Gundermann - Wirkungsweise, Verwendung und Tipps zu Anbau und Pflege

Nahaufnahme Tasse Tee, im Tee spiegeln sich Blätter wider

Gundermann ist ein Heilkraut, welches man auch selbst im Garten anbauen kann - so hat man stets ein wirkungsvolles Heilmittel zur Hand

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  • von Paradisi-Redaktion

Beim Gundermann handelt es sich um eine kleine und unauffällige Pflanzenart. Er lässt sich auch als Heilkraut verwenden. In seinem Wuchs ähnelt der Gundermann dem Efeu; dabei kann er große Bodenflächen überwuchern. Typisch sind seine violetten Blüten. Als Heilpflanze lässt er sich beispielsweise bei Hauterkrankungen sowie Magen-Darm-Beschwerden einsetzen. Lesen Sie alles Wissenswerte zur Heilpflanze Gundermann.

Als Gundermann (Glechoma hederacea) oder Echt-Gundelrebe bezeichnet man eine in Europa häufig vorkommende Pflanze, die zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) gehört. Die alten Germanen hielten den Gundermann für eine Zauberpflanze, mit der sich Hexen erkennen ließen. Aber auch als Heilpflanze kam der Gundermann zur Anwendung.

Beschreibung

Typisch für den Gundermann ist, dass er als ausdauernde, krautige und wintergrüne Pflanze wächst. Sein Wuchs ähnelt dem Wuchs von Efeu. So verläuft er über dem Boden und seine Ranken sind oft an Zäunen zu finden.

Die Triebe des Gundermanns können bis zu 1 Meter lang werden. Seine Blätter erinnern an die Form von Herz und Niere und weisen einen eingekerbten Rand auf.

Die Blüten haben eine violette Färbung und gedeihen schon frühzeitig. Zu finden sind sie innerhalb der Blattachseln.

Anbau und Pflege

Der Gundermann hat die Eigenschaft zu wuchern, sodass er größere Bodenflächen bedecken kann. Im Garten kommt er deswegen häufig als Bodendecker zum Einsatz. Obwohl der Gundermann sich auch für die Küche oder als Heilpflanze verwenden lässt, ist er hierzulande weitgehend unbekannt.

Der Gundermann bevorzugt halbschattige Plätze und gilt als robust und pflegeleicht. Der Boden sollte eine ausreichende Feuchtigkeit bieten.

Man sollte beachten, dass dieser Bodendecker anfällig für Rostpilze und Mehltau. Ein Einpflanzen in der Nähe von Obst- und Gemüsepflanzen ist daher nicht zu empfehlen; die Krankheiten könnten schnell auf die anderen Pflanzen übertragen werden.

Die Erde ist idealerweise nährstoffreich. Jedes Jahr sollte der Wuchs eingedämmt werden, um das Überwuchern anderer Beete zu vermeiden.

Vorkommen und Inhaltsstoffe

Der Gundermann gedeiht in fast ganz Europa mit Ausnahme der Türkei, Island, der Färöer-Inseln, Spitzbergen, Kreta und den Balearen. Darüber hinaus findet man ihn in Nordamerika und Teilen Asiens. Als Standort für sein Wachstum bevorzugt er fruchtbare und feuchte Böden.

Zu den Inhaltsstoffen des Gundermanns zählen ätherische Öle sowie deren Bestandteile wie

  • Menthol
  • Limonen
  • Linalool
  • a-Terpineol
  • a-Pinen
  • ß-pinen
  • p-cymen
  • Mineralstoffe
  • Vitamin C
  • Ursolsäure
  • Gerbstoffe wie Tannine
  • Bitterstoffe wie Marrubiin und Glechomin
  • Saponine
  • Luetolin
  • Hyperosid
  • ß-Sitosterol sowie
  • Harze.

Gundermann als Heilpflanze

In der Naturheilkunde kommt der Gundermann schon seit langem als Heilpflanze zur Anwendung. Im Mittelalter wurde er auch als Soldatenpetersilie bezeichnet und zur Behandlung von eiternden und schlecht heilenden Wunden eingesetzt.

Anwendungsgebiete

Hildegard von Bingen (1098-1179) empfahl den Gundermann wiederum gegen Ohrenschmerzen und Kopfschmerzen. Auch die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) kennt den Gundermann und setzt ihn gegen Nephritis und Lungenentzündung ein.

Aber auch in der heutigen Zeit greifen Naturheilkundler auf die Pflanze zurück. So dient der Gundermann vor allem zur Behandlung von

Weitere Anwendungsgebiete sind

Anwendung und Dosierung

Dargereicht wird der Gundermann zumeist in Form von Tees oder Badezusätzen. Weiterhin kann man ihn als Umschlag auf die Haut oder Wunden legen.

Tee-Zubereitung

Zur Zubereitung eines Tees werden 2 Teelöffel mit Gundermann-Blättern mit einem dreiviertel Liter Wasser übergossen. Danach lässt man den Tee 5 Minuten lang ziehen und seiht ihn anschließend ab.

Bei Darmproblemen oder Husten werden pro Tag drei Tassen Tee getrunken. Aber auch zum Gurgeln eignet sich der Gundermann-Tee.

Badezusatz

Möchte man den Gundermann als Badezusatz verwenden, werden vor dem Baden zwei Handvoll frisches Kraut abgekocht. Nach dem Abseihen gibt man den Sud ins Badewasser. Für einen Umschlag wird das Kraut kurz aufgekocht und ausgedrückt.

Pro Tag legt man den Umschlag mit dem Kraut zweimal auf die Körperstelle, die behandelt werden soll. Die Einwirkungszeit beträgt zwei Stunden.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen durch den Gundermann sind bei normaler Anwendung nicht bekannt. Da die Wirkungsweise der Pflanze sehr mild ist, lassen sich auch Kinder mit ihr behandeln.

Gundermann in der Küche

Auch in der Küche lässt sich der Gundermann verwenden. So verfügt er über ein besonderes Aroma und eignet sich daher gut zum Würzen von

Außerdem können Süßspeisen mit ihm dekoriert werden. Aufgrund seines ausgeprägten Aromas ist es allerdings ratsam, den Gundermann sparsam einzusetzen.

Besondere Pflanzenarten

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: tee © matttilda - www.fotolia.de

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