Ungeziefer und Schädlinge - Merkmale, Lebensraum und Gefahren unterschiedlicher Arten

Marienkäfer spaziert über ein Blatt, an der Pflanzen haften lauter Läuse

Schädlinge können zu Schäden an Nahrungsmitteln, Pflanzen oder Textilien führen - mitunter sind sie auch schädlich für die menschliche Gesundheit

Unter Ungeziefer versteht man Tiere oder Insekten, die dem Menschen Schaden zufügen. Typische Schädlinge sind zum Beispiel Motten, Käfer, Wanzen und Mäuse.

Als Schädlinge oder Ungeziefer werden Lebewesen bezeichnet, die unterschiedliche Schäden verursachen. Dabei kann es sich um die Zerstörung von

handeln. Manche Schädlinge stellen sogar eine Gefahr für die Gesundheit des Menschen dar.

Arten von Schädlingen

Bei Schädlingen handelt es sich um Lebewesen, die sich in der Nähe des Menschen aufhalten und den gleichen Lebensraum beanspruchen wie er. Meist handelt es sich dabei um Insekten.

Aber auch einige Säugetierarten wie Mäuse und Ratten können Schäden anrichten.

Da Ungeziefer unterschiedliche Schäden verursacht, teilt man es in verschiedene Kategorien ein. So gibt es

  • Vorratsschädlinge wie Motten und Käfer
  • Pflanzenschädlinge wie Schnecken und Blattläuse
  • Forstschädlinge
  • Holzschädlinge
  • Schädlinge in der Wohnung wie Mäuse und Wanzen sowie
  • Gesundheitsschädlinge.

Agrar- und Forstschädlinge leben in der freien Natur, meist abseits von menschlichen Siedlungen. In großen Populationen können sie Kahlfraß an Feldfrüchten, Bäumen oder Nutzpflanzen verursachen.

Vorratsschädlinge leben vorwiegend in menschlichen Haushalten. Sie ernähren sich von unter anderem Lebensmitteln, bestimmten Textilien oder Möbel- bzw. Bauholz. Durch die Verunreinigung von Lebensmitteln oder Exkremente können einige Schädlinge auch Krankheiten auslösen oder übertragen. Es ist daher wichtig, einen Schädlingsbefall schnell zu erkennen und Maßnahmen zur Beseitigung einzuleiten.

Manche Schädlinge können auch in mehreren Kategorien vertreten sein. Eine weitere Unterart stellen die Lästlinge dar.

Darunter versteht man Tiere, die eigentlich keine Gefahr darstellen, aber von den Menschen als lästig angesehen werden. Während die Lästlinge - unter anderem Kellerasseln, Fliegen, Läuse oder Mücken - also vom Menschen nur als störend empfunden werden, können Schädlinge größere finanzielle oder gesundheitliche Schäden verursachen.

Im Folgenden gehen wir genauer auf die unterschiedlichen Arten der Schädlinge sowie deren Erkennungsmerkmale ein.

Vorratsschädlinge

Als Vorratsschädlinge gelten Lebewesen, die in erster Linie Lebensmittelvorräte befallen. Dabei richten sie vor allem Fraßschäden an. Selbst in der heutigen Zeit fallen zwischen 10-20 Prozent der weltweiten Ernte Vorratsschädlingen zum Opfer.

Darüber hinaus wird auch die Qualität der Lebensmittel durch das Ungeziefer beeinträchtigt. So büßen die Nahrungsmittel u.a. wichtige Vitamine und Proteine ein.

Mehlmotte

Zu den verschiedenen Mottenarten, die zu den Vorratsschädlingen gezählt werden, gehört die Mehlmotte (Ephestia kuehniella). Sie erreicht eine Größe von etwa 14 Millimetern.

Mehlmotten gehören zur Familie der Zünsler. Die winzigen Falter mit graubraunen Flügeln werden nur rund zwei Wochen alt, legen aber in dieser Zeit mehrere Male Eier ab, sodass während einer warmen Saison einige Generationen Mehlmotten als Schädlinge aufwachsen.

Sie sind in ihren Bewegungen äußerst träge und können deshalb gut gejagt und erbeutet werden. Die Motten legen ihre Eier in lose verpackte Lebensmittel.

Motten sind meist graubraune winzige Falter
Motten sind meist graubraune winzige Falter

Wie der Name "Mehlmotte" schon erahnen lässt, befallen die Schädlinge am liebsten Mehl. Aber auch

stehen auf ihrem Speiseplan. Zu erkennen ist der Befall der Nahrungsmittel an den Gespinsten der Mehlmotten-Raupen.

Da Lebensmittel, die von Mehlmotten in Mitleidenschaft gezogen werden, nicht mehr zu gebrauchen sind, bleibt nichts anderes übrig, als sie zu entsorgen. So bewirkt der Stoffwechsel der Mehlmotten-Raupen, dass sich gesundheitsschädliche Schimmelnester bilden.

Bekämpfung

Um diesen Schädling zu bekämpfen, sind mehrere Maßnahmen notwendig.

  • Die befallenen Räume oder Schränke müssen gründlich gereinigt werden.
  • Alle Lebensmittel sollten luftdicht und fest verpackt sein. Gut geeignet sind Plastikbehälter.
  • Zusätzlich schützen Fliegengitter an den Fenstern vor dem Einfall von erwachsenen Faltern.

Gegen die Larven werden Schlupfwespen eingesetzt. Diese dringen in die Eier und Larven ein und vernichten sie.

Der Fachhandel bietet so genannte Mottenkarten mit Schlupfwespen an, die bei Befall ausgelegt werden. In großen Getreidelagern, Mühlen oder Großbäckereien werden Brackwespen zur Vernichtung der Mehlmottenlarven eingesetzt.

Dörrobstmotte

Eine weitere Mottenart stellt die Dörrobstmotte (Plodia interpunctella) dar. Diese wird 7–9 Millimeter lang und verfügt über eine hellgraue Färbung. Ihre Vorderflügel sind kupferrot und weisen blaugraue Querbinden auf.

Man findet die Dörrobstmotte auf der ganzen Welt. Man kennt sie auch unter den Bezeichnungen Hausmotte oder Vorratsmotte.

Trotz ihres Namens ernährt sich die Dörrobstmotte keineswegs nur von getrockneten Früchten. So werden auch

nicht von ihr verschmäht. Die Dörrobstmotte ist sogar in der Lage, verschlossene Lebensmittelpackungen zu befallen. Dabei bohrt sie ein Loch in die Verpackung, durch das sie dann ins Innere eindringt.

Nach dem Auswachsen der Dörrobstmotten suchen diese sich Lebensräume, die nur schwer zugänglich sind. Dazu gehören vor allem

  • Ritzen
  • Lochleisten
  • Regalbretter und
  • Verkleidungen.

Wurden Lebensmittel von der Vorratsmotte befallen, sollten diese entsorgt werden, da es zur Bildung von Schimmelnestern kommen kann. Eine konkrete Gesundheitsgefahr durch versehentlichen Verzehr besteht jedoch normalerweise nicht. Um die Dörrobstmotte zu bekämpfen, verwendet man Pheromonfallen und Schlupfwespen.

Die unterschiedlichen Mottenarten haben verscheidene Ernährungsweisen
Die unterschiedlichen Mottenarten haben verscheidene Ernährungsweisen

Kleidermotte

Im Unterschied zu anderen Mottenarten ernährt sich die Kleidermotte (Tineola bisselliella) nicht von Lebensmitteln, sondern von Kleidungsstücken. So benötigen die Larven der Kleidermotten das Protein Keratin, das in Tierhaaren vorkommt.

Die 7 Millimeter großen Schädlinge befallen daher

Außerdem platzieren die Kleidermotten ihre Eier am liebsten auf Kleidungsstücken, die mit Speiseresten, Schweiß, Urin oder Kot verunreinigt sind. Mitunter greifen die Kleidermotten-Raupen auch auf Baumwolle, Leinen oder Kunststoffe zurück, die von ihnen zwar gefressen, aber nicht verdaut werden.

Bemerkbar macht sich ein Kleidermottenbefall durch Löcher und kahle Stellen an den betroffenen Kleidungsstücken. Doch auch Teppiche sind vor den Schädlingen nicht sicher.

Kleidermotten fressen Löcher in Kleidungsstücke - am liebsten in Wolle und andere Naturfasern
Kleidermotten fressen Löcher in Kleidungsstücke - am liebsten in Wolle und andere Naturfasern
Bekämpfung

Als wichtigste Maßnahme zur Bekämpfung der Kleidermotten gilt regelmäßiges Staubsaugen. Außerdem ist es wichtig, dass man seine Kleidungsstücke kontrolliert. Eine klassische chemische Bekämpfungsmethode ist der Einsatz von Mottenkugeln oder Mottenpapier.

Gespenstische Mottengebilde in den Bäumen

Baum mit Gespinsten von Gespinstmotten
Gespinste im Baum © Frank Optendrenk - paradisi.de

Zurzeit sieht man in Deutschland an vielen Orten Bäume, die gespenstig mit Mottennetzen überzogen sind, wobei die Raupen der Gespinstmotte verantwortlich sind. Meistens finden wir dieses Phänomen bei bestimmten Wildgehölzen, wie beispielsweise dem Weißdorn und den Weiden, aber auch in den Kirsch-, Apfel- und Pflaumenbäumen könne diese Netze vorkommen, was zwar nicht den Bäumen direkt schadet, doch kann dadurch aber die Ernte bis zum Totalausfall betroffen sein.

Aus diesem Grunde sollten Besitzer von Obstbäumen schon frühzeitig diese Gespinste entfernen, denn später sind die Raupen gegen Pflanzenschutzmittel durch das Netz gut geschützt, wie Stefanie Hahn sagt, die Sprecherin des Bundesforschungsinstituts für Kulturpflanzen, auch Julius Kühn-Institut genannt und im Jahr 2008 in Braunschweig gegründet. Befallene Triebe sollte man abschneiden und dementsprechend entsorgen. Aber Ende Juni sind die Netze verschwunden, denn dann haben sich die Larven zu Puppen gebildet.

Brotkäfer

Neben Motten gelten auch zahlreiche Käferarten wie der Brotkäfer (Stegobium paniceum) als Vorratsschädlinge. In Europa ist der Brotkäfer weit verbreitet und lebt bevorzugt in Gebäuden.

Der rotbraune Käfer hält sich am liebsten im Verborgenen auf und erreicht eine Länge zwischen 1,75–3,75 Millimetern. Die 5 Millimeter langen Larven des Brotkäfers haben Ähnlichkeit mit den Maikäferlarven.

Der Brotkäfer zählt zu den häufigsten Schädlingen in Haushalten. Sogar in Drogerien und Apotheken ist er zu finden. Seine Verbreitung erfolgt zumeist über Lebensmittel, Kräuterteemischungen oder Gewürze.

Da der Brotkäfer mit dem Gewöhnlichen Nagekäfer verwandt ist, verfügt er über die Fähigkeit, kleine Löcher zu schaffen. Sogar Abdichtungen aus Silikon oder Plastikfolie vermag er zu durchdringen. Besonders aktiv sind Brotkäfer im Februar, Juni und September.

Trotz der Bezeichnung "Brotkäfer" hat der Vorratsschädling einen reichhaltigen Speiseplan. So ernährt er sich von

  • Getreide
  • Backwaren
  • Nüssen und
  • Tierfutter.

Aber auch

  • stärkehaltige Nahrungsmittel
  • Schokolade
  • getrocknete Früchte
  • Hülsenfrüchte
  • getrocknetes Pflanzenmaterial
  • Kaffee
  • Kakao und
  • Tabak

verschmäht er nicht. Selbst Leder, Bucheinbände und Fotos sind vor ihm nicht sicher.

Für gesundheitliche Schäden durch den Brotkäfer gibt es allerdings keine Hinweise. Auch Krankheiten werden durch ihn nicht übertragen.

Kornkäfer

Beim Kornkäfer (Sitophilus granarius) handelt es sich um einen Rüsselkäfer. Er zählt zu den am häufigsten vorkommenden Getreideschädlingen in Europa. Als typische Merkmale gelten seine Mundwerkzeuge, die die Form eines Rüssels haben.

Der flugunfähige Käfer weist eine dunkelbraune bis schwarze Färbung auf und wird zwischen 2,5 und 5 Millimeter lang. Ein Verwandter des Kornkäfers ist der Reiskäfer.

Entwickelt werden die Larven des Kornkäfers in Getreidekörnern. Dabei höhlen sie das Korn von innen aus. Je nach Temperaturen kann sich ein Kornkäfer in einem Zeitraum zwischen 1,5 und 6 Monaten entwickeln.

Wie der Name schon vermuten lässt, werden vom Kornkäfer vor allem Getreidekörner wie

befallen. Darüber hinaus bevorzugt er

  • Mais
  • Reis
  • Teigwaren
  • Buchweizen
  • Mehl
  • Schrot
  • Kleie und
  • Eicheln.

Im Unterschied zu den Larven befallen die ausgewachsenen Kornkäfer die Körner von der Außenseite. Als besonders gefährdet für einen Kornkäferbefall gilt Getreide aus biologischem Anbau.

