1. Juni 2009
Von Viola Reinhardt
Wer einen Balkon oder Garten besitzt, kann jedes Jahr ein Lied davon singen: Schädlinge halten sich schadlos an Salat und Co und zerstören oftmals innerhalb kürzester Zeit die mühevolle Aufzucht. Doch nicht immer muss man den Plagegeistern gleich mit chemischen Waffen zu Leibe rücken, denn auch mit milden Mitteln lassen sich die gefräßigen Gesellen vertreiben.

Am häufigsten, aus Sicht der Gärtner, zeigen sich die Nacktschnecken als größte Plage. Kaum regnet es, kriechen sie freudig herbei und fressen und fressen. Der Fachhandel hält für diese Schädlinge wirksame Produkte bereit, allerdings beinhalten diese den großen Nachteil, dass dadurch auch wertvolle natürliche Gartenhelfer, wie etwa Regenwürmer, dabei vernichtet werden. Ökologisch sinnvoller ist es den Nacktschnecken mit natürlichen Mitteln entgegenzutreten. Bierfallen aus einem Pappbecher, der bis zur Hälfte mit Bier gefüllt und anschließend in den Boden eingegraben wird, sind sehr hilfreich, wobei dann auch die Schnecken aus Nachbarsgarten nicht lange auf sich warten lassen werden. Hier helfen dann unter Umständen so genannte Schneckenzäune, die aus nach hinten gebogenen Blechen bestehen, die von den Schnecken nicht überwunden werden können. Auch Pflanzungen aus Kapuzinerkresse und Senf halten die Schädlinge ab, weil sie von dem Geruch vertrieben werden. Diese Pflanzen gibt es auch als Präparate zum Besprühen der anderen Gewächse, was ebenfalls diesen Effekt auslöst.
Blattläuse hingegen können mit einer Jauche aus Brennnesseln vertrieben werden. Hierfür sollte man frische Brennnesseln ernten, mit kochendem Wasser übergießen und diesen Sud für zwei bis sechs Wochen ruhen lassen. Nach dieser Zeit, in der man die Jauche immer wieder einmal umrühren sollte, heißt es den Sud durch ein Sieb geben und diesen aufzusprühen. Da dieser starke Geruch nicht jedermanns Sache ist, kann man sich auch ganz natürlicher Helfer bedienen. Marienkäfer und Schlupfwespen lieben Blattläuse und gerade die Wespe greift sich auch die Weiße Fliege. Auch die Florfliege, Blattlausfliege, Gallmücken oder Raubwanzen ernähren sich von Blattläusen und zählen somit zu den Nützlingen im Garten. Man muss diese Nützlinge nun nicht fangen und versuchen diese an die Blattläuse zu bringen, denn der Fachhandel verkauft inzwischen Larven dieser Tiere und erleichtert damit das Einbringen in das eigene Gartenparadies.
Generell kann man sich die Nützlinge auch durch eine geschickte Auswahl der Pflanzen in den Garten oder auf den Balkon locken. Blühende Wildformen von Sträuchern und Blütenpflanzen, wie etwa der Liebstöckel, Astern oder auch Petersilie, verführen die Nützlinge zum Landen, denn durch den Geruch werden sie fast schon widerstandslos. Der Vorteil: Man hat nicht nur eine bunte Insektenvielfalt in seiner Nähe, sondern vor allem auch Ruhe vor den Schädlingen, die einem den Garten durchaus verleiden lassen können. Dank der natürlichen Helfer jedoch, kann man auch diesen Sommer alles in voller Pracht genießen.
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