Gutes Benehmen - Über die Notwendigkeit, wichtige Verhaltensregeln und Orte, an denen sie gelten

Händeschütteln weiße und farbige Hand zweier Männer im Anzug, weißer Hintergrund

Ob im 5-Sterne-Restaurant oder im Alltag - in verschiedenen Situationen kommt es auf gutes Benehmen an - doch was versteht man eigentlich darunter?

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  • von Paradisi-Redaktion

Ein gutes Benehmen zeugt nicht nur von einer guten Erziehung. Es erleichtert das Miteinander und ist obendrein eine Grundvoraussetzung für die harmonische Kommunikation. Ob in besonders stilvollen Situationen oder im Alltag - in unterschiedlichen Fällen kommt es auf eine angemessende Verhaltensweise an; dabei gibt es einige Grundregeln, die man beachten sollte. Informieren Sie sich über die Grundlagen des guten Benehmens - wo und wann ist es notwendig und in welcher Form sollte auf gewisse Verhaltensregeln geachtet werden?

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Wozu gutes Benehmen?

In jeder Gesellschaft gibt es Spielregeln, die sich nach den vorhandenen Normen und Werten richten und somit das soziale Miteinander erleichtern sollen. Diese Regeln zeigen sich in den Manieren und dem Benehmen; Begriffe, die ein weit reichendes Spektrum von einfachen Tischsitten bis hin zu komplexen, sozialen Umgangsformen beinhalten und von denen nicht jeder dieselben Vorstellungen hat.

Dieses zeigt sich schon allein durch die unterschiedlichen Kulturen, in denen sich durch mannigfache Entwicklungen innerhalb der jeweiligen Gesellschaft auch andere Manieren entwickelt haben als solche, die für andere als normal gelten. Damit es bei Kontakten mit anderen Kulturen, wie beispielsweise einer Urlaubsreise, nicht zu Missverständnissen oder gar Beleidigungen kommt, sollte man sich zuvor über manche Gepflogenheiten informieren.

Harmonisches Miteinander

Benimm-Regeln sind keine verstaubten Ansichten einzelner Bevölkerungsschichten, sondern eine Grundvoraussetzung für ein harmonisches Miteinander innerhalb der Gesellschaft. Sie schließen Eigenschaften ein, die jeder Mensch schon im Kindesalter erlernen sollte. Dazu zählen unter anderem Pünktlichkeit, Höflichkeit und gegenseitige Rücksichtnahme.

Doch immer wieder sind im Alltag Situationen zu beobachten, in denen einige Menschen einmal Erlerntes vergessen und sich auf ihren eigenen Vorteil konzentrieren. So ein Benehmen wird als Egoismus bezeichnet.

Dabei ist es für alle Beteiligten angenehmer und viel einfacher, miteinander auszukommen, wenn gewisse Benimm-Regeln beachtet werden. Sei es in der Bahn, im Bus oder im Flugzeug, bei der Arbeit oder im Restaurant.

Einige Benimm-Regeln gelten schon ewig, andere haben sich im Laufe der Zeit geändert. Es lohnt sich, von Zeit zu Zeit aktuelle Benimm-Tipps einzuholen.

Ein guter Umgangston als Kommunikationshilfe

Die Manieren sind jedoch auch in der eigenen Kultur von Fall zu Fall unterschiedlich und richten sich nach der jeweiligen Situation, auf die sich das Individuum einstellen muss. Gutes Benehmen zeigt sich sowohl in der Sprache als auch in Mimik und Gestik und auch in seiner Gesamtheit als Reaktion auf andere.

Sind hier gute Manieren vorhanden, erleichtern sie die Interaktion mit anderen und auch das Bild, welches andere vom Individuum haben. Wer über ein gutes Benehmen verfügt, kann zudem sicherer agieren und mitunter seine Ziele besser erreichen.

Wichtige Basics

Egal, in welcher Situation man sich gerade befindet - es gibt einige Dinge, auf die man generell achten sollte.

  • Niesen: Wer niesen muss, dreht sich von seinen Mitmenschen weg und nutzt den linken Handrücken. Ein kurzes "Entschuldigung" ist angebracht. Niest jemand anderes, kann man ihm in einer kleineren Runde "Gesundheit" wünschen; ansonsten wird es eher ignoriert.

  • Jemanden anrufen: Wenn es nicht gerade die beste Freundin oder der Freund ist, gilt, dass man während bestimmter Uhrzeiten auf das Anrufen verzichten sollte. Nach 21:30 Uhr sollte es sich schon um einen Notfall anrufen, ansonsten ist dies bereits zu spät am Abend. Bei älteren Personen sollte man auf die Mittagsruhe zwischen 13 und 15 Uhr achten.

  • Sich am Telefon melden: Wenn man nicht weiß, wer anruft, sollte man stets zumindest seinen Nachnamen nennen. Handelt es sich um ein Festnetztelefon und leben mehrere Personen mit selbem Nachnamen im Haus, ergänzt man noch den Vornamen.

  • Unangekündigte Besuche: Sollten ganz klar vermieden werden. Zumindest ein Anruf spätestens eine halbe Stunde vorher sollte den Besuch ankündigen.

  • Schuhe ausziehen?: Hat man Gäste, sollte man diesen gestatten, ihre Schuhe anzubehalten. Sind diese dreckig und/oder hat man einen empfindlichen Fußboden, kann man sie jedoch höflich darum bitten, sie auszuziehen. Viele Hausbewohner haben Gästepantoffeln, was jedoch auch nicht immer gut ankommt - weiß man als Gast, was einen erwartet und bleibt man länger, kann man einfach seine eigenen Hausschuhe mitbringen.

  • Konflikte besprechen: Egal, um welches Problem es sich handelt: es gibt einige Situationen, in denen es gänzlich unpassend wäre, diese auszudiskutieren, wie etwa auf einer Hochzeit oder einem anderen feierlichen Anlass. Auch wenn es dringend ist, sollte die passende Situation abgewartet werden.

  • Die Kleiderwahl: Es gilt: die Wahl der Kleidung sollte dem Anlass entsprechend gewählt werden - fällt dieser feierlich aus, passt man die Garderobe dementsprechend an. Zu schick ist in vielen Fällen aber auch nicht angenehm - mitunter kann der overdressed Look ein wenig peinlich werden.

  • Lästern: Generell ist dies natürlich keine Angewohnheit, die in die Sparte des guten Benehmens passt. Kann man es aber doch einmal nicht sein lassen, dann sollte man zumindest darauf achten, dass es niemand mitbekommt, der es nicht mitbekommen soll.

Richtiges Verhalten in verschiedenen Alltagssituationen á la Knigge

Frauen- und Männerhand kurz vor Händedruck
Zwei Hände kurz vor dem Händedruck © Nelos - www.fotolia.de

Platz machen in öffentlichen Verkehrsmitteln

Beobachtet man, dass jüngere Leute in Bus oder Bahn sitzen bleiben wenn ein älterer oder behinderter Mensch nur einen Stehplatz hat, so sollte man selber mit gutem Beispiel vorangehen und seinen Platz frei machen. Steht man selber schon, so ist es durchaus angebracht, den sitzenden jüngeren Menschen darauf hinzuweisen, doch bitte Platz zu machen.

Keine Distanz am Geldautomaten

Sichtlich unangenehm kann es werden, wenn am Geldautomat der nächste Wartende keine Distanz einhält und unter Umständen die PIN und den Geldbetrag sehen kann, den man abhebt. Hier ist es angeraten, den Hintermann höflich darauf aufmerksam zu machen, dass man sich bei so viel Nähe unwohl fühlt. Auch kann man denjenigen vorlassen oder man verschiebt seine Erledigung auf ein anderes Mal, falls man mit der Person alleine im Raum ist.

Telefonieren beim Bezahlen

Häufig kommt es vor, dass Mitmenschen beim Bezahlen an der Kasse unhöflicher Weise telefonieren. In dieser Situation weist man den Telefonierer nicht darauf hin, da andere Personen in der Öffentlichkeit nicht kritisiert werden sollten. Ein paar aufmerksame Worte sollten hinterher jedoch an den Kassierer oder die Kassiererin gerichtet werden. Der- oder diejenige solle sich doch von einem solch unhöflichen Verhalten nicht den Tag verderben lassen.

Ihnen ist nicht nach Small-Talk zumute

Manche Menschen haben ein großes Mitteilungsbedürfnis, auch wenn man sich an Orten aufhält, an denen man gerade nicht reden möchte und einfach nur die Ruhe genießen will. Meist hilft es, auf diesen Redefluss nur einsilbig zu antworten um dem Gegenüber zu signalisieren, dass man im Moment gerade keinen Redebedarf hat. Hilft dies nicht, so darf man durchaus sagen, dass man gerade hier ist um einmal nicht reden und um sich keine Gedanken über irgendwelche Dinge machen zu müssen.

Mitmenschen halten bestimmte Regeln nicht ein

Wenn durch ein Hinweisschild in bestimmten Räumen um Ruhe gebeten wird und bestimmte Zeitgenossen dennoch laute Gespräche führen, so ist es durchaus angebracht diese in höflicher Art und Weise auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen. Man sollte hierbei selber nicht unhöflich werden, sondern seine Maßregelung in schöne und nette Worte packen.

Das Bedürfnis zu fluchen - Schimpfwörter bewahren uns vor Stress

Gestresste Ärztin sitzt am Schreibtisch und schreit, Hände nach oben
shouting medical professional © Imagery Majestic - www.fotolia.de

Es gibt zahlreiche Situationen in unserem Alltag, in denen uns das ein oder andere Schimpfwort herausrutscht. Fluchen ist unter den Deutschen weit verbreitet, besonders in stressigen Situationen tun wir es gerne.

Dabei ist es oft so, dass uns dies überhaupt nicht auffällt und es vielmehr eine Reaktion ist, die aus dem Unterbewusst sein kommt.

Forscher haben sich mit der Häufigkeit, mit der wir täglich fluchen, beschäftigt und sind zu dem Schluss gekommen, dass eins von Zweihunder Worten ein Schimpfwort ist. Allgemein gilt die Regel, man solle nicht so viel fluchen, doch Tatsache ist, dass uns dies in bestimmten Situationen vor noch mehr Stress und Frust bewahren kann.

Warum fluchen wir und was passiert dabei im Körper?

Wer flucht, der ärgert sich über etwas. Etwas, das ihm nicht gelingt, ihm im Weg steht oder ihm auf die Nerven geht. Hinzu gesellt sich das Gefühl von Hilflosigkeit, welches wir in diesem kurzen Moment spüren.

Es stauen sich Emotionen auf, deren Druck irgendwann so groß ist, dass er in Form von "So ein Mist!" - als harmloses Beispiel genannt - entlädt. So wird der Mensch entlastet, ist weniger gestresst und entkommt der Alternative, tätlich zu werden.

Psychologen zufolge schaltet unser Körper dabei in den "Kampf oder Flucht"-Modus. Der Puls geht schneller, wir empfinden eine Art von Aggression und gleichzeitig werden Stress- und Glückshormone ausgeschüttet, was eine schmerzlindernde Wirkung mit sich bringt.

Es ist also durchaus sinnvoll, seine Wut hin und wieder durch Fluchen loszuwerden. Darum wird Eltern geraten, ihren Kindern nicht ständig vorzuhalten, Fluchen wäre verboten - denn eine Unterdrückung kann sich negativ auswirken und durchaus zu Handgreiflichkeiten führen.

Natürlich sollten Schimpfwörter nicht zur Gewohnheit werden und andere damit zu beleidigen, ist ebenfalls tabu.

Blähungen, Knacken, Rülpsen: Körpergeräusche und ihre Bedeutung

Herkunft und Ursachen der unterschiedlichsten Körpergeräusche

Ausschnitt Männerkörper, er drückt sich mit Händen an den Bauch, Bauchschmerzen
Es drückt im Bauch © Doris Heinrichs - www.fotolia.de

Der Mensch erzeugt eine Vielzahl unterschiedlicher Geräusche: Mal knacken die Knie, mal knurrt der Magen, mal blubbert es im Darm. Für die meisten Töne ist der Magen-Darm-Trakt verantwortlich. Dieser ist permanent in Bewegung, dabei entstehen durch Gase oder Körperflüssigkeiten innerhalb des Verdauungssystems ein Grummeln, auch Darmwinde haben dort ihre Ursache.

Aufstoßen und Flatulenzen

Dabei spielen Gase beim Verdauungsprozess die entscheidende Rolle. Auch verschluckte Luft trägt zu Blähungen bei. Dies ist auch der Grund beim Aufstoßen. Tritt dabei ein saurer Geschmack im Mund auf, kann dies an einer Reflux-Erkrankung liegen.

Magenknurren

Ein knurrender Magen meldet sich dann, wenn das Organ leer ist. Die Wände des Magens ziehen sich zusammen und erschlaffen wieder. Dabei gerät die Luft im leeren Magen ins Schwingen, ganz ähnlich wie beim Blasen eines Horns.

Niesen

Niesen ist dagegen häufig Folge einer chronischen Allergie oder wie Husten Teil einer Erkältung. Auch Umweltschmutz, ein intensiver Geruch oder auch ein starker Lichtreiz lassen es in der Nase kitzeln.

Knackende Gelenke

Knackende Kniegelenke können auf ein orthopädisches Problem hindeuten, darunter Lufteinschlüsse im Kniegelenk, Arthrose, Knorpelschäden, Schädigungen an Bändern oder Überlastungen des Gelenks.

Relativ unbedenklich sind knackende oder knirschende Kniegelenke, wenn die Geräusche nicht von Schmerzen begleitet werden. Hält das Knacken jedoch an oder kommen gar Schmerzen, Schwellungen oder Blutergüsse hinzu, sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen.

Händedruck übermittelt Duftstoffe: Menschen erschnüffeln neue Kontakte

Auch wir Menschen nehmen beim Erstkontakt die Duftstoffe unseres Gegenübers wahr

Handschlag, Frau und Mann geben sich Hände
business handshake © Rafa Irusta - www.fotolia.de

Dass dem modernen Menschen noch immer die Steinzeit in den Knochen steckt, bewiesen nun Forscher des Weizmann Institute of Science in Israel. In einem Experiment stellten sie fest, dass Menschen neue Bekannte noch immer über Duftstoffe bewerteten, die per Handschlag übermittelt wurden. Die Forscher begrüßten ihre Probanden zunächst teilweise mit einem Händeschütteln und teilweise ohne Körperkontakt und filmten sie anschließend heimlich mit einer versteckten Kamera.

Menschliches Schnüffeln

Dabei konnten sie beobachten, dass die Studienteilnehmer, die per Handschlag begrüßt worden waren, ihre rechte Hand wesentlich öfter zum Gesicht führten als die anderen Teilnehmer - zumindest wenn es einen Körperkontakt mit dem gleichen Geschlecht gegeben hatte.

Bei einem weiteren Experiment wurde dann auch der Luftstrom mit Hilfe eines Nasenkatheters gemessen. Das Resultat: Die Teilnehmer schnüffelten regelrecht an ihrer Hand um die beim Händeschütteln übertragenen Duftstoffe des anderen besser zu erfassen.

Soziale Signale

Natürlich wollten die Forscher auch wissen, um welche Duftstoffe es sich handelte. Dazu zogen sie sterile Handschuhe zum Händeschütteln an und analysierten anschließend deren Oberfläche. Dabei fanden sie die beiden Stoffe

  1. Palmitinsäure und
  2. Squalen,

die auch bei Ratten und Hunden als Übermittler sozialer Signale eine Rolle spielen. Der Mensch schnüffelt also ähnlich wie seine tierischen Verwandten - nur diskreter.

