzte auf Privatpatienten angewiesen.

Übernahme bestimmter Leistungen

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen den beiden Versicherungsformen ist, dass die gesetzlichen Kassen bestimmte Leistungen wie zum Beispiel

nicht oder nur in geringem Umfang übernehmen. Darüber hinaus erstatten sie ihren Versicherten immer nur das preiswerteste Medikament, während bei Privatversicherten keine Preisgrenzen bestehen. Auch Vorsorgeuntersuchungen beschränken sich bei den gesetzlichen Krankenkassen nur auf ein Minimum, private Versicherungen übernehmen dagegen auch die Kosten für zusätzliche Leistungen.

Leistungsanspruch und Kündigungsrecht

Kassenpatienten haben den Vorteil, dass sie trotz unterschiedlich hoher Beiträge den Anspruch auf die gleichen Leistungen haben. Bei Privatversicherten ist der Leistungsanspruch hingegen vom Vertragsabschluss abhängig. Ein weiterer Unterschied ist, dass Privatversicherte von den Folgen der diversen Gesundheitsreformen wie Beitragserhöhungen oder Leistungskürzungen nicht betroffen sind.

Ein Kündigungsrecht seitens der Krankenkassen besteht bei beiden Versicherungsformen nicht. Private Kassen können dem Versicherten jedoch kündigen, wenn er seine Beträge nicht zahlt oder fehlerhafte Angaben zu seinem Gesundheitszustand gemacht hat.

Probleme bei der Krankenversicherung, wenn jemand angestellt und gleichzeitig selbstständig ist

Angestelltenverhältnis und Nebenverdienst - Hinweise zur Wahl der richtigen Krankenversicherung

Aufgedeckte Puzzleteile, die Aufschrift Private Krankenversicherung und ein Stethoskop
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Bei einem Sonderfall kann es Probleme bei der Krankenversicherung geben, nämlich wenn jemand bei einer Firma angestellt ist und gleichzeitig Einkünfte aus einer Selbstständigkeit hat. Dies kann oft der Fall sein, wenn ein Arbeitnehmer mit seinem Einkommen nicht auskommt und sich so einen Nebenverdienst sucht, aber auch manche wollen darüber versuchen sich eventuell ein zweites Standbein für später aufzubauen.

Ist eine private Krankenversicherung möglich?

Hier muss dann, losgelöst von der Höhe der Verdienstgrenzen (Beitragsbemessungsgrenze), erst einmal festgestellt werden, ob eine private Krankenversicherung möglich ist. So ist eigentlich maßgebend, welche Arbeit die Hauptbeschäftigung ist. So gilt aber grundsätzlich, wenn man hauptberuflich als Selbstständiger arbeitet, dass eine private Krankenversicherung möglich ist und dann der Arbeitgeber des "Zweit-Jobs" nur die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung einbehält.

Aber wenn das Angestelltenverhältnis die hauptberufliche Tätigkeit ist, so besteht eine Versicherungspflicht in eine gesetzliche Krankenversicherung (GKV), eine zusätzliche private normale Krankenversicherung ist dann als Doppelversicherung nicht zulässig. Doch besteht dann aber der Vorteil, dass nur aus dem Angestelltenverhältnis die entsprechenden Beiträge zu leisten sind.

Doch wenn ein Selbstständiger sich bei einer gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versichert, was im Prinzip auch möglich ist, so muss er aber dann auch von seinem "Zweit-Job" die entsprechenden Beiträge entrichten. Doch gibt es viele verschiedene Konstellationen und so muss immer im Einzelfall dies überprüft werden, was möglich ist und eventuell auch besser und günstiger.

Zwei-Klassensystem bei Krankenversicherten in NRW?

Die beiden Grünen-Abgeordneten Bärbel Höhn und Maria Klein-Schmeink stellten aufgrund einer telefonischen Umfrage fest, dass in Nordrhein-Westfalen die gesetzlich Krankenversicherten wesentlich länger auf einen Termin bei einem Facharzt warten müssen als privat Versicherte. So beträgt die durchschnittliche Differenz in NRW zwischen den privat Versicherten und den Kassenpatienten 23 Tage, wobei es noch auf die jeweilige Sparte ankommt. Auch ist es in den einzelnen Regionen unterschiedlich, so liegt diese Differenz im Ruhrgebiet bei "nur" 18 Tagen, in den Städten Köln, Aachen und Bon dagegen zwischen 33 bis 45 Tagen.

In Wuppertal ist der Unterschied mit 10 Tagen am geringsten. Bei der Umfrage wurden also 350 willkürlich ausgesuchte verschiedene Facharzt-Praxen zwecks eines Termins angerufen, wobei man sich einmal als Kassenpatient und einmal als privat Versicherter ausgab. Besonders krass ist der Unterschied bei den Kardiologen, wo ein privat Versicherter schon 12 Tage später einen Termin bekäme, ein Kassenpatient dagegen erst nach 50 Tagen, wenn er dann noch lebt. Bei Orthopäden ist der Unterschied mit bis zu zwölf Tagen dagegen relativ klein.

Wenn es nach dem Willen der Grünen ginge, so würde eine Bürgerversicherung für gleiche Bedingungen bei der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung sorgen, was auch für die Honorare der Ärzte zuträfe, sodass diese dann keinen Anreiz für eine Bevorzugung bei der Terminvergabe sehen würden.

Mehr Vorteile für Privatpatienten

Wie das Justizministerium nun beschlossen hat, sollen Patienten, die privat versichert sind, nun mehr Klarheit in Bezug auf die Kostenübernahme von Behandlungen bekommen.

Bislang müssen Betroffene oft unzumutbar lange warten, bis sie von ihrer Versicherung Bescheid bekommen, ob diese die Kosten für eine Behandlung übernimmt. Nun sollen die Versicherungsgesellschaften verpflichtet werden umgehend Stellung zu nehmen. Ein weiterer Vorteil für die Privatversicherten: Die Kündigungsfristen bei Beitragserhöhungen sollen verlängert werden.

Probleme beim Wechsel in eine andere private Krankenversicherung

Seit dem Jahr 1994 haben die Versicherten ein Anrecht auf einen Tarifwechsel, der häufig erschwert wird

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Weil im letzten Jahr viele private Krankenversicherungen auch ihre Beiträge zum Teil drastisch erhöht haben, wollten viele Versicherte dann die Tarife ändern, um die Kosten zu senken. So hat sich jetzt auch die Zeitschrift "Finanztest" mit diesem Thema befasst.

Versicherer erschweren Tarifwechsel

Weil die meisten privat Versicherten nicht zurück in eine gesetzliche Krankenkasse wechseln können, was oftmals zu hohen Verlusten führt, denn die Altersrückstellungen würden verfallen, gibt es nur die Möglichkeit eines Tarifwechsels bei dem jeweiligen Versicherer. Aber oft macht dieser seinen Mitgliedern diesen Wechsel schwer, so gaben einige Versicherungen an, dass der neue Tarif nur für Neukunden gilt und eine neue Gesundheitsprüfung erfolgen müsse.

