27. Juni 2007
Die Theorie, dass Mann und Frau von einer unausweichlichen Biologie der Gene gesteuert werden, hat in jüngster Zeit viele Anhänger. Doch dagegen formiert sich Widerstand. „In allen Experimenten sind die Unterschiede innerhalb eines Geschlechts größer als zwischen den Geschlechtern“, erklärt der Biopsychologe Markus Hausmann von der englischen Universität Durham in der Apotheken Umschau.
Der durchschnittliche Mann und die durchschnittliche Frau ähneln sich in ihren Leistungen stärker als die Schlechtesten und die Besten des jeweiligen Geschlechtes. Die Behauptung, dass sich genetisch verwurzelte und über Hormone gesteuerte Verhaltensprogramme stets durchsetzen, übersehe völlig den Einfluss der Kultur, sagt Professorin Dr. Claudia Quaiser-Pohl von der Universität Siegen. „Vom ersten Tag an behandeln Eltern Jungen und Mädchen verschieden“, sagt sie. Am Ende gleicht die Diskussion um angeboren oder anerzogen der Frage nach der Henne und dem Ei. „Biologische Anlage und Umwelteinflüsse sind so eng verzahnt“, sagt Hausmann, „dass sie sich nicht getrennt betrachten lassen.“
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