25. Juli 2006
Die Emanzipationsbewegung der Frau ist keine Erfindung der letzten 50 Jahre. Seit Jahrhunderten setzen sich Frauen und Männer für die Geschlechtergleichheit in allen gesellschaftlichen Bereichen ein. Doch der Kampf ist noch nicht gewonnen.
Zunächst orientierte sich die Frauenbewegung an der Kirche. Mit der französischen Revolution erfolgten erste gesetzliche Schritte für die Gleichstellung der Frau. Die wohl wesentlichsten Etappen dieser Zeit waren die Durchsetzung des Wahlrechts, das Recht auf Bildung und Erwerbsarbeit.
Ziel der modernen Frauenbewegung ist die Beseitigung wirtschaftlicher, gesetzlicher und sexueller Unterdrückung. Während der Befreiungskampf in den Industrienationen in den letzten Jahren wesentlich zur Gleichberechtigung von Mann und Frau beigetragen hat, wird er gerade in Schwellenländer noch fortgeführt werden müssen.
Die Gleichberechtigung in Deutschland wurde erstmals 1949 mit dem Gleichberechtigungsparagraphen im Grundgesetz verankert. Während sich in der BRD das Bild der kinderhütenden Hausfrau durchsetzte, hatten Frauen in der DDR gleichberechtigten Zugang zur Bildung, Erwerbstätigkeit und Politik.
Ende der sechziger Jahre entwickelte sich eine Frauenbewegung, die sich gerade für die Selbstbestimmung über den eigenen Körper und daher für Abschaffung des Paragraphen 218 einsetzte. Im Zuge dieses Kampfes vermischte sich die klassische Emanzipationsbewegung mit Strömungen feministischer Gruppen. Als Leitfigur dieser Strömung schuf Alice Schwarzer mit der feministischen Zeitschrift "EMMA" das wohl wichtigste Sprachrohr der neuen Frauenbewegung.
In den letzten Jahren verpflichtete sich der deutsche Staat gesetzlich dazu, die berufliche Benachteiligung der Frau zu beseitigen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern.
Die Frauenbewegung hat die patriarchale Gesellschaftsordnung ins Wanken gebracht. Doch obwohl im Kampf um die Geschlechtergleichheit bereits bedeutende Fortschritte erzielt wurden, sind Frauen in zahlreichen gesellschaftlichen Bereichen noch immer unterpräsentiert. Noch immer gibt es zum Teil gravierende Unterschiede zwischen Mann und Frau in den Bereichen Bildungsabschlüsse, Stellung im Beruf und Einkommen.
Es bleibt also noch viel zu tun im Kampf um die Gleichberechtigung.
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