Deutsche waren laut Umfrage früher höflicher

Einer aktuellen Umfrage zufolge sind 75 Prozent der Befragten der Ansicht, dass die Deutschen heute weniger höflich sind

Großes Ziffernblatt zeigt Uhrzeit fünf vor zwölf
Fünf vor Zwölf © Bernd_Leitner - www.fotolia.de

Deutsche waren früher höflicher. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Demnach sind 75 Prozent aller Befragten der Ansicht, dass den Deutschen im Vergleich zu früher gute Umgangsformen fehlen.

Laut Studie sind sich Jung und Alt bei dieser Einschätzung einig. Zudem mangele es jungen Leuten an Respekt gegenüber älteren Menschen.

Wer ist schuld an der fehlenden Höflichkeit?

Vor allem Eltern seien schuld an fehlender Höflichkeit, meinen 59 Prozent der Bundesbürger. Nur ein Prozent ist der Ansicht, dass Lehrer die Verantwortung dafür tragen würden. Etwa 38 Prozent sehen die Zuständigkeit bei beiden Personenkreisen.

Höflich zu sein, ist noch immer wichtig

Höflichkeitsformen sind den Deutschen nach wie vor wichtig, wie die Umfrage zeigt. Dazu gehört etwa:

  • Älteren oder Schwangeren einen Sitz in der Bahn anzubieten (94 Prozent),
  • Frauen die Tür aufzuhalten und den Vortritt zu lassen (78 Prozent) oder
  • pünktlich zu sein (95 Prozent).

Für unhöflich halten 91 Prozent den Blick aufs Handy während einer Unterhaltung.

Ist man krank, wenn man Selbstgespräche führt?

Über Gespräche mit dem eigenen Spiegelbild, kann man Lernfortschritte und Selbstmotivation erzielen

Junge Frau hat Kopf an Scheibe gelehnt, in Scheibe ihr Spiegelbild
contemplation too © Darren Baker - www.fotolia.de

Viele Menschen erwischen sich dabei, wie sie mit dem eigenen Spiegelbild sprechen, laute Überlegungen anstellen und Termine im Planer kommentieren, obwohl niemand sonst im Raum ist. All das fällt in die Kategorie Selbstgespräche und macht so manchen Leuten Angst. Ist man normal, wenn man mit sich selbst ins Zwiegespräch geht? Braucht man einen Psychologen?

Erklärungen und Problemlösungen

Zunächst einmal können Ärzte alle Menschen, die gern mal Selbstgespräche führen, beruhigen. Die Gespräche ohne echten Gesprächspartner sind nicht krank. Vielmehr ist sogar das Gegenteil der Fall. Selbstgespräche sind für das Gehirn eine gute Möglichkeit, Gedanken zu ordnen und Ideen zu verfeinern.

Das menschliche Gehirn ist sehr darauf trainiert, mit anderen zu sprechen. Das hat in der Entwicklung dazu geführt, dass man auch sich selbst Ideen und Sachverhalte besser verständlich machen kann, wenn man sie laut ausspricht. Wer beispielsweise für eine Prüfung lernt, sollte das nicht immer still tun, sondern sich einfach einmal hinstellen und sich selbst eine Prüfungsfrage laut beantworten.

Motivation und Prophezeiungen

Selbstgespräche helfen aber nicht nur beim Erklären und Finden von Problemlösungen, sondern dienen auch der Motivation. Psychologen empfehlen Menschen mit Selbstzweifeln vor einer Prüfung oder Präsentation, sich im Spiegel in die Augen zu sehen und sich selbst Mut zu machen. Dadurch kann man sich

  • selbst motivieren,
  • beruhigen und
  • einsatzbereit machen.

Dieses Spiel funktioniert im Übrigen auch andersherum: Wer sich immer wieder selbst sagt, dass er schlecht ist und versagen wird, der demotiviert sich und macht das Selbstgespräch übers Versagen schnell zu einer selbst erfüllenden Prophezeiung.

Pathologische Selbstgespräche

Selbstverständlich gibt es auch krankhafte Selbstgespräche, so die Psychologen. Spricht man beispielsweise mit Stimmen im eigenen Kopf, mit "Menschen", die man im Raum sieht, die aber nicht da sind, dann handelt es sich um Wahnvorstellungen und Schizophrenie. Die meisten Menschen, die Selbstgespräche führen, wissen aber ganz klar, dass sie nur mit sich selbst reden.

Warum räuspern wir uns? Die Gründe sind nicht immer harmlos

Wer sich regelmäßig und anhaltend räuspert, schadet den Stimmbändern und Schleimhäuten

Junge Frau mit Halsschmerzen fasst sich an den Hals, weißer Hintergrund
attractive young woman with a sore throat © Jitloac - www.fotolia.de

Es wird kaum einen Menschen geben, der sich noch nie geräuspert hat. Am ehesten fällt es uns auf, wenn jemand erkältet ist. Man räuspert sich vorm Sprechen, oder auch mitten im Satz. Der wenig appetitliche aber harmlose Grund: Es liegt Schleim auf den Stimmbändern und diese werden durch das Räuspern befreit. Das Sprechen fällt leichter und klingt verständlicher.

Schaden für die Stimmbänder

Wirklich gesund ist das Räuspern aber nie. Selbst bei einer Erkältung, wenn man durch Räuspern die Stimmbänder "reinigt", führt die spezielle Atmung zu einer Reizung der Stimmbänder. Beim Räuspern werden die Stimmbänder nahezu komplett geschlossen und dann durch Pressen ein hoher Luftdruck erzeugt. Dadurch vibrieren die Bänder sehr stark, was eine große mechanische Belastung auslöst.

Wer sich regelmäßig und anhaltend räuspert, schadet daher den Stimmbändern. Ärzte raten deshalb, bei anhaltendem Drang zum Räuspern einen Arzt aufzusuchen. Besonders wenn die Erkältung längst abgeklungen ist, oder es gar keine Erkältung als Auslöser gab, könnte mehr dahinter stecken.

Sodbrennen und das Postnasal-Drip-Syndrom

Die Folge einer Erkältung kann das PND, das "Postnasal-Drip-Syndrom" sein. Dabei entwickelt sich aus einer normalen Erkältung eine Infektion in der Stirnhöhle und/oder den Nasennebenhöhlen. Hier wird auch nach der eigentlichen Erkältung weiter Schleim gebildet, der auf die Stimmbänder tropft und daher den Reiz zum Räuspern auslöst. Betroffene bemerken das PND vor allen Dingen abends, wenn sie sich hinlegen. In dieser Position ist das Herabtropfen des Schleims am wahrscheinlichsten.

Ein ganz anderer Grund für das Räuspern kann ein gastroösophagealer Reflux sein, also das umgangssprachliche Sodbrennen. Hier erzeugt das Aufsteigen des Magensaftes ein starkes Fremdkörpergefühl, das den Instinkt zum Räuspern auslöst.

Teufelskreis durch Fehlnutzung der Stimme

Eine weitere und häufige Ursache: der falsche Gebrauch der eigenen Stimme. Wer viel reden muss, unnatürlich laut spricht, oder die Stimme zwanghaft verstellt, reizt die Schleimhäute im Hals. Dies kann ein Fremdkörpergefühl auslösen, das der Mensch wieder mit Räuspern zu bekämpfen versucht. Da jedoch das Räuspern selbst zu Reizungen führt, entsteht ein Teufelskreis.

Fluchen tut gut – 5 Gründe, warum Sie öfter mal lauthals schimpfen sollten

Darum sollten wir unseren Emotionen mit Kraftausdrücken öfter einmal freien Lauf lassen

Frau "qualmt der Kopf" - verärgerte, überforderte Frau, aus ihren Ohren wird Rauch geblasen
Angry young woman, blowing steam coming out of ears © pathdoc - www.fotolia.de

Verdammte Sch****! Fluchen ist so alt wie die Menschheit. Schon vor 5000 Jahren ließen unsere Vorfahren ihren Emotionen mit Kraftausdrücken freien Lauf. Heute sind im Schnitt 0,3 Prozent der Wörter, die wir pro Tag verwenden, verbale Tiefschläge. Für die Psyche haben Schimpfworte eine reinigende Wirkung: sie befreien vom Druck und machen Schmerzen erträglicher.

Fluchen reinigt die Seele

Bei Stress stauen sich die Emotionen. Das macht setzt nicht nur die Psyche unter Druck, auch der Körper spannt sich zunehmend an. Ein lauter Fluch kann da eine befreiende Wirkung haben: wie bei einem Gewitter bauen sich die Spannungen in Körper und Geist schlagartig ab, die Luft wird wieder klar. Im Extremfall kann Fluchen so eine gewalttätige Eskalation von Konflikten vermeiden.

Fluchen macht Schmerzen erträglicher

Britische Forscher haben nachgewiesen, dass Fluchen physische Schmerzen erträglicher macht. In einem Experiment baten sie 67 Teilnehmer, ihre Hand in eiskaltes Wasser zu tauchen. Die Hälfte der Probanden durfte während der schmerzhaften Prozedur laut fluchen, die anderen mussten schweigend ausharren.

Das Ergebnis: wer schimpfen durfte, hielt den Schmerz durchschnittlich 40 Sekunden länger aus.

Fluchen stärkt das Selbstbewusstsein

Auch abseits von physisch schmerzhaften Situationen kann Fluchen die Widerstandskraft stärken. Lautes Brüllen aktiviert den Ausstoß von Hormonen wie Adrenalin, die gemeinhin mit Aggression assoziiert werden. In der Folge fühlen wir uns stärker. Wer sich schwach fühlt, sollte also nicht schweigen, sondern die eigene Schwäche durch Fluchen herunterspielen.

Fluchen ist angeboren

Schimpfwörter sind nicht im Sprechareal des Gehirns gespeichert, sondern im limbischen System, das für die Verarbeitung von Gefühlen zuständig ist. Der willentlichen Kontrolle ist dieses Areal weitgehend entzogen. In frustrierenden Situationen ist Fluchend deshalb eine ganz normale Reaktion - ebenso wie wir bei Schmerzen schreien oder aus Lust stöhnen. Unterdrücken sollten wir den Reflex nur, wenn der Chef in der Nähe steht.

Fluchen verleiht Ausdruck

Wer will schon eine graue Maus sein, die bei Gefahr leise in ihr Loch schlüpft? Auch ausgewogene Bemerkungen können manchmal zu fad sein. Fluchen hilft dann, dem eigenen Standpunkt deutlich Ausdruck zu verleihen. Gemeinsames Fluchen stärkt außerdem die Bindung zu unseren Mitmenschen.

Mehrheit der Deutschen sagt: „Wir können Unordnung einfach nicht ertragen“

Die meisten Deutschen sind wahre Ordnungsfans. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der GfK Marktforschung Nürnberg bei 1.963 Personen ab 14 Jahren im Auftrag der Apotheken Umschau. Dabei bekundeten mehr als drei Viertel der Männer und Frauen, Ordnung sei für sie „sehr wichtig“ (75,4%) und keineswegs eine veraltete Tugend (87,4%). Über die Hälfte der Befragten (56,2%) gab sogar an, Unordnung einfach nicht ertragen zu können.

Zugleich zeigten sich viele Deutsche davon überzeugt, dass Unordnung Rückschlüsse auf den Charakter eines Menschen zulässt: Knapp drei Viertel (71,8%) glauben, eine ordentliche Wohnung spreche für die innere Ordnung des Bewohners. Sechs von zehn Befragten (58,3%) sagten sogar, dass sie sich von Menschen abgestoßen fühlten, deren Wohnung oder Arbeitsplatz unaufgeräumt sei.

Im Vergleich mit Bewohnern anderer Länder halten sich die Bundesbürger zudem für die Ordentlichsten: Knapp sechs von zehn (59,3%) stimmten der Aussage zu „Die Deutschen sind ordentlicher als andere Nationen“.

Gespräche immer ohne Sonnenbrille

Gesicht einer jungen, braunhaarigen Frau in Bikini am Strand mit Sonnenbrille und offenem Mund
Beauty Relaxing on the Beach © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Aus Höflichkeit sollte man bei Gesprächen immer die Sonnenbrille abnehmen, weil dadurch dem Gesprächsteilnehmer der Blick in die Augen ermöglicht wird. Besonders gilt dies in geschlossenen Räumen, wie Gabriele Krischel vom Hamburger Netzwerk Etikette Trainer International empfiehlt.

Besonders im Sommer ist dies, wie Frau Krischel, die in Bonn als Trainerin arbeitet, eine Unsitte, denn wie sie meint, sollte der Partner die Möglichkeit haben, einem in die Augen zu schauen.

Neun von zehn Bundesbürger halten ein respektvolles Miteinander für „sehr wichtig“

Beruf - Chefin mit weißem Laptop und Papieren im Gespräch mit einer Angestellten
discussing today's work © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Die Deutschen legen großen Wert auf Höflichkeit. Das hat eine repräsentative Umfrage der GfK Nürnberg bei 2.020 Befragten ab 14 Jahren im Auftrag der „Apotheken Umschau“ herausgefunden.

Dabei gaben neun von zehn Befragten (90,8 %) an, diese Tugend sei ihnen sehr wichtig. Knapp zwei Drittel (64,6 %) plagt gar das schlechte Gewissen, wenn sie sich einem Mitmenschen gegenüber einmal unhöflich benommen haben. Drei Viertel der Deutschen (73,6 %) glauben auch, dass gute Manieren heutzutage wieder wichtiger werden.

Nur die Älteren sind von der Renaissance der Tugend Höflichkeit noch nicht so ganz überzeugt: Sieben von zehn der Befragten ab 60 Jahren (72,2 %) sind der Ansicht, gutes Benehmen sei heute nur noch selten anzutreffen.

In Gesellschaft sollte man unangenehme Gesprächsthemen meiden

Abendgesellschaft, zwei Frauen im Abendkleid, zwei Männer mit Hemd und Fliege, je Champagnerglas, Unterhaltung, Party
group of friends at a party © Andres Rodriguez - www.fotolia.de

Wenn man bei einer großen Gesellschaft oder auch kleinen Party ist, so sollte man darauf achten, dass unangenehme Gesprächsthemen nicht angesprochen werden, beziehungsweise sollte man diese rechtzeitig abwenden. Denn ansonsten könnte ein schöner Abend schnell zum Fiasko werden.

Somit gehören Themen, wie Politik und Finanzen, überhaupt nicht zum Party-Gespräch aber auch Krankheiten sollte man besser nicht ansprechen, weil ja eventuell der Gegenüber davon betroffen sein könnte. Sollte irgend jemand ein Thema ansprechen, über das man selber nicht gerne reden möchte, so sollte man dies eventuell mit den Worten "Ich finde, dass dieses Thema bei einer Party nicht das Richtige sei" versuchen abzuwenden und ein anderes Thema aufgreifen.

Die Hände beim Reden nicht in den Hosentaschen lassen

Körperausschnitt kleiner Junge in verschmutzter Kleidung, Hände in Hosentaschen
Kinder © chris74 - www.fotolia.de

Die Etikette-Trainerin Salka Schwarz aus Berlin rät allen, die Hände bei einer Rede nicht in den Hosentaschen zu lassen, auch wenn es locker wirkt, wie beispielsweise beim US-Präsidenten Barack Obama oder auch beim französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy.

Im Berufsleben könnte es nämlich falsch ausgelegt werden, einmal vielleicht als überheblich oder auch als Zeichen der Unsicherheit. Beim Reden hält man die Hände auch nicht hinter seinem Rücken verborgen oder gestikuliert wild herum, sondern wenn man seine Worte mit Gesten unterstreichen möchte, so sollte dies dezent geschehen.