Hier erfahren Sie Unterstützung

Aber wie Finanztest erklärt, haben seit dem Jahr 1994 die Versicherten ein Anrecht auf einen Tarifwechsel, so dass manche Versicherten im Jahr bis zu 500 Euro dadurch einsparen konnten. Aber bevor man den Tarif wechselt, sollte man gründlich die Leistungen überprüfen, sowie auch die eventuelle höhere Selbstbeteiligung. Wenn aber der Versicherer einen Tarifwechsel ablehnt, so kann man sich bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen beschweren oder einen Ombudsmann der privaten Krankenversicherung zu Rate ziehen.

Gesetzlich versicherte Patienten müssen länger auf einen Arzttermin warten

Schon lange hält sich das Gerücht, dass privat Versicherte gegenüber den gesetzlich Versicherten bevorzugt behandelt werden. Wie eine aktuelle telefonische Umfrage nun ergab, ist dies nicht nur ein Verdacht, sondern tatsächlich Fakt. Die Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch hatte eine Telefonumfrage angeordnet, in der insgesamt 470 hessische Arztpraxen auf den Prüfstand gestellt wurden.

Verglichen wurden die durchschnittlichen Wartezeiten der Patienten im Vergleich der privat Versicherten zu den gesetzlich Versicherten. Dabei stellte sich heraus, dass gesetzliche Versicherte im Schnitt etwa 20 Tage länger auf einen Termin in einer Facharztpraxis warten müssen, als Privatpatienten. Eine längere Wartezeit konnte unterdessen nicht nur in Städten wie Hanau (36 Tage) oder Darmstadt (33 Tage) festgestellt werden, sondern auch in ländlichen Gebieten, wie etwa in Marburg (14 Tage).

Die längsten Wartezeiten konnten bei Augenärzten (53 Tage), bei Neurologen (49 Tage) und Dermatologen (43 Tage) gemessen werden. Privatpatienten warten bei diesen Ärzten im Schnitt etwa 20 bis 25 Tage weniger. Die hessische Landesärztekammer weist währenddessen jegliche Vorwürfe von sich und teilte mit, es werde zwischen gesetzlich und privat versicherten Patienten keinerlei Unterschied gemacht.

Studenten und die Krankenversicherung: Gesetzlich oder privat?

Abschluss-Studenten mit Doktorhut und Diplom
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Für Studenten gilt in Deutschland wie für alle anderen Bürger auch die Krankenversicherungspflicht. Allerdings haben die wenigsten Studenten das Glück, Kinder von Beamteneltern zu sein und weiterhin über sie eine ausgesprochen günstige Mitgliedschaft in der privaten Krankenversicherung zu bekommen. Die meisten müssen sich selbst über die gesetzliche Krankenversicherung absichern und zahlen dort einen relativ günstigen Studententarif, der natürlich nicht die gleichen Privilegien mit sich bringt wie die private Krankenversicherung.

Nach dem Ende des Studiums endet jedoch auch für die Beamtenkinder die Mitgliedschaft in der PKV: Sie können nur dann selbst "privat" versichert bleiben, wenn sie als Festangestellte über 49.500 Euro pro Jahr verdienen - eine illusorische Summe für die meisten - oder wenn sie sich direkt nach dem Studium selbständig machen.

Selbständige können unabhängig vom Einkommen wählen, ob sie privat oder gesetzlich versichert sein wollen und die Privaten locken junge gesunde Menschen gerne mit ausgesprochen günstigen Einstiegstarifen.

Berechnungen haben ergeben, dass jemand, der mit Mitte 30 in die PKV einsteigt und zu diesem Zeitpunkt einen günstigen Beitrag zahlt, bis zum Erreichen des Rentenalters mit einer Verdreifachung des monatlichen Beitrages rechnen muss.

Bei der Gesetzlichen dürften diese Steigerungen moderater ausfallen und ohnehin wird der monatliche Beitrag immer dem Einkommen angepasst. Und trotz allem: Soviel schlechter sind die Leistungen der GKV auch nicht - lediglich beim Zahnersatz muss in der Regel eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden um eine gute Versorgung zu garantieren.

Ein Wechsel der gesetzlichen Krankenkasse kann lohnen - Tipps zum Vergleich

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Die privaten Krankenkassen bieten ihren Versicherten maßgeschneiderte Verträge. In den gesetzlichen Kassen sind die Leistungen dagegen vorgeschrieben. Aber nicht alle, Rund 5 Prozent des Versicherungspaketes bestehen aus Zusatzleistungen, die sich je nach Anbieter unterscheiden. Im Einzelfall kann deshalb ein Wechsel lohnen.

Wechsel der Krankenkasse bei Unzufriedenheit

Fast 130 Kassen stehen zur Wahl, einen Vertrag kann man jedoch nur mit einem Anbieter abschließen, der im eigenen Bundesland vertreten ist. Nach 18 Monaten Mitgliedschaft darf dann jeder ohne Angabe von Gründen wieder wechseln. Lediglich bestimmte Wahltarife sehen eine dreijährige Vertragszeit vor. Tipp: Damit der Wechsel zu einem bestimmten Termin klappt, sollte man zwei Monate Vorlaufzeit einplanen. Generell empfehlen Experten den Kassentausch allerdings nur, wenn man mit seinem jetzigen Anbieter unzufrieden ist.

Leistungen und Zusatzleistungen sollten verglichen werden

Interessant ist der Vergleich etwa für Versicherte mit speziellen Interessen. Während die eine Kasse zusätzliche Vorsorgetermine für Kinder zahlt, übernimmt die andere großzügig alle Kosten für Impfungen. Familien oder Reiselustige können also sparen. Chronisch Kranke finden zudem Tarife, die besonders auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind.

Eine grundlegend andere Versorgung bekommen Versicherte damit nicht, die kleinen Unterschiede können aber viel ausmachen. Das gilt auch für junge Leute. Wer sich gesund ernährt und viel Sport treibt, freut sich zum Beispiel über Geldprämien von der Krankenkasse. Oder er wählt einen Anbieter, der seinen Mitgliedern Workshops oder Fitnesskurse bezahlt.

Den Nachwuchs richtig versichern – welche Police braucht das Kind?

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Wer Kinder hat, will diese auch optimal schützen. Damit der Nachwuchs bei Krankheit oder Unfällen zumindest finanziell abgesichert ist, bieten die Versicherungen spezielle Familien- oder Kinderpolicen. Nicht alle sind sinnvoll.

Krankenversicherung

Gesetzlich versicherte Eltern können ihren Sprössling kostenlos mitversichern lassen – bei Bedarf ergänzt um eine private Zusatzversicherung, etwa für Naturheilkunde oder Homöopathie. Sind beide Eltern privat versichert, braucht das Kind einen eigenen Vertrag, wahlweise in einer privaten oder gesetzlichen Kasse.