Durch die Aktivität der Kornkäfer können Folgeschäden wie Milben und Schimmelpilze auftreten. Krankheiten werden durch den Vorratschädling jedoch nicht übertragen.

Mehlkäfer

Ein weiterer Vorratsschädling ist der Mehlkäfer (Tenebrio molitor), der der Familie der Schwarzkäfer angehört. Die 10–18 Millimeter langen Käfer kommen auf der ganzen Welt vor.

Besonders häufig findet man den Mehlkäfer in Bäckereien, da er sich am liebsten von Mehl, Backwaren und Getreideprodukten ernährt. In der heutigen Zeit treten größere Mehlkäfer-Befälle allerdings nur noch selten auf.

Erkennen lässt sich ein Befall mit Mehlkäfern daran, dass das Mehl verklumpt ist und einen muffigen Geruch hat. Außerdem büßt das Mehl seine Backfähigkeit ein.

Da das Mehl zudem Larven, Insektenhäute und Kot enthält, muss es entsorgt werden. Unter Umständen kann es durch die Larven der Mehlkäfer zur Übertragung des Zwergbandwurms auf den Menschen kommen.

Stubenfliege

Zu den bekanntesten Vorratsschädlingen gehört die Stubenfliege (Musca domestica), die auch als Große Stubenfliege oder Gemeine Stubenfliege bekannt ist. Zu ihren Verwandten zählt die Kleine Stubenfliege, die sich bevorzugt von pflanzlichen Abfällen ernährt.

Besonders verbreitet ist die 7–8 Millimeter lange Große Stubenfliege in Häusern, Ställen oder in der Nähe von Abfallansammlungen. Als Brutstätte nutzt der Schädling Komposthaufen oder Bio-Mülltonnen.

Schon nach einem Tag kommt es zum Ausschlüpfen der gliederlosen Maden aus den Fliegeneiern. Über die Haut ernähren sich die Maden von Abfallstoffen. Nach 2–3 Wochen werden aus den Maden Stubenfliegen.

Stubenfliegen gelten als besonders lästig, da sie um den Menschen hin- und herfliegen, auf der Haut herumkrabbeln und Verunreinigungen hinterlassen. Außerdem besteht die Gefahr, dass sie Lebensmittel, die offen herumstehen, verderben.

Des Weiteren gelten sie als Krankheitsüberträger. So können durch sie Infektionskrankheiten wie

übertragen werden. Grund für die Übertragungsgefahr ist die Vorliebe der Stubenfliegen für Körperausscheidungen wie Kot und Schweiß sowie für eiternde Wunden. Aber auch verwesende Körper von Tieren und Menschen nutzen sie als Nahrungsquelle für die Ablage ihrer Eier.

Da die Population der Stubenfliegen durch ihre natürlichen Feinde reduziert wird, gilt eine großräumige Bekämpfung der Schädlinge als unnötig. Empfohlen werden stattdessen ausreichende Hygienemaßnahmen.

Eine chemische Bekämpfung von Fliegen ist meist unnötig bei ausreichenden Hygienemaßnahmen
Eine chemische Bekämpfung von Fliegen ist meist unnötig bei ausreichenden Hygienemaßnahmen

Pharaoameise

Auch Ameisen wie die Pharaoameise (Monomorium pharaonis) können zu den Schädlingen gehören. Die ca. 2 Millimeter große Ameise stammt ursprünglich aus tropischen Gefilden und wurde im Jahr 1901 nach Deutschland eingeschleppt.

Die Bezeichnung "Pharaoameise" stammt daher, weil man diese Art erstmalig auf den Mumien der ägyptischen Pharaonen entdeckte. Da die Pharaoameise hierzulande nur an warmen Orten überleben kann, ist sie auf Gebäude angewiesen, in denen stets eine höhere Raumtemperatur herrscht.

Dabei handelt es sich zumeist um Treibhäuser, Bäckereien, Großküchen und Krankenhäuser. Aber auch in privaten Wohnungen ist die Pharaoameise zu finden.

Zu den Stellen, die die Pharaoameise bevorzugt, gehören die warmen Hinterseiten von Kühlschränken, Gefriertruhen, Wasserbereitern oder Herden. Um sich zu verbreiten, wandern die Pharaoameisen durch Heizungs- oder Lüftungsschächte.

Auf dem Speiseplan des Schädlings stehen

Aber auch auf Blut und Menschenfleisch greifen sie im Notfall zurück. So kriechen sie in Krankenhäusern unter Wundverbände, weil sie das Blut anlockt. Da sie sehr klein sind, können sie zudem medizinische Instrumente wie Katheter oder Kanülen befallen und verunreinigen.

Dies stellt ein ernstes Problem in den Kliniken dar, denn durch die Pharaoameise ist auch die Übertragung von Krankheiten möglich. Mitunter dringen die Ameisen sogar in Computer ein, was zu Systemabstürzen oder sogar Elektrobränden führen kann.

Bekämpfung

Die Pharaoameisen wirksam zu bekämpfen, ist nicht so leicht. So gelten Insektizide nur als wenig effektiv, denn die Ameisenkönigin im Nest sorgt rasch wieder für neuen Nachwuchs.

Aus diesem Grund geht man gegen die Pharaoameisen meist mit Fraßgiften vor. Gelangen diese ins Nest, sterben auch die Königin und ihre Brut.

Pflanzenschädlinge

Als Pflanzenschädlinge werden Schädlinge bezeichnet, die Pflanzen wie Kulturpflanzen befallen.

Auf einen Blick: Typische Ungeziefer-Arten im Garten und auf dem Balkon

Da will man gemütlich den Garten oder den Balkon genießen, sich an den schönen Pflanzen erfreuen und dann nistet sich Ungeziefer ein. Diese ungebetenen Gäste können einem die Freude wirklich verleiden.

Gerade den Pflanzen können bestimmte Schädlinge großen Schaden zufügen. Da gibt es Blattläuse, Schildläuse, Wollläuse und auch Spinnmilben können das gesunde Gedeihen der Pflanzen beeinträchtigen oder sogar dafür sorgen, dass die Pflanzen absterben. Bei all der Mühe, Zeit und Geld, welches man investiert hat, ist das mehr als ärgerlich.

Blatt- und Schildläuse

Es gibt verschiedene Arten von Blattläusen, sie sitzen in Kolonien und bevorzugen junge Triebspitzen. Sie schwächen die ganze Pflanze und da sie sich rasant vermehren, können sie sogar ganze Kulturen vernichten.

Neben der Blattlaus macht die Schildlaus unseren Pflanzen auf dem Balkon und im Garten zu schaffen. Sie bildet ebenfalls Kolonien und passt sich farblich ihrer Umgebung an. Meist merkt man erst spät, dass die Pflanze befallen ist.

Die Schildlaus saugt den Saft aus Nadeln und Blätter und schwächt damit die ganze Pflanze. Oft erkennt man erst an dem so genannten Honigtau, eine klebrige Substanz aus den Ausscheidungen der Schädlinge, dass die Pflanze erkrankt ist. Dieser Honigtau zieht auch Ameisen an, die sich davon ernähren.

Lausbefall bei Pflanzen ist der häufiste Fall im Garten
Lausbefall bei Pflanzen ist der häufiste Fall im Garten
Wollläuse und Spinnmilben

Wollläuse sehen ein bisschen aus wie kleine Watteknäuel. Auch sie hinterlassen durch ihre Ausscheidungen einen klebrigen Honigtau auf der betroffenen Pflanze.

Sie saugen ebenfalls den Saft aus den Blättern. Das Wachstum der befallenen Pflanze wird gehemmt, Triebe verkümmern, Knospen fallen ab und die Blätter vergilben.

Spinnmilben gehören zu den Spinnentieren. Sie sitzen zumeist an der Blattunterseite und schwächen die Pflanze ebenfalls indem sie den Saft aussaugen. Je stärker der Befall, desto mehr kann man den Verfall der Pflanze beobachten.

Raupen, Fruchtfliegen und Wanzen

Auch Raupen, Fruchtfliegen oder bestimmte Wanzenarten können die Pflanzen schädigen. Doch nicht alles, was im Garten kriecht und fleucht, zählt zu den Schädlingen; manches Ungeziefer ist durchaus nützlich oder stellt einen natürlichen Feind für Schädlinge dar.

Schnecken

Schnecken sind ein häufiger Feind von Nutzpflanzen in Garten und Wohnung
Schnecken sind ein häufiger Feind von Nutzpflanzen in Garten und Wohnung

Schnecken (Gastropoda) gelten als gefräßigste Pflanzenschädlinge. Sie gehören zu den Weichtieren und umfassen mehrere unterschiedliche Arten. So können sie zwischen 0,5 Millimeter und 75 Zentimeter lang werden.

Schnecken sind zum Leidwesen von Hobbygärtnern oft im Garten zu finden. Doch auch Zimmer- und Kübelpflanzen können von ihnen befallen werden.

So befinden sich im Substrat oft Schneckeneier, aus denen schließlich der Schneckennachwuchs schlüpft. In den Pflanzentöpfen fühlen sich die Schnecken sehr wohl.

Da es sich bei ihnen um nachaktive Lebewesen handelt, werden sie meist erst dann bemerkt, wenn Schäden an der betroffenen Pflanze auftreten. Bemerkbar machen sich die Fraßschäden durch angefressene Blattränder sowie glatte Löcher in den Blättern.

Bekämpfung

Um die Schnecken von den Kulturpflanzen zu vertreiben, besteht die Möglichkeit, sie einzeln aufzusammeln, was jedoch ziemlich mühselig ist. Als effizienter gilt dagegen die Verwendung von etwas Schneckenkorn, das sich auch im Garten einsetzen lässt. Neues Schneckenkorn basiert auf Eisensulfat und gilt daher im Unterschied zu älteren Sorten als unbedenklich.

Blattläuse

Zu den am häufigsten vorkommenden Pflanzenschädlingen gehören Blattläuse (Aphidoidea). Die kleinen Pflanzenläuse werden maximal 7 Millimeter lang und verfügen über einen Strechrüssel.

Als Hauptnahrungsquelle dient ihnen der kohlenhydratreiche Pflanzensaft. Von den Blattläusen wird ein klebriger Belag auf die Blätter oder Stängel abgesondert, der wiederum Rußtau oder weitere Schimmelpilze auf der Pflanze hervorrufen kann.

Nicht selten leben die Blattläuse in einer Symbiose mit Ameisen, die an den süßlichen Exkrementen der Pflanzenschädlinge interessiert sind. Dafür sorgen sie für den Schutz der Blattläuse vor deren Fressfeinden wie Marienkäfern.

Bekämpfung

Das Bekämpfen von Blattläusen ist nicht weiter schwierig. Bei einem leichten Befall genügen meist biologische Mittel, um sie wieder loszuwerden.

Führen diese nicht zum Erfolg, muss auf chemische Pflanzenschutzmittel zurückgegriffen werden. Eine Alternative ist das Einsprühen der Pflanze mit einer Lösung aus Spiritus und Schmierseife.

Blattläuse zu bekämpfen ist nicht ganz einfach und oft nur chemisch möglich
Blattläuse zu bekämpfen ist nicht ganz einfach und oft nur chemisch möglich

Schildläuse

Ebenfalls Pflanzenläuse sind Schildläuse (Coccoidea). In Mitteleuropa kommen ca. 90 der insgesamt 3000 Schildlausarten vor. Schildläuse erreichen eine Körperlänge zwischen 0,8 und 6 Millimetern.

Genau wie bei den Blattläusen besteht ihre Ernährung aus Pflanzensaft. Ein typisches Merkmal der Schildläuse sind ihre Schutzschilder. Diesen dienen ihnen zum Schutz vor ihren Feinden. Kommt es auf einer Pflanze zu einer zu großen Population an Schildläusen, besteht die Gefahr, dass Teile der Pflanze geschädigt werden und absterben.

Da die Schildläuse durch ihren Schild vor konventionellen Spritzmitteln geschützt sind, bedarf es zu ihrer erfolgreichen Bekämpfung systemisch wirkender Mittel wie Metasystox oder Rogor. Diese töten die Schildläuse ab, die nach einer Weile von der Pflanze abfallen.

Forscher entschlüsseln Erbgut des Pflanzenschädlings "Falscher Mehltau"

Einem internationalen Forscherteam um den Frankfurter Biologen Maco Thines ist es gelungen, die Nutzpflanzenkrankheit "Falscher Mehltau" zu bekämpfen. Diese befällt vor allem Wein, Mais, Spinat und Salat und ist für Landwirte seit Jahrhunderten ein großes Ärgernis.

Das Frankfurter Institut für Biodiversität und Klima gab bekannt, dass es Thienes gelungen sei, das Erbgut des für den "Falschen Mehltau" verantwortlichen Pilzes zu entschlüsseln. Dieser Pilz heißt Hyaloperonospora arabidopsidis und ist genetisch so gut an die Gene der Nutzpflanzen angepasst, dass diese ihn nur schwer erkennen können. Der Schädling ist aber auch gewissermaßen gezwungen, diese Nutzpflanzen zu befallen.

Thienes fand heraus, dass dem Pilz lebenswichtige Stoffwechselfunktionen fehlen. Deshalb lässt er sich von den Wirtspflanzen die Reduktion von Schwefel und Stickstoff in seinem Organismus übernehmen. Man hofft nun, den "Falschen Mehltau" in Zukunft wirksam verhindern zu können.

