10. Mai 2011
Intoleranz ist auch in der heutigen Zeit ein großes gesellschaftliches Problem. Doch warum verhalten sich viele Menschen intolerant?
Unter Intoleranz versteht man, dass Menschen, die nicht den Gesellschaftsnormen der Mehrheit entsprechen, nicht respektiert, sondern stattdessen ausgegrenzt werden. Vor allem Minderheiten haben oft unter mangelnder Toleranz der Mehrheit zu leiden.
Intoleranz ist oft zu beobachten, wenn es um Personen geht, die anders sind als die Mehrheit in der Gesellschaft. Dabei kann es sich um Fremde, Menschen mit anderer Hautfarbe oder Religion, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, Übergewichtige, Obdachlose, Homosexuelle oder Behinderte handeln. Auch bestimmte politische Ansichten und sogar Kleidung führen mitunter zur Ausgrenzung durch die Mehrheit.
Die Intoleranz begleitet die Menschen schon seit jeher durch ihre Geschichte. Ihre Auswüchse führten häufig zu Rassismus, Nationalismus, religiösem Fanatismus sowie zur Diskriminierung von Frauen, Homosexuellen oder Behinderten. Aber wie kommt es zu Intoleranz gegenüber Minderheiten?
Die Ursachen für Intoleranz sind mannigfaltig. Meist hat sie ethnische, soziologische, historische, anthropologische oder religiöse Wurzeln. Typisch ist, dass Intoleranz vor allem Minderheiten zu spüren bekommen. Diejenigen, die sich intolerant verhalten sind dagegen meist in der Mehrheit. Bei der Mehrheit besteht eine bestimmte Übereinstimmung, die bei den Ausgegrenzten dagegen fehlt. Dabei kann es sich beispielsweise um Aussehen, Kleidung oder ein bestimmtes Verhalten handeln. Durch die Gemeinsamkeiten entsteht bei der Mehrheit einer Gruppe ein "Wir-Gefühl". Um dieses "Wir-Gefühl" zu erhalten, sind jedoch auch andersartige Personen erforderlich, die nicht dieser Norm entsprechen. Die Mehrheit wertet sich selbst auf, indem sie glaubt im Recht oder im Besitz der Wahrheit zu sein. Indem gleichzeitig alle Andersartigen abgewertet werden, steigt der eigene Wert.
Vor allem Gemeinschaften, die sich bedroht fühlen, reagieren sehr intolerant. Je stärker dabei die eigenen Defizite sind, die zumeist nicht eingestanden werden, umso heftiger fällt die Intoleranz aus. Religiöse Intoleranz entsteht meist dadurch, dass eine Glaubensgruppe sich den anderen Gruppen überlegen fühlt und meint die einzig wahre Religion zu vertreten. Das Gleiche gilt für politische Ideologien.
In vielen Fällen ist Intoleranz nur ein Ersatz für nicht gelöste Probleme. Dabei richten sich die Aggressionen nicht gegen den Verursacher des Problems, da dieser nicht angreifbar ist, sondern gegen ein schwächeres Opfer, um eigene Frustrationen und Machtlosigkeit zu kompensieren.
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