Gesetzliche Krankenkversicherung - Leistungen und ein Überblick über private Zusatzversicherungen

Mehrere Tabletten und Pillen liegen auf Wörterbuch auf Begriff Medikament

Wir informieren über die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen, geben Tipps, wie man die richtige Versicherung für sich findet und wann ein Wechsel möglich ist

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  • von Paradisi-Redaktion

Die gesetzlichen Krankenversicherungen bieten den Versicherten eine Vielzahl von Leistungen an. Dabei - sowie bei der Auswahl der passenden Krankenkasse - gilt es jedoch, einige Hinweise zu beachten. Es gibt unterschiedliche Kassenarten; was die Leistungen angeht, kann es in einigen Fällen sinnvoll sein, eine private Zusatzversicherung abzuschließen. Informieren Sie sich über das Leistungsangebot einer gesetzlichen Krankenversicherung und lesen Sie, in welchen Fällen der Abschluss einer privaten Zusatzversicherung Sinn macht.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zählt zum deutschen Gesundheitssystem. Grundsätzlich handelt es sich um eine Pflichtversicherung für diejenigen Menschen in Deutschland, die keinen anderen Anspruch auf krankheitsbedingte Absicherung haben und die nicht in das Raster der versicherungsfreien Einstufung fallen.

Zu den Aufgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gehören

  • die Erhaltung
  • die Wiederherstellung sowie
  • die Besserung

des Gesundheitszustandes der Versicherten. Dies beinhaltet auch das Lindern von Krankheitsbeschwerden. Grundsätzlich haben alle Versicherten Anspruch auf die gleichen Leistungen.

Arten und Organisation einer Krankenversicherung

Man unterscheidet mehrere Kassenarten. Hierzu zählen:

  • Ersatzkassen: entstandten aus dem System der freien Hilfskassen; vertreten Interessen über freiwillige Verbände
  • Allgemeine Ortskrankenkassen: für abgegrenzte Regionen, rechtlich selbstständige Kassen
  • Betriebskrankenkassen: von Arbeitgebern mit die mind. 1000 Versicherungspflichtigen gegründet
  • Innungskrankenkassen: von Handwerksinnungen mit mind. 1000 Versicherungspflichtigen gegründet
  • Landwirtschaftliche Krankenkassen: für Landwirte und deren Familien und Bezieher der Rente aus der Alterssicherung der Landwirte
  • Knappschaft: war ursprünglich für Menschen aus dem Bergbau gedacht, seit 2007 auch allgemein geöffnet

Krankenversicherungsschutz besteht durch eine Pflichtmitgliedschaft - besonders Rentner und Arbeitnehmer zählen hierzu - durch eine Familienversicherung doer auch im Rahmen einer freiwilligen Versicherung. Die Versicherungspflicht wird gesetzlich geregelt. Unter eingeschränkten Voraussetzungen kann man sich von dieser befreien lassen - als versicherungsfrei gelten beispielsweise Arbeitnehmer und Beamte mit einem regelmäßigen die Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigenden Jahresarbeitsentgelt.

Endet die Versicherungspflicht oder die Mitgliedschaft in einer Familienversicherung und besteht kein anschließender Versicherungsschutz gegen Krankheit, tritt man seit 2013 automatisch in die freiwillige Versicherung ein. Freiberufler aus dem Bereich Kunst und Journalismus können über die Künstlersozialkasse (KSK) einen Zuschuss zur Gesetzlichen Krankenversicherung erhalten; wie bei Arbeitnehmern besteht in diesem Fall eine gesetzliche Pflichtversicherung. Bei Studenten liegt grundsätzlich eine Versicherungspflicht in der Krankenversicherung der Studenten (KVdS), bei Rentnern in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) vor.

Auch eine freiwillige Versicherung ist möglich. Besonders für diejenigen, die aus einer Familien- oder Pflichtversicherung ausgeschieden sind, gilt dieser Schutz. Ebenso besteht die Möglichkeit einer beitragsfreien Familienversicherung. Dies gilt für nicht versicherte Lebenspartner, Ehegatten und Kinder von Krankenkassenmitgliedern. Die Familienversicherung gilt nicht für Angehörige, die hauptberuflich selbstständig oder versicherungsfrei sind, ebenso, wenn das monatliche Gesamteinkommen ein Siebtel der Bezugsgröße übersteigt - das Einkommen durch einen Minijob darf 450 Euro nicht übersteigen.

Der familienversicherte Schutz gilt für Kinder bis 18 Jahre; sind sie nicht erwerbstätig, bis 23 bzw. bis 25 Jahre, wenn das Kind Schüler, Auszubildender oder Student ist. Auch ein freiwilliges soziales (oder ökologisches) Jahr zählt dazu. Keine Altersgrenze besteht für Kinder mit Behinderung.

Krankenkassen setzen Versicherte unzulässig unter Druck - wie Patienten sich wehren können

Holzstempel mit Schriftzug "Krankenkasse"
Stempel Krankenkasse © bilderbox - www.fotolia.de

Komplizierte Formulare, Kontrollanrufe und unzulässige Fragen – Mitglieder von gesetzlichen Krankenkassen berichten von zunehmendem Druck. Wenn die Kasse zahlen soll, versuchen manche Mitarbeiter die Krankgeschriebenen zu drangsalieren, damit diese wieder arbeiten gehen oder auf Leistungen verzichten.

Selbstsauskunftsbögen für Patienten, die Krankengeld empfangen

Ob eine Kasse Krankengeld zahlen muss, hängt allein vom ärztlichen Urteil ab. Nach Auskunft des Bundesdatenschutzbeauftragten verschicken die Krankenkassen jedoch häufig Selbstauskunftsbögen, in denen sie teilweise unzulässige persönliche Informationen der Versicherten abfragen. Da die Patienten glauben, von der Auskunft hinge ihr Krankengeld ab, geben sie sensible Daten preis, die eigentlich nur der Medizinische Dienst der Krankenkasse erheben darf. Besonders problematisch ist diese Praxis für Patienten mit psychischen Erkrankungen, die sich häufig auch durch Telefonanrufe drangsaliert fühlen.

Die Ausgaben der Kassen für Krankengeld liegen derzeit bei knapp 10 Milliarden Euro, 2013 stiegen die Kosten um 6,1 Prozent. Im Auftrag der gesetzlichen Krankenkassen prüft deshalb der Medizinische Dienst jährlich mehrere Millionen Krankschreibungen. In den meisten Fällen bestätigen die Gutachter das vom Arzt erstellte Attest.

Was bei einer Ablehnung getan werden kann

Einblick in die ärztliche Diagnose oder Angaben zum Gesundheitszustand dürfen die Kassen-Mitarbeiter selbst nicht nehmen. Falls die Zahlung von Krankengeld oder andere Leistungen verweigert wird, sollten Versicherte deshalb nicht vorschnell dem Druck der Kasse nachgeben – schon gar nicht am Telefon. Gegen eine schriftliche Ablehnung können sie Widerspruch einlegen und eine unabhängige Begutachtung beantragen.

Rückkehr in den Job oder Rente – Krankenkassen dürfen Patienten nicht zwingen

Wer Krankengeld bekommt, ist bei der Krankenkasse nicht sonderlich beliebt. Oftmals versuchen die Kassen betroffene Versicherte mit Anrufen oder Briefen unter Druck zu setzen, damit diese schnell wieder in den Job zurückkehren. Solange der eigene Arzt den Versicherten für arbeitsunfähig hält, darf er aber zu Hause bleiben.

Gutachten vom MDK abwarten

Die Krankenkassen ignorieren allerdings häufig die Meinung der niedergelassenen Ärzte und lassen den Fall von einem Arzt des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) prüfen. Dieser kann den Patienten innerhalb eines Tages für gesund erklären – meist allein aufgrund der Aktenlage.

Um weiter Krankengeld zu beziehen, muss der Versicherte nun aktiv werden. Als erstes sollte er Widerspruch einlegen und eine Zweitbegutachtung beantragen. Der Arzt vom MDK muss den Patienten dann zumindest persönlich anschauen und befragen.

Mit einem kostenlosen Eilverfahren auf einstweiligen Rechtsschutz beim Sozialgericht ist sichergestellt, dass die Zahlungen während der Klärung weiterlaufen.

Nicht krank zur Arbeit gehen

Trotz Krankschreibung zur Arbeit zu gehen, ist für den Versicherten nicht nur belastend – es kann auch teuer werden. Sollten sich die körperlichen Beschwerden durch das Arbeiten verschlimmern, hat der Versicherte keinen Anspruch auf Schadenersatz.

An der Genesung mitarbeiten

Wer Krankengeld bezieht, hat auch Pflichten. Er muss empfohlene Therapien mitmachen und darf nichts tun, was seine Genesung verzögern oder verhindern könnte. Konkret bedeutet das: Patienten, die eine erfolgversprechende Behandlung verweigern, verlieren ihren Anspruch auf Geld.

Wenn die Kasse eine Psychotherapie oder Reha empfiehlt, sollte der Versicherte deshalb gut nachdenken, bevor er diese ablehnt.

Kein Zwang zum Rentenantrag

Krankengeld wird innerhalb von drei Jahren für maximal 78 Wochen gezahlt. Läuft diese Frist ab, ohne dass der Versicherte wieder arbeitsfähig ist, fordert die Kasse ihn meist auf, einen Rentenantrag zu stellen. Oftmals versuchen die Kassenmitarbeiter auch schon vorher Druck auszuüben – um die Kosten von sich selbst auf die Rentenkassen abzuwälzen.

Patienten müssen sich diesem Druck allerdings nicht beugen. Die Krankenkasse darf niemanden zwingen, vorzeitig in Rente zu gehen. Allerdings: Die Kasse darf verlangen, dass der Versicherte einen Reha-Antrag stellt.

Wenn diese keine Aussichten auf Erfolg hat, wird der Antrag automatisch zum Renten-Antrag umgewidmet.

Liegt die Aufforderung zum Reha-Antrag in der Post, hat der Versicherte zehn Wochen Zeit die Papiere einzureichen. Wer nicht in Rente gehen möchte, sollte aber schon vorher rechtliche Schritte unternehmen. Innerhalb von vier Wochen ist es möglich, schriftlichen Widerspruch einzulegen. Die Kasse muss ihre Aufforderung dann nochmals prüfen.

Gesundschreibung trotz bestehender Krankheit? Hier finden Sie wertvolle Tipps

Arzt in weißem Kittel sitzt mit Patientin in der Sprechstunde
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Es kommt häufiger vor als man denkt, dass Krankenkassen-Gutachter des Medizinischen Dienstes Patienten, die noch nicht vollständig genesen sind, dennoch gegen ihren Willen und offensichtlichen Krankheitssymptomen zum Trotz, gesundschreiben. Verunsicherte Patienten stehen vor dem Dilemma, dass sie in ihrem kranken Zustand dem Arbeitgeber wieder vollständig mit ihrer Arbeitskraft zur Verfügung stehen und parallel den Kampf der Glaubwürdigkeit mit der Krankenkasse führen müssen.

In diesem Fall ist es wichtig, schnell zu handeln und sich nicht einschüchtern zu lassen, denn mit der ‘Gesundschreibung’ endet der Bezug des Krankengeldes. Daher legen Sie umgehend Widerspruch gegen die Einstellung der Krankengeldzahlung ein und bitten Sie ihren Hausarzt um eine erneute medizinischen Einschätzung. Dieses Zweitgutachten kann bei der Krankenkasse zur erneuten Überprüfung ihrer Arbeitsunfähigkeit führen.

Wenn der Medizinische Dienst der Krankenkassen Patienten für gesund erklärt

Patienten, die sich krank fühlen und dies auch von ihrem Arzt bestätigt bekommen, sollten, wenn der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) sie aber als gesund erklärt, umgehend Einspruch dagegen erheben.

Im anderen Falle endet nämlich die Krankengeldzahlung der Krankenkasse, wie die Unabhängige Patientenberatung (UPD) in Rostock hinweist. Zudem ist der betroffene Patient dann auch wieder arbeitsfähig. Deshalb sollte in diesem Fall auch der behandelnde Arzt, wenn er Meinung ist, dass der Patient noch krank ist, bei der Krankenkasse ein Zweitgutachten anfordern, damit die Arbeitsunfähigkeit nochmals überprüft wird.

Versicherungsleistungen gemäß des Fünften Sozialgesetzbuchs (SBG V)

Der Umfang dieser Versicherungsleistungen wird größtenteils im Fünften Sozialgesetzbuch (SBG V) geregelt. Dieses besagt, dass die Leistungen zweckmäßig, wirtschaftlich und ausreichend sein müssen. Außerdem darf das Maß des medizinisch Notwendigen nicht überschritten werden.

Zu beachten ist, dass die Übernahme der Kosten oft von bestimmten Faktoren abhängt. Daher ist es ratsam, sich gut zu informieren, bevor man die Übernahme von medizinischen Behandlungskosten durch die Krankenkasse in Anspruch nimmt.

Trotz zahlreicher Kürzungen in den letzten Jahren ist das Leistungsangebot der gesetzlichen Krankenkassen noch immer sehr umfangreich. Dazu gehören unter anderem

In Deutschland werden den Versicherten von den Krankenkassen teilweise oder völlig die Kosten für die Behandlung von Krankheiten oder Verletzungen sowie bei einer Schwangerschaft erstattet. In der gesetzlichen Krankenversicherung haben die Versicherungsnehmer Anspruch auf sämtliche Grundleistungen.

Obwohl durch diverse Gesundheitsreformen die Leistungen für die Versicherten immer mehr abgebaut wurden und der Eigenanteil zunehmend anstieg, bieten die gesetzlichen Krankenkassen nach wie vor eine Vielzahl von wichtigen Grundleistungen. So bekommen die Versicherten sämtliche Leistungen, die sich zur Erhaltung, Wiederherstellung oder Besserung ihres Gesundheitszustands eignen.

Welche Extras bieten die Krankenkassen? Der Vergleich lohnt

Gesundheit, Vorsorge, Behandlung: Männerhand schreibt mit Kreide Begriffe auf Tafel
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Die gesetzlichen Krankenkassen bieten ihren Mitgliedern zu 95 Prozent die gleichen Leistungen. Die restlichen 5 Prozent können jedoch einen maßgeblichen Unterschied machen. Beim Kassenvergleich sollten Verbraucher deshalb auf die Extras achten.

Betroffen sind meist Zusatzleistungen, die vor allem für eine bestimmte Zielgruppe interessant sind.

  • So geben manche Kassen mehr Geld für die Zahnprophylaxe, oder sie zahlen ihren Mitgliedern das Krebs-Screening beim Hautarzt schon ab 20 Jahren. Gesetzlich ist die Vorsorgeuntersuchung erst für 35-Jährige vorgesehen.
  • Lohnenswert könnte der Wechsel außerdem für Frauen mit Kinderwunsch sein. Bei einigen Kassen können Schwangere zusätzliche Untersuchungen machen lassen, um individuelle Risiken abzuklären.
  • Und auch für Kinder gibt es häufig erweiterte Programme zur Vorsorge. Tipp: Wer chronisch krank ist, sollte außerdem auf die Kostenübernahme für Haushaltshilfen achten. Während Kasse A maximal 14 Tage zahlt, übernimmt Kasse B die Kosten etwa für ein ganzes Jahr.
  • Weitere Unterschiede zeigen sich bei alternativen Heilmethoden. Ob Homöopathie, Akupunktur oder Osteopathie – viele Kassen erstatten mittlerweile die Kosten. Oft sind die Summen jedoch gedeckelt oder auf bestimmte Verfahren und Medikamente beschränkt.

Gesetzlich Versicherte müssen länger auf einen Facharzttermin warten als privat Versicherte

Holzstempel mit Schriftzug "Krankenkasse"
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Vor zwei Jahren hatte die AOK Rheinland/Hamburg festgestellt, dass gesetzlich Krankenversicherte länger auf einen Termin bei einem Facharzt warten müssen als Versicherte in einer Privatkrankenkasse. So bekamen die Kassenpatienten beispielsweise bei einem Orthopäden 16 Tage, bei einem Augenarzt 22 Tage und bei einem Kardiologen sogar 50 Tage später einen Termin als Versicherte bei einer PVK.

Aber auch bis heute hat sich dabei nichts gebessert, wie eine aktuelle Untersuchung der Zeitschrift "Welt" zeigt. Dabei wurde bei Fachärzten in München, Hamburg und Berlin telefonisch nach einem Termin nachgefragt. Auch in den beiden Bundesländern Brandenburg und Niedersachsen hatten die Grünen dies festgestellt. Hier wollte man Termine bei Augenärzten vereinbaren. Ein Grund für diese unterschiedliche Terminvergabe könnte daran liegen, dass die Ärzte für die Behandlung eines Kassenpatienten weniger an Honorar erhalten. Deshalb besteht auch eine Vermutung, dass junge Ärzte sich lieber in einer Stadt als auf dem Land niederlassen, weil es in der Stadt mehr privat Versicherte gibt.

Dagegen kann die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) bei den Terminvergaben keinen Unterschied ausmachen und so bekämen auch zwei Drittel aller Patienten spätestens innerhalb von drei Tagen einen Termin. Auch machen die meisten Praxen keinen Unterschied ob der Patient gesetzlich oder privat versichert ist.

Krankenkassen leisten mehr, als vielen Versicherten bekannt ist

Holzstempel mit Schriftzug "Krankenversicherung" wird benutzt
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Krankenkassen übernehmen die Kosten, wenn ein Versicherter medizinische Versorgung braucht. Dies ist allseits bekannt. Doch in der heutigen Zeit unterstützen die Kassen ihre Mitglieder darüber hinaus auf vielfältige Weise. Neben der finanziellen Förderung von Vorbeugemaßnahmen oder Kuren, umfasst das Portfolio Sportkurse oder professionelle Zahnreinigung.

Top-Platzierung: Techniker Krankenkasse

Ob die Versicherungsnehmer davon erfahren, ist von Kasse zu Kasse unterschiedlich. Die Stiftung Warentest hat darum die Informationspolitik der 20 größten gesetzlichen Versicherer genauer unter die Lupe genommen.

Das Fazit: Die Techniker Krankenkasse hatte die Nase vorn.

Telefonische Anfragen sind erfolgreicher als E-mails

Um das Beratungsangebot zu überprüfen, versuchten die Tester via Mail, Telefon oder persönlich, Auskünfte zu bekommen. Die Themen waren stets gleich. Es ging um Kostenübernahmen, Fragen zur Sozialversicherung oder medizinische Probleme. Zusätzlich wurde der Informationsgehalt der jeweiligen Webseiten begutachtet.

Es stellte sich heraus, dass eine Reaktion per Mail länger dauerte, als beispielsweise die Kontaktaufnahme übers Telefon. Weniger als zwei Drittel der E-Mails wurden innerhalb eines Tages erwidert. Am Telefon erreichte man einen Krankenkassen-Mitarbeiter deutlich schneller. Fast immer waren Berater nach dem zweiten Versuch verfügbar.

Fehlendes Fachwissen bei medizinischen Fragen

Weniger gut wurden Bemühungen bewertet, medizinische Anliegen zu beantworten. Die Mitarbeiter waren in der Regel Laien und es fehlte daher am nötigen Fachwissen. Sinnvoller wäre ein Verweis auf entsprechend kompetente Hotlines. Nicht immer allerdings rückten die Kassen von sich aus mit Informationen heraus. Es bedurfte häufig intensiverer Nachfragen.