Fruchtfliegen

Fruchtfliegen gehören zur Familie der Bohrfliegen, die mehr als 4.500 Arten weltweit umfasst. Im europäischen Raum sind rund 300 Arten heimisch. Diese Fliegen unterscheiden sich deutlich von den Obstfliegen, die umgangssprachlich ebenfalls Fruchtfliegen genannt werden.

Die kleinen oder mittelgroßen Fruchtfliegen sind sehr deutlich an ihrer besonderen Zeichnung auf den dreieckigen Flügeln erkennbar. Ausgewachsene Tiere, so genannte Imagines, legen zwischen Ende Mai und Juli ihre Eier vorwiegend an unreifen Früchten und sterben nach wenigen Tagen.

Die Larven bohren sich in die Frucht und ernähren sich dann vom Fruchtfleisch. Haben sie den Verpuppungsstatus erreicht, fallen sie aus der Frucht, graben sich in die Erde und überwintern dort bis zum nächsten Frühjahr. In Mitteleuropa sind vor allem die

Bekämpfung

Zur Bekämpfung der Kirschfruchtfliege werden so genannte Gelbfallen verwendet. Die leimbestrichenen Tafeln werden zur Zeit der Eiablage in die Kirschbäume gehängt.

Die Fruchtfliegen sollen von der gelben Farbe, die den unreifen Kirschen ähnelt, angezogen werden und am Leim kleben bleiben. Diese Methode hat bisher jedoch nur mäßige Erfolge gezeigt.

Gärtner verweisen darauf, die Erde um die Obstbäume mit Mulch zu bedecken und Rasenflächen nicht zu mähen, um so das Aufsteigen der Fliegen aus der Erde zu verzögern. Alternativ kann nur das Anpflanzen von sehr frühen oder späten Kirschsorten empfohlen werden.

Die Apfelfruchtfliege legt ihre Eier auf grünen, noch unterentwickelten Äpfeln ab. Gegen diesen Schädling bietet der Handel spezielle Bekämpfungsmittel zum Gießen oder Spritzen an.

Apfelwickler

Der Apfelwickler, umgangssprachlich auch als Obstmade bekannt, gehört als ein Fluginsekt zur Familie der Wickler. Die Blätter ihrer Nahrungspflanzen werden zusammengerollt, sozusagen gewickelt.

Apfelwickler fressen sich durch das Fruchtfleisch bis zum Kerngehäuse durch. Der während des Fressens produzierte Kot wird in mehliger Form ausgeschieden und über die Eintrittsstelle des Apfels entsorgt.

Merkmale des Apfelwicklers

Seit jeher ist der Apfelwickler einer der schlimmsten Schädlinge im heimischen Obstgarten. Er ist einen Zentimeter lang, hat eine Flügelspannweite von bis zu etwa zweieinhalb Zentimetern und eine gräuliche Farbe.

Die Flügelenden sind mit einem kleinen kupferfarbenen Flecken besetzt. Die abgelegten Eier sind einen Millimeter groß, flach und durchsichtig weiß. Die geschlüpften Raupen sind doppelt so groß wie die Eier, und im letzten Larvenstadium so groß wie der Apfelwickler selbst.

Die weiblichen Falter legen pro Generation, also je Sommer, bis zu fünf Dutzend Eier ab. Mai und Juni sind dazu die bevorzugten Monate. Erforderlich ist dafür eine Mindesttemperatur von zehn Grad Celsius.

Vom Schlüpfen bis zum Entwicklungsstadium der Larve benötigt die Raupe vier Wochen. Überwintert wird in einem Kokon in der Baumrinde oder im Erdboden.

Schäden durch Apfelwickler
Vom Apfelwickler befallene Äpfel sind ungenießbar
Vom Apfelwickler befallene Äpfel sind ungenießbar

Ein vom Apfelwickler buchstäblich angefressener Apfel ist ungenießbar und muss entsorgt werden. Die geschlüpfte Raupe frisst sich meistens über die Fruchtspitze, manchmal auch einfach durch das Fruchtfleisch, bis hin zum Kerngehäuse durch. Dazu wird ein spiralförmiger Gang angelegt, der beim aufmerksamen Betrachten und Aufschneiden des Apfels direkt erkennbar ist.

Spinnennetze von Menschenhand bald möglich?

Forschern ist es gelungen, die Zusammensetzung von Spinnennetzen am Computer zu analysieren

Spinnennetz an einem schmalen Ast in der Natur, ohne Spinne
Spinnennetz mit Morgentau :) © doris oberfrank-list - www.fotolia.de

Ins Netz gegangen: Dies endet für Fliegen und andere Insekten meist tödlich. Für Spinnen ist das Netz aus Seide notwendig, um auf Beutefang zu gehen. Menschen wiederum schätzen an Spinnenseide die faszinierenden und für technische Anwendungen interessanten Eigenschaften. Doch bisher waren die Anstrengungen der Forscher von keinem großen Erfolg gekrönt. Vor allem die Zusammensetzung der Proteine bereitete Kopfzerbrechen.

Reißfestigkeit trotz Beweglichkeit

Doch Wissenschaftler des Instituts für Theoretische Studien (HITS) in Heidelberg sind nun der Lösung des Rätsels auf der Spur. Sie sind in der Lage, mit Modellen am Computer aufzuzeigen, wie sich in der Spinnenseide weiche und ungeordnete Formen mit strukturierten Elementen verbinden.

Die Beweglichkeit der Netze entstehe durch die weichen Strukturen, während die Reißfestigkeit durch die geordneten Bausteine hervorgerufen werde, erläuterten die Forscher im Biophysical Journal.

Nachbau künstlicher Spinnennetze?

Wie ein Konstrukt aus Quer- und Längsbalken müsse man sich die geordneten Formen denken, erklärt Frauke Gräter vom HITS. Sie verbänden zudem die unstrukturierten Bausteine, so die Wissenschaftlerin. Würde Spinnenseide nur aus geordneten Elementen bestehen, würde es leicht brechen. Gräter glaubt, dass diese Erkenntnisse helfen, Modelle auszuarbeiten, mit denen sich künstliche Spinnennetze nachbauen lassen.

Wohnungsschädlinge

Besonders unangenehm sind Schädlinge, die in der Wohnung vorkommen.

Hausmaus

Zu den bekanntesten Schadnagern im Haus zählt die Hausmaus (Mus musculus). Hausmäuse werden in der Regel 6–9 Zentimeter lang. Sie sind mit einem Schwanz ausgestattet, der mit 7–10 Zentimetern länger sein kann als ihr restlicher Körper.

Die Farbe der Hausmaus schwankt von hellgrau über dunkelgrau bis zu hellbraun auf der Oberseite. Am Bauch weist ihr Fell eine weiße bis hellbraune Färbung auf.

In Deutschland verbreitet sind die westliche Hausmaus, die nördliche Hausmaus sowie Mus musculus helgolandicus. Letztere lebt nur auf der Nordseeinsel Helgoland.

Zu den typischen Merkmalen der Hausmaus zählen ihr gut ausgebildeter Geruchs-, Hör- und Tastsinn. Außerdem kann sie ausgezeichnet klettern. Allerdings ist sie farbenblind und kurzsichtig.

Als Lebensräume dienen den nachtaktiven Mäusen dunkle Ecken, die nur schwer zugänglich sind. Domestizierte Hausmäuse wie die Farbmaus werden auch als Haustiere gehalten.

Grundsätzlich gelten Hausmäuse jedoch als Nahrungsmittelschädlinge. So zählen sie zu den Allesfressern und vertilgen u.a.

  • Käse
  • Obst
  • Nüsse
  • Gebäck
  • Getreideerzeugnisse
  • geräuchertes Fleisch und
  • Schokolade.

Wenn nicht anderes vorhanden ist, begnügen sie sich aber auch mit Abfällen. Da Hausmäuse alles Mögliche annagen, können sie auch Kleidungsstücke, Leder, Holz oder Papier beschädigen.

Besonders problematisch ist, dass ihre Exkremente Lebensmittel verunreinigen. Außerdem besteht die Gefahr, dass sie Krankheiten wie Salomonelleninfektionen, Virusinfektionen oder Leptospirose übertragen.

Auch eine Übertragung von anderen Schädlingen wie Milben und Flöhen ist möglich. Ebenfalls unangenehm ist der üble Geruch, der von den Mäusen ausgeht.

Bekämpfung

Zur Bekämpfung von Hausmäusen hielten sich die Menschen in früheren Zeiten Hauskatzen. In der heutigen Zeit wird dagegen eher auf das Aufstellen von Fallen und Giften zurückgegriffen.

Als relativ wenig umweltschädlich und ungefährlich für den Menschen gelten Gerinnungshemmer. Diese wirken dem Vitamin K1 entgegen und rufen bei Nagetieren tödliche innere Blutungen hervor.

Größere Mengen können allerdings auch für Menschen schädlich sein. Ein Nachteil von Giften ist, dass sie auch Haustiere wie Katzen und Hunde töten können.

Der Nachteil von Mäusegiften ist, dass sie auch andere Haustiere töten können
Der Nachteil von Mäusegiften ist, dass sie auch andere Haustiere töten können

Hausratte

Ein weiteres Nagetier, das in Wohnungen und Gebäuden vorkommen kann, ist die Hausratte (Rattus rattus). Man nennt sie auch Dachratte, weil sie ausgezeichnet springen und klettern kann.

Vom Aussehen erinnert die Hausratte an eine übergroße Hausmaus. Hausratten können eine Länge von 16–24 Zentimetern erreichen. Ihr Schwanz wird 18–25 Zentimeter lang.

Verwandt ist die Hausratte mit der Wanderratte. Im Unterschied zur Wanderratte, die über eine stumpfe Schnauze verfügt, ist die Hausratte mit einer spitzen Schnauze ausgestattet.

In Deutschland lebende Hausratten können vollkommen grau oder schiefergrau gefärbt sein oder einen hellen Bauch aufweisen. Da die Hausratte überaus empfindlich auf Feuchtigkeit und Kälte reagiert, muss sie in Gebäuden leben.

Die Hausratte kann durch ihren Kot und Urin Krankheiten auf den Menschen übertragen
Die Hausratte kann durch ihren Kot und Urin Krankheiten auf den Menschen übertragen

Genau wie die Hausmaus zählt auch die Hausratte zu den Vorratsschädlingen. Am liebsten verzehrt sie pflanzliche Nahrung wie

  • Obst
  • Getreide
  • Wurzeln und
  • Samen.

In seltenen Fällen greift die Hausratte auch auf Fisch oder Eier zurück. Macht sich die Hausratte an den menschlichen Vorräten zu schaffen, verschmutzt sie dabei mit ihrem Urin und Kot die Lebensmittel. Besonders gefährlich ist das Übertragen von Krankheitserregern wie Rattenflöhen, die wiederum die Pest verursachen können.

Wissenschaftler finden gefährlichen Keim in Berliner Ratten

Wissenschaftler vom Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen der Freien Universität Berlin schlagen Alarm. Viele Ratten in Berlin tragen multiresistente Darmkeime in sich und könnten eine Gefahr für den Menschen werden. Die Veterinärmediziner hatten 56 tote Ratten untersucht, 16 Prozent der Nagetiere waren mit Escherichia-coli-Bakterien infiziert. Diese Bakterien sind aufgrund eines Enzyms(Extended Spectrum Beta-Lactamase, (ESBL)) resistent gegenüber vielen Antibiotika-Medikamenten.

Bisher gibt es zwar noch keinen bestätigten Fall, dass Ratten diese gefährlichen Bakterien auf Menschen übertragen haben, aber ausgeschlossen werden kann dieses Szenario nicht. Von den untersuchten Ratten trugen vor allem diejenigen, die in der Kanalisation lebten, die ESBL-Keime in sich. Laut der Wissenschaftler könnten menschliche Fäkalien aus Krankenhäusern, die ins Abwassersystem gelangen, verantwortlich für die hohe Ansteckungsrate der Kanalratten sein.

Dass bisher relativ wenige Ratten untersucht wurden, liegt zum einen an der mangelnden Unterstützung von Wildtierforschungen in Deutschland. Zum anderen sind Ratten sehr schlau darin, Fallen aus dem Weg zu gehen.

Bettwanze

Wesentlich kleiner als Mäuse und Ratten, aber ebenso unangenehm, sind Bettwanzen. Sie werden auch als Plattwanzen (Cimicidae) bezeichnet und ernähren sich vom Blut des Menschen oder von Haustieren. Besonders verbreitet ist die Gemeine Bettwanze (Cimex lectularius), die eine Länge von 4–8 Millimetern erreicht und eine rotbraune Färbung aufweist.

Je nach Rahmenbedingungen kann das Bettwanzenweibchen 200 bis 400 Eier ablegen. Bis zur Ausreifung der Bettwanze dauert es in der Regel 30–40 Tage.

Die Lebenserwartung der Parasiten beträgt etwa ein Jahr. Gelegentlich können auch tropische Bettwanzen durch Einschleppung nach Mitteleuropa gelangen.

Als Lebensraum der Bettwanzen dienen

Größter Feind der Bettwanze ist allerdings der Staubsauger, der ihre Verbreitung stark erschwert.