Folgende neue Benimmregeln sind zu beachten, wenn man sich nicht unbeliebt machen will

Paar beim Abendessen in Restaurant mit Kerzen, Rotwein
Mann und Frau füttern sich mit Pasta © Kzenon - www.fotolia.de

Auch in der heutigen Zeit wird noch auf Etikette geachtet. Allerdings sind einige Benimmregeln inzwischen unpassend und bedürfen einer Erneuerung bzw. Erweiterung. Zu den neuen Regeln des Benehmens gehört zum Beispiel, dass man den Milchschaum vom Latte Macchiato nicht löffelt, sondern trinkt.

Auch ein Telefonat in der Öffentlichkeit, zum Beispiel an der Supermarktkasse, kann andere Menschen stören und unhöflich erscheinen. Laut Benimmexperten ist auch im Kino darauf zu achten, sein Umfeld nicht zu stören - zum Beispiel indem man, wenn man zu seinem Platz geht, seinen Blick zielgerichtet orientiert und nicht beim Gehen auf die Leinwand starrt.

Die Etikette besagt, man soll Deospray nicht in Gesellschaft versprühen

Nahaufnahme Frau sprüht Deo unter die Achsel
Déodorant © richard villalon - www.fotolia.de

Körperpflege ist eine intime Angelegenheit. Alles was dazu gehört, sollte demnach nicht in der Öffentlichkeit betrieben werden.

Etikette-Trainerin Imme Vogelsang warnt vor dem negativen Eindruck, der entsteht, wenn man beispielsweise in Büroräumen, die von mehreren benutzt werden, Deospray versprüht. Das sei unhöflich und anstößig, nicht nur weil man andere mit dem Duft belästigt. Auch mal eben schnell mit dem Deoroller über die Achseln zu fahren sei kein guter Stil.

Das Gleiche gelte für Nägel feilen im Büro. Die Expertin vom Netzwerk Etikette-Trainer "International" rät, für all diese Maßnahmen ohne Ausnahme die Toilette aufzusuchen.

In Büros, in denen es eher locker zuginge, könne man sich allenfalls mal schnell den Lippenstift nachziehen. Aber auch nur, wenn man dazu keinen Spiegel braucht. Ansonsten ist auch pudern und schminken im Büro tabu. "In einer Bank zum Beispiel geht das auf keinen Fall", so Vogelsang.

Wünscht man einem Niesenden Gesundheit oder nicht?

"Gesundheit!" - auch wenn diese Geste überholt ist, kann man sie in bestimmten Situationen anwenden

Junge Frau mit Erkältung putzt Nase mit Taschentuch
erkältet © Balin - www.fotolia.de

Wünscht man heutzutage noch "Gesundheit", wenn jemand geniest hat? Die gängige Etikette sagt "Nein" und verweist darauf, dass es unhöflich sei, da Körpergeräusche jeglicher Art nicht kommentiert werden dürfen. Die nett gemeinte Geste gilt also offiziell als überholt und deutlich Fehl am Platz.

Eine individuelle Entscheidung

Jedoch ist in manchen Fällen Feingefühl gefragt, da manch ein Niesender fast beleidigt reagiert, sofern man sich nicht dazu äußert. Versuchen Sie daher, die aktuelle Situation und den jeweiligen Menschen so gut es geht einzuschätzen, meist ältere Menschen legen noch Wert auf eine verbale Reaktion.

Im Geschäftsumfeld ist "Gesundheit" zu wünschen jedoch völlig Tabu. Denn der Vortrag oder Redefluss wird auf diese Art unterbrochen, was dem Niesenden oft nur peinlich ist. Wünscht jemand Ihnen "Gesundheit", so bedanken Sie sich am besten einfach freundlich.

Und auf die Frage, ob man sich entschuldigen sollte, wenn man selbst geniest hat, rät die Expertin Koschani-Bongers, sich nur dann zu entschuldigen, wenn man unhöflicherweise die Ausführungen des anderen unterbrochen hat.

Wie man bei einer Begrüßung die Hände richtig schüttelt

Hände in Anzug greifen ineinander, dahinter Tastatur, Papier und Stift
done deal © Liv Friis-larsen - www.fotolia.de

Ein britischer Forscher hat jetzt einen sogenanntes Regelkatalog für das richtige Händeschütteln bei einer Begrüßung erstellt. Im Laufe seines Lebens schüttelt der Mensch etwa 15.000 Hände, aber ob man dies auch immer richtig macht?

Dafür gibt es jetzt die zwölf Grundregeln des Briten Geoffrey Beattie. Vor allem hinterlässt das richtige Händeschütteln auf den jeweiligen Gegenüber einen wesentlichen Eindruck bei der ersten Begegnung.

Grundregel Nummer eins ist, ein fester Händedruck mit der ganzen rechten Hand, denn ein schlaffer Händedruck übermittelt Unsicherheit und ein zu fester Überheblichkeit. Die Hände sollten sich auf halber Höhe begegnen und man schaut seinen Gegenüber in die Augen und auch ein Lächeln kann nicht schaden. Beim Handschlag sollte man auch darauf achten, dass die Hand kühl und trocken ist, doch bei den jetzigen Temperaturen in Deutschland dürfte dies etwas schwierig werden.

So wird man zum angenehmen Gast

Nicht nur als guter Gastgeber muss man sich Mühe geben, auch als Gast gibt es Verhaltensregeln

Junge Frau riecht an Strauß mit rosanen Blumen, Mund und Nase dahinter versteckt
flower power 3 © Patrizia Tilly - www.fotolia.de

Ein guter Gastgeber zu sein, ist nicht einfach. Mindestens ebenso schwer ist es, ein angenehmer Gast zu werden. Wer jedoch ein paar grundlegende Regeln einhält, wird sicher immer wieder gerne eingeladen.

Die passende Vorbereitung für den Abend

Das Elementarste ist, rechtzeitig zu oder abzusagen. Wer sich alle Optionen offen halten möchte und darum erst am Tag vor dem Ereignis den Gastgeber wissen lässt, ob er erscheint, zeigt damit vor allem, dass ihn die Einladung nicht besonders interessiert.

Es ist immer aufmerksam, wenn man ein kleines Gastgeschenk mitbringt. Das muss nichts Teures oder Tolles sein. Die Anerkennung zu den Geladenen zu gehören, kann sich auch in Blumen oder einer Flasche Wein ausdrücken.

Stets höflich und angemessen verhalten

Partys oder andere Feierlichkeiten sind nicht dafür geeignet, die eigenen Krankheiten, Sorgen, beruflichen Ärgernisse oder den Krach mit der Schwiegermutter im Detail auszubreiten. Alle möchten sich vergnügen. Ein miesepetrischer Gast verdirbt nur die Stimmung.

Bei Hochzeitsfesten gilt: Das Paar steht im Mittelpunkt. Für die neuen Eheleute soll die Feier ein herausragender Tag im Leben werden. Zu diesem Zweck ist man pünktlich und hält sich an alles, was angeboten wird.

Wer als Übernachtungsgast bei anderen geladen ist, hält sich wenn irgend möglich an die Gepflogenheiten des Hauses. Verbesserungsvorschläge für klarere Fenster oder weichere Handtücher sind ebenso fehl am Platze, wie die Eigenart, sich vom Gastgeber bedienen zu lassen. Man sollte stattdessen die freundliche Mithilfe anbieten. Mit ein bisschen Nachdenken macht sich jeder zum gerngesehen Gast, den man auch mit Freuden wiedersehen möchte.

Schlechtes Benehmen im Urlaub ist ein häufiger Stressfaktor

Laut einer repräsentativen Umfrage werden gute Manieren im Urlaub häufig vergessen

Urlauber mit Strohhut auf Sonnenliege unter Palmen mit Aussicht auf das Meer
heaven on earth © Christian Wheatley - www.fotolia.de

Unbeschwert und leicht – das sind Attribute, die einen gelungenen Urlaub ausmachen. Leider pflegen viele Deutsche ihre Lässigkeit auf eine Weise, dass sie schlicht zum Ärgernis wird. Gute Umgangsformen bleiben oftmals zu hause. Viele andere nervt dieses Verhalten. Schlägt das schlechte Image solcher Touristen doch auch auf die zurück, die sich ordentlich benehmen.

Eine repräsentative Umfrage des Reiseportals „ab-in-den-urlaub.de“ brachte an den Tag, was sonst keiner gerne zugibt. Anonym natürlich und darum wahrscheinlich auch einigermaßen ehrlich.

Um den Weg zur Toilette zu vermeiden, wird ins Schwimmbad oder den Badesee gepinkelt

Um die 13 Prozent der Befragten gaben zu, dass ganz gerne ins Schwimmbad oder den Badesee gepinkelt würde, um den Weg zu Toilette zu sparen. Interessant ist, dass sich Männer und Frauen gleichen. Es zeigten sich keine besonderen Unterschiede. Ebenfalls interessant ist das Nord-Süd-Gefälle der Wildpinkler. Am häufigsten scheinen es Schleswig-Holsteiner und Hamburger zu tun, während es im Süden bedeutend weniger sind.

Auch fremdgehen und klauen bzw. Zeche prellen tun die Deutschen im Urlaub

Auch der Seitensprung im Urlaub gehört zu den ungehörigen Beschäftigungen. Allerdings zeigen sich hierbei Männer doppelt so eifrig wie Frauen. Zwölf Prozent der männlichen Befragten gaben an, schon einmal fremd gegangen zu sein. Bei den Frauen war es die Hälfte, also sechs Prozent. Die älteren Urlauber stehen hierbei an der Spitze. Die 40 bis 49-jährigen waren liebestechnisch am aktivsten.

Klauen oder die Zecheprellen war für drei Prozent der Frauen und elf Prozent der Männer ein Thema. Dabei dürfte jedoch die Dunkelziffer sehr hoch sein. Schließlich handelt es sich um eine kriminelle Tat.

Die richtige Etikette: Stolperfallen vermeiden

Bekanntlich ist nicht alles Gold, was glänzt - ergo ist auch nicht alles höflich, was die breite Masse gemeinhin für gutes Benehmen hält. Knigge-Expertin und Trainerin für gute Manieren, Imme Vogelsang, kennt die Probleme und Stolpersteine auf dem Weg zu perfekten Umgangsformen. In Seminaren und Einzel-Coachings gibt sie ihr Wissen an alle weiter, die hiervon profitieren - Uni-Absolventen beispielsweise oder Mitarbeiter mit viel Kundenkontakt.

Grundsätzlich scheinen es viele zu gut mit ihren Mitmenschen zu meinen. Gerade die Mittagspause im Büro wird von einigen dazu genutzt, sich der Außenwelt mitzuteilen - und dabei schießen sie auch schon einmal über das Ziel hinaus. Sich anderen zum Mitgehen aufdrängen, ständig "Guten Appetit" wünschen sind ein absolutes No-Go für die Knigge-Expertin. Denn somit nötigt man sein Gegenüber zu einer Antwort, die er womöglich gerade gar nicht geben möchte.

Als höflich hingegen gilt, wer professionellen Small-Talk hält - also zum Beispiel Aussagen macht, die das Gegenüber lediglich mit einem Kopfnicken oder Lächeln zu bestätigen braucht. Zu viel des Guten sollte man auch hier nicht sprechen, Pause bleibt Pause.

Und ganz egal, ob Mittagspause oder Business-Dinner: Die Serviette wird auf die Beine gelegt, Essensreste nicht am Tisch aus den Zähnen gepult - und mit den Händen essen ist hier ebenfalls tabu.

Expertenstreit: Deutschland als Rüpelgesellschaft - ja, oder nein?

Die Deutsche Knigge-Gesellschaft erklärte, dass Deutschland zur „Rüpelgesellschaft“ verkomme. Dieser Meinung widerspricht der Psychologe Niels van Quaquebeke, im Deutschlandradio Kultur. Anlass seiner Meinungsäußerung war die Jahrestagung der Knigge-Gesellschaft in Grafenau in Niederbayern.

Der Knigge-Gesellschaft geht Höflichkeit naturgemäß über alles. Damit sähe es in Deutschland schlecht aus, betonte der Vorsitzende Hans-Michael Klein. Dem entgegnet Quaquebeke , dass die Menschen sensibler geworden wären. Die Frage nach dem „Wie miteinander umgehen“ sei wichtig. Bei schlechtem Benehmen würde nicht mehr einfach beiseite geschaut. Respekt füreinander läge nicht darin, Regeln zu befolgen, sondern sich vielmehr auf das Weltbild des anderen einzulassen.

Doch der Deutschen Knigge-Gesellschaft geht es nicht nur um Tischsitten oder darum, wie man sich richtig begrüßt, sondern ganz konkret um die das richtige Benehmen als Kreuzfahrtteilnehmer, oder um den Umgang miteinander in anderen Ländern.

Der Vorsitzende Hans Michael Klein unterstrich seine Meinung, dass Deutschland sich in Richtung „Rüpelgesellschaft“ entwickle. Die Schuld dafür sieht er in der 68er Generation, die ihre Kinder anti-autoritär erzogen hätten. Darum soll von Grafenau aus ein neuer Knigge-Impuls das Land erfassen.

Er wies darauf hin, dass Adolph Freiher von Knigge, der den Benimmregeln einst den Namen gab, keineswegs als ein „Benimmonkel“ gelten könne. Denn für die Eigendynamik der Knigge-Regeln kann er nichts.

Manche schlechten Angewohnheiten können uns gut tun

Junges Tanzpaar beim Streit, weißer Hintergrund
Man and woman conflict. Isolated on white. © Piotr Marcinski - www.fotolia.de

Wir geben uns im Alltag Mühe, unsere Mitmenschen nicht zu stören und uns ordentlich zu verhalten. Doch manche schlechten Angewohnheiten sind nur auf den ersten Blick schlecht. Auf den zweiten kann es gut sein, dass Unordnung und miese Manieren positive Auswirkungen haben.

So gilt ein ungemachtes Bett als chaotisch und sein Besitzer als jemand, der sein Leben nicht im Griff hat und vielleicht sogar unreinlich ist. Dabei können sich Milben in einem gemachten Bett viel besser verbreiten, weil es unter er Decke und Unterdecke kuschelig warm ist. Ein ungemachtes Bett kann viel besser auslüften.

Auch Wutausbrüche haben ihre guten Seiten – wenn auch nicht unbedingt für denjenigen, den sie treffen. Für einen selbst kann es jedoch gut sein, wenn man ab und zu Dampf ablässt. Brüllen und Schimpfen verringert nämlich den Ausstoß von Cortisol – einem Stresshormon, das auch appetitanregend wirkt. Also lieber schimpfen, als Schokolade in sich hineinstopfen.

Und schließlich hat sogar das Hochziehen der Nase bei Schnupfen einen positiven Effekt. Allerdings sollte man das in der Öffentlichkeit vermeiden, denn das Geräusch geht vielen Mitmenschen auf die Nerven. Wer den Nasenschleim ab und zu hochzieht, anstatt ihn heraus zu schäuzen, der vermeidet, dass etwas davon unter Druck in die Nebenhöhlen und sogar das Mittelohr gelangen kann.

Gutes Benehmen zeichnet sich jedoch durch verschiedene Punkte aus und bringt einen in vielen unterschiedlichen Bereichen des Lebens weiter - es folgen ein paar typische Beispiele...

Pünktlichkeit

Stets pünktlich zu sein ist eine Tugend, welche vor allem durch das direkte soziale Umfeld geschätzt wird. Leider neigen aber einige Menschen dazu, stets zu spät zu kommen und damit als unzuverlässig zu gelten. Doch welche Tipps und Tricks helfen dabei, stets pünktlich zu sein und damit unnötige Konflikte und Probleme zu vermeiden?

Zeitfresser Internet

Im Alltag gibt es allerlei versteckte Zeitfresser, welche dafür sorgen, dass man häufig zu spät kommt. Hierzu gehören vor allem Anwendungen am PC, beispielsweise das E-Mail Postfach oder soziale Netzwerke.