Unfallversicherung

Im Kindergarten und der Schule sind Kinder gesetzlich unfallversichert. Auch der Weg dorthin ist in der Versicherung inbegriffen. Wenn das Kind auf dem Spielplatz oder einem Ausflug so schwer verletzt wird, dass es dauerhafte Schäden davonträgt, greift die gesetzliche Unfallversicherung aber nicht.

Und auch die Leistungen der Krankenversicherung reichen nicht aus, um ein behindertes Kind lebenslang zu betreuen und zu fördern. Experten empfehlen deshalb den Abschluss einer Unfallversicherung, die für Kinder bereits ab 60 Euro im Jahr erhältlich ist.

Invaliditätsversicherung

Noch weitreichender ist eine Invaliditätsversicherung. Sie zahlt auch, wenn das Kind nach einer Krankheit behindert bleibt – was häufiger vorkommt als nach Unfällen. Diese Leistung lassen sich die Gesellschaften allerdings gut bezahlen: zwischen 300 und 500 Euro müssen Eltern jährlich überweisen.

Privathaftpflicht

Die Unfallversicherung kommt nicht für Schäden auf, die das Kind anderen zufügt. Eltern brauchen Eltern deshalb eine Privathaftpflicht. Falls sie bereits eine solche Police besitzen, müssen sie ihr Kind nur anmelden.

Wichtig: Kinder unter sieben Jahren gelten rechtlich als nicht deliktfähig. Viele Versicherer zahlen deshalb nicht. Wer kleine Kinder hat, sollte deshalb auf eine Police achten, bei der die Schuldfähigkeit nicht geprüft wird.

Wie Selbstständige wieder versicherungspflichtig werden

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Selbstständige sind von der gesetzlichen Krankenversicherung befreit und müssen sich selber um ihre Krankenversicherung kümmern.

So wählen sehr viele Selbstständige auch eine private Krankenversicherung, die aber im Alter auch teuer sein kann, besonders wenn der Selbstständige nur ein geringes Einkommen hat. Doch ein Zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist dann nicht möglich, aber es gibt dabei noch einen Trick.

Auch als Selbstständiger gesetzlich versichert bleiben

So muss dann der Selbstständige eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen, so dass er dann automatisch wieder in eine gesetzliche Krankenkasse, die dann günstiger ist, wechseln kann. Aber der Selbständige muss seine selbstständige Tätigkeit nicht generell aufgeben, denn seit dem 1. Juli 2013 ist der Begriff der "hauptberuflich selbstständigen Tätigkeit" neu aktualisiert worden.

Dabei müssen wöchentlich mehr als 20 Stunden gearbeitet werden und das monatliche Einkommen muss wenigstens die Hälfte der monatlichen Bezugsgröße von 2.765 Euro (gilt für West) betragen, also mehr als 1.382,50 Euro.

Übrigens kann ein Selbstständiger mit eigenen Mitarbeitern auch als Arbeitnehmer gelten, wenn er in der Hauptsache als Arbeitnehmer beschäftigt ist. Dann besteht für ihn auch die Versicherungspflicht für eine Krankenkasse.

Krankengeld für Arbeitnehmer und Selbstständige - Höhe und Dauer der Leistungen bei langer Krankheit

Großes Paragraphenzeichen vor gelb-grüner Krankenversicherungskarte
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Fällt ein Arbeitnehmer krankheitsbedingt länger als sechs Wochen aus, springt die gesetzliche Krankenversicherung ein und ersetzt einen Teil des Verdienstausfalls. Das Krankengeld beträgt 70 Prozent des regelmäßigen beitragspflichtigen Bruttogehaltes, jedoch höchstens 90 Prozent des Nettoarbeitsentgelts.

Gezahlt wird es grundsätzlich ohne zeitliche Beschränkung, wegen derselben Krankheit jedoch längstens für 78 Wochen innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren. Bei Privatversicherten kann der Betrag sogar bei 100 Prozent des Nettoverdienstes liegen und wird nicht nur für 78 Wochen, sondern bis zum Ende der Erkrankung gezahlt.

Eine lückenlose Krankmeldung ist notwendig für den Arbeitnehmer

Da vom Krankengeld auch die Beiträge für die Renten- und Arbeitslosenversicherung abgezogen werden, ist es für Arbeitnehmer wichtig, dass die Krankschreibung lückenlos ist. Wer von Montag bis Freitag krank ist, muss sich daher schon freitags beim Arzt um die Fortschreibung bemühen.

Wer sonst noch Anspruch auf Krankengeld hat

Selbstständige haben nur dann Anspruch auf Krankengeld, wenn sie erklärt haben, dass die Mitgliedschaft den Anspruch auf Krankengeld umfassen soll. Ein automatischer Anspruch besteht nicht. Nicht ständig Beschäftigte und bis maximal zehn Wochen befristet angestellte Arbeitnehmer haben seit 2009 keinen Anspruch mehr auf Krankengeld. Sie können sich jedoch gegen einen Aufpreis die Möglichkeit darauf erhalten.

Seit August 2012 bekommen auch Organspender Krankengeld. Die Krankenkasse des Empfängers zahlt sogar bis zu 100 Prozent des Gehaltes.

Privatpatienten erhalten schneller einen Termin beim Arzt – aber sie müssen auch kräftiger zahlen

Augenarzt untersucht Auge eines älteren Mannes
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Die wirtschaftliche Lage von Arztpraxen hängt zunehmend von privat bezahlten Leistungen ab. Während gesetzlich Versicherte immer öfter eine IGeL-Liste vorgelegt bekommen, fühlen sich die Privatpatienten immer öfter wie Goldesel: sie müssen selbst bei kleinen Wehwechen kräftig blechen. Der Vorteil von kürzeren Wartezeiten beim Arzttermin wird so durch höhere Rechnungen finanziell wettgemacht.

Eine neue Studie der Uni Hamburg belegt etwa, dass die Wartezeit auf einen Termin beim Hausarzt für Selbstzahler durchschnittlich 1,4 Tage dauert. Kassenpatienten müssen doppelt so lang warten, ebenso wie auf die Audienz beim Facharzt.

Überflüssige Untersuchungen bei Privatpatienten

Dafür verordnen Orthopäde, Rheumatologe, Haut- und Augenarzt den Privatpatienten deutlich öfter teure Untersuchungen und Therapien. Im Alltag von Versicherten nimmt dies teilweise groteske Züge an: beim simplen Sehtest wird der Patient zusätzlich auf ein Glaukom untersucht. Die Rechnung folgt postwendend – und der Versicherte zahlt die eigentlich überflüssige Diagnostik über die Selbstbeteiligung mit.

Verbraucherschützer empfehlen zudem, jede Rechnung vom Arzt zu überprüfen. Auch wer Vertrauen zu seinem Mediziner hat, sollte in finanziellen Fragen kritisch sein und überhöhte Abrechnungen reklamieren.