Auf den Plätzen zwei und drei folgten laut Stiftung Warentest in der Gesamteinstufung die AOK Niedersachsen und die KKH.

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    Krankenkassen lassen Versicherte bei Behandlungsfehlern oft allein

    Trotz gesetzlichem Anspruch auf Schadensersatz bei Behandlungsfehlern oft keine Hilfe der Kassen

    Seit Anfang 2013 müssen Krankenkassen ihre Versicherten beim Verdacht von Behandlungsfehlern unterstützen. Wie eine Studie der Verbraucherzentrale Nordrheinwestfalen zeigt, geschieht dies in der Praxis jedoch zu wenig.

    Nur 35 von 50 befragten Kassen lassen grundsätzlich ein Gutachten erstellen. 37 Versicherer gaben an, dass sie standardmäßig ihre eigenen Akten auf Anhaltspunkte für einen Behandlungsfehler prüfen. Wenn sich der Verdacht bestätigt, sind die meisten Patienten auf sich allein gestellt.

    Krankenkassen verschweigen Schadensersatzanspruch

    Lediglich 15 der befragten Kassen besprechen mit ihren Versicherten, wie diese vorgehen sollten. Für die Betroffenen ist das nicht nur ärgerlich, ihnen entgeht auch oft ein finanzieller Schadenersatz. Laut Gesetz hätten sie darauf aber einen Anspruch.

    Insgesamt hatten die Verbraucherschützer ihre Umfrage an 72 Kassen verschickt, um zu prüfen, wie diese die gesetzlichen Vorgaben umsetzen. 50 antworteten.

    Kostenübernahme durch die Krankenkasse: Bei zu späten Entscheidungen muss die Kasse zahlen

    Da der Faktor Zeit bei der Kostenübernahme von Therapien nicht unterschätzt werden darf, gelten bestimmte Fristen

    Holzstempel mit Schriftzug "Krankenkasse"
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    Im deutschen Gesundheitssystem gibt es viele Leistungen, die ohne weitere Prüfung von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Es gibt allerdings auch einige Behandlungen, bei denen individuell entschieden werden muss, ob die Kasse für den Patienten die Kosten übernimmt oder nicht.

    Ultimatum zum Patientenschutz

    Bei all diesen Leistungen muss ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt werden. Für die Patienten geht es allerdings oft auch um den Faktor Zeit, denn bei Krankheiten muss zeitnah die passende Therapie begonnen werden. Genau aus diesem Grund hat das Sozialgericht in Düsseldorf entschieden, dass sich die Kassen nicht zu lange Zeit für eine Antwort nehmen dürfen.

    Ist nach insgesamt drei Wochen nach Antragsstellung keine Genehmigung oder Ablehnung eingetroffen, gilt der Antrag automatisch als genehmigt. Dies geschieht zum Schutz des Patienten.

    Prüfungszeitraum und Fristen

    Der zugrunde liegende Rechtsstreit betraf eine 29-Jährige, die an Adipositas litt. Zwei Fachärzte hatten ihr schriftlich bestätigt, dass eine ambulante Fettabsaugung für ihre Gesundheit wichtig sei. Diese zwei Schreiben reichte die Patientin bei der gesetzlichen Krankenkasse ein und bat um Kostenübernahme. Ein Monat verstrich ohne eine Stellungnahme der Kasse.

    Die Frau meldete sich erneut bei der zuständigen Stelle und sagte, dass sie den Antrag damit als genehmigt ansehe. Innerhalb von drei Tagen erhielt sie dann ein Schreiben mit der Ablehnung der Kostenübernahme. Die Patientin klagte vor Gericht und gewann den Prozess. Die Kasse muss nachträglich zahlen.

    Das Gericht legte drei Wochen für eine normale Prüfung als Zeitraum fest. Die Frist wird auf fünf Wochen verlängert, wenn erst noch ein Gutachten beantragt wird. Teilt die Krankenkasse dem Patienten schriftlich samt Begründung mit, dass sich die Überprüfung verlängert, gilt der neu angesetzte Prüfungszeitraum.

    Sportlich aktiv auf Kassenkosten: Welche Fitnesskurse bezahlen die Krankenkassen?

    Wer sich bei seiner Krankenkasse informiert, kann was für die Gesundheit tun und gleichzeitig bares Geld sparen

    Junge und ältere Menschen im Fitnessstudio auf Gymnastikmatten
    Daumen hoch im Fitnesscenter © Robert Kneschke - www.fotolia.de

    Viele wissen es nicht einmal, doch tatsächlich haben Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen in vielen Fällen die Möglichkeit, sich Sport quasi auf Rezept zu holen. Damit ist keineswegs nur der Reha-Sport nach Unfällen oder die Physiotherapie bei chronischen Leiden gemeint. Statt erst zu Genesungszwecken aktiv zu werden, ist gezieltes Vorbeugen möglich.

    Sport auf Rezept

    Es gibt Fitness- und Bewegungskurse, die von den Kassen als Präventionsmaßnahme anerkannt werden. Mitglieder können diese Kurse absolvieren und für diese Investition in die Gesundheit anteilig die Kurskosten erstattet bekommen.

    Aktuell wurden die Präventionsempfehlungen überarbeitet und treten ab 31. Juli 2016 in Kraft. Teil des Angebotes ist es, dass Hausärzte bei übergewichtigen Patienten nicht wie bisher eine Sportempfehlung aussprechen (die oft ungehört bleibt), sondern ein Sportrezept ausstellen.

    Bis zu 80 Prozent der Kurskosten werden bereits jetzt durch die Kassen übernommen und diese Regelung bleibt aktiv. Das Rezept soll die Patienten mit Nachdruck daran erinnern, wie wichtig Fitness ist.

    So sparen Sie bares Geld

    Welche Angebote von der Kasse gedeckt werden, hängt immer von der jeweiligen Krankenkasse und dem Bundesland ab. Damit die Kosten erstattet werden, muss

    1. das jeweilige Angebot bei der Kasse bekannt und
    2. die Trainer zertifiziert sein.

    Interessenten sollten sich daher immer zuerst bei der Krankenkasse informieren, welches Sportangebot in welchen Einrichtungen bei der Kasse offiziell anerkannt ist. Dafür muss die Zentrale Prüfstelle für Prävention den Kurs entsprechend registriert haben.

    Die Krankenkassen unterscheiden sich darüber hinaus in der Menge der anerkannten Kurse. In manchen Fällen werden beispielsweise nur zwei Kurse im Jahr anerkannt, andere legen Stundenzahlen pro Kurs als Maßstab fest. Wer sich informiert, kann bares Geld sparen, während der Körper fit bleibt, oder fit gemacht wird.

    Zwei Studien bestätigen Nachteile für gesetzlich Krankenversicherte

    Benachteiligung von Kassenpatienten ist Realität

    Zwei Studien bestätigen die Vermutung, dass privat Krankenversicherte selbst bei akuten Beschwerden schneller behandelt werden als gesetzlich Versicherte.

    Benachteiligung von Kassenpatienten

    Eine Untersuchung im Auftrag der AOK ermittelte, dass 13,6 Prozent der gesetzlich Versicherten mehr als vier Wochen auf einen Arzttermin warten mussten. Von den Privatpatienten gaben dies nur 2,9 Prozent an. Auch eine Studie im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung bestätigte den Trend, allerdings mit weniger krassen Zahlen.

    „Die Benachteiligung von Kassenpatienten ist eine Realität, keine Fiktion“, kommentiert der Leiter der Forschungsgruppe „Public Health“ im Wissenschaftszentrum Berlin, Professor Dr. Rolf Rosenbrock, in der Apotheken Umschau. Grund ist für Rosenbrock der ökonomische Anreiz: „Wenn ein Arzt für die gleiche Verrichtung bei dem einen Patienten ein Mehrfaches von dem abrechnen kann, was bei einem anderen möglich ist, kann sich jeder selbst ausrechnen, wen er bevorzugen würde.“ Er empfiehlt Kassenpatienten, die eine Benachteiligung vermuten, ihren Arzt darauf anzusprechen.

    Beschwerde bei der Krankenkasse bei Benachteilgung möglich

    Rosenbrock: „Grundsätzlich können sich Patienten auch an ihre Krankenkasse wenden, um sich zu beschweren.“

    Welchen Service bietet meine Krankenkasse?

    Jetzt gibt es eine Checkliste, die in Zusammenarbeit vom Bundesgesundheitsministerium in Berlin, der Stiftung Warentest und der Verbraucherzentrale entstanden ist. Damit können die Versicherten den Service ihrer Krankenkasse einmal überprüfen, so beispielsweise ist eine Frage ob die Kasse telefonisch oder auch vor Ort gut erreichbar ist.

    Weitere Punkte sind, hilft mir die Kasse bei der Vermittlung von Fachärzten und was für Zusatzleistungen, wie Impfungen, sind im Beitrag enthalten. Auch bieten manche Krankenkassen ein so genanntes Hausarztmodell an.

    Die Checklisten sind so groß wie ein Personalausweis und es sollen etwa 9 Millionen davon in Deutschland verteilt werden.

    Kassen zahlen bei medizinischen Behandlungsfehlern

    Nach Angaben des Leiters des Instituts Medizinschaden der AOK Schleswig-Holstein werden Patienten bei Schadensersatzforderungen nach Behandlungsfehlern von den Krankenkassen unterstützt. So können sich betroffene Patienten mit absehbaren Fehlern bei der Behandlung an das Institut wenden, so Thomsen.

    Sofern entschieden wird, dass die Bemängelung begründet ist, erhält der Versicherte umgehend Hilfe. In den meisten Fällen geschieht dies entweder durch ein gerichtliches Verfahren oder einen Vergleich mit den Haftpflichtversicherern.

    Die Gerichts- und Vergleichskosten für den Patienten werden dadurch erheblich gesenkt. Innerhalb der vergangenen acht Jahre hat das Kieler Institut sieben Millionen Euro an finanziellen Ansprüchen bewältigt.

    Arztrechnungen vor dem Bezahlen erst von der Krankenkasse prüfen lassen

    Wer gesetzlich bei einer Krankenkasse versichert ist, sollte Arztrechnungen vor dem Bezahlen seiner Krankenkasse zur Prüfung einreichen. Denn wer diese Rechnungen, die normalerweise die Kasse übernimmt, selbst bezahlt, hat anschließend eventuell Probleme das Geld von seiner Kasse zurück zu bekommen, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf rät.

    Im Normalfall fallen für gesetzlich Versicherte beim Arzt, außer den 10 Euro beim ersten Besuch im Quartal, keine Kosten an, weil sie von der Arzt-Praxis über die Chipkarte abgerechnet werden.

    Sollte ein Arzt eine Rechnung ausstellen oder gar Barzahlung verlangen, so sollte man sich sofort bei seiner Krankenkasse oder bei der zuständigen kassenärztlichen Vereinigung beschweren, wobei aber individuelle Gesundheitsleistungen, sogenannte IGeL, die Patienten tatsächlich selber bezahlen müssen.

    Hierbei sollte man vor der Behandlung einen Vertrag mit dem Arzt darüber abschließen, so dass auch der Arzt nach der Behandlung eine ordentliche Rechnung nach der Gebührenordnung ausstellt.

    Knapp die Hälfte der Deutschen ist mit ihrer Krankenkasse unzufrieden

    Leidiges Thema Krankenversicherung! So haben sich knapp 50% der Deutschen schon einmal über ihre Krankenkasse geärgert, insbesondere erhöhte Beiträge und enorme Bürokratie bereiten vielen Bundesbürgern regelmäßig Kopf- und Bauchschmerzen.

    Im Vergleich zu den gesetzlich Versicherten geben Privatversicherte ihren Kassen erstaunlicherweise wesentlich schlechtere Noten. Während sich beispielsweise 13,3% der gesetzlich Versicherten schon einmal über Beitragserhöhungen aufgeregt haben, liegt der Schnitt bei den Privatversicherten mit 19,5% deutlich darüber.

    Darüber hinaus sorgten unbürokratische Mitarbeiter, zu lange Bearbeitungszeiten sowie nicht bezahlte Therapien für reichlich Ärger in der Bevölkerung.

    Kostenerstattungstarif wird nur sehr wenig von den gesetztlich Krankenversicherten genutzt

    Wie Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh bei einer Umfrage feststellte, wird von den gesetzlich Versicherten der sogenannte Kostenerstattungstarif nur sehr wenig genutzt.

    Hierbei muss der Versicherte die Arztkosten zunächst selber bezahlen und reicht danach die Rechnung bei seiner Krankenkasse zur Kostenübernahme und Begleichung ein. So nutzen von den 1.500 repräsentativ ausgewählten Befragten nur vier Prozent diese Möglichkeit. Von den Befragten haben auch nur 9 Prozent den sogenannten Selbstbehalttarif positiv beurteilt. Hierbei liegt der jährliche Beitrag niedriger, aber im Gegenzug muss man die anfallenden Kosten beim Arzt und Medikamenten bis zu einer bestimmten Höhe komplett selbst übernehmen, die Autofahrer kennen dies unter dem Thema "Selbstbeteiligung".

    Bei der Frage "was die Versicherten bei ihrer Kasse besonders schätzen" lag vor allem die Erreichbarkeit vorne, danach Angebote über Bonusprogramme (46 Prozent), Angebote für chronisch Kranke (45 Prozent) sowie auch die Kostenerstattung für Gesundheitskurse (43 Prozent).

    Welche Behandlungskosten übernehmen die Krankenkassen?

    Die Stiftung Warentest haben 93 gesetzliche Krankenkassen auf die Übernahme von bestimmten Behandlungskosten untersucht.

    So bezahlen 40 Krankenkassen ganz oder teilweise die Kosten für eine professionelle Zahnreinigung und Dreiviertel auch homöopathische Behandlungen. Auch bestimmte Vorsorgeuntersuchungen werden finanziert und einige Kassen gewähren Zuschüsse zu Rückenschule oder auch Abnehmkursen. Wer in bestimmte Länder reisen will, der muss sich vorher oftmals impfen lassen und auch diese Kosten werden von manchen Kassen übernommen.

    Deshalb sollten diejenigen, die gesetzlich versichert sind, sich bei ihrer Krankenkasse nach den Leistungen erkundigen, so der Rat der Stiftung Warentest, denn viele Kassen bezahlen mehr Behandlungen als man denkt.

    Warten auf einen Arzttermin

    Beine mehrerer Menschen, Patienten sitzen im Wartezimmer einer Arztpraxis
    Füße © Leuten im Wartezimmer © Robert Kneschke - www.fotolia.de

    Eine repräsentative Befragung der Marktforschungsfirma GfK im Auftrag der "Apotheken Umschau" bei 6.000 deutschen Krankenversicherten ergab, dass diejenigen Versicherten, die Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse sind, auf einen Arzttermin durchschnittlich sechs Tage länger warten müssen, als die privat Versicherten. Während also die privat Versicherten etwa 14 Tage auf einen Termin warten müssen, so beträgt die Wartezeit bei den anderen 20 Tage.

    Auch bei den Wartezeiten in der Praxis macht sich ein kleiner Unterschied bemerkbar, so beträgt die durchschnittliche Wartezeit bei den Kassenpatienten 27 Minuten, bei den privat Versicherten 21 Minuten. Wenn es sich aber um akute Fälle handelt, spielt es keine Rolle wie man versichert ist. Zwei Drittel der Notfälle werden auch am gleichen Tag noch behandelt. Dennoch glauben 83 Prozent der Bevölkerung, dass Kassenpatienten schlechter gesundheitlich behandelt werden und so fühlen sich viele Kassenpatienten benachteiligt.

    Kassenpatienten haben keinen Anspruch auf Spezialbehandlungen

    Ein an Prostatakrebs erkrankter 74-Jähriger verlangte von seiner Krankenkasse die Zahlung einer Spezialbehandlung, die nur im Ausland angeboten wird. Hierbei wird ein Verfahren zur Diagnose angeboten, das weitaus schonender ist als die gängigen Verfahren in Deutschland.

    Bei den herkömmlichen Untersuchungen in Deutschland ist das Risiko an einer Impotenz oder Inkontinenz zu erkranken vielfach höher als bei der ausländischen Methode. Dennoch weigerte sich seine Krankenkasse die Kosten von 1500 Euro zu übernehmen. Daraufhin zog der Mann vor Gericht. Ohne Erfolg.

    Denn nach Ansicht der Richter haben Kassenpatienten keinen Anspruch auf solche Spitzenmedizin, sofern es zumutbare Alternativbehandlungen gibt.

    Elektronische Gesundheitskarte ohne Foto – Welche Nachteile entstehen?

    Die gesetzlichen Krankenkassen fordern die Versicherungsnehmer verstärkt auf, ein Foto für die elektronische Versicherungskarte abzugeben. Wer dieser Forderung nicht nachkommt, habe dadurch keine Nachteile.

    Laut der Verbraucherzentrale in Hamburg bestehe allerdings die Möglichkeit, dass diejenigen ohne Foto keine elektronische Gesundheitskarte bekommen. In einem solchen Fall, müsse der Versicherte auf anderem Wege das Versicherungsverhältnis nachweisen. Das sei zum Beispiel durch die alte Versicherungskarte möglich, wenn diese noch Gültigkeit besitzt.

    Keimsanierung wird von der Krankenversicherung übernommen

    Nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss müssen ambulante MRSA-Sanierungen bei bestimmten Fällen in Zukunft von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen werden. Die Risikofaktoren für von MRSA besiedelten Patienten sind unter anderem Antibiotika, liegende Katheter, Dialyse, Gangrän, Hautulcus sowie tiefe Weichteilinfektionen und chronische Wunden.

    Das im Jahr 2011 verabschiedete Infektionsschutzgesetz des Gemeinsamen Bundesausschuss regelt, dass die ärztlichen Leistungen für die Diagnostik dieser Patienten von den Kassen getragen werden müssen.

    Alarmierend: Überprüfung der Klinikrechnungen ergab eine Fehlerquote von 50 Prozent

    Immer wieder werden die eingereichten Rechnungen der Kliniken von den Kassen überprüft. Leider oftmals mit einem schockierendem Ergebnis, wie jetzt über den Medizinischen Dienst bekannt wurde. Jede zweite Rechnung sei fehlerhaft. Unter dem Strich hieß das für die Krankenkassen im vergangenen Jahr eine Mehrbelastung von zwei Milliarden Euro.

    Zwar ist nicht davon auszugehen, dass die falschen Rechnungen vorsätzlich oder mit einer mutwilligen Täuschung eingereicht werden, dennoch muss sich etwas am Gesetz ändern. Die Krankenkassen erhalten von den Kliniken das zu viel gezahlte Geld zurück, wenn nach der Überprüfung Unstimmigkeiten bekannt werden. Ist die Rechnung allerdings korrekt, so müssen die Kassen den Kliniken eine Entschädigung von 300 Euro zahlen.

    Dieser Umstand müsse sich in jedem Fall ändern. Vorsätzlicher Betrug und nachweislich falsche Abrechnungen werden allerdings bereits jetzt bestraft und geahndet.

    Versicherte der hkk können nun online Quittungen für die Leistungen ihrer Krankenkasse einsehen

    Die Abrechnungen der Krankenkassen sind zu undurchsichtig und fehlerhaft, beschweren sich viele Versicherte. Die Bremer Krankenkasse hkk möchte die Zufriedenheit ihrer Versicherten auf diesem Gebiet nun steigern.

