10. März 2011
Als Analphabeten bezeichnet man Menschen, die nicht richtig lesen und schreiben gelernt haben. Oftmals wird der Grundstein, ob ein Kind zum Analphabeten wird oder nicht, in der Familie gelegt.
Obwohl in Deutschland Schulpflicht herrscht, stellt Analphabetismus ein zunehmendes Problem dar. Normalerweise werden Lesen und Schreiben bereits in der Grundschule erlernt. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. So kann ein Fünftel aller 15-Jährigen nicht richtig lesen oder schreiben. Schüler, die keine echten Analphabeten sind, drohen zu sekundären Analphabeten zu werden, da sie Lesen und Schreiben oft vermeiden und deshalb das wenige, was sie erlernt haben, wieder verlernen. Besonders groß ist das Problem bei Jungen, weil sie seltener und weniger intensiv lesen als Mädchen. Forscher vermuten, dass die Leseunlust durch das Vorbild der Väter begründet ist. So lesen Väter generell weniger als Mütter. Auch das Vorlesen von Texten und Geschichten vor den Kindern fällt bei Männern weitaus spärlicher aus. Doch gerade das Vorlesen eröffnet Kindern die Welt der Schrift.
Lesen und auch Nichtlesen werden in der Familie vererbt. Vor allem Kinder aus so genannten bildungsfernen Schichten lesen fast nie in einem Buch oder einer Zeitung. Besonders betroffen sind Kinder aus Einwandererfamilien, deren Eltern häufig nur in den Genuss einer einfachen Schulbildung kamen.
Die Stiftung Lesen gelangte zu der Erkenntnis, dass Kinder schon möglichst früh mit Büchern und anderem Lesestoff in Kontakt kommen sollten. Aus diesem Grund startete die Stiftung das Projekt "Lesestart". Bei diesem Projekt handelt es sich um das Verteilen von Sets, die über ein Bilderbuch sowie einen Vorleseratgeber für Eltern verfügen. Außerdem ist ein kleines Tagebuch enthalten, in dem die Eltern notieren können, wie die Entwicklung ihres Kindes verläuft.
Ein wichtiger Schritt vor dem Lesen ist das Vorlesen. Für kleine Kinder ist es unverzichtbar, dass Eltern, Verwandte oder Erzieher ihnen eine Geschichte oder einen Text vorlesen. Dies geschieht jedoch oftmals nicht. Daher rief die Stiftung Lesen einen Vorleseclub ins Leben, dem rund zehntausend freiwillige Helfer angehören, die in Kindertagesstätten, Schulen und Bibliotheken Kindern vorlesen. Darüber hinaus wurde ein Lehrerclub gegründet, an dem etwa 22.000 Lehrer beteiligt sind, die an den Schulen Lesestoff weitergeben. Auch im Internet sollen Kinder vermehrt zum Lesen animiert werden. Zu diesem Zweck wurde ein kostenloses Internet-Portal für Grundschulkinder bereitgestellt.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
18.11.11 | |
![]() | ANALPHABETISMUS |
01.10.09 | |
![]() | ANALPHABETISMUS |
28.08.09 | |
![]() | ANALPHABETISMUS |
27.06.09 | |
![]() | ANALPHABETISMUS |
03.03.09 | |
![]() | ANALPHABETISMUS |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Analphabetismus Forum


In den Beiträgen werden Arbeit und Organisationsform verschiedenster Alphabetisierungsinstitutionen vorgestellt,...