Mitglieder-Boom bei den gesetzlichen Krankenkassen

Deutsche Krankenkassen verzeichneten zum Stichtag 1. Oktober 2014 so viele Mitglieder wie noch nie

Zwei Pflaster überkreuzt auf Versichertenkarte
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Zum Stichtag 1. Oktober 2014 verzeichneten die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland so viele Mitglieder wie noch niemals zuvor.

Mit 53,3 Millionen wurde erstmals die 53-Millionen-Grenze überschritten. Dazu kommen noch rund 17 Millionen Angehörige aus der kostenlosen Familienversicherung. Dies bedeutet ein Plus für dieses Jahr von rund 775.000.

Gewinner und Verlierer unter den Kassen

Den größten Zuwachs erzielte die Techniker Krankenkasse (TK) mit 320.000 Neukunden, das größte Minus gab es bei der AOK Nordost mit mehr als 6000 Versicherten.

Zu den Gewinnern zählen:

  • TK
  • AOK Baden-Württemberg
  • AOK Bayern
  • BBK Mobil Oil sowie
  • Barmer GEK

Bei ihnen bewegen sich die Zuwächse zwischen rund 60.000 und etwa 35.000 Mitgliedern.

Gab es im Jahr 2000 noch 420 gesetzliche Krankenkassen, so ist die Zahl in diesem Jahr auf 131 geschrumpft. Der Beitragssatz ist mit 15,5 Prozent identisch.

Zusätzliche Leistungen

Allerdings gibt es große Unterschiede bei den zusätzlichen Leistungen, etwa bei der Naturheilkunde, der kostenlosen Grippeschutzimpfung oder der freien Krankenhauswahl. Manche Kassen schütten auch Prämien an ihre Mitglieder aus.

2015 sinkt der Beitragssatz auf 14,6 Prozent. Doch die Kassen dürfen einen Zusatzbeitrag einfordern. Da die Ausgaben steigen, wollen die meisten Krankenkassen Aufschläge von bis zu 0,9 Prozent erheben.

Sonderkündigung wegen Zusatzbeitrag – Versicherte sollten Kassenwechsel kritisch prüfen

Was Sie bei einem Kassenwechsel beachten sollten und welche Fristen einzuhalten sind

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Seit Jahresbeginn dürfen die gesetzlichen Krankenkassen von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag verlangen. Wenn Versicherte den Aufschlag nicht zahlen wollen, können sie ein Sonderkündigungsrecht nutzen. Aber lohnt das?

Was muss man beim Kassenwechsel beachten?

In den meisten Fällen ändert sich für Versicherte unter dem Strich nichts. Die meisten Kassen führen Sonderbeiträge von 0,9 Prozent ein – exakt so viel, wie durch die Streichung des bisherigen gesetzlichen Zusatzbeitrags eingespart wurde.

Ein Wechsel lohnt daher nur, wenn die neue Kasse deutlich weniger verlangt oder ganz auf einen Sonderbeitrag verzichtet. Und das tun nur wenige regionale Anbieter.

Bei einem Versicherten mit einem Bruttoverdienst von monatlich 4125 Euro beträgt der Zusatzbeitrag pro Jahr rund 450 Euro. Diese Summe könnte er also sparen.

Voraussetzung ist allerdings, dass die neue Kasse bei ihrem Verzicht auf Sonderbeiträge bleibt. Sollte der Versicherer die Beiträge im Laufe des Jahres ebenfalls erhöhen, wird wieder ein Sonderkündigungsrecht wirksam.

Welche Fristen gibt es?

Regulär dürfen Versicherte erst kündigen, wenn sie mindestens 18 Monate bei ihrer Kasse gemeldet sind. Erhebt die Kasse einen Sonderbeitrag oder erhöht diesen, können Mitglieder innerhalb eines Monats zu einem anderen Anbieter wechseln.

Wichtig: die Krankenkasse ist verpflichtet, über Beitragsänderungen und das Kündigungsrecht rechtzeitig schriftlich zu informieren. Kommt das Schreiben verspätet an, darf der Versicherte trotzdem kündigen.

Egal ob Kasse oder Privat, Patienten sind mit der Arztbetreuung gleich zufrieden

Privat oder gesetzliche Krankenkasse? Die Behandlung ist gleich gut

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Eine Studie mit 30.000 Patienten kam zu dem Ergebnis, dass die Art der Versicherung keinen Einfluss darauf hat, wie die Menschen sich von ihrem Arzt behandelt fühlen.

Die Studie zeigt: Es gibt kaum Unterschiede

Eigentlich herrscht bei uns das Klischee vor, dass die Menschen unterschiedlich behandelt werden, je nachdem ob man normaler Kassenpatient ist, oder sich selbst privat versichert hat. Dem scheint in der Realität aber nicht so zu sein.

Beide Arten der Versicherten bewerteten die Ärzteschaft in Deutschland mit der Schulnote "gut". Kassenpatienten gaben eine 2,0, die privat Versicherten eine 1,8. So erreichen unsere Ärzte durchschnittlich eine hervorragende 1,9. Der geringe Unterschied zwischen den beiden Gruppen zeigt, dass unsere Ärzte die gesetzlich Versicherten keinesfalls schlechter behandeln.

Die Meinung der Patienten weicht davon ab

Einen großen Ausreißer gab es jedoch innerhalb der Studie: Patienten, die Arztpraxen in unserer Hauptstadt aufsuchen, fühlen sich offenbar ein einzige doch unterschiedlich behandelt. In Berlin gaben Privatpatienten ihren Medizinern eine 1,6, während Kassenpatienten deutlich weniger zufrieden waren und eine 2,3 vergaben. Warum unsere Hauptstadt da eine Ausnahme bildet, geht aus der Studie nicht hervor.

Im Laufe des Alters ändern sich in Sachen Beiträge ein paar Punkte...

Beiträge zur Krankenversicherung als Rentner

Nach einem langen und arbeitsreichen Leben freuen sich viele Menschen auf den Ruhestand. Doch selbst hier muss eine Krankenversicherung in Anspruch genommen werden.

Denn im hohen Alter steigt die Zahl der körperlichen Gebrechen, deren Behandlung zumeist umfangreiche Kosten aufwirft. Dennoch ändert sich für den Rentner auch in dieser Frage einiges im Vergleich zu seiner früheren Versicherung.

Verschiedene Optionen

Zunächst einmal kann der Ruheständler frei wählen, welche Form des Schutzes er bei der Krankenkasse erhalten möchte. Ihm stehen hierbei die privaten und die gesetzlichen Anbieter offen.

Bei Letztgenannten darf zudem zwischen unterschiedlichen Modellen der Mitgliedschaft entschieden werden. Einerseits wäre dabei die freiwillige Zugehörigkeit zu einem Tarif denkbar.