    Die hkk-Versicherten hatten bislang schon die Möglichkeit einmal pro Quartal eine schriftliche Abrechnung für ihre in Anspruch genommenen Leistungen zu verlangen. Nun sollen die Abrechnungen für die Patienten noch transparenter werden, denn ab sofort können die insgesamt rund 360.000 hkk-Versicherten ihre Abrechnungen sogar jederzeit online einsehen.

    Auf der elektronischen Patientenquittung werden alle Leistungen aufgeführt, die die Krankenkasse für ihe Versicherten an Apotheker, Ärzte und Krankenhäuser gezahlt hat. So könne die Fehlerquote bei den Abrechnungen auf Dauer gesenkt werden, erklärt die hkk.

    Bleiben Kassenpatienten bei einem neuen "Mobile Health System" außen vor?

    Mann benutzt Handy oder Smartphone
    Close up of a man using mobile smart phone © Maksim Kostenko - www.fotolia.de

    Mit Hilfe von mobilen Gesundheitsdienstleistungen will man auch in Deutschland bis zum Jahr 2017 einen neuen Markt für mobile Technologien erschließen. Wie Experten glauben, besitzt eine solches "Mobile Health System" innerhalb des deutschen Gesundheitswesen eine große Chance auch bestehende Probleme zu lösen.

    Aber eine Durchführung könnte vor allem durch die Kosten erschwert werden, weil die gesetzlichen Krankenkassen diese zusätzlichen Kosten nicht übernehmen. Bisher hat man zwar die Möglichkeit, sich mittels Internet Tipps zur Ernährung zu besorgen oder auch Arzneien online zu bestellen, doch wenn man ein Medikament benötigt, welches man regelmäßig einnehmen muss (beispielsweise gegen zu hohen Blutdruck oder bei Schilddrüsenerkrankungen), so ist ein Besuch beim Hausarzt und anschließend bei der Apotheke nötig.

    Dies soll sich, nach Meinung der internationalen Unternehmensberatung A.T. Kearney, zukünftig ändern, damit die Gesundheitssysteme besser einfacher und wirkungsvoller zum Einsatz kommen.

    Elektronische Gesundheitskarte: Kosten von 728 Millionen Euro in keiner Relation zum Nutzen

    Krankenversichertenkarte wird in Kartenlesegerät gesteckt
    Hausarzt mit Kartenlesegerät beim Hausbesuch © Jürgen Fälchle - www.fotolia.de

    Nach Angaben des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) habe die Umstellung auf die elektronische Gesundheitskarte bisher gut 728 Millionen Euro verschlungen. Ein tatsächlicher Mehrwert im Vergleich zur klassischen Gesundheitskarte zeige sich bislang noch nicht, was vor allem auf Kassenärzte, Apotheker und Krankenhäuser zurückzuführen sei, da diese das neue Projekt geradezu konterkarieren würden.

    Die Kassenärzte hätten sogar schon mit einem Ausstieg aus dem IT-Projekt gedroht. Daher verlange der Spitzenverband nach gesetzlichen Regelungen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) schiebe die Schuld für das drohende Scheitern des Projekts hingegen auf GKV-Verband, zumal dieser viele Vorschläge von Seiten der Ärzte hintertrieben habe.

    Eine Möglichkeit, den Versicherungsnehmern, von deren Gebühren der Aufbau des IT-Projekts letztendlich finanziert würde, einen wirklichen Nutzen zu bieten, sehe der Spitzenverband wiederum in etwaigen Online-Anwendungen. Um was für Anwendungen es sich dabei genau handle, sei jedoch noch unklar. Denkbar wären digitale Krankenakten oder auch digitalisierte Unterschriften.

    Zudem sei angedacht, dass von 2017 vermerkt wird, ob der Kartenbesitzer potenzieller Organspender ist. Notfalldaten, wie etwa zu Allergien oder eine Medikamentenunverträglichkeit, könne man hingegen schon heute freiwillig speichern lassen.

    Während sich die Uneinigkeiten zwischen dem GKV-Verband und der KBV scheinbar alleinig auf die hohen Kosten, den mangelnden Nutzen und den zu betreibenden Aufwand sowie diesbezügliche Schuldzuweisungen beziehen, sieht aber zum Beispiel die „Gesellschaft für Informatik“ noch ein ganz anderes Problem.

    Nach Auffassung der gemeinnützigen Gesellschaft sei es in Anbetracht der vielen Millionen Versicherungsnehmer und der Zugriffsberechtigungen, die vergeben werden müssten, unmöglich, einen ausreichenden Schutz der Daten zu gewährleisten.

    Im Folgenden informieren wir Sie zunächst einmal über die unterschiedlichen Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.

    Arznei- und Verbandmittel

    Wer Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung ist, hat Anspruch darauf, mit verschreibungspflichtigen Arznei- und Verbandmitteln versorgt zu werden. Ab dem vollendeten 18. Lebensjahr muss der Versicherte allerdings Zuzahlungen leisten.

    Ausgenommen von der Kostenübernahme sind apothekenpflichtige Medikamente, die zur Behandlung von Bagatellerkrankungen dienen. Dazu gehören beispielsweise Arzneien gegen Erkältungen, Hustenmittel oder Schmerztabletten.

    Rabattverträge und deren Auswirkungen auf den Patienten

    Gesundheitsreformen, Zuzahlungen, Einsparungen und viele Selbstkosten belasten immer mehr Menschen. Die gesetzlichen Krankenkassen zeigen sich finanziell ebenfalls als erkrankt und sparen weiter. Es geht um die Medikamente, die für die Patienten nicht mehr selbstverständlich auf Rezept erhältlich sind, sondern bei vielen Versicherer unter Rabattverträge fallen. Auswirkungen hat dieser neue Sparkurs wieder einmal mehr auf die Betroffenen, die auf ihre Medikamente angewiesen sind.

    Bei den Arzneimittel-Rabattverträgen handelt es sich um vertragliche Vereinbarungen zwischen Arzneimittelherstellern; sie betreffen die Medikamente und werden inzwischen von den Krankenkassen mit verschiedenen Pharmaunternehmen geschlossen.

    Für die Kassen sollen dadurch Einsparungen ermöglicht werden. Es geht um Medikamente, die als patenfreie Arzneimittelwirkstoffe gelten und als Generika tituliert werden.

    Folgen für die Patienten

    Für die Patienten haben diese Rabattverträge natürlich Auswirkungen. So müssen sie damit rechnen, dass sie ihr gewohnten Medikamente nicht mehr erhalten.

    Die Apotheker vergeben die Medikamente an die Versicherten, mit denen die Kasse entsprechende Verträge abgeschlossen hat. Einen Vorteil bieten diese Verträge auch für die Kranken: so können sie davon ausgehen, dass sich nicht wieder auf andere Medikamente mit dem gleichen Wirkstoff umstellen müssen.

    Zeigt sich allerdings, dass man eines der "Rabatt-Medikamente" nicht verträgt, dann sollte man mit seinem Arzt sprechen. In solch einem Fall hat er die Möglichkeit, auf dem Rezept ausdrücklich einen Hinweis für den Apotheker aufzuschreiben, dass nur das aufgeführte Medikament ausgegeben werden darf.

    Insgesamt betrachtet bleibt der Wirkstoff in dem einzelnen Medikament der selbe, allerdings gibt es Unterschiede hinsichtlich der Farbe und auch der Form. Eine Medikamentenumstellung bewirkt bei jedem fünften Patienten allerdings auch Nebenwirkungen, die es mitunter bei dem gewohnten Arzneimittel nicht gegeben hat. Auch hier sollte man sich bei größeren Beschwerden gleich an seinen behandelnden Arzt wenden, der unter Umständen ein anderes Medikament verschreiben kann.

    Kassenärzte sollen bei Medikamenten sparen

    Frau mittleren Alters am Tisch bei einer Ärztin, die ihren Arm berührt und ihr ein Medikament rüberschiebt
    arztpraxis © Udo Kroener - www.fotolia.de

    Wie die Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Doris Pfeiffer feststellt, achten Ärzte noch zu wenig auf die in der letzten Gesundheitsreform aufgestellte Regel, nach der sie das preiswerteste Medikament einer Wirkgruppe verschreiben sollen. «Wir müssen immer wieder feststellen, dass Ärzte unnötig viele neue und teure Arzneimittel verordnen, deren zusätzlicher Nutzen nicht belegt ist», kritisierte Pfeiffer.

    Daneben kritisiert sie die gesetzlich verfügten Hausarztverträge: «Das Problem besteht darin, dass damit ein Monopol für die Hausärzte droht. Unser Eindruck ist, dass die Verbände der Hausärzte die gesetzliche Vorgabe zur Durchsetzung höhere Honorare nutzen wollen, aber nicht zu einer besseren Versorgung der Patienten».

    Neue Erstattungsgrenze für Medikamente

    Junge Frau hält fröhlich Rezept für Medikament in Kamera
    medizin © pix4U - www.fotolia.de

    Patienten, die beim Arzt rezeptpflichtige Medikamente verschrieben bekommen, müssen häufig selber etwas dazu bezahlen. Wann dies der Fall ist regelt die sogenannte Zuzahlungsbefreiungsgrenze für Arzneimittel.

    Gewöhnlich ist die Grenze etwa 30 Prozent unter dem Festbetrag angesetzt, so dass Patienten meist zwischen 5 und 10 Euro in der Apotheke zuzahlen. Wie der Deutsche Apothekerverband (DAV) meldet, hat der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zum 1. April die Festbeträge für 84 Arzneimittelgruppen neu bestimmt.

    Zusätzlich gibt es bei der AOK, der Techniker Krankenkasse und anderen gesetzlichen Kassen neue Rabattverträge. Personen, die Medikamente einnehmen müssen, können bei ihren Apothekern nachfragen, ob die Präparate zuzahlungsfrei sind.

    Arzneimittelhersteller, die sich nicht an Röslers Sparmaßnahmen gehalten haben, sollen draufzahlen

    Apothekerin mit Hornbrille hält lächelnd eine Medikamentenpackung hoch
    apothekerin zeigt ein medikament © contrastwerkstatt - www.fotolia.de

    Der Gesundheitsminister ist schon länger auf der Suche nach einem geeigneten Sparpaket, um die Finanzlücken im Gesundheitssektor wieder aufzufüllen. Um einen Teil der daraus entstehenden Zusatzkosten auch auf die Medikamentenhersteller abzuwälzen, sollten diese den gesetzlichen Krankenkassen einen Rabatt von 16% auf ihre Arzneimittel gewähren, doch viele der Hersteller wollten die neue Regelung umgehen und sollen dafür jetzt noch tiefer in die Tasche greifen.

    Im August startete Röslers Sparvorhaben, doch als den Herstellern klar wurde, dass sie durch günstigere Medikamentenpreise auch nur einen geringeren Rabatt genehmigen müssten, hoben sie ihre Preise kurz vor dem Eintreten der neuen Regelung enorm an und senkten sie danach wieder. Dies ist dem Gesundheitsminister allerdings nicht entgangen, sodass er den Rabatt für diese Hersteller auf 20,5% anheben will, wenn sich die betroffenen Hersteller nicht bis Jahresende an die Vorgaben halten.

    Medikamente von der Steuer absetzen: Eigenbelastung richtig berechnen

    Verschiedene Tabletten und Medikamentenpackungen auf blauem Tisch
    Medikamente © grafikplusfoto - www.fotolia.de

    Wer für gesundheitliche Ausgaben wie Zahnersatz oder eine neue Brille tief in die Tasche greifen muss, kann die entstandenen hohen Kosten in der Regel bei der nächsten Steuererklärung geltend machen. Manchmal ist es sogar möglich, auch kleinere Beiträge, zum Beispiel für Medikamente, von der Steuer abzusetzen: Es kommt immer darauf an, wann die sogenannte zumutbare Eigenbelastung überschritten wird.

    Deren Wert hängt vom Familienstand und von der Anzahl der Kinder ab. Bei einem Einkommen bis zu 15.340 Euro macht die Eigenbelastung 1-5% des Einkommens aus, bei einem Einkommen bis zu 51.130 Euro bis zu 6% und darüber 2-7%. Der genaue Prozentsatz hängt von der jeweiligen Kinderzahl ab. Allerdings werden diese Eigenbelastungsgrenzen gerade vor dem Bundesfinanzhof verhandelt: Zwei Klagen stellen in Frage, ob die Grenzen überhaupt verfassungsgemäß sind und ob Krankheitskosten schon ab dem ersten Euro anerkannt werden müssen.

    Der Bund der Steuerzahler empfiehlt Menschen mit hohen Rechnungen, diese auf jeden Fall jetzt schon steuerlich geltend zu machen, auch wenn die Eigenbelastungsgrenze nicht erreicht wurde. Je nachdem wie das Gericht entscheidet, könnten die Krankheitskosten durchaus noch anerkannt werden. Wichtig ist jedoch, dass die Kosten mit einer Rechnung nachgewiesen werden können.

    Ärztliche Behandlung

    Unter der ärztlichen Behandlung fasst man sämtliche Tätigkeiten eines Arztes zusammen, die zur

    • Behandlung
    • Früherkennung oder
    • Verhütung

    von Krankheiten dienen und dabei zweckmäßig und ausreichend sind. Darunter fallen auch Hilfeleistungen von anderen Personen, wenn sie vom behandelnden Arzt angeordnet werden.

    Der Anspruch auf eine Krankenbehandlung besteht dann, wenn es erforderlich ist, eine Erkrankung festzustellen, sie zu heilen oder zu lindern. Enthalten in der Krankenbehandlung sind

    • ärztliche Behandlungen
    • Psychotherapien
    • die Versorgung mit Arznei-, Verband- und Hilfsmitteln
    • Behandlungen im Krankenhaus
    • zahnärztliche Behandlungen
    • die Versorgung mit Zahnersatz wie Zahnkronen
    • medizinische Rehabilitation sowie
    • häusliche Krankenpflege und
    • Haushaltshilfe.
    Die ärztliche Behandlung fasst sämtliche Tätigkeiten eines Arztes zusammen
    Die ärztliche Behandlung fasst sämtliche Tätigkeiten eines Arztes zusammen

    Auslandsschutz

    Grundsätzlich können Ausländer dieselben medizinischen Behandlungen beanspruchen, die die einheimischen Bürger erhalten. Das heißt, dass sich die Leistungen stets nach dem Gastland und nicht nach dem Heimatland richten.

    Durch das Sozialversicherungsabkommen haben zahlreiche europäische Staaten die medizinische Behandlung von Ausländern bei kurzen Auslandsaufenthalten geregelt. Dabei sind die Versicherungsleistungen von den Bestimmungen des jeweiligen Gastlandes abhängig.

    Ärztliche Versorgung kann für Urlauber in Spanien teuer werden

    Flagge von Spanien
    Spanische Flagge © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

    Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte sollte auf Reisen alles einfacher werden: wer diese Karte im Ausland vorweist, hat den gleichen Anspruch auf medizinische Notfallversorgung wie ein Einheimischer. So ist jedenfalls die Rechtslage. Doch immer wieder bitten Krankenhäuser Touristen zur Kasse.

    Aktuell hat die EU-Kommission Spanien im Visier. Zahlreiche Reisende melden, dass sie von spanischen Kliniken abgewiesen oder separat abkassiert wurden. Oftmals glaubten sie zunächst, kostenlos behandelt zu werden. Wochen später meldete sich jedoch die Reiseversicherung und forderte eine Rückzahlung.

    Den hiesigen Krankenkassen ist die Situation bekannt. Um eine optimale Versorgung für ihre Mitglieder zu gewährleisten, hat die Techniker Krankenkasse etwa Direktvereinbarungen mit bestimmten Krankenhäusern im Ausland getroffen.

    Die spanischen Behörden haben nun zwei Monate Zeit, die Vorwürfe aufzuklären. Sollten sie die Situation nicht ändern, droht ein Vertragsverletzungsverfahren vor dem europäischen Gerichtshof.

    Deutsche Bürger sollten daran denken, dass viele medizinische Leistungen in anderen Ländern geringer ausfallen als in der Bundesrepublik. Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass der deutsche Staat eine Kostenübernahme für den Rücktransport eines erkrankten Bundesbürgers aus dem Ausland nicht übernimmt. Aus diesem Grund wird empfohlen, vor einer Reise eine private Auslandskrankenversicherung abzuschließen.

    Empfängnisverhütung

    Bei gesetzlich Krankenversicherten besteht Anspruch auf medizinische Beratung zur Empfängnisverhütung. Diese beinhaltet

    Bis zum vollendeten 20. Lebensjahr können gesetzlich Versicherte die Versorgung von ärztlich verordneten Verhütungsmitteln beanspruchen. Ab dem 18. Lebensjahr ist allerdings eine Zuzahlung zu leisten. Die Kosten für Verhütungsmittel, die nicht verschreibungspflichtig sind, wie beispielsweise Kondome, übernimmt die Krankenkasse nicht.

    Die Bezahlung von ärztlich verordneten Verhütungsmitteln wir nur bis zum 18. Lebensjahr geleistet
    Die Bezahlung von ärztlich verordneten Verhütungsmitteln wir nur bis zum 18. Lebensjahr vollumfänglich geleistet

    Fahrtkosten

    Fahrtkosten werden von gesetzlichen Krankenversicherungen immer nur dann getragen, wenn die Fahrten aus dringenden medizinischen Gründen erfolgen oder eine ambulante Behandlung wie zum Beispiel Dialyse, unbedingt erforderlich ist. Außerdem muss eine vorher erteilte Genehmigung von der Krankenkasse vorliegen. Für jede einfache Fahrt zahlt der Versicherte einen Betrag von maximal 10 Euro zu.

    Gesetzliche Krankenkassen kommen nicht für alle Arten des Krankentransports auf

    Krankenwagen von vorne auf verschwommenem Hintergrund
    Krankenwagen ist unterwegs © Thaut Images - www.fotolia.de

    Die Kosten für einen Krankentransport werden von den gesetzlichen Krankenkassen nur dann übernommen, wenn es aus medizinischer Sicht zwingend erforderlich ist. Dazu gehört selbstverständlich die Fahrt in einem Rettungswagen im Notfall. Aber auch Fahrten zur vor- und nachstationären Behandlung werden übernommen. Des Weiteren kommen die gesetzlichen Kassen auch für die Kosten auf, die entstehen, wenn eine Verlegung in ein anderes Krankenhaus erforderlich werden.

    Wer für einen ambulanten, chirurgischen Eingriff in ein Krankenhaus muss und damit Kosten für einen möglichen, stationären Aufenthalt spart, bekommt auch diese Fahrt erstattet. Ausnahmen stellen Fahrten dar, die auf eigener Entscheidung und nicht auf Entscheidung des Arztes beruhen. Möchte man beispielsweise in ein anderes Krankenhaus verlegt werden, weil einem das aktuelle nicht gefällt, liegt keine medizinische Notwendigkeit darin und man kommt für diese Fahrtkosten selber auf.

    Auch im Ausland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nicht die Kosten für einen möglichen Rücktransportkosten in die Heimat. Daher ist es immer zu empfehlen, eine Auslandskrankenversicherung vor dem Urlaub abzuschließen.

    Keine Reisekosten von der Kasse

    Lässt sich ein Patient auf Kosten seiner gesetzlichen Krankenversicherung in einem anderen Land der Europäischen Union stationär behandeln, muss die Kasse nur für die Behandlungskosten sowie die Unterbringung und Verpflegung in der Klinik aufkommen.