Sobald man also einen Termin hat, sollte man sich nicht noch einmal schnell einloggen, um beispielsweise zu überprüfen, ob man neue Nachrichten hat. Sollten nämlich wirklich neue Nachrichten gekommen sein, dauert die Bearbeitung zumeist deutlich länger als gedacht, was das Ergebnis des zu spät Kommens zur Folge hat.

Frühzeitige Tagesplanung

Darüber hinaus sollte man seinen Tag schon frühzeitig planen und eventuelle Vorbereitungen treffen - am besten eignet sich hierzu der Abend zuvor. Hat man dann beispielsweise Probleme, den frühen Bus zu erwischen, können schon Dinge bereitgelegt werden, welche man sonst erst am nächsten Morgen suchen müsste. Durch das Heraussuchen der Kleidung und dem Packen der Arbeitstasche am Abend spart man am nächsten Morgen viel Zeit, bei welcher es sich um die entscheidenden Minuten handeln kann.

Wer Tag bereits morgens für sich plant, hat seine Termine besser Griff
Wer Tag bereits morgens für sich plant, hat seine Termine besser Griff

Pufferzonen einbauen

Leider bringen häufig die besten Planungen und Vorbereitungen nichts, sobald ein unvorhergesehenes Ereignis eintritt. Solche Fälle sollte man deshalb ebenso berücksichtigen, wenn man stets pünktlich sein will. In diesem Zusammenhang macht es Sinn, so genannte Pufferzonen einzubauen.

Braucht man beispielsweise eigentlich eine halbe Stunde mit dem Auto zum Büro, können stets 45 Minuten hierfür eingeplant werden. So gerät man auch in keine Zeitnot, sobald es etwa zu verkehrstechnischen Verzögerungen kommt.

Termine notieren

Da aber nicht nur Verzögerungen, sondern auch ein schlichtes Vergessen des Termins dafür sorgen kann, dass man zu spät erscheint, sollten wichtige Treffen und Verabredungen auch schriftlich festgehalten werden. Dabei ist es egal, ob man sich einem Smartphone oder einem klassischen Terminkalender bedient.

Wichtig ist lediglich, dass man rechtzeitig an wichtige Termine erinnert wird. Besonders interessant ist dabei die Funktion von Handys, den Besitzer durch ein Piepen auf bevorstehende Termine aufmerksam zu machen.

Die Deutschen hassen Unpünktlichkeit

Mann in Küche schaut ungeduldig auf Armbanduhr
Running late: Business man in front of a champagne glass by the © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Die Deutschen sind bei anderen Nationen vor allem für ihren Sinn für Pünktlichkeit bekannt. Auch die Deutschen selbst halten Pünktlichkeit für eine der wichtigsten Tugenden, wie eine Umfrage der "Apotheken Umschau" unter 2.061 Personen zeigt. Insgesamt 90,1 Prozent der Befragten finden Menschen, die regelmäßig zu spät zu vereinbarten Terminen erscheinen, schlichtweg unhöflich.

57,8 Prozent der Umfragenteilnehmer halten unpünktliche Menschen zudem generell auch für unzuverlässig. 56,8 Prozent glauben, dass heutzutage, im Zeitalter der Mobiltelefone, Termine ohnehin nicht mehr allzu ernst genommen werden, da es die Möglichkeit gibt von unterwges aus per Handy Bescheid zu geben, dass man sich verspätet.

Verhalten im Straßenverkehr

Wer am Straßenverkehr teilnimmt, hat die Vorgaben der Straßenverkehrsordnung zu beachten. Diese sind eindeutig, so dass eigentlich klar geregelt ist, was der Einzelne darf und was er zu unterlassen hat.

Dennoch kann es zu Missverständnissen kommen, beispielsweise bei der Kommunikation mittels Handzeichen zwischen Verkehrsteilnehmern. Egal, um welche Meinungsverschiedenheiten es geht, die oberen Prinzipien im Straßenverkehr sollten immer Sachlichkeit und Höflichkeit bleiben.

Im Straßenverkehr sollte man sich stets an die Straßenverkehrsordnung halten
Im Straßenverkehr sollte man sich stets an die Straßenverkehrsordnung halten

Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln

In der Bahn sollte man sich stets rücksichtsvoll gegenüber Mitreisenden verhalten
In der Bahn sollte man sich stets rücksichtsvoll gegenüber Mitreisenden verhalten

Wer sich in öffentlichen Verkehrsmitteln aufhält, sollte die Mitreisenden so behandeln, wie er selbst behandelt werden möchte. Lautes Telefonieren dürfte ebenso unangemessen sein wie das Hören lauter Musik.

Es gilt auch heute noch als höflich, den eigenen Sitzplatz älteren Menschen anzubieten. Diese sind auch für die Hilfe beim Ein- und Aussteigen dankbar, sofern kein Servicepersonal des Verkehrsbetriebes diese anbietet.

Das Lesen ist in öffentlichen Verkehrsmitteln eine beliebte Beschäftigung. Das Mitlesen in fremden Büchern, Zeitungen und Zeitschriften gehört sich allerdings nicht. Ist der Sitznachbar in einen Krimi versunken, den der Fahrgast selbst schon kennt, wäre es mehr als taktlos, ihm zu verraten, wer der Mörder ist. Eine gewisse Intimsphäre sollte jedem Fahrgast gegönnt werden, auch im noch so überfüllten Bus.

Besuch am Krankenbett – was man mitbringt und worüber man redet

Richtiges Verhalten am Krankenbett sollte vor dem Besuch überdacht werden

Blonde Frau liegt in Krankenhausbett, den rechten Arm unter das Kopfkissen gesteckt
Woman Asleep In Hospital Bed © Monkey Business - www.fotolia.de

Worüber spricht man am Krankenbett – und was bringt man dem Patienten mit? Ein Besuch in der Klinik ist gut gemeint, durch unpassende Geschenke oder ungeschicktes Verhalten kann er aber sein Ziel verfehlen. Tipps für kleine Aufmerksamkeiten und geeignete Themen.

Passende Mitbringsel

Bunte Farben hellen die Stimmung auf – das klassische Geschenk für Kranke ist deshalb ein Blumenstrauß. Stark duftende Blüten sollte man allerdings meiden, und üppige Gebinde sind im Krankenzimmer auch nicht angebracht. Wer vermutet, dass der Kranke bereits mit Blumen bedacht ist, sollte außerdem auf andere Mitbringsel ausweichen.

Gegen die Langeweile im Krankenhaus helfen etwa Zeitungen, Rätselhefte oder bunte Illustrierte. Für den Segelfan eignet sich ein maritimes Magazin, der Gartenliebhaber freut sich über farbige Hefte mit Pflanzen. Wenn der Patient das Krankenhaus voraussichtlich nicht mehr verlassen wird, sollte man von Reisemagazinen und ähnlichem allerdings Abstand nehmen. Die Lektüre würde ihn nur deprimieren.

Wer den Kranken gut kennt, kann auch über ein kulinarisches Geschenk nachdenken. Statt Pralinen empfehlen sich hochwertige Säfte, Kekse oder eine kleine Leckerei für das Abendessen.

Ausnahme: der Kranke muss eine bestimmte Diät halten.

Das beste Geschenk - positive Energie

Der Besucher im Krankenhaus hat eigentlich nur eine Aufgabe: er soll dem Patienten positive Energie spenden. Die wertvollsten Geschenk sind deshalb Aufmerksamkeit und ein Lächeln. Wenn der Kranke sich aufheitern lässt, darf man auch gern miteinander lachen. Das lenkt nicht nur für einen Moment von der Krankheit ab, es fördert auch den Heilungsprozess.

Anwesenheit verbindet

Selbst Menschen mit einer Krebserkrankung im Endstadium sind oftmals froh, wenn sie mit einem vertrauten Menschen lachen können. Ironie oder flotte Sprüche sind aber meistens fehl am Platz. Erzwingen sollte man die gute Stimmung auch nicht. Manche Patienten wollen sich lieber den Kummer von der Seele reden oder finden es tröstlich, wenn man ihnen einfach die Hand hält und still beieinander sitzt.

Gesprächsthemen überlegen

Da nicht alle Themen für Kranke geeignet sind, sollte man sich schon vorher überlegen, was man besprechen könnte. Ein Patient, der nur wenige Tage in der Klinik ist, freut sich, wenn er über den Alltag draußen auf dem Laufenden bleibt. Ein Schwerkranker möchte vielleicht lieber über schöne Erinnerungen sprechen.

Gerade bei langen Leidenswegen erlebt man es oft, dass die Rollen von Patient und Besucher sich vertauschen: dann versucht der Kranke die Gesunden aufzumuntern. In solchen Situationen sollte man seine Rolle überdenken. Ein kummervolles Gesicht und die eigenen Sorgen haben im Krankenzimmer nichts verloren. Der Besucher soll dem Kranken Mut machen und Zuversicht ausstrahlen.

Wer merkt, dass er dafür zu betroffen ist, lässt lieber Grüße ausrichten oder schickt eine bestärkende SMS. Ob der Kranke angerufen werden möchte, sollte man vorher abklären. Mancher fühlt sich im Krankenbett von Telefonaten belästigt, andere wiederum genießen den kurzen Kontakt zur Außenwelt.

Hinweise zu Gesprächen mit dem Handy

Mindestens die Hälfte der deutschen Bevölkerung besitzt ein Handy. Aufgrund seiner geringen Größe und des minimalen Gewichts kann das Mobiltelefon überallhin mitgenommen werden. Der Handynutzer ist ständig erreichbar und kann sich jederzeit mit anderen Menschen austauschen.

Auf privater Ebene findet diese Art der Kommunikation meist zwischen Freunden und Bekannten statt. Im Geschäftsleben ermöglicht das Handy den schnellen Kontakt mit Geschäftspartnern und Kunden.

Genau genommen ist das Handy im modernen Leben unverzichtbar. Doch es gibt Regeln, an die sich jeder Handynutzer halten sollte, damit das Umfeld sich durch die geführten Telefonate nicht belästigt fühlt.

Leise telefonieren oder Handy ausschalten

Alle geführten Telefonate sollten möglichst leise geführt werden. Klingelt das Handy, wenn sich sein Besitzer im Restaurant oder im Wartezimmer einer Arztpraxis befindet, geht er besser vor die Tür, um das Gespräch anzunehmen. In Kinos und Theatern sollte das Telefon besser ganz abgeschaltet werden, damit andere Zuschauer nicht gestört werden.

In kirchlichen Einrichtungen gehört es zum guten Ton, das Handy vor dem Betreten der Räumlichkeiten stumm zu schalten. In Krankenhäusern ist das Abschalten des Handys aus sicherheitstechnischen Gründen ein Muss.

Grundsätzlich sollten alle Telefonate in der Öffentlichkeit leise geführt werden
Grundsätzlich sollten alle Telefonate in der Öffentlichkeit leise geführt werden

Leise Klingeltöne und Verabredungen

Doch nicht nur laut geführte Telefonate können die Umgebung stören, auch allzu laute Klingeltöne nerven. Deshalb ist ihre Lautstärke gerade so laut zu wählen, dass der Handybesitzer selbst sie wahrnehmen kann.

Als Alternative besitzen Handys einen Vibrationsalarm. Wer sich auf einer Verabredung befindet, sollte seinem Gegenüber die volle Aufmerksamkeit widmen. Das Handy ist dann tabu.

Knigge informiert über das richtige Benehmen im Internet

Bei der Nutzung von sozialen Netzwerken sollte Privates von Beruflichem getrennt werden

Frau sitzt zuhause am Schreibtisch vor Laptop
Smiling young woman using a laptop at home © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Ohne Internet kommt heutzutage wohl kaum noch jemand aus und vor allem soziale Netzwerke wie "Facebook" liegen total im Trend. Knigge hat sich dieses einmal genauer angesehen und festgestellt: auch im World Wide Web ist richtiges Benehmen angebracht.

Trennung von privater und beruflicher Nutzung

Vor allem als Arbeitnehmer sollte man auf einige Dinge achten. So rät Knigge, sich nur wohlüberlegt bei einem Netzwerk anzumelden und die berufliche von der privaten Nutzung zu trennen. Weiterhin sollte man darauf achten, seinen Arbeitgeber nicht als "Facebook-Freund" anzusprechen. Da man im Internet einige Dinge über sich selbst preisgeben kann, ist es von Vorteil, sich dort nur so zu geben, wie man auch wirklich ist; man sollte also nicht zur "fiktiven Persönlichkeit" werden.

Unbekannte Personen, die eine Freundesanfrage stellen, sollte der Netzwerk-Nutzer nicht ohne Weiteres annehmen.

Regelmäßiger Überprüfung der Nachrichten

Des Weiteren rät Knigge, seine (geschäftlichen) Kontakte nicht mit Anwendungen (den genannten "Apps") auf die Nerven zu gehen und ohnehin stets freundlich und höflich zu bleiben, wie etwa mit der richtigen Anredeform usw. Um den Kontakt zu seinen "Freunden" beizubehalten, ist es wichtig, regelmäßig seine Nachrichten zu checken und auf diese auch zu antworten.

Vor jedem Eintrag sollte der User jedoch genau überlegen, ob dieser ihm auch in Zukunft nicht irgendwie schaden könnte.

Tipps zum richtigen Verhalten im Flugzeug

Das Flugzeug ist ein beliebtes Verkehrsmittel sowohl für Geschäftsleute als auch für Privatpersonen, da innerhalb kurzer Zeit weite Strecken überwunden werden können. Damit der Flug für alle Anwesenden angenehm verläuft, sollten einige Benimm-Regeln eingehalten werden.

Einstieg und Gespräche

Bereits beim Einsteigen gilt es, Rücksicht auf Mitreisende zu nehmen. Wer drängelt, gelangt eventuell schneller auf seinen Platz, doch der Stress für alle Umstehenden wird deutlich größer.

Wer allerdings beim Einsteigen trödelt, nervt ebenso. Es geht also darum, sich zu beeilen, ohne andere Reisende zu nötigen oder zu bedrängen. Ähnliche Regeln gelten für das Verstauen des Handgepäcks.

Ob der Fluggast mit dem Sitznachbarn kommuniziert, bleibt ihm selbst überlassen. Wer über ein gewisses Maß an Taktgefühl verfügt, wird nach einer Weile einschätzen können, ob der andere Fluggast lieber seine Ruhe genießen möchte oder ob ein Plausch angebracht ist.

Sollte Letzteres der Fall sein, dann ist dieser in angemessener Lautstärke durchzuführen. Allzu Privates preiszugeben dürfte dabei ebenso tabu sein, wie geschäftliche Belange zu präsentieren.

Das Verhalten im Flugzeug sollte von Respekt gegenüber den Mitreisenden geprägt
Das Verhalten im Flugzeug - auf engstem Raum - sollte von Respekt gegenüber den Mitreisenden geprägt sein

Sitzposition, Getränke und Ausstieg

Natürlich möchte jeder Fluggast so bequem wie möglich sitzen. Dennoch sollte er seine Rückenlehne nicht so weit zurückstellen, dass er dem Hintermann auf den Knien liegt. Dieser würde dadurch nicht nur Beinfreiheit einbüßen, auch das Essen und Trinken wäre recht unbehaglich.

Ähnliche Benimm-Regeln gelten für die Bedienung der Luftdüsen. Sie sollten nie so eingestellt werden, dass sie andere Mitreisende belästigen.

Die Auswahl der Getränke bleibt in der Regel dem Fluggast selbst überlassen. Um Ausschweifungen jeglicher Art sowie unangenehme Ausdünstungen zu vermeiden, sollte jeder Fluggast darauf bedacht sein, den Alkoholpegel möglichst niedrig zu halten.