Hauptnahrungsquelle der Bettwanze bildet das Blut von Menschen oder Tieren. Ihre Nahrung nehmen die Parasiten in den Nachtstunden auf. So befallen sie den Menschen, während er schläft und saugen ihm Blut aus.

Ein typisches Merkmal von Bettwanzen ist der unangenehme Geruch, den sie verbreiten. Dieser entsteht durch ein Sekret, welches von einer Stinkdrüse abgesondert wird. Dieser charakteristische Wanzengeruch führt dazu, dass die Parasiten rasch bemerkt werden.

In der Regel wird ein Bettwanzenstich von den Betroffenen gar nicht wahrgenommen. Empfindliche Menschen können allerdings unter allergischen Reaktionen, Schwellungen und Juckreiz leiden.

Darüber hinaus besteht die Gefahr von Sekundärinfektionen. Außerdem übertragen Bettwanzen mitunter das Rückfallfieber.

Gesundheitsschädlinge

Gefährden Schädlinge die menschliche Gesundheit, bezeichnet man sie als Hygieneschädlinge. So können die Schädlinge Schmerzen verursachen, Krankheiten übertragen oder selbst Krankheiten oder Allergien auslösen.

Kakerlaken

Zu den gefährlichsten Hygieneschädlingen zählt die Kakerlake, auch Gemeine Küchenschabe (Blatta orientalis) genannt. So kann das krabbelnde Insekt, das eine rotbraune Färbung aufweist, gefährliche Krankheiten wie Tuberkulose, Salmonellose und Milzbrand übertragen. Außerdem löst es durch Häutungsreste oder Kot Allergien aus.

Zu den hierzulande lebenden Kakerlaken-Arten zählt die Deutsche Küchenschabe (Blattella germanica), die 13 Millimeter lang ist und eine gelb-braune Färbung aufweist. Verbreitet ist die Küchenschabe vor allem in Häusern.

Besonders betroffen sind

Darüber hinaus kann die Deutsche Küchenschabe aus der Kanalisation einwandern. Küchenschaben gelten als Allesfresser. So stehen Lebensmittel aller Art auf ihrem Speiseplan.

Typisch für Küchenschaben ist, dass man sie nur schwer zu sehen bekommt, da sie eine Abneigung gegen Licht haben. Sind sie dennoch zu sehen, ist dies oft ein Anzeichen dafür, dass ein größerer Schabenbefall vorliegt, da es den Insekten dann an Platz mangelt.

Bekämpfung

Um größere Kakerlakenansammlungen wieder loszuwerden, bedarf es meist der Hilfe eines professionellen Schädlingsbekämpfers. Die Kakerlakenbekämpfung nimmt längere Zeit in Anspruch, da sonst die Gefahr besteht, dass die Schädlinge in Rohren, Schächten oder abgelegenen Winkeln überleben.

Grundsätzlich gelten Kakerlaken als überaus widerstandsfähig und schwer zu entfernen. So überlebten einige Exemplare sogar Atombombentests auf dem Bikini-Atoll.

Flöhe

Ebenfalls zu den Hygieneschädlingen zählen Flöhe (Siphonaptera). Sie gelten als Parasiten und ernähren sich von Blut. Dazu befallen sie Tiere und Menschen.

Bei ihrer Blutmahlzeit fügen die Flöhe ihren Opfern Stiche zu, die zu kleinen Wunden und Juckreiz führen. Durch das Kratzen auf der Haut entstehen offene Stellen, bei denen Entzündungsgefahr besteht.

Aber auch Krankheitskeime wie Staphylokokken- oder Streptokokken können durch einen Flohstich in den menschlichen Organismus gelangen. Als besonders gefährlich gilt der Rattenfloh, der die Pest auslöst.

Kommt es zu einem Flohbefall, müssen die Parasiten konsequent mit Insektenvernichtungsmitteln bekämpft werden. Diese sind in Form von Sprays oder Puder erhältlich. Bei vereinzeltem Auftreten reicht meist schon gründliches und regelmäßiges Staubsaugen aus.

Menschenläuse

Die so genannten Menschenläuse leben am und vom Menschen. Sehr bekannte Lästlinge sind Kopf- und Filzläuse, die sich sehr hartnäckig halten und schnell ausbreiten.

Bei einem Befall mit Kopf- oder Filzläusen ist Hygiene besonders wichtig. Kleidung, Bettwäsche und Handtücher sollten regelmäßig bei höheren Temperaturen gewaschen werden. Kinder sollten die Kleidung nicht untereinander tauschen und während der "Läuse-Epidemie" zuhause bleiben.

In den Apotheken werden spezielle Kopfwaschmittel und Seifen gegen die Läuse angeboten. Die Behandlung sollte immer nach Anweisung erfolgen, bis die Läuse abgetötet sind.

Die Behandlung von Kopfläusen ist sehr zeitaufwändig und mühselig
Die Behandlung von Kopfläusen ist sehr zeitaufwändig und mühselig

Milben

Besonders häufig vorkommende Gesundheitsschädlinge sind Milben (Acari), bei denen es sich um eine Unterklasse der Spinnentiere handelt. So können die sich massenhaft vermehrenden Verwandten der Zecke Asthma und Hausstauballergien auslösen. Grabmilben rufen sogar Krätze hervor.

Mit mehr als 50.000 Arten bilden die Milben eine der größten Unterarten der Spinnentiere. Die anpassungsfähigen Tiere leben im Boden, in Lebensmitteln oder in Wirten, wie dem Menschen, Affen oder Insekten.

Die lediglich 0,2-0,5 Millimeter großen Grabmilben haben die Eigenschaft, sich unter die Haut zu bohren, was eine Entzündung zur Folge hat. In solchen Fällen ist eine medizinische Behandlung erforderlich.

Bekämpfung

Um gegen Milben vorzugehen, wird empfohlen,

  • die Wohnräume gut zu lüften
  • regelmäßig die Bettwäsche zu wechseln
  • Fußböden und Matratzen gründlich abzusaugen und
  • Feuchtigkeit zu vermeiden.

Hausstaubmilben sind allgegenwärtig und in allen Haushalten zu finden. Matratzen gehören zu den favorisierten Lebensräumen von Hausstaubmilben. Aus diesem Grund sollten Matratzen mehrfach pro Jahr gründlich abgesaugt und mit Milbenspray behandelt werden. Zu diesem Zeitpunkt sollte auch das gesamte Bettzeug bei 60°C gewaschen werden.

Spezielle Milbenbezüge schützen zusätzlich. Nach rund sieben Jahren wird der Austausch der Matratzen empfohlen. Für Allergiker ist die Anschaffung eines Staubsaugers mit Hepa Filter sinnvoll.

Zecken

Mit den Milben verwandt sind die Zecken (Ixodida), die auch Hohlböcke genannt werden. So gelten sie als größte Milbenart.

Bei Zecken handelt es sich um blutsaugende Ektoparasiten und bedeutende Überträger von Krankheiten. Dazu gehören vor allem

Zecken sind häufige Überträger von gefährlichen Krankheiten auf den Menschen
Zecken sind häufige Überträger von gefährlichen Krankheiten auf den Menschen

Als Nahrungsquelle dient den Spinnentieren das Blut ihrer Wirte. Neben Menschen befallen sie auch Säugetiere, Vögel und Reptilien. Im Unterschied zu anderen Schädlingen lauern die Zecken nicht in Gebäuden, sondern in der freien Natur, wie zum Beispiel auf Gräsern oder Hecken.

Bekämpfung

Kommt es zu einem Zeckenbefall, muss der Parasit so rasch wie möglich mit einer spitzen Pinzette entfernt werden. Dabei sollte man die Zecke nicht drehen oder quetschen. Gelingt die Entfernung des Parasiten nicht, gilt es, einen Arzt zu konsultieren.

Gegen Zecken helfen nur lange Kleidung und Zeckenspray. Nach dem Spaziergang sollte der gesamte Körper abgesucht werden. In einigen Arealen und für Menschen, die beruflich in der Natur unterwegs sind, wird eine Zeckenimpfung zum Schutz vor Borreliose und FSME empfohlen.

Mücken und Moskitos

Mücken gehören zu den Zweiflüglern, die weltweit verbreitet sind. Die rund 45 Familien haben sehr zahlreiche Unterarten. In Deutschland sind vor allem Stechmücken und Schnaken heimisch. Die zarten Insekten leben vor allem in Feuchtgebieten, stehenden Gewässern und Mooren. Sie sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für andere Tiere.

Die Weibchen stechen, da sie zur Bildung von Eiern die Proteine aus menschlichem Blut benötigen. Außerhalb dieser Zeit ernähren sich Mücken vor allem von Zuckerwasser und Blütennektar.

Einige Mückenarten können Krankheiten - zum Beispiel verschiedene tropische Fieberarten oder Malaria - übertragen.

Moskitos sind Stechmücken der Unterart Culicinae, die vor allem die tropischen Regionen der Erde besiedeln. Sie bevorzugen ein feuchtwarmes Klima und legen die Eier vorwiegend in stehenden Gewässern oder Feuchtgebieten ab. Zur Aufzucht der Larven benötigen die Moskitos die Proteine aus dem menschlichen Blut.

Moskitos können unterschiedliche Krankheiten übertragen, wie

Moskitos sind vor allem während der Dämmerung und in den Nachtstunden aktiv.

Mücken und Moskitos können gefährliche Krankheiten auf den Menschen übertragen
Mücken und Moskitos können gefährliche Krankheiten auf den Menschen übertragen
Bekämpfung
Moskito-Netze als wirksamer Schutz vor Moskitos
Moskito-Netze als wirksamer Schutz vor Moskitos

Da die Stiche von Mücken auch einen starken Juckreiz auslösen oder sogar allergische Reaktionen hervorrufen können, sollten sich Menschen ausreichend schützen. In den Wohnungen sind Fliegenfenster oder Moskitonetze sehr praktisch.

Empfohlen wird in den Morgen- und Abendstunden das Tragen von heller, langer Kleidung. Sinnvoll sind Antimückensprays oder ätherische Öle aus Zitronengras, die auf die Haut aufgebracht werden.

Spinnen und Mücken werden vom Geruch alter Socken angezogen

Forscherduo wies jetzt nach, dass auch Spinnen eine Vorliebe für Fußschweiß haben

Nahaufnahme Mücke sitzt auf Arm, grüner Hintergrund
mosquito © komandos - www.fotolia.de

Bestimmte Stechmücken und Spinnen werden offenbar vom Geruch alter Socken angezogen. Dies ist das Ergebnis von Studien zweier Forscher aus Neuseeland und Kenia.

Wie sie im Fachmagazin "Biology Letters" darlegen, haben damit Jäger und Beute - die blutsaugende Anopheles-Mücke steht auf dem Speiseplan der Springspinne - die gleichen Vorlieben. Dass die Mücken durch Fußschweiß angezogen werden, war bereits bekannt, der Hang der Spinnen zum Geruch alter Socken wurde erst in den Versuchen des Forscherduos entdeckt.

Dabei wurden 109 männliche und weibliche Spinnen in ein Röhrchen gesetzt, in das auf einer Seite der Geruch ungetragener bzw. zwölf Stunden getragener Socken wehte. Obwohl die Kleintiere auf der anderen Seite heraus krabbeln konnten, hielten sie sich viel länger in dem Röhrchen mit dem Duft von alten Socken auf. Bei der Aophelesmücke hatten die beiden Wissenschaftler eine ähnliche Vorliebe zuvor bereits nachgewiesen mit getragenen und ungetragenen Socken ein und der selben Person.

Als Erklärung für den gemeinsamen Hang sehen die Forscher, dass der Fußgeruch die Mücke zur nächsten Blutmahlzeit führt und die Spinne wiederum damit zu ihrer Lieblingsspeise gelangt.

Schaben

Schaben sind mittelgroße, sechsfüßige Insekten. Die rund 4.000 Arten von Schaben werden in sechs Familien eingeteilt. Einige Arten haben Flügel. Schaben leben hauptsächlich in Tropenwäldern oder Feuchtgebieten. Sie ernähren sich dort vor allem von Totholz und Pflanzenresten und sind wichtige Helfer im ökologischen Gleichgewicht der tropischen Wälder.

In Deutschland sind sechs Arten heimisch; einige tropische Arten werden auch als Futtertiere gezüchtet oder in Terrarien gehalten. Die gefürchteten Küchenschaben wurden meist durch Reisende oder Waren aus dem Ausland eingeschleppt.

Sie fühlen sich in feucht-warmem Ambiente von Badezimmern, Küchen oder Großbäckereien wohl. Diese Schaben können auch Krankheiten übertragen und gelten als Schädlinge.

Durch die Reinigung der Räume, das Abdichten von Steckdosen, Ritzen oder Fliesen wird den Schädlingen der Lebensraum genommen. Die gründliche Entfernung der Schaben wird von Fachfirmen (Schädlingsbekämpfern) vorgenommen.

Neben diesen Schädlingen gibt es auch Arten, die man eher den Lästlingen zuordnet, da sie keinen Schaden verursachen oder sogar in manchen Bereichen sehr nützlich sind...