Andererseits ist aber ebenso gut die Pflichtmitgliedschaft möglich. Beide Varianten unterteilen sich hinsichtlich der monatlichen Beiträge sowie der dafür im Gegenzug zu erwartenden Serviceleistungen.

Letztlich bleibt aber auch dem Rentner der Weg offen, sich über die Familienversicherung schützen zu lassen. Das ist meist dann der Fall, wenn sein Einkommen nicht reicht, um die regelmäßigen Kosten zu begleichen.

Zuwendungen durch die Rentenversicherung

Ob sich der Betroffene privat oder gesetzlich versichern lässt, ist zunächst einmal unerheblich. In beiden Fällen darf er jedoch mit einer finanziellen Entlastung rechnen. So ist es die Rentenversicherung, die die monatlichen Beiträge bezuschusst.

Allerdings kann die Höhe der Fördersumme variieren. Zudem wird der Schutz der Pflegeversicherung aufrechterhalten.

Das wiederum gilt aber ausschließlich für Personen, die sich einer gesetzlichen Krankenkasse angeschlossen haben. Solche indes, die sich privat versichern lassen, müssen bei ihrem Anbieter zunächst einen Antrag zur Erweiterung der Police stellen, sodass diese auch den Aspekt der Pflege einbezieht.

Arzneikosten: Quittungen der Medikamente sammeln

Wer viele Medikamente benötigt, soll sich über jede Zuzahlung in der Apotheke eine Quittung ausstellen lassen, empfiehlt das Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau.

Die seit Anfang des Jahres gültige Zuzahlungsregelung besagt, dass niemand mehr als zwei Prozent des jährlichen Familieneinkommens dafür aufwenden muss. Für chronisch Kranke liegt die Grenze bei einem Prozent.

Auch die Zuzahlungen für mitversicherte Familienangehörige wie Ehegatten und Kinder über achtzehn Jahre – jüngere sind grundsätzlich befreit – sind anrechenbar. Damit die Krankenkassen die Quittungen anerkennen, muss neben der Art der Leistung auch der Name des Patienten angegeben sein.

Arzneikosten: Nur Mitrechnen bringt Befreiung von einer Zuzahlung

Blaues Stethoskop liegt auf Euro-Geldscheinen
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Wer mit der Befreiung von Zuzahlungen zu Arzneimitteln rechnen kann, muss selbst die Belege sammeln und mitrechnen, wann seine gesetzliche Belastungsgrenze erreicht ist. Mit Beginn des neuen Jahres verlieren alte Befreiungs-Bescheinigungen ihre Gültigkeit und die Berechnung beginnt neu.

Das Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau erinnert daran, dass niemand den Versicherten automatisch benachrichtigt. Seit dem vergangenen Jahr muss für nahezu alle Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung – vom Praxisbesuch über Arzneimittel bis hin zu Rehamaßnahmen – ein Eigenanteil bezahlt werden.

Um soziale Härten zu vermeiden, hat der Gesetzgeber aber Obergrenzen festgelegt: zwei Prozent des jährlichen Familieneinkommens, bei chronisch Kranken nur ein Prozent. Für Betroffene heißt es also Belege sammeln und Übersicht bewahren. Ist die Belastungsgrenze erreicht, erteilt die Krankenkasse auf Antrag eine Bescheinigung, dass für den Rest des Jahres keine Zuzahlungen mehr geleistet werden müssen.

Jeder Zweite meint, Extremsportler und Raucher sollten bei Erkrankungen einen Teil der Kosten tragen

Bei Extremsportunfall oder Folgeschäden ungesunden Lebens sollen Geschädigte mitzahlen

Tandem Fallschirmsprung unter blauem Himmel, im Hintergrund Bergpanorama
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Skifahren, Drachenfliegen oder Fallschirmspringen – wer sich bei Risikosportarten verletzt, sollte einen Großteil der Behandlungskosten selbst zahlen, sagt mehr als jeder zweite Bundesbürger (54,9%) in einer repräsentativen Umfrage der GfK Marktforschung Nürnberg bei 1.989 Personen ab 14 Jahren im Auftrag der „Apotheken Umschau“.

Mehr als die Hälfte (51,4%) ist auch der Meinung, dass eine risikoreiche Lebensweise höhere Krankenkassenbeiträge zur Folge haben sollte. Menschen, die ungesund leben, sich etwa schlecht ernähren, rauchen oder wenig Sport treiben, sollten nach Ansicht von knapp jedem zweiten Befragten (46,1%) bei dadurch verursachten Therapien einen Teil der Kosten selbst zahlen.

Fahrlässigkeit oder eine Sache der Gene?

Letzterem widerspricht jedoch Professor Dieter Birnbacher vom Philosophischen Institut der Universität Düsseldorf in der aktuellen Ausgabe des Gesundheitsmagazins: Ob jemand etwa dick oder süchtig nach Alkohol oder Nikotin werde, sei auch eine Frage der Gene. „Das kann man dem Einzelnen nicht in der nötigen Eindeutigkeit anlasten“, findet er. Hingegen könne man Risikosportlern eine Zusatzversicherung zumuten, finanziert etwa über einen Sonderbeitrag auf die Aufrüstung.

Überarbeitung der Gebührenordnung für Zahnärzte führt zu höheren Zuzahlungen der Patienten

Die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) wird derzeit überarbeitet und soll dann ab nächsten Jahr gelten, so dass auch die Honorare für Zahnärzte bis zu 20 Prozent steigen könnten. Dies wirkt sich natürlich auch auf die betroffenen Patienten aus, egal ob privat oder gesetzlich versichert.

Aber bei den gesetzlich Versicherten käme somit eine höhere Zuzahlung immer dann zustande, wenn nicht nur die standardmäßige Behandlung erfolgt und man keine Zusatzversicherung abgeschlossen hat. So beispielsweise bei Zahnfüllungen, wenn man statt des üblichen Amalgam, eine andere Füllung haben möchte. Es könnte so durchaus der Fall sein, dass dann die Patienten zwischen 17 bis sogar 133 Euro mehr bezahlen müssen als heute.

Bei weniger Arztbesuchen geben Krankenkassen Prämien an die Versicherten

Wie das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI) brichtet, gehen die meisten deutschen Bürger weniger zum Arzt, als man bisher angenommen hat. So entfallen die laut Statistik erfassten Arztbesuche zur Hälfte auf nur 16 Prozent der Patienten. Laut der Statistik gehen die deutschen Bürger im Durchschnitt im Jahr 17 Mal zu einem Arzt.

Aber die Hälfte der Patienten gehen nur bis zu 10 Mal in einem Jahr zum Arzt, davon 25 Prozent nur vier Mal und die restlichen 25 Prozent zwischen 5 und 10 Mal. Ein Viertel der Gesamtzahl der Patienten gehen aber auch zwischen 11 bis 22 Mal und die übrigen sogar noch öfters zum Arzt, was sich natürlich auf die Statistik negativ auswirkt. Aber die Krankenkassen bieten ihren Versicherten auch bestimmte Tarife an, wenn sie nicht so oft ärztliche Leistungen in Anspruch nehmen.

