27. April 2011
Viele Menschen verfolgen mit großem Interesse Hochzeiten und Skandale von Adeligen. In der heutigen Gesellschaft spielt der Adel jedoch nur noch eine untergeordnete Rolle.
Der Begriff Adel bedeutet soviel wie "die Edelsten" oder "Edles Geschlecht". Man versteht darunter eine exklusive Gruppe, die einen besonderen gesellschaftlichen Status genießt. Jahrhundertelang übte der Adel die Herrschaft über Europa aus. In der heutigen Zeit hat er jedoch seine politische Vormachtsstellung verloren.
Wann der Adel genau entstand, ist nicht bekannt. Doch bereits im alten Rom unterschied man zwischen senatorischem Adel und niederem Adel. In sämtlichen vorindustriellen Hochkulturen entstand eine Adelsschicht. Zumeist bildete sich der Adel durch seinen größeren öffentlichen Einfluss. Adelige hatten oftmals den Vorteil, dass sie über wirtschaftliche oder militärische Überlegenheit verfügten oder besondere Leistungen erbrachten. Aufgrund ihrer Überlegenheit nahmen die Adeligen für sich auch die politische Führung in Anspruch. Später wurden Adelstitel dann von Generation zu Generation weitervererbt. Die Titel konnten aber auch durch Könige oder Kaiser verliehen werden.
Seine Glanzzeit erreichte der europäische Adel vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert. Zu dieser Zeit verfügten Fürsten, Herzöge, Grafen sowie der niedere Adel über eine hohe Machtfülle und zahlreiche Privilegien. Dabei war der Adel stets bemüht sich von der Zentralgewalt durch Kaiser oder Könige abzugrenzen. Infolgedessen kam es vor allem in Deutschland zur Bildung von Fürstentümern, Herzogtümern, diversen Grafschaften und Herrschaften. Mit der französischen Revolution im Jahr 1789 begann jedoch der Niedergang des Adels, der im Laufe der Jahre zunehmend an Einfluss verlor. Immer mehr gesellschaftliche und staatliche Aufgaben wurden vom aufsteigenden Bürgertum übernommen, das mit der technisch komplizierter werdenden Welt besser zurechtkam als die Aristokratie. Mit dem Ende des 1. Weltkriegs verlor der Adel in vielen europäischen Ländern auch seine letzten Privilegien. So wurden 1919 in Deutschland die öffentlich-rechtlichen Vorteile des Adels aufgehoben. In Österreich schaffte man Adelsbezeichnungen sogar gänzlich ab.
Trotz seines Niedergangs in vielen Ländern, bildet der Adel auch in der heutigen Zeit eine verhältnismäßig geschlossene Gesellschaft, der seine eigenen Traditionen und Umgangsformen pflegt. Politisch hat er in Deutschland jedoch keinerlei Einfluss mehr. Auch eine bestimmte gesellschaftliche Funktion nimmt er nicht wahr. Dennoch übt der Adel nach wie vor eine große Faszination auf zahlreiche Menschen aus.
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