Nach geglückter Landung geht es ans Aussteigen. Hier gelten dieselben Vorgaben wie beim Einsteigen: Der Fluggast sollte sich zügig aus dem Flugzeug begeben, ohne Mitreisende zu behindern.

Hinweise zum Benehmen im Restaurant

Das richtige Benehmen im Restaurant will gelernt sein, damit allen Beteiligten peinliche Situationen erspart bleiben. Es reicht nicht zu wissen, wer das Essen bezahlt.

Betreten und Begrüßen von Bekannten

Bereits beim Betreten des Restaurants gelten gewisse Umgangsformen, die nichts mit Spießigkeit gemein haben. Sie gehören einfach zum guten Ton.

Grundsätzlich geht der Gastgeber voran. Führt ein Partner den anderen zum Essen aus, betritt der Mann als Erster das Lokal. Anschließend nimmt er der Partnerin den Mantel ab, der dann an der Garderobe untergebracht werden sollte.

Sind Bekannte im selben Restaurant anwesend, werden diese mit einem Kopfnicken und einem Lächeln begrüßt. Erlaubt ist auch ein leichtes Winken.

Laute Zurufe würden andere Gäste belästigen. Die gesamte Aufmerksamkeit sollte dem Gegenüber gelten, das Heranbitten anderer Anwesender an den eigenen Tisch sollte tabu sein.

Das Auswählen der Speisen und mögliche Missgeschicke

Das Auswählen der Gerichte sollte nicht übermäßig Zeit in Anspruch nehmen. Schließlich will man sein Gegenüber nicht langweilen und das Servicepersonal hat auch noch andere Gäste zu bedienen.

Dennoch ist es erlaubt, die Zutaten zu einer Speise zu hinterfragen, wenn ihre Bezeichnung ungeläufig ist. Als Gastgeber empfiehlt es sich, Gästen bei der Auswahl zu helfen, falls sie sich für kein Gericht entscheiden können.

Passiert ein kleines Malheur, weil das Rotweinglas umfällt oder Soße auf das Tischtuch tropft, heißt es, locker zu bleiben. Eine ehrliche Entschuldigung und das Reichen einer sauberen Serviette wirken besser als ein Riesenaufstand, der bei allen Anwesenden Aufmerksamkeit erregt.

Für die Beseitigung des entstandenen Schadens, beispielsweise für die Reinigungskosten, sollte man aufkommen. Allerdings können auch dem Servicepersonal Patzer passieren. Der Gast sollte nachsichtig sein.

Servietten, Besteck und Co.

Saubere Servietten gehören auf den Schoß. Sie dienen nicht nur dazu, die Finger nach dem Essen von Speiseresten zu befreien, sondern nehmen vor dem Benutzen von Gläsern auch überschüssigen Lippenstift auf. Benutzte Servietten werden nicht geknüllt, sondern vor dem Abtragen der Teller zusammengefaltet auf den Tellerrand gelegt.

Der Gastgeber bestimmt durch das Aufnehmen des Bestecks, wann gegessen wird. Liegen mehrere Bestecke nebeneinander, gilt die traditionelle Regel, dass sie von außen nach innen, also zur Tellermitte hin, benutzt werden. Dieselbe Regel trifft auf Gläser zu.

Hat das Essen geschmeckt, freut sich das Servicepersonal über ein Kompliment. Wer das Bezahlen übernimmt, sollte möglichst vor dem Restaurantbesuch geklärt werden.

Benutzte Servietten sollten nicht zusammengeknüllt werden
Benutzte Servietten sollten nicht zusammengeknüllt werden

Was ebenso zu guten Tischmanieren generell gezählt wird, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Tipps zum guten Benehmen im 5-Sterne-Restaurant

Frauen wollen gern überrascht werden und wenn Sie einen Glücksgriff gelandet haben, sind Sie an einen Mann geraten, der Sie mindestens einmal im Leben in ein richtig nobles Restaurant ausführen wird. So romantisch und verzückend die Vorfreude auf den gemeinsamen Dinner-Abend mit Luxus-Ambiente auch ist, so furchterregend kann er auch werden, wenn Sie auf der seidenen Tischdecke nicht nur das Rosenbouquet und den Champagner, sondern auch die etlichen Messer, Gabeln und Gläser liegen sehen und keinen blassen Schimmer davon haben, wie und wann diese zum Einsatz kommen.

Wenn Ihr Mann schon keine Kosten und Mühen scheut, um Sie galant auszuführen, dann wollen Sie ihn auch nicht mit unbeholfener Ratlosigkeit und unfreiwilligen Peinlichkeiten im Edel-Restaurant beschämen. Deshalb haben wir hier die wichtigsten "Benimmregeln" für Ihren ersten Besuch in einem 5-Sterne-Restaurant zusammen getragen.

Besteck und Serviette

Wenn Sie auf Anhieb nicht wissen, welches Besteck und welches Glas zu nehmen ist, sollte Ihnen das nicht peinlich sein. Es gibt Dinge, die macht jeder zum ersten Mal. Insofern ist es auch nicht weiter schlimm, wenn Sie ihren Mann oder auch den Kellner um Rat fragen.

Wenn Ihnen versehentlich Besteck aus den Händen auf den Boden fällt, sollten Sie sich nicht danach bücken. Dafür ist der Kellner zuständig, der Ihnen auch sofort eine neue Gabel geben wird.

Legen Sie die Serviette in Ihren Schoß und verwenden Sie sie niemals als Latz. Die Serviette gehört zum Essen genauso dazu wie das Besteck.

Und genauso häufig sollten Sie sie auch benutzen. Tupfen Sie nach jeden zweiten oder dritten Bissen sanft Ihren Mund ab, um zu verhindern, dass er feucht glänzt. Wenn Sie aufgegessen haben, legen Sie ihre Serviette neben den Teller auf den Tisch und nicht etwa auf den Teller.

Die richtige Stzhaltung

Lümmeln Sie sich nicht in Ihrem Stuhl. Sitzen Sie aufrecht und erinnern Sie sich an das, was Mutter früher immer gesagt hat: Ellbogen gehören nicht auf den Tisch.

Wenn Sie beim Sitzen in sich zusammensinken, hat das mit moderner Lässigkeit wenig zu tun. Sie sehen schlicht klein, unsicher und wenig selbstbewusst aus. Sitzen Sie hingegen gerade, hinterlassen Sie den Eindruck einer selbstsicheren und galanten Diva.

Nachwürzen?

Auch wenn Sie das vielleicht sonst in jedem anderen Restaurant so machen würden, heute Abend greifen Sie nicht zuerst zu Salz- und Pfefferstreuer, sondern kosten das Gericht erst, bevor Sie es nachwürzen. Ansonsten würde nicht nur Ihr Kellner mit der Nase rümpfen, sondern auch Ihr ehrenwerter Mann.

Sie sind in einem 5-Sterne-Restaurant. Da können Sie sich darauf verlassen, dass der Koch weiß, wie er ihre Speise für den perfekten Genuss zu würzen hat.

Höflich nachfragen

Langen Sie nicht einfach so quer über den Tisch, um an die Butter oder das Öl zu kommen. Fragen Sie Ihr Gegenüber, ob er Ihnen freundlicherweise das Gewünschte reichen kann.

Im Alltag mögen Sie diese Höflichkeit vielleicht als aufgesetzt empfinden, aber ein 5-Sterne-Restaurant ist ein spezieller Ort, an dem spezielle Regeln gelten. Ihr Mann möchte Ihnen damit etwas Besonderes bieten, da können Sie sich nicht so aufführen, als würden Sie am heimischen Wohnzimmertisch sitzen.

Genuss in Maßen

Champagner und ein guter Wein sind an so einem Abend einfach ein Muss. Passen Sie jedoch auf, dass Sie keinen allzu großen Schwips bekommen. In einem Ambiente wie diesen ist Mäßigung gefragt.

Geschäftsessen: Ohne Benimm geht es nicht

Anstoßen mit Sekt unter Freunden
Toast © pressmaster - www.fotolia.de

In vielen Berufen und hier im Besonderen in den höheren Etagen, ist es von Zeit zu Zeit nötig an geschäftlichen Essen teilzunehmen. Hier viel Wert auf die Etikette zu legen zahlt sich langfristig aus, denn wer hier durch einen falsches Benehmen unangenehm auffällt, hinterlässt auf Dauer einen negativen Eindruck bei seinem Geschäftspartner oder potenziellen Kunden.

Zu diesen Benimm-Regeln gehören zum Beispiel, dass man dem Restaurant-Personal weder in seine Tätigkeit hineinredet noch handfest eingreift. So ziemt es sich nicht einfach auf einen Tisch zuzusteuern oder gar Stühle und Tische eigenmächtig umzustellen. Ebenfalls neben der Etikette ist es eine vorhandene Kerze auf dem Tisch anzuzünden, die Teller abzuräumen oder sich die Speisekarte aus dem Thekenbereich zuholen.

Zu guter Letzt: Teller stapeln bringt das System des Personal ebenso durcheinander als auch das Betreten des hinteren Barbereichs. Wer sich bei diesen Regeln zurückhält, hat auf jeden Fall bessere Karten in Sachen Geschäftsessen und Etikette.

Das Problem des Rufens einer weiblichen Servicekraft

Der Kontakt zur weiblichen Servicekraft in einem Restaurant kann mit Handzeichen hergestellt werden

Junge Kellnerin mit Fliege vor Zapfanlage, lächelt in Kamera
Beautiful young bartender smiling at work © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Man hat ein Restaurant gewählt, setzt sich an den Tisch und dann möchte man den Kellner rufen - oder besser gesagt, die Kellnerin. Doch wie stellt man das an? Ein "Herr Ober!" wäre in dem Fall sicher leichter gewesen, doch spricht man eine Kellnerin nicht (mehr) mit "Fräulein" an oder? Stimmt genau, doch nach einem passenden Ausdruck wurde bislang vergeblich gesucht: selbst die Gesellschaft zur Pflege der deutschen Sprache hatte keine passenden Vorschläge.

Blickkontakt und Handzeichen zur Kontaktherstellung mit der Kellnerin

Nun heißt es also, dieses Problem gekonnt zu umgehen und dafür sind vor allem die Restaurantbetreiber gefragt. Am einfachsten löst sich dies, wenn man die Kellnerin gar nicht ruft, sondern nur durch Blickkontakt auf sich aufmerksam macht. Auch ein Handzeichen ist okay, jedoch sollte das Schnipsen auf jeden Fall unterlassen werden.

Auch Namensschilder des Personals eines Restaurants sind empfehlenswert; Vor- und Zuname sind dabei die moderne Variante - ein "Herr" und "Frau" ist da überflüssig. Eine weitere Überlegung ist es, auf dem jeweiligen Tisch ein Schild mit dem zuständigen Kellner bzw. der Kellnerin aufzustellen.

Benimmregeln im Restaurant - So zieht man keine entsetzten Blicke auf sich

Profitipps für ein tadelloses Benehmen im Restaurant

Grüne Oliven in Schale mit Zahnstochern
Olive © sarka - www.fotolia.de

Wer nur selten in einem feinen Restaurant speist, weiß meist nicht wirklich wie man sich am Tisch richtig zu verhalten hat, vor allem wenn es um das Entfernen von Speiseresten aus dem Mund geht. Kommen Oliven oder grätiger Fisch auf den Tisch, sollte man unbedingt auf unappetitliches Herumgespucke verzichten.

Olivenkerne und Fischgräten entfernen

Olivenkerne und größere Fischgräten sollten stets sachte mit dem Mund auf die Gabel transportiert und anschließend auf dem Tellerrand oder in dafür vorgesehene Behältnisse abgelegt werden. Auf keinen Fall sollte man anfangen mit den Fingern die Störenfriede aus dem Mund zu fummeln. Lediglich bei kleinen Gräten ist dies erlaubt, aber auch nur wenn die andere Hand als Sichtschutz davor gehalten wird, so die Berliner Hotel-Souschefin Susanne DeOcampo-Herrmann.

Unappetitliche Fleischstücke umgehen

Sehnige Fleischstücke oder Fetträder gehören keinesfalls auf den Tellerrand und auch nicht in die Serviette. Die Serviette sollte generell nicht zur Entsorgung von Essensresten dienen, meint der Vorsitzende des Deutschen Knigge Verbands Dr. Hans-Michael Klein. Hat man die störenden Essensreste erst einmal im Mund geht man am besten auf die Toilette und entsorgt sie dort unauffällig.

Zahnstocher - erlaubt oder nicht?

Den gleichn Rat gibt Klein für das Entfernen von Fleischresten zwischen den Zähnen. Auch wenn man oft hört, dass diese mit einem Zahnstocher hinter vorgehaltener Hand bei Tisch entfernt werden können, hält er diese Methode für unappetitlich. In diesem Fall sollte man sich lieber einen Zahnstocher nehmen und damit ebenfalls auf die Toilette verschwinden.

Auf keinen Fall aber sollte man bei Tisch versuchen die lästigen Fleischstücke mit der Zunge aus den Zähnen zu pulen.

Gute Manieren und Geschäftsessen - darauf kommt es an

Zwei volle Sektgläser vor bunten Lichtern
two wineglasses © Dmitry Ersler - www.fotolia.de

Die Berliner Etikette-Expertin Nandine Meyden ist Autorin des Lexikon der Benimm-Irrtümer und klärt über das richtige Verhalten zu Tisch bei Geschäftsessen auf. Bei diesen Anlässen wiege das Wort Geschäft mehr als das Wort Essen so die Autorin. Gewisse Benimmregeln könnten so etwaige Entscheidungenim Beruf in der Zukunft bedeuten.

Denn Vorgesetzte oder Geschäftspartner schließen häufig von den Tischmanieren auf Charaktereigenschaften, da das Verhalten bei Tisch einen Teil der Persönlichkeit des Gegenüber offenbart. Wer sich richtig zu benehmen weiß, könne nie einen Nachteil daraus ziehen. Dass fängt zumeist schon bei der Bestellung an. Diese sollte im finanziellen Mittelmaß liegen und sich im Zweifelsfall am Gegenüber orientieren. Alkohol könne auch abgelehnt werden, Mäkeleien seien fehl am Platz.

Laut Meyden sei bei öffentlichen Essen auch die Körperhaltung entscheidend. Gerades sitzen mit Händen im Blickfeld und Ellenbogen unterhalb der Tischkate, könnte man nichts falsch machen. Telefone gehörten nicht an den Tisch. Das Essen an sich sollte so verzehrt werden, dass es immer einen appetitlichen Anblick behält, so die Etikette- Expertin.

Sie rät Ungeübten, sich mit Freunden oder im familiären Kreis auf Geschäftsessen vorzubereiten, damit im Fall der Fälle alles reibungslos läuft und der Ungeübte keinen steifen Eindruck macht.

Mit Niveau peinliche Situationen im Restaurant meistern

Nahaufnahme gedeckter Tisch mit Kaffeetassen, Besteck, Weingläsern und Kerzen
formal dinner setting © Rohit Seth - www.fotolia.de

Peinliche Momente sind keine Seltenheit, wenn die Natur in einem Restaurant ihren Lauf nehmen möchte. Viele Menschen sind sich hier nicht sicher, wie sie in solche Situationen reagieren müssen. Der Gang zur Toilette ist mit den richtigen Worten sicherlich kein Problem. Vor dem Entfernen vom Tisch reicht eine kleine Entschuldigung die keiner genauen Erklärung bedarf.

Leider überfällt der Drang zum Niesen und Husten ganz plötzlich und schnell wird hier zur Serviette gegriffen. Dies gilt als unangebracht. Nach dem Niesen sollte eine Entschuldigung folgen und der Gebrauch von einem Tempo erscheint hier angebracht. Wichtig ist es, sich beim Husten oder Niesen zur Seite zu beugen.