    Das entschied, laut einem Bericht der Apotheken Umschau, der Europäische Gerichtshof (Aktenzeichen C 466/04). Ausgaben für die An- und Abreise sowie sonstige Kosten, auch von Begleitpersonen, sind nicht erstattungsfähig.

    Haushaltshilfe

    Für den Fall, dass ein Versicherter aufgrund einer Kur oder einer Behandlung in einem Krankenhaus seinen Haushalt nicht mehr führen kann, hat er die Möglichkeit, eine Haushaltshilfe zu beanspruchen. Zu den Voraussetzungen zählt allerdings, dass in dem betreffenden Haushalt ein Kind lebt, das jünger als 12 Jahre oder aufgrund einer Behinderung hilfsbedürftig ist.

    Außerdem gilt der Anspruch auf eine Haushaltshilfe nur dann, wenn keine andere Person, die in dem Haushalt lebt, diesen weiterführen kann. Ist die Krankenkasse nicht imstande, eine Haushaltshilfe zu stellen, erstattet sie dem Versicherten die Kosten für eine Hilfe, die er selbst beschafft.

    Keine Kostenerstattung erfolgt jedoch bei Angehörigen oder Verschwägerten ersten und zweiten Grades. Dafür werden die notwendigen Fahrtkosten übernommen und der Verdienstausfall erstattet, sofern die Kosten angemessen sind. Hat der Versicherte das 18. Lebensjahr vollendet, muss er eine Zuzahlung leisten.

    Häusliche Krankenpflege

    Kann man eine Behandlung in einem Krankenhaus durch häusliche Pflege vermeiden oder verkürzen, lässt man dem Versicherten neben der medizinischen Behandlung auch häusliche Krankenpflege, die von geeigneten Pflegern übernommen wird, zukommen. Zu den Leistungen der häuslichen Krankenpflege gehören

    • die Behandlungspflege wie der Wechsel von Verbänden oder das Spritzen von Medikamenten
    • notwendige Grundpflege wie Waschen sowie
    • die Versorgung des Haushaltes wie zum Beispiel Kochen und Einkaufen.

    Je nach Krankheitsfall hat der Versicherte bis zu vier Wochen Anspruch auf häusliche Krankenpflege. Falls medizinisch erforderlich, kann diese Frist in Ausnahmefällen aber auch verlängert werden.

    Eine häusliche Krankenpflege wird von den Kassen jedoch nur bewilligt, wenn keine andere Person im Haushalt in der Lage ist, den Patienten angemessen zu pflegen und zu versorgen. Für den Fall, dass die Krankenkasse keine geeignete Pflegekraft stellen kann, übernimmt sie die Kosten für eine selbstbeschaffte Kraft. Ab dem 18. Lebensjahr muss der Versicherte eine Zuzahlung leisten.

    Für häusliche Krankenpflege muss eine Zuzahlung geleistet werden sowie ist sie auf 4 Wochen beschrän
    Für häusliche Krankenpflege muss eine Zuzahlung geleistet werden sowie ist sie auf 4 Wochen beschränkt

    Gesundheitsförderung und Hilfsmittel

    Darunter versteht man Aufklärungs- und Beratungsmaßnahmen sowie entsprechende Leistungen, die zu einer gesunden Lebensführung sowie zur Vermeidung von Krankheiten dienen. Dazu gehören beispielsweise

    Als medizinische Hilfsmittel gelten unter anderem orthopädische Hilfsmittel, Prothesen oder Hörhilfen. Sind diese Mittel erforderlich für den Erfolg einer medizinischen Behandlung oder den Ausgleich einer Behinderung, haben die Versicherten Anspruch darauf, damit versorgt zu werden. Dazu gehören auch

    • notwendige Reparaturen
    • Änderungen oder Ersatzhilfsmittel sowie
    • gegebenenfalls technische Kontrollen und Wartungen.

    Entscheidet sich der Versicherte jedoch für ein Hilfsmittel oder für Leistungen, die das nötige Maß übersteigen, muss er die Mehrkosten sowie mögliche Folgekosten aus eigener Tasche bezahlen. Bis das 18. Lebensjahr vollendet ist, können die Versicherten die Versorgung mit therapeutischen Sehhilfen beanspruchen, sofern damit Erkrankungen oder Verletzungen der Augen behandelt werden.

    Ausgenommen davon sind jedoch die Kosten für ein Brillengestell. Eine Versorgung mit Kontaktlinsen wird nur in medizinisch notwendigen Ausnahmefällen bewilligt. Die Kosten für Pflegemittel muss der Versicherte selbst tragen.

    Gesetzliche Krankenkassen geben immer mehr für Hilfs - und Heilmittel aus

    Holzstempel mit Schriftzug "Krankenkasse"
    Stempel Krankenkasse © bilderbox - www.fotolia.de

    Der aktuelle Report der Barmer GEK zu den Kosten der Heil- und Hilfsmittel zeigt, dass der Kostenblock für Hörgeräte und Physiotherapien den vierten Rang erreicht und mit 11,5 Milliarden die Kassen gleichermaßen belastet, wie die zahnärztliche Versorgung.

    In der Zeit zwischen 2007 und 2012 sind die Kosten für Hilfsmittel um satte 17 Prozent gestiegen. Die Ausgaben für Heilmittel sogar um ganze 27,6 Prozent. Betroffen sind davon die gesetzlichen Krankenkassen. Der Kostenanstieg war im Jahr 2012 für die Hilfsmittel mit 2,3 Prozent und für die Heilmittel mit 2,7 Prozent recht moderat.

    Für das aktuelle Jahr jedoch erwarten die gesetzlichen Krankenkassen einen höheren Anstieg der Kosten. Nach den ersten Hochrechnungen liegen diese für die Hilfsmittel bei 5,1 Prozent und bei den Heilmitteln bei 3,5 Prozent.

    Für diese Entwicklung macht der Vorsitzende der Barmer GEK unter anderen das zunehmende Alter als auch die technische Weiterentwicklung im Bereich der medizinischen Versorgung verantwortlich. Dennoch wird der Kostenblock Hilfsmittel und Heilmittel generell unterschätzt.

    Hospizleistungen

    Bei Hospizen handelt es sich um Einrichtungen zur Sterbebegleitung, die palliativ-medizinische Behandlungen durchführen. Gesetzlich Krankenversicherte haben die Möglichkeit, einen Zuschuss zu einer stationären oder teilstationären Versorgung in einem Hospiz zu beanspruchen. Voraussetzung dafür ist, dass eine ambulante Versorgung nicht möglich ist.

    Die zuschussfähigen Kosten werden von den Krankenkassen bis zu 90 Prozent übernommen. Bei Kinderhospizen sind es sogar bis zu 95 Prozent.

    Kieferorthopädische Behandlung

    Bestehen bei einem Versicherten Fehlstellungen der Zähne oder des Kiefers, die wichtige Körperfunktionen wie Atmen, Beißen, Kauen oder Sprechen beeinträchtigen, hat er Anspruch auf eine Kieferorthopädische Behandlung. Zwanzig Prozent der Behandlungskosten müssen jedoch von ihm selbst getragen werden.

    Im Falle einer Behandlung von zwei versicherten Kindern, die jünger als 18 Jahre sind, liegt die Eigenbeteiligung für das zweite Kind sowie weitere Kinder lediglich bei zehn Prozent. Verläuft die Therapie planmäßig, erstattet die Krankenversicherung auch die restlichen zehn Prozent der Behandlungskosten.

    Bei kieferorthopädischen Behandlungen müssen mindestens 20% der Behandlungskosten vom Patienten selb
    Bei kieferorthopädischen Behandlungen müssen mindestens 20% der Behandlungskosten vom Patienten selbst getragen werden

    Krankengeld

    Als Krankengeld bezeichnet man eine Entgeltersatzleistung der Krankenversicherung. Auf diese Weise soll krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit ausgeglichen werden. Anspruch auf Krankengeld hat ein Versicherter also dann, wenn er durch eine Erkrankung arbeitsunfähig wird oder eine stationäre Behandlung in einem Krankenhaus oder einer Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung erforderlich ist.

    Im Falle einer Erkrankung, die zu Arbeitsunfähigkeit führt, zahlt zunächst der Arbeitgeber sechs Wochen lang den Lohn, was man als Entgeltfortzahlung bezeichnet. Ist die Fortzahlung abgelaufen, beantragt die Krankenkasse Krankengeld, das bei Arbeitnehmern 70 Prozent des beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelts beträgt.

    Grundsätzlich erhält ein arbeitsunfähiger Versicherter Krankengeld ohne zeitliche Beschränkung, bei der gleichen Krankheit allerdings nur für maximal 78 Wochen in einem Zeitraum von drei Jahren. Kommt es während der Arbeitsunfähigkeit zu einer weiteren Erkrankung, verlängert sich die Leistungsdauer nicht.

    Krankenhaustagegeld für gesetzlich Versicherte auch am Tage der Entlassung

    Weißes Krankenhausbett mit weißem Laken und blauen Möbeln
    Krankenhausbett © M.H - www.fotolia.de

    Wie die unabhängige Patientenberatung (UPD) in Berlin mitteilt, werden bei der Auszahlung des Krankenhaustagegeldes der Aufnahme- und Entlassungstag als volle Tage angerechnet. Somit sind für eine Patientin, die am Montag ins Krankenhaus eingeliefert und am Donnerstag entlassen wird fünf Tage zu berücksichtigen.

    Das Krankenhaustagegeld beträgt bei gesetzlich Versicherten 10 Euro pro Tag und muss ab dem vollendeten 18. Lebensjahr für bis zu 28 Tage lang von der Krankenkasse ausgezahlt werden.

    Wieder Krankengeld-Anspruch für Selbstständige, die gesetzlich versichert sind

    Krankenhausflur - Arzt schiebt Krankenbett, im Hintergrund Patienten, Krankenpfleger und Krankenschwester
    Doctors Hospital Corridor Nurse Pushing Gurney Stretcher Bed © spotmatikphoto - www.fotolia.de

    Geschätzte 1,5 Millionen Bundesbürger, die als Selbstständige, Freiberufler oder Kurzzeitbeschäftigte gesetzlich krankenversichert sind, haben seit August wieder Anspruch auf Krankengeld ab dem 43. Krankheitstag. Die seit Jahresbeginn gültige Regelung, nach der dies nur per Wahltarif möglich war, ist dadurch nach Protesten von Verbraucherschützern wieder gekippt worden.

    Die „Apotheken Umschau“ nennt das eine „halbe Rolle rückwärts“, denn bis Ende 2008 konnten diese Versicherten gegen einen höheren Beitragssatz auch schon vor der siebten Woche Krankentagegeld beziehen – für Selbständige, die ja keine Lohnfortzahlung kennen, eine wichtige Variante. Dies wurde aber nicht wieder eingeführt und kann jetzt nur teurer als Wahltarif oder Zusatzversicherung abgedeckt werden.

    Wer für das Krankentagegeld eine individuelle Lösung anstrebt, sollte sich ausführlich beraten lassen und Angebote vergleichen. Die Beitragsunterschiede sind bei gleicher Leistung erheblich.

    Krankenhausbehandlung

    Eine Behandlung in einem Krankenhaus kann sowohl teil- oder vollstationär als auch ambulant erfolgen. Eine vollstationäre Klinikbehandlung lässt sich vom Versicherten beanspruchen, wenn sich die Therapie nicht erfolgreich durch ambulante oder teilstationäre Maßnahmen durchführen lässt.

    Die Krankenhausbehandlung enthält sämtliche Leistungen, die für die medizinische Versorgung des Patienten erforderlich sind. Dazu gehören in erster Linie

    • ärztliche Behandlungen
    • Unterkunft und Verpflegung
    • Krankenpflege, sowie
    • die Versorgung mit Medikamenten und Hilfsmitteln.

    Entscheidet sich der Versicherte jedoch ohne einleuchtende Gründe für ein anderes Krankenhaus, als das vom Arzt empfohlene, muss er unter Umständen Mehrkosten tragen. Darüber hinaus ist von Versicherten über 18 Jahren eine Zuzahlung von 10 Euro pro Kalendertag an das Krankenhaus zu entrichten.

    Künstliche Befruchtung

    Gesetzlich Krankenversicherte haben auch Anspruch auf Maßnahmen, die eine Schwangerschaft herbeiführen können. Dies ist dann der Fall, wenn der Arzt solche Maßnahmen für notwendig hält und gute Chancen sieht, dass dadurch eine Schwangerschaft herbeigeführt wird.

    Ferner muss das Paar, das den Kinderwunsch hat, verheiratet sein. So dürfen nur Ei- und Samenzellen eines Ehepaars verwendet werden. Darüber hinaus ist vor der Anwendung der Maßnahmen eine Beratung über die psychosozialen und medizinischen Aspekte der Therapie erforderlich.

    Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft

    Einen wichtigen Leistungsbereich stellt auch die Schwangerschaft und Mutterschaft dar. Hierzu zählen

    • die Hebammenhilfe und ärztliche Betreuung
    • die Versorgung mit Arznei-, Heil-, Hilfs- und Verbandmitteln
    • die Entbindung
    • die häusliche Pflege
    • die Haushaltshilfe sowie
    • das Mutterschaftsgeld.
    Sämtliche Behandlungen und Betreuung rund um Schwangerschaft und Mutterschaft werden von den Kassen
    Sämtliche Behandlungen und Betreuung rund um Schwangerschaft und Mutterschaft werden von den Kassen übernommen
    Kosten für das Geburtshaus

    Geburtshäuser stellen nun bereits seit 20 Jahren in Deutschland eine Alternative zur klassischen Entbindung im Krankenhaus dar. Die Entscheidung für ein Geburtshaus zählt seit einigen Jahren zur Kassenleistung.

    Theoretisch besteht für werdende Eltern nun seit bereits zwei Jahrzehnten Entscheidungsfreiheit, ob sie ihr Kind lieber in einer Klinik oder in einem Geburtshaus zur Welt bringen möchten. Jedoch war dies auch immer eine Kostenfrage, da die Krankenkassen nur in Einzelfällen eine Entbindung im Geburtshaus unterstützt haben. Hierbei kann man mit bis zu 500 Euro rechnen.

    Neuer Vertrag sichert Finanzierung

    Das hat sich vor einigen Jahren geändert, und zwar durch einen neuen Vertrag zwischen Krankenkassen und Geburtshäusern, der zum 27. Juni 2008 in Kraft getreten ist. Er schließt eine Qualitätssicherung der ambulanten geburtshilflichen Einrichtungen mit ein und sichert außerdem pauschal eine Kostenübernahme von 550 Euro pro Entbindung seitens der Krankenkassen zu. Das bedeutet für die Geburtshäuser eine wirtschaftliche Absicherung, für Schwangere mehr Entscheidungsfreiheit.

    Mittlerweile gibt es in Deutschland rund 120 Geburtshäuser. Sie sind als Ergänzung zur klassischen Geburtshilfe in einer Klinik zu sehen, die die Versorgung im medizinischen Notfall natürlich nicht ersetzen kann, sich aber mit viel Natürlichkeit in Sachen

    um (werdende) Eltern und Neugeborene kümmern.

    Mutter-Kind-Kur

    Bei der so genannten Mutter-Kind-Kur oder Vater-Kind-Kur handelt es sich um eine besondere medizinische Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme, die sowohl von Müttern als auch von Vätern wahrgenommen werden kann. Die Kur dauert im Normalfall 21 Tage und findet in einem Müttergenesungswerk oder einer ähnlichen Einrichtung statt.

    Falls es medizinische Gründe erforderlich machen, kann sie auch verlängert werden. Von Versicherten ab 18 Jahren muss eine Zuzahlung von 10 Euro pro Kalendertag erbracht werden.

    Psychotherapie

    Im Falle von psychischen Erkrankungen wie zum Beispiel

    können die Versicherten eine Psychotherapie beanspruchen. Dazu gehören wissenschaftlich anerkannte Verfahren wie die Psychoanalyse, die Verhaltenstherapie sowie die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie.

    Dabei hat der Patient unmittelbaren Zugang zu sämtlichen zugelassenen Therapeuten. So ist es nicht mehr nötig, vorher einen Arzt aufzusuchen, der einen dann an einen Psychotherapeuten überweist.

    Rehabilitation

    Ist eine ambulante Krankenbehandlung nicht ausreichend, um den Erfolg einer Therapie zu gewährleisten, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für medizinisch notwendige ambulante Rehabilitationsmaßnahmen, die in einer entsprechenden Einrichtung vorgenommen werden. Für den Fall, dass auch die ambulante Rehabilitation nicht ausreicht, erweitern sich die Leistungen der Versicherung auf Unterkunft und Verpflegung in einer Reha-Einrichtung.

    Allerdings muss sich der Versicherte für eine Einrichtung entscheiden, mit der die Krankenkasse einen Versorgungsvertrag geschlossen hat, da er ansonsten mögliche Mehrkosten trägt. Je nachdem, wie die individuellen medizinischen Erfordernisse sind, legt die Krankenkasse Beginn, Umfang, Art, Dauer sowie die Durchführung der Leistungen fest.

    Außerdem bestimmt sie, in welcher Einrichtung die Rehabilitation erfolgt. In der Regel liegt die Dauer der Rehabilitationsleistungen bei maximal 21 Tagen, sofern aus medizinischer Notwendigkeit keine Verlängerung unbedingt nötig ist. Wie bei vielen anderen Leistungen auch, müssen Versicherte ab 18 Jahren 10 Euro pro Kalendertag dazuzahlen.

    Nur Ärzte dürfen entscheiden, ob Physiotherapie nötig ist oder nicht

    Physiotherapeutin mit Patient bei Behandlung
    Physiotherapie © Walter Luger - www.fotolia.de

    Physiotherapie-Elemente wie etwa Massagen, Rückenschule oder auch Krankengymnastik können bei entsprechendem Leiden durch den Arzt verschrieben und vom Patienten in Anspruch genommen werden. Aus Geldmangel haben jedoch viele Krankenkassen ihre Patienten jetzt aufgefordert, ärztliche Atteste erst von Mitarbeitern der jeweiligen Krankenkassen entsprechend genehmigen zu lassen. Andernfalls werden die Kosten nicht übernommen.

    Das Landessozialgericht Brandenburg hat jedoch jetzt entschieden, dass dieses Vorgehen unzulässig ist, denn der Patient hat es nicht hinzunehmen, wenn sich der Beginn einer Physiotherapie durch das Vorgehen der Krankenkassen verzögert. Wenn es tatsächlich um Heilmittel und nicht um Vorschläge des Arztes - dazu zählen etwa Kuren - handelt, dann hat nur der Mediziner die Entscheidung zu tragen, was der Patient braucht.

    Wenn die Kasse eine auf diesem Weg bewilligtes Heilmittel nicht übernehmen will, sollte Einspruch eingelegt werden.

    Schutzimpfungen

    Zu den wichtigsten Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung gehören Schutzimpfungen, auf die alle Versicherten Anspruch haben. Damit die Kassen die Impfungen auch erstatten, ist jedoch eine Empfehlung der STIKO (Ständige Impfkommission des Robert Koch-Institutes) erforderlich.

    Empfohlen werden Impfungen gegen

    • Influenza (Grippe)
    • Tetanus
    • Diphtherie
    • Keuchhusten (Pertussis)
    • HPV (Humane Papillomviren)
    • Hepatitis B
    • Meningokokken
    • Pneumokokken
    • Röteln
    • Mumps
    • Masern und
    • Kinderlähmung (Polio).

    Dagegen werden die Kosten für Impfungen für eine nicht beruflich bedingte Auslandsreise nicht übernommen.