Aber man sollte trotz der Prämie einen nötigen Arztbesuch nicht hinauszögern, wenn das Risiko einer schweren Erkrankung besteht. Wer aber einen solchen Tarif abgeschlossen hat, der muss bei einem Arztbesuch nicht befürchten, dass er zusätzlich an die Kassen etwas bezahlen muss, denn es bleibt bei dem Beitrag, aber die Prämie kann dann futsch sein, doch ist die Gesundheit bestimmt wichtiger als ein paar Euro.

Die monatlichen Beiträge

Jeder Rentner muss für die Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung aufkommen, die ihm zustehen. Für alle Kassen gilt dabei der einheitliche Satz, wonach 15,5 Prozent des Einkommens abzuführen sind.

Je nach Höhe der Rente kommt es nun aber zu Unterschieden, welchen Anteil dabei der Ruheständler zu tragen hat und welche Summe von der Rentenversicherung übernommen wird. Üblicherweise dürfte der Eigenanteil des Versicherten bei 8,0 bis 8,5 Prozent liegen, während jener des Anbieters bei 7,0 bis 7,5 Prozent eingeordnet wird. Die Rentenversicherung zieht diese Leistungen von der auszahlbaren Rente ein und führt sie direkt an das zuständige Amt weiter.

Auch ausländische Renten werden berechnet

Nicht jeder Arbeitnehmer war seinen Lebtag alleine im eigenen Land angestellt. Wer im Ausland tätig war, dort einen Lohn bezogen hat und einen Teil seiner Rente von dort erhält, ist gleichfalls in Deutschland zur Abführung eines Beitrages der Gesamtsumme verpflichtet.

In diesem Falle würden einheitlich 8,2 Prozent an die Krankenversicherung zu entrichten sein. Entscheidend ist es jedoch, dass jetzt nicht mehr der Rentenversicherer dieses Erfordernis übernimmt. Vielmehr hat sich der Ruheständler selbst darum zu bemühen, die Beiträge korrekt zu berechnen und diese anschließend an den Staat ordnungsgemäß abzuführen.

Weitere beitragsrelevante Einnahmen

Jedoch bezieht ein Rentner im Regelfall nicht alleine seine Rente. Zuweilen steht ihm ein Witwen- oder Waisengeld zu. Ebenso kann er Einkünfte aus einer selbstständigen Tätigkeit erhalten. Gemäß seiner vorherigen Arbeit wären zudem gewisse Sonderbezüge denkbar.

Sofern diese Einnahmen einen bestimmten Wert pro Monat überschreiten, muss auch dafür der Beitrag der Krankenversicherung erhöht werden. Diese Freigrenze lag in den letzten Jahren zumeist zwischen 130 und 135 Euro, kann allerdings variieren und dürfte auf absehbare Zeit ansteigen. Wer neben seiner staatlichen Rente weniger als diese Summe ausgezahlt bekommt, muss dagegen nicht mit einer Erhöhung der monatlichen Gebühren rechnen.

Unterschiede zur freiwilligen Mitgliedschaft

Alle vorgenannten Berechnungsmodelle gelten ausschließlich für solche Personen, die sich in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichern lassen. Etwas anders liegen die Rahmenbedingungen dagegen bei jenen, die eine freiwillige Mitgliedschaft beanspruchen.

Bei ihnen wird jede Einnahmequelle auf die Höhe der monatlichen Beiträge angerechnet. Das gilt insbesondere auch für Kapitaleinkünfte, Pachten und Mieten sowie Steuer- und Anlageerträge. Eine Freigrenze wird dabei nicht gewährt.

Jeder Versicherte sollte sich daher vor der Wahl des Tarifs konkret beraten lassen, mit welchem Modell der Mitgliedschaft er wirtschaftlich am besten gestellt ist – ohne dabei auf Leistungen verzichten zu müssen. Erst in der individuellen Betrachtung des Einzelfalls wird sichtbar, welche Gebührenstufe das optimale Rundumpaket liefert.

Auch im Alter sorgenfrei

Eine solche Beratung sollte aber nicht erst dann angestrebt werden, wenn der Eintritt in das Rentenalter bereits vollzogen wurde. Etwa drei bis fünf Jahre vor dem Ende der regulären Arbeitszeit empfiehlt es sich, die wirtschaftliche Zukunft konkret zu planen. Dazu gehören sämtliche Versicherungen und Schutzleistungen.

Da hier schnell einmal der Überblick über das beste Modell verloren werden kann, erweist sich eine professionelle Analyse der persönlichen Rahmenbedingungen als sinnvoll. Diese mag zunächst nicht ganz preiswert sein, hat sich im Regelfall aber binnen weniger Jahre refinanziert. Eine solide Basis also, um glücklich in den Ruhestand einzutreten.

Immer mehr Menschen ohne Krankenversicherung

Die Zahl nicht krankenversicherter Menschen in Deutschland ist in den vergangenen zehn Jahren stark angestiegen. Sie liegt derzeit nach Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums bei etwa 164.000, berichtet Theo von Stiphout vom Bundesverband der Betriebskrankenkassen im Apothekenmagazin Gesundheit.

Auch Harz IV könne dazu führen, dass die Zahl weiter steigt. Langzeitarbeitslose, die wegen zu hohen Eigenvermögens keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II haben, sind nicht mehr über das Arbeitsamt pflichtversichert. Auch ehemals gut verdienende Selbstständige finden sich unter den Nichtversicherten. Gesetzliche Krankenkassen dürfen diese häufig nicht mehr aufnehmen, und private Versicherungen sind für sie schlicht zu teuer.

Neues Gesetz zwingt Nichtversicherte zu Nachzahlungen der Krankenversicherung

Seit April 2007 gilt in Deutschland die Krankenversicherungspflicht. Nun müssen sich Nichtversicherte darauf gefasst machen, dass sie tief ins Portemonnaie schauen müssen, um die nicht-gezahlten Beträge seit April des letzten Jahres nachzuzahlen.

Davon Betroffene sollen sich umgehend bei ihrer letzten Krankenkasse melden. Die Nachzahlungen können sich auf 480 bis 1.800 Euro belaufen und müssen auch dann beglichen werden, wenn der Betroffene von der Versicherungspflicht nicht in Kenntnis gesetzt wurde.

Ehemals Privatversicherte, die jetzt ohne Versicherung sind, müssen sich ab 2009 wieder bei einer privaten Versicherung versichern.

Fehlende Krankenversicherung für tausende Kinder

Kleiner, braunhaariger Junge in grauen Klamotten sitzt zusammengekauert vor einer Holzwand
Homeless © Phils Photography - www.fotolia.de

Laut seinem Bericht des Magazins "Der Spiegel" sind in Deutschland, aufgrund einer Lücke bei der Regelung in der Gesundheitsreform über zehntausend Kinder ohne einen Krankenversicherungsschutz. Viele sogenannte "Geringverdiener" sind bei der Zahlung ihrer Beiträge in Rückstand geraten, so dass auch ihre Familienangehörigen keinen Versicherungsschutz mehr besitzen.