Hat der Gegenüber Reste von Speisen im Gesicht, sollte darauf diskret aufmerksam gemacht werden. Haben sich Speisereste zwischen den einzelnen Zähnen festgesetzt, hilft der Gang auf die Toilette. Hier sind Spiegel zum diskreten Entfernen vorhanden.

Ruhe bewahren

Extrem peinlich wird es, wenn sich Rotwein durch eine ungeschickte Handbewegung auf Tisch und Schoß ergießt. Dies sollte mit Ruhe genommen werden. Kellner oder sonstiges Personal kommen der Bitte um Hilfe gerne nach.

Ein kleiner Wegweiser für gute Manieren zu Tisch

Edel gedeckter Tisch zum Hochzeits Abendessen
wedding tables set for fine dining © Eric Limon - www.fotolia.de

Wenn eine Essenseinladung bei Freunden zu Hause oder in einem Restaurant ansteht, machen sich die wenigsten Menschen Gedanken über die richtigen Manieren am Tisch. Die meisten führen diese auch instinktiv aus, schließlich ist ein gutes Benehmen eine Sache der Höflichkeit und erleichtert zudem das Zusammenleben. Es kann jedoch nicht schaden, sich einmal genauer mit den Regeln zu Tisch zu beschäftigen.

Servietten und Besteck

Eine Serviette ist fester Bestandteil beim Decken des Tisches. Während des Essens wird sie nach der Verwendung auf den Schoß gelegt, um unschöne Mundabdrücke nicht der restlichen Runde präsentieren zu müssen. Wer mal kurz aufstehen muss, legt sie zusammengelegt links neben den Teller.

Beim Besteck muss man wissen, dass dieses von außen nach innen gelegt und so auch verwendet wird. Die Messer liegen dabei rechts, die Gabeln links – ganz außen befindet sich dabei das Besteck für die Vorspeise, über dem Teller das fürs Dessert. Insgesamt liegt Besteck für höchstens vier Gänge auf dem Tisch. Die Gläser stellt man rechts über die Messer – das Wasserglas nach außen, gefolgt vom Weißwein- und Rotweinglas.

Hinweise zum Verzehr der Speisen

Dass man seine Suppe nicht schlürfend verzehren sollte, versteht sich wohl von selbst. Auch pusten sollte man vermeiden. Das Brot wird nicht eingetunkt und die Suppe auch dann nicht getrunken, wenn sie in einer Suppentasse serviert wird. Die Nudeln sollten am Tellerrand eingedreht und dann zum Mund geführt werden, hilfreich ist dabei der Löffel.

Wenn der Salat nicht in mundgerechten Stücken serviert wird, lassen sich die Salatblätter einfach mit dem Messer falten – geschnitten werden sollten sie nicht. Das Besteck wird übrigens im unteren Drittel gegriffen, das Abspreizen des kleinen Fingers sollte man unterlassen. Wer eine kurze Essenspause einlegt, legt das Besteck schräg links auf den Teller ("20-vor-4-Stellung"), wer fertig ist, wählt die spiegelverkehrte Variante ("20-nach-4-Stellung") und gibt dem Kellner somit den Hinweis, dass er abräumen kann.

Bevor man den ersten Schluck seines Getränks nimmt, sollte man warten, bis der Gastgeber dazu auffordert. Angestoßen wird in der Regel lediglich mit Sekt, Champagner und Wein.

Studie: Ist Alkohol wirklich immer Muss?

Nicht-Trinker wenden Strategien an, um nicht als Spielverderber betrachtet zu werden

Mehrere Hände mit Wein und Sekt in Gläsern stoßen gemeinsam an
Celebration. Glasses of champagne and wine in hands. © Konstantin Sutyagin - www.fotolia.de

Es gibt viele gute Gründe, nicht zu trinken:

  • eine ganz persönliche Entscheidung
  • eine religiöse Vorschrift oder
  • eine vorangegangene Suchterkrankung

In jedem Fall fühlen sich Menschen, die keinen Alkohol trinken wollen oder dürfen, in etlichen Situationen in die Ecke gedrängt: Denn Bier, Wein und Co. scheinen gesellschaftlich einfach dazu zugehören. Verständlich, wenn man da nicht als "Spielverderber" da stehen möchte.

Druck und Rechtfertigungszwang

Ein amerikanisches Forscherteam rund um Dr. Lynsey K. Romo vom Department of Communication an der North Carolina State University untersuchte jetzt, wie Betroffene sich in besagten Situationen verhalten.

Für die Studie wurden erfolgreiche Menschen befragt, die nicht trinken. Auffällig viele gaben an, sich unter Druck gesetzt zu fühlen - der Rechtfertigungszwang ist offenbar gerade auch im geschäftlichen Umfeld sehr hoch.

Strategien Betroffener

Dabei entwickelten die Betroffenen eine Vielzahl an Strategien, um die Situation zu meistern. Auffallend: Den direkten Weg, das eigene Nicht-Trinken offen zu erklären, wählten die wenigsten.

Als relativ erfolgsversprechend gelten stattdessen temporäre Erklärungen wie "Ich trinke heute nicht". Auch die Bereitschaft, andere mit dem Auto zu fahren und das Nicht-Trinken so zu erklären, schien bei einigen Betroffenen zur Strategie zu gehören.

Um den Anschein zu wahren und nicht als Alkohol-Gegner zu gelten, hielten nicht wenige zumindest einen Drink in der Hand oder spendierten eine Runde für die Kollegen.

Bedürfnisse von Nicht-Trinkern

Für die Kommunikationsforscherin sind die mannigfaltigen Vermeidungsstrategien ein Beleg dafür, wie wichtig Alkohol im gesellschaftlichen und geschäftlichen Umfeld ist.

Dr. Romo plädiert dafür, dass Arbeitgeber auch nicht-alkoholische Aktivitäten planen. Außerdem sollten die zuständigen Entscheidungsträger stärker die Bedürfnisse von Nicht-Trinkern berücksichtigen, zum Beispiel nicht-alkoholische Drinks zur Happy Hour bereitstellen.

Das richtige Benehmen in der Sauna

Beim Saunieren gelten ähnliche Benimm-Regeln wie in der Bahn oder im Bus, mit der Ausnahme, dass die Anwesenden unbekleidet sind und die Temperaturen etwas höher erscheinen.

Begrüßung, Gespräche und Platzwahl

Wer die Sauna betritt, darf zur Begrüßung gern in die Runde nicken. Auch ein "Hallo" zeugt davon, dass der Saunagast höflich ist.

Sollte er Bekannte ausmachen, wäre es unangebracht, diese in lautstarke Gespräche zu verwickeln beziehungsweise andere Gäste von ihren Plätzen zu verdrängen, um den betreffenden Personen möglichst nahe zu sein. Es wird sich dort niedergelassen, wo ein Platz frei ist.

Hygienische Aspekte

Das Badetuch wird in Deutschland in der Sauna zu hygienischen Zwecken verwendet. Es dient nicht der Verhüllung des Körpers, sondern als Auflage für die Sitzgelegenheit, damit der Schweiß des Saunabesuchers nicht auf das Holz tropft.

Badeanzug und Badehose sind übrigens tabu. Im Ausland gelten eventuell andere Regeln. Man sollte sich vor dem Saunabesuch informieren.

Eine weitere Hygienemaßnahme ist das Abduschen vor der Saunabenutzung sowie vor dem Sprung ins Tauchbecken. Wohl niemand möchte mit dem Schweiß seiner Sitznachbarn in unmittelbare Berührung kommen.

Das Badetuch wird in Deutschand zu hygienischen Zwecken verwendet
Das Badetuch wird in Deutschand zu hygienischen Zwecken verwendet

Handys und feste Zeiten

Das Handy sollte während des gesamten Saunagangs ausgeschaltet sein. Auch im Ruheraum wird es nicht benutzt, weil der Aufenthalt in dieser Räumlichkeit ausschließlich der Erholung dient.

Im Übrigen gelten für einzelne Saunagänge feste Zeiten, so dass jeder Saunabesucher sich auf diese einstellen kann. Wer später erscheint, sollte die Tür zügig schließen. Wer die Kabine vor Beendigung der Aufgusszeit verlässt, macht nicht viel Aufhebens darum und beeilt sich ebenfalls.

Verhaltensregeln in arabischen Ländern

Wichtige Dos und Don'ts im Orient

Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate
Vereinigte Arabische Emirate Flagge © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

Im Vergleich zu den meisten arabischen Ländern gelten bei uns in Deutschland und auch in Europa nur sehr wenige Verhaltensweisen, die jeder befolgt und die auch jeder vom Anderen erwartet. In den arabischen Ländern ist das Verhalten in der Religion, dem Islam, begründet.

Kommt man als Europäer dann in ein solches Land, in dem das Benehmen genauestens geregelt ist, können sehr schnell Missverständnisse entstehen. Um dies zu vermeiden gibt es einige Grundregeln, die man auch als Ausländer befolgen sollte.

Die Begrüßung

Frauen sollten sich bei der Begrüßung zunächst zurückhalten und das Verhalten des Gegenübers abwarten. Männer schütteln sich in der Regel die Hand, aber reichen sie nie die linke Hand, denn diese gilt als unrein.

Weitere Tipps

In Gesprächen, vor allem bei geschäftlichen Meetings, ist es normal wenn der arabische Geschäftspartner das Meeting wegen eines Privattelefonats unterbricht. Bei diesen oder anderen Gesprächspausen sollte man keine Unterhaltung anfangen, die Pausen gehören beim Meeting dazu.

Das Thema Frauen sollte in einem Gespräch nicht aufkommen, auch nicht die eigene Frau oder Tochter soll als Gesprächsstoff dienen. Ein deutliches "Nein", also die klare Ablehnung von etwas, gilt im arabischen Raum als unhöflich und sollte möglichst umschrieben werden.

Asiatische Sitten und Bräuche - für Europäer häufig gewöhnungsbedürftig

Mann mit vietnamesischem, spitzen Hut im Sonnenuntergang
Chapeau vietnamien © Eva Lemonenko - www.fotolia.de

"Andere Länder - andere Sitten" - kaum einer wird dieses Sprichwort nicht irgendwann mal gehört haben. Insbesondere in asiatischen Ländern haben Europäer des öfteren Schwierigkeiten, sich an dort herrschende Gebräuche zu gewöhnen. Angefangen bei der Begrüßung über das Essen bis hin zum Baden - bei den Asiaten wird vieles, was für uns selbstverständlich ist, vollkommen anders interpretiert.

So ist es üblich, sich bei der Begrüßung zu verneigen anstatt sich die Hand zu geben. Beim Essen sollte man es tunlichst vermeiden zu schlürfen und Trinkgeld ist in Cafés und Restaurants eher verpönt als gern gesehen. Weiße Dinge zu schenken ist absolut tabu, symbolisiert die Farbe dort doch den Tod.

Benimmkurse werden in allen Schulen in China eingeführt

Chinas Schüler lernen in Kursen respektvolles Verhalten und wichtige Manieren

Zwei Schüsseln mit chinesischen Nudelgerichten, daneben Stäbchen auf Bastmatte
noodles © Dušan Zidar - www.fotolia.de

Die Chinesen sind bekannt für ihren Fortschritt und ihre Innovationen. Nun hat die chinesische Regierung verfügt, dass an allen chinesischen Schulen sogenannte "Benimmkurse" eingeführt werden. Die chinesische Regierung glaubt, dass ihre Bürger nicht viel Anstand und Manieren haben und sich oft unzivilisiert verhalten. Deshalb ist jetzt bei den chinesischen Schülern auch ein Benimmkurs Pflicht.

Von Tischmanieren bis zur richtigen Selbstdarstellung

In der Grundschule werden den jungen Chinesen dann grundlegende Benimmregeln im Umgang mit Menschen beigebracht, des weiteren der Respekt vor dem Alter und wichtige "Tischmanieren".

Das Bildungsministerium schreibt für die höheren Schulen in China Benimmregeln wie die richtige Kleidung, Instruktionen für eine gute Konversation und die richtige Ausdrucksweise am Telefon, in Briefen oder Mails vor. Den Oberschülern schließlich werden Dinge, wie die richtige Selbstdarstellung und das richtige Warten in einer Schlange gezeigt.

Bisherige Maßregelungen blieben erfolglos

Darüber hinaus unternahm die Regierung Chinas einige Aktionen gegen die sehr beliebte Unart des "Vordrängelns" und "Spuckens" in der Öffentlichkeit. Für die damals in 2008 bevorstehenden Olympischen Spiele gab es von seiten der Regierung strenge Maßregelungen, die jedoch ohne Erfolg blieben.

Bräuche und Sitten weltweit – wer sie kennt, kann Fettnäpfchen vermeiden

Lachende Frau hält bunten Blumenstrauß in Hand, gelber Hintergrund
flowers flowers flowers 25 © Patrizia Tilly - www.fotolia.de

„Andere Länder, andere Sitten“ – mit diesem Spruch sollte man sich bestenfalls befassen, bevor man sich auf den Weg in den Urlaub macht. Wer die Bräuche seines Reiseziels kennt und sich entsprechend zu benehmen weiß, wird peinliche Fettnäpfchen vermeiden können.

China, Japan und Taiwan

Wer in China etwas essen geht, muss sich dabei nicht höflich zurückhalten: schmatzen, schlürfen und mit vollem Mund reden gehört hier zur Tagesordnung. Selbst gleichzeitig zu rauchen stellt hierbei kein Problem dar. Was allerdings niemand gerne sieht, ist es wenn man sich beim Essen die Nase putzt – die Chinesen suchen dafür stets die nächste Toilette auf.

Apropos Toilette: Die Japaner benutzten für den Gang aufs Klo spezielle WC-Schuhe, die es zum Teil sogar auch auf öffentlichen Toiletten gibt. Wer privat bei jemandem zu Besuch ist, wird die Straßenschuhe gegen ein Paar Hausschuhe und vor dem Gang ins Badezimmer entsprechend gegen die WC-Schuhe austauschen.

In Taiwan sollte beim Schreiben auf eine besondere Sitte geachtet werden: Niemals rote Tinte verwenden, es sei denn, man möchte mit dem Empfänger nichts mehr zu tun haben. Die Verwendung von roter Tinte bringt dem Glauben der Taiwaner nach zudem Unglück.

Russland, Tschechien und Polen

Wer in Russland Blumen schenkt, sollte dies mit Bedacht tun: Gelbe Pflanzen sind für die Liebste sicherlich keine gute Idee, steht die Farbe für Eifersucht und Untreue. Zudem sollte stets eine ungerade Anzahl Blumen geschenkt werden, es sei denn, es handelt sich um einen Trauerfall.

Mit Pflanzen geht es weiter: In Tschechien schlagen die Männer an den Ostertagen jungen Frauen ganz leicht mit Weidenruten auf die Waden; dieser Brauch soll Jugend und Gesundheit bringen.

In Polen gibt es eine besondere Sitte im Bereich der Anrede, so werden Frauen und Männer, wenn man sie siezt mit Vornamen angesprochen; man setzt lediglich ein „Pani“ für Frau und ein „Pan“ für Mann davor. Hat man sich besser kennen gelernt, werden Verniedlichungen verwendet: Bei Männern wird ein „-ek“ und bei Frauen ein „-ka“ an den Vornamen angehängt.

Italien, Portugal und Luxemburg

In Italien gibt es vielerlei Aberglauben, die Unglück bringen sollen: Neben der schwarzen Katze auf der Straße ist dies die Zahl 17, zudem sollte man niemals einen Hut oder Schuhe aufs Bett legen, denn ansonsten, so glaubt man, stirbt ein Familienmitglied. Ein aufgespannter Regenschirm nach dem Spaziergang bringt ebenfalls Unglück.

