Trinkgeld - Zweck und Hinweise zur Trinkgeldhöhe

Mini-Sonnenliege auf Sand, daneben Gelscheine - Urlaubsgeld

Angemessene Trinkgeldhöhe hierzulande sowie im Ausland

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  • von Paradisi-Redaktion

Ist man mit der Leistung des Servicepersonals, beispielsweise im Restaurant oder auch im Hotel besonders zufrieden, ist es hierzulande angebracht, sich mit einem Trinkgeld erkenntlich zu zeigen. Einen festgelegten Beitrag gibt es in diesem Zusammenhang nicht, allenfalls ein paar Richtlinien, an die man sich halten sollte - bei schlechtem Service wiederum sollte man seine Unzufriedenheit dem Personal auch mitteilen. Informieren Sie sich über die angemessene Trinkgeldhöhe hierzulande sowie im Ausland.

Trinkgeld: Definition und Zweck

Möchte man eine Service- oder Dienstleistung besonders honorieren, wie zum Beispiel beim Besuch in einem Restaurant, wenn man mit Essen und/oder Bedienung besonders zufrieden war, so vergibt man Trinkgeld. Es handelt sich dabei stets um eine freiwillige Zahlung; sie wird nicht vorausgesetzt, gilt jedoch unter der Mehrheit als angemessen.

Das Trinkgeld muss jedoch abgegrenzt werden vom so genannten Bedienungsgeld bzw. Bedienungszuschlag. Dieses bzw. dieser ist im Endpreis bereits enthalten.

Ziel und Zweck ist es, dem Personal zu verdeutlichen, dass man in Sachen

  • Freundlichkeit
  • Service
  • Schnelligkeit oder etwa
  • Qualität (z.B. des Essens)

nichts zu bemängeln hat.

Was man zum Trinkgeld wissen muss

Sich für ein Trinkgeld zu entscheiden ist nicht immer einfach - das sollte man dazu wissen

Kellnerin im Restaurant trägt drei Teller mit Speisen
Waitress is carrying three plates © MNStudio - www.fotolia.de

Viele Menschen fragen sich, wie viel Trinkgeld sie Kellnern, Hotelbediensteten oder Friseuren geben sollen. Gerade im Urlaub gibt dieses Thema immer wieder Anlass zu Diskussionen. Dabei sind vor allem zwei Dinge zu beachten:

  1. Jeder sollte nur dann etwas geben, wenn er auch wirklich mit dem Service zufrieden ist
  2. Der Gast sollte sich auf sein Gefühl verlassen. Wenn er sich gut bedient fühlt, kann er dies auch mit einer finanziellen Zuwendung zeigen

Andere Länder, andere Sitten

In Deutschland gelten fünf bis zehn Prozent als angemessen. Ähnlich ist es in Spanien, Frankreich, Österreich und Portugal. Bei Kartenzahlung sollte das Trinkgeld immer in bar gegeben werden.

In den USA ist das Trinkgeld die Haupteinnahmequelle von Servicekräften. Dort erhalten Angestellte nur ein geringes Grundgehalt ausgezahlt. Daher sollte dort das Trinkgeld 15 bis 20 Prozent des Rechnungsbetrages ausmachen.

Es gibt, auch ein Zeichen der Globalisierung, kaum noch ein Land auf der Welt, in dem es als ehrenrührig gilt, den Bediensteten ein Trinkgeld zu zahlen. Lediglich in Skandinavien ist es nicht üblich, einen zusätzlichen finanziellen Obolus zu entrichten.

Die gesetzliche Regelung

Auch der Gesetzgeber hat sich seine Gedanken über das Trinkgeld gemacht. So heißt es in der Gewerbeordnung: "Trinkgeld ist ein Geldbetrag, den ein Dritter ohne rechtliche Verpflichtung dem Arbeitnehmer zusätzlich zu einer dem Arbeitgeber geschuldeten Leistung zahlt." Und da in Deutschland fast alles geregelt ist, gilt auch, dass diese Beträge einkommenssteuerfrei sind.

Wie viel Trinkgeld ist in Deutschland angemessen?