    Impfkosten gegen Schweinegrippe können die Kassen mit dem Halbjahres-Gewinn bezahlen

    Zwei Hände ziehen eine Spritze mit einem Impfwirkstoff auf
    Injection © DXfoto.com - www.fotolia.de

    Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) verzeichnen ein gutes Halbjahresergebnis 2009, wobei sie einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro machten.

    Somit könnten die Kassen die bevorstehende Impfkampagne gegen die Schweinegrippe bezahlen, denn aus den Steuermitteln wird die eine Hälfte der Kosten, voraussichtlich zwei Milliarden Euro, getragen. Damit würde für die Betroffenen die Zuzahlung entfallen können, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

    Andererseits sprachen die Spitzen des GKV-Verbandes davon, dass das zweite Quartal im Vergleich zum ersten im Jahr 2009 schlechter gewesen sei, was das Gesundheitsministerium aber nicht begreifen kann.

    Neue Meningitis-Impfung: Viele Krankenkassen zahlen für Schutz vor B-Meningokokken

    Junge, blonde Ärztin bei einer intramuskulären Impfung in den Oberarm
    young female doctor giving vaccine to a patient © Dušan Zidar - www.fotolia.de

    Über 30 Krankenkassen in Deutschland erstatten ihren Mitgliedern die Kosten für die neue Schutzimpfung gegen Meningitis. Der Impfstoff schützt gegen Bakterien vom Typ B-Meningokokken, die beim Menschen die gefährliche Hirnhautentzündung oder eine Blutvergiftung auslösen können.

    Zwar war schon länger eine Standardimpfung gegen den Serotyp C erhältlich, doch erst jetzt konnte die Impflücke gegen den Serotyp B geschlossen werden.

    Schutzimpfungen werden für alles Altersgruppen empfohlen

    Besonders gefährdet sind Säuglinge, deren Immunsystem den Bakterien noch hilflos ausgeliefert ist, so dass eine Infektion bei ihnen tödlich verlaufen kann. Für sie empfehlen Experten insgesamt vier Schutzimpfungen ab dem dritten Lebensmonat. Ältere Kinder ab dem zweiten Lebensjahr, Jugendliche und Erwachsene benötigen dagegen nur zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen um die Immunisierung abzuschließen.

    Keine Krankenkassenleistung

    Während die Impfung gegen C-Meningokokken bereits zu den Standardimpfungen der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut gehört und somit von allen Krankenkassen erstatte wird, wartet die neue Impfung gegen B-Meningokokken noch auf ihre Aufnahme in die Liste.

    Experten empfehlen impfwilligen Bürgern daher, sich bei der eigenen Krankenkasse zu erkundigen, ob diese die Kosten bereits übernimmt.

    Schwangerschaftsabbruch

    Unter bestimmten Umständen kann der Abbruch einer Schwangerschaft erforderlich sein. Die Kosten dafür dürfen die Krankenkassen allerdings nur erstatten, wenn der Schwangerschaftsabbruch nicht rechtswidrig ist. Ein medizinischer Grund für einen Schwangerschaftsabbruch liegt dann vor, wenn die schwangere Frau durch die Fortsetzung der Schwangerschaft schwere gesundheitliche oder seelische Schäden zu befürchten hätte.

    Das gilt auch für zu befürchtende Schädigungen des ungeborenen Kindes. Ein weiterer zwingender Grund kann eine vorangegangende Vergewaltigung der Schwangeren sein.

    Soziotherapie

    Bei der Soziotherapie handelt es sich um eine ambulante Versorgungsleistung für Menschen, die unter erheblichen psychischen Störungen leiden. Durch die Therapie sollen die Betroffenen in die Lage versetzt werden, weitere medizinische Behandlungen wahrzunehmen.

    Anspruch auf eine Soziotherapie haben Versicherte, die aus Krankheitsgründen nicht in der Lage sind, ärztlich verordnete Leistungen selbstständig zu beanspruchen. Ziel der Therapie ist auch, Aufenthalte in Kliniken zu verhindern oder zumindest zu verkürzen.

    Vorsorgeuntersuchungen

    Jeder gesetzlich Versicherte ab einem Alter von 35 Jahren hat Anspruch auf medizinische Vorsorgeuntersuchungen, die zur Früherkennung von bestimmten Krankheiten dienen. Dazu gehören vor allem

    Aber auch Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Krebs können beansprucht werden. Während bei Frauen die ersten Krebs-Vorsorgeuntersuchungen ab dem 20. Lebensjahr erfolgen, ist dies bei Männern ab dem 45. Lebensjahr der Fall. Bei versicherten Kindern besteht bis zum 6. Lebensjahr Anspruch auf Vorsorgeuntersuchungen.

    Nach Vollendung des 10. Lebensjahres können auch Untersuchungen durchgeführt werden, die dazu dienen, Krankheiten rechtzeitig zu erkennen, die die physische und psychische Entwicklung von Kindern stark beeinträchtigen.

    Zahnärztliche Behandlung

    Auch sämtliche medizinisch notwendigen Behandlungen von Zahn-, Kiefer- und Mundkrankheiten gehören zum Leistungsangebot der gesetzlichen Krankenkassen. Dazu zählen auch Maßnahmen zur Früherkennung sowie zur Vorbeugung von Zahn- und Kieferproblemen. Weitere Leistungen sind Röntgenuntersuchungen sowie chirurgische Maßnahmen im Zusammenhang mit Zahnersatz wie Zahnkronen.

    Bei einer Zahnwurzelbehandlung Kosten vorher abklären

    Heil- und Kostenplan, Geldscheine, Abdruck Gebiss
    HKP für Zahnersatz © O.K. - www.fotolia.de

    Wie die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) in Nürnberg empfiehlt, sollten Patienten, die in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, wenn eine zahnärztliche Wurzelbehandlung nötig ist, vorher mit dem Zahnarzt über die Kosten sprechen.

    Wird eine private Abrechnung vereinbart, so ist diese aber auch schriftlich zu fixieren, doch vielfach werden die Kosten aber auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn es um den Erhalt des Zahnes geht. Aber im Zweifelsfall sollte man sich immer im Vorfeld mit seiner Kasse unterhalten, weil man es nicht selber immer beurteilen kann, was bezahlt wird. Eine private Abrechnung für eine Wurzelbehandlung ist nur dann zulässig, wenn es sich nicht um eine Kassenleistung handelt.

    Sanfte Heilmethoden - wobei beteiligt sich die Krankenkasse?

    Im akuten Krankheitsfalle bedarf es der schnellen medizinischen Hilfe. Doch gerade chronische Leiden lassen viele Patienten immer häufiger durch so genannte sanfte Heilmethoden kurieren.

    Allerdings übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen dabei nur in wenigen Situationen die notwendigen Kosten. Neben der Wahl des Anbieters lohnen sich meist zusätzliche Versicherungen, um die finanzielle Last abzumildern.

    Auf dem Fortschritt – aber noch nicht anerkannt

    Immer mehr Praxen bieten Heilverfahren wie

    und Ähnliches an. Die zumeist aus der östlichen Tradition stammenden Vorgehensweisen werden mit der westlichen Medizin kombiniert oder sogar isoliert eingesetzt.

    Doch über die therapeutische Wirkung kommt es nicht selten zu unterschiedlichen Ansichten. Viele Krankenkassen vertreten dabei den Standpunkt, dass sie die Kosten einer Behandlung erst dann übernehmen, wenn der ärztliche Nutzen einer Therapie erwiesen ist. Das ist bei vielen der genannten Behandlungen aber noch nicht geschehen, weswegen es zwischen den Kassen zu differenzierten Meinungen darüber kommt, ob eine Rechnung übernommen wird.

    Nur bei bestimmten Ärzten

    Nahezu übereinstimmend agieren die Kassen aber in der Frage, welche Mediziner sie unterstützen. Wer auf sanfte Heilmethoden abstellt, muss auch in diesem fachlichen Metier entsprechend ausgebildet worden sein.

    Meist sind dafür Seminare und Schulungen notwendig, bei denen vor der Vergabe eines Diploms bestimmte Prüfungen abgeleistet werden müssen. Ist dies der Fall und kann der Arzt etwa für die Homöopathie ein besonderes Wissen geltend machen, steigen damit auch die Chancen, dass der Krankenversicherer die Kosten übernimmt. Bei ihm kann zudem eine Liste aller Heilpraktiker im Umkreis erfragt werden, für die die Kassen die Rechnung bezuschussen.

    Bei der Wahl der Kasse genau prüfen

    Wer im Zweifelsfall nicht ohne eine Kostenbeteiligung dastehen möchte, sollte bereits die Krankenkasse nach diesem Erfordernis auswählen. Die meisten von ihnen positionieren sich in der Nennung ihrer grundsätzlichen Leistungen diesbezüglich eindeutig und führen genau auf, welche Behandlungen sie unterstützen und welchen sie die Zuzahlung verweigern.

    Doch Vorsicht, viele Versicherer haben ihren Standpunkt in dieser Frage in den letzten Jahren überarbeitet. Was einstmals nicht als wirkungsvolle Therapie angesehen wurde, darf jetzt sehr wohl mit einer Kostenübernahme rechnen. Ebenso ist es aber auch möglich, dass Maßnahmen nicht mehr bezuschusst werden, die dieses Privileg über eine lange Zeit hinweg beanspruchen konnten.

    Auch für Heilmittel bedeutsam

    Aber nicht alleine die Therapie als solche muss von dem Patienten vorab hinsichtlich der Kosten erfragt werden. Möglich ist es zudem, dass der Heilpraktiker für den Genesungsverlauf bestimmte Medikamente verschreibt oder Kuren verordnet.

    Auch hierbei ist es wichtig, bereits mit Beginn der Behandlung über eine etwaige Übernahme der Auslagen bescheid zu wissen. Hier wird es aber ebenso erforderlich sein, dass der Therapeut bereits einen Vertrag mit der jeweiligen Kasse geschlossen hat und seine Maßnahmen von dieser somit vollumfänglich anerkannt werden. Das gilt bundesweit für immer mehr Praxen.

    Zusatzversicherungen abschließen

    Was bleibt aber, wenn die Krankenkasse einem Heilverfahren die Anerkennung verweigert? In solchen Fällen offerieren viele Anbieter ihren Klienten eine Erweiterung des Leistungsumfangs. Hiermit wird künftig nicht mehr alleine die Schulmedizin bezuschusst.

    Auch solche Verfahren, die eine sanfte Genesung gewährleisten oder eine Hilfe zur Selbsthilfe umfassen, können sodann mit einer Übernahme der Kosten bedacht werden. Allerdings liegen die monatlichen Gebühren dafür noch über dem Durchschnitt und es stellt sich zuweilen die Frage, ob eine private Bezahlung des Heilpraktikers letztlich nicht günstiger ausfallen würde. Dennoch lohnt es sich, diesen Aspekt mit den Krankenkassen zu besprechen und einen individuell vorteilhaften Tarif zu suchen.

    Notwendige Untersuchungen

    Doch selbst, wenn die Kasse die Kosten übernimmt, wie das etwa für die Osteopathie oder die Akkupunktur bereits der Fall ist, so sollte sich der Patient zumeist noch immer den Vorgaben des Versicherers fügen. Und diese besagen im Regelfall, dass die Wirkung der alternativen Heilkunde durch einen Facharzt bestätigt werden muss.

    Es kann daher sein, dass sich der Betroffene, der mit seinem Therapeuten zufrieden ist, ein oder zwei Mal jährlich von einem Mediziner untersuchen lässt, der sodann die Erforderlichkeit der Maßnahme bestätigt oder verneint. Darin sehen viele Kassen die Grundlage, um auch künftig die Behandlungen zu fördern.

    Alternative Methoden auf dem Vormarsch

    Noch immer muss der Patient somit den für sich besten Weg suchen – die Tarife der Kassen und deren Vorgaben können dabei variieren. Ein beliebtes Beispiel ist die Homöopathie, die von einigen Anbietern übernommen wird, bei anderen aber nicht auf eine Zuzahlung hoffen darf.

    Dennoch breiten sich diese alternativen Heilverfahren immer weiter aus. Ein Faktor, den auch die gesetzlichen Krankenkassen künftig nicht mehr übergehen können.

    Für die Betroffenen dürfte sich daher auf absehbare Zeit die Frage der Bezuschussung deutlich einfacher gestalten. Denn die Gesundheit des Menschen steht für alle Anbieter im Vordergrund – egal, ob diese nun durch die westliche Medizin oder die östliche Heilbehandlung erwirkt wird.

    Erweiterung des Leistungsspektrums: Mögliche und sinnvolle Zusatzversicherungen

    Die meisten Deutschen leisten sich keine private Zusatzversicherung

    Das Groß derdeutschen Bevölkerung ist mit einer Absicherung durch eine gesetzliche Krankenversicherung zufrieden, wie eine Umfrage der "Apotheken Umschau" unter 1.799 gesetzlich Versicherten zeigt. Lediglich 14,2% der Befragten haben demnach zusätzlich eine private Versicherung abgeschlossen.

    In der Altersklasse der 50- bis 59-Jährigen ist der Anteil derjenigen, die eine private Zusatzversicherung haben mit 21,5% am höchsten. Außerdem scheint das Abschließen einer Privatversicherung zudem auch vom Einkommen abhängig zu sein. Von den gestzlich Versicherten, die im Monat ein durchschnittlichen Nettoeinkommen von 3.000 Euro oder mehr haben, besitzen immerhin 28,6% eine private Zusatzversicherung.

    Ein guter Versicherungsschutz im Krankheitsfall macht für viele Menschen mehr aus als die Leistungen, die in bei einer gesetzlichen Versicherung gegeben sind. So gibt es einige private Zusatzversicherungen, die zahlreiche Versicherte zusätzlich abschließen.

    Welche dieser Angebote wirlich sinnvoll sind, lässt sich pauschal nicht beantworten und sollte individuell betrachtet werden. Möglichkeiten gibt es dabei viele.

    • Als wirklich wichtig wird die Zahnzusatzversicherung angesehen. Gewährt werden Zuschüsse zu Zahnbehandlungen sowie Zahnersatz. Es gibt zahlreiche Anbieter, sodass ein vorheriger Vergleich angegangen werden sollte; besonders wichtig sind Tarife, die sich um den Zahnersatz kümmern, denn hier findet man das größte Kostenrisiko vor.

      Es ist zu beachten, dass es je nach Tarif und Anbieter zu unterschiedlichen Wartezeiten kommen kann: genell ist es so, dass eine solche Zeit eingehalten werden muss, bevor die Zahnzusatzversicherung überhaupt im vollen Maße einspringt; am günstigsten kommt man dabei mit einer achtmonatigen Wartezeit davon.

    • Beliebt ist auch die Krankenhaus-Zusatzversicherung. Diese basiert in der Regel auf einer Behandlung durch den Chefarzt.

      Der Versicherte muss sich sodann entscheiden, ob er ein Einbett- oder Zweibettzimmer bevorzugt. Beim Abschluss einer solchen Versicherung sollte darauf geachtet werden, dass die Police ärztliche Behandlungen bezahlt, die über den 3,5-fachen Satz hinausgehen, auf das ordentliche Kündigungsrecht verzichtet wird und dass man den Differenzbetrag erstattet bekommt, sofern man in einer anderen Klinik behandelt werden möchte.

    • Durch Krankenhaustagegeld kann man sich im Falle eines längeren Krankenhausaufenthalts finanziell absichern. In der REgel erhält man das geld für einen unbefristeten Zeitraum.

      Vereinbart wird ein bestimmter Tagessatz, welcher maximal dem monatlichen Nettoeinkommen entspricht. Ein guter Versicherer gibt dem Versicherten die Möglichkeit, den Betrag nachträglich anzupassen, ohne vorherige Gesundheitsprüfung und Wartezeit.

    • Empfehlenswert ist zudem die Auslandskrankenversicherung. Diese ermöglicht dem Versicherten eine Vollversicherung während eines Auslandsaufenthaltes.

      Ein solcher Schutz ist besonders außerhalb der EU von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht gegeben. Die Beiträge werden nach Eintrittsalter, gewählten Leistungen, Aufenthaltsort und Selbstbeteiligungshöhe berechnet.

    • Auch die Pflegezusatzversicherung wird gerne in Anspruch genommen. Nicht alle Kosten lassen sich durch die Pflegeversicherung decken, sodass mehr und mehr Menschen auf diese Zusatzversicherung setzen.

    Die Abrechnung der gesetzlichen Krankenversicherung

    In der gesetzlichen Krankenversicherung rechnet der behandelnde Arzt nach dem Sachleistungsprinzip direkt, wenn auch mittelbar, mit der Krankenkasse ab. Das Kostenerstattungsprinzip wird hingegen so gut wie gar nicht angewendet.

    Freiwillige vs. Pflichtmitgliedschaft

    Mit ihren mehr als hundert Krankenkassen kann die gesetzliche Krankenkasse, die GKV, als eine tragende Säule des Krankenversicherungswesens bezeichnet werden. Die überwiegende Zahl der Bürger ist GKV-versichert.

    Unterschieden wird in die freiwillige sowie in die Pflichtmitgliedschaft. Unselbstständig tätige Arbeiter und Angestellter sind pflichtversichert - sie haben jedoch die freie Wahl, bei welcher GKV sie versichert sein möchten.

    Selbstständige und Freiberufler müssen sich ebenfalls krankenversichern. Sie können sich in einer gesetzlichen Krankenkasse freiwillig versichern, oder aber Mitglied einer privaten Krankenversicherung werden.

    Abrechnungsverfahren nach dem Sachleistungsprinzip

    Bis auf wenige Ausnahmen werden die Leistungen der ambulanten und stationären Behandlung vom niedergelassenen Arzt beziehungsweise Krankenhausträger nach dem Sachleistungsprinzip abgerechnet, ohne dass dem Patienten dieses Abrechnungsverfahren bekannt oder bewusst ist.

    Gesundheitskarte

    Als GKV-Versicherter braucht er sich um die Abrechnung nicht zu kümmern. Er hat von seiner gesetzlichen Krankenkasse eine Krankenversicherungskarte, die KVK, im Scheckkartenformat erhalten.

    Eine neuere Form ist die elektronische Gesundheitskarte, die eGK. Vor jeder Behandlung beim niedergelassenen Arzt oder im Krankenhaus wird die KVK beziehungsweise eGK eingelesen.

    Die anschließende Behandlung rechnet der Arzt mit der Kassenärztlichen Vereinigung, der KV, ab. Sie ist die Schnittstelle zwischen den gesetzlichen Krankenkassen einerseits und den niedergelassenen Ärzten sowie den Krankenhäusern andererseits. Seit dem Wegfall der Praxisgebühr ab dem Jahre 2013 entstehen dem GKV-Patienten keinerlei Kosten beim niedergelassenen Arzt.

    Nachteile dieser Abrechnungsart

    Diese direkte Abrechnung nach dem Sachleistungsprinzip hat zur Folge, dass der Patient keine Kenntnis davon erhält, was der behandelnde Arzt liquidiert, also abrechnet. Er erfährt weder die Indikation noch die Höhe der Gebühr, die der Arzt im Rahmen seiner monatlichen oder vierteljährlichen Abrechnung ausgezahlt bekommt.

    In der Regel ist der Patient an diesen Informationen auch nicht sonderlich interessiert. Für ihn ist es wichtig, bei "seinem Arzt oder Krankenhaus" möglichst zeitnah den gewünschten Behandlungstermin zu erhalten und behandelt, sprich geheilt zu werden.