„Einen Kaffee, aber schnell!“ – in Portugal keine seltene Aufforderung an den Kellner. Denn hier gehört der Kaffee zwischendurch zum guten Ton – mindestens drei Mal täglich.

Passend dazu ein Stück Kuchen? Wenn man in Luxemburg ist, dann bekommt man ein Stück Torte ohne Gabel, höchstens ein Messer liegt mit auf dem Teller. Wer nicht schief angesehen werden möchte, sollte diese Form des Kuchenessens einmal ausprobieren.

Österreich ist ein beliebtes Urlaubsland für Araber - "Knigge" für arabische Touristen herausgegeben

Die Hofburg zu Wien, Österreich, davor Fiaker (Kutsche) mit Pferden
Fiaker vor der Alten Hofburg, Wien © pure-life-pictures - www.fotolia.de

Österreich ist Urlauberland, und als solches auch bei Arabern sehr beliebt. Deshalb hat Zell am See-Kaprun eine Broschüre herausgegeben, die eine Art „Knigge“ darstellt. Sie wendet sich dabei speziell an die arabischen Touristen. So heißt es in der Broschüre "Where cultures meet" beispielsweise, dass in den Hotelzimmern nicht auf dem Boden gegessen werden sollte.

Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass die in den Prospekten genannten Preise nicht verhandelbar sind, da es sich dabei um Fixpreise handelt. Da die österreichischen Verkehrsschilder den arabischen Gästen meist unbekannt sind, ist es zuweilen schon zu brenzligen Situationen im Verkehr gekommen. Darum macht die Broschüre auf das regionale Taxi-System aufmerksam.

Die meisten Besucher erhält Österreich zwar aus Deutschland, aber gleich dahinter rangieren die Araber mit über 470.000 Übernachtungen während der Sommermonate. Araber mögen das kühle Klima, das klare Wasser, den See und auch den Schnee.

Benimm-Regeln für Besucher – Berlin gibt Tipps für das richtige Verhalten in der Hauptstadt

Brandenburger Tor beleuchtet, Berlin am Abend
brandenburger tor © Stephen Ruebsam - www.fotolia.de

Das friedliche Miteinander von Besuchern und Bewohnern scheint in manchen Berliner Vierteln gefährdet. Nun versucht die Stadt Konflikte vorab zu entschärfen – mittels einer Broschüre mit Benimmregeln. Diese richten sich allerdings nur an Touristen, die Berliner selbst dürfen bleiben wie sie sind.

Proteste gegen laut feiernde Gäste kennt man nicht nur aus Berlin. Auch in Barcelona gingen diesen Sommer Hunderte Einwohner auf die Barrikaden, nachdem Jugendliche nackt zum Shoppen gegangen waren. Damit solche Exzess ein der Hauptstadt von vornherein unterbunden werden, sollen auswärtige Besucher sich nun an 5 Regeln halten. Bevor sie erfahren, welches Verhalten in der Metropole unerwünscht ist, müssen sie allerdings 1,50 Euro zahlen.

4 Regeln für Besucher

Was Touristen für diesen Preis zu lesen bekommen, könnte man sich mit gesundem Menschenverstand auch umsonst erschließen. Aber immerhin: die Tipps sind humorvoll verpackt.

  1. Neben Müll und Lärm sollten Gäste etwa den Verzehr alkoholischer Getränke in öffentlichen Verkehrsmitteln vermeiden.
  2. Als guten Rat empfehlen die Autoren zudem, auf Wertgegenstände achtzugeben, denn auch Langfinger finden Berlin toll.
  3. Ebenso wie Hütchenspieler, von denen sich der Besucher fernhalten sollte.
  4. Als letzten Punkt erläutern die Benimm-Autoren noch das Phänomen der "Berliner Schnauze", an der Gäste sich gern ein Beispiel nehmen dürfen. Die Einwohner der Hauptstadt würden zwar klare Ansagen machen – aber sie meinen das immer nett. Steht jedenfalls in der Broschüre.

Geschäftsleute sollten in anderen Ländern Sitten und Gebräuche beachten

Wer in fremde Länder reist, tut gut daran, sich vorher über Sitten und Bräuche zu informieren

Nahaufnahme Schüssel mit Reis und Stäbchen auf Bastset
bowl of rice © Suprijono Suharjoto - www.fotolia.de

Wer im Ausland auf Geschäftsreise ist, kann schnell einmal ins Fettnäpfchen treten. Daher ist es sinnvoll, sich zuvor über Sitten und Gebräuche des Reiseziels zu informieren. Darauf weist der Arbeitskreis Umgangsformen International (AUI) hin.

Sitten und Bräuche in Asien

So begrüßt man sich in Japan nicht per Handschlag, sondern mit einer gegenseitigen Verbeugung. Visitenkarten werden beidhändig überreicht. Stäbchen werden dort nicht senkrecht in den Reis gesteckt, dies gilt als Opfergabe.

Auch in China gilt diese Gepflogenheit. Im Reich der Mitte bedeutet lautes Schmatzen, dass das Essen schmeckt.

In Indien und einigen arabischen Ländern gilt die linke Hand als unrein. Dinge, auch Visitenkarten, werden dort nur mit rechts übergeben. In Thailand darf der Kopf nicht berührt werden, da dort die Seele beheimatet ist.

Niederlande, Russland und die Türkei

Da in den Niederlanden viele Blumen wachsen, verbleiben sie als Geschenk im Papier. So zeigt man dem Gegenüber, dass man sie gekauft und nicht gepflückt hat.

Blumen dürfen in Russland nur in ungerader Zahl verschenkt werden, eine gerade Anzahl wird nur beim Kondolieren überreicht. Wer sich begeistert von Skulpturen und Vasen im Büro seines Geschäftspartners äußert, kann in der Türkei damit rechnen, dass er sie als Geschenk erhält.

Österreich

In Österreich zählen Titel mehr als in anderen Ländern. Deshalb werden nicht nur der Doktor und der Professor vor dem Namen genannt, sondern auch das Diplom und der Magister.

Frankreich und die USA

In Frankreich sollte bei der Begrüßung zu einem "Bonjour" immer auch ein "Madame" oder ein "Monsieur" folgen. Das "you" in den USA suggeriert eine Vertraulichkeit, die Deutsche nicht mit einem "Du" verwechseln dürfen.

Den Abend höflich beenden - Beispiele für elegante Rausschmeißer

Der Verlauf eines gesellschaftlichen Abends wird ganz wesentlich von der Art sowie von einem möglichen Programmablauf bestimmt. Zwischen der lockeren Party unter Freunden und Bekannten sowie einer Abendgesellschaft mit Dinner, Mehrgangmenü und anschließender Hausmusikdarbietung des Gastgebers können die Gegensätze kaum größer sein.

Beide Veranstaltungen, beide Abende haben einen Anfang und ein Ende. Während der Anfang mit einer gewissen Zeitspanne zeitlich recht genau terminiert ist, wird das "Open End" oftmals dahingehend zu genau genommen, dass manche Gäste kein Ende finden.

Tipps, wie man Gäste nach einer Party höflich zum Gehen auffordern kann

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Sie haben allesamt für den Gastgeber dieselbe Auswirkung - er möchte die Haustür hinter seinen Gästen schließen, und das möglichst höflich. Das ist nicht immer einfach, aber dennoch machbar, wenn einige bewährte Tipps dabei beachtet werden.

  • Bei einer lockeren Gesellschaft wie Abendparty, Grillabend oder Fete in den Sommermonaten kannscherzhaft, aber unüberhörbar mit dem gemeinsamen Begrüßungstrunk angemerkt werden, dass der Abend spätestens beim ersten Hahnenkrähen beendet ist. Damit steht für die Gäste fest, dass sie sich vor, allerspätestens im Morgengrauen verabschieden sollten.
  • Zu den subtilen Möglichkeiten gehört es, mit zunehmender Dauer die Verfügbarkeit von alkoholischen Getränken zu reduzieren - und zwar sowohl mengenmäßig als auch von der Auswahl her. Der Sekt ist nicht mehr ausreichend gekühlt, und für den Longdrink ist kein Gin mehr vorrätig.
  • Das sichtbare Platzieren von Mineralwasser mit und ohne Kohlensäure, gekühlt oder in Zimmertemperatur, unterbindet die Konsumfreude von Alkohol und ist nicht allzu stimmungsfördernd. Je nachdem, ob die Gäste noch mit dem eigenen Fahrzeug nach Hause fahren möchten, kann das Angebot sogar hilfreich sein.
  • Eine Frage in die Runde, wie viel Taxis zu einer bestimmten Uhrzeit bestellt werden sollen, ist eine höfliche und sorgsame Frage, über die erfahrungsgemäß einige Gäste immer erfreut sind. Sobald das erste Taxi vor der Tür wartet und sich die betreffenden Gäste verabschieden müssen, macht sich eine unausgesprochene Aufbruchsstimmung breit. Keiner spricht sie an, jeder spürt sie, und die Gesellschaft löst sich sukzessive auf.
  • Mit den ersten Aufräumarbeiten zu beginnen, ist eine fast schon rüde Methode. Sie ist die unhöfliche Antwort des Gastgebers auf die umgekehrte Unhöflichkeit der Gäste, alle bisherigen Hinweise und Signale geflissentlich übersehen oder überhört zu haben. Sie ist ein fast sicheres Zeichen dafür, dass die Gäste, wie es genannt wird, noch nicht parkettsicher sein.

Tipps, wie man eine Abendgesellschaft höflich zum Gehen auffordern kann

Doch auch bei einer strukturierten Abendgesellschaft kommt es vor, dass die Gäste untereinander das Zeitgefühl verlieren, sich buchstäblich verquatschen. Das ist an einer größeren Tafel ebenso möglich wie in den verschiedenen Räumen des Hauses oder einer größeren Wohnung. Hier hat der Gastgeber einige wenige Möglichkeiten, die von den gesellschaftlich geschliffenen Gästen erfahrungsgemäß gut verstanden werden.

Zweiter Espresso

Das Anbieten oder Servieren eines zweiten Espresso ist der unausgesprochene Hinweis darauf, dass danach der Abend beendet ist. Der Espresso gehört zu einem Mehrgangmenü oder zum Abendbuffet. Er wird professionell serviert und rundet das Speisenangebot ab.

In einem Restaurant zahlt anschließend der Einladende die Gesamtrechnung. Für die Eingeladenen ist das der Hinweis darauf, dass die Einladung beendet ist. Keiner käme auf die Idee, jetzt noch einen zweiten Espresso zu bestellen.

Bei der privaten Einladung kann dieses Angebot angenommen oder abgelehnt werden. In beiden Fällen wissen die Gäste, dass innerhalb der nächsten zwanzig bis spätestens dreißig Minuten die Einladung ausklingt. Sie sind indirekt und höflich aufgefordert, sich von sich aus zu verabschieden.

Die richtigen Worte finden

Etwas direkter, aber ebenfalls höflich ist es, die Gäste im Imperfekt, in der Vergangenheitsform anzusprechen. Der Gastgeber hat bei einem Umtrunk am späten Abend oder um Mitternacht die Gelegenheit, sich bei den Gästen mit den Worten "Es war schön ...", oder "Wir hatten einen unterhaltsamen Abend ..." zu bedanken.

Was gewesen ist, das ist vorbei. Die Gäste erkennen und hören heraus, dass der Abend zu Ende geht. Wenn jetzt anschließend noch das Angebot eines zweiten Espresso folgt, oder die Frage, ob und wie viel Taxis zu einer bestimmten Uhrzeit geordert werden sollen, dann haben das alle Gäste sowohl akustisch als auch inhaltlich verstanden.

Entscheidend ist, dass der Gastgeber seinerseits die Ruhe und den Überblick bewahrt. Er muss im wahrsten Sinne des Wortes Herr im Hause sein und seine Abendgesellschaft in mehrfacher Hinsicht beherrschen.

Nicht nur im Alltag, auch im Berufsleben bzw. bei der Jobsuche kann man mit gutem Benehmen punkten...

Gutes Benehmen hilft bei der Jobsuche

Einen Job zu finden, ist in der heutigen Zeit nicht immer leicht. Hat man es geschafft, ein Bewerbungsgespräch bei einer Firma zu bekommen, sollte man seine Chancen nicht durch schlechtes oder falsches Benehmen zunichte machen.

Ein Vorstellungsgespräch gehört zu den wichtigsten Momenten bei der Suche nach einem Arbeitsplatz, denn dann entscheidet es sich meist, ob man einen Job erhält oder nicht. Damit man nicht schon im Vorfeld durch Fehler bei den Umgangsformen scheitert, ist es ratsam, einige Benimmregeln zu beachten.

Pünktlichkeit, Höflichkeit und Selbstbewusstsein

Besonders wichtig ist Pünktlichkeit. Auf keinen Fall sollte man unpünktlich oder erst in letzter Minute zu dem Bewerbungsgespräch erscheinen, denn dadurch entsteht der Eindruck, dass man nicht in der Lage ist, pünktlich und zuverlässig zu sein.

Von entscheidender Bedeutung ist mitunter auch der erste Eindruck. So sollte man nicht unhöflich oder zögerlich auftreten. Durch Zögerlichkeit könnte der potentielle Arbeitgeber annehmen, dass man über zu wenig Selbstvertrauen verfügt.

Empfehlenswert ist es, den oder die Gesprächsteilnehmer lächelnd, mit Blickkontakt und einem festen Händedruck zu begrüßen. Mit dem Hinsetzen sollte man stets warten, bis der Gastgeber des Gesprächs einen Sitzplatz anbietet. Beim Sitzen kann man die Füße entweder übereinander schlagen oder auf dem Boden belassen. Die Hände sollten auf die Stuhllehnen gelegt werden.

Für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch sollte man Selbstbewusstsein ausstrahlen
Für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch sollte man Selbstbewusstsein ausstrahlen

Tipps für ein erfolgreiches Gespräch

Bewusstes Ein- und Ausatmen vor dem Beginn des Gesprächs hilft dabei, sich zu entspannen. Während des Gesprächs ist es ratsam, den potentiellen Arbeitgeber nicht zu unterbrechen und ihm gerade in die Augen zu blicken, während er spricht.

Gestellte Fragen sollten möglichst präzise und nicht abschweifend oder unklar beantwortet werden. Sind mehrere Teilnehmer anwesend, empfiehlt es sich, beim Sprechen alle Anwesenden durch Blickkontakt miteinzubeziehen. Ein gelegentliches Lächeln wirkt dabei auf alle Beteiligten positiv. Darüber hinaus sollte man Interesse an dem Unternehmen zeigen, bei dem man sich beworben hat.

Das richtige Maß finden

Wichtig ist natürlich, das richtige Maß zu finden. So ist es kontraproduktiv, wenn man zu energiegeladen oder gar überheblich auftritt, da der potentielle Arbeitgeber den Eindruck bekommen könnte, dass man nur schauspielert.

Auch offensichtliches Einschleimen führt nur selten zum Erfolg, daher sollte man es besser unterlassen. Am Ende des Bewerbungsgespräches ist es üblich, sich für die Einladung und das Gespräch zu bedanken.

Firmenkapital Höflichkeit - Benehmen auf der Arbeit fördert das Betriebsklima

Büromitarbeiter streitet sich mit Chefin
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Werden Menschen an ihrem Arbeitsplatz unhöflich behandelt, dann wirkt sich dies langfristig gesehen negativ auf den ganzen Betrieb aus. Das haben Wissenschaftler der University of South Florida nachgewiesen, wie die Gesundheitszeitschrift Apotheken Umschau berichtet.

Befragungen ergaben, dass Mitarbeiter die sich unhöflich behandelt fühlen, an anderer Stelle auf ähnliche Weise „Vergeltung“ üben. 72 Prozent der Befragten aus dieser Gruppe gaben beispielsweise an, sich anderen Menschen gegenüber abfällig über den Betrieb zu äußern.