Aber bei Notfällen besteht dieser weiterhin, außerdem bei akuten und schmerzhaften Erkrankungen, doch der volle Versicherungsschutz ist nicht gewährleistet. Der Grund für diese neue Regelung ist, dass die Bundesregierung - große Koalition - die Anzahl der Menschen ohne Versicherung vermindern wollte.

Aber viele der neuen Versicherten bezahlen ihre Beiträge nicht, so dass laut Gesetz die Krankenkassen nur die Minimalversorgung sicherstellen dürfen. Dies bezieht sich auch auf die Angehörigen. Die Krankenkassen selber kritisieren dies, weil durch das Fehlverhalten der Eltern auch die Kinder bestraft werden, in diesen Fällen sollten die Sozialämter helfen.

Krankenversicherungspflicht in Deutschland unbedingt notwendig

Die SPD ist absolut für die im Jahre 2009 eingeführte Krankenversicherungspflicht, selbst wenn es durch säumige Versicherte milliardenhohe Rückstände bei den Krankenkassen gibt. Ihrer Ansicht nach müsse hierzulande eine ausreichende medizinische Versorgung sichergestellt werden, damit es nicht zu amerikanischen Verhältnissen kommt.

Damit die anderen Versicherungsnehmer nicht die Ausfälle kompensieren müssen, will die SPD für kleine Selbstständige einen preiswerten Tarif anbieten. Momentan müssen die gesetzlichen sowie privaten Krankenversicherungen sämtliche Zahlungsausfälle selbst begleichen, wofür alleine die Privaten ein Rücklagenpolster von 120 Milliarden Euro gebildet haben.

Fehlende Entbindungsplätze für Schwangere ohne Versicherung

Frau in Krankenhauskleidung hält Hände an Kopf und schreit Wehen Geburt Schmerz
aaaagh the pain © Leah-Anne Thompson - www.fotolia.de

Gerade in unserer deutschen Hauptstadt gehen die Betten für Schwangere aus. Dabei geht es um jene Frauen, die in Berlin ankommen und keine gültige Krankenversicherung haben. Dabei sind vor allen Dingen Menschen aus dem Ausland betroffen.

Auf Platz 1 der Frauen ohne Versicherung landen Roma, die auch in ihrem Herkunftsland ohne jede Absicherung sind und daher im Grunde nur aus eigener Kasse einen Arzt bezahlen können. Doch dafür fehlt in vielen Fällen das Geld. Für sie kann es zur echten Notsituation kommen, wenn sie als Hochschwangere dringend einen Platz in einer Klinik benötigen. Selbstverständlich sind alle Krankenhäuser verpflichtet, eine Frau in den Wehen aufzunehmen und zu versorgen, doch die Versorgung kann schlechter ausfallen, wenn die richtigen Plätze fehlen.

Dabei geht es auch nicht allein um die Betten. Frauen, die keine Krankenversicherung haben, können oft auch keine richtige Anamnese von sich abgeben. Während Mediziner sonst auf die Daten der Krankenkasse zurückgreifen können, müssen sie sich hier auf die Angaben der Patientinnen verlassen. Teilweise sprechen diese dann auch kein Deutsch oder Englisch und eine grundlegende Verständigung wird schwierig. Handelt es sich nun um eine Risikoschwangerschaft, kann das sehr gefährlich werden. Liegen Krankheiten vor? Gibt es eine Blutungsneigung? All das kann im Extremfall zu lebensgefährlichen Problemen bei der Geburt führen.

Experten der Flüchtlingshilfe geben hier aber weder den Krankenhäusern noch den Frauen selbst die Schuld. Problem sei einfach die Bürokratie, die es den ausländischen Familien oft fast unmöglich macht, sich in eine Krankenversicherung einzuschreiben.

60% Säumniszuschlag der Krankenkassen sind kein Wucher

Richterhammer auf Euro-Geldscheinen
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Säumige Pflichtzahler der gesetzlichen Krankenkasse müssen den jährlichen Säumniszins von 60% hinnehmen, urteilte das Bundessozialgericht in Kassel. Betroffen sind hunderttausende Selbständige und Freiberufler mit einem geringen Einkommen, die ihre Krankenkassenbeiträge nicht regelmäßig bezahlen, obwohl sie seit einer Gesetzesänderung im April 2007 dazu rechtlich verpflichtet sind.

Auf ausstehende Beiträge wird ein Säumniszuschlag von monatlich 5% des Beitrags fällig, so dass sich diese Summe im Laufe eines halben Jahres zu einem Säumniszins von 60% summieren kann. Dagegen hatte ein selbständiger Restaurator geklagt, der diesen Zinssatz als "strafbaren Wucher" empfand und lediglich den sonst in der öffentlichen Verwaltung üblichen Säumniszuschlag von 1% pro Monat zahlen wollte.

Das Bundessozialgericht wies die Klage jedoch ab: Bei dem 5%igen Säumniszuschlag handele sich um ein "sachlich gerechtfertigtes Druckmittel", da die Krankenkassen gesetzlich gezwungen sind, auch säumige Zahler als Mitglieder zu versichern. Die Anwältin des Klägers will nun vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.

Schuldenfalle Krankenversicherung: Kassen sollen Säumniszuschläge senken

Freiberufler oder freiwillig versicherte Selbstständige, die ihre Beiträge für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) nicht mehr zahlen können, müssen mit Säumniszuschlägen von bis zu 60 Prozent rechnen. Viele Versicherte geraten so in die Schuldenfalle. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) plant nun Änderungen, um eine Überschuldung zu verhindern. Privatversicherte sollen von einem Notlagentarif in Höhe von nicht mehr als 100 Euro im Monat profitieren.

Die gesetzlichen Krankenkassen verzeichneten zum Jahreswechsel 2012/13 einen Beitragsrückstand von 4,5 Milliarden Euro, davon entfielen 2,4 Milliarden auf die Arbeitgeber und 2,1 Milliarden Euro zu großen Teilen auf die freiwillig Versicherten. Jedes GKV-Mitglied hatte durchschnittlich 87 Euro Schulden.

Sind Nichtselbstständige mit einer freiwilligen Versicherung, etwa Studenten, Minijobber oder Rentner, nicht in der Lage, ihren Mindestbeitrag von rund 125 Euro im Monat zu zahlen, haben sie nach vier Jahren knapp 13 000 Euro Schulden angesammelt. Fast 7000 Euro davon sind Säumniszuschläge. Bei freiwillig versicherten Selbstständigen, die den Mindestbeitrag ohne Vermögensvorprüfung nicht zahlen können, addieren sich die Schulden im selben Zeitraum auf gut 29 300 Euro. Etwa 15 800 Euro entfallen allein auf Zinsen.

