22. März 2011
Egoisten können in einer Gemeinschaft zur Belastung werden. Doch wie geht man am besten mit ihnen um?
Gesunder Egoismus gilt als eine normale Eigenschaft. Es gibt jedoch auch Menschen, die ihre Grenzen nicht erkennen und sich rücksichtslos gegenüber anderen Personen verhalten. In diesem Fall ist der richtige Umgang mit solchen Egoisten gefragt.
Ein Egoist lässt sich meist an kleinen, banalen Dingen erkennen. So drängeln sich manche Menschen rücksichtslos an der Kasse eines Geschäfts oder in einem öffentlichen Verkehrsmittel vor. Auch so mancher Autofahrer verhält sich so, als gehöre ihm die Straße allein. Die meisten Egoisten fühlen sich dabei völlig im Recht. In der Psychologie bezeichnet man Egoisten als Menschen, die andere übergehen und nur an ihre eigenen Bedürfnisse denken. Allerdings ist es völlig normal, dass ein Mensch seine eigenen Interessen wahrnimmt. Bis zu einem gewissen Punkt reagiert jedermann egoistisch, was auch durchaus richtig ist. Wer seine eigenen Bedürfnisse wahrnimmt, aber trotzdem auf seine Mitmenschen Rücksicht nimmt, gilt als "gesunder Egoist". Es gibt aber auch "ungesunde Egoisten", denen es völlig egal ist, dass ihre Mitmenschen durch ihr Verhalten benachteiligt werden. Oftmals haben sie mit ihrer Ich-Bezogenheit auch noch Erfolg, was sie in ihrer Denkweise weiter bestärkt.
Die Ursachen für einen ungesunden Egoismus sind mannigfaltig. Oftmals bestehen bei den ausgeprägten Egoisten Minderwertigkeitsgefühle, die sie durch ihre Ellenbogen-Mentalität kompensieren wollen. So haben viele von ihnen Angst, übergangen zu werden und fürchten, dass es ihnen schlechter geht, wenn sie nicht das bekommen, was sie haben wollen. Sich in ihre Mitmenschen hineinzuversetzen, haben sie nie gelernt.
Wie sollte man nun am besten mit einem Egoisten umgehen? Von der österreichischen Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach (1830–1916) stammt die Erkenntnis, dass der Umgang mit Egoisten verderblich sei, da man in Notwehr dieselben Fehler mache wie sie. Generell ist es ratsam nicht auf seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu verzichten. Wenn man etwas nicht tun möchte, sollte man dies einem egoistischen Mitmenschen auch deutlich und ohne lange Begründungen klar machen, denn durch eine lange Erklärung schwächt man die Ablehnung nur ab. Mitunter tragen manche Menschen auch selbst dazu bei, dass sie unter Egoisten leiden. Aus Angst vor Streit oder Ablehnung geben sie ständig nach und verschlimmern ihre Probleme dadurch. In diesem Fall sollte man sein Selbstbewusstsein stärken und einen Konflikt nicht scheuen.
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