Harmlose und/oder nützliche Insektenarten

Silberfischchen (Silberfische)

Silberfischchen sind flugunfähige und flügellose Insekten, die zur Ordnung der Fischchen gehören. Die Tiere mit silberfarbenen Schuppen werden ca. 1 cm lang und zwischen vier Monate und drei Jahre alt.

Silberfischchen leben an feuchten, warmen Orten in Gebäuden. In Wohnungen sind Küche, Bad oder Saunen bevorzugte Orte. Die Tiere sind nachtaktiv und fühlen sich in einem Klima um 25°C und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit am wohlsten.

Silberfischchen ernähren sich von stärkehaltigen Stoffen, Schimmelpilzen, Hausstaubmilben, Papier und Textilien. Das massive und plötzliche Auftreten von Silberfischchen kann auf einen verstärkten Schimmelbefall in Wohnungen hindeuten. Da die Insekten die Schimmelpilze fressen und auch Hausstaubmilben dezimieren, sind sie für die Gesundheit des Menschen unbedenklich.

Es ist wichtig, die Ursache des Schimmelbefalls zu bekämpfen. Durch

  • das Reinigen der befallenen Areale
  • die Verringerung der Luftfeuchtigkeit (häufiges Stoßlüften, kein Wäschetrocknen in der Wohnung) und
  • das Verschließen von Ritzen an Fußleisten,

wird den Silberfischchen die Nahrungsgrundlage genommen und sie ziehen sich zurück. Im Handel sind auch Silberfischchenfallen erhältlich.

Silberfischchen - lästig, aber harmlos

Wohl jeder hat sie sicher schon mal in seinem Badezimmer rumkrabbeln sehen - Silberfischchen, bei denen sich viele Menschen oft nicht sicher sind, wo sie herkommen und wonach sie vorwiegend im Bad suchen. Fakt ist, sie sind für den Menschen keineswegs gefährlich, denn Krankheiten übertragen die kleinen Tierchen nicht. In gewisser Weise sind sie uns sogar eine Hilfe, denn wenn sie auf Jagd gehen, halten sie vor allem nach den lästigen Hausstaubmilben Ausschau.

Sie jagen nachts und haben eine Vorliebe für feuchte Ecken Silberfischchen kriechen vorwiegend dann aus ihren Verstecken, wenn es dunkel ist. Sie lieben es warm und feucht, weshalb sie sich besonders oft in Badezimmern aufhalten. Wer die Silberlinge häufiger zu Gesicht bekommt, hat womöglich ein kleines Schimmelproblem, denn dieser zieht die Tiere besonders an und wird sogar von ihnen verspeist. Doch auch in der Küche finden sie eine Unterkunft und krabbeln zudem auch gerne mal in Bücherregalen umher, so steht auch Papier auf ihrem Speiseplan.

Als Beute dienen die Silberfische übrigens wiederum den Spinnen und Ohrwürmern, doch bevor man sich diese Ungeziefer in die Wohnung holt, sollte man vielleicht zunächst dafür sorgen, dass der Schimmel verschwindet, denn oft verziehen sich damit dann auch die Silberfische.

Silberfischchen in Sicht? Achtung: Feuchte Räume

Einsicht modernes Badezimmer mit Eckbadewanne und Dusche
bathroom 42 © redking - www.fotolia.de

Wenn Silberfischchen über die Fliesen im Bad huschen, macht sich bei den meisten Menschen das Igitt-Gefühl breit. Doch die lichtscheuen Krabbler erzeugen nicht nur Ekel, sondern weisen auf Feuchtigkeit in Räumen hin. Es besteht die Gefahr von Schimmelbildung. Für den Menschen bedeutet das ein höheres Risiko für Atemwegserkrankungen.

Bei Silberfischchen-Alarm sofort reagieren

Silberfischchen schätzen ein warmes und feuchtes Klima. Wenn es Nacht wird, schlägt ihr Stündlein und die flinken Tierchen wuseln in Bad oder Küche umher. Zwar ist die Begegnung mit Silberfischchen nicht gesundheitsschädlich, doch die huschenden Insekten sind ein klarer Warnhinweis für feuchte Räume.

Um Schimmelbildung rechtzeitig entgegenzuwirken, sollten Verbraucher sofort reagieren. Das richtige Lüften gehört zu den wichtigsten Maßnahmen. Fenster und Türen sollten mindestens zwei bis dreimal täglich für etwa drei Minuten geöffnet werden.

Auch das Trocknen von Wäsche im Bad ist nicht empfehlenswert, da zusätzliche Feuchtigkeit entsteht. Wird nichts unternommen, bilden sich Schimmelpilze, deren Sporen allergische Reaktionen auslösen und zu Atemwegsbeschwerden führen können.

Schutz gegen Fischchen-Geschwader

Da bisher nicht eindeutig geklärt wurde, wie gefährlich Schimmel in welcher Konzentration für den menschlichen Organismus ist, sollten Betroffene Schimmel so gut wie möglich vermeiden und Schimmelbefall umgehend entfernen. Effektiver Schutz gegen das Fischchen-Geschwader ist gründliches Saubermachen, da die wuseligen Insekten vor allem abgestorbene Hautschüppchen auf ihrem Speiseplan bevorzugen.

Außerdem ist ein Schälchen mit Zuckerwasser oder kleingehackten Kartoffelstückchen ein probates Lockmittel, um Silberfischchen galant aus dem Haus zu komplementieren. Auch das Beseitigen von Rissen in Wänden und Fugen oder das Abdichten von Abflüssen mit dem Stöpsel bietet einen guten Schutz gegen die silbrig schillernden Hausbewohner.

Ameisen

Gerade in der warmen Jahreszeit verschaffen sich nicht selten ungebetene Gäste einen Zugang zum Haus. Sie verspeisen manch leckere Köstlichkeit, benehmen sich unsauber und bringen gleich noch ihre gesamte Familie mit. Gemeint sind die Ameisen.

Zunächst einmal gilt, dass die in Deutschland lebenden Ameisen weitgehend für den Menschen ungefährlich sind. Dennoch ist es ein ebenso wenig schöner wie hygienischer Anblick, die Insekten unter den eigenen Lebensmitteln vorzufinden.

Hier ernähren sie sich hauptsächlich von Zucker oder Mehl. Auch eiweißhaltige Speisen werden nicht verschmäht.

In keinem Falle sollte dabei übersehen werden, dass die Gliederfüßler trotz ihrer geringen Größe erhebliche Schäden anrichten können. Das vor allem deshalb, weil sie ein Vielfaches ihres eigenen Körpergewichts zu transportieren imstande sind.

Zudem fallen sie in größeren Verbänden in die Wohnung ein, sind daher also nur selten einmal alleine anzutreffen. Auch die Gefahr, Keime und Krankheitserreger zu übertragen, besteht latent.

Der Ameisenhaufen als "Königreich der Ameisen"
Der Ameisenhaufen als "Königreich der Ameisen"
Bekämpfung

Grundsätzlich ist es nur selten einmal möglich, die Wohnung über das gesamte Jahr hinweg vor den Ameisen zu sichern. Mag es im Sommer das geöffnete Fenster sein, durch das die unerwünschten Gäste den Zugang suchen, so sind es unabhängig davon aber immer auch die kleinen Risse im Mauerwerk oder die für das Menschenauge nicht wahrnehmbaren Löcher und Spalten unter dem Fensterbrett, die ein Hereinkommen ermöglichen.

Wer häufiger von den Insekten heimgesucht wird, sollte daher diese elementaren Probleme beheben. Ebenso ist es ratsam, einen Ameisenhügel, der nah am Haus gelegen ist, umzusiedeln. Kleinere Exemplare bereiten wenig Mühe, größere sollte der Förster zunächst begutachten und entsprechend einen neuen Standplatz suchen.

Wespen

Die 61 weltweit verbreiteten Arten der Wespen gehören zur Familie der Faltenwespen. In Europa sind elf Arten heimisch, davon drei Arten - die Gemeine Wespe, die Deutsche Wespe und die Hornisse - in Deutschland.

Alle Wespen haben eine typische schwarzgelbe Zeichnung. Den Stachel nutzen sie nur zur Verteidigung oder zum Erlegen von Beute.

Wespen sind nützliche Insekten, die Schädlinge im Garten vernichten. Einige Arten sind vom Aussterben bedroht und werden nachhaltig geschützt.

Wespen sind nützliche Insekten welche Schädlinge im Garten vernichten
Wespen sind nützliche Insekten welche Schädlinge im Garten vernichten
Umgang mit Wespen

Im Hochsommer werden nur die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe dem Menschen lästig. Diese Wespenarten werden von zuckerhaltigen Lebensmitteln und Getränken angezogen, da sie Zucker zur Aufzucht der Brut verwenden.

Wespen sollten nicht gescheucht, gedrückt oder angepustet werden, denn bei Bedrohungen stechen sie. Das Wespengift ist für gesunde Menschen schmerzhaft, aber unbedenklich.

Gegen das Brennen helfen Zwiebelsaft und Kühlung. Für Allergiker kann ein Wespenstich lebensbedrohlich sein.

Die Wespen werden von Lebensmitteln angezogen
Die Wespen werden von Lebensmitteln angezogen
  • Um Wespen von Lebensmitteln fernzuhalten, solten diese immer abgedeckt werden.
  • Flaschen nicht offen stehen lassen.
  • Bunte, leuchtende Kleidung und starkes Parfüm ziehen Wespen an. Deshalb wird dunkle oder weiße Kleidung empfohlen.
  • Der Duft von Teebaumöl wirkt ebenfalls abschreckend auf Wespen.
  • Insektengitter vor allen Fenstern schützen Wohnräume im Sommer vor Fliegen, Wespen und Mücken.

Wespen- und Hornissennester bitte nicht abgeschlagen, sondern von Fachfirmen entfernen lassen.

Kellerasseln

Kellerasseln gehören zur Ordnung der Landasseln. Die ovalen Krebstierchen werden ca. 2 cm lang. Mit ihren 14 Beinen sind sie sehr flink. Der natürliche Lebensraum lag ursprünglich im westlichen Europa, doch als Kulturfolger und durch Frachttransporte sind die Kellerasseln heute weltweit zu finden.

Die nachtaktiven Tiere leben in

  • Mauerwerk
  • Ritzen
  • Kellern
  • Gewächshäusern
  • Komposthaufen und
  • anderen feuchten Orten rund um Gebäude.

Kellerasseln sind im ökologischen System wichtige Verwerter, da sie Pflanzenreste und Totholz fressen und so zur Bildung von Humus beitragen. Sie verursachen keine Schäden in Gebäuden und fressen auch keine Lebensmittel.

Treten größere Populationen auf, rufen die Tiere in Menschen oft ein Ekelgefühl hervor und werden deshalb bekämpft. Der Handel bietet spezielle Fallen für Kellerasseln an.

Fliegen

Fliegen gehören zu den Zweiflüglern. Diese Unterart hat sehr viele Familien, die grob in Spalt- und Deckelschlüpfer unterteilt werden und weltweit vorkommen.

Die Lebensdauer der Fliegen ist sehr kurz. Sie liegt zwischen einem Tag und einigen Wochen. Fliegen sind Parasiten und Aasfresser.

Sowohl die Larven als auch die Imagines - erwachsene Fliegen - ernähren sich hauptsächlich von organischen Substanzen, die sich im Zerfall befinden. Einige Arten schädigen auch junge Pflanzen oder Früchte im Wachstum.

Bekämpfung

Zur Bekämpfung von Fliegen werden unterschiedliche Strategien angewendet. Fruchtfliegen und andere Pflanzenschädlinge werden mit geeigneten Chemikalien oder organischen Mitteln bekämpft.

Bei Fliegen im Haus können Fliegenklatschen, Fliegenfallen oder Leimstreifen hilfreich sein. Im Sommer sind Fliegengitter an den Fenstern wirksam gegen Fliegen und Mücken.

Auch bestimmte Pflanzen in Balkonkästen halten Fliegen fern. Wirksam sind zum Beispiel

Sie bilden eine natürliche Barriere vor dem Fenster, da Fliegen diese Aromen nicht mögen. Gegen Obstfliegen in der Küche hilft Essig oder Lorbeeröl, das in Schälchen aufgestellt wird. Zusätzlich sollten Lebensmittel und reifes Obst nicht offen gelagert werden.

Für ein Menü aus Ungeziefern wurden von Lugners Einrichtungshaus in Wien Gutscheine verteilt

Essenswettbewerb der besonderen Art vor der Lugner City in Wien - Insektenmenüs

Verschiedene Insekten auf weißer Schale serviert
Insect assortment © Foto66 - www.fotolia.de

Ein Menü aus Ungeziefer, wie Maden, Kakerlaken, Mehlwürmer und anderes Getier, wurde den Besuchern der Lugner City in Wien vorgesetzt. Wer sich traute konnte 1.000 Euro, der schnellste Esser sogar 2.000, gewinnen, aber in Form eines Einkaufsgutscheins. Es fanden sich auch 20 Freiwillige, die dann in dem Wettbewerb gegeneinander antraten und ohne mit der Wimper zu zucken das "leckere" Menü verspeisten.