40 Prozent arbeiteten ganz bewusst langsamer und hielten wichtige Abgabetermine nicht ein.

Ohne Jackett und Nylons - Wenn's heiß wird im Büro

Rückansicht Geschäftsmann im Anzug sitzt auf Bürostuhl am Meer
day dreaming © Aramanda - www.fotolia.de

Bisher galt für Bankangestellte: nie ohne Krawatte und Jackett, auch nicht im Hochsommer. Die Deutsche Knigge-Gesellschaft möchte dies nun ändern. Auf ihrer Jahreshauptversammlung erklärten die Benimm-Experten, bei hohen Temperaturen sollten Chefs ihren Angestellten erlauben, mit der Kleider-Ordnung etwas lockerer umzugehen.

Frauen sollten auf Nylon-Strumpfhosen verzichten dürfen, so die Knigge-Gesellschaft. Männer könnten auch hemdsärmelig im Büro sitzen, denn wer weniger Kleidung trage, schwitze auch nicht so stark, erklärten die Fachleute für gute Manieren. Die Klimaanlagen müssten dann im Sommer nicht auf Hochtouren laufen. So würden Energie und Kosten gespart. Nun müssen die Vorgesetzten nur noch zustimmen, denn ohne deren Einwilligung verpuffen die Vorschläge der Knigge-Fachleute wirkungslos.

Nur Angestellte mit Kundenkontakt sollten weiterhin auf den Business-Dresscode achten. Auch wenn die Quecksilbersäule die 35 Grad erklimmt, gilt für diese Beschäftigten weiterhin: arbeiten nur mit Krawatte und Jackett. Und die Nylons nicht vergessen.

Darf man fragen, was die Kollegen verdienen? Was verdient eigentlich mein Chef?

Kleine Gruppe im Businesslook bei lockerem Meeting im Büro
good employee attitude © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Was verdienen die Kollegen - mehr als man selbst? Der Vorsitzende der Deutschen Kniggegesellschaft erklärt, dass man sich solche Fragen an seine Kollegen besser verkneifen sollte. Auch den Vorgesetzten zu fragen, was er denn so verdiene, ist völlig unangebracht.

Gerade in Deutschland ist das Gehalt ein Tabuthema. Deshalb wird auch in einem Arbeitsvertrag ausdrücklich auf Vertraulichkeit gesetzt. Warum sind solche Fragen an Kollegen oder Vorgesetzte tabu? Der Experte erklärt, weil wir in einer Neidgesellschaft leben und dann neidisch wären, wenn unsere Kollegen mehr verdienen würden.

In anderen Ländern wäre das nicht so, zum Beispiel in China. Da bekommt man sogar Anerkennung und Lob, wenn man mehr verdient als der Kollege.

Der Experte rät auch zu Verschwiegenheit und Vertraulichkeit, wenn man erfahren würde, dass der Kollege mehr verdient. Man sollte das auf keinen Fall weitererzählen.

Begrüßungsbussi im Büro tabu

In deutschen Büros geht ein Begrüßungs-Bussi gar nicht - im Gegensatz zu mediterranen Ländern

Geschäftsmann im Anzug reicht rechte Hand in die Kamera
Business handshake © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Die deutsche Knigge-Gesellschaft hat sich mit einem aktuellen Phänomen beschäftigt: dem Begrüßungsbussi am Arbeitsplatz. In einem Votum wurde darüber abgestimmt, ob die Küsschen im Job angebracht oder verpönt sind. Die Knigge-Mitglieder waren sich einig: Ein Bussi gehört nicht ins Büro.

Anlass für diese Entscheidung seien Beschwerdebriefe von Arbeitstätigen gewesen, die unfreiwillig mit Bussis im Job empfangen werden. Besonders in den Großstädten hätten viele Menschen unter dieser Geste gelitten und sich hilfesuchend an die Knigge-Gesellschaft gewandt.

Das Problem mit dem Begrüßungs-Bussi

Denn auch wenn einige in dem Bussi den Ausdruck eines entspannten, lockeren Umgang im mediterranen Stil sehen, empfinden andere das Geküsse als nervig oder vermuten gar sexuelle Anspielungen, wenn das Bussi vom anderen Geschlecht kommt.

Doch was in mediterranen Ländern wie Frankreich Gang und Gebe ist, dürfe nicht einfach auf die deutsche Geschäftskultur übertragen werden. Hier ist ein Handschlag die traditionelle Begrüßung und es wird Abstand von rund 60 Zentimetern zwischen beiden Parteien eingehalten. Beim Bussi überschreitet man diesen Abstand und verletze nach Ansicht der Knigge-Gesellschaft die sozial definierte Distanz.

Wie hinterlässt man einen wirklich guten Eindruck am ersten Tag im Büro?

Wer ein paar Grundregeln einhält, dürfte die ersten Tage am neuen Arbeitsplatz weitgehend gut überstehen

Junge Frau am Laptop im Büro
Businesswoman in a office environment © kristian sekulic - www.fotolia.de

Das Bewerbungsgespräch haben sie gemeistert und jetzt stehen sie am ersten Tag des Jobs im Flur und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen? Kein Wunder, denn es wimmelt von Ratgebern für Bewerbungen, doch wie man sich dann an seinem ersten Arbeitstag ein gutes Standing verpasst, das bleibt dann jedem selbst überlassen. Natürlich hat diese Frage ja auch immer viel mit dem jeweiligen Arbeitsplatz zu tun, doch wenn man einige Grundregeln beachtet, wird es einfacher.

Angemessen kleiden

Eine passende Garderobe ist natürlich selbstverständlich. Weder sollte man zu lässig wirken wollen, noch zu verkleidet. Doch gleichzeitig gilt auch: Immer lieber eher overdressed als zu schlampig daherkommen.

Erst einmal zurückhalten

Halten sie sich erstmal zurück, was den Flurfunk angeht. Über Kollegen reden, die man nicht kennt, oder allzu bald derbe Witze reißen, kommt nicht gut an. Erst wenn man "drin" ist, darf man mitmischen.

Zeigen sie sich engagiert, aber vermeiden sie Übereifer. Auch im Job-Alltag gilt: Keiner mag den Klassenstreber.

Hilfreiche Kontakte knüpfen

Versuchen sie sich mit Personen in Schlüsselpositionen gut zu stellen. Das muss nicht der Chef sein, oftmals hat eine Empfangsdame mehr Einfluss als eine ganze Abteilung. Bleiben sie erstmal in der Defensive und checken sie die Gruppendynamiken aus, bevor sie sich positionieren.

Flirts zunächst vermeiden

Wichtig auch: Halten sie sich mit dem Flirten zurück. Besonders wer neu einsteigt, kickt sich schnell ins Aus, wenn er Sex und Arbeit vermischt. Leider gilt das immer noch eher für Frauen als für Männer. Wenn sie als Frau die Sex-Schiene fahren, oder die Naive geben, werden sie schnell für unqualifiziert gehalten.

Weihnachtsfeier-Knigge: welches Verhalten bringt die Karriere nach vorn?

Sechs lachende Freunde in festlicher Kleidung stoßen mit Glas Sekt an
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Heiligabend naht und viele Firmen laden ihre Mitarbeiter zur Weihnachtsfeier. Wer glaubt, dass er bei Punsch und Präsenten ungezwungen Party machen kann, irrt allerdings. Welche Stolperfallen lauern?

Größter Karrierekiller: Alkohol

Die Weihnachtsfeier ist kein Familienfest, bei dem man ungehemmt trinken kann. Unter dem enthemmenden Einfluss von Alkohol ist schnell eine beleidigende Bemerkung gegenüber dem Vorgesetzten rausgerutscht – oder die Hand rutscht auf den Po der Kollegin. Beides verdirbt nicht nur die Stimmung, es kann auch zur Kündigung führen.

Nummer zwei der Gefahrenskala: Kleidung und Tischsitten

Für Firmen ist die Adventsfeier ein Anlass, um den Mitarbeitern für ihr Engagement zu danken. Durch entsprechende Kleidung sollten die Gäste zeigen, dass sie die Einladung zu schätzen wissen. Ein gewagter Party-Dress ist deshalb fehl am Platz, ebenso wie legerer Freizeitlook.

Ein dezentes Auftreten ist außerdem am Buffet gefragt. Besser mehrmals gehen, statt den Teller üppig zu beladen. Wenn am Tisch serviert wird: einfach schauen, welches Glas oder Messer die anderen nehmen.

Vorsicht Fettnäpfchen: heikle Gesprächsthemen

Tod, Sex und Kollegentratsch sind bei betrieblichen Festen tabu. Daneben bietet eine Weihnachtsfeier aber die Chance, sich bei Chef und Vorgesetzten kommunikativ ins rechte Licht zu rücken. Wer seiner Karriere ein Kick verpassen möchte, legt sich ein paar Anekdoten und Themen für den Smalltalk zurecht. Ideal: das geplante Weihnachtsmenü, aktuelle Kinofilme oder der bevorstehende Urlaub.

Selbstbewusstsein im Job – wie Frauen sicherer wirken und ihre Ziele besser durchsetzen

Frauen sollten sich nicht unterkriegen lassen, ihre Anliegen klar formulieren und zu ihrer Meinung stehen

Zwei schwarz gekleidete Frauen in Büro arbeiten am Laptop im Besprechungsraum, eine arbeitet an der Flipchart
schulung 1 © Gernot Krautberger - www.fotolia.de

Im Privatleben gelten andere Regeln als im Job. Viele Frauen neigen allerdings dazu, im Berufsleben ebenso harmoniebedürftig und emotional zu reagieren wie zu Hause. Durchsetzungsfähigkeit und Akzeptanz am Arbeitsplatz lassen sich aber lernen.

Klar kommunizieren

Höflichkeit erfordert meist mehr Worte als eine klare Ansage. Gerade Frauen neigen dazu, ihr Anliegen auszuschmücken oder Forderungen blumig zu umschreiben.

Lassen Sie das! Wer um den heißen Brei herumredet, wirkt unsouverän. Erfahrungen in Firmen mit autistischen Kollegen zeigen: Wenn emotionale Untertöne, indirekte Bitten etc. reduziert werden, profitieren alle Mitarbeiter.

Unterschiede akzeptieren

Jeder sieht die Welt durch seine eigene Brille, und zu jedem Thema gibt es verschiedene Meinungen. Wenn ein Kollege anderer Meinung ist als sie, kann es deshalb lohnen, diese nicht gleich abzuwerten.

Hören Sie aufmerksam zu, filtern sie die positiven Aspekte heraus und überlegen, ob sich daraus eventuell neue Möglichkeiten ergeben. Das ist nicht nur höflicher, es belebt auch die Hirnwindungen.

Ebenso gelassen reagiert man, wenn die eigene Meinung auf Gegenwind stößt. Statt sofort auf Konfrontation zu gehen oder von der persönlichen Überzeugung abzurücken, erklären Sie höflich die Vorteile ihrer Meinung. Wer mutig bleibt und hartnäckig Überzeugungsarbeit leistet, setzt sich am Ende oft durch.

Konflikte zügig klären

Wenn Ärger oder Angst aufwallen, ist es sinnvoll, sich kurz zurückzunehmen. Sobald Sie die Situation für sich geklärt haben, sollten Sie Konflikte aber zügig ansprechen und lösen.

Wer zu schüchtern ist, um Probleme mit Kollegen oder dem Vorgesetzten direkt anzusprechen, überlegt sich am besten vorher, wie er das sein Anliegen offen und respektvoll vorbringen kann. Auch wenn sich nicht sofort eine Lösung zeigt – zumindest ist das Thema dann auf dem Tisch.

Tipp: Manchmal verwässern viele Worte den eigenen Standpunkt. Üben Sie, einfach mal "Nein" zu sagen, ohne sich anschließend zu rechtfertigen oder zu entschuldigen.

Die innere Bremse lösen

Unsicherheit wirkt wie eine innere Bremse. Statt der Angst vor neuen Situationen nachzugeben und unbehaglichen Aufgaben aus dem Weg zu gehen, heißt es: raus aus der Komfortzone. Wer den Mut einmal aufgebracht hat, wird merken, dass es viel einfacher ist als gedacht.

Hilfe annehmen

Ein Kollege bietet ihnen Hilfe an? Dann ist es kein Zeichen von Schwäche, diese auch anzunehmen. Wer seine eigenen Grenzen erkennt und gezielt nach Unterstützung sucht, beweist mehr Rückgrat als Zeitgenossen, die immer alles allein schaffen wollen.

Guter Start in die Ausbildung – diese Fehler sollten Azubis vermeiden

Wer in den ersten Tagen seiner Ausbildung einen guten Eindruck machen möchte, sollte diese Dinge besser nicht tun

Junge Geschäftsfrau im Büro sitzt vor dem Computer
Business woman portrait in an office © Andres Rodriguez - www.fotolia.de

Auf geht es – der Start in die Ausbildung ist mit reichlich Nervosität verbunden. Was kommt da Neues auf mich zu?

Natürlich möchte man einen guten Eindruck machen. Im Betrieb herrschen aber andere Regeln als in der Schule oder zu Hause. Um die ersten Tage stolperfrei zu absolvieren, sollten Azubis deshalb ein paar Dinge beachten.

Bloß nicht hetzen

In der Schule ist Zuspätkommen fast so etwas wie ein Sport. Im Betrieb fällt man schon mit ein paar Minuten Verspätung negativ auf. Auch auf den letzten Drücker keuchend ins Büro zu hetzen, kommt weder bei Kollegen noch Vorgesetzten gut an.

Gerade zu Beginn sollten Auszubildende deshalb extra pünktlich sein. Das heißt: den Weg zur Firma genau kennen und ein paar Minuten Zeitpuffer einplanen.

Ich finde mich schick

Im Schrank hängen lauter tolle Klamotten? Das ist schön, ob Bermudas oder Minirock auch im Büro für Begeisterung sorgen, darf aber bezweifelt werden. Im Supermarkt wirkt dagegen der Anzug deplatziert.

Wenn der Azubi keine Infos zur Kleiderordnung bekommen hat, heißt es deshalb: beim Vorgesetzten nachhaken oder ein zurückhaltendes Outfit wählen. Nach den ersten Tagen weiß man dann, wie der Hase läuft und kann sich entsprechend einkleiden.

Immer online

Das Smartphone ist im Alltag unverzichtbar. Im Job hat es allerdings nichts verloren. Ausbilder reagieren allergisch, wenn Azubis nebenbei twittern oder chatten.

Wer gewohnt ist, regelmäßig auf sein Handy zu schauen, sollte sich deshalb gar nicht erst in Versuchung bringen und das Gerät im Spind lassen. In den meisten Firmen gibt es feste Regeln zum Telefonieren und zur Internetnutzung.

Forsch rangehen

Interesse und Engagement sind die Grundsteine für beruflichen Erfolg. Für Azubis empfiehlt sich aber, zumindest am Anfang zurückhaltend zu sein. Bei den Kollegen kommt es gar nicht gut an, wenn Neulinge ihnen erklären, was sie besser machen könnten. Still in der Ecke sollten sie aber auch nichts sitzen.

Dass Auszubildende nicht sofort alles wissen und können, ist selbstverständlich. Schließlich sind sie zum Lernen im Betrieb. Statt forsch vorzupreschen, sollten sie aber zunächst aufmerksam beobachten und zuhören, wenn ihnen etwas erklärt wird.

Falls sie etwas nicht verstehen, ist Fragen erlaubt. Dabei gilt: der Ton macht die Musik. Also freundlich bleiben und Wichtiges gegebenenfalls in ein Notizheft schreiben. Das signalisiert Interesse und verhindert, dass man die gleichen Dinge mehrfach nachfragen muss.

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Quellenangaben

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Autor:

Marco Stephan - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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