    Zugelassen für alle Kassen

    Der niedergelassene Arzt muss, wie es formuliert wird, von der gesetzlichen Krankenkasse zugelassen sein. Das ist immer dann der Fall, wenn auf seinem Hinweisschild am Praxiseingang keine Einschränkungen vermerkt sind.

    Der Deutlichkeit halber wird oftmals formuliert "Zugelassen für alle Kassen". Damit ist klar, dass der Arzt nicht nur Privatversicherte, sondern auch Patienten aller gesetzlichen Krankenkassen behandelt, und dass er die Behandlungen aufgrund seiner KV-Zulassung auch abrechnen kann. Der Kreis zwischen gesetzlicher Krankenkasse, Kassenärztlicher Vereinigung, niedergelassenem Arzt und dem GKV-versicherten Patienten ist somit geschlossen.

    Während des Krankenhausaufenthalts als Privatpatient behandelt werden

    Auch der GKV-Versicherte kann beim niedergelassenen Arzt und beim stationären Aufenthalt ein Privatpatient sein. Das ist dann der Fall, wenn er mit seiner GKV eine Abrechnung nach dem Kostenerstattungsprinzip vereinbart hat.

    Vergleichbar mit dem Mitglied einer privaten Krankenversicherung werden die Behandlungskosten dem GKV-Versicherten in Rechnung gestellt. Er bezahlt die Rechnung und lässt sie sich anschließend von seiner gesetzlichen Krankenkasse erstatten.

    In diesem Falle muss der Patient den Arzt darauf hinweisen, dass er zwar ein Privatpatient ist, jedoch zu den leistungsmäßigen Bedingungen eines GKV-Versicherten. Der Arzt weiß jetzt, dass er seinerseits ausschließlich diejenigen Leistungen erbringen und berechnen darf, die er nach dem Sachleistungsprinzip mit der Kassenärztlichen Vereinigung hätte abrechnen können. Hier muss begrifflich zwischen Privatpatienten und Privatversicherten unterschieden werden.

    Kostenerstattungsprinzip

    Vielen GKV-Angehörigen ist die Möglichkeit einer Abrechnung nach dem Kostenerstattungsprinzip nicht geläufig, zumal die GKVs auch nicht offensiv damit werben. Das Kostenerstattungsprinzip ist jedoch eine, wenn nicht die einzige Möglichkeit, für den gesetzlich versicherten Patienten zu erfahren, welche Behandlung der Arzt zu welchen Kosten abrechnet.

    Das Abrechnungsverfahren selbst ist mit dem in der privaten Krankenversicherung, der PKV, identisch. Der Patient erhält die Arzt- oder Krankenhausrechnung und muss sie innerhalb der Zahlungsfrist begleichen.

    Die Originalrechnung wird der GKV eingereicht. Sie erstattet dem Versicherten die nach dem GKV-Leistungskatalog abrechnungsfähigen Kosten. Mit der Bezahlung der Arzt- oder Krankenhausrechnung wird meistens so lange gewartet, bis die Erstattung der GKV auf dem eigenen Girokonto gutgeschrieben worden ist.

    Zuzahlungen beim stationären Krankenhausaufenthalt

    In aller Regel erfährt der GKV-Patient nichts von der Abrechnung des behandelnden Arztes oder des Krankenhauses. Beim stationären Krankenhausaufenthalt beträgt seine sogenannte "Zuzahlung" täglich zehn Euro, begrenzt auf achtundzwanzig Tage je Kalenderjahr. Diesen Betrag muss GKV-Versicherte direkt an den Krankenhausträger bezahlen, während der alle Behandlungs- und Aufenthaltskosten direkt mit Kassenärztlichen Vereinigung beziehungsweise der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnet.

    Im Folgenden gehen wir auf das Thema Zuzahlungen generell noch etwas genauer ein...

    Wissenswertes über Zuzahlungen

    Unter Zuzahlungen versteht man in der gesetzlichen Krankenversicherung die Selbstbeteiligung des Versicherten. So müssen für verschiedene Leistungen zusätzliche Beiträge entrichtet werden.

    Höhe der Zuzahlungen

    Die Höhe der Zuzahlungen beläuft sich auf zehn Prozent der Kosten der Leistung. Dabei liegt die Höchstgrenze der Zuzahlungen bei 10 Euro. Als Mindestgrenze wurden 5 Euro festgesetzt. Liegen die Kosten unterhalb der 5-Euro-Grenze, entrichtet der Patient den tatsächlichen Preis.

    Belastungsgrenze

    Da für sämtliche Zuzahlungen das Erreichen der Belastungsgrenze berücksichtigt wird, ist es erforderlich, alle Zuzahlungsbelege zu sammeln. Bei einem gesetzlich Krankenversicherten darf die Eigenbeteiligung pro Jahr nicht zwei Prozent seiner Bruttoeinnahmen überschreiten.

    Für chronisch kranke Patienten wurde eine Belastungsgrenze von einem Prozent der Bruttoeinnahmen festgelegt. Bei Familien kann die Belastungsgrenze durch Kinderfreibeträge oder eventuell einen Freibetrag für den Ehepartner gesenkt werden.

    Bei Beziehern von Sozialleistungen zieht man den Regelsatz des Haushaltsvorstands als Grundlage für die Berechnung der Belastungsgrenze heran. Aus diesem Grund lassen sich die Freibeträge in diesem Fall nicht veranschlagen.

    Befreiung von Zuzahlungen

    Grundsätzlich befreit von Zuzahlungen sind Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Eine Ausnahme besteht nur bei der Zuzahlung von Fahrtkosten.

    Versicherte, die an anerkannten Präventionsmaßnahmen teilnehmen und aktive Vorsorge betreiben, erhalten von ihrer Krankenkasse einen finanziellen Bonus. Dabei kann es sich um eine Ermäßigung des Versicherungsbeitrags oder aber um eine teilweise Befreiung von den Zuzahlungen handeln.

    Beispiele für Zuzahlungen

    Zuzahlungen müssen beispielsweise für Medikamente entrichtet werden. Die Höhe der Zuzahlung liegt bei 10 Prozent des Arzneimittelpreises. Auch für Fahrten zu ambulanten Behandlungen oder Rettungsfahrten muss eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent der Kosten erfolgen.

    Des Weiteren sind während eines Krankenhausaufenthaltes 10 Euro pro Kalendertag zu zahlen. Dabei besteht jedoch eine Begrenzung auf 28 Tage. Zu den weiteren Bereichen, in denen Zuzahlungen getätigt werden müssen, zählen:

    • Heilmittel und häusliche Krankenpflege
    • Hilfsmittel (Hörgerät, Rollstuhl etc.)
    • Medizinischen Rehabilitation für Mütter und Väter
    • Soziotherapie, wenn eine Haushaltshilfe in Anspruch genommen wird
    • Künstliche Befruchtung

    Notfall: Kasse muss auch Privatklinik bezahlen

    Gebäudefront eines Krankenhauses mit rotem Kreuz und der Aufschrift "Klinikum"
    Klinikum © bluedesign - www.fotolia.de

    Gesetzliche Krankenkassen müssen im Ausnahmefall auch eine Behandlung in einer Klinik ohne Kassenzulassung übernehmen, wenn der Transport in eine weiter entfernt liegende Klinik zu riskant wäre. Das berichtet die Gesundheitszeitschrift Apotheken Umschau unter Berufung auf ein Urteil des Bundessozialgerichts (Aktenzeichen: B 1 KR6/01 R).

    Im vorliegenden Fall war ein gesetzlich Versicherter nach einem Herzanfall in das nächst erreichbare Krankenhaus, eine Privatklinik, gebracht worden, und seine Kasse hatte sich geweigert, die entstandenen Behandlungskosten zu übernehmen.

    Das Sammeln von Belegen zahlt sich bei der Zuzahlung aus

    Zu Beginn des neuen Jahres sollten sich die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen wieder einen Ordner anlegen, in dem sie alle Quittungen über Zuzahlungen sammeln – zum Beispiel für Arzneien, Krankenhausaufenthalte oder Praxisgebühren. Das rät das „HausArzt-Patienten-Magazin“ in seiner aktuellen Januar-Ausgabe. Nur mit diesen Belegen erhalten die Versicherten später eventuell eine Befreiung von der Kasse.

    Die Belastungsgrenze liegt bei zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens, abzüglich von Freibeträgen. Chronisch Kranke müssen höchstens ein Prozent aufwenden, alle unter 18-Jährigen sind ganz befreit.

    Streit um die zehn Euro Praxisgebühr auch vier Jahre nach Einführung nicht entschieden

    Politiker und Krankenkassen befürworten weiterhin die Praxisgebühr, Ärzte sind dagegen

    Zwei Pflaster überkreuzt, Versichertenkarte, 10-Euroschein, Praxisgebühren
    Heftpflaster © Birgit Reitz-Hofmann - www.fotolia.de

    Vier Jahre Praxisgebühr und kein Ende des Streits: Ärzte halten sie für untauglich, Patientenströme zu steuern und sehen sie als gescheitert an, Gesundheitswissenschaftler beurteilen sie ähnlich, Krankenkassen und Politik aber halten daran fest. Zehn Euro beim ersten Arztbesuch im Quartal sollten den Deutschen die Gewohnheit austreiben, schon mit Bagatellen zum Arzt zu gehen.

    Praxisgebühr führte nicht zu deutlich sinkenden Arztbesuchen

    Gewirkt hat es nicht viel: Nach Zahlen der Gmünder Ersatzkasse lagen sie im europäischen Vergleich mit 16,3 Arztbesuchen pro Jahr aus dem Jahre 2006 immer noch an der Spitze. 6,5 Mrd. Euro spülte die Abgabe bisher in die Kassen der Gesetzlichen Krankenversicherung. Dabei sank die Zahl der Arztbesuche insgesamt tatsächlich. Aber sie nehme schon seit den 1980er Jahren sowieso ständig ab, argumentiert Dr. Markus M. Grabka, Gesundheitswissenschaftler am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, in der "Apotheken Umschau".

    Die 6,5 Milliarden Euro will er ebenfalls nicht als Erfolg gelten lassen: Angesichts der immensen Budgets der Kassen sei dies "nur ein Tropfen auf den heißen Stein". Er findet den ganzen Ansatz falsch. Da derjenige, der die Gebühr bezahlt, bereits krank ist, sei es besser, Vorbeugemaßnahmen stärker zu fördern.

    "Wer gesund bleibt, muss nicht zum Arzt", so Grabka. Damit liegt er auf einer Linie mit Ärztevertretern wie Eberhard Gramsch, dem Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen: "Die Praxisgebühr muss abgeschafft werden", verlangt dieser. "Sie ist eine Kassengebühr und hat eindeutig versagt."

    Überweisungen zum Facharzt steigen

    Die Krankenkassen ziehen aus ihren Statistiken andere Schlüsse. Verglichen mit dem Ausgangswert von 2003 gebe es nun weniger Behandlungsfälle. Zwar erreichen die Hausärzte ähnlich hohe Fallzahlen wie früher, doch die meisten Fachärzte liegen im Minus. Auch an der Zahl der Überweisungen lässt sich eine Wirkung ablesen: Während vor der Einführung der Praxisgebühr die Quote der Patienten, die mit Überweisung einen Facharzt aufsuchten, gut zehn Prozent betrug, liegt sie heute deutlich über 50 Prozent.

    Die Kritik, dass die Praxisgebühr Menschen dazu verleite, Erkrankungen zu verschleppen, lässt sich bisher nicht schlüssig widerlegen. Im Gegenteil: Auswertungen des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung scheinen die These zu stützen. Auch ein soziales Ungleichgewicht macht sich bemerkbar: Offenbar vermeiden mehr Menschen mit niedrigem Bildungsniveau und geringerem Einkommen Arztbesuche als höher gebildete Gutverdiener.

    Bundesministerium für Gesund ist für Praxisgebühr

    Trotzdem sagt Franz Knieps, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Gesundheit in der "Apotheken Umschau": "Die Gebühr hat keineswegs enttäuscht. Ihre Abschaffung steht nicht auf der Tagesordnung." Das Gesundheitsministerium wird die Praxisgebühr in dieser Legislaturperiode deshalb auch nicht mehr auf die Agenda setzen. Auch Niedersachsens KV-Chef Gramsch bleibt Realist: "Es wird sehr schwer, die Forderung der Abschaffung durchzusetzen."

    90 Prozent der Kassenpatienten zahlen drauf

    Ab dem 01. Januar 2009 tritt der neue einheitliche Krankenkassenbeitrag von 15,5 Prozent in Kraft, dass gab die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt bekannt. Von diesem Prozentsatz muss der Arbeitnehmer 8,2 Prozent selber tragen, die Differenz wird vom Arbeitgeber übernommen.

    Schmidt rechtfertigt die Erhöhung des Beitrages mit der Absicherung der Versorgung. Mit der Erhöhung werden elf Milliarden Euro mehr in die Kassen fließen. Die Krankenkassen werden im Jahr 2009 circa 167 Milliarden Euro einnehmen. Für das Jahr 2010 versichert die Gesundheitsministerin keine Erhöhungen des Kassenbeitrages. 10 Prozent der jetzigen Kassenpatienten werden von der Erhöhung finanziell keine Nachteile erfahren, die restlichen 90 Prozent werden einen finanziellen Nachteil haben.

    Zusatzbeitrag wird nur von wenigen Krankenkassen verlangt

    Seit Januar 2009 erhalten die knapp 200 gesetzlichen Krankenkassen ihre Gelder durch den Gesundheitsfond überwiesen. Durch diese Verteilung gelangen rund 168 Milliarden zu den Versicherern. Genügt der einzelnen Kasse der zugewiesene Betrag nicht, besteht die Möglichkeit von den Mitgliedern einen Zusatzbeitrag zu verlangen.

    Noch zu Jahresbeginn wurde davon ausgegangen, dass zum 1. Juli insgesamt 16 Krankenkassen diese Vorgehensweise nützen müssten. Doch nun scheinen es lediglich zwei bis drei kleinere Kassen zu sein, die diesen Weg gehen müssen. Dieser Zusatzbeitrag beträgt maximal ein Prozent des persönlichen Bruttoeinkommens.

    Mitglieder, die diese Zusatzsumme nicht bezahlen möchten, haben dann die Möglichkeit ihr Sonderkündigungsrecht in Anspruch zu nehmen und die Krankenkasse zu wechseln.

    Werden pauschale Zuschläge zur Krankenversicherung erhoben?

    Nach dem Willen der Krankenkassen soll nach der Bundestagswahl eine Änderung beim Gesundheitsfonds erfolgen und zwar bei der Erhebung des sogenannten Zusatzbeitrages, der dann fällig wird, wenn das Geld aus dem Fond aufgebraucht ist. Dieser Zusatzbeitrag soll aber nicht als Pauschalbetrag, sondern wie auch der normale Kassenbeitrag prozentual vom Einkommen des Versicherten erfolgen.

    Bisher wird weder von den Ersatzkassen noch von der AOK ein Zusatzbeitrag erhoben, was aber in den nächsten Monaten passieren könnte. Einen Pauschalbetrag lehnen die Krankenkassen als sozial ungerecht ab, da dadurch Versicherte mit niedrigen Einkommen besonders belastet würden. Auch sei der Verwaltungsaufwand sehr hoch, man rechnet dann mit Kosten bis zu einer Milliarde Euro.

    Die erste Krankenkasse erhebt einen Zusatzbeitrag

    Zusatzbeitrag in Höhe von 8 Euro für Mitglieder der Gemeinsamen Betriebskrankenkassen in Köln (GBK)

    Holzstempel mit Schriftzug "Krankenkasse"
    Stempel Krankenkasse © bilderbox - www.fotolia.de

    Nach Einführung des Gesundheitsfonds sind Zusatzbeiträge möglich, und jetzt macht die erste Krankenkasse auch Gebrauch davon. Die Gemeinsamen Betriebskrankenkassen in Köln (GBK) erheben rückwirkend zum 1. Juli 2009 von ihren Versicherten einen zusätzlichen Betrag von acht Euro.

    Neureglung der Krankenkassen-Beitragssätze

    Aber bisher ist dies ein Einzelfall, denn bei dem Bundesversicherungsamt wurden keine weiteren Anträge eingereicht.

    Aber in naher Zukunft rechnet man verstärkt mit weiteren Anträgen der Kassen. Seit Anfang Juli beträgt der Beitragssatz generell bei allen gesetzlichen Krankenkassen 14,9 Prozent vom Bruttogehalt, wobei der Arbeitgeber die Hälfte übernimmt. Bei der GBK, die etwa 30.000 Versicherte hat, lag vor der Neuregelung der Beitragssatz noch bei 16,6 Prozent.

    Viele Krankenkassenwechsel durch Zusatzbeitrag

    Aber es gibt auch drei Kassen, die zusammen über 720.000 Versicherte haben, und ihren Mitgliedern sogar von den Überschüssen noch Vergütungen zukommen lassen. Hierbei handelt es sich um die Handelskrankenkasse (HKK) aus Bremen, sowie die IKK Südwest und die Betriebskrankenkasse BKK ALP Plus, die Prämien zwischen 60 bis 100 Euro jährlich zurück zahlen.

    Bei der IKK zählt man zurzeit wöchentlich zwischen 1.500 bis 2.000 Neuanträge, so dass es am Jahresende vielleicht eine halbe Million Mitglieder sind.

    Zusatzbeiträge: Kranken-Versicherte müssen für 4 Milliarden Lücke aufkommen

    Es steht schlecht um die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung. Und Kassen, die trotz steuerlichen Unterstützungen, ihre Kosten nicht decken können, müssen Zusatzbeiträge einfordern, die die Versicherten allein zu tragen haben.

    Es steht daher noch viel schlechter für Millionen Versicherter, auf sie kommen im Jahr 2010 nun unausweichliche Zusatzbeiträge zu, denn irgendwer muss die vier Milliarden Euro tiefe Finanzlücke der Kassen ja decken. Auf Lange Sicht gesehen werden alle Kassen Zusatzbeiträge erheben. Die Barmer/Gmünder Ersatzkasse wird ihre rund 8,5 Millionen Mitglieder jedoch nicht gleich nach dem Jahreswechsel mit neuen Kosten konfrontieren, sondern voraussichtlich erst im Verlauf des Jahres nicht mehr umhinkommen.

    Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) mahnte zudem, dass es für niemanden einen Freibrief gebe, weder für Ärzte, Kliniken noch die Pharmaindustrie.

    Viele Versicherte wollen wegen des Zusatzbeitrags die Krankenkasse wechseln

    Beitragserhöhung um acht Euro ab dem 1. Februar - nur ein Fünftel der Versicherten bleibt Kasse treu

    Zwei Pflaster überkreuzt auf Versichertenkarte
    Krankenkassenkarte © aldorado - www.fotolia.de

    Ab dem 1. Februar wird die DAK für ihre rund 4,5 Millionen gesetzlich versicherten Mitglieder einen Zusatzbeitrag von acht Euro erheben. Aber auch sieben weitere Krankenkassen werden folgen. Laut einer Umfrage der Rating-Agentur Assekurata wollen etwa ein Drittel wegen der acht Euro Erhöhung ihrer Krankenkasse kündigen und zu einer günstigeren Kasse wechseln.