Kritik seitens des österreichischen Tierschutzvereins

Aber an dem Mahl wollte der Baumeister sich selber nicht beteiligen. Zum Abschluss gab es als Zugabe noch Heuschrecken, dafür gab es dann noch einmal pro Stück einen Gutschein über 50 Euro. Vor der Veranstaltung gab es vom österreichischen Tierschutzverein Kritik und eine Anzeige wegen Tierquälerei, worauf der 76-jährige Lugner dies mit den Worten zurückwies "es seien Futtertiere für andere Tiere" gewesen.

Zurzeit ist ja auch seine Ex-Frau in der RTL-Serie "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" zu sehen, wobei der Kommentar von dem Baumeister lautet, dass man für Geld nicht alles tun solle. Es stellt sich somit nur die Frage, was sollte dann sein Spektakel?

Schädlingsbekämpfung

Um Schädlinge wirksam zu bekämpfen, kommen unterschiedliche Maßnahmen zur Anwendung. Diese können physikalisch, biologisch oder chemisch sein.

Typische chemische Mittel sind

  • Insektizide, die gegen Insekten eingesetzt werden
  • Larvizide gegen Larven
  • Akarizide gegen Milben und
  • Spinnen sowie Rodentiziere gegen Nagetiere.

Biotechnisch-physikalische Bekämpfungsmöglichkeiten sind Fallen, Lockstoffe oder Heißdampf-Verfahren. Bei starkem Befall ist es sinnvoll, eine Fachfirma mit der Schädlingsbekämpfung zu beauftragen.

Treten die Schädlinge nur gelegentlich auf, helfen auch Mittel aus dem Handel, zum Beispiel Mottenpapier oder spezielle Fallen. Detaillierte Informationen zur Schädlingsbekämpfung erhalten Sie hier in unserem ausführlichen Artikel zum Thema.

Buchsbäume werden durch chinesische Raupen bedroht

Parkanlage mit Labyrinth aus Büschen und Pflanzen
parc avec arbustes bien taillés © MONIQUE POUZET - www.fotolia.de

Wie die Landwirtschaftskammer in Nordrhein-Westfalen mitteilt, bedroht zur Zeit eine chinesische Raupenart die Buchsbäume. Die Raupen sind gelb-grün-schwarz gestreift und fressen die Buchsbäume von innen nach außen kahl.

Eine Bekämpfung ist sehr schwer und am Besten ist es diese Tiere, die nicht nur die Blätter, sondern auch die Rinde fressen, von Hand zu entfernen und die Nester herauszuschneiden.

Brandenburg: Kahlschlag durch Schädlinge, doch die Stadt macht nichts dagegen

Scharen von Eichenprozessionsspinner bevölkern derzeit Neuholland in Brandenburg. Nachdem die gefräßigen Raupen bereits im letzten Jahr für einen gewaltigen Kahlschlag an den Bäumen gesorgt hatten, fallen sie auch in diesem Jahr in großen Mengen in die Landschaft ein.

Raupenzüge über Fahrradwege und zahlreiche Nester belästigen zudem die Einwohner, die sich inzwischen angeekelt fühlen. Die Stadt selbst unternimmt nichts gegen die Plagegeister, da schon im letzten Jahr Mittel eingesetzt wurden, die jedoch nicht richtig gewirkt haben.

Dank der hohen Kosten für entsprechende Pestizide und der Tatsache, dass die Tiere keine Krankheiten übertragen, verzichten die Zuständigen auf einen massiven Eingriff und verlegen diesen auf das kommende Jahr. Laut Experten käme es nur alle einhundert Jahre zu so einem schweren Befall mit Eichenprozessionsspinner wie es im Jahr 2008 der Fall war.

Kriechende Gefahr aus Südeuropa

Gärtner pflanzt Gemüse ein
planter des légumes © Naty Strawberry - www.fotolia.de

Berliner Gärtner sind geplagt. Die kriechende Invasion der Nacktschnecken hinterlässt derzeit eine Spur der Verwüstung in Deutschen Kleingärten.

Durch die Regenfälle im Juni haben sich die Eindringlinge aus Südeuropa rapide vermehrt. Versteckt in Salatköpfen und Blumen gelangten die Eier der spanischen Wegschnecke zu uns. Auslöser der Plage sind der Klimawandel und die natürliche Artenwanderung der Tiere.

Da unsere natürlichen Schneckenfeinde Igel und Kröte die Schneckenart verschmähen, gewinnt die indische Laufente zusehens an Bedeutung; sie wird als Schneckenvernichter bereits an entnervte Gärtner vermietet. Die Strategien zur Bekämpfung der Plage variieren von Bierfallen bis hin zum Einsatz der chemischen Keule, die zwar effektiv ist, jedoch auch eine Gefährdung für Katzen und Kröten darstellt.

Mehr Heuschrecken in Deutschland

Durch den warmen Sommer konnten selbst fast ausgestorbene Heuschreckenarten wieder zurückkehren

Trotz Rekord-Winter fühlen sich Heuschrecken in Deutschland so wohl wie noch nie. Laut Experten haben sich sogar einige vom Aussterben stark bedrohten Insekten wieder erholen können. Der Biologe Carsten Renker freut sich: "Bei vielen Heuschreckenarten konnten wir in letzter Zeit Zuwächse feststellen.

Von Weinhähnchen und Eichenschrecken

Sogar Arten, die schon vom Aussterben bedroht waren, haben sich teilweise wieder massiv ausgebreitet." Dazu zählt zum Beispiel das "Weinhähnchen". Dabei handelt es sich nicht etwa um ein Geflügelgericht, sondern um eine fast augestorbene Heuschreckenart. Im Jahr 2009 habe der warme Sommer auch Heuschreckenarten vom Mittelmeer über die Alpen nach Deutschland gebracht.

"Die Eichenschrecke ist beispielsweise eine begeisterte Autofahrerin. Einige ihrer Art haben es als blinde Passagiere sogar schon von Italien bis nach Berlin geschafft," so Carsten Renker. In der Bundesrepublik leben inzwischen rund 85 verschiedene Heuschrecken-Arten. Mit einer biblischen Plage der grünen Insekten ist jedoch nicht zu rechnen.

Mehr Nützling als Schädling

Ihr Image als "Schädlinge" und Ungeziefer trügen die meisten Heuschrecken übrigens zu unrecht sagt Heuschrecken-Forscher Carstensen: "Die Eichenschrecke beispielsweise ernährt sich von Blattläusen. Viele andere Heuschrecken fressen schädliche Insekten weg und sind somit für Gartenbesitzer eher nützlich."

England will Japanischen Blattfloh zur Schädlingsbekämpfung importieren

In Großbritannien verursacht der unkontrolliert wuchernde, japanische Knöterich, laut Schätzungen jährlich einen Schaden von mehr als 160 Millionen Euro. Die Wurzeln der bis zu drei Meter hohe Pflanze sprengen Risse in Asphalt und Mauerwerk. Aus diesem Grund wollen Ökologen dessen natürlichen Feind, den japanischer Blattfloh, importieren, um die Pflanze zu bekämpfen.

Doch Agrarökologen warnen, da die biologische Schädlingsbekämpfung nicht immer die beste Alternative zur chemischen Variante ist. Setzt man zur Schädlingsbekämpfung einen natürliche Feind der Pflanze in einem bislang fremden Ökosystem aus, können die Tiere ebenfalls unvorhergesehene Schäden anrichten. Aus diesem Grund wird der japanische Blattfloh zunächst nur in wenigen, überwachten Gebieten ausgesetzt werden.

Die einst zur Bekämpfung der in Australien herrschenden Rattenplage eingesetzten Mungos, brachten nicht nur die Tollwut auf den Kontinent, sondern vermehrten sich so rasant, dass sie selbst zu einer Plage wurden, die bekämpft werden musste.

In Düsseldorf befinden sich statt der Schüler Raupen auf dem Schulhof

Grundschule in Düsseldorf wird aufgrund des Auftretens von giftigen Raupen vorerst geschlossen

Nahaufnahme Raupen auf Blatt
Armada de chenille à l'assaut des choux © ChristopheB - www.fotolia.de

In Düsseldorf musste jetzt eine Grundschule ihre Pforten schließen, weil sich auf dem Schulhof anstelle der Schüler der Eichenprozessionsspinner mit seinen Raupen niedergelassen hatte. Und da die Larven auch bei dem Menschen gesundheitliche Schäden verursachen können, hat sich die Schulleitung in Absprache mit der Stadtverwaltung zur vorübergehenden Schließung entschlossen.

Sperrung einer Grundschule und eines Wanderwegs

Jetzt musste ein Fachmann die Raupen auf dem Schulhof der Franz-Vaahsen-Grundschule am Grenzweg in Düsseldorf entsorgen, was normalerweise durch Absaugen, Abflämmen oder auch Verkleben geschieht.

Auch ein beliebter Wanderweg am Rhein zwischen der Schwarzbachmündung und der Stadtgrenze ist davon betroffen und gesperrt, aber der Besitzer des Privatgrundstücks direkt am Weg sucht noch nach preiswerten Angeboten und Alternativen. Hierfür hat die Stadtverwaltung aber dem Besitzer nicht mehr viel Zeit gegeben, doch für die nächsten Tage kann man wohl einen Umweg einplanen.

Gift verursacht Entzündungen und Bronchitis beim Menschen

Der Eichenprozessionsspinner kommt von Holland und dieser Nachtfalter ist im Prinzip harmlos, aber seine Larven bilden auf den Eichen im Monat Mai bis Juni weiße Härchen, die ein Nesselgift beinhalten, was beim Menschen zu Entzündungen, Ausschlägen und sogar auch zur Bronchitis führen kann.

Eichenprozessionsspinner - Die Raupe mit den giftigen Haaren

Eine "Raupendermatitis" kann mit Antihistaminika und Kortison behandelt werden

Die Raupe des Buchsbaumzünslers auf einem Blatt
Raupe des Buchsbaumzünslers (Cydalima perspectalis) © Zerbor - www.fotolia.de

Raupen wirken an sich harmlos, es gibt jedoch Ausnahmen wie die Gattung Eichenprozessionsspinner. Diese Raupenart besitzt auf ihrem Körper kleine Haare, die giftig sind und Fressfeinde abhalten sollen. Allerdings kann das Gift auch für den Menschen gefährlich werden, nämlich dann, wenn es allergische Reaktionen auslöst.

Augen auf beim Waldspaziergang

Gerade wenn Sie mit ihren Kindern am Wochenende einen Waldspaziergang unternehmen, sollten Sie die Augen offen halten. Der Eichenprozessionsspinner nutzt seine Haare, um seine Nester damit auszukleiden. Weht dann der Wind, werden die Haare auch in die unmittelbare Umgebung der Nester geblasen. Die Nester sehen ähnlich aus, wie Spinnennetze. Wenn Ihre Kleinen also sehr neugierig sind und alles anfassen wollen, müssen Sie etwas wachsam sein.

Die Nester finden sich vor allem an Baumästen und können durchaus so groß wie ein Fußball werden.

Symptome einer Allergie

Wie erkennt man, dass doch eine allergische Reaktion aufgetreten ist? Das Immunsystem reagiert zumeist mit Hautausschlag, der Fachmann nennt das "Raupendermatitis". Danach folgen Hustenkrämpfe, eine laufende Nase und eine Rötung der Augen. Bei schlimmen Fällen kann auch Asthma auftreten.

Behandelt werden kann das wie jede eine allergische Reaktion: mit einem Antihistaminika und Kortison.

30 Zentimeter große Spinnen breiten sich im Ruhrgebiet aus

Spinnenphobie - Aufgerissenes Auge, davor Spinne im Netz
arachnophobie © Maren Beßler - www.fotolia.de

Immer mehr Menschen im Ruhrgebiet berichten davon, etliche Riesenspinnen gesichtet zu haben. Die von den meisten Menschen verabscheuten Tiere findet man inzwischen in Teilen von Duisburg, Essen und Mühlheim. Sie scheinen sich immer weiter in NRW auszubreiten. Die 30 Zentimeter großen Krabbeltiere galten in Deutschland bisher als unbekannt. Wie sie hierher kamen, ist noch unklar. Experten vermuten, dass die Spinnenart bei einem Transport aus den Tropen nach Deutschland kam.

Fest steht jedoch, dass sich die ungewöhnlich großen Weberknechte immer weiter ausbreiten, wodurch immer mehr heimische Insekten getötet werden könnten. Für Menschen sind die Riesenspinnen jedoch ungefährlich. Menschen mit Spinnenphobie sollten aber einen großen Bogen um sie machen.

Käfer-Invasion in einem Dorf in Brandenburg kein Fall für Schädlings-Experten

Hand in Handschuh hält Pflanze mit Kartoffelkäfer in Kamera
Kartoffelkäfer ablesen 02 © Lianem - www.fotolia.de

Ein kleines Dorf in Berlin-Brandenburg wird von einer Käfer-Invasion heimgesucht und die Behörden sowie ein Schädlingsbekämpfungs-Experte schauen tatenlos zu. Zwar haben die Behörden mittlerweile festgestellt, dass es sich um den behaarten Erdbeersamenlaufkäfer handelt, aber wie man diesen aus den Wohnungen fernhält oder vernichtet, dafür gibt es keine Lösungen, denn der Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Schädlingsbekämpfer Berlin-Brandenburg, Mario Heising, sagt, es handelt sich nicht um einen Schädling, so dass Chemie oder Vergleichbares nicht eingesetzt werden können, was auch wenig hilft.