Trinkgeld ist eine Form der Anerkennung, durch welche man sich für bestimmte Serviceleistungen bedankt. Es kann dabei in vielen Bereichen des Dienstleistungssektors gegeben werden.

In diesem Zusammenhang ist es nicht nur wichtig zu wissen, in welchen Bereichen die Vergabe von Trinkgeld üblich ist, sondern auch, wie hoch dieses dann im Einzelfall ausfallen sollte. Wie viel Trinkgeld ist also in verschiedenen Situationen hier in Deutschland angebracht?

Im Lokal

In Lokalen, also beispielsweise

stellt der übliche Trinkgeldbetrag um die 5-10 Prozent des Gesamtpreises dar. Dabei gilt die Faustregel, dass je höher der Gesamtbetrag ist, desto niedriger auch der prozentuale Trinkgeldanteil ausfällt. Bei einer Großrechnung in einem Restaurant von 100 Euro ist deshalb auch die Gewährung eines Trinkgelds in der Höhe von 5 Euro angebracht.

Bei Kleinbeträgen empfiehlt es sich wiederum, auf die nächste halbe beziehungsweise ganze Zahl aufzurunden. Bei einem Getränk, welches 2,10 Euro kostet, kann deshalb direkt auf 2,50 Euro aufgerundet werden.

Beim Hotel-Service

Beim Service in Hotels gibt es einen solchen prozentualen Maßstab nicht. Stattdessen sollte man die Höhe des Trinkgelds von der Hotelkategorie und der Leistung des Services abhängig machen. Wird beispielsweise das Gepäck vom Zimmerservice auf das Zimmer getragen, dann kann dieser Dienst mit einem Betrag von bis zu fünf Euro entlohnt werden.

Zimmermädchen können nach längeren Aufenthalten wiederum mit fünf Euro bedacht werden, sobald diese auch zufriedenstellend gearbeitet haben. Für andere Gefälligkeiten und Services des Hotelpersonals, beispielsweise die Bestellung eines Tickets, kann ebenso ein kleines Trinkgeld von ein bis zwei Euro gegeben werden.

In Hotels gehobener Klase sind folgende Richtlinien zu empfehlen:

  • Der Zimmerservice erhält zwei bis fünf Euro pro Lieferung
  • Zwei Euro Trinkgeld pro Gepäckstück sind bei An- sowie Abreise üblich
  • Bei Bereitstellung von Karten für ausverkaufte Events durch den Hotel-Concierge ist die Vergabe von 10 Euro Trinkgeld nicht selten
Beim Hotelservice gibt es keinen prozentualen Maßstab
Beim Hotelservice gibt es keinen prozentualen Maßstab
An der Garderobe

Auch an der Garderobe freut man sich über Trinkgeld. Hier sollte einem eine freundliche Bedienung sowie das dazugehörende Lächeln 50 Cent wert sein. Bei mehreren Kleidungsstücken sowie abhängig vom Veranstaltungsort und der Art des Events sind auch bis zu zwei Euro angebracht.

Im Taxi

Ein weiterer Klassiker des Trinkgeldsektors ist das Taxi. Hier greift ebenso die Faustregel, dass Trinkgelder um die 10 Prozent angebracht sind.

Allerdings sind Trinkgelder bei Taxifahrten keine so große Verständlichkeit, wie es beim Restaurantbesuch der Fall ist. Die Vergabe des Trinkgelds kann deshalb von

  • der Streckenlänge
  • der Freundlichkeit des Fahrers und
  • dem Verhalten des Fahrers

abhängig gemacht werden. Insgesamt gibt es noch eine Vielzahl weiterer Situationen, in welchen das Geben von Trinkgeld angebracht sein kann. Auch hier kann sich dann an der fünf bis zehn Prozent-Regel gehalten werden, mit welcher eigentlich nie etwas falsch gemacht werden kann. Allerdings sollte nie vergessen werden, dass Trinkgeld eine freiwillige Entlohnung ist, welche auch entsprechend zufriedenstellende Leistungen voraussetzt.

Trinkgeldhöhe bei Urlaub im Ausland

Eine Reise ins Ausland stellt den Touristen vor eine Vielzahl von Hindernissen. So will man nicht durch falsches oder unangemessenes Verhalten auffallen und kennt doch nur selten jene Regeln, welche hierfür nötig wären. Doch wie verhält es sich diesbezüglich mit dem Trinkgeld, welches eine klassische Stolperfalle bei jedem Auslandsaufenthalt ist?

Insgesamt gestaltet sich die Trinkgeldvergabe von Land zu Land verschieden. Bevor man deshalb seinen nächsten Urlaub antritt, sollte man sich zunächst einmal über diesen Aspekt informieren, damit man sich nicht nur peinliche Situationen, sondern manchmal auch etwas Geld sparen kann.

Im Ausland ist zum Teil Trinkgeld Bestandteil des Lohnes und deswegen Pflicht
Im Ausland ist zum Teil Trinkgeld Bestandteil des Lohnes und deswegen Pflicht

Belgien und Italien

Im Nachbarland Belgien muss man sich zunächst einmal überhaupt keine Sorgen machen. Hier sind die Trinkgelder nämlich bereits im Preis enthalten. Wer die Serviceleistung außergewöhnlich gut fand, kann natürlich trotzdem noch ein zusätzliches Trinkgeld gewähren.

In Italien verhält sich die Trinkgeldvergabe ähnlich wie hierzulande. So greift auch hier die zehn Prozent-Regel, welche auf Restaurants, Bars und Cafés angewandt werden kann.

Eine Ausnahme stellen in diesem Zusammenhang lediglich die Taxifahrer dar. Diese erhalten in der Regel kein Trinkgeld und erwarten dementsprechend auch keines.

Dänemark und Frankreich

Ganz einfach gestaltet sich das Ganze wiederum in Dänemark. Hier dürfte die Vergabe von Trinkgeld nur für Verwirrung sorgen, da in diesem skandinavischen Land Trinkgeld überhaupt nicht üblich ist.

Besonders tief in die Tasche sollten Urlauber in Frankreich greifen. Hier werden um die 15% Trinkgeld erwartet.

Dabei ist es wichtig, das Trinkgeld nicht bei der Abrechnung persönlich zu übergeben. Stattdessen lässt man das Trinkgeld vor Verlassen des Lokals einfach auf dem Tisch liegen.

England, Spanien und Portugal

Besucher Großbritanniens sollten bei der Trinkgeldvergabe besonders aufmerksam sein. So kann beim Besuch eines Restaurants darauf geachtet werden, ob auf der Rechnung ein Posten namens "Service Charge" erscheint. In einem solchen Fall ist das Trinkgeld bereits im Rechnungsbetrag enthalten und eine weitere Vergabe somit überflüssig.

Erscheint dieser Posten allerdings nicht, dann ist ein Trinkgeld um die 10% üblich. Eine Ausnahme bilden dabei allerdings klassische englische Pubs. In diesen würde das Gewähren von Trinkgeld eher einer Provokation gleichkommen, weshalb man hier bei jeder Runde einfach den genauen Rechnungsbetrag zahlt.

In den klassischen Urlaubsländern Spanien und Portugal sind Trinkgelder von maximal 15% üblich. Diese lässt man dann ebenso wie in Frankreich einfach auf dem Tisch liegen.

Urlaub und ein angemessenes Trinkgeld

Viele Urlauber sind sich etwas unsicher in welcher Höhe sie im Urlaubsland Trinkgeld geben sollen. Hier bestehen tatsächlich je nach Land einige Unterschiede und können doch etwas verwirren. In Dänemark ist es üblich, dass kein Trinkgeld von den Servicekräften erwartet wird, dagegen in Frankreich zwischen 10 und 15% der Gesamtzeche.

Dort gilt übrigens auch die Regelung das Trinkgeld nur auf den Tisch zu deponieren und nicht persönlich in die Hand zu geben. Der ADAC gibt hinsichtlich des Trinkgeldes im Ausland den Tipp, dass, je weiter man sich in den Norden von Europa begibt, desto geringer das Trinkgeld ausfällt. Gibt man Trinkgeld, dann empfiehlt es sich zudem lieber einen Schein statt Münzen zu geben, da diese nicht immer in der Landeswährung umgetauscht werden können.

Mit Trinkgeld gewappnet für den Urlaub

Eine Übersicht für Trinkgelder vor Urlaubsantritt ist lohnenswert um sich Peinlichkeiten zu ersparen

Junger Mann auf Fenstersitz in Flugzeug, schaut aus dem Fenster in den Himmel, junge lächelnde Frau unscharf daneben
Leaving on a jet plane © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Der Sommer hat gerade seinen Höhepunkt erreicht und die Sommerferien brechen auch gerade in den einzelnen Bundesländern aus. Wer wird da nicht von den vielen unterschiedlichen Urlaubsangeboten angelockt?

Trinkgeld-Erwartungen sind in jedem Land unterschiedlich

Der Flug oder die Fahrt sind hinter sich gebracht und man steht am Flughafen. Ein Taxi ist schnell gefunden und schon geht es ab zum Hotel. Dem Taxifahrer eben noch schnell 10% Trinkgeld gegeben, falls er sich als zuverlässig erwiesen hat und dann schnell im Hotel einchecken und das Zimmer bewundern.

Doch nicht so schnell: Andere Länder andere Sitten. Je nach Urlaubsland können ganz unterschiedliche Trinkgelder anfallen, meist zwischen 10 - 15%. Damit Sie nicht in eine verlegene Situation geraten, hier eine Übersicht zu den einzelnen Ländern und ihren Trinkgeld-Erwartungen:

Übliche Regelungen in europäischen Ländern

  • In Frankreich auch unter dem Begriff "le pourboire" bekannt, gibt man für gewöhnlich 10-15 Prozent im Restaurant oder Café. Man lässt es einfach auf dem Tisch liegen. Im Hotel ist man nicht verpflichtet zusätzlich Geld zu geben. Der Taxifahrer ist mit 10% gut bedient.
  • Weiter südlich in Spanien oder Portugal werden ebenfalls 10-15 Prozent Trinkgeld liegengelassen, wobei man hier auf 2 oder 5-Centstücke verzichten sollte, da man dies als Beleidigung ansehen könnte. Das Geld im Taxi wird einfach aufgerundet.
  • In Italien hingegen ist ein Trinkgeld eher unüblich, da im "coperto" für das Decken des Tisches und das Brot schon zusätzliche Kosten enthalten sind. Dennoch kann man bei sehr guter Bedienung ein paar Münzen dalassen. In Espressobars sind teilweise auch kleine Sparschweine oder Teller für eine kleine Spende vorzufinden. Das Zimmermädchen bekommt rund 5 Euro pro Woche und im Taxi wird wie in Spanien auch aufgerundet.
  • In Österreich ist man im Restaurant oder Taxi 5-10% Trinkgeld gewohnt. Den Kofferträger sollte man auch nicht vergessen. Er bekommt üblicherweise 1 Euro pro Gepäckstück. Dem Zimmermädchen gibt man das Geld persönlich bei etwa 1-2 Euro pro Tag.
  • Es geht weiter nach Griechenland. In einem Restaurant gibt man hier etwa 10 Prozent. In einer Taverne reicht schon 1 Euro. Dem Zimmermädchen überreicht man ein par Münzen am Abreisetag persönlich. Wer sich im Taxi unsicher ist, rundet einfach auf.
  • Als nächstes steht die Türkei auf dem Reiseplan. Hier wird kein Trinkgeld als sehr unhöflich empfunden. Deswegen legen Sie am besten 10% Trinkgeld bei. Sind Sie über die Dienstleistung besonders zufrieden, können sie z.B. auch noch eine Zigarette anbieten. Natürlich freuen sich die Zimmermädchen oder Kofferträger auch auf eine kleine Aufmerksamkeit von bis zu einem Euro. Im Taxi kann man wie gewohnt aufrunden.
  • Ägypten steht auch auf dem Reiseplan. Hier reichen im Restaurant 10-15 Prozent. Zimmermädchen/Gepäckträger und andere Dienstleister bekommen hier bis zu einem Euro.
  • Auf geht es nach Großbritannien. Dort gibt man in der Gastronomie 10-15 Prozent. In Irland dagegen reichen schon 10 Prozent aus. Neben des eigentlichen Betrages kann noch der "service charge" auf der Rechnung stehen. In diesem Fall brauchen Sie nicht ganz so viel Trinkgeld geben. Im Pub dagegen gibt man kein Trinkgeld. Will man sich dennoch dankbar zeigen, kann man dem Barkeeper einen Drink ausgeben. Die Kofferträger kommen mit ihrem einen Pfund auch nicht zu kurz. Im Taxi heißt es auch wieder aufrunden.

Höhere Trinkgelder in den USA

Wen es etwas weiter wegträgt, z.B. in die USA oder Kanada muss mit etwas mehr Trinkgeld rechnen. Hier zählen 15 - 20% zur Gewohnheit und das nicht nur im Restaurant, sondern auch beim Pizzaservice. Hier wird besonders viel Wert darauf gelegt, da das Trinkgeld hier zum festen Bestandteil des Lohns gehört. Kofferträger bekommen 1-2 US-Dollar pro Gepäck bzw. Zimmermädchen für eine Nacht. Im Taxi sind 15% Trinkgeld angebracht.

Auffassung als Beleidigung in fernöstlichen Ländern

Japan und China tanzen da etwas aus der Reihe. Trinkgeld gehört hier nicht zur Gewohnheit. Ganz im Gegenteil. Es wird sogar als Beleidigung angesehen, insofern Sie sich nicht in einem internationalen Hotel befinden. In China wird dies aber z.B. in den Touristenzentren wieder wett gemacht. Hier bekommt das Servicepersonal 10 Prozent und der Reiseleiter 1 Dollar. Der Service in Japan wird mit kleinen Geschenken oder 1-2 Dollar belohnt.

Jetzt kann Sie bezüglich des Trinkgeldes nichts mehr in Verlegenheit bringen, also auf in den Urlaub!

Trinkgeld darf keine Zwangsabgabe sein - strengere Regeln für Pauschalreisen gefordert

Passagierflugzeug bei Abflug von unten mit Blick in Himmel
aeroplane © Eray Haciosmanoglu - www.fotolia.de

Ob Kellner oder Taxifahrer, Zimmermädchen oder Stadtführer – guter Service verdient gute Entlohnung. Wer ein Restaurant besucht oder sich die Sehenswürdigkeiten des Landes zeigen lässt, ist deshalb gern bereit ein Trinkgeld zu geben. Es sollte nur freiwillig sein.

Ausgerechnet Veranstalter von Pauschalreisen drängen ihre Kunden jedoch zunehmend zu Zwangsabgaben. Häufig wird das Trinkgeld sogar in den Reiseunterlagen eingefordert. Zusätzlich zum angeblichen Festpreis. Kreuzfahrt-Anbieter präsentieren etwa Tabellen mit länderspezifischen Service-Entgelten, andere Veranstalter weisen ihre Kunden darauf hin, dass im Ausland zwischen sieben und 15 Euro täglich als Trinkgeld fällig werden - gern auch als Pauschale an die örtliche Reiseleitung, die das Geld dann an die Mitarbeiter verteilt.

Die Urlauber fühlen sich entsprechend geneppt. Verbraucherschützer fordern deshalb, dass die EU diese Praxis in den neuen Pauschalreiserichtlinien unterbindet. Nur so ließe sich verhindern, dass Veranstalter ihre Reisen durch niedrige Personalkosten künstlich billig machen, um die Urlauber dafür später versteckt zur Kasse zu bitten.

Den Kunden empfehlen sie, die Vertragsdetails bereits bei der Buchung genau zu prüfen. Sonst entpuppt sich der vermeintlich günstige Festpreis nachträglich als Kostenfalle. Oder der Reisende riskiert, vom Servicepersonal wie Luft behandelt zu werden.

10% Trinkgeld sind angemessen, allerdings nur bei gutem Service

Egal welche Dienstleistung man auch in Anspruch nimmt, es stellt sich immer wieder die Frage, wie viel Trinkgeld man dem Kellner, dem Taxifahrer oder dem Friseur geben muss.

In Deutschland keine Verpflichtung

Müssen tut man in diesem Fall gar nichts, zumindest hierzulande nicht. Allerdings ist es dennoch üblich, einen gewissen Prozentsatz der Rechnung als zusätzliches Trinkgeld zu zahlen. 10% des Rechnungsbetrags sind als Trinkgeld angemessen, das sagt zumindest der Knigge.

Aufstockung geringer Gehälter

Bei Dienstleistern, bei denen das Trinkgeld aufgrund des geringen Gehalts zum Lebensunterhalt beiträgt, wie etwa bei Kellnern oder auch Taxifahrern, darf es auch ruhig mal etwas mehr sein, vorausgesetzt man war mit dem Service zufrieden. Das Trinkgeld ist heutzutage schließlich vor allem Eins: eine Art Belohnung für die Mühen eines Dienstleisters und dessen guten Service.

Tipps, um mehr Trinkgeld zu bekommen

Wer als Servicekraft ein gutes Trinkgeld bekommen möchte, muss natürlich dafür sorgen, dass Service und Leistung stimmen. Ist man sich dessen sicher, gibt es zudem ein paar Tipps, die einem dabei helfen können, die Trinkgeldhöhe noch ein wenig zu erhöhen. Zu den möglichen Ratschlägen, die man diesbezüglich befolgen kann, zählen - je nach Art des Services - :

  • ein ehrliches Lächeln
  • Freundlichkeit
  • Hilfsbereitschaft
  • in der Nähe des Tisches zu bleiben
  • eine kurze Berührung des Gastes, z.B. an der Schulter
  • die Vorstellung mit Namen
  • die Wiederholung der Bestellung
  • einen Smiley oder eine Sonne auf die Rechnung malen
  • eine kleine Schokolade, die man der Rechnung beilegt

Natürlich sind nicht alle Tipps bei sämtlichen Gästen anwendbar. Eine kurze Berührung seitens der Kellnerin beispielsweise wrid vermutlich bei einem männlichen Gast deutlich besser ankommen, als bei einer älteren Dame etc. Eine aufgemalte Sonne wiederum dürfte bei einem Geschäftsmann enbeso wenig gut ankommen.

So gibt's mehr Trinkgeld von den Gästen in der Gastronomie

Kellner, welche die Bestellung ihrer Gäste wörtlich wiederholen, können auf ein höheres Trinkgeld rechnen.

Wissenschaftler vermuten schon länger, dass eine einfache Imitation des Verhaltens soziale Gefühle fördert. Niederländische Forscher haben das nun tatsächlich mit Kellnerinnen nachweisen können, berichtet die Apothekenzeitschrift Gesundheit.

In den Niederlanden ist – wie in Deutschland – der Service im Preis inbegriffen. Das Trinkgeld drückt die Zufriedenheit des Gastes aus. Und diese variierte eindeutig: Kunden, deren Wünsche wörtlich wiederholt wurden, gaben häufiger Trinkgeld als die restlichen Gäste – und sie gaben mehr: Im Durchschnitt rund doppelt so viel.

Beim Trinkgeld sind 90 Prozent der Deutschen spendabel

Reader's Digest machte in Österreich und in Deutschland eine Umfrage, über das Trinkgeldverhalten der Menschen.

Dabei kam man zu dem Ergebnis, dass 90 Prozent der Deutschen, wenn sie mit dem Service und Essen zufrieden sind, auch ein Trinkgeld geben. Die Österreicher sind dabei etwas zurückhaltender, denn dort geben nur 72 Prozent der Leute ein Trinkgeld. Warum dies so ist, liegt wahrscheinlich an der Macht der Gewohnheit, denn wenn in einem Land weniger gegeben wird, so wird der Kellner selber, wenn er privat ausgeht, auch weniger geben.

Aber eines haben die Österreicher und Deutschen gemeinsam, denn in ihren jeweiligen Hauptstädten wird das meiste Trinkgeld gegeben.

Männer sind großzügiger als Frauen

Eine neue Studie eines Marktforschungsunternehmens ergab jetzt, dass Frauen im Bezug auf Trinkgeld geiziger sind als Männer. Zum Beispiel geben in Hotels 81 Prozent der weiblichen Hotelgäste höchstens einen Euro Trinkgeld pro Übernachtung; 34 Prozent der Herren zahlen sogar mindestens zwei Euro.

Spekulationen, warum dies so sein könnte gehen in die Richtung, dass Männer einfach gerne bezahlen und Frauen zu viel für Kleidung ausgeben. Die Umfrage ergab zudem, dass Männer unter 29 Jahren genauso geizig sind wie Frauen im Allgemeinen - das ist nicht verwunderlich, denn die so genannten "Best-Ager" verfügen nun mal über das meiste Geld. Das wenige Trinkgeld der Frauen könnte demnach auch an ihrem durchschnittlich niedrigeren Einkommen liegen.

Was tun, wenn Essen/Service schlecht waren?

Wer kennt diese Situation nicht. Nach einem eher mäßigen bis schlechten Essen in einem Restaurant kommt es zur Abrechnung durch den Kellner. Während des Bezahlens überlegt man sich nun, ob denn dem Kellner ein Trinkgeld gegeben werden soll, obwohl man doch eigentlich überhaupt nicht zufrieden war. Doch wie verhält man sich am besten in so einer Situation, wo doch eigentlich das Gewähren von 5-10% des Endpreises als Trinkgeld üblich ist?

Zunächst einmal muss leider betont werden, dass selbst Knigge Regeln hierzu keine einheitliche Regelung vorsehen. Stattdessen sollte die Frage, ob denn überhaupt Trinkgeld gegeben werden sollte, von einigen Faktoren abhängig gemacht werden.

Wie groß waren die Mängel?

Dies wäre zunächst die Frage, wie unzufrieden man denn selber überhaupt war. Kleine Mängel sollten sich nicht auf das Geben von Trinkgeld auswirken. Schließlich macht jeder im Arbeitsalltag einmal Fehler, weshalb diese auch verzeihlich sein sollten.

Anders schaut es da schon bei größeren Nachlässigkeiten oder Mängeln aus. Auf diese kann dann aber nicht nur mit einer Negation des Trinkgelds reagiert werden. Stattdessen kann der Kellner oder die Küche direkt auf diese angesprochen werden.

Wie viel Trinkgeld wäre normalerweise angebracht?

Darüber hinaus hängt die Trinkgeldvergabe auch von der Höhe des angebrachten Trinkgelds ab. Bestellt man lediglich ein Getränk, dann kann das Trinkgeld auch schon einmal weggelassen werden, wenn es nur einen kleinen Kritikpunkt gab. Handelt es sich wiederum um zahlreiche Getränke oder Gerichte einer großen Runde, dann sollte sich zweimal überlegt werden, ob das Trinkgeld zurückgehalten werden sollte.

Wird in einem solchen Fall nämlich überhaupt kein Trinkgeld gewährt und man zahlt auf den Cent genau, dann erscheint dies wie eine provokante Geste. Diese ist wiederum nur dann gerechtfertigt, wenn man mit dem Service oder der Küche überhaupt nicht zufrieden war.

Im Zweifelsfall kann in diesem Zusammenhang auch einfach auf den nächsten vollen Betrag aufgerundet werden. Aus 84,74 Euro wird dann eben 85 Euro, was zwar nicht die übliche Trinkgeldmenge darstellt, dem Kellner aber zumindest das Suchen nach dem passenden Kleingeld erspart.

Wie hat sich der Kellner verhalten?

Letztlich kann die Gewährung des Trinkgelds auch noch vom Kellner selbst abhängig gemacht werden. Ist dieser freundlich und bemüht, dann ist ein Trinkgeld eigentlich angebracht.

Schließlich kann der Kellner nichts dafür, wenn beispielsweise die Gerichte der Küche minderwertig ausfallen. In einem solchen Fall kann man die häufig gestellte Frage, ob es denn einem geschmeckt habe, einfach verneinen, statt kein Trinkgeld zu geben.

Grundinformationen und Hinweise zu Trinkgeld

  • Trinkgeld - Zweck und Hinweise zur Trinkgeldhöhe

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Urlaubsgeld © Andre Bonn - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: White Paper Notes © Giraphics - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: tips at hotel © ChenPG - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Money - Euro banknotes - Euros © c - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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