    Nur 20 Prozent der Versicherten wollen bei ihrer Kasse bleiben

    Aber von dem zusätzlichen Geld wird für die Kassen nicht sehr viel übrig bleiben, denn man schätzt, dass ein Drittel für die Verwaltung aufgewendet wird. Sollte aber dieser Pauschalbetrag von acht Euro noch mehr erhöht werden, so muss man noch mehr Aufwand aufbringen, weil dann das Einkommen zusätzlich überprüft werden muss. Der Zusatzbeitrag kann dann sogar bei 20 Euro liegen.

    Bei der Umfrage kam aber auch noch zutage, dass sogar 60 Prozent die Kasse wechseln, wenn der zusätzlich Betrag bei 20 Euro liegt. Nur 20 Prozent halten aber trotz allem ihrer Kasse die Stange.

    Im laufenden Jahr fehlen den Kassen etwa 8 Milliarden Euro, wovon der Bund die Hälfte übernimmt. Aber einige Krankenkassen haben schon im Vorfeld gesagt, dass im Jahr 2010 kein Zusatzbeitrag fällig wird.

    Ein Viertel der Krankenkassenzusatzbeiträge verschwindet in der Verwaltung

    In den kommenden sechs Monaten werden bis zu 30 gesetzliche Krankenkassen einen Zusatzbeitrag in Höhe von acht Euro je Mitglied erheben. Allerdings werden diese Gelder zu einem großen Teil in die Verwaltung fließen, um anfallende Mahnkosten finanziell abdecken zu können. Doch den Versicherten steht der Gesetzgeber recht gut beiseite, denn nun erhalten diese ein Sonderkündigungsrecht und können folglich ohne großen Aufwand sich für eine andere Krankenkasse entscheiden.

    Der Verwaltungsaufwand für die Krankenversicherer wird jedoch in dem Moment auftreten, indem die Mitglieder diesen Beitrag nicht bezahlen. Aufgrund dieser Prognosen werden rund ein Viertel der angeplanten zusätzlichen Einnahmen zur Abdeckung der laufenden Mahnkosten verwendet.

    Bei Hartz-IV bezahlt der Staat doch die Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenkasse

    Einige gesetzliche Krankenkassen wollen in diesem Jahr von ihren Versicherten Zusatzbeiträge erheben. Wie jetzt bekannt wurde, werden aber auch diese Zusatzbeiträge bei den "Hartz-IV"-Empfängern wohl doch der Staat übernehmen, denn laut dem Bundesarbeitsministerium von Ursula von der Leyen (CDU) ist eine Gesetzesänderung vorgesehen, so dass dann die Arbeitsagenturen die Zusatzbeiträge pauschal übernehmen werden.

    Bislang sollten die Zusatzbeiträge von den "Hartz-IV"-Empfängern getragen werden, oder sie sollten eventuell die Kasse wechseln. Aber schon heute übernimmt der Staat in den Fällen, wo ein Wechsel nicht möglich ist, die Zusatzkosten. Bis es zur offiziellen Änderung dafür kommt, werden die Arbeitsagenturen besonders Härtefälle großzügig behandeln.

    Eine Millionen Versicherte haben Zusatzbeiträge verweigert

    Die gesetzlichen Krankenkassen beschweren sich derzeit über säumige Zahler. Nachdem dreizehn Kassen von ihren Versicherten Zusatzbeiträge von maximal 37,50 monatlich erhoben haben, haben bisher rund eine Million Mitglieder nicht gezahlt. Die Säumnisrate beträgt dabei seit Beginn des Jahres bei den meisten Versicherungen bis zu 30 Prozent.

    Betroffen sind unter anderem die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) und die KKH-Allianz mit etwa zehn Prozent sowie die BKK Gesundheit und die BKK für Heilberufe mit dreimal so vielen säumigen Zahlern, die momentan schriftlich als auch telefonisch zur Zahlung aufgefordert werden.

    Laut Union und FDP sollen in Zukunft Sanktionen in Form von Extra-Zuschlägen geplant werden; zudem soll die Höhe der Beiträge bald unbegrenzt sein. Ein "sozialer Ausgleich" soll eine übermäßige Belastung der Versicherten verhindern.

    Steigen die Zusatzbeiträge für die gesetzlichen Krankenkassen sogar bis zu 100 Euro?

    Zusatzbeiträge bei 16 gesetzlichen Krankenkassen - Pläne zur Selbstbestimmung in Arbeit

    Zwei Pflaster überkreuzt, Versichertenkarte, 10-Euroschein, Praxisgebühren
    Heftpflaster © Birgit Reitz-Hofmann - www.fotolia.de

    Wie eine Auswertung des Instituts für Gesundheitsökonomie ergab, könnten die monatlichen Zusatzbeiträge zu den gesetzlichen Krankenkassen in Zukunft für die Versicherten sogar bis zu 100 Euro jeden Monat steigen, wie auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) berichtet.

    Steigerung der Ausgaben und Anspruch auf Sozialausgleich

    Auf diesen Betrag kommen die Wissenschaftler aufgrund zweier Möglichkeiten. Wenn die Ausgaben der Krankenkassen pro Jahr um nur zwei Prozent mehr ansteigen, als die Einnahmen, so ist ein Zusatzbeitrag von 97 Euro monatlich schon im Jahr 2025 möglich, was auf das Jahr 1164 Euro ausmacht.

    Dies würde aber auch heißen, dass jeder Arbeitnehmer mit einem Durchschnittsverdienst von bis zu 4.827 Euro einen Anspruch auf Sozialausgleich besäße, was auf fast alle Versicherten zutreffen würde, wobei nur das beitragspflichtige Einkommen maßgebend ist.

    Doch wenn die Kostensteigerung statt von zwei auf vier Prozent wächst, so kommen schon rund 100 Euro, nämlich im Jahr 2020, auf die Versicherten zu. Zurzeit wird von 16 gesetzlichen Krankenkassen ein Zusatzbeitrag von acht Euro im Monat erhoben, was aber aufgrund von Plänen der Bundesregierung im Rahmen der Gesundheitsreform von den Kassen selbst bestimmt werden soll.

    Auch sollen zukünftige Beitragssteigerungen nur von den Arbeitnehmern getragen werden, weil der Arbeitgeberanteil "eingefroren" wird.

    Die meisten gesetzlichen Krankenkassen verzichten weiterhin auf einen Zusatzbeitrag

    Wie eine Umfrage des Verbraucherportals 1 A Krankenversicherung bei den gesetzlichen Krankenkassen ergab, werden von den 153 Kassen im nächsten Jahr 133 Kassen von ihren Mitgliedern keinen Zusatzbeitrag erheben, so unter anderem auch die beiden großen Krankenkassen TKK und Barmer GEK.

    Zurzeit müssen Mitglieder bei elf Krankenkassen einen Zusatzbeitrag zwischen 6,50 und 15 Euro monatlich entrichten. Für das Jahr 2012 haben wenigstens fünf Kassen den Zusatzbeitrag angekündigt, der meistens bei 8 Euro im Monat liegt. So unter anderem neben einigen Betriebskrankenkassen, die KKH Allianz und auch die neu aus der Fusion zwischen BKK Gesundheit und DAK entstandene DAK Gesundheit. Aber die letztgenannte Kasse plant ab April 2012 keine Zusatzbeiträge mehr zu verlangen.

    Andere Kassen haben sich noch nicht entschieden. Aber einige Kassen haben in diesem Jahr sehr gut gewirtschaftet, so dass ihre Mitglieder mit einer Prämie zwischen 30 und 120 Euro rechnen können.

    Kassenpatienten zahlen rund 380 Euro im Jahr aus eigener Tasche

    Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest zahlen Kassenpatienten jedes Jahr 380 Euro für zusätzliche Leistungen, welche von ihrer Krankenversicherung nicht übernommen wird. Rund 30 Prozent der Befragten gaben zudem an, dass sie wegen der Kosten neben Impfungen auch Untersuchungen oder Behandlungen verschoben oder platzen ließen.

    Dies gilt vor allem für die Geringverdiener, welche aufgrund ihrer finanziellen Lage kein Geld für medizinische Behandlungen oder teure Medikamente haben. Rund 80 Prozent der knapp 1.100 befragten Kassenpatienten bezeichnete das Gesundheitssystem in Deutschland außerdem als viel zu teuer, wobei die medizinische Versorgung von immerhin 90 Prozent der Umfrageteilnehmer als positiv eingeschätzt wurde.

    Bundesregierung will Zuzahlungen nicht abschaffen

    Während die Bundesregierung die übrigen Zuzahlungen gesetzlich Krankenversicherter nach dem Ende der Praxisgebühr aufrecht erhalten will, fordern die Linke im Bundestag deren Abschaffung.

    Diese Zuzahlungen würden nämlich erheblichen Verwaltungsaufwand für die Kassen und Versicherten bringen und daneben die Gesunden auf Kosten der Kranken entlasten. Die Bundesregierung betont dagegen, dass die Zuzahlungen die Eigenverantwortung der Versicherten stärkt und die höheren Eigenbeiträge somit auch gerechtfertigt sind.

    Verglichen mit anderen europäischen Staaten sind die Eigenbeteiligungen der gesetzlichen Krankenversicherungen hierzulande zudem sozial verträglich und absolut moderat.

    Der Wechsel in eine andere Krankenkasse: Bedingungen und Ablauf

    Gesetzlich Versicherte haben die Möglichkeit; von einer gesetzlichen Krankenkasse zur anderen zu wechseln. Allerdings ist die Kündigung einer gesetzlichen Krankenkasse nicht immer ganz einfach, da gesetzliche Kündigungsfristen und Bindungsfristen beachtet werden müssen.

    Ein Wechsel von einer Krankenkasse zur anderen ist manchmal durchaus sinnvoll für den Versicherten.

    • Einen Wechsel zu einer anderen gesetzlichen Krankenversicherung kann man zum Beispiel vornehmen, wenn die Krankenkasse zum ersten Mal einen Sonderbeitrag erhebt oder diesen anhebt.
    • Auch die Kürzung von ausgezahlten Prämien ist ein guter Grund zum Wechseln.
    • Darüber hinaus bieten die Kassen unterschiedliche Leistungen und Wahltarife an, sodass ein Wechsel individuelle Vorteile bringen kann.

    Möchte man seine Krankenversicherung aus einem bestimmten Grund kündigen, sind jedoch einige Dinge zu beachten.

    Nach einer bestimmten Zeit

    Bevor man zu einer anderen Krankenversicherung wechselt, muss man in der Regel mindestens 18 Kalendermonate Mitglied in der bisherigen gesetzlichen Krankenkasse sein. Versichert man sich in einem der Wahltarife, bindet man sich sogar 36 Monate an die jeweilige Krankenkasse. Nach dem Wechsel zu einer anderen Kasse gilt wiederum die Regel, dass man mindestens 18 Monate Mitglied sein muss, bevor man einen erneuten Wechsel vornimmt.

    Die Kündigungsfrist beträgt stets zwei Monate zum Ende des Monats. Gerechnet wird ab dem Zeitpunkt, an dem man die Kündigung erklärt. Kündigt man beispielsweise am 22. Januar, ist der Tag, an dem die Kündigung wirksam wird, der 31. März.

    Bei Überschreitung einer gewissen Verdienstgrenze

    Zu einer privaten Krankenversicherung können Arbeitnehmer und Angestellte wechseln, die in den letzten drei Jahren ein Bruttoeinkommen über einer bestimmten Verdienstgrenze hatten. Da die Beiträge zu einer privaten Krankenversicherung nur vom gesundheitlichen Zustand des Versicherungsnehmers und nicht von seinem Einkommen abhängen, sind bei einem hohen Einkommen Einsparungen durch einen Wechsel möglich.

    Arbeitnehmer und Angestellte, deren Einkommen jedoch unterhalb einer bestimmten Verdienstgrenze liegt, dürfen nur zwischen gesetzlichen Krankenkassen wechseln. Sie haben aber die Möglichkeit eine zusätzliche Versicherung bei einer privaten Krankenkasse abzuschließen, wenn sie bestimmte Zusatzleistungen in Anspruch nehmen wollen.

    Hinweise für Selbstständige und Freiberufler

    Selbstständige und Freiberufler dürfen jederzeit zu einer anderen gesetzlichen Krankenkasse wechseln, wenn sie bei der bisherigen Krankenversicherung mindestens 18 bzw. 36 Monate lang Mitglied waren. In den meisten Fällen lohnt sich eine private Krankenversicherung für Selbstständige eher als eine gesetzliche Versicherung.

    Hinweise für Studenten

    Studenten sind in der Regel verpflichtet, sich bei einer gesetzlichen Krankenkasse zu versichern. Nach dem Ende der Pflichtversicherung haben sie jedoch die Möglichkeit, sich freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenkasse zu versichern oder einen Wechsel zu einer privaten Krankenkasse vorzunehmen, was meist lohnenswerter ist, sofern keine Vorerkrankungen bestehen, für die dann Beitragszuschläge verlangt werden.

    Kündigung und Aufnahmeantrag

    Erfüllt man alle Aufnahmebedingungen der neuen Krankenversicherung sowie die Kündigungsbedingungen der alten Krankenkasse, ist ein Wechsel relativ unkompliziert. Erster Schritt ist, die Mitgliedschaft bei der alten Versicherung zu kündigen. Die Kündigung kann per Einschreiben durch die Post oder per Fax erfolgen.

    Die Krankenkasse ist verpflichtet, spätestens zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung, diese zu bestätigen. Die Mitgliedschaft in der alten Krankenkasse endet jedoch erst bei schriftlicher Bestätigung durch die neue Krankenkasse, dass man dort Mitglied geworden ist.

    Dies hat den Vorteil, dass der Versicherungsschutz stets gewährleistet ist. Bestätigt die alte Kasse die Kündigung, sendet man das Bestätigungsschreiben gemeinsam mit dem ausgefüllten Antragsformular an die neue Krankenversicherung.

    Was muss man tun, wenn die Krankenkasse Pleite macht?

    Der Weg zu einer neuen Versicherung nach einer Pleite

    Holzstempel mit Schriftzug "Krankenversicherung" wird benutzt
    Krankenversicherung Stempel © bilderbox - www.fotolia.de

    Wenn eine Krankenkasse Pleite macht und schließen muss, was bedeutet das für die Versicherten? Diese Frage stellt sich beispielsweise nach der Bekanntgabe der City BKK, die kurz vor dem "Aus" steht. So bleibt erstmals der Versicherungsschutz für die gesetzlich Versicherten bestehen und die notwendigen Leistungen werden weiter bezahlt, wie auch der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) in Berlin berichtet.

    Eine eigene Versicherung suchen oder aussuchen lassen

    Danach können dann die Versicherten, nachdem sie von der Kasse über die Schließung schriftlich informiert wurden, in Ruhe einen anderen Versicherer suchen, so besteht das Wahlrecht noch bis zwei Wochen nach der amtlichen Schließung. Wenn man in der Zeit des Kassen-Wechsels irgendwelche Leistungen bezieht, das heißt man ist krank gemeldet oder ist in einer Reha, so braucht man nichts machen, denn die Kassen klären dies untereinander.

    Wenn man eine neue Kasse nicht selber sucht, so wählt der Arbeitgeber eine aus, bei den Empfängern von Arbeitslosengeld I oder II übernimmt dieses Recht die Bundesagentur für Arbeit oder bei Rentnern der Träger der Rentenversicherung.

    Zusatzbeiträge der Krankenkassen - Wann ein Wechsel sinnvoll ist

    Zusatzbeiträge lautet das neue Schlagwort der gesetzlichen Krankenkassen, denn fünf Prozent ihrer Ausgaben werden nicht durch Einnahmen abgedeckt. Das Finanzierungsdefizit sollen nun die Beitragszahler ausgleichen, weshalb einige Krankenkassen eine monatliche Acht-Euro-Grundpauschale eingeführt haben.

    Doch gemessen am Einkommen, kann sich die Höhe der zusätzlichen Abgaben auf bis zu ein Prozent belaufen. Da viele Versicherte nicht bereit sind, diese Summe zu zahlen, scheint der Wechsel in eine andere Krankenkasse oft lukrativ und zweckdienlicher. Doch aufgepasst, jede Krankenkasse bietet unterschiedliche Zusatzleistungen an und ein Wechsel könnte, je nach individuellem Krankheitsbild, mit erheblichen, neu entstehenden Kosten verbunden sein.

    Die Satzungsleistungen unterscheiden sich ebenso wie das Serviceangebot. Manche Kassen übernehmen beispielsweise Kosten bei alternativen Heilmethoden und Zusatzimpfungen, andere nicht. Überlegen sie daher gut und vergleichen sie die Leistungen der Kassen genau, bevor sie sich für einen Wechsel entscheiden.

    Gesetzliche Krankenkasse darf Mitgliedern keine Angst vorm Wechsel machen

    Eine gesetzliche Krankenkasse darf ihren Mitgliedern keine Angst vor dem Wechsel zu einem anderen Anbieter machen.

    Verbraucherschützer hatten geklagt, weil die Hamburger BKK Mobil Oil wechselwillige Mitglieder vor finanziellen Nachteilen warnte. Der europäische Gerichtshof bestätigte die Kritik: auch Krankenkassen mit einem öffentlichen Charakter müssen sich an das EU-Verbot unlauterer Geschäftspraktiken halten.

    Der Bundesgerichtshof hatte die Rechtslage ebenso beurteilt, wollte sich aber in Luxemburg absichern.

    Immer weniger Versicherte wechseln von den gesetzlichen zu den privaten Krankenkassen

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    Die Zahl der Wechsler von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung nimmt immer weiter ab. In den letzten zehn Jahren sank sie von 360.000 auf 160.000 im Jahr 2012. Die drei größten Krankenkassen, Techniker (TK), Barmer GEK und DAK-Gesundheit, bestätigten diese Entwicklung. In den vergangenen vier Jahren halbierte sich bei ihnen die Anzahl der Wechsler von 88.000 auf 44.000. Die Zahl der Privatversicherten lag 2013 bei knapp unter neun Millionen, das sind gut elf Prozent aller Versicherten.

    Andererseits steigt nach Angaben der gesetzlichen Kassen die Zahl derjenigen stark an, die zurück wollten. Besonders Eltern mit kleinen Kindern sind bestrebt, wieder zurückzukommen. Auch Menschen ab 45 Jahren, deren Beiträge in der Privaten stark steigen, hegen Rückkehrabsichten.

    Für den Wechsel in die private Krankenversicherung müssen Arbeitnehmer mit ihrem Jahresbruttoeinkommen über der sogenannten Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen. Diese wurde in den letzten Jahren immer wieder angehoben, was einen Teil des Rückgangs der Wechsler erklären könnte. Die Wahlfreiheit besteht im Jahre 2014 ab einem Bruttojahresentgelt von 53.550 Euro. Für Selbständige und Beamte ist der Wechsel nicht so leicht möglich.

    Die optimale Krankenkasse finden

    Die richtige gesetzliche Krankenversicherung zu finden, ist nicht immer einfach. Die meisten Krankenkassen versuchen, die Gunst der Kunden durch unterschiedliche Leistungen für sich zu gewinnen, was die Auswahl nicht gerade leichter macht.

    Gesetzliche Krankenkassen im Konkurrenzkampf

    Nachdem der Wechsel von einer gesetzlichen Krankenkasse zur anderen erleichtert wurde, führen die Kassen einen erbitterten Wettbewerb untereinander, um neue Mitglieder zu bekommen. Mehr als 70 Millionen Deutsche sind in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert, was etwa 90 Prozent aller Bundesbürger ausmacht. Der Löwenanteil wird dabei von den Pflichtversicherten gestellt.