Der einfachste und beste Schutz vor den Plagegeistern sind Fliegengitter vor den Kellerfenstern, denn die Käfer suchen Schutz vor der Trockenheit besonders in dunklen feuchten Räumen. Wenn es jetzt kälter wird, so wird auch die Käfernplage nachlassen, aber wie es im nächsten Jahr dann aussieht, das kann niemand voraussagen.

Immer mehr Wespenspinnen werden in Deutschland gesichtet

Die Wespenspinne ist etwa fünf Zentimeter groß und hat einen gelb gestreiften Rücken, dem sie auch ihren Namen zu verdanken hat. Sie war bis vor 50 Jahren noch so gut wie gar nicht in Europa verbreitet, doch jetzt gibt es immer mehr Meldungen von gesichteten Exemplaren in ganz Deutschland. Sie halten sich bevorzugt an sonnigen Plätzen auf, die nicht allzu sehr bewachsen sind und sind hauptsächlich von Mai bis Oktober anzutreffen.

Ihre Bisse sind zwar nicht hochgiftig, verursachen jedoch einen ähnlichen Schmerz wie ein Wespenstich.

Mottenlarven lassen Kartoffeln besonders gut gedeihen

Frisch geerntete Kartoffeln mit Erde in Holzeimer auf Kartoffelfeld
Potatos © Stocksnapper - www.fotolia.de

Entgegen aller bisherigen Annahmen haben Untersuchungen jetzt ergeben, dass die Larven der Mottenart "Tecia solanivora" einen besonders guten Einfluss auf das Wachstum von Kartoffeln hat. Forscher aus Deutschland und Amerika wollen nun versuchen daraus einen Nutzen für die Landwirtschaft zu erzielen.

Die Bauern spritzten ihre Felder bislang immer mit Pestiziden, weil sie davon ausgingen jegliches Ungeziefer schade dem Ertrag ihrer Ernten. Die Larve der "Tecia solanivora" allerdings kann den Ernteertrag sogar verdoppeln. Zwar geht die Kartoffelknolle in der sie sich einistet ein, die anderen Knollen der Pflanze wachsen dafür aber prächtig.

Wanzen-Invasion in der amerikanischen Hauptstadt Washington

Wanzen, die einen üblen Gestank absondern, nisten sich in den Häusern von Washington ein

Zurzeit wird die amerikanische Hauptstadt Washington von sogenannten "Stinkwanzen" überfallen. Diese sind zwar harmlos, denn sie beißen und stechen nicht, auch übertragen sie keine Krankheiten, aber sie sehen ekelig aus und vor allem, wenn man sie tot tritt, so verbreiten sie einen äußerst unangenehmen Geruch, ähnlich wie Schweißfüße.

Pheromonfalle als mögliche Bekämpfungsmethode

Auch sind sie für die Landwirtschaft eine große Plage und so sprechen die heimischen Bauern von einer Einbuße um die 20 Prozent. Jetzt suchen Wissenschaftler nach einem geeigneten Mittel um gegen die Wanzen vorzugehen, denn bislang gibt es kein Mittel zur Bekämpfung der Plage.

Die Forscher denken an eine Pheromonfalle, die Lockstoffe aussendet, und dann werden die Wanzen eingefangen, so ähnlich wie die bekannten Ameisenköderdosen. Bei den Wanzen handelt es sich um die marmorierte Baumwanze, die vor etwa zehn Jahren aus Asien nach Amerika eingeschleppt wurde. Sie ist einen halben Zentimeter groß und braun und hat lange Fühler. Doch das Schlimmste ist der Gestank.

Da es langsam auch in Amerika auf den Winter zugeht, suchen die Tiere jetzt ein sicheres warmes Plätzchen und kriechen in die Häuser. Deshalb versuchen die Bürger ihre Häuser abzudichten um den Tieren den Zugang zu verwehren.

Bettwanzen bei vielen Hotelketten ein Tabuthema

Bettwanzen-Bekämpfung ist aufwendig - Hotelpersonal soll zur frühen Erkennung besser geschult werden

Großes Bett im Hotelzimmer
Image of a comfortable looking hotel bed. © Shariff Che'Lah - www.fotolia.de

Oliver Winter, Vorstandsvorsitzender der A&O Hotels and Hostels AG, hat ausgesprochen, was für viele andere Hoteliers ein Tabuthema ist: Bettwanzen. "2006 war es extrem schlimm. Zur Fußball-Weltmeisterschaft kamen Leute aus aller Welt und brachten die Wanzen mit", so Winter.

In der heutigen Zeit, in der Reisen so beliebt sind wie noch nie, kann es schnell passieren, dass sich die lästigen Biester ausbreiten. Sie reisen auf Kleidung, in Koffern auf oder gebrauchten Möbeln mit und verstecken sich tagsüber hinter Tapeten, in Ritzen und Steckdosen. Winter spricht von jährlich zehn Fällen dieser Insekten. Es sei zwar "im Promillebereich", aber dennoch sehr ärgerlich.

Aufwand der Schädlingsbekämpfung vielen Hoteliers zu groß

Denn um die Wanzen loszuwerden, ist ein großer Aufwand nötig. Die Bettwäsche zu wechseln und einmal staubsaugen, reicht nicht aus. Hier hilft nur eine professionelle Schädlingsbekämpfung. Und genau diese möchten sich viele Hoteliers einfach sparen.

Damit sich dies in Zukunft ändert, wird das Hotelpersonal nun immer häufiger darauf geschult, Bettwanzen zu erkennen. Auf diese Weise kann man sie frühzeitig beseitigen lassen.

Stechmückenarten in Deutschland sollen erstmals komplett erfasst werden

Welche Mücke ist wo in Deutschland - Karte soll Vorkommen und Viren, die sie übertragen erfassen

Nahaufnahme Mücke sticht in menschlichen Finger
Feeding mosquito with human blood on finger © Dmitry Knorre - www.fotolia.de

Nicht erst seit es Flugzeuge gibt gehen tropische Krankheiten auf Weltreise. Eine zentrale Rolle dabei spielen Stechmücken.

Stechmückenvorkommen in Deutschand sollen kartiert werden

In einem Großprojekt soll nun erstmals kartiert werden, wo die kleinen Blutsauger in Deutschland mit welcher Art vorkommen. Hintergrund sind der Klimawandel und die Globalisierung, so können die Plagegeister sich in Regionen vermehren, wo sie bisher noch nicht waren. Wissenschaftler erhoffen sich von der Aktion Aufschluss, ob etwa einheimische Mücken auch exotische Krankheitserreger wie West-Nil-Fieber oder Dengue-Fieber übertragen können.

Als Zwischenüberträger könnten Zugvögel in Frage kommen. Man brauche verlässliche Daten über die etwa 45 in Deutschland vorkommenden Mückenarten, begründet Egbert Tannich, Leiter der Abteilung Molekulare Parasitologie am Bernhard-Nocht-Institut. Nur so könne sich eventuell ein Ausbruch von Seuchen begrenzen lassen. Konkret werden zu diesem Zweck in allen Bundesländern von Kooperationspartnern von wissenschaftlichen Einrichtungen und der Bundeswehr Mücken für das Forschungsprojekt gefangen.

Wetterdaten, Klima und Fangort werden ebenfalls erfasst

Gleichzeitig werden Wetterdaten ermittelt, die das Klima am Fangort charakterisieren. Virologen untersuchen die Tiere zudem auf seltene Viren. Fachgerecht präpariert soll ein Teil der Tiere in einer taxonomischen Referenzsammlung gezeigt werden. Somit lässt sich auch eine Karte erstellen, welche Mücke wo in Deutschland verbreitet ist und welche Viren sie übertragen könnte.

Damit sei eine Bewertung des Risikos, Krankheiten wie das West-Nil-Fieber auch hierzulande zu bekommen, möglich.

Brückenkreuzspinne breitet sich durch feuchten Sommer rasant in Hamburgs Speicherstadt aus

Kreuzspinne hängt im Spinnennetz
Kreuzspinne wartet in ihrem Spinnennetz auf fette Beute © Andy Ilmberger - www.fotolia.de

Ekelalarm in der Speicherstadt und HafenCity: In Hamburg breitet sich die sogenannte Brückenkreuzspinne aufgrund des feuchten Wetters in diesem Sommer rasant aus. Die Bedingungen seien prächtig, bedauert Martin Kirchner von der Hafenbehörde HPA, der kaum noch sein Fenster aufmachen kann, weil sonst sofort Spinnen rein krabbeln.

Das Groteske ist, Menschen wie Christine Neu-Sacher, die bei der Reinigungsfirma Bockholdt arbeitet, dürfen die Tiere nur verscheuchen beispielsweise mit Wasser. Getötet werden dürfen sie nicht. Die Brückenkreuzspinne hat ihren Namen von der Angewohnheit, in Wassernähe auf Insekten zu warten, deren Larven sich dort häuten. Nach Angabe von Biologen dürften derzeit mehrere Millionen Tiere zwischen Sandtorhafen und Magdeburger Hafen leben.

Experten sind ratlos. Man könne fortan eigentlich nur noch solche Brücken konstruieren, die keinen Nistgelegenheiten für die Tiere bieten. Doch dieser Rat dürfte für die Speicherstadt, die im 19ten Jahrhundert gebaut wurde, und seit 1991 unter Denkmalschutz steht, zu spät kommen.

Eichenprozessionsspinner könnten bald zum deutschlandweiten Problem werden

Viele Regionen in Sachsen-Anhalt werden derzeit scharenweise von den Raupen des Eichenprozessionsspinners, einer Schmetterlingsart, heimgesucht. Das Problem: viele Menschen reagieren bei Kontakt mit den Raupen mit starken allergischen Reaktionen, die im schlimmsten Fall zu einem Allergieschock und sogar zum Tode führen können.

Zur Zeit sind vor allem die Altmark, der Fläming und die Annaburger Heide befallen. Einige Waldgebiete mussten sogar schon gänzlich gesperrt werden. Da die Auflagen zur Bekämpfung von Schädlingen jedoch immer weiter verschärft werden und die Verbreitung von Schädlingsbekämpfungsmitteln mittels Hubschraubern bald sogar gänzlich verboten werden soll, könnte sich der Eichenprozessionsspinner innerhalb kürzester Zeit in ganz Deutschland ausbreiten, so der Landesforstbetrieb. Das Umweltbundesamt jedoch sieht in der Verschärfung der Auflagen für die Schädlingsbekämpfung eine dringende Notwendigkeit, da die Mittel auch anderen harmlosen Schmetterlingsarten schaden könnten.

Bettwanzenbefall nimmt zu

Auch in Deutschland nehmen Fälle von Bettwanzenbefall zu - hier erfahren Sie, was Sie über die Parasiten wissen müssen

Hotelzimmerbett mit gelben Kissen und brennender Nachttischlampe an der Wand
hotel bedroom © Naomi Hasegawa - www.fotolia.de

Laut neusten Untersuchungen nimmt der Befall an Bettwanzen in Deutschland immer mehr zu. Besonders

  • Hessen,
  • Berlin und
  • Ostdeutschland

haben vermehrt mit den kleinen Insekten zu kämpfen.

Nur für Allergiker können Bettwanzen gefährlich werden - für alle Anderen sind sie unangenehm

Bettwanzen nisten sich meist in Kleidung und Bettwäsche ein und sind nur schwer wieder loszuwerden. Die zwischen 3,8 und 5,5 Millimeter großen Tiere beißen meist nachts und saugen anschließend bis zu zehn Minuten lang Blut.

Zwar sind die Parasiten nicht ernsthaft bedrohlich, doch können sie unangenehme Hautreizungen hervorrufen. In manchen Fällen entstehen durch die Bisse Quaddeln, die tagelangen Juckreiz auslösen können.

Besonders für Allergiker ist der Befall von Bettwanzen extrem unangenehm. Bei ihnen können

Bettwanzen mit Hitze oder extremer Kälte beseitigen

Einen Bettwanzenbefall komplett zu beseitigen ist nicht einfach. Zu der Tatsache, dass die Tiere sehr klein und mit bloßem Auge nur bei genauem Hinsehen zu erkennen sind, kommt ihre Unempfindlichkeit. So kann eine ausgewachsene Bettwanze bei einer Zimmertemperatur von gerade einmal 16 Grad bis zu einem Jahr ohne Nahrung überleben.

Empfindlich reagieren die Insekten allerdings auf Hitze. Bei einem Befall sollten daher Bettwäsche und betroffene Kleidung bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Bei befallener Kleidung, die diese Temperaturen nicht aushält, empfiehlt sich die Behandlung mit Kälte. Am besten die Kleidungstücke für mindestens zwei Tage in die Gefriertruhe legen.

Wer trotz dieser Maßnahmen weiterhin von den Blutsaugern belästigt wird, muss auf einen Fachmann zurückgreifen. Kammerjäger rücken den Bettwanzen mit Heißluft und Pestiziden auf den Leib.

