23. März 2011
In einem Behindertenheim sollten Kinder, die unter körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen leiden, ein neues Zuhause finden. Doch zahlreiche Heime werden behinderten Kindern nicht gerecht.
Ein Behindertenheim dient dazu, behinderten Kindern die bestmögliche Betreuung und Pflege zuteil werden zu lassen. Leider werden in verschiedenen europäischen Ländern die Rechte von behinderten Kindern nicht geachtet.
Vor allem in mittel- und osteuropäischen Staaten kam es in der Vergangenheit wiederholt zu schweren Zwischenfällen in Behindertenheimen. So wurden allein in Bulgarien 238 Todesfälle in staatlichen Heimen bekannt. In 149 Fällen starben behinderte Kinder in einem dieser staatlichen Heime aufgrund von angeblichen Unfällen, Infektionskrankheiten, die behandelbar waren, Lungenentzündungen oder Verwahrlosung. Bei den meisten Verstorbenen unterblieb eine Einweisung in ein Krankenhaus.
Doch nicht nur in Bulgarien werden viele Heime behinderten Kindern nicht gerecht, auch in anderen ost- oder mitteleuropäischen Ländern gab es zahlreiche Fälle von Verwahrlosung oder Missbrauch. Viele behinderte Kinder werden in diesen Staaten in Behindertenheimen untergebracht, da die betroffenen Familien von den staatlichen Stellen keine angemessene Unterstützung erhalten. Selbst dann, wenn es nicht zu Verwahrlosung oder Missbrauch kommt, verschlechtert sich meist der Zustand von behinderten Kindern, die in Behindertenheimen untergebracht werden.
Ein großes Problem in diesen Ländern ist, dass es dort keine ausreichende Ausbildung für Sozialarbeiter oder medizinische Fachkräfte gibt. So werden vor allem geistige Behinderungen häufig nicht richtig erkannt und behandelt. Die besonderen Bedürfnisse von geistig behinderten Kindern finden daher keine Berücksichtigung. Die Unterbringung von Kindern mit geistigen Behinderungen in Behindertenheimen gehört in osteuropäischen Ländern nach wie vor zum Standard, was jedoch zur Folge hat, dass sich die Leiden der Kinder dort aufgrund falscher Behandlung meist noch verschlimmern. So verwehrt man ihnen Freizeitaktivitäten und Rehabilitationsmöglichkeiten.
Um die Situation der behinderten Kinder zu verbessern, wurde im November 2010 in der rumänischen Hauptstadt Bukarest bei einem Treffen von Mitgliedsstaaten der WHO-Europaregion eine Erklärung unterzeichnet, in der sich die jeweiligen Regierungen dazu verpflichten für eine verbesserte Gesundheitsversorgung von geistig behinderten Kindern zu sorgen und ihnen eine vollständige Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Darüber hinaus wurde ein Aktionsplan erstellt, durch den behinderte Kinder besser vor Unrecht und Missbrauch geschützt werden sollen. Des Weiteren wird ihre Pflege aus den Heimen in die Kommunen verlagert.
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