    Die Mitglieder haben die Wahl zwischen rund 200 öffentlichen und frei zugänglichen Krankenkassen. Auf welche Kriterien sollte bei der Auswahl der richtigen Krankenkasse also geachtet werden?

    Auf die Leistungen achten

    Nach der Einführung des Gesundheitsfonds erheben alle gesetzlichen Krankenkassen denselben Beitrag. Deshalb ist es ratsam, bei der Wahl der Krankenkasse besonders auf die angebotenen Leistungen zu achten.

    So sollte sich die Kasse nicht nur auf die Beratung zu Tariffragen beschränken, sondern dem Versicherten auch bei medizinischen Problemen oder möglichen Behandlungsfehlern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Legt man Wert auf eine individuelle Beratung, empfiehlt es sich abzuklären, ob einem die Krankenkasse persönliche Sachbearbeiter zur Verfügung stellt, die sich regelmäßig um die Angelegenheiten kümmern.

    Auf Erreichbarkeit achten

    Eine gute Krankenkasse erkennt man auch an ihrer Erreichbarkeit. So verfügen manche Krankenversicherungen über Geschäftsstellen vor Ort, die auch am Samstag zur Verfügung stehen. Andere offerieren zudem Hausbesuche durch ihre Außendienstmitarbeiter, die dann eine Beratung in vertrauter Umgebung vornehmen.

    Besonders positiv ist eine telefonische Beratung rund um die Uhr, also sieben Tage in der Woche, was vor allem Berufstätigen entgegenkommt. Bei der Beratung ist es empfehlenswert darauf zu achten, wie lange man auf den Mitarbeiter warten muss und ob dieser einen freundlich und ausführlich informiert.

    Serviceleistungen

    Versicherte, die eine Behandlung bei einem Facharzt benötigen, sollten sicherstellen, dass die Kasse ihnen bei den Arztterminen hilft. So bieten manche Krankenkassen besondere Serviceleistungen an, indem sie zeitnahe Termine bei Fachärzten in der Umgebung vermitteln.

    Weiterhin lässt sich eine gute Krankenkasse daran erkennen, dass sie ein umfangreiches Informationsangebot zur Verfügung stellt. Dazu gehören u.a.

    • Merkblätter für eine gesunde Ernährung
    • Ratgeber für werdende Eltern
    • Broschüren oder
    • Mitgliedermagazine.

    Unterschiedliche Beiträge und Leistungen – so finden Sie die richtige Krankenkasse

    Diese Fakten sollten Sie berücksichtigen, wenn Sie über einen Wechsel der Kasse nachdenken

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    Seit Jahresbeginn dürfen die Krankenkassen wieder einen Zusatzbeitrag erheben. Manche Anbieter nutzen diese Möglichkeit und kassieren ihre Mitglieder ab. Andere verzichten auf die Einnahmen, Bis zu 594 Euro können Versicherte so jährlich sparen. Es gibt aber noch andere Gründe, um über einen Wechsel der Kasse nachzudenken.

    Theoretisch darf jeder Versicherte seine Krankenkasse selbst auswählen. In der Praxis hat diese Freiheit jedoch Grenzen. Nur 41 von insgesamt 124 Krankenkassen sind tatsächlich bundesweit und für alle Branchen offen. Konkurrenz genug, um Mitglieder mit günstigen Preisen oder Extraleistungen zum Wechsel zu animieren. Die Angebote sind mittlerweile so vielfältig, dass es schwer fällt, die richtige Kasse und den optimalen Tarif zu finden.

    Der Beitrag ist nicht alles

    Ein niedriger Beitrag macht sich vor allem für Gesunde bezahlt. Sie profitieren zusätzlich, wenn sie eine Kasse mit Bonusprogrammen wählen: wer regelmäßig Sport treibt, alle Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt und auf das Rauchen verzichtet, kann am Jahresende Geld zurück bekommen.

    Sobald man krank wird, kommt es jedoch auf das Profil der Kasse an. Basis-Therapien sind laut Gesetz zuzahlungsfrei. Viele Anbieter übernehmen außerdem die Kosten für alternative Heilmethoden, oder sie finanzieren spezielle Therapieprogramme für chronisch Kranke.

    Auch bei den Vorsorgeleistungen gibt es große Unterschiede. Wer viele Fernreisen unternimmt, kann sparen, wenn er eine Kasse mit kostenlosen Reiseimpfungen und Auslands-Krankenversicherung wählt. Kinderlose profitieren von erhöhten Zuschüssen für die künstliche Befruchtung. Weitere attraktive Extras:

    Überschuss schmilzt dahin

    In den vergangenen zehn Jahren haben die gesetzlichen Kassen eine Reserve von 205 Milliarden Euro angespart. Mittlerweile übersteigen die Kosten jedoch die Einnahmen, und die staatlichen Kürzungen beim Gesundheitsfonds schmälern das Budget zusätzlich.

    Gesundheitsökonomen rechnen daher mit einem raschen Abschmelzen der Reserven. Trotz großer Konkurrenz werden die Kassen nicht umhin kommen, Leistungen zu kürzen oder Zusatzbeiträge zu erhöhen.

    Wer jetzt die Krankenkasse wechselt, hat also keine Garantien. Einige Anbieter zahlen für bestimmte Leistungen bereits weniger Geld, etwa für alternative Verfahren wie Osteopathie und Akupunktur. Auch Reiseimpfungen oder die Zahnreinigung werden unterschiedlich bezuschusst.

    Wie ist die Servicequalität?

    Auf dem Papier sieht alles gut aus? Ob eine Krankenkasse wirklich gut ist, entscheidet sich in der alltäglichen Praxis. Ein breiter Leistungskatalog nutzt nichts, wenn man keinen Termin beim Facharzt bekommt oder schlecht beraten wird. Gesundheitsexperten raten deshalb, auch auf die Servicequalität der Kasse zu achten. Das fängt bei konkreten Fragen an:

    • Wie nah liegt die Geschäftsstelle?
    • Wie gut kann ich die Mitarbeiter erreichen (Öffnungszeiten, Hotline)?
    • Kommt ein Berater bei Bedarf ins Haus?
    • Hilft die Kasse bei der Vermittlung von Terminen oder Zweitmeinungen?

    Ob ein Anbieter hier punkten kann, erfährt man nur teilweise aus der Werbebroschüre. Es ist auch ratsam, sich online zu informieren, etwa in Patientenforen.

    Größte Krankenkasse wird die Techniker Krankenkasse nach der Fusion mit der IKK Direkt

    Anfang kommenden Jahres wird die Techniker Krankenkasse nach der bevorstehenden Fusion mit der IKK Direkt mit 7,1 Millionen Mitgliedern die größte Krankenkasse in Deutschland sein. Die IKK hat der Fusion schon zugestimmt, die Zustimmung von der Techniker Krankenkasse ist für den 26. September geplant.

    Der Grund für den Zusammenschluß liegt nicht an irgendwelchen finanziellen Problemen. Der Beitragssatz bei der IKK lag zuletzt bei 12,9 Prozent und deshalb sind viele junge Versicherte in diese Kasse gewechselt. Entlassungen bei den Mitarbeitern der beiden Kassen wird es keine geben.

    Schon wieder eine Fusion von Krankenkassen

    Einführung der Gesundheitsfonds führt vermutlich zu weiteren Krankenkassenfusionen

    Rollstuhl, im Hintergrund hilft Ärztin einer Patientin beim Gehen
    step by step © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

    In den nächsten Tagen wird es eine neue Fusion zwischen zweier Krankenkassen geben, nachdem vor ein paar Tagen der Zusammenschluß zwischen IKK und der Techniker Krankenkasse bekannt wurde. Jetzt wollen auch die die Kaufmännische Krankenkasse Hannover (KKH) und die Betriebskrankenkasse der Allianz sich zur KKH Allianz zusammenschließen. Über die Einzelheiten werden die Beteiligten sich in den letzten Septembertagen äußern.

    Betriebskrankenkassen durch Einführung der Gesundheitsfonds die Leidtragenden

    Der Startschuß für die neugebildete Krankenkasse soll dann Anfang 2009 sein. Zurzeit hat die KKH zwei Millionen Versicherte und ist somit die viertgrößte Krankenkasse in Deutschland, die Betriebskrankenkasse der Allianz (BKK) hat nur 100.000 Versicherte. Im Hinblick auf die Einführung der Gesundheitsfonds, die ab 1. Januar 2009 gelten, sind vor allem die Betriebskrankenkassen die Leidtragenden. Der sehr günstige Beitragssatz liegt bei der BKK nur bei 14,5 Prozent und ab Januar soll, nach der Einführung des Fonds, der Einheitsbeitrag zwischen 15,5 und 15,8 Prozent liegen, aber das soll am 1. November von der Bundesregierung festgelegt werden.

    Zurzeit gibt es in Deutschland 170 Betriebskrankenkassen mit 14 Millionen Versicherten. Man rechnet nach der ersten, beziehungsweise jetzt der zweiten Fusion von Krankenkassen mit weiteren Zusammenschlüssen.

    Das Hausarztmodell aus Baden-Württemberg soll die Richtung vorgeben

    Baden-Württembergr: Neues Hausarztmodell soll medizinische Versorgung der Patienten verbessern

    Arzt und Patientin beim Gespräch
    Den Arzt konsultieren © Kzenon - www.fotolia.de

    Seit April 2007 sind gesetzliche Krankenkassen verpflichtet, ihren Versicherten Hausarztmodelle anzubieten – doch bis Mitte 2008 waren nicht einmal ein Drittel der Versicherer diesem Auftrag nachgekommen.

    In diesen Modellen nimmt der Hausarzt eine Lotsenfunktion ein. Die Patienten sollen bei jedem gesundheitlichen Problem zuerst ihn aufsuchen. Er koordiniert dann die weitere Behandlung, zum Beispiel bei Fachärzten, und behält so den Überblick über alle Untersuchungsergebnisse und Diagnosen.

    Steigerung des Stellenwerts des Hausarztes

    Seit dem 1. Oktober können Patienten in Baden-Württemberg nun an einem neuen Hausarzt-Vertrag teilnehmen, den die AOK Baden-Württemberg zusammen mit dem Deutschen Hausärzteverband und dem Ärzteverbund MEDI entwickelt hat, berichtet das "HausArzt-PatientenMagazin". Seine Ziele: Er soll helfen, die medizinische Versorgung der Patienten zu verbessern den Stellenwert des Hausarztes zu steigern und die Vergütung zu vereinfachen. Denn erstmals rechnen die Hausärzte – über eine verbandseigene Gesellschaft – direkt mit der Krankenkasse ab.

    Das Baden-Württemberger Modell könnte richtungsweisend für andere Bundesländer sein. Denn der Druck auf die Krankenkassen nimmt zu: Noch in diesem Herbst will das Gesundheitsministerium ein Gesetz einbringen, das als Stichtag für die Einführung von Hausarztmodellen den 30. Juni 2009 festlegt.

    Gesetzliche Krankenkasse und eine Frauen-Revolution

    Seit dem 1. Mai 2009 existiert in den Bundesländern Bayern, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern eine spezielle gesetzliche Krankenkasse, die sich überwiegend auf weibliche Mitglieder konzentriert. Initiiert aufgrund der frauenspezifischen Erkrankungen, Beschwerden und Bedürfnisse können nun Frauen, die in diesen Bundesländern wohnen und auch arbeiten, sich für den allgemein üblichen Beitragssatz versichern.

    Als zusätzliches Plus bietet die gesetzliche Krankenkasse savina Beitragsrückerstattungen, Zuschüsse für Präventionskurse, die Finanzierung alternativer Heilmethoden, wie etwa Akupunktur oder Homöopathie. Besonders Augenmerk dieser Frauen-Krankenkasse liegt zudem auf der Onkologie, Gynäkologie, Osteoporose, Schmerz- und Stressprophylaxe oder auch der Bereich der Familienplanung.

    Größte Krankenkasse in Deutschland durch Fusion von Barmer und Gmünder Ersatzkasse

    Ab dem 1.1.2010 wird in Deutschland die größte gesetzliche Krankenkasse die Verbindung zwischen der Barmer und der Gmünder Ersatzkasse (GEK) sein.

    Diese beiden Kasse haben jetzt ihren Zusammenschluss bekannt gegeben. So werden dann 19.5000 Mitarbeiter in 1.200 Geschäftsstellen für die 8,6 Millionen Versicherten der Ansprechpartner sein. Die ehemalige Gesundheitsministerin von Nordrhein-Westfalen Birgit Fischer (SPD) wird als erste Frau die neue Vorstandsvorsitzende werden, sie ist schon seit 2006 Stellvertreter an der Spitze der Barmer gewesen.

    Wie auch die beiden Verwaltungsratsvorsitzenden Holger Langkutsch und Ludwig Huber sagen, wird zukünftig die neue Kasse ihren gesundheitspolitischen Einfluss bei der Landes- sowie auch Bundespolitik geltend machen.

    Für nicht privat Versicherte empfiehlt sich die Techniker oder Barmer

    Studie testet die besten gesetzlichen Krankenkassen

    Holzstempel mit Schriftzug "Krankenversicherung" wird benutzt
    Krankenversicherung Stempel © bilderbox - www.fotolia.de

    Ein guter Lebensstandard in Deutschland geht heutzutage stark auf den Geldbeutel. Um sich für Krankheitsfälle finanziell abzusichern, muss man nicht nur für die Praxisgebühr in die Tasche greifen. Wer Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse ist, muss sehr hohe Beiträge zahlen. Bei vielen Kassen ist inzwischen sogar ein Zusatzbeitrag fällig. Wer diese Kosten auf sich nimmt, hat das Recht auf eine gute Betreuung.

    Testsieger: Die Techniker

    Momentan ist man am Besten beraten, wenn man Mitglied bei der Techniker oder der Barmer ist, ergab nun eine Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ). Unter die Lupe genommen wurde die Qualität der Kundenbetreuung und auch das Angebot von Mehrleistungen und gesundheitlichen Präventionsmaßnahmen. Die Techniker Krankenkasse hatte in all diesen Bereichen die besten Punkte. Direkt daran schloss sich die Barmer an, die vor allem die persönliche Beratung der Kunden in den Vordergrund stellt.

    Verbesserungswürdige Onlinebetreuung

    Bei allen getesteten Kassen war aber auffällig, dass die Onlinebetreuung potentieller Neukunden teilweise stark zu wünschen übrig ließ. Während die Internetseiten informativ und einladend gestaltet waren, wurden manche Anfragen per Mail einfach ignoriert (immerhin 12 Prozent), andere unfreundlich und inhaltlich nicht ausreichend beantwortet. Auch Rechtschreib- und Grammatikfehler ließen an der Kompetenz der Antworten zweifeln. Potential zur Verbesserung haben also alle getesteten Krankenkassen.

    Vorschlag zur Versicherungsreform fehlgeschlagen - Ein anderes Modell muss her

    Der Vorschlag von Gesundheitsminister Philipp Rösler ist fehlgeschlagen. Rösler hatte die Einführung einer Kopfpauschale vorgeschlagen, bei der jeder gesetzlich Versicherte einen Pauschalbeitrag anstatt Zusatzbeiträge zahlen sollte. Doch dieser Vorschlag ist jetzt dem Widerstand der CSU erlegen.

    Nun stehen wieder die Zusatzbeiträge zur Debatte. Diese sollen bis 2011 auf etwa 15-20 Euro steigen, unter Berücksichtigung von Leuten der unteren Einkommenschicht, die eine Hilfe aus Steuergeldern erwarten könnten. Ausserdem schlägt die CSU eine Erweiterung der Praxisgebühren vor. Bisher müssen die Versicherten jedes Viertel Jahr zehn Euro Praxisgebühr beim Arzt entrichten, nun sollen die gesetzlich Versicherten bei jedem Arztbesuch zehn Euro zahlen, um so die finanziellen Lücken im Gesundheitssystem schneller füllen zu können.

    Der Großteil der schlechten finanziellen Situation wird also vielleicht wieder einmal zu Lasten der Versicherten gehen. Was erwartet man überhaupt noch anderes von der (Gesundheits)politik?!

    Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung steigen 2016 an

    Die aktuellen Grenzen wurden der Einkommensentwicklung des Vorjahres angepasst

    Nahaufnahme Euroscheine und Münzen auf Tisch, Geld
    Money - Euro banknotes - Euros © c - www.fotolia.de

    Gutverdienende Beschäftigte und ihre Arbeitgeber müssen 2016 wahrscheinlich mit höheren Lohnabzügen für die Sozialbeiträge rechnen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat dazu gerade einen Referentenentwurf vorgelegt, der noch vom Bundeskabinett beschlossen werden muss.

    Diese Grenzen werden regelmäßig der Einkommensentwicklung des Vorjahres angepasst. Die neuen Werte ergeben sich weitgehend aus der Umsetzung gesetzlicher Bestimmungen.

    Kranken- und Pflegeversicherung

    Demnach steigt die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) bei der Kranken- und Pflegeversicherung

    • von derzeit 4125 Euro Monatseinkommen (49.500 Euro im Jahr)
    • auf 4237,50 Euro (50.850 Euro im Jahr).

    Hier gilt für ganz Deutschland ein einheitlicher Wert.

    Renten- und Arbeitslosenversicherung

    Anders sieht die Situation bei der BBG in der Rentenversicherung (RV) und Arbeitslosenversicherung (AV) aus. Dort erhöht sich die Grenze im Westen

    • von bisher 6050 Euro im Monat (72.600 Euro jährlich)
    • auf 6200 Euro (74.400 Euro jährlich).

    Die BBG Ost steigt 2016

    • von 5200 Euro (62.400 Euro im Jahr)
    • auf 5400 Euro monatlich (64.800 Euro im Jahr).

    Mit der Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze steigt die Lohnsumme, auf die Beiträge gezahlt wird. Dies gilt jedoch lediglich für Arbeitgeber und deren Arbeitnehmer, bei denen das Gehalt diese Grenzen übersteigt.

    Einkommensentwicklung und Veränderung der Beitragssätze

    Die den Rechengrößen der Sozialversicherung 2016 zugrunde liegende Einkommensentwicklung im Jahr 2014 lag im Bundesgebiet bei 2,66 Prozent:

    • in den alten Bundesländern bei 2,54 Prozent und
    • in den neuen Bundesländern bei 3,39 Prozent.

    Entsprechend änderten sich auch die Rechengrößen der Sozialversicherung.

    Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung

    Eine Veränderung der Beitragssätze betrifft dagegen alle Beitragszahler. Experten rechnen für 2016 mit einem Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) von durchschnittlich 1,1 bis 1,2 Prozent. Arbeitnehmer, die beabsichtigen, in die private Krankenversicherung zu wechseln, müssen in Zukunft wenigstens 56.250 Euro im Jahr bzw. 4687,50 Euro im Monat verdienen.

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    Quellenangaben

    • Bildnachweis: medikament © Stefan Redel - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: blood-preasure © Franz Pfluegl - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: birth control pills © Hamiza Bakirci - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Seniorin mit Pflegerin © bilderbox - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Young mother giving birth to a baby © famveldman - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: X-ray Teeth Diagnostics © StockArt - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Homeopathic medication © Iosif Szasz-Fabian - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Treatment by acupuncture © Max Tactic - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: massage therapy © NiDerLander - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Akupunktur-Model 4 © thoro - www.fotolia.de

    Autor:

    Viola Reinhardt - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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