4. Mai 2011
Brauhäuser sind traditionelle Gaststätten, welche auch entsprechend eng mit den Bräuchen und Gewohnheiten der jeweiligen Region in Verbindung stehen. Ebenso verhält es sich auch bei der Kölschen Brauhauskultur, in welche viele Elemente der rheinischen Küche und Trinkkultur eingeflossen sind. Doch was sollte man als Außenstehender unbedingt wissen, um sich auch in einem kölschen Brauhaus ohne Probleme zurechtzufinden?
Ein zentraler Begriff der kölschen Brauhauskultur ist der Köbes. Beim Köbes handelt es sich um einen Kellner, welcher sich jedoch durch einige Eigenschaften auszeichnet. Zum einen trägt ein Köbes stets eine blaue Schürze und zumeist auch ein blaues Hemd. Darüber hinaus führt er keinen Geldbeutel, sondern eine umgeschnallte Geldtasche mit sich. Hierdurch entsteht auch das typische Klappern der Münzen beim Gang des Köbes. Darüber hinaus liegt es auch in der Art des Köbes, dem Gast stets ein neues Bier ohne eine vorherige Bestellung zu bringen, sobald das vorherige leer ist. Sollte man hingegen kein Bier mehr wollen, dann muss lediglich der Bierdeckel über das Glas gelegt werden. Hierdurch signalisiert man dem Köbes, dass kein Bier mehr gewünscht wird. In einem solchen Fall wird sich der Köbes aber nach einiger Zeit erkundigen, ob man denn zahlen wolle. Der Begriff Köbes lässt sich auf die gleichnamige Bezeichnung früherer Brauereigehilfen zurückführen. Diese mussten dann häufig auch dabei helfen, das Bier in der Gaststätte auszuschenken. Im Laufe der Zeit wurden deshalb dann auch die Kellner so betitelt, obwohl es sich bei diesen eigentlich überhaupt nicht um Köbesse handelte.
Neben dieser Besonderheit der Trinkkultur sollte ein Gast im Rheinland aber auch ausreichend über die Rheinische Küche informiert sein. Eine beliebte Mahlzeit ist in diesem Zusammenhang der Halver Hahn. Hierbei handelt es sich um ein Roggenbrötchen, welches zusammen mit Käse, Zwiebelringen, Butter und zumeist auch Senf serviert wird. Beim Halver Hahn handelt es sich somit um eine deftige Brotzeit, welche nichtsdestotrotz zu erschwinglichen Preisen angeboten wird. Eine weitere Besonderheit, auf welche in vielen Brauhäusern dieser Region gestoßen werden kann, ist der Rheinische Sauerbraten. Hierunter versteht man einen geschmorten Braten, welcher über etwa eine Woche in einer Marinade aus Essig, Suppengrün, Wein und weiteren Zutaten eingelegt wurde. Dieses mehrtägige Marinieren sorgt nicht nur für den typischen Geschmack dieses Sauerbratens, sondern auch dafür, dass das Fleisch mürbe und somit weicher wird.
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