Selbst die Gesetzlichen Krankenkassen äußerten bereits Verständnis für eine Änderung der rechtlichen Situation. Um den rasanten Anstieg der Verbindlichkeiten zu verhindern, will der Bundesgesundheitsminister den monatlichen Säumniszuschlag von fünf auf ein Prozent reduzieren.

"Notlagentarif" für säumige Zahler von Krankenversicherungen

Immer mehr Krankenversicherte in Deutschland können ihre Beiträge nicht mehr bezahlen. Mittlerweile belaufen sich die Rückstände auf 2,15 Milliarden Euro. Innerhalb eines Jahres stiegen sie damit um 620 Millionen Euro.

Meist sind es freiwillig Versicherte, die ihre Beiträge nicht mehr zahlen können. Aufgrund hoher Zinsen können innerhalb kurzer Zeit schnell hohe Schulden entstehen.

Nach Plänen der Bundesregierung soll der derzeit übliche Säumniszuschlag von fünf Prozent im Monat spürbar reduziert werden, und zwar auf nur noch einen Prozent. Außerdem soll ein sogenannter "Notlagentarif" säumigen Versicherten zumindest die notwendigsten Behandlungen ermöglichen. Dazu zählen die Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzen sowie Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft.

Wichtige Vorsorgeuntersuchungen, etwa für Darm- oder Brustkrebs, könnten notversicherte Patienten jedoch nicht nutzen. Auch Impfungen und andere Präventivmaßnahmen ständen für diese Personen nicht mehr zur Verfügung.

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) plant, mit dem Notlagentarif den Druck auf verschuldete Versicherte zu lindern. Da diese jedoch nur noch in akuten Notfällen einen Arzt aufsuchen können, könnten die Kosten für die gesetzlichen Krankenkassen erheblich steigen, warnen Experten.

Gesundheitsminister Daniel Bahr will säumige Krankenkassen-Beitragszahler entlasten

Die Bundesregierung hat beschlossen, für säumige Beitragszahler in den gesetzlichen und privaten Krankenkassen die Zinsen zu senken. Das Kabinett verabschiedete einen Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), der darauf abzielt, den monatlichen Säumniszuschlag von aktuell fünf auf ein Prozent zu reduzieren. Damit sinken die im Jahr anfallenden Zinsen von 60 auf 12 Prozent. Die Neuregelung soll vor allem gesetzlich versicherten Selbstständigen helfen, die ihre Beiträge nicht mehr bezahlen können.

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) geht von ausstehenden Beiträgen in der Höhe von über zwei Milliarden Euro aus, die Privaten bezifferten ihre Ausstände auf etwa 500 Millionen Euro. Insgesamt haben 240 000 Menschen Rückstände bei der Begleichung ihrer Krankenkassenbeiträge.

Privat Krankenversicherte, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten, sollen künftig einen Notlagentarif wahrnehmen können, damit ihre Schuldenlast nicht zu groß wird. Kritiker monieren, dass bis zu 25 Prozent des Tarifes aus der angesparten Altersrückstellung des Versicherten bezahlt werden soll. Dadurch würden die Prämien im Alter stark steigen.

Ethikkommission der Ärzte fordert anonyme Krankenscheine für Zuwanderer ohne Versicherungsschutz

Kleines, dunkelhaariges Mädchen in schmutziger Kleidung lehnt traurig an einem anderen Kind
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Wer als Zuwanderer aus dem Ausland nach Deutschland kommt und krank wird, hat oft schlechte Karten: Ohne regulären Aufenthaltsstatus haben diese Menschen auch kein Recht auf eine ärztliche Behandlung, die von den Krankenkassen übernommen wird. Manche verzichten auch ganz bewusst auf Arztbesuche, weil sie Angst davor haben von den Behörden gefunden und abgeschoben werden. Im medizinischen Notfall stehen Ärzte dann vor einem Dilemma und nicht selten in Situationen, die zu Konflikten mit dem Gesetz führen.

Nun fordern sie humanere Lösungen, die es dieser Gruppe möglich machen würde, ohne Angst einen Arzt aufzusuchen. Im Gespräch ist beispielsweise ein anonymer Krankenschein, wie er in anderen Ländern schon üblich ist und der die Abrechnung der Behandlung ermöglicht, ohne dass der Patient seine Daten preisgeben muss. Derzeit sind Sozialämter bei Krankenhausaufhalten von illegalen Zuwanderern noch verpflichtet, die Patienten der Ausländerbehörde bzw. der Polizei zu melden.

Nach Informationen der Ethikkommission leben derzeit zwischen 200.000 und 600.000 Menschen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus, sowie zahlreiche Asylbewerber und Zuzügler aus osteuropäischen Ländern, die keinen Versicherungsschutz besitzen. Besonders bedenklich sei, dass viele dieser Menschen nicht nur für sich selbst Arztbesuche vermieden, sondern auch ihren Kindern und Jugendlichen eine medizinische Versorgung vorenthalten.

Günstige Rückkehr zur Krankenversicherung – Schuldenerlass bis Ende Dezember

Holzstempel mit Schriftzug "Krankenkasse"
Stempel Krankenkasse © bilderbox - www.fotolia.de

Die Sozialverbände haben errechnet, dass mehr als 100.000 Deutsche ohne Krankenversicherung leben. Um den Betroffenen die Rückkehr in den Versicherungsschutz zu erleichtern, hat die Bundesregierung einen Beitrags-Schuldenerlass beschlossen. Dieser gilt allerdings nur bis zum 31. Dezember 2013. Wer die Frist versäumt, muss hohe Säumniszuschläge für die versicherungslose Zeit bezahlen.

Selbständige scheuen sich vor allem

Seit 2007 sind eigentlich alle Bürger verpflichtet, Mitglied in einer Krankenkasse zu sein. Da die Kassen von Rückkehrern neben den säumigen Beiträgen auch kräftige Zuschläge verlangten, blieben jedoch viele Menschen unversichert. Vor allem Selbständige scheuten die hohen Ausgaben, die ab 2009 auch in der privaten Kasse fällig wurden.

Chance nutzen

Mit dem befristeten Schuldenerlass sollte die finanzielle Hürde fallen. Nach aktuellen Angaben haben bis Ende November aber nur 8.000 Personen diese Chance genutzt. 5.000 kehrten in die gesetzlichen Kassen zurück, 2.700 meldeten sich bei einer privaten Kasse. Für die übrigen Nichtversicherten bleiben nur noch wenige Tage Zeit. Wer bei Krankheiten wieder Anspruch auf medizinische Versorgung haben möchte, sollte sich deshalb beeilen.

Grundinformationen und Hinweise zu Krankenversicherungen

  • Krankenversicherungen - Funktion, Möglichkeiten und Unterschiede

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  • Bildnachweis: Krankenkassenkarte © aldorado - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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