Bettwanzen vorbeugen

Experten vermuten, dass der erhöhte Befall in Deutschland vor allem damit zusammenhängt, dass die Tiere gegen manche Schädlingsbekämpfungsmittel resistent geworden sind. Es gilt daher vor allem, einem Befall vorzubeugen. Bettwanzen werden meist nach einer Reise ins eigene Heim eingeschleppt. Koffer und Kleidungstücke sollten daher nach der Rückkehr sofort und separat gereinigt werden.

Auch in alten Möbeln und Gegenständen, wie man sie beispielsweise auf dem Flohmarkt bekommt, können sich Bettwanzen eingenistet haben. Bevor diese Gegenstände in den Haushalt gebracht werden, empfiehlt es sich, diese genau zu untersuchen. Bettwanzen erkennt man

  • an einem unangenehm süßlichen Geruch sowie
  • an kleinen, dunklen Kotflecken, die sich nur schwer abwaschen lassen.

Gefürchteter Schädling auf Vordermarsch – Gärtner aufgepasst

Mehrere grüne Büsche entlang einer Steinmauer
buis boule23 © tsach - www.fotolia.de

Der ohne natürliche Feinde auskommende Buchsbaumzünsler treibt zur Zeit sein Unwesen in deutschen Gärten. Besonders betroffen ist das Bundesland Baden-Württemberg. Der von Gärtnern gefürchtete Schädling zerfrisst die Buchsbäume völlig ab und richtet dabei erhebliche Schäden an.

Die Raupe mit ihrer grün leuchtenden Farbe wird bis zu sechs Zentimeter groß und wurde vermutlich über den Pflanzenhandel aus dem Orient eingeführt. Natürliche Feinde besitzt das Tier nicht, weil der Buchsbaum giftig ist und sich Vögel daher von der Raupe fernhalten.

Dieses Jahr hat sich der Schädling besonders stark verbreitet. Bisher ist keine wirksame Maßnahme zur Bekämpfung bekannt. Da heißt es wachsam bleiben und alle Raupen per Hand einsammeln.

Einer der gefährlichsten Baumschädlinge bedroht die Alleen in den Städten im Rheinland

Wegen des asiatischen Laubholzbockkäfers müssen nun viele Bäume zum Schutz abgeholzt werden

Junger Ahornbaum frisch gepflanzt
junge Pflanze © blacksock - www.fotolia.de

Einer der gefährlichsten Baumschädlinge ist der asiatische Laubholzbockkäfer, der wahrscheinlich durch ein Unternehmen, welches Waren aus China importiert, im Jahr 2005 eingeschleppt wurde. Jetzt bedroht dieser Käfer, der seine Eier in die angeknabberten Rinden der Laubbäume ablegt, wo sich dann die Larven vom Holz ernähren und der Baum später abstirbt, ganze Alleen in den Städten im Rheinland, so auch in Bonn.

Dort wurden kurzfristig 150 Ahornbäume gefällt und direkt vor Ort zerkleinert und anschließend in der Müllverbrennungsanlage vernichtet. Der gefährliche Käfer hat den lateinischen Namen "Anoplophora glabripennis". Dieser Baumschädling bevorzugt aber vornehmlich die Ahornbäume, so dass man jetzt zuerst nur diese abholzen muss, was viele Anwohner oft nicht verstehen wollen.

Bäume im Umkreis von hundert Metern eines befallenen Baumes müssen mitgefällt werden

Es gibt jedoch zurzeit keinen anderen Schutz gegen die Ausbreitung dieses Schädlings, wobei auch die EU-Richtlinien dies vorsehen. Man versucht natürlich zuerst nur die befallenen Bäume auch zu fällen, doch ist dies nicht so einfach. Es gibt auch spezielle Spürhunde, die auf den Geruch der Käfer reagieren und die betreffenden Bäume finden. Dann müssen aber trotzdem alle Bäume in einem Umkreis von hundert Metern mitgefällt werden.

Man versucht nun schon seit sieben Jahren diesen asiatischen Schädling in NRW auszurotten, doch dieser breitet sich langsam immer mehr aus. Auch in Amerika hat man in New York im Jahr 1996 den Käfer entdeckt und trotz vieler Bemühungen ist er weiter auf dem Vormarsch, so sind mittlerweile zirka 30 Prozent aller Bäume in den Städten an der Ostküste bedroht.

Völkerwanderung der Holzwürmer

Bis vor etwa 100 Jahren lebten in Europa zwei Arten von Holzwürmern. So lebten in Nordeuropa der Gemeine Nagekäfer, der wissenschaftliche Name ist Anobium punctatum, und in Südeuropa der Oligomerus ptilinoides. Diese beiden Arten unterscheiden sich in ihrer Größe, wobei der nordeuropäische 2,5 bis 5 Millimeter der kleinere ist.

Die Holzwürmer, beziehungsweise die Käfer, legen ihre Eier auf Holz ab und die Larven nagen sich dann in das betreffende Holz, wo sie sich im Laufe der Zeit verpuppen und der fertige Käfer sucht sich dann seinen Weg ins Freie, wobei die typischen Löcher entstehen. Diese Löcher sind je nach Holzwurmart unterschiedlich groß.

Da früher auch oftmals zum Drucken der Bücher Holzdruckplatten verwendet wurde und auch diese vor dem gefräßigen Holzwurm nicht sicher waren, konnten Wissenschaftler jetzt feststellen, dass es früher eine Trennung zwischen den Holzwürmern im Norden und im Süden gab. Beim Drucken der Schriften bildeten sich nämlich auch die Holzwurmlöcher ab, so dass bei den Schriften im Norden nur kleine weiße Pünktchen in Südeuropa aber größere auf den Blättern sich abbildeten.

Aber vor etwa 100 Jahren kamen vermehrt Käfer aus dem Süden nach Norden, wie auch umgekehrt, was an dem stetigen Handel mit Holz und Holzprodukten lag. So passten sich dann die aus dem Süden stammenden Käfer der Gattung Oligomerus ptilinoides dem rauen Klima des Nordens an.

Wer zu Hause noch ein uraltes Schriftstück besitzt, der kann somit aufgrund der weißen Punkte erkennen, ob das Schriftstück in Nord- oder Südeuropa seinerzeit erstellt wurde.

Klimawandel begünstigt Schädlingsbefall an Stadtbäumen

Alleestraße zwischen Feldern
French country road © Elenathewise - www.fotolia.de

Stadtbäume sind schon jetzt aufgrund des Mangels an Erdreich und Wasser sowie durch die trockene und schadstoffbelastete Luft sehr anfällig für Schädlinge. Laut Forschern aus den USA könne die Anfälligkeit durch den Klimawandel noch weiter zunehmen. Zugleich würden steigende Temperaturen die Zunahme von Schädlingen begünstigen.

Zu diesen Schlussfolgerungen kamen die Forscher, indem sie in der Stadt Raleigh im Bundesstaat North Carolina in mehreren Bezirken mit verschiedenen Temperaturen die jeweiligen Populationen von Parthenolecanium quercifex, einer Schildlausart, untersuchten. Dabei stellte sich heraus, dass im wärmsten Stadtteil gut 13-mal mehr Schädlinge als in den übrigen Bezirken zu finden waren.

In einem weiterführenden Experiment setzten die Forscher Schildläuse, die sie zuvor in den verschiedenen Stadtbezirken gesammelt hatten, in unterschiedlich temperierte Gewächshäuser. Dabei habe sich gezeigt, dass sich die Schädlinge aus den wärmeren Stadtteilen auch unabhängig davon, in welchem Gewächshaus sie ausgesetzt wurden, immer deutlich schneller als Schädlinge aus kälteren Stadtteilen vermehrt hätten. Am schnellsten hätten sie sich jedoch verbreitet, wenn sie im wärmsten Gewächshaus gehalten worden wären.

Rückschlüsse darauf, inwiefern andere Schädlinge vom Klimawandel profitieren werden, sind jedoch nur bedingt möglich. Zudem ist noch nicht hinreichend bekannt, wie sich der Klimawandel tatsächlich auf die Pflanzenwelt auswirken wird.

Vermehrung von Rötelmäusen führt in Österreich zur Ausbreitung der gefährlichen Puumalaviren

Eine Maus schaut unter Holzklötzen hervor
Little mouse under a log © Martina Osmy - www.fotolia.de

Seit dem vergangenen Jahr haben sich in Österreich die gefährlichen Puumalaviren immer weiter ausgebreitet.

Diese Viren zählen zu den sogenannten Hantaviren und werden durch die Exkremente von infizierten Mäusen übertragen, die mit aufgewirbeltem Staub über die Atemwege in den menschlichen Organismus gelangen. Erste Symptome einer Infektion sind hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, sowie Rücken- und Bauchschmerzen. Bei fortschreitendem Verlauf kann es auch zum Nierenversagen kommen.

Eine ursächliche Therapie gibt es bislang nicht. Experten vermuten, dass der enorme Anstieg der Erkrankungsfälle in Österreich mit einer Vermehrung der Rötelmäuse zusammenhängt, die den Viren als Wirte dienen. Mit 264 diagnostizierten Infektionen und einem Todesfall gab es im Jahr 2012 in Österreich rund siebeneinhalb Mal so viele Fälle wie nur ein Jahr zuvor.

Eine neue Super-Kakerlake aus Asien will New York erobern

Freiheitsstatue New York, im Hintergrund Sykline am Abend
The Statue of Liberty and New York City skyline © Gary - www.fotolia.de

New York ist zwar eine große Metropole, doch wo viele Menschen zusammenkommen, da gibt es schnell auch Ungeziefer, die ihrerseits davon profitieren wollen. Daher fühlen sich nicht nur Ratten in der Großstadt wohl, sondern auch Kakerlaken. Die ruhigen Tage der einheimischen Art in New York könnten nun aber gezählt sein, denn in der US-Stadt breitet sich eine neue Super-Kakerlake aus.

Periplaneta japonica als Konkurrenz zu heimischen Kakerlaken

Die "Periplaneta japonica" hat einen weiten Weg hinter sich, denn sie stammt aus Asien. Kammerjäger und Biologen beobachten bereits seit Monaten, wie es sich diese Art in New York mehr und mehr gemütlich macht. Das Schlechte für die New Yorker Kakerlaken, Periplaneta japonica hat ganz ähnliche Anforderungen an ihren Lebensraum und die angebotene Nahrung. Mit anderen Worten, beide Arten teilen sich eine sogenannte ökologische Nische und werden daher zu unmittelbaren Konkurrenten.

Welche Kakerlakenart wird sich durchsetzen?

Für Insektenbiologen stellt sich daher nun die spannende Frage, welche Art die Großstadt New York für sich erobern wird. Bisher kann man noch nicht klar sagen, welche Kakerlaken die Oberhand haben werden. Laut Biologen spricht zumindest die Kälteresistenz für die Super-Kakerlake aus Asien. Die Tierchen sind sehr beständig gegen Kälte und dürften daher auch im eisigen New Yorker Winter problemlos im Freien überleben. Auf der anderen Seite weiß man noch nicht, wie gut die Tiere auf den Schmutz in der Großstadt reagieren werden. Der Schnee wird durch die vielen Fahrzeuge schnell sehr ungesund für die Tiere.

Zumindest besteht laut der Insektenbiologen keine Gefahr, dass New Yorker Kakerlaken und die Zugewanderten sich untereinander vermehren und so eine vielleicht besonders unschöne Hybrid-Form hervorbringen. Die beiden Arten können sich untereinander vermutlich kaum vermehren.

Der warme Sommerstart lockt Nacktschnecken und Insekten

Die nächtliche Bodenfeuchte der letzten Zeit in Kombination mit sommerlichen Temperaturen am Tag hat bereits jetzt Nacktschnecken aus ihren Verstecken gelockt. Gleiches gilt für ungeliebte Mücken - weibliche Insekten verteilen bereits fleißig ihre Eier in feuchten Gebieten, beispielsweise nach Regengüssen in Wassertonnen. Entsprechend schlüpft in Kürze der stechende Nachwuchs.

Früher als üblich – vorausgesetzt, es bleibt bei diesen sommerlichen Temperaturen. Inwiefern sich auch vermehrt Nacktschnecken – bis hin zur unverhofften Schneckenplage – in diesem Frühsommer an der Oberfläche tummeln, bleibt hingegen abzuwarten.

Tipps gegen Ungeziefer

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: Biological Pest Control © manfredxy - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: freedom! © Maxim Malevich - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: moth-macro of small brown moth about 1 cm © lidian neeleman - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Motte, braun weiß in einer Nahaufnahme. Nach ihrem Flug gelandet © prophoto24 - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Teenage Boy Checking Freshness Of Clothes In Wardrobe © Monkey Business - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Death of a fly © Artyom Belozyorov - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: plant-louse in ray of sun © Vladimir Gunko - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Gartenschnecke © Nailia Schwarz - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: blattläuse © FotoLyriX - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Apfel 02 © Lianem - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Woman with dead mouse in kitchen © LoloStock - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Frau kämmt Läuse aus ihrem Haar © Lars Zahner - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Zecke © Stefan Schejok - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Mosquito sucking blood, macro photo © Henrik Larsson - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: white mosquito net over a bed in a luxurious hotel © chachanit - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Das Koenigreich der Ameisen © Henrie - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Wasp attack © Jens Ottoson - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Wasp in colorful summer flower © Anterovium - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema